#81

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.12.2009 16:27
von Roland 87 | 215 Beiträge

Ich bin voll deiner Meinung!



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#82

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.02.2010 20:30
von Rüganer (gelöscht)
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Als ich 1980 zum Reservistendienst eingezogen wurde, stundenlang im Wald maschiert bin, mit leerer Waffe das Objekt bewachte und dieses Gesülze aushalten musste, was man als Mot.-Schütze wohl ertragen muss, Hurra - Geschrei beim Sturmangriff auf den Gegner - da habe ich mich schon etwas an einen Dienst an der Grenze zurückgesehnt und war vielleicht etwas stolz darauf, dass die Grenzer doch etwas anderes waren, als die anderen Waffengattungen. Es ist eben ein Unterschied, ob man 60 Schuß mitschleppt und dafür auch verantwortlich ist, oder ob man solche taktisch technischen Spielchen absoviert. Hier im Forum gibt es eine Diskussion über die EK-Bewegung, die es bei den Grenzern eben in der Härte und mit den Spielen der Mot.-Schützen nicht gegeben hat, auf sowas ist man vieleicht stolz. Mir hat jedenfalls auch nie einer mehr etwas wegen einer unsauberen Waffe etwas gesagt, dies habe ich in der Grenzkompanie bis zur Ermüdung üben müssen, das paarweise Auftreten und damit der Zwang, sich auf den anderen einstellen zu müssen, mit ihm die 8 Stunden zu stehen und sich zu vertrauen, wo gab es so etwas in anderen Einheiten? Ich denke schon, so mancher Grenzer, jedenfalls in meiner Generation fühlt sich schon ein bisschen als Elite oder etwas über die anderen NVA - Leute erhaben, ob das nun als Stolz zu bezeichnen ist, sei dahingestellt.


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#83

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.02.2010 20:33
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

rüganer,ich glaube das ich es schon schrieb.ich war stolz ein grenzer zu sein,da ich auch die nva seite als reservist erlebte waren grenzer doch irgendwie wie eine familie.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#84

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.02.2010 20:46
von Friedensfahrt | 402 Beiträge

Hallo manne44
besser hätten viele Kantensteher es hier nicht schreiben können.Es ist genau so geschrieben.Bin auch mit 23 Jahren eingezogen,
Grüsse aus Sachsen


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#85

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.02.2010 21:32
von wosch (gelöscht)
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Stolz kann man nur sein auf seine eigene Leistung, wer das anders sieht, sieht es meiner Meinung nach falsch!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#86

RE: Die Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.02.2010 22:03
von Mongibella (gelöscht)
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Hmmmm, Gilbert hatte mal gesagt, ich wär ja auch sowas wie ein Grenzer gewesen....und das stimmt ja irgendwie auch....ich hatte die Luftgrenze im Auge zu behalten, ich mußte ja schliesslich aufpassen, das die Luftkorridore nach Berlin eingehalten wurden, kein Flugzeug zu nahe an die DDR kamen, die die Linie Hamburg Kopenhagen geflogen sind und ich hatte auf Sportflieger jenseits der Grenze zu achten....das allerdings weniger, da ich nur 70km weit kucken konnte, im 140km-Modus wurde nur sehr selten umgeschaltet, meistens tat ich es wenn mal ein ausserplanmässiger Flug stattfand oder die Blackbird unterwegs war, was aber auch sehr selten war....

....nun ja zur Frage ob ich stolz war die Grenze schützen zu dürfen....hmmmm, nee..nich echt, eigendlich garnich...ich war deutlich gegen meinen Willen gezogen wurden und hatte mit der Luftwaffe Abteilung KuckInDieLuft ein riesen Glück gehabt, der Drill einer langen Ausbildungszeit blieb mir erspart und eigendlich war'n wir nur ganz normal und alleine am arbeiten, die Vorgesetzten sah man eh kaum und wir paar Männekes auf der ST-68U waren eigendlich ne kleine nette Gruppe, ein EK der ganz okee war, zwei Zwiepies, die echt in Ordung waren, ein Uffz, den man sogut wie nie sah, der Fähnrich, der auch kaum mal oben war und dann Liselotte Pulver in Uniform(unser Hauptmann, später Major), der kam auch nur sehr selten mal hoch auf die Station....das da oben kaum jemand war von den höheren Dienstgraden hatte wohl mit der Strahlenbelastung zu tun....wir taten eh immer sehr gute Arbeit, allein schon weil die Anforderungen echt nich hoch waren, das Radargerät war in 1981 entwickelt worden und sehr modern, alles ging eigendlich von selbst, es hatte ne automatische Zielführung und einen zweiten Bildschirm wo man nur noch die Koordinaten ablesen brauchte (also nich vom Gradnetz selber) was echt easy war....und wie gesagt, wir kuckten eh nur im Nahbereich im Gegensatz zu den anderen Stationen in unserer Einheit....

....Stolz kam höchstens mal gegenüber anderen Waffenfarben auf, wir hatten ja die hellblauen Accessoires an der Uniform, aber naja, die blöde Uniform hatte ich eh nur sehr selten an, meistens gab es die FDU, die ja überall gleich war und da weiß ich schon garnichmehr ob da die Applikationen auch in Waffenfarbe waren, ich glaub aber eher nich....

....wie soll ich auch stolz gewesen sein einem Landesteil zu dienen, das sich vom Rest vom Land abgeschottet hatte und nen unsinnigen kalten Krieg gespielt hatte mit dem Rest der Welt....klar is die Intension einer alternativen Gesellschaftsform errichtet zu haben sehr edel, aber wie wir wissen und wußten nur ermöglicht durch ein strenges Dogma und da war ich als Alternativling nun garnich einverstanden mit....zumal man ja Westverwante hatte und aus erster Hand wußte, wie *schrecklich* eigendlich der *Gegner* war....klar herrschte Kapitalismus beim Gegnder, man krichte aber mit, das es da garnichmal so schlimm war und das man sich da überhaupt besser entfalten konnte....ich hätte sicher studiert, wenn ich nur 4-6 km nördlicher geboren worden wäre, ich wußte auch, das ich im andern Teil meiner damaligen Heimat sicher nich zu einer Armee gehören mußte, ich hätt ganz sicher verweigert und Zivildienst geleistet....ja ich hätt's gemacht....ich bin auch deshalb desertiert, weil ich doch immer etwas anders war als die anderen Jungens in Town or Village....ich hab's auch getan, weil ich eigene Probs mit meiner eigenen Identität hatte, ich hab mich schon vor der NVA in eine Subkultur geflüchtet als Ersatz für die fehlende männliche Identität und auch deswegen, weil ich grosse Probleme im Elternhaus hatte, mich selbst im ganzen Clan als schwarzes Schaf gefühlt hatte.....ich wollte nur weg....die DDR konnte mich am Arsch lecken mit ihrem blöden Geschwafel, der idiotische kalte Krieg ging mir aufm Sack(denkt jetzt nich falsch, ich weiss, das da auch zwei Seiten dran Schuld hatten), die Familie durfte das und jaja, der ganze Rest der Gesellschaft durfte mir auch den Buckel runterrutschen....

....nee stolz war ich nich um irgendeine imaginäre Linie in der Luft zu bewachen, die ein paar verbohrte Politiker in die Luft gezeichnet hatten....für mich dann halt im Dienst....dadrunter muß sich jetzt der Leser noch den Zaun vorstellen....oder die Zäune, waren ja mehrere, die mein Leben halt eingeschränkt hatten...lebte ja eh im Zonenrandgebiet....und wer den Kreis Salzwedel kennt, der weiß, das es da nich nur an einer Seite die Grenze gab....

....nee, ich wollte raus....weg in den Ruhrpott, nach Holland auch....das Land hatte es mir auch schon in der DDR sehr angetan....wie auch andere Länder ne magische Anziehung auf mich hatten....medienmässig war man ja versorgt, im grenznahen Raum hatte man eh vielleicht mehr Sehnsucht und Infos aus erster Hand, die Verwantschaft tat ein Übriges....nein ich hab mich bis auf mein Elternhaus(das auch nur beschränkt) und einigen Freunden kaum zu Hause gefühlt in der DDR....noch im Ausgang damals wenn wir nach Rostock gingen....nunja, ich sah die Schiffe und Fähren ab oder anlegen im Hafen von Rostock und da war das Gefühl von, is da nich irgendwo ein Plats drauf, wo man sich verstecken könnte und dann irgendwo weit weg in einem anderen Land ausserhalb der Umzäunung wieder ausssteigen kann....immer kreisten solche Gedanken durch meinem Kopf....ich bin halt ein ewiger Flüchtling, ja ich bin so, ich hab es nichtr schwierig, da wegzugehen, wo es mir nicht gefällt....

....in einem anderen Thread schrieben heute welche, das Deutschland nicht ihr Land ist, ja mein Land war schon die DDR nicht....aber versteht mich nicht falsch, ich gebe in jedem Formular, wo nach dem Geburtsland gefragt, wird immer schön DDR ein....das aber auch erst seit dem ich nen holländischen Paß habe....in Holland steh ich eh im Geburtsregister als geboren in de Duitse Demokratische Republiek....das find ich ja eigendlich schon wieder lustig....in Deutschland wird da kein Unterschied gemacht, bei uns wohl....macht aber nich echt, das ich drauf stolz bin, dort geboren zu sein....was mich aber schon stolz macht ist wiederum, das ich jetzt sagen kann, ich kenn alle beide Deutschländer....es ist irgendwie so, wie ich beide Geschlechter kenne....

welte rusten allemaal en de groeten uit Wijchen

Mara


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