#1

Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 04.11.2009 23:15
von Angelo | 12.393 Beiträge

In den frühen Morgenstunden des 26. Oktober 1978, es war ein Donnerstag und noch dunkel, trat ich den letzten Dienstgang an der Grenze an. Zusammen mit meinem Begleiter (Posten), einem jungen Soldaten aus Sachsen, wurden wir am Ortsrand von Silkerode im thüringischen Eichsfeld abgesetzt. Der Auftrag (Befehl) lautete: Genzverletzer aufzuspüren, festzunehmen oder zu vernichten. Im Speziellen war es unser Auftrag, den Spurenkontrollstreifen unmittelbar vor der Sperranlage an der Grenze zur BRD zu kontrollieren. Dieser Kontrollstreifen hatte eine Breite von 6 m und hieß in der Kurzform einfach K6. Ein- oder zweimal täglich wurde einem Posten der Grenztruppen der DDR befohlen, diesen K6 auf Spurensicherheit zu kontrollieren wobei die erste Kontrolle stets bei Tagesanbruch erfolgte.

weiterlesen hier

http://rolfrost.de/postengang.html


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#2

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.11.2009 10:43
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich würde sagen das ist ein gelungener sehr interessanter Beitrag!

Gruß Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#3

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.11.2009 11:21
von rustenfelde | 676 Beiträge

Sehr guter Artikel, Danke.
Das Eichsfeld ist immer wieder eine Reise wert.

Gruß RF


"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


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#4

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.11.2009 14:18
von Schreiber | 258 Beiträge

Zusammen,

es ist ein sehr schöner Bericht und da ich selber oft den K6 in den Abschnitt
gelaufen bin kann man sich in die Gegebenheiten zurückversetzen. Ich hatte mir
auch immer mal vorgenommen den K6 im Bereich der Strasse B-B Bockelnhagen-Bartollfelde
abzulaufen, aber bis jetzt kam es noch nicht dazu.

Eine Frage stellt sich mir. Der Kontrollstreifen wurde von einer Grenzkompanie
zur nächsten gelaufen oder war das unterschiedlich geregelt.
Der Bericht geht von GK Silkerode nach GK Mackenrode und dazwischen lag die GK Weilrode.

Gruß
Reinhard


==================================================
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
Konfuzius


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#5

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.11.2009 16:31
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Möchte mich mal anschließen.Sage einfach mal,ein schöner Bericht.
Habe mal versucht den letzten Grenzgang an Hand von Kartenmaterial dazustellen.Hoffe ich liege richtig.

Angefügte Bilder:
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#6

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.11.2009 16:32
von P3 | 357 Beiträge

Eine Frage stellt sich mir. Der Kontrollstreifen wurde von einer Grenzkompanie
zur nächsten gelaufen oder war das unterschiedlich geregelt.
Der Bericht geht von GK Silkerode nach GK Mackenrode und dazwischen lag die GK Weilrode.

Hat jetzt zwar nichts mit dem o.g. Abschnitt zu tun, aber ich schreibe mal ein paar Zeilen zum Thema. Bei uns war ja noch Batallionssicherung, es war unterschiedlich geregelt. Wurde auch abschnittsweise mit KFZ abgefahren.
Besonders war der Abschnitt links und rechts der Güst Eisfeld. Da war die SM 70 angebracht. Das Gelände war sehr uneben. Besonders nach tagelangem Regen kam es zu regelrechten Erdrutschen, hervorgerufen durch den K6, der das Wasser gut aufnahm. Der 3 Meterzaum kam in Bewegung, brachte vereinzelt die SM 70 zum Auslösen. War dann Stress, nach jeder Detonation wurde Grenzalarm ausgelöst und man musste vor Ort zwecks Spurensicherung. Oft war Wild an uralten Wechseln in den Zaun gelaufen. Die Tiere verendetet oft qualvoll.

Gruß P3


Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.


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#7

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.11.2009 17:26
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Wer will kann sich einige Fotos anschauen,ich bin im August diesen Abschnitt abgelaufen.
Die Fotos findet man unter der Rubrik"Spurensuche an der innerdeutschen Grenze",es heisst dann:
Vom Südharz ins Eichsfeld Teil 1,2,3 und 4.



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#8

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.11.2009 19:24
von Ludwig | 252 Beiträge

Mein letzter Postengang war die 481. Schicht am "Kanten" und fand statt als PoKo im SiA 10.GK Spechtsbrunn im GR Sonneberg 3.GB.Nach dem letzten verschließen des Tors und der Spurensicherheit meldeten sich alle EK´s über GMN
"zum letzten mal von hier ....". dann wurde das Gummiohr an einen neuen EK weitergegeben. Unser führender Ultn.
hatte sich mit seinem P3 schon abgesetzt, wir brauchten mit dem LO etwas mehr Zeit, um uns von allem zu verabschieden,
was wir eigentlich nicht wiedersehen wollten. Also zum letzten mal von Spechtsbrunn nach Probstzella,
an der GK angekommen, stiegen wir vor dem Tor ab (nur bei der letzten Schicht üblich) und gingen zu Fuß am WE vorbei.
Leider wollte es der absolute Zufall, daß der Bat-Polit gegen 21.30 noch im Objekt war (der Stab war im Objekt der
12.GK). der hatte den Hühnerhaufen gesehen und machte einen derartigen Terror, daß wir dachten, wirklich am
letzten Tag noch Ärger zu kriegen. Aber die Drohungen waren nur leeres Geschwätz.

Ich habe im Forum noch nichts über den letzten Urlaub gelesen: Dazu mal ne kleine Episode:

Die Rückkehr aus dem letzten U. war üblicherweise in Zivil. Ich stieg also aus dem Zug aus Saalfeld aus,
es muß so gegen mitternacht gewesen sein. Auf halbem weg zur GK kam mir der SuPo und der P3 der A-gruppe
entgegen. Als interessierter Noch-Grenzer fragte ich den WE nach dem grund:

Jemand hatte in der Nähe des Bahnhofs eine unbekannte männl. Person in heller Lederjacke gesehen und
Krach geschlagen. In dem Moment guckte mich der WE an und hatte begriffen.....
2 Schachteln F6 brachten ihn vom Gedanken an eine Meldung ab!!!



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#9

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 05.11.2009 19:41
von altgrenzer (gelöscht)
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Hallo,

danke Angelo, für das Zitat und die Verlinkung.

Die Kompanien waren: 3. Mackenrode, 4. Weilrode, 5. Silkerode

Der Abschnitt 4 (Weilrode) ging vom Hundewinkel (zwischen Mackenrode-Weilrode) ziemlich geradeaus westwerts bis zu einem Knick, wo die Grenze dann wieder Nord-Süd verläuft. Im Westen (Niedersachsen) ist da das Rothenberger Haus, heute ein Golfplatz. Dort war die Trennungslinie Abschnitt 4/5. Mitten durch den Abschnitt 4 ging die Straße BB (Bockelnhagen Bartolfelde).

Hinter dem Abschnitt 4 lagen also die Ortschaften Silkerode, Bockelnhagen, Weilrode.

S'ist lange her, möglicherweise muss ich meinen Beitrag mal überarbeiten, danke für den Hinweis.

Ein besonderes Erlebnis war auf der Heimfahrt vor 2 Wochen der A 38 "Tunnel der Einheit" bei Rustenfelde, Schachtebich. Ein Tunnel unter der Grenze hindurch!!! Sowas haben wir uns früher doch immer gewünscht ;-)

Viele Grüße,
Rolf

PS: Schreibt doch auch mal was über Euren letzten Postengang.


CAT hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.11.2009 19:48 | nach oben springen

#10

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.11.2009 11:34
von EK 81/2 | 46 Beiträge

An meinen letzten Postengang kann ich mich nicht mehr so richtig erinnern. War ja das letzte viertel Jahr in die SIG Oebisfelde umgesetzt worden. Und da hatte ich so wie so ein ruhiges Leben gehabt.
Aber an meine letzte Zug fahrt vom meinen letzten Urlaub an die kann ich mich noch erinnern.
Ich durfte meine Zugfahrten in Urlaub und zurück schon in Zivil absolvieren.
Ich befand mich auf der Rückfahrt aus meinen letzten Urlaub im Zug nach Stendal. Die Fahrkartenkontrolle war auch schon durch. Als plötzlich die Militärstreife durch den Zug ging. Sie beäugten mich von oben bis unten und gingen weiter. Keine fünf Minuten später war die Fahrkartenkontrolle wieder da und kündigte seine Kontrolle an. Ich holte also meine Militärfahrkarte raus und schwups war die Militärstreife wieder da. Denn der verantwortliche der Militärstreife hatte beim erstenmal bei mir den Goldzahn an der Uhr gesehen und war sich nicht sicher. Jetzt erhielt ich von der Militärstreife einen Vortrag über das tragen der Uniform als Dreiender und einen Vermerk auf meinen Urlaubsschein. Ich habe innerlich nur gelacht, die paar Tage die ich noch hatte da viel die Sache garnicht in gewicht.


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#11

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 10:44
von micky | 29 Beiträge

Zitat von Ludwig im Beitrag #8
Mein letzter Postengang war die 481. Schicht am "Kanten" und fand statt als PoKo im SiA 10.GK Spechtsbrunn im GR Sonneberg 3.GB.Nach dem letzten verschließen des Tors und der Spurensicherheit meldeten sich alle EK´s über GMN
"zum letzten mal von hier ....". dann wurde das Gummiohr an einen neuen EK weitergegeben. Unser führender Ultn.
hatte sich mit seinem P3 schon abgesetzt, wir brauchten mit dem LO etwas mehr Zeit, um uns von allem zu verabschieden,
was wir eigentlich nicht wiedersehen wollten. Also zum letzten mal von Spechtsbrunn nach Probstzella,
an der GK angekommen, stiegen wir vor dem Tor ab (nur bei der letzten Schicht üblich) und gingen zu Fuß am WE vorbei.
Leider wollte es der absolute Zufall, daß der Bat-Polit gegen 21.30 noch im Objekt war (der Stab war im Objekt der
12.GK). der hatte den Hühnerhaufen gesehen und machte einen derartigen Terror, daß wir dachten, wirklich am
letzten Tag noch Ärger zu kriegen. Aber die Drohungen waren nur leeres Geschwätz.

Ich habe im Forum noch nichts über den letzten Urlaub gelesen: Dazu mal ne kleine Episode:

Die Rückkehr aus dem letzten U. war üblicherweise in Zivil. Ich stieg also aus dem Zug aus Saalfeld aus,
es muß so gegen mitternacht gewesen sein. Auf halbem weg zur GK kam mir der SuPo und der P3 der A-gruppe
entgegen. Als interessierter Noch-Grenzer fragte ich den WE nach dem grund:

Jemand hatte in der Nähe des Bahnhofs eine unbekannte männl. Person in heller Lederjacke gesehen und
Krach geschlagen. In dem Moment guckte mich der WE an und hatte begriffen.....
2 Schachteln F6 brachten ihn vom Gedanken an eine Meldung ab!!![freu]

1967 ging es in Spechtsbrunn noch sehr ruhig zu . Gruß micky


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#12

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 11:02
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

Meine "letzte" war eine Frühschicht im Abschnitt Wahlhausen/Werra. Hatte auf der damaligen Füst. "Kiesgrube" gesessen.
Schicht verlief OV und alle waren irgendwie erleichtert darüber, dass es vorbei war.
Der Abschnitt hatte sich auch "geschmückt" mit den bekannten Utensilien !
Am KP Dietzenrode noch ein "abknien" am Schlagbaum und ein gemeindschaftliches: "Nie wieder Grenze" und das wars dann.
Als wir aus der Waffenkammer kamen war die Erleichterung deutlich zu spüren.

VG H.



CAT hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#13

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 16:51
von DoreHolm | 7.688 Beiträge

Meine Schicht war die letzte für die bisherigen EK´s. Unsere Ablösung bestand schon aus den bisherigen Vizes und den ehemaligen Pissis der GAKs, die damit zu den neunen Vizes "befördert" waren. Als Kradfahrer fuhren wir nach der Ablösung nicht schnurstracks in die GK, sondern machten eine Runde durch Hennigsdorf. Einen grünenden Birkenzweig in den Lauf gesteckt und lauten "Hallo, es geht nach Hause"-Rufen dann diese Sonderrunde. Die Passanten guckten zwar, aber an einprägsame Reaktionen kann ich mich nicht erinnern.



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#14

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 18:20
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Hansteiner im Beitrag #12
Meine "letzte" war eine Frühschicht im Abschnitt Wahlhausen/Werra. Hatte auf der damaligen Füst. "Kiesgrube" gesessen.
Schicht verlief OV und alle waren irgendwie erleichtert darüber, dass es vorbei war.
Der Abschnitt hatte sich auch "geschmückt" mit den bekannten Utensilien !
Am KP Dietzenrode noch ein "abknien" am Schlagbaum und ein gemeindschaftliches: "Nie wieder Grenze" und das wars dann.
Als wir aus der Waffenkammer kamen war die Erleichterung deutlich zu spüren.

VG H.


Letzte Schicht - unterhalb der Hanstein !
Ein letzter Gruß - Nie wieder !!!
Alles vorbei und damit die bis dahin vermeindiche letzte Schicht.
Danach gab es noch einmal einen Zwischenfall im Abschnitt.
Wir hatten schon mit allem abgeschlossen.
Nur unserem damaligen Spieß hatten wir es zu verdanken, das die EK`s ein paar Tage vor der Entlassung nicht mehr in die Abriegelung mußten.
Mit dem "Knitterfreien" mußten wir bis dahin nie rauß.


Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
CAT hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#15

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 18:26
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Bei mir Frühschicht auf dem BT 11 "Vogelsang" mit meinem Zugführer, bei herrlichem Wetter.
Dort oben habe ich außen einen Alu-Löffel befestigt (Löffelabgabe), der in der Sonne glänzte.

Gruß
Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Hansteiner hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.04.2014 18:26 | nach oben springen

#16

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 18:35
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Kann mich garnicht so recht erinnern an die letzte Schicht. Vielleicht hab ich nochmal gegen die Tür vom BT von aussen getreten und hab mir gesagt--das war es. Aber eins stand fest, mein Löffel hing über die GMN-Leitung. Naja, die letzte Schicht war es dann doch nicht. Fast 6 Jahre später bin ich dann wieder für 3 Monate als Reservist dort gelandet, nur im 1 Bat. und ich konnte wieder gegen die Tür vom BT treten.


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#17

RE: Mein letzter Postengang entlang der innerdeutschen Grenze

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 28.04.2014 21:57
von UvD815 | 619 Beiträge

Meine letzte Schicht - eine Nachtschicht Mitte Juni 1990. Eigentlich waren die Karten zur Auflösung der GT schon gelegt, jedoch gab es am Tag und auch in der Nacht noch Mot. Streifen. Eigentlich zählte nur noch eine Präsenz, zur Verhinderung Diebstahl und Sachbeschädigungen an den Grenzanlagen.
Sowie Gespräche an den GÜSTen mit BGS u Zoll. Ab und zu mal eine Kontrolle an wilden Übergängen am GZ I.

In der FüST der noch 6. GK Untersuhl saß ein Unterfeldwebel, ich war von 20:00 - 06:00 Uhr mit meiner ETZ 250/A im Abschnitt der GK als Mot. Streife eingesetzt. Ebenso noch der Hptm P. mit P 601 K. Seit Mai 90 sollten wir nur noch Hose lang, Schirmmütze und Uniformjacke tragen, keine FDU mehr.

Für uns in den Nachtschichten egal, da musste die FDU noch herhalten. Kontrolloffiziere vom GKK waren eh nicht mehr unterwegs.

In der Nacht geschah es dann, bei der Fahrt von der Höhe 305 - Italienerfriedhof I.R. Weihebach kam die ETZ zwischen die Kolonnenwegplatten und es
machte klatsch. Nur gut das das UFT noch ging. Hptm. P. kam dann und stellte meine aufgerissene FDU Hose fest, darin war mehr defektes rotes RFT
Taschenradio, was im Schein der Taschenlampe wie ein offener Bruch wirkte...

Ein LO brachte dann die ETZ mit beschädigten Rahmen und verbogener Telegabel in die GK. Das Krad wurde mit Totalschaden ausgemustert, nur gut, sonst hätte man es unter der Hand im GKK Eisenach verschärbelt.

Als ich nach gut 2 Wochen wieder in die GK kam, war ALLES schon vorbei.

Ende Sept. 1990, als ich meine Entlassungspapiere mit Unterlagen der GT in Eisenach bekam, zog ich noch ein letztes Mal, ganz offiziell meine FDU an und lief mit ausgeliehener Videocamera den Grenzabschnitt Untersuhl ab und filmte diesen.

Als letzte Handlung holte ich den Inhalt meines Spindes aus der GK Untersuhl. Als Wachposten war der letzte Kommandant der GÜST Gerstungen
OSL Kl. eingesetzt.

Als das Kasernentor von Untersuhl hinter mir zuschlug, war es für mich nicht nur das Ende meiner Dienstzeit , sondern auch das Ende eines kleinen
Abschnitts meines Lebens.


zuletzt bearbeitet 28.04.2014 22:02 | nach oben springen



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