#61

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Grenztruppen der DDR 14.11.2009 23:18
von Augenzeuge (gelöscht)
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Hallo P3,

so falsch ist deine Meinung nicht, auch ich kenne mich in einigen Ecken Sachsen-Anhalts gut aus, ich kenne Dörfer, da leben 90% über 65-jährige. Immer mehr Jugendliche gehen in den Westen wegen der Arbeit.
Aber das ist nicht nur ein Problem der Wiedervereinigung. Die Nachwuchszahlen gehen eben nach unten, in Ost und West. Auch in NRW, oder Niedersachsen sieht es in manchen Gegenden nicht viel anders aus. Viele gehen eben in die Städte, da gibt es noch mehr Jobs.

Gruß, AZ


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#62

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Grenztruppen der DDR 14.11.2009 23:52
von P3 | 357 Beiträge

Hallo Augenzeuge,

ich wollte den Rahmen des Themas nicht sprengen, aber ich behaupte mal, auch die Nachwuchszahlen sind auch eine Folge der Wiedervereinigung und des politischen Wandels in Deutschland. Die Gründe liegen auf der Hand, während es vor über zwanzig Jahren, im Osten überhaupt kein Thema für eine gesunde Frau war, mit Anfang zwanzig ein Kind zu bekommen, sieht das heute ganz anders aus. Ich habe eine Tochter in diesem Alter, sie denkt nur im entferntesten Sinn über Kinder nach.
An erster Stelle steht der Beruf, die Karriere u.s.w. Hier tun sich aber auch schon Widersprüche auf, viele Lehrstellen bleiben unbesetzt, viele mittelständische Betriebe haben Probleme, überhaupt junge Leute in ihre überalterten Belegschaften zu bekommen. Handwerksbetriebe mit Tradition über viele Generationen machen dicht, weil keine Nachfolger das sind, die übernehmen. Nun mache ich aber Halt, da führt nun doch zu weit weg vom Thema, da spielen auch andere Fatoren eine tragende Rolle. Ist aber interessant, die Dinge mal vom Ursprung her zu beleuchten.

Gruß P3


Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.


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#63

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Grenztruppen der DDR 14.11.2009 23:57
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

wo du recht hast hast du recht


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#64

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Grenztruppen der DDR 15.11.2009 02:06
von Sonny (gelöscht)
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"Demographischer Wandel" ist der gebräuchliche Ausdruck --- ich nenne es eher "demographische Normalisierung".


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#65

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Grenztruppen der DDR 15.11.2009 08:03
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von P3
Hallo Augenzeuge,

ich wollte den Rahmen des Themas nicht sprengen, aber ich behaupte mal, auch die Nachwuchszahlen sind auch eine Folge der Wiedervereinigung und des politischen Wandels in Deutschland. Die Gründe liegen auf der Hand, während es vor über zwanzig Jahren, im Osten überhaupt kein Thema für eine gesunde Frau war, mit Anfang zwanzig ein Kind zu bekommen, sieht das heute ganz anders aus. Ich habe eine Tochter in diesem Alter, sie denkt nur im entferntesten Sinn über Kinder nach.
An erster Stelle steht der Beruf, die Karriere u.s.w. Hier tun sich aber auch schon Widersprüche auf, viele Lehrstellen bleiben unbesetzt, viele mittelständische Betriebe haben Probleme, überhaupt junge Leute in ihre überalterten Belegschaften zu bekommen. Handwerksbetriebe mit Tradition über viele Generationen machen dicht, weil keine Nachfolger das sind, die übernehmen. Nun mache ich aber Halt, da führt nun doch zu weit weg vom Thema, da spielen auch andere Fatoren eine tragende Rolle. Ist aber interessant, die Dinge mal vom Ursprung her zu beleuchten.

Gruß P3



Hallo P3,
Das waere sicher ein eigenes Thema wert (und wenn sich das hier entwickelt dann koennen Augenzeuge oder ich das entsprechend absplitten). P3, ich gehe mit all deinen Beobachtungen mit, nur eben nicht mit den Ursachen. Was Du da sagst mit dem Wandel der Generationen, das ging im Westen schon in den fruehen 70er Jahren los. Das war auch sicher eine Umstellung fuer mich, als ich dann Anfang der 80er Jahre in den Westen kam. Von daher wuerde ich die Ursachen nicht in der Wiedervereinigung suchen.

Die Wiedervereinigung hat den Osten fuer Aenderungen eroeffnet, von denen er kuenstlich abgeschottet war. Das dies auf lange Sicht -in der Mitte Europa's- nicht funktionieren konnte liegt auf der Hand. Man konnte sich auf dem Stand der 60er Jahre nur fuer eine gewisse Zeit abschotten, dann wurden die Gegensaetze und der Druck einfach zu gross.

Was Du mit den Problemen und der Ueberalterung mancher mittelstaendischer Betrieben schriebst, hatte ich selber zu dieser Zeit im Westen auch schon miterlebt - von daher wuerde ich das nicht der Wiedervereinigung zuschreiben. Allerdings hat eben die Wiedervereinigung eine Barriere weggezogen, hinter welcher solche Probleme eine Zeitlang abgeschirmt wurden.

Servus,
-Th


zuletzt bearbeitet 15.11.2009 10:28 | nach oben springen

#66

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Grenztruppen der DDR 15.11.2009 17:47
von P3 | 357 Beiträge

Zitat CaptnDelta :

Hallo P3,
Das waere sicher ein eigenes Thema wert (und wenn sich das hier entwickelt dann koennen Augenzeuge oder ich das entsprechend absplitten). P3, ich gehe mit all deinen Beobachtungen mit, nur eben nicht mit den Ursachen. Was Du da sagst mit dem Wandel der Generationen, das ging im Westen schon in den fruehen 70er Jahren los. Das war auch sicher eine Umstellung fuer mich, als ich dann Anfang der 80er Jahre in den Westen kam. Von daher wuerde ich die Ursachen nicht in der Wiedervereinigung suchen.

Hallo CaptnDelta !

Ich wollte das Thema eigentlich abhaken. Wollte auch nicht meine Meinung zementieren, das ist nicht meine Art.
Aber die Fakten sprechen für sich. Ich habe mal einen Text ausgekramt, den Link dazu setze ich drunter.
Sehenswert auch die Diagramme, die Wiedervereinigung spielt hier schon eine bedeutende Rolle.

… in den neuen Ländern setzte die Verschie-
bung der Altersstruktur erst nach
der Vereinigung ein
In der ehemaligen DDR war die Geburten -
häufigkeit der 20- bis 24-jährigen Frauen bis
Anfang der 1990er Jahre immer noch vergleichsweise
hoch. Die Geburtenhäufigkeit
der übrigen Altersgruppen war deutlich
niedriger und blieb von Ende der 1970er
Jahre bis 1990 relativ stabil. Lediglich in
der jüngsten Altersgruppe der 15- bis 19-
Jährigen hat die Kinderzahl je 1000 Frauen
beständig abgenommen. Nach dem dras -
tischen Absturz der Geburtenhäufigkeit im
Zuge der Deutschen Vereinigung traten in
den neuen Ländern deutliche Verschiebun -
gen in der altersspezifischen Geburten -
häufigkeit auf. Ein erneuter Anstieg ergab
sich – ähnlich wie im Westen – vor allem
durch Geburten von Frauen älterer Alters -
gruppen.

Quelle : Statistisches Bundesamt 2007

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/c...operty=file.pdf

Gruß P3


Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.


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