#61

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 19:49
von turtle | 6.961 Beiträge

Es war einmal ein Land in dem Millionen von einer neuen und besseren Zeit träumten.
Energisch packten sie mit an, ihr Traumland zu erbauen. Doch dieser Traum entpuppte sich mehr und mehr als Fata Morgana. Ihre Könige konnten überhaupt nicht regieren, sie hatten es nicht gelernt, sie waren Handwerksgesellen. Schuster bleib bei deinem Leisten das hatten sie vergessen. Doch als Könige abtreten wollten sie auch nicht, sie dachten oh süße Macht. Das Volk hatte genug, und viele wollten das Land das doch kein Traumland wurde verlassen. Da ließen die Könige Wehrtürme und Mauern errichten damit das Volk bleiben musste. Das konnte nicht gut gehen, das Volk hatte fertig und jagte den König und sein Gefolge zum Teufel. So zerplatzte der Traum vom Sozialismus endgültig. Denn so sollte ihr Traumland heißen. Vielleicht gibt es einmal bessere Bauherrn und Könige zum Erbauen vom Traumland Sozialismus. Nur die Menschen die mit erbauen dazu finden wird sehr, sehr schwer.
Und so muss ich immer an das Märchen denken vom Traumland DDR, wo die Könige ihr eigenes Land zerstörten. Es ist ein trauriges Märchen, von enttäuschten Menschen und zerplatzten Illussionen.


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#62

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 22:37
von Gelöschtes Mitglied
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Na ganz so war es dann wohl doch nicht, denn die Könige hatten einen CaeZaren, der den Königen sagte, was sie zu tun hätten um das Volk zu knechten, was sie sehr gern taten und sie verfielen der Macht des EINEN und sie verrieten diejenigen, denen sie geschworen hatten. Der arbeitenden Bevödlerung.

Und genau das nehme ich den Ulbrichts und Honeckers übel. Sie tauschten eine Schreckensherrschaft gegen eine, die nicht ganz so schrecklich war und verspielten diese einmalige Chance für Macht. Aber so ist das nun mal, wenn der Bock zum Gärtner gemacht wird...


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zuletzt bearbeitet 10.02.2015 22:37 | nach oben springen

#63

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 23:03
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von G. Michael im Beitrag #51
[quote=Hackel39|p228771][quote=furry|p228656][blau][quote=Hackel39|p228562]

Nahgüterzüge konnte man auch hassen!!! Militär-Einzeltransporte, immer nur irgendwo dran gehangen. Doberlug-Kirchhain => Glöwen 6 Tage
Glöwen => Halbe 7 Tage, naja Sitz-bzw. Liegeplätze hatten wir als Begleiter immer und sogar einen eigenen Ofen im gedeckten Waggon.
Micha


Auch allgemein sollte man sich hin und wieder an Bahnreisen mit der DR erinnern, wenn man sich heute bereits darüber aufregt, daß man wegen der suboptimal eingestellten Klimaanlage im ICE die Jacke anbehalten muß.
Ich erinnere mich an eiskalte Reisezugwaggons in denen man nicht mal Platz zu nehmen wagte aus Angst festzufrieren, ich erinnere mich an herrisches Zugbegleitpersonal, das Kaugummi kauend die Fahrgäste nur als lästiges Beiwerk wahrnahm und anschnauzte, wenn sie nicht von selbst merkten daß die Tür noch zu schließen war.
Auch Reisetakte, die sich nahezu 100%ig dem Güterverkehr oder den Arbeitszeiten der Werktätigen anzupassen hatten und nicht etwa Personen, die mal ihren freien Tag mit einer Bahnreise krönen wollten.
Wer weiß wieviele Leute heutzutage gar nicht mehr dort ankommen würden, wo sie eigentlich hin wollten, Durchsagen gab es ja nur wenn man bereits am Bahnsteig stand und wer sich nicht auskannte und nachts durch die eisblumigen verdreckten Fenster des dampfbeheizten Rekowagens nach den Bahnsteigschildern suchte und nicht raus kam, weil die Tür zugefroren war, der hatte echt ein Problem.
Aber nicht alles war schlecht, jeder Bahnhof hatte seine MITROPA, die Arbeit war um die Ecke und wurde gut bezahlt, man traf sich auch privat mit den Kollegen und alles war trotz vieler kleiner Mängel miltärisch organisiert mit der Konsequenz, daß man fachlich kaum verunsichert werden konnte.
Wenn man bedenkt, wieviele Seiteneinsteiger und Pseudoeisenbahner heutzutage in den Vorschriften herumpfuschen und irre, widersprüchliche und hanebüchene Weisungen kreieren, könnte man sich glatt wieder die alten Zeiten zurück wünschen.
Zu Militärtransporten fallen mir nur die sowjetischen Streitkräfte ein, mit denen wir in Angersdorf regelmäßig zu rangieren hatten, z. B. bei der Panzerverladung an der Rampe aber auch wie die mit ihren Gefechtsuniformen und zuweilen auch komplett bewaffnet den Halle- Cottbusser- Dosto nahezu 100%ig in Beschlag hatten ohne daß es allerdings jemals Zwischenfälle gab.
Den Knoblauchgestank hatte man aber auch 1000 km später noch im Zug....



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#64

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 13:06
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #63
[quote=G. Michael|p445350][quote=Hackel39|p228771][quote=furry|p228656][blau][quote=Hackel39|p228562]

[...]
Wer weiß wieviele Leute heutzutage gar nicht mehr dort ankommen würden, wo sie eigentlich hin wollten, Durchsagen gab es ja nur wenn man bereits am Bahnsteig stand und wer sich nicht auskannte und nachts durch die eisblumigen verdreckten Fenster des dampfbeheizten Rekowagens nach den Bahnsteigschildern suchte und nicht raus kam, weil die Tür zugefroren war, der hatte echt ein Problem.

Aber nicht alles war schlecht, jeder Bahnhof hatte seine MITROPA, die Arbeit war um die Ecke und wurde gut bezahlt, man traf sich auch privat mit den Kollegen und alles war trotz vieler kleiner Mängel miltärisch organisiert mit der Konsequenz, daß man fachlich kaum verunsichert werden konnte.


Wenn man bedenkt, wieviele Seiteneinsteiger und Pseudoeisenbahner heutzutage in den Vorschriften herumpfuschen und irre, widersprüchliche und hanebüchene Weisungen kreieren, könnte man sich glatt wieder die alten Zeiten zurück wünschen.
[...]



Guten Tag,

vielen Dank für eine weitere Bestätigung von Interviewpartnern, welche sich zur schlechten Sauberkeit in D.R.-Reisezügen geäussert haben. Am Anfang habe ich es nicht geglaubt, denn Deutsche sind für Ordnung und Sauberkeit bekannt. Sicher, als es noch Dampflokomotiven gab bei B.R. gab es auch undichte Rohre für die Heizung und es war im Wagen so ein feuchter Geruch von Dampf. Aber es galt damals «Take your litter home» und ich nehme an, dass die Reisenden in der D.D.R. doch reinlich waren (reinlicher als manche in den Commuter-Zügen...)

2. Absatz: Dieses ist eine echte Frage und keine Polemik (für die ich auch keine Recht habe): Ist es möglich, dass diese «militärische Organisation» (war sie auch im privaten Leben - so habe ich das verstanden?) Menschen Schwierigkeiten bereitet hat am Ende der D.D.R., weil sie nun die eigene Verantwortung besassen und ihrem freien Willen (in allen Richtungen) folgen konnten und mussten?

3. Absatz: Die Eisenbahner wie auch Schauspieler und Sänger (welcher Kontrast) waren sehr gut ausgebildete Leute. Ich war erstaunt zu wissen, dass es nicht so leicht ohne Ausbildung (mehrere Jahre, nicht wahr!) auf der Bühne zu stehen oder Eisenbahn zu leiten. Der böse Sozialismus hat in dieser Beziehung etwas geleistet, was beispielsweise Railtrack nicht gemacht hat. Sie haben Wasserbau-Ingenieure für den Gleisbau und die Signale rekrutiert - bei mehreren grossen Unglücken haben das Briten dann bezahlt, mit ihrem Leben. Und in der Musik haben oft die kleinen, piepsenden Stimmen mehr Chancen als die ausgebildeten Talente...

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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zuletzt bearbeitet 11.02.2015 13:09 | nach oben springen

#65

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 16:45
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von AkkuGK1 im Beitrag #62
Na ganz so war es dann wohl doch nicht, denn die Könige hatten einen CaeZaren, der den Königen sagte, was sie zu tun hätten um das Volk zu knechten, was sie sehr gern taten und sie verfielen der Macht des EINEN und sie verrieten diejenigen, denen sie geschworen hatten. Der arbeitenden Bevölkerung.

Und genau das nehme ich den Ulbrichts und Honeckers übel. Sie tauschten eine Schreckensherrschaft gegen eine, die nicht ganz so schrecklich war und verspielten diese einmalige Chance für Macht. Aber so ist das nun mal, wenn der Bock zum Gärtner gemacht wird...


Sie hätten lieber auf das Volk hören sollen. Doch die Zaren die Ihnen sagten wo es lang geht haben nun auch auf ihrer Weste dunkle Flecken bekommen. Der letzte sorgte sogar mit dafür das sie fertig hatten.


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zuletzt bearbeitet 11.02.2015 16:53 | nach oben springen

#66

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 17:35
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #64
[quote=Hackel39|p445812][quote=G. Michael|p445350][quote=Hackel39|p228771][quote=furry|p228656][blau][quote=Hackel39|p228562]



Guten Tag,

vielen Dank für eine weitere Bestätigung von Interviewpartnern, welche sich zur schlechten Sauberkeit in D.R.-Reisezügen geäussert haben. Am Anfang habe ich es nicht geglaubt, denn Deutsche sind für Ordnung und Sauberkeit bekannt. Sicher, als es noch Dampflokomotiven gab bei B.R. gab es auch undichte Rohre für die Heizung und es war im Wagen so ein feuchter Geruch von Dampf. Aber es galt damals «Take your litter home» und ich nehme an, dass die Reisenden in der D.D.R. doch reinlich waren (reinlicher als manche in den Commuter-Zügen...)

2. Absatz: Dieses ist eine echte Frage und keine Polemik (für die ich auch keine Recht habe): Ist es möglich, dass diese «militärische Organisation» (war sie auch im privaten Leben - so habe ich das verstanden?) Menschen Schwierigkeiten bereitet hat am Ende der D.D.R., weil sie nun die eigene Verantwortung besassen und ihrem freien Willen (in allen Richtungen) folgen konnten und mussten?

3. Absatz: Die Eisenbahner wie auch Schauspieler und Sänger (welcher Kontrast) waren sehr gut ausgebildete Leute. Ich war erstaunt zu wissen, dass es nicht so leicht ohne Ausbildung (mehrere Jahre, nicht wahr!) auf der Bühne zu stehen oder Eisenbahn zu leiten. Der böse Sozialismus hat in dieser Beziehung etwas geleistet, was beispielsweise Railtrack nicht gemacht hat. Sie haben Wasserbau-Ingenieure für den Gleisbau und die Signale rekrutiert - bei mehreren grossen Unglücken haben das Briten dann bezahlt, mit ihrem Leben. Und in der Musik haben oft die kleinen, piepsenden Stimmen mehr Chancen als die ausgebildeten Talente...

Stringer49



Zur Sauberkeit ist jedoch zu unterscheiden, ob es sich um das äußere optische Erscheinungsbild oder das Interieur handelt, denn letzteres wurde in der Regel täglich geputzt und gepflegt, selbst mein kleiner Südharzbahnhof hatte eine Bahnreinigungsbrigade von ca. zehn Personen.
Für den Außenputz gab es in meinem Umfeld nur in Halle G eine professionelle Waschanlage für Loks, ansonsten war es den Personalen überlassen, ob sie selbst (übrigens mit kreativsten Mischungen, Fekamul, auch Diesel, Strömungsgetriebeöl SGL 18...Rostschutz u.a.) Hand anlegten, was streckenweise auch schief ging, denn der legendäre Eisenbahnreiniger konnte bei entsprechender Konzentration auch Lack eleminieren.
Der Geruch der Reichsbahn begenet einem leider immer seltener, das kann der Maschinenraum der (ex) 132er sein, die Traditionsfahrt der Dampflokfreunde oder die 12 KVD- Abgase der V 60- Rangierlok, all das sieht man immer weniger im Alltag.

Schwierigkeiten mit der militärischen Disziplin gab es in der Übergangsphase durchaus, das begann schon mit der Entscheidung, ob man die Uniform noch anziehen mußte oder den Tagesbefehl Arbeitsschutz noch zu unterschreiben hatte, der in der Meldestube auslag.
Viele litten auch darunter, daß ihre goldenen Mützkordel (ab Reichsbahninspektor) nun nichts mehr Wert waren, andere waren schadenfroh darüber und auch mehr oder weniger verdeckte Sticheleien in Richtung Politabteilung (die immer einen Vorsprung im Dienstrang hatten...ein Reichsbahnrat wurde man dort bereits nach dem Studium in der richtigen Branche, wo andere nur als Amtmann zurück kamen) hat es gegeben in dieser Zeit.

Die Hürden für die Ausbildung (Schulnoten) wurden Ende der 1980er Jahre angesichts der Personalnot immer niedriger, man nahm selbst für die Lokführerausbildungsklassen erstmal alles, was keine 5 auf dem Zeugnis hatte, die überlebten die Direktausbildung aber nicht, wurden nach einer Warteschleife oft aber trotzdem später Lokführer.
Im Bereich der Zugvorbereitung, Rangierbetrieb oder Technische Anlagen und anderswo wurden auch Anlernkräfte eingestellt, was aber in der Praxis relativ unproblematisch war.
Die reguläre Ausbildung zum Lokführer war damals jedoch erheblich komplexer und sorgfältiger als heute wo man nur noch Module lehrt, die später an den konkreten Arbeitsalltag angepaßt wurden, sofern man nicht die Facharbeiterausbildung durchläuft.
Danach wiederum werden die Eisenbahnlehrlinge (EiB...Eisenbahner im Betriebsdienst) sowohl für den Stellwerks- als auch für Lokfahr- u.a. technische Dienste geschult und können im Verlauf der Lehre ihre Entscheidung treffen, was auch vorteilhaft ist.



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#67

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 18:23
von damals wars | 12.113 Beiträge

Waren die Fenster in den von Dampfloks gezogenen Zügen offen, krümelte es.
Besonders schlimm ist mir da ein Tunnel in Thüringen in Erinnerung, so schnell bekam man die Fenster nicht zu.
Der "Nichtraucherzug" war noch nicht erfunden!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#68

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 18:57
von Gelöschtes Mitglied
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Als Kind kann ich mich noch an die offenen Übergänge zwischen den Waggons erinnern, schön war es auf dem letzten zu stehen und den abspulenden Schienenstrang zu beobachten. Vor den toiletten war mir mulmig, unten so eine Klappe und die Schwellen flogen unter dir vorbei.


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#69

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 19:33
von 94 | 10.792 Beiträge

Mal'ne Frage an die Reichsbahnwissenden, was bedeutete eigentlich das B auf den Schulterklappen der Lehrlinge ...


kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/279275241-234-3884


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#70

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 20:29
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Es gab mal eine sogenannte "A-Ausbildung" und "B-Ausbildung" bei der Reichsbahn. Enstanden ist das aus einer Inspektoren-Laufbahn und einer Assistenten-Laufbahn. Vielleicht stammt das B daher. Oder heißt einfach Betrieb und Verkehr. Sorry, bin kein Reichsbahnwissender, hatte nur mal ne Freundin, die dort gelernt hat.

friedliche Grüße Andreas


zuletzt bearbeitet 11.02.2015 20:34 | nach oben springen

#71

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 20:47
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #68
Als Kind kann ich mich noch an die offenen Übergänge zwischen den Waggons erinnern, schön war es auf dem letzten zu stehen und den abspulenden Schienenstrang zu beobachten. Vor den toiletten war mir mulmig, unten so eine Klappe und die Schwellen flogen unter dir vorbei.

Die offenen Übergänge: Ich bin sicher, dass ich das in Jugendjahren geliebt hätte; ich kenne es nur aus dem Ausland, das letzte Mal auf dem Weg zum Furka-Pass
Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 11.02.2015 20:47 | nach oben springen

#72

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 20:49
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Klar hat man Erinnerungen an die DDR,gute und auch schlechte, ich möchte das eigentlich jetzt gar nicht alles aufzählen. Was ist genauso geblieben ?

Ja die Post bringt immer noch das Neue Deutschland ins Haus


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#73

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 20:54
von FRITZE (gelöscht)
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Pit übernimmst Du das ND ,oder lehnst Du die Erbschaft ab ?


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#74

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 20:58
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Fritze,ich Erbe doch sowieso nicht,das bekommt seine Tochter,welche rein zufällig meine Frau ist


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#75

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 21:01
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #72
Klar hat man Erinnerungen an die DDR,gute und auch schlechte, ich möchte das eigentlich jetzt gar nicht alles aufzählen. Was ist genauso geblieben ?

Ja die Post bringt immer noch das Neue Deutschland ins Haus


Die Lektüre der Ausgaben vor 1990 war sehr schwierig für mich, die Sprache war sehr formal und reich an Worten aus marxistischen-leninistischen Theorie. Aber vielleicht hat es sich geändert seit dieser Zeit ... Zu meiner Ehre sollte ich sagen, dass ich nicht bis auf das Niveau von The Sun gefallen bin
Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#76

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 11.02.2015 21:03
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #67
Waren die Fenster in den von Dampfloks gezogenen Zügen offen, krümelte es.
Besonders schlimm ist mir da ein Tunnel in Thüringen in Erinnerung, so schnell bekam man die Fenster nicht zu.
Der "Nichtraucherzug" war noch nicht erfunden!



meinst du den Rennsteigtunnel vor Oberhof ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#77

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 12.02.2015 15:35
von StabsfeldKoenig | 2.618 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #69
Mal'ne Frage an die Reichsbahnwissenden, was bedeutete eigentlich das B auf den Schulterklappen der Lehrlinge ...


kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/279275241-234-3884


Es gab das "B" für Lehrlinge (Berufsschüler) ohne Streifen für Lehre Teilfacharbeiter und mit 1-3 goldenen Streifen für
- Facharbeiter 3 Jahre (Schulabschluß 8. Klasse)
- Facharbeiter 2 Jahre (Schulabschluß 10. Klasse)
- Berufsausbildung mit Abitur/Facharbeiter 3 Jahre (Schulabschluß 10. Klasse)

Auf goldenem Schulterstück gab den Buchstaben "S" für Studenten (Fach- und Hochschulen) mit 1-3 goldenen Streifen
Student Fachschule 1 Streifen, Student Hochschule 2 Streifen, Absolvent Hochschule 3 Streifen (bis zur Zuweisung eine Planstelle und Verleihung eines Dienstranges). Bis in die 60er Jahre bestand beim Studium Uniformpflicht, danach wurde Uniform nur bei Praktika und besonderen Veranstaltungen getragen. Fernstudenten trugen dabei Uniform mit normalem Dienstrang.



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#78

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 13.02.2015 00:44
von Esede | 13 Beiträge

GutenTag ,

Bei mir sind es positive Erinnerungen an Menschen , darunter Arbeitskollegen , Nachbarn , Sportkameraden und Menschen denen man im täglichen Ablauf regelmäßig begegnete .

Mit dem Staat , seinen Organisationen und deren Funktionsträgern habe ich keine guten Erfahrungen sammeln können , aus diesem Grund natürlich auch keine positiven Erinnerungen .

Wie schon in meinem Erstbericht geschrieben , war die DDR für mich die Hölle .

Wer weiss wie eine Coca Cola schmeckt , der vergisst es nicht , die Erinnerung bleibt .


Grüsse Esede



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#79

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 13.02.2015 11:35
von Klauspeter | 986 Beiträge

Zitat von Esede im Beitrag #78

Wie schon in meinem Erstbericht geschrieben , war die DDR für mich die Hölle .




So unterschiedlich sind die Auffassungen.
Für mich war die DDR die Hoffnung auf ein besseres Deutschland - ein Land ohne Krieg und mit den gleichen Chancen für alle.

Einige Gedanken zu der Frage im Eingangsbeitrag, was m.E. von der DDR geblieben ist.
Viele materielle Dinge, die an die DDR erinnern, wurden beseitigt. Ich denke da beispielsweise an den herrlichen "Palast der Republik " in Berlin. Anderes wurde dem Verfall preisgegeben, wie z.B. die attraktiven Kulturhäuser der DDR-Kombinate oder die FDGB-Ferienheime, deren Ruinen noch heute an der Ostsee vor sich hin gammeln ...

Und dennoch:
Obwohl die DDR bereits 52 Jahre tot ist, wird über sie gesprochen - realistisch oder verklärt. Viele ehemalige DDR-Bürger vergleichen nach wie vor beide deutschen Staaten.
Es sind vor allem die Erinnerungen an die DDR, die geblieben sind. Ich denke gern an die schönen Ferientage in den Betriebsferienlagern, oder an kostenlose Schulbücher und Schulgeldfreiheit. Ich denke daran, dass ich in der DDR studieren konnte - meine Eltern hätten das Geld dafür nie aufbringen können; oder an das Stipendium beim Studium, das nicht zurückgezahlt werden musste.
Die kleinen Dorfläden und Kneipen, die es damals noch gab. Meine Kinder konnten einen soliden Beruf lernen - nicht immer den Wunschberuf - und sie bekamen Arbeit.

Das alles kostete den Staat viel Geld - und die Folge war ein rapider Verfall der Altbausubstanz, viele veraltete Produktionsstätten. Manchmal denke ich noch daran, wie lange ich z.B. nach Trabant-Ersatzteilen suchen musst, wenn die Unterbrecher-Kontakte den Geist aufgegeben hatten, oder der Vorschall-Dämpfer röhrte oder der Auspuff-Krümmer abgebrochen war ...

Die DDR war der Versuch, ein besseres Deutschland aufzubauen. Manches war auch durchaus besser.


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#80

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 13.02.2015 11:55
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von Esede im Beitrag #78
GutenTag ,

Bei mir sind es positive Erinnerungen an Menschen , darunter Arbeitskollegen , Nachbarn , Sportkameraden und Menschen denen man im täglichen Ablauf regelmäßig begegnete .

Mit dem Staat , seinen Organisationen und deren Funktionsträgern habe ich keine guten Erfahrungen sammeln können , aus diesem Grund natürlich auch keine positiven Erinnerungen .

Wie schon in meinem Erstbericht geschrieben , war die DDR für mich die Hölle .

Wer weiss wie eine Coca Cola schmeckt , der vergisst es nicht , die Erinnerung bleibt .


Grüsse Esede




mit paar Funktionsträgern schlechte Erfahrungen gemacht
war also die Hölle für dich in der DDR,
hat dir keiner mal eine Club-Cola gereicht?
Lutze


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