#1

Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 18:29
von Zermatt | 5.293 Beiträge

In den 60iger Jahren gab es seitens der BRD mal eine Aktion"Der grosse Sprung".
Ziel war es Soldaten des Grenzregimentes 5 Nordhausen zur Desertion zu ermuntern.Dazu wurden Flugblätter mit
Hilfe kleiner Ballons Richtung DDR geschickt.
Auf der Rückseite der farbigen Flugblätter grüssten handschriftlich die in den Westen geflohenen Soldaten
ihre ehemaligen Kamaraden.
Hat einer mal was davon gehört ?

Angefügte Bilder:
img079.jpg


nach oben springen

#2

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 19:25
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Hallo Zermatt,

Diese Aktion kenne ich nicht. Ich kann mich aber noch erinnern das es in den 70er Jahren viele Propaganda Ballone mit Flug(blättern)zeitungen gab, die tief in das DDR-Gebiet eingedrungen sind.
Gab gut Geld bei der SERO.
Angeblich wurde das erst eingestellt als Ost und West sich darauf einigten, dass die Ballonflüge entfallen und der Deutsche Soldatensender abgeschaltet wird.

Mike59


nach oben springen

#3

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 19:31
von Bergmensch (gelöscht)
avatar

Kann ich mich auch erinnern. Flugblätter gab es oft und als Kinder mussten wir die sammeln und abgeben.
z.B. Dieser nicht, Karikatur von Ulbricht, aber Neckermann macht es möglich.
Und viele andere bis hin zur "Wernigeröder Zeitung Intilligenzblatt" welche natürlich im Osten verboten waren.


nach oben springen

#4

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:17
von Berliner (gelöscht)
avatar

Zitat von Mike59
Gab gut Geld bei der SERO.
Angeblich wurde das erst eingestellt als Ost und West sich darauf einigten, dass die Ballonflüge entfallen und der Deutsche Soldatensender abgeschaltet wird.


Hi Mike59,

vielen Dank fuer Deinen Beitrag, ich hoffe meine Fragen lenken nicht von Zermatts Beitrag ab:

1. was war die SERO und wieviel Geld hat man bekommen?
2. der Deutsche Soldatensender war ein westlicher Propagandasender?

Danke!
Berliner


zuletzt bearbeitet 13.11.2009 20:19 | nach oben springen

#5

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:29
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Hallo Berliner,

ich helfe mal etwas aus. Darf ich doch? Die Abkürzung SERO stand in der DDR für das VEB Kombinat Sekundär-Rohstofferfassung. Im allgemeinen Sprachgebrauch war mit SERO meist das System der Aufkaufstellen gemeint, das in der DDR ein dichtes Netz bildete, um den oft unmotorisierten Kunden weite Wege zu ersparen. Die Aufkaufstellen wurden meist von privaten Kleinunternehmern betrieben, die relativ gut daran verdienten.

Hier ein paar Preise:
* Zeitungen/Zeitschriften/Wellpappe 0,30 M/kg
* gemischte Papier- und Pappabfälle; Bücher 0,20 M/kg
* Flaschen (grün) 0,05 M/Stck.

Ich kann mich auch noch daran erinnern, wie wir als Kind mit einem Handwagen losgezogen sind. Meist wurde das von der Schule organisiert. Und nicht zuletzt war es für uns ein schönes Taschengeld. Bei einem Verdienst eines Arbeiters von 5 Mark/ Stunde...


nach oben springen

#6

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:34
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Hallo Duane,

SERO, war in uDDR eine Sammelstelle für "Sekundärrohstoffe" VEB ..... !http://de.wikipedia.org/wiki/SERO
In jedem Dorf gab es eine Sammelstelle für Flaschen, Gläser, Altpapier und Lumpen. Das wurde vorsortiert dort abgeliefert und dafür gab es Geld. Kilo Altpapier = xyz Pfennige (20 Pfennige wenn ich mich richtig erinnere)
Die Flaschen/Gläser wurden auch einzeln abgerechnet. An die Preise kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern.
Wie der Bergmensch schon sagte, mussten die Flugblätter abgeliefert werden Ich glaube die sollten alle zum ABV gebracht werden. Aber zwischen dem Neuen Deutschland sind die ja im Bündel nicht aufgefallen.

Der Soldatensender - Soll ein DDR Sender gewesen sein, welche in der Nähe von Magdeburg stationiert gewesen sein soll.

Wie du schon merkst - fehlen mir da die genauen Infos, aber das Forum wird es wissen.

Auf jeden Fall sendete er für die Bundeswehr und nur zu bestimmten Zeiten. Ich glaube gegen 13:00 Uhr war er auch eine Stunde auf Sendung. Manchmal habe ich es geschafft ihn nach der Schule zu hören, wenn eine Stunde Ausgefallen ist.
Die brachten immer die Top Hits aus dem Westen, besser wie Radio RTL. Allerdings waren auch immer verschlüsselte Meldungen dabei, das machte es noch viel interessanter ihn zu hören.

Mike59


nach oben springen

#7

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:34
von Berliner (gelöscht)
avatar

Zitat von Augenzeuge
Hallo Berliner,

ich helfe mal etwas aus. Darf ich doch? Die Abkürzung SERO stand in der DDR für das VEB Kombinat Sekundär-Rohstofferfassung. Im allgemeinen Sprachgebrauch war mit SERO meist das System der Aufkaufstellen gemeint, das in der DDR ein dichtes Netz bildete, um den oft unmotorisierten Kunden weite Wege zu ersparen. Die Aufkaufstellen wurden meist von privaten Kleinunternehmern betrieben, die relativ gut daran verdienten.

Hier ein paar Preise:
* Zeitungen/Zeitschriften/Wellpappe 0,30 M/kg
* gemischte Papier- und Pappabfälle; Bücher 0,20 M/kg
* Flaschen (grün) 0,05 M/Stck.

Ich kann mich auch noch daran erinnern, wie wir als Kind mit einem Handwagen losgezogen sind. Meist wurde das von der Schule organisiert. Und nicht zuletzt war es für uns ein schönes Taschengeld. Bei einem Verdienst eines Arbeiters von 5 Mark/ Stunde...


Hallo Augenzeuge,

ich danke Dir dafuer, das hat mich echt interessiert. Ich finde es sehr gut, dass dazu ermutigt wird sparsam zu sein. Sicherlich trug es auch dazu bei, dass die Landschaft sauberer wuerde...

Nochmals, Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

Berliner


zuletzt bearbeitet 13.11.2009 20:36 | nach oben springen

#8

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:37
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Zitat von Berliner
1. was war die SERO und wieviel Geld hat man bekommen?


SERO stand fuer 'Sekundaerrohstoffe'. Man konnte altes Papier gebuendelt dahin bringen (auch Glas, etc) und bekam Geld dafuer (glaub' 20 Pfennige pro Kilo Papier)

Zitat von Berliner
2. der Deutsche Soldatensender war ein westlicher Propagandasender?


Der 'Deutsche Soldatensender 935' und der 'Deutsche Freiheitssender 904' waren ostdeutscher Sender, die so taten als ob sie ein westdeutsche Sender waren. Sendeanlage war irgendwo in der Naehe von Magdeburg, sendeten gute (westliche) Musik mit ostdeutscher Propaganda. Den Hörern versuchte man den Eindruck zu vermitteln, die technischen Sendeanlagen stünden in Westdeutschland.

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Soldatensender_935
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Freiheitssender_904

-Th

EDIT: Korrektur des erziehlten 'Profits' pro Kilo Altpapier


zuletzt bearbeitet 13.11.2009 20:38 | nach oben springen

#9

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:41
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Hallo Thomas

Einfach unglaublich das WWW

Michael


nach oben springen

#10

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:44
von HARZ69 | 107 Beiträge

Hallo Leute
Ja ja die Sero wenn die heute noch wäre,das wäre was Was heute so weg fliegt.Okay zu Ostzeiten war es auch eine
Erscheinung der Mangel wirtschaft aber auch ne Art Umweltschutz.
Jedenfalls gabs für Marmeladen Gläser 30 Pfennig.Als Steppke konnte man sich so manches Teil für die Modelleisenbahn zusammen sammeln


nach oben springen

#11

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:49
von Rostocker | 7.715 Beiträge

So weit ich mich erinnern kann,sendete der Deutsche Soldatensender.4 mal am Tag,Morgens,Mittags,Abends und in der Nacht noch mal.Jeweils 1 Stunde,und wenn ich richtig liege,stand der Sender bei Burg (Magdeburg).Aber sicher wissen einige auch noch was darüber.
Kann mich nur schwach erinnern,nachdem sich die beiden Willis aus Ost und West in Erfurt trafen.Danach war Schluß mit lustig und den Sender gab es nicht mehr.


nach oben springen

#12

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:50
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Im Anhang eine Reportage ueber die Geschichte des 'deutschen Soldatensenders' und eine Aufnahme des DFS904.

"Achtung, Achtung, wir rufen Eisbaer, die Hose hat einen schwarzen Flicken"

-Th


Dateianlage:
nach oben springen

#13

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:50
von HARZ69 | 107 Beiträge

Mir fällt auf das wir die Propaganda außer acht lassen.Aber irgendwie hat doch jede Epoche,jede Regierung oder Partei Ihre
eigene mehr oder weniger überzeugende Idiologie.Bei und hieß es früher "Rot Licht" Denn an der Grenze mußte man ja überzeugt sein.
Jeder hat mal übertrieben und den Klassenfeind für sein Zwecke genutzt


nach oben springen

#14

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 20:56
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Soldaten- bzw. Freiheitssender?
Gehen die Frequenzen schon aus den Namen hervor: "Deutscher Freiheitssender 904"
Nein, der Sender hat ab 1956 [vom ersten Tag des Verbots der westdeutschen KPD durch das Karlsruher Verfassungsgericht, der Tag läßt sich bestimmt in Archiven finden] mindestens bis weit in die 60er Jahre immer auf der Splitfrequenz 904 gesendet, das war schon durch das durchdringende Interferenzpfeifen im alten Röhrenempfänger - mit scheunentorgroßem Eingang - festzustellen. London 908 und Mailand 899 fielen schon damals stark in Deutschland ein. Burg hatte 4 x 125 kW Tesla Sender im Einsatz, d.h. man hatte verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, registriert waren immer 250 kW Sender (2 x 125).

Die Geheimsender 904/935 wurden oft gehört. Der Soldatensender hatte sein Studio im Hauptquartier Straussberg bei Berlin, jetzt Bundeswehr, die KPD sendete aus Koepenick.

Morgens war Sendebeginn um 6:15 Uhr. Das war ungefähr auch unsere Aufstehzeit. Die erste Abendsendung ging von 18:00-18:45 Uhr, dann wurde der Sender auf die Frequenz des Freiheitsenders umgetrimmt, der von 19- 20:00 Uhr arbeitete. Um 20:15 Uhr war für eine halbe Stunde wieder der Soldatensender dran. Von 21-22:00 Uhr der Freiheitsender. Die zweite halbe Stunde auf 904 war überwiegend musikalisch meist deutsche Schlager. Der Soldatensender kam dann noch mal um 23:30 Uhr. Lächerlich war die Postadresse des Soldatensenders:
Werner Schütz, Postfach 116, Berlin W8.
Berlin W8 war natürlich in Ost- und nicht in W- Berlin.

Der Deutsche Soldatensender unterstand dem Ministerium für Staatssicherheit (Stasi)


Störsender Ost: Der Ex Chef des "Deutschen Freiheitssenders 904" packt aus :
Achtung Förster, Hamster bohnert!
von Werner H. Krause
"Am 17. August war erstmals im Äther der Deutsche Freiheitssender 904 zu hören. Alles lief äußerst geheimnisvoll ab. Es unterblieb jegliche Information über die Macher, geschweige denn über den Sendestandort oder den Sitz der Redaktion. Kommentatoren und Nachrichtensprecher parlierten in bayerischer Mundart oder im behäbigen Dialekt des Ruhrpotts. Die knapp gehaltenen Wortbeiträge waren in ein Stakkato von schmissiger Musik eingebettet, wie es erst Jahrzehnte später typisch für die deutsche Rundfunklandschaft werden sollte. Dazwischen gab es merkwürdige Durchsagen etwa in der Form: "Achtung Förster, der Hamster bohnert, der Wachs ist alle", oder "Ab sofort darf rechts und links überholt werden, aber erst bei Sonnenuntergang'".

Das waren geistige Anleihen vom Soldatensender Calais, den die Allierten im Zweiten Weltkrieg installiert hatten. Ein Teil der obskuren Mitteilungen waren verdeckte Anweisungen für die Kuriere der KPD; die Partei war gerade verboten worden.

Initiator des "Deutschen Freiheitssenders 904" war das Zentralkomitee der SED. An der Spitze stand Heinz Priess, ehemals Chefredakteur der Hamburger Volkszeitung, des KPD-Organs in der Hansestadt. Alles, was mit dem Deutschen Freiheitssender 904 zu tun hatte, blieb bis zum Ende der DDR streng gehütetes Geheimnis. Heinz Priess, heute 82jährig, hat darüber inzwischen den Schleier gelüftet.

Das lose Mundwerk der Moderatoren und die flotte Musik brachten dem Sender viele Zuhörer. Doch nicht wie beabsichtigt in Westdeutschland, sondern überwiegend in der DDR. Der Sender erwies sich als Rohrkrepierer. Das führte dazu, daß eines Tages der damalige Armeegeneral Heinz Hoffmann dem Chefredakteur die Leviten las: "Hör mal, mein Lieber, wenn du mit deinem Sender meine Soldaten weiter verrückt machst, kannst du was erleben."

Dazu Priess: "Offiziell galten wir als ein Westsender. Wurden NVA-Angehörige beim Hören von 904 erwischt, hatte dies disziplinarische Maßnahmen zur Folge." Einzelheiten über den Aufbau des Senders bekam Priess im Sommer 1956 von Hermann Matern, dem Vorsitzenden der Zentralen Parteikontrollkommission beim ZK der SED, mitgeteilt. Es galt: "Keiner braucht zu wissen, wo das Ding steht!"

Die Sendetürme befanden sich in Burg bei Magdeburg; es wurde auf einer Frequenz gesendet, die bis dahin der sowjetischen Armee vorbehalten war. Die Redaktion setzte sich aus Redakteuren der aufgelösten westdeutschen KPD-Zeitungen zusammen. Das Brett vor ihrem Kopf hatte noch keine Bohlenstärke angenommen.

Die Redaktion etablierte sich zunächst in einem Ausweichstudio in Grünau und zog alsbald in eine Villa am Bestensee. Nichts deutete auf den Sendebetrieb hin. Alles ging konspirativ vonstatten. Getarnt waren auch die Arbeitsverhältnisse. In den Sozialversicherungsausweisen wurden falsche Arbeitsstellen eingestempelt. Von dort erfolgte auch die Entlohnung. Täglich stiegen die Mitarbeiter in einen unauffälligen Bus, der sie vom Berliner Stadtzentrum hinaus nach Bestensee brachte. Für einen ständigen Nachschub an "heißen Scheiben" sorgten KPD-Emissäre. Was sie in westdeutschen Schallplattengeschäften erwarben, gelangte über den S-Bahnhof Friedrichstraße in die DDR.

"Oftmals", so Priess, "ließen wir im Sender sogenannte Luftballons steigen. Darunter waren erfundene Nachrichten zu verstehen." Manche westdeutsche Medien fielen darauf herein. Für die Mitarbeiter stellte der Sender eine politische Nische dar. Sie blieben verschont von Telefonanrufen des Presseamtes der DDR, konnten weitgehend nach eigenem Gutdünken vorgehen. Gelegentlich bezeichnete Oskar Neumann vom KPD-Vorstand den Sender als ein Sammelbecken von "Revisionisten". Doch Folgen hatte das nicht.

Mit Bildung der sozial-liberalen Koalition 1969 in Bonn stellte die SED Propagandaaktionen ein. Das betraf auch den sogenannten Deutschen Soldatensender, den die DDR zur Beeinflussung der Bundeswehr geschaffen hatte. Auch sämtliche Störsender verschwanden. Die Wirksamkeit des Deutschen Freiheitssenders 904 bezeichnet Priess als gleich Null. "Nichts wurde da in Bewegung gebracht, nur die Musik kam an."

Sein jetziger Lebensbericht stellt auch eine Abrechnung mit dem Mißbrauch kommunistischer Ideale dar. So erlebte er als Bataillonskommandeur der Interbrigaden im Spanischen Bürgerkrieg nicht nur Heroisches. Eines Tages machte im Schutz einer Hügelkette ein PKW halt. Ihm entstieg ein Mann in funkelnagelneuer Uniform und den Abzeichen eines Hauptmanns. Er stellte sich Priess als Fritz Leissner vor und wünschte den Frontabschnitt zu besichtigen. Als plötzlich heftiges Gewehrfeuer einsetzte, verschwand er eiligst. 1951 begegnete ihm Heinz Priess in der DDR wieder. Der Mann hieß jetzt nicht mehr Leissner, sondern Erich Mielke und sorgte in Spanien für die "Säuberung" der eigenen politischen Kader.

"Im Kreis der früheren Spanienkämpfer ließ sich Mielke niemals blicken", erinnert sich Heinz Priess, "er ging allen Zusammenkünften aus dem Wege." Ein anderer, der nur eine Stippvisite in Madrid und Barcelona gemacht hatte, um dort eine Propagandarede zu halten, Walter Ulbricht, hätte sich nur zu gern mit den Meriten eines Spanienkämpfers geschmückt. Bei einer Ehrung von Spanienkämpfern wurde der von Ulbricht kaltgestellte Franz Dahlem mit nicht endenwollendem Beifall empfangen. Als sich Ulbricht zum Podium begab, rührte sich keine einzige Hand. "Das hat er uns nie verziehen", erzählt Priess. "Möglicherweise war dies für seinen Entschluß auschlaggebend, Mitte der 50er Jahre die VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) in der DDR aufzulösen." Sein Fazit: "Wir sind nicht am Klassenfeind, sondern an uns selbst gescheitert."


Quelle

-Th


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#15

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 21:04
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Ich weiß nur noch,den letzten Polituntericht den wir hatten in der GK.Da gab es wirklich richtig Propaganda--und daran war nichts gelogen.Das Thema hieß--Heimfahrt--


nach oben springen

#16

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 21:08
von Mike59 | 7.938 Beiträge

@ Thomas

Was willste denn dazu noch sagen - ist doch echt alles gesagt.

Gruß aus der Rhön

Michael

PS arbeite noch an Hawaii


nach oben springen

#17

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 21:37
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Zitat von Mike59
@ Thomas
Was willste denn dazu noch sagen - ist doch echt alles gesagt.


Naja, ist doch interessant

Zitat von Mike59
PS arbeite noch an Hawaii



Hier gehts hin :


View Larger Map



http://www.marriott.com/hotels/travel/li...arriott-resort/

-Th


nach oben springen

#18

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 21:38
von Thunderhorse | 3.993 Beiträge

Zitat von Mike59
Hallo Zermatt,
Diese Aktion kenne ich nicht. Ich kann mich aber noch erinnern das es in den 70er Jahren viele Propaganda Ballone mit Flug(blättern)zeitungen gab, die tief in das DDR-Gebiet eingedrungen sind.
Gab gut Geld bei der SERO.
Angeblich wurde das erst eingestellt als Ost und West sich darauf einigten, dass die Ballonflüge entfallen und der Deutsche Soldatensender abgeschaltet wird.
Mike59



Wenn ich mich nicht täusche wurden die Flugblätter nach dem Einsammeln bei der VP bzw. MfS abgegeben.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
nach oben springen

#19

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.11.2009 21:47
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Zitat von Mike59
Hallo Zermatt,
Diese Aktion kenne ich nicht. Ich kann mich aber noch erinnern das es in den 70er Jahren viele Propaganda Ballone mit Flug(blättern)zeitungen gab, die tief in das DDR-Gebiet eingedrungen sind.
Gab gut Geld bei der SERO.
Angeblich wurde das erst eingestellt als Ost und West sich darauf einigten, dass die Ballonflüge entfallen und der Deutsche Soldatensender abgeschaltet wird.
Mike59



Wenn ich mich nicht täusche wurden die Flugblätter nach dem Einsammeln bei der VP bzw. MfS abgegeben.

TH



----------------
Joo,

Beiträge lesen.

Mike59


nach oben springen

#20

RE: Propagandakrieg DDR-BRD

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.11.2009 02:46
von Berliner (gelöscht)
avatar

Zitat von Mike59
Hallo Duane, SERO, war in uDDR eine Sammelstelle für "Sekundärrohstoffe" VEB ..... !http://de.wikipedia.org/wiki/SERO In jedem Dorf gab es eine Sammelstelle für Flaschen, Gläser, Altpapier und Lumpen. Das wurde vorsortiert dort abgeliefert und dafür gab es Geld. Kilo Altpapier = xyz Pfennige (20 Pfennige wenn ich mich richtig erinnere) Die Flaschen/Gläser wurden auch einzeln abgerechnet. An die Preise kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern. Wie der Bergmensch schon sagte, mussten die Flugblätter abgeliefert werden Ich glaube die sollten alle zum ABV gebracht werden. Aber zwischen dem Neuen Deutschland sind die ja im Bündel nicht aufgefallen. Der Soldatensender - Soll ein DDR Sender gewesen sein, welche in der Nähe von Magdeburg stationiert gewesen sein soll. Wie du schon merkst - fehlen mir da die genauen Infos, aber das Forum wird es wissen. Auf jeden Fall sendete er für die Bundeswehr und nur zu bestimmten Zeiten. Ich glaube gegen 13:00 Uhr war er auch eine Stunde auf Sendung. Manchmal habe ich es geschafft ihn nach der Schule zu hören, wenn eine Stunde Ausgefallen ist. Die brachten immer die Top Hits aus dem Westen, besser wie Radio RTL. Allerdings waren auch immer verschlüsselte Meldungen dabei, das machte es noch viel interessanter ihn zu hören. Mike59


Zitat von CaptnDelta

Zitat von Berliner
1. was war die SERO und wieviel Geld hat man bekommen?


SERO stand fuer 'Sekundaerrohstoffe'. Man konnte altes Papier gebuendelt dahin bringen (auch Glas, etc) und bekam Geld dafuer (glaub' 20 Pfennige pro Kilo Papier)

Zitat von Berliner
2. der Deutsche Soldatensender war ein westlicher Propagandasender?


Der 'Deutsche Soldatensender 935' und der 'Deutsche Freiheitssender 904' waren ostdeutscher Sender, die so taten als ob sie ein westdeutsche Sender waren. Sendeanlage war irgendwo in der Naehe von Magdeburg, sendeten gute (westliche) Musik mit ostdeutscher Propaganda. Den Hörern versuchte man den Eindruck zu vermitteln, die technischen Sendeanlagen stünden in Westdeutschland.

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Soldatensender_935
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Freiheitssender_904

-Th

EDIT: Korrektur des erziehlten 'Profits' pro Kilo Altpapier



Hallo Mike59 und CaptnDelta,

ich wollte mich bei Euch fuer Eure Muehe bedanken.

Mir faellt es nicht ein, was an dem Menschen verursacht, dass diese Zeiten des Kalten Krieges entweder spannend oder aufregend wirken. Die Nostalgie? Man will irgendein Ziel haben oder gegen etwas kaempfen...Rainer-Maria hat bestimmt eine Geschichte, die uns dieses Phaenomen erklaert.


Nein, ich wuensche mir diese Zeiten nicht wieder. Das Leben, so wie es ist, ist stimulierend genug...

Gruesse aus den USA, auch an den ollen Rainer-Maria,
Berliner


zuletzt bearbeitet 14.11.2009 02:53 | nach oben springen


Besucher
6 Mitglieder und 27 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: anton24
Besucherzähler
Heute waren 675 Gäste und 47 Mitglieder, gestern 3466 Gäste und 184 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14352 Themen und 556928 Beiträge.

Heute waren 47 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen