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 So war das Leben in der DDR
Seiten: 1 | 2 | 3
Wolfgang B. Offline



Beiträge: 861


09.11.2009 11:00
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Zitat von Mike59

Zitat von Wolfgang B.
Ich kann's weder Wissenschaftlich noch Statistisch beweisen, doch ich denke "normale" Straftaten werden in der DDR nicht entscheidend weniger verübt worden sein als in der BRD.
Straftaten wurden meiner Meinung nach, nur nicht so in die Öffentlichkeit gebracht weil sie eben nicht so gut in das gesellschaftspolitische Bild der DDR passten.

"Bei Adolf hätte es sowas nicht gegeben", war schon in den 60er Jahren ein Spruch meiner Oma, wenn wieder mal ein Kinderschänder oder Vergewaltiger unterwegs war. "Oh doch, liebe Oma", dir hat das nur niemand erzählt, würde ich ihr heute sagen. Ähnlich wird es sich vermutlich in der DDR verhalten haben. Aber wie gesagt, ich kann's nich belegen.


--------------------------------------------
Hallo Wolfgang,

ich sehe das auch so, allerdings ist das nicht publizieren von Straftaten auch eine Maßnahme der Eindämmung. Da gibt es z.b. ein aktuelles Konzept der DB AG und der BPOL, um die Suizide an Bahnanlagen einzudämmen (Göltschtalbrücke usw.). Diese werden einfach nicht mehr als Suitid bezeichnet sondern als Bahnunfall mit Personenschaden. Die Ursache ist die Gleiche, wie sich das bis jetzt statistisch auswirkt , darüber habe ich allerdings keine Informationen.

Mike59




Hallo Mike,

kenne auch Fälle hier aus der Nachbarschaft wo Leute vom Hochhaus den "Abflug" gemacht haben und nie auch nur eine einzige Zeile in der Zeitung stand.
Man kann ja auch herrlich beobachten wie in den Medien immer wieder bestimmte "Arten" von Straftaten plötzlich hochkochen wenn erst mal der Anfang gemacht wurde.
Also klar, auch aus dem von Dir genannten Grund wurde wohl z.T. "geschwiegen".

Hallo Alfred,

ich glaube Dir aufs Wort, dass Straftaten in den Medien veröffentlicht wurden, denke aber es wurde "gefiltert" veröffentlicht.
Habe vor zig Jahren Jahren mal gehört, dass zum Besipiel nach einem Ladendiebstahl die betreffende Person öffentlich angeprangert worden sein soll? So in der Art - Josef Pimpelhuber hat in diesem HO-Laden Volkseigentum geklaut -kann das sein? Oder hat die DDR-Rentnerin mir damals einen Bären ufgebunden?

Grüsse aus Freiburg im Breisgau,
Wolfgang
----------------------------------------
WER NICHT SUCHT, KANN NICHTS FINDEN
----------------------------------------
>>>> http://wobaco.npage.de <<<<

Rostocker Offline




Beiträge: 1.331


09.11.2009 11:32
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Da gab es im DDR-Fernsehn öfters eine Sendung,die hieß--Der Staatsanwalt hat das Wort--wo über Straftaten berichtet wurde,

Affi976 Offline



Beiträge: 426


09.11.2009 11:35
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

ja Jürgen, da hast Du Recht, aber ich meine eine Sendung im "Jetzt" Fernsehen. Spektakuläre Kriminalfälle oder so ähnlich. ( ARD oder dritte Programme )
VG Affi

GilbertWolzow Online


Beiträge: 1.506


09.11.2009 11:54
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Zitat von Wolfgang B.

ich glaube Dir aufs Wort, dass Straftaten in den Medien veröffentlicht wurden, denke aber es wurde "gefiltert" veröffentlicht.
Habe vor zig Jahren Jahren mal gehört, dass zum Besipiel nach einem Ladendiebstahl die betreffende Person öffentlich angeprangert worden sein soll? So in der Art - Josef Pimpelhuber hat in diesem HO-Laden Volkseigentum geklaut -kann das sein? Oder hat die DDR-Rentnerin mir damals einen Bären ufgebunden?


ja @wolfgang, es wurde schon gefiltert, allein schon um "trittbrettfahrer" fern zu halten. über kriminalfälle wurde auch immer in der "wochenpost" auf der letzten seite berichtet. dies war immer spannend... einmal las ich dort etwas von meinem ehem. lehrer. obwohl der name eingekürzt war, wusste aus unserer schule jeder bescheid.

zu diebstahl in der kaufhalle

ich kenne es noch als kind, dass in einer kaufhalle in liebenwalde, kreis oraninenburg, grosse fotos hingen von leuten die geklaut hatten. der darunter stehende text war so ähnlich wie von dir genannt. an den regalen waren auch aufforderungen zu lesen wie "diebstahl lohnt nicht" o.ä. na jedenfalls hat die veröffentlichung mit bild mehr bewirkt als 1000 worte, denn es gibt nichts schlimmeres als den dörflichen buschfunk...

*MfS 1984 - 1990, Zollverwaltung 1990 - 1991*
Der Beweis von Heldentum liegt nicht im Gewinnen einer Schlacht, sondern im Ertragen einer Niederlage (David Lloyd George)

Rostocker Offline




Beiträge: 1.331


09.11.2009 11:55
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Zitat von Affi976
Für Kinderschänder/mörder wie ( Erwin? )Hagedorn aus Eberswalde, nahe Berlin gabs die Todesstrafe.
Er hat mit seinen Taten alles auf den Plan gerufen was Beine hatte und ermitteln konnte. Soetwas durfte es nicht geben ( ist ja auch war ). Jedenfalls wurde er geschnappt und der Prozeß sogar gefilmt. Hier gibts bestimmt welche die mehr darüber wissen und ggf. sogar einen Link einstellen.
Ist noch nicht solange her, da kam´s im Fernsehen.
VG Affi


-----------------------------------------------------------------------------------
Hier findet man mehr zum Fall Erwin Hagedorn----http://www.erwin-hagedorn.de

karl143 Online





Beiträge: 1.668


09.11.2009 16:16
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Natürlich gab es in der DDR Gewaltverbrechen wie in jedem anderen Land auch. Nur die Öffentlichkeit wurde davon anders unterrichtet, meißtens garnicht. Wenn es denn sein mußte, wie im Fall Hagedorn auch nur, wenn die Polizei in ihren Ermittlungen auf die Öffentlichkeit angewiesen war. Hier sind ein paar wirklich gute Bücher, ideal für den kommenden Winter.
Die ersten beiden sind von Wolfgang Mittmann verfasst, ein Kenner der Volkspolizei, der über Jahre hinweg selber bei der K war und 1990 als Kriminalhauptkommissar in den Ruhestand ging.
Tatzeit - Band 1 und 2 - Die größten Fälle der Deutschen Volkspolizei - Verlag Das Neue Berlin ISBN 3-360-00895-2
Mordverdacht - Band 3 und 4 - Die größten Fälle der Deutschen Volkspolizei - Verlag Das Neue Berlin - ISBN 3-360-01244-5
Beide Bücher bestechen durch sehr viele Details, Tatortskizzen und Bilder von Originalfotos.

Außerdem ist zu empfehlen, wer sich gerne durch spektakuläre Kriminalfälle liest: "Der Ripper von Magdeburg" von Bernd Kaufholz. Verlag Edition Volksstimme (Magdeburger Tageszeitung) ISBN 3-89812-115-1
Hier geht es um einen dreifach Mörder von 1973. Er wird zum Tode verurteilt, noch in der DDR begnadigt, dann vorzeitig aus der Haft entlassen und schlägt dann 1995 wieder zu. Diesmal bekommt er 13 Jahre Freiheitsentzug...
Bernd Kaufholz ist der Chefreporter der Magdeburger Volksstimme und hat sehr viele Detailkenntnisse aus der Magdeburger Gegend.

Für die Brandenburger unter uns ist sicherlich sehr interessant "Der Mord in Wandlitz" und andere historische Kriminalfälle aus der Region Brandenburg. Autor ist Peter Frille. ISBN 3-8313-1289-3. Hier geht es um Kindermorde, Raubmorde,usw. Erschienen ist das Buch im Wartberg Verlag.

Noch einen Zusatz. Problematisch ist bei der Strafbeurteilung, das in den ersten Jahren nach der Wende die besondere schwere der Tat in den neuen Bundesländern nicht verhängt werden konnte. Dadurch ist die Möglichkeit, einen Täter nach der Verbüßung auf ewig "wegzuschließen" nicht möglich gewesen. Mittlerweile ist dies aber auch berichtigt worden.
Also, lesen bildet.

http://www.grenzstreife.de

ABV Offline




Beiträge: 288


09.11.2009 17:43
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Als ehemaliger DDR-Polizist kann ich dazu folgendes sagen:
Es gab natürlich in der DDR Straftaten aller Art. Allerdings wurde, insbesondere bei Wiederholungstätern, härter durchgegriffen. Am 24.12. 1988 musste ich einen damals achtzehnjährigen im Zellentrakt des VPKA Seelow bewachen. Der Junge hatte mehrfach im alkoholisierten Zustand Leute geschlagen und verletzt. Nach dem letzten Vorfall am 23.12. wurde er auf Weisung des ´Staatsanwaltes vorläufig festgenommen, von der KriPo vernommen und danach in die Untersuchungshaftanstalt Frankfurt (Oder) eingewiesen. Das perfide daran war, es dauerte einige Stunden bis das Transportkommando vor Ort war. Bis dahin musste ich das " Häufchen Elend", dass sogar nicht mehr an einen Schläger erinnerte, moralisch aufbauen. Er war noch nie im Gefängnis und dann auch noch Weihnachten... Der diensthabende Kriminalist hatte extra Essen für den Jungen von Zuhause mitgebracht, damit er nicht auf dumme Gedanken kam. So ehrlich und intensiv hatte wohl noch nie jemand seine Taten bereut. Polizeilich ist er später nie wieder in Erscheinung getreten. Ein Schlüsselerlebnis war für ihm sicher auch die Belehrung des Transportkommandos," dass bei Fluchtversuchen von der Schusswaffe Gebrauch gemacht wird." Als dann die schweren Handschellen klickten, war das Entsetzen seinerseits groß. Aber wie gesagt, es hat geholfen.
In der DDR wurde auch ziemlich streng und Öffentlichkeitswirksam gegen das so genannte " Rowdytum" zu Felde gezogen. Rowdytum deckte so ziemlich das ganze Spektrum von Sachbeschädigung bis zur Massenprügelei ab. Ich kann mich noch an einen Vorfall Mitte der achtziger Jahre erinnern. Zwei ziemlich betrunkene Jugendliche hatten auf dem Heimweg von einer Disco Leitpfosten herausgerissen und auf die Straße geworfen. Ein paar Verkehrsschilder hatten die beiden ebenfalls deformiert. Alles in allem sicher kein Kavaliersdelikt, aber auch kein lupenreines Verbrechen. Die beiden Jugendlichen landeten vor dem Kreisgericht, die örtliche Presse berichtete über den Prozess und anschließend fanden sich die beiden im Jugendgefängnis wieder. Die Freiheitsstrafe betrug nur einige Wochen, war aber ebenfalls Abschreckung genug.
In der DDR wurde in aller Regel die Untersuchungshaft bei begründeter Wiederholungsgefahr angeordnet. Im Gegensatz zu heute reichte es aber schon aus, wenn man wegen des selben Delikts bereits angefallen war. Also ein notorischer Dieb wanderte in den meisten Fällen immer wieder in Untersuchungshaft, wenn man ihn erneut ertappt hatte. Da genügte es auch nicht, wenn man über einen festen Wohnsitz verfügte.!
Eine weitere Sonderregelung der DDR war der § 48 STGB, nach dem man gegen entlassene Strafgefangene staatliche Kontrollmaßnahmen verhängen konnte. In der Praxis bedeutete das, dass sich ein entlassener Strafgefangener zu festgelegten Zeiten, mindestens aber einmal in der Woche, bei seinem zuständigen Abschnittsbevollmächtigten melden musste. Dem ABV gegenüber musste er über über eventuelle Probleme beispielsweise auf der Arbeitsstelle oder im privaten Bereich berichten. Der Polizist musste über jeden der ihm anvertrauten " 48"er eine Kontrollakte führen. Des Weiteren war der ABV berechtigt, jederzeit und ohne Anmeldung die Wohnung des "48"er ( so hießen diese Leute im Polizeijargon), zu betreten. Allerdings hatte die Polizei nicht nur die Pflicht sich die Probleme der betreffenden Personen anzuhören, sondern auch weitestgehend Hilfe zu leisten. Ein Gespräch mit dem örtlichen Bürgermeister oder Parteisekretär konnte da schon einiges bewegen. Die Volkspolizei übernahm dabei Aufgaben eines " Streetworkers". Das "Exknackis" nicht immer großes Vertrauen in die Polizei hatten, lag allerdings auf der Hand.

Gruß an alle
Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de

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ABV Offline




Beiträge: 288


09.11.2009 18:21
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Ich habe euch mal einen Originalzeitungsartikel aus dem Jahre 1980 über ein typisches DDR-Delikt, hochgeladen.
Den Kommentar dazu verkneife ich mir einstweilen.

Gruß an alle Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de

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Angefügte Bilder:
Scannen0001.jpg  
josy95 Online


Beiträge: 934


09.11.2009 19:29
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Kann mich den Beiträgen von ABV und anderen nur anschließen. Klar hat es in der DDR auch Straftaten wie anderswo gegeben. Aber wie auch schon beschrieben, wurden die nicht in einer Art Sensationsjournalismus breit getreten, vermarktet. Das hat zweierlei Gründe gehabt: 1. den politischen, klar, im Sozialismus à la DDr durfte es soetwas nicht geben und 2., um eine Nachahmeeffekt, eine Art Anleitung zu vermeiden. Und das war wohl auch gut so. Der Artikel in Bezug auf DB- AG und Bundespolizei belegt es ja. Berichtet wurde im großen und ganzen nur in der lokalen Presse, lokales Fernseh oder Radio in diesem Sinne gab es ja nicht. Nur äußerst spektakuläre Fälle wurden DDR- weit in die Öffentlichkeit gestellt. Dies nur kurz und knapp und mit den unbedingt notwendigen Fakten. Eben anders wie heute. Wenn man heute manchmal bestimmte Tageszeitungen sieht, da tropft doch schon das Blut aus dem Zeitungsständer...

josy95

Man muß auch manchmal Pech haben im Leben und vor allem damit umgehen können, dann weiß man die glücklichen Momente im Leben um so mehr zu schätzen!
(Sinngem. Zitat Gregor Gysi)

josy95 Online


Beiträge: 934


10.11.2009 19:03
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Muß meinen gestrigen Beitrag nochmal ergänzen.
Ein sehr großes Problem in der DDr- Kriminalität waren doch Diebstahlsdelikte sowohl im Bereich aus Firmen, aber auch im privaten Bereich. Auf Grund der Mangelwirtschaft wurde doch alles geklaut, was nicht niet- und nagelfest war. Es galt doch allerorten die Parole "SKET" = Sichten, Klauen,Einlagern, Tauschen. Auch wenn das etwas zum Schmunzeln anregt, denn richtig hieß ja "SKET" Schwermaschienenbaukombinat Ernst Thälmann, eine in Magdeburg ansässiges typisches DDR- Kombinat. Geklaut und verschoben wurde im großen wie im kleinen Stil, das ging los bei Nägeln, Schrauben, Werkzeugen ect. und endete bei ganzen LKW- oder sogar Eisenbahnwaggonladungen.

Mitte der 80-er hatte man unseren damaligen staatl. Leiter des Bahnbetriebswerkes Wernigerode "am Arsch", hat sich Kreissägen, Gartenschaukeln und alles mögliche bei uns in der Werkstatt bauen lassen (natürlich während der Arbeitszeit) und dann Freitags mit nach Hause (der war strafversetzt zu uns und wohnte in Stendal) genommen. Irgendwann hat er es dann zu bunt getrieben und unser ABV von der Trapo hat ihn mit der K vom VPKA Wernigerode am Ortsausgang hochgezogen. PKW und Hänger voll mit Diebesgut, u. a. auch Fenster- und Türgriffe aus Rotguß/ Messing. Zu der Zeit war für unsere Loks sonst kaum mal neues Rohmaterial aus Messing/ Rotguß zu bekommen und der hat sich Fenster- und Türgriffe draus drehen lassen...! Das hat natürlich eine ganz schöne Welle gemacht, aber es waren eben auch eine Art mafiose Strukturen, alle Beteiligten bis auf die Verantwortliche des Materiallagers (ein Sündenbock mußte ja sein!) saßen hinterher noch auf ihren "Pöstchen". Sind wohl alle mit einem Verweis und einer Parteirüge (waren ausnahmslos alles SED_ Genossen) davongekommen. Der Kollege, der das angezeigt hat (eine absolut fähiger Werkmeister), ist dann 2 Jahre später "freiwillig" gegangen, Mobbing gab es eben auch zu DDR- Zeiten schon...! Unser staatl. Leiter hat im selbigen Jahr noch den einzigsten Saison- FDGB- Ferienplatz an der Ostsee bekommmen. Saß damals selbst mit in der Ferienkommission. Meine Wenigkeit und 2 andere haben dagegengestimmt, wurden aber überstimmt. DFas ließ man uns hinterher auch spüren...!

Ja, so war es eben. Wie immer. Die kleinen hängt man, die großen läßt man laufen!

josy95

Man muß auch manchmal Pech haben im Leben und vor allem damit umgehen können, dann weiß man die glücklichen Momente im Leben um so mehr zu schätzen!
(Sinngem. Zitat Gregor Gysi)

Zermatt Online




Beiträge: 2.205


10.11.2009 19:22
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Gab es auch mal einen Fall,der richtig für Aufsehen sorgte und Schlagzeilen machte ?(ich weiss kein Vergleich,aber so
was ähnliches wie der legendäre Überfall auf den Postzug in England in den 60iger Jahren)

josy95 Online


Beiträge: 934


10.11.2009 19:24
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Manch einer wird vorhin vielleicht gedacht haben, ich erzähl hier Räuberpistolen, was den Diebstahl eines ganzen Eisenbahnwaggons anbelangt. Aber hier mehr dazu:

Wir hatten in Wernigerode auch mehrere Anschlußgleise mit unserer Schmalspubahn zu bedienen (Güterverkehr). Wie heute noch üblich, wurden die Normalspurgüterwagen auf s. g. Rollböcke (schmalspurige Untersetzgestelle) über eine Grube aufgerollt, der Eisenbahner sagte aufgebockt. In Wernigerode am Hauptbahnhof hatte der VEB OGS (OGS = Obst, Gemüse, Speisekartoffeln), der DDR Großhandel eben für diese Waren eine Entladestelle/ Lager. Speziell zu Weihnachten kamen da immer auch die Südfrüchte per Waggon von den Überseehäfen für den gesamten Kreis Wernigerode an. Wenn wir "pünktlich" den Anschluß bedienten, gab es immer etwas Deputat aus zerbrochenen, zerdrückten Verpackungen ect. D. h. z. Bsp. eine Kiste Apfelsinen (wovon fast die Hälfte Matsch war) für 6 Kollegen zum Aufteilen. Die Lehrlinge haben natürlich auch was abbekommen. Zwei so`ne Blödmänner von Lehrlingen war das natürlich nicht genug, die haben in der Nachtschicht einen Waggon geknackt, wußten ja anhand der Frachtpapiere, wo was drin war. Plombe geknackt, Tür aufgeschoben. Na, da war es schon passiert. Die Ladung (Apfelsienen) war im Innnern etwas verschoben, und schon purzelten einige Kisten durch die geöffnete Tür...
Die sich Taschen und mitgebrachte Beutel vollgestopft, die Waggontür wieder einigermaßen verschlossen, den Rest einschl. der leeren Kisten auf anderen, offenen Waggons "entsorgt". Dabei haben sie wohl etwas übereifrig und kräftig geworfen, so das einige Sachen über die Waggons flogen und zwei Trapos genau vor die Füße, böse Zungen nhaben behauptet, sogar auf den Kopf......!

Da war das Theater natürlich im Gange! Vernehmung der beiden, und die haben natürlich alles ausgeplaudert..., unter dem Motto, "...die machen das ja auch so...!" Das war natürlich gefundenes Fressen für die K, logisch!
Es kam dann in Folge zu einer "Massenvernehmung" unter den Eisenbahnern und bei Fa. OGS. Bei OGS sind dann wegen anderer Schiebereien zweie n den Knast gegangen. Einen ehem. Kollegen von mir wollte man einen ganzen Eisenbahnwagen mit Bananen unterschieben...,der irgendwo auf einem Vorharzer Bahnhof verschwunden war. Wie das bei derartigen Vernehmungen nun mal so üblich ist...!

Der Waggon ist dann irgendwann nach Monaten als s. g. Irrläufer mit manipulierter Wagennnummer wieder aufgetaucht, natürlich ohne Ladung!


josy95

Man muß auch manchmal Pech haben im Leben und vor allem damit umgehen können, dann weiß man die glücklichen Momente im Leben um so mehr zu schätzen!
(Sinngem. Zitat Gregor Gysi)

Alfred Online


Beiträge: 726

10.11.2009 19:37
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Karl,

Du darfst gern schreiben was Du möchtest, aber auch in der DDR wurde über Straftaten berichtet.

Was nun besser ist, alles auszuwalzen, wie zum Teil heute- oder auch ma über etwas nicht zu berichten, da wird es verschiedene Meinungen geben.

Als Anhang mal einige Zahlen, auch wenn Statistiken immer ihre Eigenheiten haben.

Aber mal einige Zahlen / Jahresdurchschnitt 1975 / 79 in der DDR

Vorsätzliche Tötung 129
Vorsätzliche Körperverletzung 11.329
Vergewaltigung 622
Raub / Erpressung 623

Josy,

immer an Zahlen halten, macht sich besser.

1979 gab es je 100.000 Einwohner

Diebstahl /Unterschlagung

BRD 3,798
DDR 328

Betrug

BRD 394
DDR 39

Urkundenfälschung

BRD 47
DDR 3

Vorsätzliche Tötung

BRD 6
DDR 1

Brandstiftung

BRD 28
DDR 5

Fälle.

"Das Böse ist natürlich - seitdem es die Gestapo nicht mehr gibt und weil die Existenz Satans nicht zweifelsfrei bewiesen ist - das MfS."

Alfred Online


Beiträge: 726

10.11.2009 19:40
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Zermat,

vielleicht hast Du den "Polizeiruf" schon mal gesehen.

"Der Kreuzworträtselfall"

Dieser beruht auf Tatsachen.

"Das Böse ist natürlich - seitdem es die Gestapo nicht mehr gibt und weil die Existenz Satans nicht zweifelsfrei bewiesen ist - das MfS."

Zermatt Online




Beiträge: 2.205


10.11.2009 20:10
RE: Gewalt in der DDR ? Zitat · antworten

Zitat von Alfred
Zermat,

vielleicht hast Du den "Polizeiruf" schon mal gesehen.

"Der Kreuzworträtselfall"

Dieser beruht auf Tatsachen.


Alfred,nein kenn ich nicht,kannst du mir bitte kurz schildern worum es geht ? Danke.

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