#1

Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 21:45
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Hier ein Beispiel wie andere die Welt sehen. Ich finde es hoch interessant.

Walesa: Meine größte Sorge galt dem, was sich womöglich hinter den Kulissen abspielte. In Polen rangen wir den Kommunismus nieder, und die Menschen in der DDR fingen an, über die Botschaften anderer Länder zu fliehen. Die Berliner Mauer fiel wegen dieser Deserteure. Ich hatte große Sorgen, dass der sowjetische Führer Michail Gorbatschow sich entschließen könnte, die Massenflucht zu stoppen und damit unseren Sieg kaputt machen würde. Es war ein gefährliches Spiel. Es ist gut, dass Gorbatschow ein schwacher Politiker war und dass alles gut ging. Aber jetzt ist das Geschichte, und wir können die Bilder aus Berlin akzeptieren, wie sie sind. Sie sind wirklich schön.


Die Wahl der Worte ist schon sehr aussagekräftig

Der ganze Artikel hier

http://einestages.spiegel.de/static/auth...nken_anders.htm

Mike59


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#2

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 22:05
von Augenzeuge (gelöscht)
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Der Link funzt nicht, lieber Mike, bitte nochmal....


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#3

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 22:06
von CaptnDelta (gelöscht)
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#4

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 22:07
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Ja ja die Technik hat uns voll im griff

noch einmal versucht

http://einestages.spiegel.de/static/auth...ken_anders.html

Ich hoffe es funzt

Mike59


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#5

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 22:09
von Augenzeuge (gelöscht)
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"Die Wahrheit ist, dass Papst Johannes Paul II. zu 50 Prozent zum Mauerfall beigetragen hat, 30 Prozent die Solidarnosc und Lech Walesa und nur 20 Prozent der Rest der Welt", sagte Walesa.

Aha, das habe ich so bisher nicht gesehen, ihr?


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#6

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 22:09
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Zitat von CaptnDelta
Korrigierter Link

-Th


du bist einfach zu schnell für mich.

Übrigens das Hotel ist klasse.

Mike59



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#7

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 22:13
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Mike59

Übrigens das Hotel ist klasse.



Könnte Delta mal das nächste Treffen organisieren....


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#8

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 22:17
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Ja gerne - aber der derzeitige Favorit ist Hawaii..


Mike59


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#9

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 22:21
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
"Die Wahrheit ist, dass Papst Johannes Paul II. zu 50 Prozent zum Mauerfall beigetragen hat, 30 Prozent die Solidarnosc und Lech Walesa und nur 20 Prozent der Rest der Welt", sagte Walesa.

Aha, das habe ich so bisher nicht gesehen, ihr?



------------------------------------------

den Begriff "Deserteure" für die Botschaftsflüchtlinge fand ich auch außergewöhnlich.

mike59


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#10

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 22:22
von SCORN (gelöscht)
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Zitat von Mike59
Hier ein Beispiel wie andere die Welt sehen. Ich finde es hoch interessant.

Walesa: Meine größte Sorge galt dem, was sich womöglich hinter den Kulissen abspielte. In Polen rangen wir den Kommunismus nieder, und die Menschen in der DDR fingen an, über die Botschaften anderer Länder zu fliehen. Die Berliner Mauer fiel wegen dieser Deserteure. Ich hatte große Sorgen, dass der sowjetische Führer Michail Gorbatschow sich entschließen könnte, die Massenflucht zu stoppen und damit unseren Sieg kaputt machen würde. Es war ein gefährliches Spiel. Es ist gut, dass Gorbatschow ein schwacher Politiker war und dass alles gut ging. Aber jetzt ist das Geschichte, und wir können die Bilder aus Berlin akzeptieren, wie sie sind. Sie sind wirklich schön.





in diesesen wenigen sätzen steckt sehr viel. die sicht des herren walesa auf uns und auf die russen vor 20 jahren. die russen sehen es übrigens ähnlich, daher die geringschätzung und verachtung für gorbatschow in seiner heimat.


zuletzt bearbeitet 13.11.2009 22:27 | nach oben springen

#11

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 22:50
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Walesa: In der Sowjetunion fanden in den achtziger Jahren große Veränderungen statt und eine Reihe von Wechseln an der Spitze. Ein Sowjetführer nach dem anderen war gestorben. So eine Situation führt zwangsläufig zu einer gewissen Destabilisierung. Zur selben Zeit begannen wir, die Massen zu mobilisieren, und Gorbatschow wusste nicht, was er tun sollte. Er hatte kaum eine andere Wahl, als die Dinge zu akzeptieren, wie sie lagen. Auf das Volk zu schießen hätte nicht geholfen, weil wir zu viele waren. Die Berufspolitiker waren nicht in der Lage, das zu erkennen.

SPIEGEL ONLINE: Viele sehen das aber ganz anders. Die Amerikaner zum Beispiel zeigen gerne auf Ronald Reagans "Tear down this wall"-Rede von 1987 als entscheidendes Ereignis, das zum Mauerfall führte. Die Russen dagegen stellen ihre Perestroika in den Mittelpunkt.

Walesa: Ganz normale Menschen aus Deutschland, Russland und den USA haben uns mehr Unterstützung gewährt als die Politiker, die nun mit der Erinnerung an dieses Ereignis spielen. Wenn ich Bilder von Bush, Kohl und Gorbatschow unter der Schlagzeile "Die drei Väter des Mauerfalls" sehe, scheint mir deren Rolle mehr als alles andere Zufall zu sein. Sie haben nur umgesetzt, was die Völker als Willen artikuliert haben.

---------------------------------
Das finde ich auch sehr aussagekräftig, ich hätte nicht gedacht so etwas ausgerechnet von Walesa zu hören

Mike59


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#12

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 23:16
von Augenzeuge (gelöscht)
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Walesa spricht einerseits von Deserteuren, ich nehme an, er meint damit alle Flüchtlinge, aber andererseits hat er auch auf diese gebaut. Klingt nicht überzeugend. Die Wortwahl finde ich nicht treffend, den Sinn dahinter aber schon.


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#13

RE: Angefangen hat alles in Danzig

in Das Ende der DDR 13.11.2009 23:20
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von SCORN
die russen sehen es übrigens ähnlich, daher die geringschätzung und verachtung für gorbatschow in seiner heimat.



Walesa ist in Polen aber auch nicht mehr sonderlich angesehen --- zumindest wurde er als Präsident nicht wiedergewählt, und die einstigen Solidarnosc-Kämpfer sind heillos zerstritten.

Ansonsten ist es natürlich nicht ganz falsch, was Walesa sagt --- aber es ist doch auch eine "sehr polnische" Sichtweise...


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