#1

Warum den Steg am Stiefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 13:36
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Hallo,
kann mir mal jemand erklären warum der Steg am Stiefel ständig geputzt werden mußte? In der Ausbildung achtete man besonders darauf.
An der Grenze war es dann egal und man sagte uns das es nur eine alte Tradition vom alten Fritz ist.Damals waren Sohlen und Hacken aus Leder und das muste man wienern damit es nicht reist.Wir putzen den Steg trotzdem aus gewohnheit.

Andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 17.11.2009 14:03 | nach oben springen

#2

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 13:37
von Angelo | 12.396 Beiträge

Kannst du mal so einen Stiefel zeigen ?


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#3

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 13:40
von Weichmolch (gelöscht)
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EK, Du hast die Frage gestellt und auch selbst beantwortet. Einen anderen Grund gab es tatsächlich nicht.
Außerdem gehört der geputzte Steg zum positiven Erscheinungsbild einer gepflegten, sozialistischen Soldatenpersönlichkeit.

Der Weichmolch


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#4

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 13:41
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Weichmolch,aber es war doch Sinnlos,den Steg sah man beim laufen ja nicht.Ich denke es war mehr Schikane,wer sucht der findet.Ich dachte es gäbe dazu vielleicht einen vernünftigen Grund den ich nicht kannte.

Es war ein normaler Stiefel(Knobelbecher genannt) Der Steg war der übergang vom Hacken zur Sohle.

andy

Angefügte Bilder:
MT1S8.jpg

Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 17.11.2009 13:44 | nach oben springen

#5

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 13:47
von SanGefr | 218 Beiträge

Das war und ist in jeder Armee so. Der Soldat hat gefälligst in geputzten Stiefeln zu sterben!


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#6

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 13:53
von Schreiber | 258 Beiträge

Weichmolch,

es war doch Sinnlos,den Steg sah man beim laufen ja nicht

aber beim Exerzieren und schön die Beine hoch oder ?

Gruß
Reinhard


==================================================
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
Konfuzius


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#7

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 13:56
von Weichmolch (gelöscht)
avatar

Sani, Du bringst es auf den Punkt.
Individuelle Verschmutzung an einer nicht einsehbaren Stelle - das kommt einer westlich-dekadenten Verschlampung sehr nah. Dreck am Steg, da ist doch ein fester Klassenstandpunkt nicht möglich.

Weichmolch


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#8

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 14:07
von SanGefr | 218 Beiträge

Putz- und Flickstunde! Wie hat mich das immer angeko...! In der Grundausbildung ging Stiefelputzen noch ganz gut bei den Knobelbechern, die mit Euren Knobelbechern fast identisch waren, weil die Putzfläche glatt war. Nach der Grundi mußten wir in der Kleiderkammer der STOV Nienburg die Knobelbecher gegen Springerstiefel eintauschen. Durch die Schnüre, Haken und Ösen war das putzen doch etwas hinderlich. Trotzdem waren die Springerstiefel allemal besser gewesen.


zuletzt bearbeitet 17.11.2009 14:08 | nach oben springen

#9

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 14:11
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

die springerstiefel sind sicher bequemer als knobelbecher.aber sind sie nicht etwas nervend bei alarm wenn man erst die schnürsenkel binden muß und mit pech evtl.sogar einer reißt?
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#10

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 14:31
von SanGefr | 218 Beiträge

@EK 82/2
Alarm? Wo? Bei der Bundeswehr? Ich kenne nur 2 mal im Jahr Nato-Alarm. Das ging so: Antreten .... Vollzähligkeitsmeldung eines Ofw oder Fw an den KpFw. "Guten Morgen 1. Kompanieeeeeee!" (geschrien) "Guten Morgen Herr Haupfeldwebel!" (gemurmelt) "Augen gerade - aus!! 1. Kompanie - rührt Euch"! "Herrschaften, es ist Nato-Alarm! Sie wissen was zu tun ist. Kompanie wegtreten!"
Da hatten wir unsere Stiefel schon an. Ansonsten war das mit den Schnüren kein Problem. Man kam im Gegensatz zu den Knobelbechern sehr schnell rein in die Stiefel und ruck-zuck, waren sie auch schon zugeschnürt. Reine Gewohnheitssache. Und gerissen sind die Schnüre meines Wissens nicht. Das waren sehr gute Schnüre. Wenn man merkte, dass sie abgewetzt waren, hat man sie rechtzeitig getauscht. In den 12 Monmaten in Nienburg sind mir keine Schnüre gerissen. Ich habe auch keine austauschen müssen.


zuletzt bearbeitet 17.11.2009 14:36 | nach oben springen

#11

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 14:39
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Angelo
Kannst du mal so einen Stiefel zeigen ?



klar, gerne doch....

Angefügte Bilder:
stiefel.jpg

* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#12

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 14:39
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

ihr hattet es gut,was haben die uns(meistens nachts)in der ausbildung mit probealarmen genervt.ich glaube bei gefechtsalarm hatten wir 20 minuten vom bett bis zum stehen und bei grenzalarm 10 minuten(dies war aber auch ohne gefechtsausrüstung.später sprach sich probealarm schon vorher rum und wir saßen angezogen beim kaffee auf der stube welchen wir mit dem alarmkocher heiss machten.
andy


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#13

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 14:45
von SanGefr | 218 Beiträge

Ich glaube, bevor unsere Jungs von der 1. Kompanie die Leo II angeworfen hätten, wärt ihr schon am Rhein gewesen.


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#14

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 14:50
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

so etwa redeten wir später an der grenze über gefechtsalarm.wir sagten auch,wenn wir so nah an der grenze in 20 minuten ausrückbereit sind verteilt der ami am wachposten schon kaugummis.

so hat sicher jede armee ihren schwarzen humor unter den soldaten.

andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#15

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 15:06
von SanGefr | 218 Beiträge

Ich glaube auch eher, dass ein Überraschungsangriff der Landstreitkräfte, von welcher Seite auch immer, nicht überraschend kommen kann. Dazu bedarf es umfangreicher Truppenbewegungen, Truppenverlegungen und Ähnliches. So etwas bleibt der anderen militärischen Aufklärung nicht ganz verborgen. Außerdem "sickert" irgendwas, irgendwo, irgendwann von irgendwen immer durch. Bei einem Präventivschlag der Luftwaffe allerdings, (siehe Israel im 6-Tage-Krieg) sieht die Sache schon ganz anders aus.


zuletzt bearbeitet 17.11.2009 15:08 | nach oben springen

#16

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 15:34
von SanGefr | 218 Beiträge

Ach ja - noch was. So ganz wehrlos war die Bundeswehr am Wochenende auch nicht. Jedes Bataillon stellte am Wochenende eine sogenannte Bereitschaft. Sie bestand aus dem OvW, den Bereitschaftsunteroffzieren (ca. 3 Fw- oder Uffz-Dienstgrade) und den Mannschaften (ca. 30 Soldaten/Gefreiter/OberGefreiter/HauptGefreiter). (meistens solche Leute, die sich mal wieder "freiwillig" zum Wochenend-Dienst meldeten - will sagen, unangenehm aufgefallen sind) Das bedeutete, dass im Ernstfall, wie wir den Einsatz nannten, doch im Schnitt immerhin 2 bis 3 Leo II innerhalb von 30 Minuten die Kaserne verlassen konnten.
Allerdings: Wo sie die Bewaffnung herbekommen sollten, ist mir damals wie heute immer noch ein Rätsel.
Wir hatten zwar ein schwer bewachtes Mun-Lager, aber wer den Schlüssel dazu hatte, wußte wohl keiner so genau. Der war wohl im Wochenende.


zuletzt bearbeitet 17.11.2009 15:43 | nach oben springen

#17

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 15:44
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

ich bin mir nicht mehr sicher aber glaube bei uns mußte immer 80 prozent gefechtsstärke in der kompanie sein.wir waren etwas neidisch auf die bw und sprachen scherzhaft von schildern an den bw kasernen.

es ist wochenende,sind im urlaub,kommt bitte montag wieder und hinterlast eine nachricht damit wir bereit sind.

in wirklichkeit wären aktionen einer seite schon tage vorher bekannt geworden.
andy


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#18

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 17.11.2009 15:52
von SanGefr | 218 Beiträge

Ja, das stimmt. Solche Aktionen kann man nie zu 100% verheimlichen.


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#19

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 25.11.2009 02:57
von westsachse | 464 Beiträge

Steg am Stiefel oder Gefechtsbereitschaft der jeweiligen Seite?

wesa


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#20

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 25.11.2009 10:56
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Beim Militär ist alles sinnvoll, was von einem General auf den ersten Blick erfasst werden kann und kritisiert werden könnte. Beispiel: In Plauen an der Offiziershochschule hatten wir auf dem Flur Fliesen mit Querrippen. Das Zeug war bescheuert zu putzen. P3 (Scheuermittel) drauf, Flur halb fluten, schrubben, Flur nochmal fluten und dann mit Zeitung auslegen, damit das Wasser aufgesaugt wird und während des Trocknens keiner die (natürlich) hellen Fliesen wieder dreckig macht. Soweit so gut. Da gab es aber den dunklen Randsteifen, schwarze Bodenfliesen die an den Wänden entlangliefen. Durch das P3 blieben oft helle Schlieren darauf zurück. Nun wurde mit schwarzer Schuhcreme (!) der Boden wieder schmutzig gemacht, damit er sauber aussieht. Hauptsache die Fliesen waren strahlend schwarz. Ja, so ein Flur sieht für den flüchtig, kritischen Blick eines Generals sauber aus. Das ist die ganze Logik dahinter.

Genauso ist das mit den Stiefeln. Beispiel: Als Polit in der Stabskompanie in Dermbach war ich einige Male mit dem Chef des Grenzkommandos Süd, Generalmajor J., konfrontiert. Einmal machte ich ihm Meldung, als er in unsere Kompanie kam. Ich hatte Dienstuniform an (also Stiefelhose, Stiefel) und nicht wie üblich Stabsdienstuniform (Hose "lang" und Halbschuhe). Stiefel sahen an meinen voluminösen Waden nie richtig gut aus. Ich hatte ihnen zuvor auch nur eine eher flüchtige Bekanntschaft mit Schuhcreme und Bürste geschenkt. Und schon polterte der Generalmajor los: "Genosse R., ganze Abteilung kehrt. Rechten Hacken hoch! Absetzen! Linken Hacken hoch! Hab ich mirs doch gedacht! Ganze Abteilung kehrt!" Dann kamen die für's Leben helfenden Bemerkungen über abgelatschte Hacken und Stiefelputz. Hätte ich den Steg geputzt gehabt, dann wäre der Gesamteindruck besser gewesen und ich wäre nicht so sehr vor meiner Kompanie zum Löffel gemacht worden. Nicht mehr, nicht weniger. Nach so einem Anschi* achtet man auch stärker bei seinen Unterstellten drauf, damit ja keiner auffällt.

Die hier schon geäußerte Ursprungsidee der Stiefel mit Ledersohlen, die geputzt (also vor allem damit eingefettet) werden mussten, kenne ich auch so. Aber wir hatten Kunststoffsohlen ... Auch die Offiziersstiefel.

ciao Rainman


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(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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