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Grenzgänger: Deutsche Geschichte auf Schusters Rappen

in Presse Artikel Grenze 07.10.2008 14:21
von Angelo | 12.391 Beiträge

Neuer Wanderweg eröffnet – Thüringen, Grabfeld und die Haßberge profitieren gleichermaßen vom Grenzgänger-Wanderweg
Der Naturpark Haßberge hat in Abstimmung mit seinen thüringischen Nachbarn im Bereich Trappstadt/Schlechtsart/Gompertshausen den rund zehn Kilometer langen Themenwanderweg „Der Grenzgänger“ eröffnet. Viele Bürger hatten sich zu der Feier am Tag der Deutschen Einheit eingefunden.

Die Musikkapelle Trappstadt eröffnete musikalisch und das Bayerische Fernsehen hatte die Kamera startklar. Der Vorsitzende des Naturparks Haßberge, Landrat Rudolf Handwerker, erläuterte die Gründe, den „Grenzgänger-Wanderweg“ einzurichten. Der Naturpark Haßberge grenzt auf einer Länge von 20 Kilometern an Thüringen. Die gemeinsame Geschichte – auch die der Teilung – verbindet die Regionen. „Dies war für uns Anlass“, so Handwerker, „mit unseren Nachbarn ein gemeinsames grenzüberschreitendes Projekt zu verwirklichen und heute zu eröffnen.“

Handwerker kann sich noch, als wäre es gestern, an den Tag erinnern, als die Grenze fiel. Enthusiastisch wurde damals mit den Nachbarn gefeiert. Doch die Zeit vergeht, deshalb brauche man solche Plätze, an denen man sich erinnern könne. Es sei gelungen, Naturschutz, Tourismus und jagdliche, aber auch private Interessen unter einen Hut zu bringen, was nicht immer leicht gewesen sei.

Profitieren wird auch die Gastronomie. In den Orten im Umfeld des Wanderweges gibt es noch intakte Einkehrmöglichkeiten und einige Selbstvermarkter. In Bad Königshofen befindet sich das Grenzmuseum, welches die Geschichte der ehemaligen innerdeutschen Grenze darstellt und für die Besucher eine willkommene Ergänzung bietet.

Ausschlaggebend dafür, den Grenzwanderweg einzurichten, war die Tatsache, dass es hier noch Relikte der DDR-Grenze zu sehen gibt, erklärte Winfried Seufert vom Naturpark Haßberge. Dazu gehörten der Kfz-Sperrgraben, Reste eines Grenzzaunes und der Original-Kolonnenweg, auf dem einst DDR-Fahrzeuge und NVA-Soldaten patrouillierten.

„Man durfte nicht an die Grenze, wollte aber wissen, was denn da drüben ist“

Heidi Bärwald, Bürgermeisterin von Schlechtsart (Thüringen)

Neben einer Informationstafel am Weg findet man eine Holztafel mit einer Klappe. Wenn man diese öffnet, blickt man genau auf die wohl beim Abbau vergessenen Reste eines Grenzzaunes. Damit der einstige Grenzaufbau richtig deutlich wird, hat man den Sachverhalt auf der Infotafel ausführlich dargestellt.

Zudem gibt es Holzsäulen speziell für Kinder. Eine steht auf Thüringer, die andere auf Bayerischem Gebiet. „Damit kann man in Form eines Baumtelefons sozusagen zwischen Ost und West telefonieren“, sagt Seufert. Zeigen will man damit, wie schwierig es früher war, den Kontakt herzustellen und wie einfach es sein kann, miteinander zu sprechen.

Heidi Bärwald ist Bürgermeisterin von Schlechtsart in Thüringen und auch sie weiß noch, wie schlimm die Grenzziehung war. „Man durfte nicht an die Grenze, hatte sich damit abgefunden, wollte andererseits aber auch wissen, was denn da drüben ist.“ Für sie ist der neue Weg deshalb auch ein Zeichen des Zusammenwachsens. Die Bürgermeisterin mahnt, auf dem Kolonnenweg zu bleiben, die Gefahr eventueller Minen im Umfeld des Waldes sei nicht ganz vorbei.

Mit der gemeinsam gesungenen Nationalhymne anlässlich des „Tages der Deutschen Einheit“, gespielt von der Musikkapelle Trappstadt, wurde der Wanderweg eröffnet. Einige „Grenzgänger“ machten sich sogleich auf den Weg, um den Wanderweg kennenzulernen.

Daten und Fakten

„Der Grenzgänger“ In den Rundweg kann man bei Trappstadt ebenso einsteigen wie von Schlechtsart, Gompertshausen oder Linden aus. „Der Grenzgänger“ ist ein Wanderweg mit viel Natur und er führt auch durch das Naturschutzgebiet „Altenburg“ und die „Fränkische Schweiz“


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