#41

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 27.01.2013 17:54
von Gelöschtes Mitglied
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Ich hatte auch eine Hellerau, die dann später das Kinderzimmer zierte. Nachfolgemodell war dann die Neugersdorf, die man auch nach dem Baukastenprinzip sich zusammenstellen konnte. War mit beiden Schrankwänden sehr zufrieden. Auch dienten sie als Vorbild für den Yourself - Möbelergänzungsbau im Keller. So wurde mit Handkreissäge und Multimax eine kleine Hausbar oder ein Kastenwandregal gezimmert - frei nach Friedrich Schillers "Wilhelm Tell" - Die Axt im Haus erspart den Zimmermann. Und hinterher war man immer stolz wie Bolle.
Wer kennt noch das Containern ??? Für meine Kastenwandregale, die irgendwann mal in Kleinserie für die Familie gingen, suchte ich mir in den Sperrmüllcontainern immer die Seitenbretter von ausrangierten Betten - sie waren zum großem Teil aus Massivholz und lange genug gelagert !!!
Der DDR-Bürger konnte auch ein Edelbastler sein.

Die Greußener öffnet zwar heute keine Türen mehr, aber geschmacklich immer noch meine Lieblingssalami.

Vierkrug


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#42

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 27.01.2013 18:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #39
Zitat von furry im Beitrag #29
Zitat von Hackel39 im Beitrag #26
Zwar habe ich auch einige Fotos gemacht, aber bei weitem nicht alle wunderbaren Erinnerungen an den Reichsbahnalltag auf Bildern verewigt.
Andere haben es getan http://www.bahnmotive.de/europa/deutschl...ngen_teil_4.htm und zwar in einer nahezu lückenlosen professionellen historischen Abhandlung durch einen einzelnen Bahnfan, der damals richtig gehend zum Inventar meines Arbeitsumfeldes gehörte.



@Hackel, eine schöne Seite, die Du verlinkt hast.
Mein Vater war einer von denen, die den legendären "Gipser" lange vor Deiner Zeit mit der 44er bewegt haben. Damals ging der außer nach Coswig auch noch nach Wolfen.


Ja der Gipser von Niedersachswerfen nach Merseburg Süd, immer um die 2000 t mit Schiebelok ab Sangerhausen....das kenne ich nur noch mit der 131er Diesellok und ich kann mir schon vorstellen, wie die Dampflokheizer da geknilcht haben, um anzukommen.
Ablösung vormittags im Heimatbahnhof aber mit durchlaufender Lok, das war damals eher die Ausnahme für uns.
Der Ablöser nahm auf dem Rückweg von Merseburg immer einen Güterzug mit, der unterwegs auf 34 km Laufweg noch zwei Bahnhöfe (Angersdorf und Teutschenthal) zu bedienen hatte, das gleiche galt übrigens auch für die Hettstedter Eckzüge, da wurde in Eisleben, Helbra und Klostermansfeld noch Station gemacht, für die Frachten spielte Zeit gar keine Rolle und auch heute noch erscheint mir die ehrlich gelebte Strategie, Transporte schwerpunktmäßig auf die Schiene zu verlagern außerordentlich fortschrittlich und effizient.
Die Anlagen sind nun fast alle weg, die Bahn hat sich selbst kastriert und ist nur noch Kulisse ohne strategische Überlebenschancen im Nahgüterverkehr, schade drum.


Mit Blankenheim, Eisleben und Teutschenthal verbinden sich weitere Erlebnisse. Meine Frau eine gebürtige Blankenheimerin, die in heimatlichen Gefilden, in Eisleben sich 1 Jahr auf ihr Studium an der Bergakademie in Freiberg vorbereitete.
Ich hatte öfters im Bereich Bernburg und Bad Lauchstädt dienstlich zu tun, denn in diesem Bereich befanden sich UGS (Untergrundgasspeicher) der DDR. Bekannt dürfte noch der Gasunfall von 1988 in der Nähe von Teutschenthal sein, verursacht durch mehrere Lecks bei der Kaverne 5 infolge Schädigungen im Deckgebirge. Es kam trotz des Austrittes von ca. 8.000 t Ethylen nicht zu Personenschäden. Auch schon wieder eine andere Geschichte.

Vierkrug


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#43

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 27.01.2013 18:48
von turtle | 6.961 Beiträge

die gute alte DDR?? So endete Angelos Satz mit dem ich mich schon nicht identifizieren kann.Erinnerungen ja natürlich die bleiben immer und unauslöschbar in meinem Kopf.Kindheit,Schulzeit spielen eine Rolle.Ich erinnere mich besonders an viele Plakate und Fahnen . Als Leipziger habe ich immer noch diesen imaginären Duft der Pleiße im Kopf.Ich sehe graue Fassaden die nach Farbe schreien.Aber ich denke gern an den ersten Kuss und die erste große Liebe.Ich denke gern an den Zusammenhalt der Menschen zurück,der stärker als in der BRD war. Die Nachbarschafthilfe,kostenlosen Arzt oder Klinikbesuch oder Aufenthalt.Keine Angst arbeitslos zu werden denke ich gern zurück.An die Wurst die mir besser schmeckte als in Hamburg. Aber ich denke auch an Unfreiheit zurück.Besonders schmerzhaft an meine 18 Monate Zuchthaus für die versuchte Republikflicht Ja sie sind vielfältig meine Erinnerungen an die Guten aber auch an die Schlechten.


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#44

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 27.01.2013 19:01
von Pit 59 | 10.135 Beiträge

Der DDR-Bürger konnte auch ein Edelbastler sein.@Vierkrug

Nicht konnte Vierkrug,der musste


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#45

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 27.01.2013 19:26
von Gelöschtes Mitglied
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Aber geschadet hat es bis heute nicht !!!
Wenn ich so die Handlungsunfähigkeit einiger meiner westdeutschen Nachbarn sehe, da muß für jeden Schiss ein Handwerker heran.
Bei mir gilt immer noch, bist du Gottes Sohn, so hilf dir selbst, zumal die Baumärkte ja auch die entsprechenden materiell-technischen Voraussetzungen bieten.

Vierkrug


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#46

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 27.01.2013 19:39
von jennyblo | 36 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #45
da muß für jeden Schiss ein Handwerker heran. Vierkrug


Gut wenn man keine braucht. Aber denke daran, was heute keiner braucht, wird morgen weg sein. Wer heute auf die grüne Wiese baut, muss sich nicht wundern, wenn die Innenstädte morgen verwahrlosen.
jenny



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#47

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 27.01.2013 19:39
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Schade, daß wir es nicht erleben werden und nur jeweils der eigenen speziellen Einstellung zur DDR spekulieren (oder wunschvorstellen) müssen, was einmal in einhundert Jahren oder noch viel später im allgemeinen Gedächtnis übrig sein wird. Wenn wir uns, was z.B. das frühe Mittelalter betrifft, auf relativ spärliche Überlieferungen und deren Interpretation durch einige "Fachleute" verlassen müssen, dürfte wohl doch dank moderner Informations- und Speichertechnik ein etwas differenzierteres Bild gezeichnet werden. Auch dann werden sich die Historiker streiten, wie diese oder jene Überlieferung zu interpretieren sei und es wird abhängig sein auch von den dann herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen, die sich wohl ganz sicher deutlich von den Gegenwärtigen unterscheiden werden. Wenn wir Glück haben, werden auch unsere Diskussionen in historische Überlieferungen einfließen, gerade weil hier sehr kontroverse Meinungen von Leuten, die Augenzeugen und Akteure erheblicher gesellschaftlicher Veränderungen waren, niedergelgt werden.



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#48

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 27.01.2013 19:52
von jecki09 | 422 Beiträge

Auch wenn es irgendwann - vieleicht aufgrund eines elektromagnetischen Impuls - keine oder fast keine neumodische Kommunikationsmöglichkeiten mehr gibt, gibt es noch Bücher zum nachlesen. Ich habe z. B, eine 4-bändige Ausgabe "Das neue Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien" von 1872. Damit müssen unsere Nachfahren nicht im Mittelalter anfangen.

Da können wir gleich fragen: "Was is´ne Dampfmaschin"


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#49

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 27.01.2013 20:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von jecki09 im Beitrag #48

Da können wir gleich fragen: "Was is´ne Dampfmaschin"


Hier ist die Antwort !!! http://www.youtube.com/watch?v=JKY-3qUioPc

Vierkrug


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#50

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 26.08.2013 15:24
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Angelo im Beitrag #1
Wir erinnern uns in Ost und West gerne an das grüne Ampelmännchen (Es kann doch nicht alles schlecht gewesen sein). Wir denken aber auch an das DDR-Schulsystem, von dem wir hier Einiges übernommen haben, vor allem die Tendenz der Regelschule bis zur 10. Klasse. Hätte es den Euro nicht gegeben, hätten auch die Ostbürger heute die D-Mark. Wegen der D-Mark und der Reisemöglichkeiten haben die DDR-Bürger 89 ihre friedliche Revolution angezettelt. Sie haben sie auch bekommen und die Freiheit dazu. Merkwürdig, viele wünschen sich die alte DDR zurück oder so etwas wie eine DDR light. Aber die ist nicht zu haben. Das sozialistische Wunschdenken von Arbeit für alle, und dann auf hohem finanziellen Niveau wie im Westen ist unrealistisch.

Von der DDR bleiben sicher auch Träume. Von gut nachbarschaftlichen Beziehungen, die unter politischem Druck besonders gedeihen konnten, oder zerbrachen. Wo Hilfe und Fürsorge aber auch Kollegialität ein besonderes Gütezeichen waren. Not schweißt zusammen, besonders wenn man ein gemeinsames Feindbild hat. Das schwankte. Mal war es Westdeutschland, oft nur die eigene Partei, mal war es aber auch die verhasste Stasi.

Wir erinnern uns gerne der Grillfeten mit Rostbrätchen, Thüringer Bratwürsten und Broiler, die ein ganz eigenes Flair hatten. Und die in Spezialläden bestellten Schinkenplatten waren ein Gedicht für uns Westler. Die Läden waren so ähnlich aufgezogen wie die Exquisitläden im Textilbereich. So eine Schinkenplatte kostete 20,- DM West, einfach herrlich!.

Welche Erinnerungen haben Sie denn noch an die gute alte DDR?? [ich auch]


Erneut ist ein Erinnerungsschatz im Medienkosmos aufgetaucht, der eigentlich keiner weiteren Kommentare bedarf.
http://www.youtube.com/watch?v=nVAlqaVXu7w
Zwar fand jene Festdekade bereits 1960, sechs Jahre vor meiner Zeit statt aber alles was hier zu sehen ist, hat eine Vertrautheit als wäre man doch selbst dabei gewesen, es war schlichtweg das Leben in der DDR mit all seiner Bescheidenheit, Lebendigkeit aber auch fest zementierten politischen Positionen, die umso verständlicher werden, wenn man die dort dokumentierte Vorgeschichte aus Kriegen, Angst, Zerstörung und rücksichtsloser Ausbeutung berücksichtigt.
Nie zuvor und eigentlich auch nie mehr danach hatte Eisleben diese Bedeutung gehabt, wie sie zu DDR- Zeiten offenbart wurde, das Thema Luther als Sohn der Stadt sollte dabei nicht überbewertet werden.
Der regionale Bezug, wie er auch schon im Beitrag #2 (Querfurt) vorhanden war, macht solche Zeitreisen in die Vergangenheit immer wieder spannend.
Der Festumzug am Ende des Films erinnert mich an einen ähnlichen Höhepunkt aus der Ortschronik meines Heimatortes, hier war ich 1982 immerhin dabei aber der Aufwand mit dem man solche Jahrestage feierte sucht schon seinesgleichen hierzulande.
Eisleben hat heute viel verloren, das Kino, das Krankenhaus, die Ingenieurschule, fast 30% der Einwohner, den Kreisstadtstatus, den Bahnhof als prägende Immobilie und bald ist vielleicht auch das Theater weg, macht aber nichts, einen solchen Umzug gibt es sowieso nie wieder, so brauchen wir auch deren Kostüme nicht mehr.



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#51

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 05:24
von G. Michael (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #39
Zitat von furry im Beitrag #29
Zitat von Hackel39 im Beitrag #26
Zwar habe ich auch einige Fotos gemacht, aber bei weitem nicht alle wunderbaren Erinnerungen an den Reichsbahnalltag auf Bildern verewigt.
Andere haben es getan http://www.bahnmotive.de/europa/deutschl...ngen_teil_4.htm und zwar in einer nahezu lückenlosen professionellen historischen Abhandlung durch einen einzelnen Bahnfan, der damals richtig gehend zum Inventar meines Arbeitsumfeldes gehörte.



@Hackel, eine schöne Seite, die Du verlinkt hast.
Mein Vater war einer von denen, die den legendären "Gipser" lange vor Deiner Zeit mit der 44er bewegt haben. Damals ging der außer nach Coswig auch noch nach Wolfen.


Ja der Gipser von Niedersachswerfen nach Merseburg Süd, immer um die 2000 t mit Schiebelok ab Sangerhausen....das kenne ich nur noch mit der 131er Diesellok und ich kann mir schon vorstellen, wie die Dampflokheizer da geknilcht haben, um anzukommen.
Ablösung vormittags im Heimatbahnhof aber mit durchlaufender Lok, das war damals eher die Ausnahme für uns.
Der Ablöser nahm auf dem Rückweg von Merseburg immer einen Güterzug mit, der unterwegs auf 34 km Laufweg noch zwei Bahnhöfe (Angersdorf und Teutschenthal) zu bedienen hatte, das gleiche galt übrigens auch für die Hettstedter Eckzüge, da wurde in Eisleben, Helbra und Klostermansfeld noch Station gemacht, für die Frachten spielte Zeit gar keine Rolle und auch heute noch erscheint mir die ehrlich gelebte Strategie, Transporte schwerpunktmäßig auf die Schiene zu verlagern außerordentlich fortschrittlich und effizient.
Die Anlagen sind nun fast alle weg, die Bahn hat sich selbst kastriert und ist nur noch Kulisse ohne strategische Überlebenschancen im Nahgüterverkehr, schade drum.


Nahgüterzüge konnte man auch hassen!!! Militär-Einzeltransporte, immer nur irgendwo dran gehangen. Doberlug-Kirchhain => Glöwen 6 Tage
Glöwen => Halbe 7 Tage, naja Sitz-bzw. Liegeplätze hatten wir als Begleiter immer und sogar einen eigenen Ofen im gedeckten Waggon.
Micha


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#52

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 08:17
von Bundesländer | 89 Beiträge

Zitat von Angelo im Beitrag #1
Wir erinnern uns in Ost und West gerne an das grüne Ampelmännchen (Es kann doch nicht alles schlecht gewesen sein). Wir denken aber auch an das DDR-Schulsystem, von dem wir hier Einiges übernommen haben, vor allem die Tendenz der Regelschule bis zur 10. Klasse. Hätte es den Euro nicht gegeben, hätten auch die Ostbürger heute die D-Mark. Wegen der D-Mark und der Reisemöglichkeiten haben die DDR-Bürger 89 ihre friedliche Revolution angezettelt. Sie haben sie auch bekommen und die Freiheit dazu. Merkwürdig, viele wünschen sich die alte DDR zurück oder so etwas wie eine DDR light. Aber die ist nicht zu haben. Das sozialistische Wunschdenken von Arbeit für alle, und dann auf hohem finanziellen Niveau wie im Westen ist unrealistisch.

Von der DDR bleiben sicher auch Träume. Von gut nachbarschaftlichen Beziehungen, die unter politischem Druck besonders gedeihen konnten, oder zerbrachen. Wo Hilfe und Fürsorge aber auch Kollegialität ein besonderes Gütezeichen waren. Not schweißt zusammen, besonders wenn man ein gemeinsames Feindbild hat. Das schwankte. Mal war es Westdeutschland, oft nur die eigene Partei, mal war es aber auch die verhasste Stasi.

Wir erinnern uns gerne der Grillfeten mit Rostbrätchen, Thüringer Bratwürsten und Broiler, die ein ganz eigenes Flair hatten. Und die in Spezialläden bestellten Schinkenplatten waren ein Gedicht für uns Westler. Die Läden waren so ähnlich aufgezogen wie die Exquisitläden im Textilbereich. So eine Schinkenplatte kostete 20,- DM West, einfach herrlich!.

Welche Erinnerungen haben Sie denn noch an die gute alte DDR?? [ich auch]

Meine Erinnerung an die DDR bis zu meiner Flucht im Jahre 1969 waren sehr geprägt vom Elternhaus.Mein Vater war Kommunist und Leiter des Katasteramtes Jena und meine Mutter arbeitete als Paketzustellerin bei der Post.
Wenn ich mit dem positiven Erinnerungen anfangen soll, dann erinnere ich mich an die noch unberührte Natur, der Einkauf von loser Milch in der Alukanne , Wurst und Butter auf Butterbrotpapier , die billige Bahn / Bus und der bescheidene Straßenverkehr ; und dann höhren die positiven Erinnerungen schon langsam auf .
Leider überwiegen die negativen Erinnerung , was letztlich mich zur Flucht aus der DDR auch bewegt und getrieben hat ;
Verfallene und unsanierte Häuser, stinkende und laute Autos , farblose und triste Häuser , ständige Mangewaren des täglichen Bedarf , Bevormundung auf der gesamte Linie , ständiger kommunistischer Drill in der Schule , einseitige Berichterstattung im Fernsehen und der Tagespresse, Verbote der Meinungsfreiheit, Verbot der Reisefreiheit, Verbot Westfernsehen zu schauen , langweilige teils abartige Mode,Verbot seine Haare wachsen zu lassen, ständiges Anstehen für Grundnahrungsmittel , keine demokratisches Rechtssystem und willkürliche Verhaftung bei kleinsten Zusammenkünften , ständige Lügerei bei der angeblichen 100 % Planerfüllung, Mauscheleien unter den Tresen und vieles , vieles mehr.



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#53

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 09:12
von furry | 3.573 Beiträge

Zitat von Bundesländer im Beitrag #52


Meine Erinnerung an die DDR bis zu meiner Flucht im Jahre 1969 waren sehr geprägt vom Elternhaus.Mein Vater war Kommunist und Leiter des Katasteramtes Jena und meine Mutter arbeitete als Paketzustellerin bei der Post.
Wenn ich mit dem positiven Erinnerungen anfangen soll, dann erinnere ich mich an die noch unberührte Natur, der Einkauf von loser Milch in der Alukanne , Wurst und Butter auf Butterbrotpapier , die billige Bahn / Bus und der bescheidene Straßenverkehr ; und dann höhren die positiven Erinnerungen schon langsam auf .
Leider überwiegen die negativen Erinnerung , was letztlich mich zur Flucht aus der DDR auch bewegt und getrieben hat ;
Verfallene und unsanierte Häuser, stinkende und laute Autos , farblose und triste Häuser , ständige Mangewaren des täglichen Bedarf , Bevormundung auf der gesamte Linie , ständiger kommunistischer Drill in der Schule , einseitige Berichterstattung im Fernsehen und der Tagespresse, Verbote der Meinungsfreiheit, Verbot der Reisefreiheit, Verbot Westfernsehen zu schauen , langweilige teils abartige Mode,Verbot seine Haare wachsen zu lassen, ständiges Anstehen für Grundnahrungsmittel , keine demokratisches Rechtssystem und willkürliche Verhaftung bei kleinsten Zusammenkünften , ständige Lügerei bei der angeblichen 100 % Planerfüllung, Mauscheleien unter den Tresen und vieles , vieles mehr.



Und das alles hast Du bis zu Deinem 16. Lebensjahr, (in dem Alter bist Du doch geflüchtet?), so voll umfänglich empfunden und wahrgenommen?
Verstehen würde ich, wenn das jemand, der 15 Jahre älter war, so gesehen hat.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
der alte Grenzgänger hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.02.2015 09:13 | nach oben springen

#54

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 09:58
von damals wars | 12.145 Beiträge

Bei manchen reichte schon ein schlechtes Zeugnis.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#55

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 13:00
von EMW-Mitarbeiter | 464 Beiträge

Stinkende Autos:
ich behaupte, die Westautos stanken auch. Nur anders. Zu DDR-Zeiten fiel mir der Geruch der Westfahrzeuge auf, während einheimische Gerüche wohl der Gewöhnung unterlagen. Heute ist das umgedreht.


Heute stinken aber auch vor allem Euro-5 Diesel Fahrzeuge. Wegen dem vielen Pipi.


Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.
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#56

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 13:09
von Gelöschtes Mitglied
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Es gab eine Untersuchnung in einer BRD Fernsehsendung der Titel damals "Mit Wind und Wasser von hüben nach drüben" (genau kann ich es nicht sagen, würde das gerne noch einmal sehen).
Dort wurden die Umweltfaktoren verglichen und der Schadstoffausstoß der PKW unter die Lupe genommen. Das Fazit, Ost PKW riecht mehr, aber West PKW ist dafür das Abgas schädlicher. Es wurden sogar schon auf Feinstaub hingewiesen und der Außstoß an Platinpartikeln (Kat).


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#57

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 13:13
von Gelöschtes Mitglied
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@Angelo die revolutionäre Stimmung auf Reisewunsch und DM-habenwollen zu reduzieren ist einfach UNWAHR. Es ging gerade in der Anfangszeit um ganz andere Sachen: Umweltschutz, Schluß mit der politischen Gängelung, es sollte sich nur endlich etwas ändern.

Der Wunsch nach Reisefreiheit war sicher auch ausschlaggebend, der Wunsch nach DM kam erst nach der Grenzöffnung.

So und was habe ich vom Grenzdienst bekommen? Hämmorroiden und Fußpilz. Was vermisse ich aus der DDR? Nichts, aber auch gar nichts. Mein Werkzeug ist besser, meine Lebensmittel sind besser, meine Umwelt ist sauberer, mir geht keiner auf den Sack was ich zu sagen habe. Es gibt keinen Subotnik mehr, wenn mich die Polizei anhält, ist vielleicht ein Lichtlein defekt und man quatscht noch ne Runde. Wenn ich irgendwohin reisen möchte, steige ich ins Auto und fahre los, oder nehm den Flieger. Was ist euer Problem nicht klarzukommen?


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#58

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 13:17
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #55
Stinkende Autos:
ich behaupte, die Westautos stanken auch. Nur anders. Zu DDR-Zeiten fiel mir der Geruch der Westfahrzeuge auf, während einheimische Gerüche wohl der Gewöhnung unterlagen. Heute ist das umgedreht.


Heute stinken aber auch vor allem Euro-5 Diesel Fahrzeuge. Wegen dem vielen Pipi.


der Gestank vom Trabbi und Wartburg kommt ja vom Benzin-Ölgemisch - es wird ja ungleich viel mehr Öl verbrannt als bei einer Fremdschmierung. Jetzt müßt ihr nur noch kommen, die Umwelt war zu DDR-Zeiten sauberer und weniger belastet als heute. Dann gibt es eine Digimedaille.


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#59

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 15:18
von Gelöschtes Mitglied
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Wer so etwas schreibt, der hatte dauer Schnupfen oder hat(will) es vergessen! Wenn man im Winter früh durch die Stadt lief, da hatten eine die Gase der Kohleheizungen den Atem abgeschnürt und man bekam Hustenanfälle, dazu noch der Gestank von 2 Takt Fahrzeugen! Dazu noch die Abgase der Industrieschornsteine, ohne Filteranlagen u.s.w.! Vergessen wie die Flüsse aussahen? Ist eine Färberei in der Nähe gewesen, dann hatte das Wasser alle Farben die da verwendet wurden! Alles wurde eingeleitet, so das es keine Fische mehr gab und an baden gehen, konnte man vergessen!
Das sind nur einpaar Beispiele! Das heute auch nicht alles so ist wie eigentlich sein müsst, das möchte ich nicht bestreiten, aber mit damals überhaupt kein Vergleich!
Grüsse steffen52


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#60

RE: Erinnerungen an die DDR was ist geblieben?

in Presse Artikel Grenze 10.02.2015 18:18
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zitat von Angelo im Beitrag #1
Wir erinnern uns in Ost und West gerne an das grüne Ampelmännchen (Es kann doch nicht alles schlecht gewesen sein). Wir denken aber auch an das DDR-Schulsystem, von dem wir hier Einiges übernommen haben, vor allem die Tendenz der Regelschule bis zur 10. Klasse. Hätte es den Euro nicht gegeben, hätten auch die Ostbürger heute die D-Mark. Wegen der D-Mark und der Reisemöglichkeiten haben die DDR-Bürger 89 ihre friedliche Revolution angezettelt. Sie haben sie auch bekommen und die Freiheit dazu. Merkwürdig, viele wünschen sich die alte DDR zurück oder so etwas wie eine DDR light. Aber die ist nicht zu haben. Das sozialistische Wunschdenken von Arbeit für alle, und dann auf hohem finanziellen Niveau wie im Westen ist unrealistisch.

Von der DDR bleiben sicher auch Träume. Von gut nachbarschaftlichen Beziehungen, die unter politischem Druck besonders gedeihen konnten, oder zerbrachen. Wo Hilfe und Fürsorge aber auch Kollegialität ein besonderes Gütezeichen waren. Not schweißt zusammen, besonders wenn man ein gemeinsames Feindbild hat. Das schwankte. Mal war es Westdeutschland, oft nur die eigene Partei, mal war es aber auch die verhasste Stasi.

Wir erinnern uns gerne der Grillfeten mit Rostbrätchen, Thüringer Bratwürsten und Broiler, die ein ganz eigenes Flair hatten. Und die in Spezialläden bestellten Schinkenplatten waren ein Gedicht für uns Westler. Die Läden waren so ähnlich aufgezogen wie die Exquisitläden im Textilbereich. So eine Schinkenplatte kostete 20,- DM West, einfach herrlich!.

Welche Erinnerungen haben Sie denn noch an die gute alte DDR?? [ich auch]


Rot: Um mal zum Anfangsthread zurückzukommen: Bei den rot markierten Aussagen habe ich etwas Bauchschmerzen. Der Ausspruch "Es kann doch nicht alles schlecht gewesen sein" klingt für mich wie eine völlig unnötige Rechtfertigung dafür, nicht alles in Grund und Boden zu verdammen, was die DDR ausgemacht hat.
"Gutnachbarschaftliche Beziehungen, die unter politischem Druck besonders gut gediehen" würde ich hier ebenfalls nicht als den Hauptgrund ansehen. Der Standesdünkel war um Größenordnung kleiner als heute. Das ging in der Hausgemeinschaft los, setzte sich zum größten Teil in den Betrieben fort und endete bei den Freizeitaktivitäten, den Vereinen und Sportclubs (Ausnahmen gab es natürlich auch). Das trifft ebenso auf die Aussage "Not schweißt zusammen" zu. Not in dem Sinne des Wortes haben die Allerwenigsten gelitten und die Stasi war für die meisten von uns, wenn sie ehrlich sind, nahezu "unsichtbar", auch wenn jeder von deren Existens und Aufgabenbereich wußte. In unserer Kakteenfachgruppe war ein Mitglied beim MfS. Es war für uns ein ganz normaler Kakteenfreund, jeder wußte es, brisante politische Themen wurde natürlich ausgespart, aber über die Flora und Fauna Süd- und Mittelamerikas, den Südstaaten der USA und Afrika wurde gefachsimpelt. Warum auch nicht ?
Hier wird vieles Übertrieben und als furchtbarer Zustand hingestellt. Warum eigentlich ? Dummheit und Unwissenheit, Leichtfertigkeit oder ist es Berechnung ?



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