#1

ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 12:55
von trdcas (gelöscht)
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Hallo zusammen,

weiß nicht ob mir werweiterhelfen kann. Schreibe im Namen meines Vaters, er hat keinen Rechner. Also es geht um folgendes, er hat die Opferrente beantragt und bewilligt bekommen. Er saß ein paar Monate/Jahre (weiß es nicht hundertprozentig) im Knast, hat wohl ein parr mal versucht zu fliehen oder hat anderen dabei geholfen. Dann vor einem Jahr etwa kam die Ablehnung auf Grund das er bei der Stasi gearbeitet hat oder gespitzelt hat ( ist daß das gleiche). Mein Vater hat die Akten eingesehen und dort nichts gefunden. Es steht nur das er der Stasi mitgeteilt haben soll, das seine damalige Frau schwanger ist, als ob man das nicht irgendwann sieht. Dann soll er sich freiwillig gemeldet haben zum Haftantritt, was blieb ihm anders übrig. Das komische ist, das Geburtsdatum, die Eltern und der Geburtsort stimmen nicht überein. Mein Vater ist 1945 geboren und in den Unterlagen steht er ist 1948 geboren. Er wurde bespitzelt von einigen Leuten, die sind aber alle tot. Was ich nicht versteht ist, wenn ich bei der Stasi war, hatte man da nicht einen Decknamen und hat man das nicht bezahlt bekommen. Mein Vater kann nicht das Gegenteil beweisen. Bei einer Anhörung vor ein paar Monaten sagte der Richter, wenn man es nicht völlständig belegen kann, steht ihm die Opferrente zu. Daraufhin wurde der Richter ausgetauscht. Mein Vater weiß einfach nicht weiter, wie kann er beweisen, das er nie dafür gearbeitet hat und will das Gegenteil beweisen. Wir haben schon gesagt er soll es ruhen lassen, aber es macht ihn so fertig. Er hat immer gegen alles geredet, er hat in der DDR nie gewählt und immer ein bescheidenes Leben geführt. Leider weiß ich nicht alles, vieles habe ich erst jetzt erfahren, Haft Ex-Frau, Stiefgeschwister usw. Aber eine Zusammenarbeit kann ich mir nicht vorstellen, er hat früher auf der Messe nie geschossen, es könnte jemand von der Armee hinter ihm stehen und dann wird er eingezogen(mein Vater kann dort nicht hin, er ist ausgemustert auf grund seiner Beine, er hat X-Beine bei der Geburt) und selbst heute schießt er nicht für seine Enkel, es könnte jemand sehen, er ist 64!!! Wer will ihn bei der Armee??? Bitte wenn jemand weiter weiß, bitte melden. Ich habe stunden vor dem PC gesessen und gesucht.


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#2

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 15:57
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo trdcas,

Folgendes steht im Antrag für die Opferrente.

Ich versichere nach bestem Wissen und Gewissen, dass ich nicht gegen die
Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit verstoßen, dem damaligen
herrschenden politischen System keinen erheblichen Vorschub geleistet oder meine
Stellung nicht in schwerwiegendem Maße zum eigenen Vorteil oder zum Nachteil
anderer missbraucht habe.
Außerdem erkläre ich, dass ich mich weder mündlich noch schriftlich gegenüber
dem Ministerium für Staatssicherheit, dem Arbeitsgebiet 1 der Kriminalpolizei der
Volkspolizei oder ähnlichen Organisationen zur Mitarbeit verpflichtet habe und/oder
zu keiner Zeit für eine dieser Organisationen tätig gewesen bin. In den Jahren der
SED-Herrschaft gehörte ich nicht als inoffizielle(r), offizielle(r) oder andere(r)
Mitarbeiter(in) dem Ministerium für Staatssicherheit an.

Weiter steht da wer Mitarbeiter bei der Stasi etc.war hat das Recht auf Opferrente verwirkt!

Ich denke es sind Stasiunterlagen da die belegen das Dein Vater in irgend einer Art mit oder für die Stasi gearbeitet hat. Mit dem Antrag auf Opferrente werden alle Stasi Unterlagen angefordert! Bevor die Opferrente abgelehnt wird wurden zuvor alle Unterlagen geprüft und ausgewertet. Das macht nicht nur eine Person!Ich würde aber einen Anwalt einschalten
Was ist im schwerwiegendem Maße? Haben wir nicht sogar Politiker den man gelinde nach sagt das Sie bei der Stasi waren!
Was ist da Gerechtigkeit? Lass bitte weiter von Dir hören,würde mich interessieren was daraus geworden ist!
Gruß Peter

Habe was vergessen. Es kann durchaus sein das eine zuvor bewilligte Opferrente später abgelehnt bzw. zurückgenommen wird weil neue Unterlagen aufgetaucht sind welche eine neue Lage ergeben.


zuletzt bearbeitet 16.11.2009 16:11 | nach oben springen

#3

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 16:45
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von turtle


Außerdem erkläre ich, dass ich mich weder mündlich noch schriftlich gegenüber
dem Ministerium für Staatssicherheit, dem Arbeitsgebiet 1 der Kriminalpolizei der
Volkspolizei oder ähnlichen Organisationen zur Mitarbeit verpflichtet habe und/oder
zu keiner Zeit für eine dieser Organisationen tätig gewesen bin.



Oh bei K I durfte man auch nicht gewesen sein ??
Ich dachte immer, es ist redlich, wenn man die Polizei bei der Aufklärung von Straftaten unterstützt.



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#4

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 16:54
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo!
Ich kann Dir bzw. deinem Vater auch nur raten, einen Anwalt einzuschalten. Wenn dein Vater wirklich bei der Stasi war, kann man das an Hand der Unterlagen belegen. Eine einfache Mitteilung, zum Beispiel das seine Frau schwanger ist, reicht nicht als Beleg für eine MfS-Arbeit. Wenn er IM war dann hat er auch einen Decknamen besessen. In den allermeisten Fällen sind da auch eine Karteikarte und Akten vorhanden. Nimm es mir bitte nicht übel, aber einiges von dem was Du geschrieben hast, verstehe ich nicht: Du musst doch Wissen ob dein Vater "nur" ein paar Monate oder einige Jahre im Gefängnis war. Die Dauer der Haft wirkt sich doch ganz sicher auf die Höhe der Opferrente aus. Es macht auch einen Unterschied ob man Fluchthilfe geleistet hatte oder selbst aus eigenem Antrieb fliehen wollte. Auch das muss dein Vater dir doch erzählt haben. Wir leben in einem Rechtsstaat. Nicht dein Vater muss beweisen das er unschuldig ist, sondern man muss ihm seine Schuld beweisen. Die Ablehnung der Opferrente kann doch nicht pauschal erfolgt sein. Die Gründe der Ablehnung muss man deinem Vater doch schriftlich mitgeteilt haben. Entscheidend ist der genaue Wortlaut der Ablehnung. Dort müssen Fakten ( eventuell eine Verpflichtungserklärung etc) aufgelistet sein.
Weiter schreibst Du, dass dein Vater auf der Messe nie geschossen hat, aus Angst das jemand von der Armee hinter ihm steht. Möchtest Du wirklich allen Ernstes behaupten man hätte deinen ausgemusterten Vater zum Wehrdienst eingezogen, nur weil er offensichtlich in der Lage ist mit einem Luftgewehr zu schießen??? Da kann ich Dir ehrlich gesagt nicht ganz folgen. Ansonsten gilt was ich schon oben gesagt habe: Nehmt euch einen Anwalt, der wird dann die Akten deines Vaters bei der Birthlerbehörde einsehen und dann alles weitere entscheiden. Aber auch der Anwalt wird nach dem konkreten Delikt und der Haftdauer fragen. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen, dass alles klappt.

LG aus dem Oderbruch
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 16.11.2009 17:02 | nach oben springen

#5

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 17:47
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von ABV
Hallo!
Ich kann Dir bzw. deinem Vater auch nur raten, einen Anwalt einzuschalten. Wenn dein Vater wirklich bei der Stasi war, kann man das an Hand der Unterlagen belegen. Eine einfache Mitteilung, zum Beispiel das seine Frau schwanger ist, reicht nicht als Beleg für eine MfS-Arbeit. Wenn er IM war dann hat er auch einen Decknamen besessen. In den allermeisten Fällen sind da auch eine Karteikarte und Akten vorhanden. Nimm es mir bitte nicht übel, aber einiges von dem was Du geschrieben hast, verstehe ich nicht: Du musst doch Wissen ob dein Vater "nur" ein paar Monate oder einige Jahre im Gefängnis war. Die Dauer der Haft wirkt sich doch ganz sicher auf die Höhe der Opferrente aus. Es macht auch einen Unterschied ob man Fluchthilfe geleistet hatte oder selbst aus eigenem Antrieb fliehen wollte. Auch das muss dein Vater dir doch erzählt haben. Wir leben in einem Rechtsstaat. Nicht dein Vater muss beweisen das er unschuldig ist, sondern man muss ihm seine Schuld beweisen. Die Ablehnung der Opferrente kann doch nicht pauschal erfolgt sein. Die Gründe der Ablehnung muss man deinem Vater doch schriftlich mitgeteilt haben. Entscheidend ist der genaue Wortlaut der Ablehnung. Dort müssen Fakten ( eventuell eine Verpflichtungserklärung etc) aufgelistet sein.
Weiter schreibst Du, dass dein Vater auf der Messe nie geschossen hat, aus Angst das jemand von der Armee hinter ihm steht. Möchtest Du wirklich allen Ernstes behaupten man hätte deinen ausgemusterten Vater zum Wehrdienst eingezogen, nur weil er offensichtlich in der Lage ist mit einem Luftgewehr zu schießen??? Da kann ich Dir ehrlich gesagt nicht ganz folgen. Ansonsten gilt was ich schon oben gesagt habe: Nehmt euch einen Anwalt, der wird dann die Akten deines Vaters bei der Birthlerbehörde einsehen und dann alles weitere entscheiden. Aber auch der Anwalt wird nach dem konkreten Delikt und der Haftdauer fragen. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen, dass alles klappt.

LG aus dem Oderbruch
Uwe



Hallo Uwe,
die länge der Haft spielt leider keine Rolle, es ist eine mindest Haftdauer von 6 Monaten erforderlich, da darf auch kein Tag dran fehlen.
Fluchthelfer erhalten die Rente in Höhe von 250 DM auch, wenn sie die Voraussetzung nach dem HHG (Häftlings Hilfe Gesetz) erfüllen, entweder muß dieser Bescheid vorliegen oder das DDR-Urteil muß von einem Bundesdeutschen Gericht annuliert sein. Nach dem HHG gab es auch Haftentschädigung, dabei wurden auch die Voraussetzungen überprüft. Außerdem darf eine bestimmte Einkommenshöhe nicht überschritten werden, ewtl. Renten werden dabei nicht angerechnet. Die Rente wird seit dem 1.September 2007 gezahlt, 93% aller Anträge werden positiv entschieden.
Ich hatte dies für einen Bekannten vor einiger Zeit alles beantragt, hatte sechseinhalbJahre in Rummelsburg verbracht, als Westberliner wegen Fluchthilfe. Ansonsten würde ich die Ablehnungsgründe durch einen Anwalt überprüfen lassen, allerdings klingt die Geschichte etwas verworren um es mal gelinde auszudrücken,
Gruß ausBerlin


zuletzt bearbeitet 16.11.2009 18:09 | nach oben springen

#6

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 18:38
von ABV | 4.202 Beiträge

@dein1945
Danke für deine Hinweise, da war ich wohl etwas auf dem Holzwege. Das die Haftdauer nicht entscheidend für die Höhe der Opferrente ist, klingt ja nun absolut nicht nach Gerechtigkeit. Und Fluchthelfer die ja einiges riskiert haben für ihre Mitmenschen, sollten meiner Meinung nach auch besser belohnt werden. Damit das die Geschichte sehr verworren klingt, hast Du allerdings den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich wußte nicht so recht wie ich mich bei der Antwort ausdrücken soll. Aber ich habe echte Zweifel an dem Wahrheitsgehalt der Geschichte.

LG aus dem Oderbruch nach Berlin und an den Rest von Deutschland
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#7

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 18:57
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Zitat von ABV
@dein1945
Danke für deine Hinweise, da war ich wohl etwas auf dem Holzwege. Das die Haftdauer nicht entscheidend für die Höhe der Opferrente ist, klingt ja nun absolut nicht nach Gerechtigkeit. Und Fluchthelfer die ja einiges riskiert haben für ihre Mitmenschen, sollten meiner Meinung nach auch besser belohnt werden. Damit das die Geschichte sehr verworren klingt, hast Du allerdings den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich wußte nicht so recht wie ich mich bei der Antwort ausdrücken soll. Aber ich habe echte Zweifel an dem Wahrheitsgehalt der Geschichte.

LG aus dem Oderbruch nach Berlin und an den Rest von Deutschland
Uwe



die zweifel hab ich auch.klingt alles sehr verworren.also nicht mehr antworten


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#8

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 19:03
von Drewitz | 356 Beiträge

Kennen wir den Schreiber?
Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#9

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 19:36
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

nein.ist ganz neu


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#10

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 20:14
von ABV | 4.202 Beiträge

Eigentlich widerstrebt es mir ja, jemanden nicht zu antworten. Aber in diesem Falle ist es wohl wirklich besser.
Das Gefühl einem Fake aufgesessen zu sein, ist nicht gerade angenehm. Aber das ist nun mal das Risiko im Internet.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#11

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 23:19
von trdcas (gelöscht)
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Hallo nochmal,

es klingt alles vielleicht komisch, aber mein Vater hat mir im Prinzip erst vor einem Jahr erzählt, was er alles gemacht hat, Flucht, Knast, das er verheiratet war und das er schon Kinder hat habe ich est vor einer Woche erfahren. Ich bin nicht der Typ, der nachfragt. Mein Vater ist mein Vater. Vielleicht ist es ihm peinlich gewesen oder ich weiß es nicht. Somit weiß ich nicht sehr viel. Es ging nur darum, wo kann man sich noch hinwenden, Anwalt, irgendeine Behörde oder sonstwas. Ob er einen Decknamen bei der Stasi hatte, habe ich ihn gefragt und er hat es ganz arg verneint, er ist richtig unfreundlich geworden. Nur wenn der Staat sagt, ich war dabei und hat aber keine Unterlagen, zum Beweis das ich dort gearbeitet habe , ist es doch eindeutig, das er damit nichts zutun habe, oder?? Es wird nur über ihn geschrieben, wie er lebt, wie er arbeitet und was er in der Freizeit macht. Zur Opferrente weiß ich nur das er die 250€ bekommen hat, und er hat noch andere Gelder bekommen(Rehabilitation).Wenn nur er bespitzelt wurde, ist das ja keine Mitarbeit und er würde sie weiterbekommen.


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#12

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 23:42
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo trdcas,
Na wenn er die Opferrente weiterhin bekommt ist doch alles in Ordnung! Um was ging es hier nun überhaupt?
Ich blicke nicht mehr durch! Hat er Nachricht erhalten das er die Opferrente auf Grund seiner Mitarbeit beim MfS
nicht mehr bekommen soll? Ist alles etwas verworren, Gruß Peter(turtle)


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#13

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.11.2009 23:59
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Hallo zusammen,

trdcas hatte mich per Mail angeschrieben und zu dieser Sache befragt. Da ich mich mit diesen Dingen nicht auskenne, habe ich gebeten, die Frage hier direkt im Forum zu stellen. Ich denke, wenn es Rückfragen gibt, sollte die gestellt werden, wenn es Hinweise gibt, sollten die gegeben werden. Einfach, weil die Sache nicht sehr klar klingt, neue Mitglieder hier gleich in Zweifel zu ziehen halte ich für nicht sonderlich angebracht.

@trdcas: Ich muss allerdings auch gestehen, dass die Sache etwas verwirrend klingt.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#14

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.11.2009 02:19
von Musiker12 | 822 Beiträge

Also wenn ich das richtig verstehe, dann hat der Vater die Rente bekommen und nach einiger Zeit wurde die Rentenzahlung eingestellt. So, darüber muss es ja einen Bescheid geben in dem angegeben ist, dass die Voraussetzungen unter Angabe der Gründe nicht mehr vorliegen bzw nie vorgelegen haben.
Dem kann ich dennoch nicht ganz folgen denn der Staat zahlt keinen Pfennig wenn er nicht vorher geprüft hat. Wenn also Rente gezahlt wurde dann wurde auch geprüft ob die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen.
Sollten die Voraussetzungen nie vorgelegen haben was Deiner Aussage ja lt. Bescheid der Fall sein müsste dann würde doch wohl auch der Staat die in dem Fall dann zu unrecht gezahlte Rente sicher zurück fordern.
Was mir mehr als merkwürdig erscheint ist, dass nochmal jemand im Nachhinein geprüft hat.

Zu dem Geburtsdatum, welches anstatt 1945 jetzt 1948 ist. Stimmt nur das Jahr nicht oder ist am Ende das ganze Datum falsch? Dann hast Du einen Ansatzpunkt. Kann es sein, dass es Namensgleichheiten gibt?

Ich muss mich den anderen Beitragsschreibern anschließen. Es ist wirklich sehr verwirrend und undurchsichtig.



zuletzt bearbeitet 17.11.2009 02:20 | nach oben springen

#15

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.11.2009 04:23
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Musiker12

Zu dem Geburtsdatum, welches anstatt 1945 jetzt 1948 ist. Stimmt nur das Jahr nicht oder ist am Ende das ganze Datum falsch? Dann hast Du einen Ansatzpunkt. Kann es sein, dass es Namensgleichheiten gibt?

Ich muss mich den anderen Beitragsschreibern anschließen. Es ist wirklich sehr verwirrend und undurchsichtig.



Ja, mitunter gibt es Sachen, die gibt es gar nicht. Meine Wenigkeit gibt es mit verblüffenden Ähnlichkeiten gleich dreimal. Alle anderen jedoch in Berlin (West) oder den alten Ländern. Einer hat, mit exakt einem Monat Unterschied, sogar das (fast) gleiche Geburtsdatum und arbeitet nach wie vor bei der Kripo. So sind denn früher schon mal Unterlagen an ihn bei mir gelandet und umgekehrt.
Aber bitte an alle 9/11-er Gläubigen: Es war doch nur Zufall.
Experten, bitte berichtigt mich: Werden bei der Gauck-/Birthlerbehörde die Daten nicht nach Personenkennzahl herausgesucht? Von früher weiß ich, dass unsere Computer bei der K dunemals nur über eben diese PKZ vernünftig suchen konnten. Dann jedoch dürfte es keinen Fehler beim Geburtsdatum geben oder es handelt sich bei dem Fund eben doch nicht um ein und die selbe Person.
Auch in meiner Akte gibt es Fehler noch und nöcher. Da stimmen Dienstorte nicht, Dienststellungen sind schlichter Blödsinn (da bin ich als UaZ Gruppenführer der Grenzaufklärer - so gebauchklatscht wäre auch mal was) und mit den Zeiten hatten es die Schreiber auch nicht so sehr genau. Anderthalb jahre Unterschied innerhalb von drei Seiten sollten eigentlich nicht passieren... Aber der Grundtenor stimmt eben schon.
Trotzdem hat meine Ehrfurcht vor denen, die diese Akten schrieben und jenen, die sie später bearbeitet haben, nach deren Studium enorm abgenommen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#16

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.11.2009 05:08
von chucky | 1.213 Beiträge

Hallo,

ich weis ja nicht ob es hier rein passt,aber meine Mutter hat Sieben Kinder auf diese Erde gebracht.

Ist es falsch eine Mutter zu sein die Stolz ist auf diese Kinder.Ich denke nein.

Gruß chucky


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#17

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.11.2009 10:34
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Musiker12
Also wenn ich das richtig verstehe, dann hat der Vater die Rente bekommen und nach einiger Zeit wurde die Rentenzahlung eingestellt. So, darüber muss es ja einen Bescheid geben in dem angegeben ist, dass die Voraussetzungen unter Angabe der Gründe nicht mehr vorliegen bzw nie vorgelegen haben.
Dem kann ich dennoch nicht ganz folgen denn der Staat zahlt keinen Pfennig wenn er nicht vorher geprüft hat. Wenn also Rente gezahlt wurde dann wurde auch geprüft ob die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen. Sollten die Voraussetzungen nie vorgelegen haben was Deiner Aussage ja lt. Bescheid der Fall sein müsste dann würde doch wohl auch der Staat die in dem Fall dann zu unrecht gezahlte Rente sicher zurück fordern.
Was mir mehr als merkwürdig erscheint ist, dass nochmal jemand im Nachhinein geprüft hat.

Zu dem Geburtsdatum, welches anstatt 1945 jetzt 1948 ist. Stimmt nur das Jahr nicht oder ist am Ende das ganze Datum falsch? Dann hast Du einen Ansatzpunkt. Kann es sein, dass es Namensgleichheiten gibt?

Ich muss mich den anderen Beitragsschreibern anschließen. Es ist wirklich sehr verwirrend und undurchsichtig.




Hallo zusammen,
Das ist so nicht richtig! Ich wurde z.B.1993 überprüft und Rehabilitiert! Es wurden keine Ausschließungsgründe gefunden!
Ich bekam Haftentschädigung. Letztes Jahr habe ich meine Opferrente beantragt und dachte müßte ja alles klar sein ,da ich ja bereits überprüft wurde! und was bekam ich per Mail auf eine Nachfrage zurück.


die Akte der Generalstaatsanwaltschaft Sachsen, Entschädigungsstelle, liegt mir vor. Die Generalstaatsanwaltschaft hat jedoch die BStU-Anfrage vor dem 01.01.2000 gestellt, so dass wir nunmehr ermitteln müssen, ob weitere Unterlagen gefunden worden sind. Dies wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Bei einer neuen Sachlage kann also der alte Bescheid hinfällig werden. Dieser spätere Auschließungsgrund kann auch erfolgen wenn der Bezieher der Opferrente eine spätere schwere Straftat wie Mord begangen hat! So war es im Fall Frank Schmöckel der Fall! Also nicht nur Verwicklungen zur Stasi etc. können spätere Auschließungsgründe sein!
Meine Zeilen beziehen sich nur auf die rot markierten Zeilen im Beitrag von Musiker!
Gruß Peter(turtle)


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#18

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.11.2009 19:19
von Merkur | 1.018 Beiträge

Da es hier um Opfer geht, stelle ich mal die folgende Passage von Dr. Peter Michael Diestel ein, die ich sehr interessant finde.
"Die Stasi-Hysterie war notwendig, um Ostdeutsche vom ihnen angestammten Plätzen zu entfernen. Es hat zur Paralysierung der ostdeutschen Intelligenz geführt. Es hat zur Infragestellung ganzer Generationen geführt.(...) Man hat im Westen gemeint, das wäre notwendig, um den Osten beherrschbar zu machen. Man hat die IM aufs Schafott geführt, um mit dem Osten abrechnen zu können.(...) Das Stasi-Syndrom - das haben meine Recherchen, wie auch die Gleichgesinnter ergeben - forderte inzwischen mehr Todesopfer als die Mauer (...). Menschen, die nach riesengroßen Konflikten keinen Ausweg mehr fanden und den Selbstmord fatalerweise als die Lösung ihres Problems sahen."



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#19

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.11.2009 04:33
von Berliner (gelöscht)
avatar

Zitat von Merkur
Da es hier um Opfer geht, stelle ich mal die folgende Passage von Dr. Peter Michael Diestel ein, die ich sehr interessant finde.
"Die Stasi-Hysterie war notwendig, um Ostdeutsche vom ihnen angestammten Plätzen zu entfernen. Es hat zur Paralysierung der ostdeutschen Intelligenz geführt. Es hat zur Infragestellung ganzer Generationen geführt.(...) Man hat im Westen gemeint, das wäre notwendig, um den Osten beherrschbar zu machen. Man hat die IM aufs Schafott geführt, um mit dem Osten abrechnen zu können.(...) Das Stasi-Syndrom - das haben meine Recherchen, wie auch die Gleichgesinnter ergeben - forderte inzwischen mehr Todesopfer als die Mauer (...). Menschen, die nach riesengroßen Konflikten keinen Ausweg mehr fanden und den Selbstmord fatalerweise als die Lösung ihres Problems sahen."


Hallo Merkur,

weisst Du zufaellig wieviele sich das Leben nahmen, und wie sie hiessen?

Auch, um den Vergleich zu verbessern, koennte man die Leute in der DDR, die "keinen Ausweg mehr fanden und den Selbstmord fatalerweise als die Lösung ihres Problems sahen" dazuzaehlen. Es kann sein, dass viele auf diese Weise geflohen sind.

Berliner


zuletzt bearbeitet 18.11.2009 04:49 | nach oben springen

#20

RE: ablehnung bei der Opferrente

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.11.2009 10:00
von Musiker12 | 822 Beiträge

Peter das verstehe ich soweit schon da Du zunächst Haftentschädigung beantragt bzw. bekommen hast und danach die Opferrente. In unserer Bürokratie muss dann sicher nochmal geprüft werden. Im vorliegenden Fall habe ich es so verstanden, dass während der Rentenzahlung diese eingstellt wurde. Dies würde ja bedeuten, dass eine abgeschlossene Sache (hier Zahlung der Rente) unter ständiger Beobachtung stehen würde ob sich an den voraussetzungen etwas geändert hat.



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