#1

Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.11.2009 15:43
von a1 otti | 188 Beiträge

Wie sind eure Eindrücke von der Einberufung - zu den GT, zur NVA, Wachregiment, Bundeswehr oder wohin sonst noch...

Am 1.11.84 - vor genau 25 Jahren - war es für mich so weit - ich musste meinen Wehrdienst ableisten (auch wenn ich mich für 3 Jahre verpflichtet hatte).
Da stand ich armes Würstchen nun, den ersten Flaum von der Oberlippe abrasiert, die Tasche gepackt und null Ahnung, was auf mich zukommt.
Mit vielen ähnlich unsicheren jungen Männern gings dann mit dem Zug nach Perleberg. Dort gings vom Bahnhof mit Marschkapelle in die Kaserne. Was einen so erwartete, war ich gespannt. Eigentlich wurde mir ja gesagt, dass ich zu den Funkern kommen würde. Ein langes Gesicht gabs dann für mich, als ich eingeteilt wurde - Gruppenführer Grenzsicherung. Schöne Sch**. Naja, Augen zu und durch.
Dann war irgendwann Einkleidung. Vor den ganzen Greenhorns baute sich dann einer auf und las die Namen vor. Die ersten Meldungen "Hier!", "Anwesend", "Ja, bin ich.." wurden schnell quittiert - "Das heißt: Hier, Genosse Oberfeldwebel!". Ging dann auch ne Weile gut, bis der Gen. OfW mit einem anderen Uniformierten wechselte. Nun kam, was kommen musste: Der nächste Name wurde aufgerufen. Da er gut aufgepasst hatte, antwortete der Aufgerufenen natürlich mit "Hier, Genosse Oberfeldwebel!" Dumm nur, dass nun der Genosse Fähnrich G. vor uns stand. Da gabs gleich den ersten Anschiss für die arme Sau.
Auf jeden Fall war das Leben, was man bis dahin führte, schlagartig vorbei. Bei allem was man gewohnt war, musste man sich ändern, anpassen oder einschränken.



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#2

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.11.2009 16:23
von Luchs (gelöscht)
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ich wurde am 05.04.1983 zur PzAufklAusbKp 3/1 in die Husarenkaserne in Braunschweig eingezogen. Na da war ich ja gleich berieselt von der soldatischen Bürokratensprache. PzAufklAusbKp ist die Panzeraufklärungsausbildungskompanie.

Ich ging mit ziemlich gemischten Gefühlen und den besten Wünschen meines Vaters: "Da werden sie dir den Hintern schon strammziehen", durch ein Waldstück auf die Kasernenwache draufzu. Das sollte nun für die nächsten 15 Monate mein zweites Zuhause sein. An der Wache zeigte mir der Torposten natürlich gleich sein Maßband in schwarz-rot-gold, dass sich schon auf etwa 90 cm verkürzt hatte und mich sicherlich sehr beeindrucken sollte. Nun wusste ich aber zu der Zeit noch nicht, was das Maßband bedeutete und ging recht unbeeindruckt aufs Kasernengelände.

Natürlich hatte ich mir später auch ein Maßband in schwarz-rot-gold angeschafft. Allerdings hatte ich mich immer sehr damit zurückgehalten, dienstjüngeren Kameraden dieses unter die Nase zu halten. Man hatte eben seine Erfahrungen.

Schwieriger war für mich die Rückkehr ins Zivilleben. Ich musste mich erst wieder daran gewöhnen, Kleidung zum anziehen auszusuchen.

Übrigens: Mein Vater war aufgrund seines weißen Jahrgangs weder bei der Wehrmacht, noch bei der Bundeswehr. So konnte er auch nicht wissen, dass mir nie der Hintern strammgezogen wurde. Bis auf wenige Dienstgrade gingen alle sehr Kameradschaftlich miteinander um.

Viele Grüße
Micha


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#3

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.11.2009 16:34
von ABV | 4.202 Beiträge

Meine Dienstzeit bei den Grenztruppen begann am 03.11. 1983, also vor fast genau 26 Jahren. Wir sollten uns bis 11:00 Uhr Vormittags am Bahnhof Strausberg melden. Dort wurden die Soldaten in spe,von einem Zivilisten in Empfang genommen. Sas Männlein war sehr freundlich und begleitete uns dann weiter. Irgenwann trennte sich die Gruppe. Mit vier anderen musste ich mich bis 14:00 Uhr im Grenzausbildungsregiment Oranienburg, auch unter dem Begriff "Schloss Schleifstein" einfinden. Wir waren überpünktlich und trafen gegen 13:30 Uhr vor dem Kasernentor ein. Natürlich wollte man die letzte Minuten in Freiheit geniessen! Schnell noch eine Zigaretette rauchen und die ersten verstohlenen Blicke über den Zuan werfen! Wir kamen aber nicht zum Rauchen! Zwei Offiziere hatten uns entdeckt, fingen fürchterlich zu brüllen an und scheuchten uns auf das Kasernengelände. Dort hieß es dann erstmal warten. Die erste Station war ein Wachgebäude, wo sich schon andere Leidensgenossen befanden. Irgendwann erschien dann ein Offizier mit einer Liste. Die meisten der Anwesenden mussten dann sofort in die Unterkünfte abtreten. Ein geringer Teil, darunter auch ich, erfuhr das wir nicht im Ausbildungsregiment bleiben, sondern sofort auf die einzelnen Grenzregimenter aufgeteilt werden. Für mich hatte man das GR 38 "gebucht". Ich ahnte damals noch nicht, was dass für ein Glücksfall war. Irgendwo auf dem Kasernengelände befanden sich Zelte, in denen wir erneut warten nussten. In dem für die Neuankömmlinge des GR 38 vorgesehenem Zelt, regierte ein ebenso fülliger wie lautstarker Oberfeldwebel. Der Dicke genoss sichtlich die ihm Kraft seines Dienstgrads verliehene Macht und die offensichtliche Unsicherheit der Neueinberufenen Soldaten. Wir müssten alle zwecks Kontrolle unseres Haarschnitts an dem Oberfeldwebel vorbeidefilieren. Obwohl in den meisten Fällen nicht notwendig, schickte er fast jeden zweiten zum Regimentsfriseur. Irgendwann empfingen wir dann Uniformen und Ausrüstungsgegenstände von sichtlich genervten Kammerbullen. Bei der Ausgabe der Bekleidungsstücke fühlte ich mich in eine Militärklamotte versetzt. Statt die wirklichen Kopf und Kleidergrößen der Sodaten zu erfragen oder festzustellen,bekam den ganzen Ramsch mit einem geschmetterten "Passt", quasi vor die Füße geworfen. Die ganze Atmosphäre hatte etwas beklemmend unwirkliches, wobei das unangenehme Gefühl durch die feuchtkalte Novemberluft zusätzlich verstärkt wurde. Irgenwann mitten in der Nacht ging es dann per LKW nach Hennigsdorf, wo wir dann gegen 02:30 Uhr ankamen. Mit großer Mühe und voller Verzweiflung versuchte ich sowohl meinen Koffer als auch die in eine Zeltplane verpackten Uniform und Ausrüstungsgegenstände gleichzeitig zu transportieren. Niemals werde ich vergessen, wie mir ein Feldwebel, kaum älter als ich selbst, seine Hilfe anbot. Es gab also auch andere Typen bei den Grenztruppen, als den dicken Oberfeldwebel. Übrigens wurde dieser sechs Monate später unehrenhaft entlassen. Man hatte ihn des mehrfachen Diebstahls aus den Spinden von Soldaten überführt. Die letzten Tage ist der Dicke dann in Zivil herumgelaufen. Angeblich war er heilfroh, dem Militär entkommen zu sein.
Die erste Nacht in der Kaserne war jedenfalls sehr kurz. Es hieß dann noch die Zimmer aufsuchen, Betten beziehen und dann etwas Schlaf finden. Was dann folgte war eine wochenlange Fortsetzung des "Oranienburger Alptraums". Marschieren, Robben, Kriechen, Schießen und in einer Tour angebrüllt werden, eben die all bekannten Zutaten einer ordentlichen Grundausbildung.
Geschadet hat mir das allerdings keineswegs. Alles in allem war meine Militärzeit ein wichtiger Abschnitt in meinem Leben.
Gruß aus dem Oderbruch
Uwe
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zuletzt bearbeitet 01.11.2009 16:55 | nach oben springen

#4

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.11.2009 17:07
von SanGefr | 218 Beiträge

Oh ja, ich kann mich sehr noch gut an meine Einberufung zum 7./SanBtl. nach Leer/Ostfriesland (von Lettow-Vorbeck-Kaserne) erinnern. Ich hatte bei der Musterung Pech gehabt und wurde der Ersatzreserve I (voll wehrdienstfähig) statt der Ersatzreserve III (nicht wehrdienstfähig), die ich gerne bevorzugt hätte, zugeordnet. Ich fuhr mit meinem Pkw (Opel Kadett) aus dem Landkreis Schaumburg-Lippe an Nienburg-Bremen-Oldenburg(Oldb) vorbei, Richtung Leer und war, so glaube ich, gegen 16 Uhr da. Es war Montag, der 04. Oktober 1976. Wir wurden nicht am 1. Oktober eingezogen, da am 03. Oktober Bundestagswahlen stattfanden und man uns die Gelegenheit gab, am Wohnort wählen zu können. Ich ging durch das Kasernentor und der Wachposten zeigte mir mit einem leicht süffisanten Lächeln, wo sich die 7./ Kp befindet. Es bedarf wohl keiner Bemerkung, dass ich nicht gerade mit riesigen Freudensprüngen durch das Kasernentor gesprungen bin. Ich habe bestimmt ganz klein und hässlich ausgesehen. Ich rein ins Kp-Gebäude, Treppe hoch, auf dem Flur stand keiner und machte die Tür zum KpGeschZi auf, sagte nur "Guten Tag" und bekam gleich den "Wind" der Bw zu spüren. "Warten Sie draussen, bis wir Sie reinholen!" Also, ich wieder raus und wartete mit angelehnten Rücken an der Wand. Das war wohl auch nicht ganz richtig, da irgend ein Gefr oder Uffz oder Fw (Dienstgrade kannten wir ja noch nicht) uns mittlerweile drei oder vier wartenden, neuen Rekruten, in einem dementsprechenden Bw-Ton anpflaumte: "Stellen Sie sich anständig hin. Sie brauchen die Wand nicht festhalten, die steht ganz alleine und fällt nicht um!" Nach der Anmeldung im KpGeschZi wurde mir meine 6-Mann-Stube (Stube 112) zugewiesen. Wir bekamen noch am gleichen Tage Trainingsanzüge, die wir anzuziehen hatten und wurden gegen 18 Uhr das erste mal zum Abendessen "geführt". Nach dem Abendessen alle rauf in den Unterrichtsraum und dort wurden wir vom KpChef Oberleutnant Jung begrüßt. Dann stellte man uns die Stamm-Mannschaft der Kp vor. KpFw (Spieß) war der HptFw Claußen, der immer so ein wenig durch die Nase sprach und uns (fast) jeden morgen näselnd mit "Mooorgen Soldaaaten" begrüßte. Dann, der für uns wichtigste Mann, der ReFü, der uns zweimal im Monat 65,- DM Wehrsold auszahlte. usw usf. Nach dem Ende der Begrüßung war ja auch schon 22 Uhr und "Zapfenstreich" bis wir am nächsten Tag um punkt 5.15 Uhr mit einem "Kompanieeeee auuuufsteehn!" aus dem Schlaf gerissen wurden. Ach ja, während der Grundausbildung waren nur am ersten, zweiten, siebten und neunten Wochenende samstag bis 13 Uhr "Dienst" angesagt. Ansonsten, wenn man beim Stubendurchgang freitags nicht gerade unangenehm auffiel, von freitags 15 Uhr bis sonntags 24 Uhr "Wochenend und Sonnenschein"


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#5

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.11.2009 18:35
von Ludwig | 252 Beiträge

2.11.1976: Mein Einberufungsbefehl lautete auf US Perleberg. Keine Ahnung wo das war??
Am Sammelpunkt, eine Kantine in Karl-Marx-Stadt, wurden endlos die Namen der bedauenswerten verlesen,deren Schicksal
Perleberg war. Meiner fehlte! Zu früh gefreut, eine kleine Truppe "Auserwählter"durfte sich auf Nordhausen
freuen, zumindestens sagte mir das etwas und es war nicht ganz soweit von zu Hause weg. Im Zug ging dann noch alles
recht "zivil" zu, diverse Uniformträger wachten lediglich über die Alkoholabstinenz. Diese Bild änderte sich schlag-
artig, als der Zug nach endlosen 8 Stunden im strömenden Regen und undurchdringlichem Nebel auf dem Bahnhof Nordhausen
zum Stehen kam.Die freundlichen "Uniformen" machten eine Metamorphose zu brüllenden Ich-weiß-nicht-was durch.
Nach 10 Minuten von soetwas wie "Stillgestanden" waren die Zivilklamotten vollkommen durchweicht.
Es begann die 1.Übung: Aufsteigen auf eine W-50 Ladefläche in Normzeit. das gleiche galt für`s Absitzen und Antreten
auf dem Apellplatz der 15./16. UAK. Man konnte keine 10 meter weit sehen, es begann das, was in den vorangehenden
Beiträgen auch schon geschildert wurde: die mehr oder weniger lustige Vorstellung der Dienstgrade. der Rest des Tages
verlief so, wie andere das auch kennen, Einkleiden, spind- und Bettenbau usw. nachts sah es dann etwas anders aus.
Gerüchte über die Armee sagten, daß es sowas wie Gefechtsalarm geben sollte.Der Bahnhof war nicht weit, es wurde
nachts rangiert und dazu wurde ein Sirenensignal verwendet. Durch den nebel wurde der Schall so verstärkt, daß man
glaubte, das Signal kommt aus 20 m Entfernung: Resultat: Alle 6 noch Halb-Zivilisten standen wie eine Eins, keiner wußte,
was zu tun war. Das sich im Rest des Gebäudes nichts tat, schworen wir uns daß diese Aktion keiner erfahren sollte.



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#6

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 01.11.2009 21:05
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Ich depp hatte mich ohne zu zucken für 10 jahre verpflichtet, hatte die Schnauze voll als Klempner in der Sche .. ohje die Admins. - naja wollte das eben einfach nicht mehr. Meine Mutter sagt noch ""bist du ... "! Offensichtlich war ich es. Aber irgendwie hat es mich - keine Ahnung was - aber es hat mich eben. Jetzt bin ich schon seit 30 Jahren bei der einen oder anderen Firma. Wenn ich es mir so überlege - ist schon komisch.

Mike59


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#7

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 14:49
von SanGefr | 218 Beiträge

Sorry, das mit dem Wehrsold war jetzt eine Falschmeldung. Ich bitte um Entschuldigung, es ist ja auch schon über 30 Jahre her. Wir bekamen alle 14 Tage 82,50 DM Wehrsold - also 165,- DM im Monat. Was habt Ihr denn so bekommen?


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#8

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 18:38
von SanGefr | 218 Beiträge

Hallo Uwe (ABV)
Über Deinen Bericht habe ich mich wirklich köstlich amüsiert.
Das mit dem "passt" bei der Einkleidung habe ich schon oft gehört, aber ich habe noch niemanden getroffen, der das auch wirklich erlebt hat. Stimmt das wirklich so? Waren die Kammerbullen bei Euch Soldaten? Bei uns in der StOV waren das größtensteils Zivilangestellte, die uns bei der Einkleidung mit Rat und Tat zur Seite standen.
Habe da noch eine Frage: Warum heißt marschieren, robben, kriechen, schießen, in einer Tour angebrüllt werden usw. der "Oranienburger Alptraum?"


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#9

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 19:35
von Klaus K (gelöscht)
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Meine Einberufung war im Mai 1987. Von Stralsund ging es per Zug über Rostock, wo sinnigerweise von ner Militärkapelle das Lied" Muss i denn zum Städtele" oder so ähnlich gespielt wurde, nach Glöwen ins Grenzausbildungsregiment. Dort angekommen gings per LKW ins "Objekt". Der dortige KC ein Hauptmann begüßte uns mit den Worten " Ich bin ihr KC, Hauptmann,darf ich den Namen nennen?, und sie sind mein lebendes Inventar. Damit wussten wir bescheid. Nach Bettenzuweisung , Uniformempfang ging das Chaos los. Wir waren die ersten die nur für 3 Monate im Ausbildungsregiment blieben. Keiner wusste so recht Bescheid aber die Herren Unteroffiziere brachten ihre " Macht" zum Ausdruck. War schon recht blöd sich von sonem jungen Typen runterputzen zu lassen. Die dachten wunder was sie sind. Die ersten wochen waren recht stressig aber dann begann die Ausbildung zum Militärkraftfahrer und es wurde etwas ruhiger. Zum Glück hatten wir nen recht guten Zugführer der uns das Leben erträglich machte. Nach den 3 Monaten kamen wir an den Kanten aber das iss n anderes Thema.....


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#10

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 19:45
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

...........das Wort "passt" kann so nicht hingenommen werden. Selbst bei der "Schnelleinkleidung" im Nov, 1989 im GAR Wilhelmshagen wurde dieses Wort nicht verwendet. Einziges Problem damals war ein Soldat mit der Konfektionsgröße über ÜG 58-2. Diesem Soldaten wurde ein Uniformmantel der Größe ÜG 60-2 verpasst, mit der Maßgabe diesen inb der B/A Kammer zu tauschen.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#11

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 20:03
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von SanGefr
Hallo Uwe (ABV)
Über Deinen Bericht habe ich mich wirklich köstlich amüsiert.
Das mit dem "passt" bei der Einkleidung habe ich schon oft gehört, aber ich habe noch niemanden getroffen, der das auch wirklich erlebt hat. Stimmt das wirklich so? Waren die Kammerbullen bei Euch Soldaten? Bei uns in der StOV waren das größtensteils Zivilangestellte, die uns bei der Einkleidung mit Rat und Tat zur Seite standen.
Habe da noch eine Frage: Warum heißt marschieren, robben, kriechen, schießen, in einer Tour angebrüllt werden usw. der "Oranienburger Alptraum?"



Hallo Sanitätsgefreiter!
Das freut mich das mein Bericht dir augenscheinlich gefallen hat. Was ich mit dem " Oranienburger Alptraum" gemeint hatte? Meine ersten Stunden hatte ich im Grenzausbildungsregiment Oranienburg verbracht und die waren wirklich alptraumhaft, für einen damals naiven " Bengel vom Lande". Das Robben etc. in den nächsten Tagen, war sozusagen die Fortsetzung dieses Alptraums. Das war dann sozusagen der Hennigsdorfer Alptraum.
Das mit den Kammerbullen habe ich tatsächlich so erlebt, nach meiner Erinnerung nach waren das wirklich Sodaten.
Ich kann aber nicht! ausschließen, dass mir die Erinnerung nach all den Jahren manchmal einen Streich spielt.

Abendliche Grüße aus dem verregneten Oderbruch
Uwe
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#12

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 20:05
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Stabsfähnrich
...........das Wort "passt" kann so nicht hingenommen werden. Selbst bei der "Schnelleinkleidung" im Nov, 1989 im GAR Wilhelmshagen wurde dieses Wort nicht verwendet. Einziges Problem damals war ein Soldat mit der Konfektionsgröße über ÜG 58-2. Diesem Soldaten wurde ein Uniformmantel der Größe ÜG 60-2 verpasst, mit der Maßgabe diesen inb der B/A Kammer zu tauschen.



Das war aber echt so Chris. Da könnte ich meinen A... dafür verwetten

Viele Grüße aus dem feuchten Oderland
Uwe
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#13

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 20:27
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von ABV

Zitat von Stabsfähnrich
...........das Wort "passt" kann so nicht hingenommen werden. Selbst bei der "Schnelleinkleidung" im Nov, 1989 im GAR Wilhelmshagen wurde dieses Wort nicht verwendet. Einziges Problem damals war ein Soldat mit der Konfektionsgröße über ÜG 58-2. Diesem Soldaten wurde ein Uniformmantel der Größe ÜG 60-2 verpasst, mit der Maßgabe diesen inb der B/A Kammer zu tauschen.



Das war aber echt so Chris. Da könnte ich meinen A... dafür verwetten

Viele Grüße aus dem feuchten Oderland
Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de




...............dass glaube ich Dir Uwe. Ich hätte jedoch jedem meiner Unterstellten den A....... hoch gebunden, wenn die Dienstuniform nach dem Motto "passt" ausgegeben wäre. Abgesehen davon wurden die Soldaten beim ersten B/A begutachtet und zur B/A Kammer zum Tausch geschickt, wenn etwas nicht passen sollte oder gepasst hat.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
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#14

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 21:12
von P3 | 357 Beiträge

Bin im November 81 mit dem Zug nach Rudolstadt. Da wurden wir in die mattgrünen Ikarus-Busse der GT verfrachtet, keiner wusste wo es hingehen soll. Ein paar Uffze hatten sichtlich Spass daran, wie ahnungslos wir waren und auf die Frage, wo geht es hin, kam mit aroganten Lächeln die Antwort: Das werden sie schon noch früh genug erfahren. Geht mir nicht mehr aus dem Kopf, man kam sich vor wie eine Geisel. Irgendwann um Mitternacht kamen wir auch an, Wachposten öffneten ein Tor und wir waren da. Noch immer wusste keiner, wo wir waren, es war finster, die künftigen Vorgesetzten riefen Namen auf und wir wurden auf die Kompanien verteilt. Die Nacht verbrachten wir noch in Zivil, am nächsten Morgen begrüsste uns die " Mutter der Kompanie " in Dittrichshütte und es ging zum Einkleiden. Dann fragte man nach unserer Fahrerlaubnis, die wir auch abgeben mussten. Ich hatte noch im selben Jahr den Lappen gemacht. Dann erst dämmerte es, wie waren im KFZ-Ausbildungsbatallion gelandet, die GT nutzten gerne schon vorhandene Führerscheine für den späteren Einsatz am Kanten. Immer noch ein Alptraum, diese Ausbildungskompanie, genannt die " Schleiferhütte ", ein ehemaliges Mansfeld-Objekt, bestehend aus vielen Baracken und wenigen massiven Gebäuden, wie Medpunkt, Küchentrakt und ein Kulturhaus im Stalin-Baustil. Die Baracken waren primitiv, die Stuben winzig, mit zehn Mann auf einer Bude, die mit Kanonenöfen beheizt wurden. Die Kohle war rationiert, zwei Eimer pro Tag und Zimmer. Dafür gab es im Winter extra Decken, trotzdem gab es Nächte unter minus 25 Grad, wenn der UVD früh die Trillerpfeife betätigte, hatten wir eine leichte Reifschicht auf den drei Lagen Decken, der Frost war in die Zimmer gekrochen. Die ersten Tage ging es nur im Laufschritt, das Essen wurde runtergeschlungen, die Zeit reichte nie, um zwei Brötchen im normalen Tempo zu essen. Die Hälfte vom Mittagessen hat man die erste Zeit in die Tonne getan, man musste sich an das Tempo gewöhnen, Essen nach Zeit ! Einmal die Woche ging es zum gemeinsamen Duschen in ein massives Gebäude. Da war es saukalt, zugweise wurde geduscht, ich sehe noch unseren Zugführer an einem großen Ventilrad drehen, dann kam auch nach einer Weile warmes Wasser aus den wenigen intakten Brauseköpfen. Eines muss man sagen, weil es damals so ein Begriff war " hart machen " oder " ich mache Euch hart ", in Dittrichshütte ist man in dem halben Jahr Ausbildung wirklich hart geworden, vor allem im Winterhalbjahr. Ich habe diesen grausigen Ort nach siebenundzwanzig Jahren besucht. Es ist heute ein Kinderferiendorf, ein eingetragener Verein hat die Objekte liebevoll ausgebaut, ich war erstaunt, was man aus so alten Buden alles machen kann. Jetzt dienen die Baracken wirklich sinnvollen Zwecken, so mancher "Grenzerenkel" wird hier seine Spaß haben.

Gruß Ralf


Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.


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#15

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 21:27
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von P3
Bin im November 81 mit dem Zug nach Rudolstadt. Da wurden wir in die mattgrünen Ikarus-Busse der GT verfrachtet, keiner wusste wo es hingehen soll. Ein paar Uffze hatten sichtlich Spass daran, wie ahnungslos wir waren und auf die Frage, wo geht es hin, kam mit aroganten Lächeln die Antwort: Das werden sie schon noch früh genug erfahren. Geht mir nicht mehr aus dem Kopf, man kam sich vor wie eine Geisel. Irgendwann um Mitternacht kamen wir auch an, Wachposten öffneten ein Tor und wir waren da. Noch immer wusste keiner, wo wir waren, es war finster, die künftigen Vorgesetzten riefen Namen auf und wir wurden auf die Kompanien verteilt. Die Nacht verbrachten wir noch in Zivil, am nächsten Morgen begrüsste uns die " Mutter der Kompanie " in Dittrichshütte und es ging zum Einkleiden. Dann fragte man nach unserer Fahrerlaubnis, die wir auch abgeben mussten. Ich hatte noch im selben Jahr den Lappen gemacht. Dann erst dämmerte es, wie waren im KFZ-Ausbildungsbatallion gelandet, die GT nutzten gerne schon vorhandene Führerscheine für den späteren Einsatz am Kanten. Immer noch ein Alptraum, diese Ausbildungskompanie, genannt die " Schleiferhütte ", ein ehemaliges Mansfeld-Objekt, bestehend aus vielen Baracken und wenigen massiven Gebäuden, wie Medpunkt, Küchentrakt und ein Kulturhaus im Stalin-Baustil. Die Baracken waren primitiv, die Stuben winzig, mit zehn Mann auf einer Bude, die mit Kanonenöfen beheizt wurden. Die Kohle war rationiert, zwei Eimer pro Tag und Zimmer. Dafür gab es im Winter extra Decken, trotzdem gab es Nächte unter minus 25 Grad, wenn der UVD früh die Trillerpfeife betätigte, hatten wir eine leichte Reifschicht auf den drei Lagen Decken, der Frost war in die Zimmer gekrochen. Die ersten Tage ging es nur im Laufschritt, das Essen wurde runtergeschlungen, die Zeit reichte nie, um zwei Brötchen im normalen Tempo zu essen. Die Hälfte vom Mittagessen hat man die erste Zeit in die Tonne getan, man musste sich an das Tempo gewöhnen, Essen nach Zeit ! Einmal die Woche ging es zum gemeinsamen Duschen in ein massives Gebäude. Da war es saukalt, zugweise wurde geduscht, ich sehe noch unseren Zugführer an einem großen Ventilrad drehen, dann kam auch nach einer Weile warmes Wasser aus den wenigen intakten Brauseköpfen. Eines muss man sagen, weil es damals so ein Begriff war " hart machen " oder " ich mache Euch hart ", in Dittrichshütte ist man in dem halben Jahr Ausbildung wirklich hart geworden, vor allem im Winterhalbjahr. Ich habe diesen grausigen Ort nach siebenundzwanzig Jahren besucht. Es ist heute ein Kinderferiendorf, ein eingetragener Verein hat die Objekte liebevoll ausgebaut, ich war erstaunt, was man aus so alten Buden alles machen kann. Jetzt dienen die Baracken wirklich sinnvollen Zwecken, so mancher "Grenzerenkel" wird hier seine Spaß haben.

Gruß Ralf



in rudolstadt hättest du es besser getroffen.objekt mitten in der stadt,und ich 2 strassen weiter...neee,hab nur meine frau von dort "entführt"aber schickes städtchen


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#16

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 21:43
von maja64 (gelöscht)
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Zitat von Pitti53

Zitat von P3
Bin im November 81 mit dem Zug nach Rudolstadt. Da wurden wir in die mattgrünen Ikarus-Busse der GT verfrachtet, keiner wusste wo es hingehen soll. Ein paar Uffze hatten sichtlich Spass daran, wie ahnungslos wir waren und auf die Frage, wo geht es hin, kam mit aroganten Lächeln die Antwort: Das werden sie schon noch früh genug erfahren. Geht mir nicht mehr aus dem Kopf, man kam sich vor wie eine Geisel. Irgendwann um Mitternacht kamen wir auch an, Wachposten öffneten ein Tor und wir waren da. Noch immer wusste keiner, wo wir waren, es war finster, die künftigen Vorgesetzten riefen Namen auf und wir wurden auf die Kompanien verteilt. Die Nacht verbrachten wir noch in Zivil, am nächsten Morgen begrüsste uns die " Mutter der Kompanie " in Dittrichshütte und es ging zum Einkleiden. Dann fragte man nach unserer Fahrerlaubnis, die wir auch abgeben mussten. Ich hatte noch im selben Jahr den Lappen gemacht. Dann erst dämmerte es, wie waren im KFZ-Ausbildungsbatallion gelandet, die GT nutzten gerne schon vorhandene Führerscheine für den späteren Einsatz am Kanten. Immer noch ein Alptraum, diese Ausbildungskompanie, genannt die " Schleiferhütte ", ein ehemaliges Mansfeld-Objekt, bestehend aus vielen Baracken und wenigen massiven Gebäuden, wie Medpunkt, Küchentrakt und ein Kulturhaus im Stalin-Baustil. Die Baracken waren primitiv, die Stuben winzig, mit zehn Mann auf einer Bude, die mit Kanonenöfen beheizt wurden. Die Kohle war rationiert, zwei Eimer pro Tag und Zimmer. Dafür gab es im Winter extra Decken, trotzdem gab es Nächte unter minus 25 Grad, wenn der UVD früh die Trillerpfeife betätigte, hatten wir eine leichte Reifschicht auf den drei Lagen Decken, der Frost war in die Zimmer gekrochen. Die ersten Tage ging es nur im Laufschritt, das Essen wurde runtergeschlungen, die Zeit reichte nie, um zwei Brötchen im normalen Tempo zu essen. Die Hälfte vom Mittagessen hat man die erste Zeit in die Tonne getan, man musste sich an das Tempo gewöhnen, Essen nach Zeit ! Einmal die Woche ging es zum gemeinsamen Duschen in ein massives Gebäude. Da war es saukalt, zugweise wurde geduscht, ich sehe noch unseren Zugführer an einem großen Ventilrad drehen, dann kam auch nach einer Weile warmes Wasser aus den wenigen intakten Brauseköpfen. Eines muss man sagen, weil es damals so ein Begriff war " hart machen " oder " ich mache Euch hart ", in Dittrichshütte ist man in dem halben Jahr Ausbildung wirklich hart geworden, vor allem im Winterhalbjahr. Ich habe diesen grausigen Ort nach siebenundzwanzig Jahren besucht. Es ist heute ein Kinderferiendorf, ein eingetragener Verein hat die Objekte liebevoll ausgebaut, ich war erstaunt, was man aus so alten Buden alles machen kann. Jetzt dienen die Baracken wirklich sinnvollen Zwecken, so mancher "Grenzerenkel" wird hier seine Spaß haben.

Gruß Ralf



in rudolstadt hättest du es besser getroffen.objekt mitten in der stadt,und ich 2 strassen weiter...neee,hab nur meine frau von dort "entführt"aber schickes städtchen








Da haste Recht Pitti,wir in Rudolstadt hatten wenigstens Zentralheizung.Ja das Objekt lag mitten in der Stadt aber kam mir trotzdem vor wie im Knast,ringsrum ne Mauer.Also P3 zwei Wochen Wache auf der Hütte haben mir gelangt.Wir hatten auch immer den Vorteil in die Schabsheide (Grenzausbildungsplatz) gefahren zu werden,Ihr auf der Hütte mußtet den Weg gehen.Ausgang war in Rudolstadt immer problematisch,durften nicht in jede Kneipe dort.Da war ja auch noch die BePo stationiert,und mit denen gab es immer Haue.



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#17

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 21:45
von Bergmensch (gelöscht)
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Ich bin im Nov 68 mit Sammelbahntransport vo Wernigerode nach Magdeburg gekommen. Dort wurde eine Riesentruppe in einen langen Sonderzug der Bahn verfrachtet. Zum Aussteigen hielt der Zug auf dem Kasernenbahnhof Spechtberg an einer nicht öffentlichen Strecke. Dieser Bahnhof bediente die 9. Panzerdivision. Von dort wurde aufgeteilt und es ging zu Fuß in die Unterkünfte nur 5 min. Da saß ich dann ziemlich hilflos auf meiner Stube wo ich ich dann 18 Monate drauf war. Da ich einer der ersten war, war warten angesagt. Dann ging die Tür auf und ein Ultn. schaute zur Tür rein. Beide schauten wir uns verdutzt an denn wir kannten uns, freudige Begrüßung. Danach Einkleidung, wie schon beschrieben. Der Kammerbulle musterte mich und verschwand dann. Schmiß eine Zeltplane auf den Boden und so nach und nach füllte sich diese mit Bekleidung und Ausrüstung. Zum Schluß hier auch der berühmte Spruch "passt Abtreten". Ich bündelte alles zusammen und schleppte alles auf die Bude. Dan stand ich da mit meinen Talent der Uffs sagte das kommt alles in den Spind und verschwand. Wie sollte ich das alles reinkriegen? Da ging wieder die Tür auf und mein Bekannter aus dem Harz war wieder da. Eine Stunde später hatte ich einen Musterspind mit der Verpflichtung meinen nachfolgenden Kameraden zu helfen was ich gerne tat. Nächster Tag Frisör obwohl nicht nötig und andere Gemeinheiten. Danach ging die Grundausbildung los. Ich dachte ich bin bei der SS gelandet. Aber sie taten doch ein gutes und hinderten mich an der durchführung einer Straftat indem sie mir keine scharfe Munnition gaben. Ich war oft so fertig das ich den Ausbilder umbringen wollte. An meine Millitärzeit habe ich überwiegend nur schlechte Erinnerungen, welche ich auch gar nicht wiedergeben möchte.
Ich wurde in meiner Meinung gegen den Sozialismus dadurch nur noch mehr bestärkt und entwickelte einen Grundhass auf dieses System was bis heute anhält.


zuletzt bearbeitet 02.11.2009 21:47 | nach oben springen

#18

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 22:46
von P3 | 357 Beiträge

Also P3 zwei Wochen Wache auf der Hütte haben mir gelangt.Wir hatten auch immer den Vorteil in die Schabsheide (Grenzausbildungsplatz) gefahren zu werden,Ihr auf der Hütte mußtet den Weg gehen.Ausgang war in Rudolstadt immer problematisch,durften nicht in jede Kneipe dort.Da war ja auch noch die BePo stationiert,und mit denen gab es immer Haue.

Ja, der Weg in die Schabsheide ! Ich habe dort im Winter 81 meinen 20. Geburtstag im Schützengraben verbracht Mit viel Schnee und nassen Klamotten. Am Abend gab es Vita-Cola für alle ! Später nutzten wir Konservendosen, es waren getarnte Pfirsichhälften, um Schnaps in die Kompanie zu schmuggeln. Das Etikett war orginal, die Dose vom Schlachter mit Korn befüllt, kam so per Post in die Kompanie. Der Spieß hat regelmäßig den Müll durschsucht und kam dahinter. Wie sollte man auch die Pfirsichhälften aus zwei kleinen Löchern schlürfen können ?
Ja die "Schleiferhütte" war schon eine Arschkarte im wahrsten Sinne des Wortes. War zwei Wochen in Johann-Georgenstadt zur Wache, das war wie Urlaub !

Gruß Ralf


Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.


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#19

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 22:52
von P3 | 357 Beiträge

An Bergmensch, Zitat : An meine Millitärzeit habe ich überwiegend nur schlechte Erinnerungen, welche ich auch gar nicht wiedergeben möchte.

Kann ich gut verstehen, es gab genug entwürdigende Momente, die man vergessen will, aber nicht vergessen kann. Ich glaube, daß es gut ist, wenn man hier Leute trifft, die das verstehen und ähnliches erlebt haben.

Gruß Ralf


Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.


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#20

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 02.11.2009 23:05
von maja64 (gelöscht)
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Ja P3 das waren schon tolle 14 Tage da oben.Und unten in Saalfeld - Aue am Berg noch dazu ein "Russe" abgehauen mit 100 Schuß Munition,und ich Wache im Komplexlager (hinten am Waldrand).Ich glaube ich muß Dir nicht erklären welcher Körperteil von mir da auf Grundeis ging.




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