#21

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 25.11.2009 13:39
von westsachse | 464 Beiträge

Ich kenne den oben genannten GM anders. Stand allerdings in Erfurt eine Woche nach seiner Beförderung oder Ernennung zum General Wache. Um solche Kleinigkeiten wie Stiefeldreck hat der sich nicht gekümmert. War allerdings lustig, wenn man als Soldat im ersten Diensthalbjahr KDL stand und der General kommt früh zum Dienst und grüßt seine Wache.

Frage habe seinen Namen schon öfters ausgeschrieben gelesen, nur stand das "h" immer an einer anderen Stelle. Ist nicht wichtig aber würde gerne wissen, was nun richtig ist.

Gruß

westsachse


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#22

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 25.11.2009 15:19
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Hallo westsachse,

nunja, Soldaten wurden in der NVA und den Grenztruppen von höheren Vorgesetzten als gelegentlich selbständig denkende und handlende Wesen aufgefasst. Da steht ein General schonmal über solchen Dingen wie Stiefelputz. Da werden eher der OvD oder Kompaniechef Ansprechpartner gewesen sein ("Genosse Hauptmann, ist Ihnen schonmal der Stiefelputz Ihrer Unterstellten aufgefallen?" so oder so ähnlich begannen die Gewitter). Ich war ein junger Offizier, damals Oberleutnant, um den es sich zu kümmern galt. Merke: Die Schärfe des Befehlstons und die Kleinlichkeit einander gegenüber nehmen mit abnehmendem Abstand der Dienstgrade zueinander zu. Ansonsten habe ich ihn übrigens auch als einen "guten Vorgesetzten" in Erinnerung, also streng aber gerecht.

An die richtige Schreibweise seines Namens kann ich mich im Moment nicht mehr erinnern. Sorry.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#23

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 25.11.2009 16:24
von westsachse | 464 Beiträge

Ist mir schon klar. Habe aber in diesem Zusammenhang noch eine andere Anekdote.

Es gehörte zu den Aufgaben der Wache, die Truppenfahne zu bewachen wenn früh die Putzfrau kam und die Zimmer des Generals säuberte. Die Truppenfahne befand sich im Vorzimmer in einer Glasvitrine. Als Freiwache ging man mit hoch und hatte eigentlich neben der Vitrine zu stehen. Praktisch setzte man sich auf einen Stuhl und legte die Beine auf den nächsten - Kaschi auf die Beine - so das die Reinigungskraft in Ruhe ihre Arbeit machen konnte. Die Tür zum Treppenhaus wurde aufgelassen, um zu hören wenn jemand kommt. In diesem Treppenhaus wäre es nicht mal der GSG9 möglich gewesen, sich lautlos zu bewegen. Wenn jemand kam stellte man sich hin und nahm Haltung an. Ich hatte das "Glück": der General kam mal eine halbe Stunde eher zum Dienst.

"Guten Morgen" zur Putzfrau

Kurze Grußerweisung zu mir mit der Bemerkung "Blei'm se' ruhig Sitzen"
Irgenwie war wohl an den Stühlen zu sehen, welche Haltung ich vorher eingenommen hatte. Und ich gehe davon aus, dass das jeden Tag so war.

Es gab auch keinen - für mich spürbaren - Anschiss hinten rum.

Das meinte ich mit "anders kennengelernt"

Gruß

westsachse


zuletzt bearbeitet 25.11.2009 16:31 | nach oben springen

#24

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 25.11.2009 18:29
von westsachse | 464 Beiträge
zuletzt bearbeitet 25.11.2009 18:30 | nach oben springen

#25

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 22.06.2013 02:10
von 82zwo | 123 Beiträge

wir (die Raucher)haben in der ausbildung(Eisenach) oft einen Steg schmutzig gelassen denn dann mußte man nach dem
Stubendurchgang noch mal raus . Und stiefelputzen fand bei uns vor dem Eingang auf der Raucherinsel statt



Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 22.06.2013 10:15
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Also Leute was lese ich denn hier"keine geputzten Stege oder sonstwie unterm Schuh nicht sauber", na aber zack zack, die Schuhe erstmal in eine ordentliche Reihe gestellt, schön nebeneinander(da gibts ja welche, die beherschen noch nicht mal das einfachste Ordnungsprinzip), dann die Dinger geordnet nach Kunstleder, chinesischen Plaste und Elasteschuh oder wenn es der Geldbeutel hergibt mal richtiges Leder und dann...

Dann wird sich selber auf die Treppe gesetzt, das Putzmittel fein säuberlich auf der Treppenstufe hingestellt, das muss stehen wie so ne Schlange am Gemüseladen früher wenn es Bananen gab und dann wird losgelegt. Einer meiner Schwiegersöhne zum Beispiel, ein wirklich hoffnungsloser Fall, ein Ungedienter, der kauft eher paar neue Schuhe als wenn er seine Spagettitreter mal putzen würde. So ist das mit der neuen Zeit, alles nur noch Wegwerfartikel, schnellebig. Wie lange ich den Jungen schon indirekt dazu animiere, mal seine Schuhe im Haus ordentlich nebeneinander zu bekommen....Wahnsinn.

Aber so langsam klappt es mit der Jungmann und Jungmädchenordnung. Ich sage immer, so ein nicht zu wiedergutmachender Frevel, die urdeutsche Wehrpflicht aufzulösen. Das hat vor dieser "vollkommen verlotterten" BRD noch kein anderes deutsches Land geschafft, diese Schlamperei mit der ganz normalen Ordnung (geht schon mit dem Bettenbau los) bei die jungen Kerle aber auch auf einen Thron zu heben, der höher wie so ein Achtausender ist.

In dem Sinne, kurz den Schuhschrank umgekippt, den Sand rausgekehrt und die Rester von Hundescheiße(entschuldigt) dazu und dann mal langsam losgelegt vorm Mittagessen.

Lebensläufer

Einen guten Sonnabend allen ins Forum


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#27

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 22.06.2013 14:39
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von 82zwo im Beitrag #25
wir (die Raucher)haben in der ausbildung(Eisenach) oft einen Steg schmutzig gelassen denn dann mußte man nach dem
Stubendurchgang noch mal raus . Und stiefelputzen fand bei uns vor dem Eingang auf der Raucherinsel statt


Zwischenfrage: Durfte bei der NVA nur in gesondert ausgewiesenen Bereichen geraucht werden??

Bei der BW gab es zu meiner Zeit (und aus der Erinnerung heraus) kein generelles Rauchverbot in den Unterkünften. OK, wenn wir Gruppenunterricht auf der Stube hatten, wurde natürlich nicht gequalmt und auch in den Waschräumen verbot sich das von selber, aber aus den Toilettenboxen stieg meist heftiger Qualm auf.

Ein Rauchverbot auf den Stuben in den Pausen oder nach Dienstschluss gab es nicht.

Edit: Auch während des Waffenreinigens oder der Putz- und Flickstunde galt auf den Stuben: "Feuer frei". Wenn ich mich zusätzlich richtig erinnere, galt im Mannschaftsspeisesaal ein Rauchverbot, in der Kantine hingegen nicht.


zuletzt bearbeitet 22.06.2013 15:23 | nach oben springen

#28

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 22.06.2013 15:17
von stutz | 568 Beiträge

Das mit dem Putzen des Steges rührt, glaube ich, noch aus der Zeit, als die Sohlen der Stiefel aus echtem Leder waren. Diese Stelle war die am meisten beanspruchte des Knobelbechers und um keine unliebsamen Überraschunge zu erleben, musste sie deshalb besonders gepflegt und gefettet werden.
Das hat sich wohl so gehalten und ist dann ein äusserst beliebtes Kontrollobjekt geblieben.


"Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk;
und meine Nation, die ich mit großen Stolz verehre, ist die deutsche Nation.
Eine ritterliche, stolze und harte Nation." ( Ernst Thälmann )
silberfuchs60 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 22.06.2013 18:22
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #27
Zitat von 82zwo im Beitrag #25
wir (die Raucher)haben in der ausbildung(Eisenach) oft einen Steg schmutzig gelassen denn dann mußte man nach dem
Stubendurchgang noch mal raus . Und stiefelputzen fand bei uns vor dem Eingang auf der Raucherinsel statt


Zwischenfrage: Durfte bei der NVA nur in gesondert ausgewiesenen Bereichen geraucht werden??

Bei der BW gab es zu meiner Zeit (und aus der Erinnerung heraus) kein generelles Rauchverbot in den Unterkünften. OK, wenn wir Gruppenunterricht auf der Stube hatten, wurde natürlich nicht gequalmt und auch in den Waschräumen verbot sich das von selber, aber aus den Toilettenboxen stieg meist heftiger Qualm auf.

Ein Rauchverbot auf den Stuben in den Pausen oder nach Dienstschluss gab es nicht.

Edit: Auch während des Waffenreinigens oder der Putz- und Flickstunde galt auf den Stuben: "Feuer frei". Wenn ich mich zusätzlich richtig erinnere, galt im Mannschaftsspeisesaal ein Rauchverbot, in der Kantine hingegen nicht.


Hallo Dandelion.

es gab im Prinzip drei mögliche Gründe, warum auf Stuben nicht geraucht werden durfte:
1. Es gab erklärte Nichtraucher im Zimmer (das stand, wenn ich mich recht entsinne auch in irgendeiner Dienstvorschrift)
2. Die Unterkunft war in einer Baracke, in der aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht geraucht werden durfte (traf zum Beispiel für die Nachrichtenkompanie im GR-3 zu)
3. Es gab den Befehl, dass nach dem Stubendurchgang nicht mehr geraucht werden durfte, um die Nachtruhe nicht zu stören.

Der erste Fall war übrigens sehr selten, denn welcher Nichtraucher wollte es sich schon mit den anderen verderben. An der Grenze in der Kompaniesicherung wäre ein Rauchverbot auf den Stuben nahezu undenkbar gewesen, auch wenn da zu jeder Tages- und Nachtzeit irgendwelche Leute schliefen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#30

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 18.07.2013 00:48
von 82zwo | 123 Beiträge

Bei der Ausbidung in Eisenach war Rauchverbot ! Die Raucherinsel war bei jeder Kompanie an ihrer Eingangstür.
Auch auf dem Wartenberg gabs ab und zu das Kommando "Rauchpause!!!" Die waren aber meist für ne ganze
Zigarette zu kurz .
"Draußen" wurde auf der Bude geraucht auf jedem Flur war noch ne Raucherinsel wenn sich mal viele Raucher trafen
war das besser als sich gegenseitig die Bude vollzuqualmen



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#31

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 18.07.2013 12:56
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von westsachse im Beitrag #21


Frage habe seinen Namen schon öfters ausgeschrieben gelesen, nur stand das "h" immer an einer anderen Stelle. Ist nicht wichtig aber würde gerne wissen, was nun richtig ist.

Gruß

westsachse


Mit den Namen ist das ja immer so eine Sache.
Im Fall des GM J. ist es so, dass das "h" hinter dem s im Namen steht.

Übrigens, J. kommandierte als Kap.-Ltn. 1966 im Elbabschnitt die Grenzboote während der Vorkommnisse um die "Kugelbake".


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
zuletzt bearbeitet 18.07.2013 13:02 | nach oben springen

#32

RE: Warum den Steg am Siefel putzen?

in Ausrüstung/Waffen/Fahrzeuge/Verordnungen/Uniformen/ 18.07.2013 19:50
von jecki09 | 422 Beiträge

In meinem Hobby habe ich (preußischer Musketier) Schuhe nach historischem Vorbild.

Sie sind komplett aus Leder, auch die Sohlen und der Steg. Natürlich werden die mit Lederfett geputzt.
Die Lauffläche ist angenäht. Damit der Nähfaden nicht durchgelaufen wird, wird der Faden "tiefer gelegt", indem das Leder zwichen den Näh-Löchern ein wenig eingeritzt wird und durch das festziehen des Fadens, rutscht dieser in diese Ritze. So kann materialsparend die Lauffläche jederzeit erneuert werden.

Weiterhin sind die Schuhe über "einen Leisten gezogen. Das hat nach einer lagen Nacht den Vorteil, dass es egal ist welcher Schuh links oder rechts angezogen wird, ist ja eh´,egal.

Es gibt nur noch wenige Schuhmacher die solche Schuhe herstellen. Zudem sind die Laufflächen genagelt. Bei Nässe und auf Beton oder Asphalt kann man da schon etwas wegrutschen. Kopfsteinpflaster ich ganz gefährlich. Aber alles ist lernbar.


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