#121

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 22.07.2011 16:44
von VNRut | 1.486 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Mit unseren schweren Reisetaschen wurden wir wie KZ-Häftlinge vom Bahnhof durch das Stadtzentrum zum Schloss getrieben.

Wolfram der Bericht ist super, aber findest Du obigen Vergleich nicht auch etwas daneben/unpassend/misslungen?



@Feliks, so unpassend, daneben und misslungen ist der obere Vergleich nicht. In meinen Bericht fehlen nur die brüllenden Stiefelhosenträger und Hunde, ansonsten wurde wir unter MPI-Begleitung zum Objekt fast im Laufschritt getrieben. Einige erschöpfte Rekruten bekamen hinterher gleich Sonderbehandlung, man sollte gar nicht erst zur Ruhe kommen. Und Nachtruhe ab 10 Uhr war am ersten Tag auch passé, die Letzten unserer Gruppe kamen erst am frühen Morgen vom Friseur. Dafür war um 6 Uhr pünktlich wecken angesagt. Und wir lernten unseren scharfen Hfw kennen, der mit Sprüche wie: "Euch werde ich treiben bis zur Verg...g" und "Arbeit macht frei" die Rekruten anfeuerte. Manchmal kamen mir die Gedanken, ob die Behandlung und Redensart dieses Mannes vom nahe liegenden "Sachsenhausen" abgefärbt war. Nach mehreren Beschwerden mit Unterschriftensammlungen an den Stab, wurde der Hfw erst kurz vor unserer Versetzung in die Grenzregimenter verurteilt und versetzt. Wir hätten uns auch gewünscht, wenn die Unteroffiziere Hart...g und Elsn...r gleich mitgegangen wären, denn ihre "Sonderbehandlungen" wie auffällige gewordene Soldaten nachts stundenlang im Schlafanzug vor ihren beheizten UVD-Zelt stehen zu lassen und das bei Temperaturen um die Null Grad bzw. im strömenden Regen. Selbst vor kranken (schweres Magengeschwür) und leicht behinderten (Gesichtslähmung) Soldaten machten sie kein Halt und trieben sie mit zusätzliche Übungen und Aufgaben. Obwohl jeder sah, das der eine Soldat total abgemagert war und nur kleine Mahlzeiten mit Medikamente zu sich nahm und der zweite Soldat immer ein Grinsen im Gesicht hatte. Unser KC war soweit in Ordnung, leider vergaß er bei diesen Personen rechtzeitig die Notbremse zu ziehen.

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 01.08.2011 12:24 | nach oben springen

#122

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.08.2011 00:31
von Genosse Harzer (gelöscht)
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Alles Schlechte hat man schnell vergessen - Bude reinigen, Flur wischen (weiße Weihnacht), Frühsport, im Laufschritt marsch, Genosse Soldat! Können sich nicht Grüßen!, Tagedrückende EK's
Alles Gute behält man für immer - Kameraden, Ausgang (Saufen bis zum Umfallen), Schnapsschmuggeln(auch mal erwischt worden), Bruzzeln und Kochen mit "TÜVgerechten Equipment", kulturelle Hochgenüsse (Neumi's Rockzirkus, Karat und Prinzip umsonst und in Farbe)


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#123

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.08.2011 05:43
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat von VNRut

Zitat von Feliks D.
Mit unseren schweren Reisetaschen wurden wir wie KZ-Häftlinge vom Bahnhof durch das Stadtzentrum zum Schloss getrieben.

Wolfram der Bericht ist super, aber findest Du obigen Vergleich nicht auch etwas daneben/unpassend/misslungen?



@Feliks, so unpassend, daneben und misslungen ist der obere Vergleich nicht. In meinen Bericht fehlen nur die brüllenden Stiefelhosenträger und Hunde, ansonsten wurde wir unter MPI-Begleitung zum Objekt fast im Laufschritt getrieben. Einige erschöpfte Rekruten bekamen hinterher gleich Sonderbehandlung, man sollte gar nicht erst zur Ruhe kommen. Und Nachtruhe ab 10 Uhr war am ersten Tag auch passé, die Letzten unserer Gruppe kamen erst am frühen Morgen vom Friseur. Dafür war um 6 Uhr pünktlich wecken angesagt. Und wir lernten unseren scharfen Hfw kennen, der mit Sprüche wie: "Euch werde ich treiben bis zur Verg...g" und "Arbeit macht frei" die Rekruten anfeuerte. Manchmal kamen mir die Gedanken, ob die Behandlung und Redensart dieses Mannes vom nahe liegenden "Sachsenhausen" abgefärbt war. Nach mehreren Beschwerden mit Unterschriftensammlungen an den Stab, wurde der Hfw erst kurz vor unserer Versetzung in die Grenzregimenter verurteilt und versetzt. Wir hätten uns auch gewünscht, wenn die Unteroffiziere Hart...g und Elsn...r gleich mitgegangen wären, denn ihre "Sonderbehandlungen" wie auffällige gewordene Soldaten nachts stundenlang im Schlafanzug vor ihren beheizten UVD-Zelt stehen zu lassen und das bei Temperaturen um die Null Grad bzw. im strömenden Regen. Selbst vor kranken (schweres Magengeschwür) und leicht behinderten (Gesichtslähmung) Soldaten machten sie kein Halt und trieben sie mit zusätzliche Übungen und Aufgaben. Obwohl jeder sah, das der eine Soldat total abgemagert war und nur kleine Mahlzeiten mit Medikamente zu sich nahm und der zweite Soldat immer ein Grinsen im Gesicht hatte. Unser KC war soweit in Ordnung, leider vergaß er bei diesen Personen rechtzeitig die Notbremse zu ziehen.

Gruß VN_Rut





Mensch da haste ja eine besonders beschissene Truppe erwischt, bin ja paar Jährchen früher dran gewesen, und da hatten wir auch so einen Spieß der uns laufen lies, aber das was du hier schreibst , übersteigt ja das Maß. Solche Mätzchen haben sie mit uns nicht gemacht, obwohl manchmal auch paar Sonderrunden um den Explatz fällig waren, aber Nachtruhe wurde nie unterbrochen.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#124

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.08.2011 08:58
von Fornax | 10 Beiträge

Bin am 3.11.1983 eingezogen worden - war damals 24 Jahre - und habe schon 7 Jahre christliche Seefahrt hinter mir gehabt zu dieser Zeit und einiges erlebt und gesehen bei der Hochseefischerei.
wie gesagt ab nach Halberstadt - Alleinanreise - Ein Leutnant am Eingang der Kaserne fragte mich wer ich sei und wo ich hin will, ich

Wahlbeck
darauf meinen Namen gesagt und das ich hier meinen Ehrendienst antreten soll. Die barsche Antwort folgte " Sie sind Soldat xxxx und Schütze Arsch im letzten Glied". Darauf Ich, Sodat ? ich habe noch garkeine Uniform und anschreien kannst du mich erst dann, wenn du da hingerochen hast wo ich schon hingeschissen habe du Pickeljäger - und siehe da der Ton macht die Musik und der Leutnant war erst einmal satt und sagte mir meine Kompanie - 8. ABK und wo ich mich jetzt einzufinden habe. Dann Effektenausgabe und gegen 20.00 Uhr dann endlich in Mönchhai - eine Aussenstelle - angekommen.
Grundausbildung war eigentlich ganz i.O. bis auf jeden Morgen 3000 m Lauf von Montag bis Samstag und die eine oder andere Repressalie, die ich grunsätzlich mit einem Lächeln entgegen wirkte.
Anfang Januar 84 dann ab nach Wahlbeck 11. GK. gutes Essen angenehmer Grenzdienst und gute Kameraden.
Was nicht so prickelnd war, das bei uns 3 Hochseefischern - alle in meinem Alter - dauernd Verbote durchgestzt werden sollte wie - keinen Rasierapperat aus dem Westen oder Rasierklingen oder Westzigaretten oder Westkosmetik Duschzeug Seife Deo usw.
Hat etwas gedauert bis man diese Sachen trotzdem weiternutzen konnte da wir ja nunmal das Westgeld verdienten und auch in der DDR im Duty Free Shop einkaufen konnten natürlich Steuerfrei -Stange Ernte 23 für 12,50 DM.
Aber alles in allem habe ich sonst nur gute und schöne Erinnerungen bei den Grenztruppen


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#125

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.08.2011 15:36
von Oberkellner | 36 Beiträge

Kurze Frage an der Stelle: in meinen Anfängen beim Mitropa-Fahrbetrieb hatte ich öfter mit Kollegen vom FIKO Rostock zu tuen,auf dem Weg zum bzw. vom Flughafen,glaube mich daran zu erinnern,das da von Touren um Argentinien.Schottland und viel Afrika die Rede war. Später hat ich ja das Glück in den NSW-Verkehr Berlin-Bundesrepublik,Österreich,Niederlande etc. zu kommen,dort gab es abhängig von den sogenannten Wendezeiten(Aufenthalt am Zielbahnhof) durchaus die Möglichkeit sich relativ frei(im Team) zu bewegen,wie sah das bei Euch aus,irgendwo in der Welt ??


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#126

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.08.2011 15:47
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

ich habe noch garkeine Uniform und anschreien kannst du mich erst dann, wenn du da hingerochen hast wo ich schon hingeschissen habe du Pickeljäger - und siehe da der Ton macht die Musik und der Leutnant war erst einmal satt@Fornax

Die Uniform hätteste nicht gebraucht,mit dem Einberufungsbefehl haste Befehle Auszuführen,und das obere glaube ich Dir nicht,es sei den der Leutnant war nicht Klar im Kopf.


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#127

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.08.2011 16:48
von Büdinger | 1.504 Beiträge

Zitat von Fornax
Bin am 3.11.1983 eingezogen worden - ... ab nach Halberstadt - ... sagte mir meine Kompanie - 8. ABK ... und gegen 20.00 Uhr dann endlich in Mönchhai - eine Aussenstelle - angekommen. ...



Hallo Fornax ,

welcher Zug war Deiner?

Gruß

Ricardo


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
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#128

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.08.2011 12:51
von Fornax | 10 Beiträge

Zitat von Pit 59
ich habe noch garkeine Uniform und anschreien kannst du mich erst dann, wenn du da hingerochen hast wo ich schon hingeschissen habe du Pickeljäger - und siehe da der Ton macht die Musik und der Leutnant war erst einmal satt@Fornax

Die Uniform hätteste nicht gebraucht,mit dem Einberufungsbefehl haste Befehle Auszuführen,und das obere glaube ich Dir nicht,es sei den der Leutnant war nicht Klar im Kopf.



ich bin und war nie ein duckmäuser und härte formt den menschen. glaube was du willst - ich weiss was ich erlebt und in meinem leben gesagt habe.


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#129

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.08.2011 12:56
von Fornax | 10 Beiträge

Zitat von Büdinger

Zitat von Fornax
Bin am 3.11.1983 eingezogen worden - ... ab nach Halberstadt - ... sagte mir meine Kompanie - 8. ABK ... und gegen 20.00 Uhr dann endlich in Mönchhai - eine Aussenstelle - angekommen. ...



Hallo Fornax ,

welcher Zug war Deiner?

Gruß

Ricardo



ich war im 3. zug 3. gruppe und gruppenführer war ein uffz. mit runder nickelbrille.


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#130

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.08.2011 13:02
von Fornax | 10 Beiträge

Zitat von Oberkellner
Kurze Frage an der Stelle: in meinen Anfängen beim Mitropa-Fahrbetrieb hatte ich öfter mit Kollegen vom FIKO Rostock zu tuen,auf dem Weg zum bzw. vom Flughafen,glaube mich daran zu erinnern,das da von Touren um Argentinien.Schottland und viel Afrika die Rede war. Später hat ich ja das Glück in den NSW-Verkehr Berlin-Bundesrepublik,Österreich,Niederlande etc. zu kommen,dort gab es abhängig von den sogenannten Wendezeiten(Aufenthalt am Zielbahnhof) durchaus die Möglichkeit sich relativ frei(im Team) zu bewegen,wie sah das bei Euch aus,irgendwo in der Welt ??


Landgang war immer angesagt in jedem Hafen meistens waren wir mit zwei drei kollegen unterwegs, Einschränkungen gab es nicht ausser pünktlich zum Dienst wieder an Bord.


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#131

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.08.2011 13:18
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von Pit 59
ich habe noch garkeine Uniform und anschreien kannst du mich erst dann, wenn du da hingerochen hast wo ich schon hingeschissen habe du Pickeljäger - und siehe da der Ton macht die Musik und der Leutnant war erst einmal satt@Fornax

Die Uniform hätteste nicht gebraucht,mit dem Einberufungsbefehl haste Befehle Auszuführen,und das obere glaube ich Dir nicht,es sei den der Leutnant war nicht Klar im Kopf.




Ach Pit,
Dir dürfte doch bekannt sein...wie Fonax das meinte und sicher macht der Ton die Musik!
Die Schilderung seines "Erlebnisses"nehme ich Ihm absolut ab,auf derartige "Ansprache"kann es nur eine solche Antwort geben.
Woran auch immer das gelegen haben mag,aus eigenem "Erleben"schreib ich Dir mal hier ins Forum,Leutnants Dienstgrade waren förmlich
prädestiniert für derartige "Erscheinungen".
P.S. dett iss natürlich nur meine rein persönliche und subjektive Meinung.
Gruss BO


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#132

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.08.2011 15:05
von Büdinger | 1.504 Beiträge

Zitat von Fornax

Zitat von Büdinger

Zitat von Fornax
Bin am 3.11.1983 eingezogen worden - ... ab nach Halberstadt - ... sagte mir meine Kompanie - 8. ABK ... und gegen 20.00 Uhr dann endlich in Mönchhai - eine Aussenstelle - angekommen. ...



Hallo Fornax ,

welcher Zug war Deiner?

Gruß

Ricardo



ich war im 3. zug 3. gruppe und gruppenführer war ein uffz. mit runder nickelbrille.




Hallo Fornax ,

dann dürfte Dein ZF Ultn. K..n gewesen sein. Wimre dürfte das Uffz. Ha.tm.nn gewesen sein?

Ich war ZF 2. Zug.

KC war Mj. Pa.l.k. ("Euch hackt gleich der Hahn im Tiefflug.")

Gruß

Ricardo


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
zuletzt bearbeitet 12.08.2011 16:30 | nach oben springen

#133

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.08.2011 15:39
von Adam | 145 Beiträge

hallo ihr!! hatten auch einen leutnant der mit beim schießen war,er prahlte damit das er beim pistole schießen 30 punke erreicht hat !! nur-ich war dabei, habe ihn vor allen anwesenden darauf hingewiesen das er aber auch dreisig schuß dafür gebraucht hat !! (ich 25 punkte bei drei schuß, grinns) alle konnten sich vor lachen kaum halten,sein kopf war mehr wie rot,aber mir als soldat ist nix passiert,er hat noch andere böcke geschossen,will nur damit sagen das er eben ein offizier war der nicht gerade der hellste war!! so hab ich es jedenfalls empfunden !! gruß Adam

Angefügte Bilder:
avatar-0fbb7de2-522.jpg

Ausbildung:GAR.7 Halberstadt 02.11.1984-25.04.1985
Grenzdienst:GR1/GK1 Pfaffschwende 25.04.1985-29.04.1986
zuletzt bearbeitet 12.08.2011 15:51 | nach oben springen

#134

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 12.08.2011 20:20
von OHS_Feldwebel (gelöscht)
avatar

wow das waren ja tolle erste tage bei den meisten.
bei mir ging´s 08/86 los und es sollten 25 jahre werden....na 4 habe ich geschafft.
war ein ganzschönes gehetze, weil ich auch noch ein paar tage zu spät kam.
musste vorher noch in königsbrück die fliegertauglichkeitsuntersuchung im tiefflug über
mich ergehen lassen..."durchgeflogen"... und dann ab nach suhl zur ohs gt ddr.
schon im zug zwischen erfurt und suhl, polizei ausweiskontrolle und
militärpolizei vorzeigen einberufungsbefehl (könnte ja jeder kommen)
kaum angekommen gings von einem "und steh´n" zum nächsten.
OvD, ZF, KC, Stabsarzt und auch noch der kleiderbulle.
auf der treppe zur stube, traf ich dann einen leidensgenossen aus königsbrück wieder, auch durchgefallen.
jahre später als wir dann im berlinzug waren, habe ich ihn dann zu meinem stellv. ZF gemacht.
ddr hin oder her es waren tolle jahre.
bis die tage
ohs feldwebel


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#135

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 14.08.2011 12:15
von Mitläufer (gelöscht)
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Einberufung ??

Auf dem Einberufungsbefehl ( hieß das Ding so???) stand soweit ich mich erinnere "Sie haben sich am ... in der ... Schule in ... einzufinden.
Nett empfangen von irgendwelchen Uniformträgern,gab es dann erst einmal den Verhaltenskodex,für die nun folgende,allerdings von keinem erahnte Republikrundreise. Mit dem Bus ging es bequem bis Dresden. Wenn ich mich recht entsinne Wurden wir dann am Bhf. Dresden Neustadt nochmals von einem "süpernetten" Uniformträger zugetextet,welcher ebenfalls die "Verbotsliste" auswendig daherbeten konnte. Eine "Erlaubnisliste" gab es wohl nicht. Jedenfalls hatte der Uniformträger diese wohl im Eifer des "Gefechts" verlegt. Dann hieß es "Einsteigen und Türen schließen". Das Abenteuer "Grenztruppen der DDR" begann. Anfang der Achtziger Stand die DDR noch nicht vor dem Staatsbankrott und somit fuhr unser Zug im Zickzack durch selbige. Soviel DDR hatte ich in meinem jungen Leben noch nicht gesehen wie an jenem Tag. Das es für lange Zeit auch die letzte Sightseeingtour Tour sein sollte war so glaube ich keinem von uns so recht bewusst. Irgendwann am mehr oder weniger späten Nachmittag hielt der Zug dann in Erkner bei Berlin. Ich war noch felsenfest der Meinung das wir nach der schönen Reise durch den Süden der DDR nun auch noch die Mecklenburger Seenplatte zu sehen bekommen sollten um dann bis zur Ostsee ( da war ich bis dato noch nicht) zu fahren. Frei nach der Devise" So Jungs das ist unsere schöne DDR ,für die ihr nun dienen sollt". Man muss ja schließlich wissen für wen man den Kopf hinhalten soll.
Aber nee ,denkste in Erkner war tatsächlich Endstation. Koffergreifen und Aussteigen. Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde die "Hammelherde" vernünftig sortiert . Da ja einer ein Foto machen könnte, hatte ich mich mit meinen fast zwei Metern Körpergröße ganz hinten einsortiert. Ich wollt doch die Kleineren nicht verdecken. Die sollten doch auch auf das Bild.
Der Tross setzte sich dann irgendwie in Bewegung um gefühlte 300 Kilometer später, bei "Felix" vorbei zu trotten.Jeder dachte wohl "´ Etz simmer endlisch do". Zum Glück waren wir es noch nicht, zu "Felix" wollte dann wohl doch keiner. aber kurze Zeit später schwenkte der "Hammelhaufentross" nach links. Super freundliche Resis erwarteten uns schon in "Dachshagen". Da ich ja wie schon oben erwähnt so ziemlich die Nachhut darstellte und ich damals noch ein 1a Gehör hatte prägte sich mir das nun folgende für immer in mein Gehirn ein.
Mit extra viel Schmackes wurde das große Tor hinter uns laut Krachend geschlossen und ich hatte mit meinem Leben abgeschlossen. "Das war´s Andreas hier kommst du nie wieder raus".
Wir wurden dann auf die Kompanien aufgeteilt. In welcher ich landete ??? "Koi Ahnung" Ich weiß nur noch es war der letzte Block rechts unten. Und so fühlte ich mich nun auch Unten ganz weit unten. Das sich das wieder ändern sollte daran glaubte ich einfach nicht mehr.

MfG Andreas


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#136

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.08.2011 09:35
von Fornax | 10 Beiträge

Zitat von Büdinger

Zitat von Fornax

Zitat von Büdinger

Zitat von Fornax
Bin am 3.11.1983 eingezogen worden - ... ab nach Halberstadt - ... sagte mir meine Kompanie - 8. ABK ... und gegen 20.00 Uhr dann endlich in Mönchhai - eine Aussenstelle - angekommen. ...



Hallo Fornax ,

welcher Zug war Deiner?

Gruß

Ricardo



ich war im 3. zug 3. gruppe und gruppenführer war ein uffz. mit runder nickelbrille.




Hallo Fornax ,

dann dürfte Dein ZF Ultn. K..n gewesen sein. Wimre dürfte das Uffz. Ha.tm.nn gewesen sein?

Ich war ZF 2. Zug.

KC war Mj. Pa.l.k. ("Euch hackt gleich der Hahn im Tiefflug.")

Gruß

Ricardo



Moin Ricardo, genauso Uffz. Har......g, und ja genau euch hackt der hahn -- aber er war i.O. hast du noch Bilder von denen ?

Gruß Fornax


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#137

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 15.08.2011 12:34
von Büdinger | 1.504 Beiträge

Hallo Fornax ,

richtig, Har...g.

Nein, Bilder habe ich keine von ihnen.

Jetzt fällt mir auch der Name vom Polit ein: Hptm. Kab.l.tz. Oder?

Gruß

Ricardo


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
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#138

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 23.08.2011 20:50
von Icke | 95 Beiträge

Einberufung Herbst 87

Mein Meister hatte mir schon angedroht dass es wohl soweit ist (Beurteilung).
und er hatte recht, ich weiß gar nicht ob ich wusste wo es hin geht man hatte
wohl nur eine Postfachnummer .Nun ging es also los und es sollte ungewöhnlicher als bei
meisten werden. Ich musste um 6 Uhr im WKK Köpenick sein kein großes Problem denn
es waren nur 10 km von meinem Zuhause. Dort dann das übliche Taschenkontrolle
und Gebrülle. Nach einer Stunde aufsitzen auf einen W 50 ich glaube ich war alleine.
Jetzt bin ich wieder in Richtung meiner Heimat unterwegs vielleicht doch ein Irrtum ?
Eine ganz kurze Hoffnung !Jetzt weiß ich natürlich das die einen nie nach Hause gefahren hätten .
Ich kann noch mal mein Zuhause sehen ist wirklich wahr!
Aber es geht weiter bis W hagen vielleicht 7 km von der Heimat entfernt .
Es hat aber nichts genutzt ich war genauso eingesperrt wie alle anderen nur besuchen
war wohl einfacher.

Als alles vorbei war und ich als Zivilist wieder arbeitete, im schönen Treptow, mit einem
wundervollem Blick von der Bouchestraße auf das GR 33.Vor meinem Wehrdienst war da
noch die Polizei ich glaube wegen der verkürzten Grundausbildung ( 3 Monate) also dann
das GR 33 . Ich hatte das Fenster offen und dachte die Stimme kenste doch ja es war mein
Hfw aus W hagen . Das Fenster hatte ich nur noch selten offen das war dann doch zu viel.


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#139

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.09.2011 22:53
von Fischerhütte | 61 Beiträge

Hallo,

in diesem Thread finde ich auch meine Erlebnisse vom ersten Tag teilweise wieder. Ich hatte sie sogar aufgeschrieben, da ich damals heimlich ein Tagebuch geführt hatte. Am 5.11.1980 (ein Mittwoch) ging es los nach Rudolstadt (da hatte ich von der Entfernung noch Glück!), wo wir dann so gegen 12.00 Uhr ankamen (Klinkhammerstraße?) und gleich mal Kästen mit Cola und Brause reintragen mussten. Der Ton war dort schon sehr hart. Im LKW ging es dann gegen 14.00 Uhr weiter nach Dittrichshütte (man wusste vorher nicht, wo es genau hinging). Als erstes bekamen wir wohl die "Tasse braun". Ich landete dort in der 1. Kompanie, Haus 007 wo ich trotz fehlender Fahrerlaubnis einer "Fahr bzw. KFZ-Truppe" (lt. Tagebucheintrag) zugewiesen wurde. Nachfolgende Erinnerungen hatte ich dann erst am 3.1. 1981 im Tagebuch nachgetragen, da wohl alles am ersten Tag sehr unwirtlich und befremdend war und ich die ersten Tage nur einige Stichpunkte im Tagebuch eintragen konnte. Es hat wohl fast ohne Unterbrechung draußen "Einer aus dem Zimmer raustreten" geschrieen.
Hier die Auszüge:
" Ich saß, wie die anderen zunächst nichtsagend und vollkommen deprimiert vor dem Spind. Keiner sagte ein Wort. Ein OF Sch..z lief untunterbrochen unruhig und äußerst laut redend (brüllend) durch das Kompaniegebäude . Alles wirkte befremdend und unwirtlich. Dabei frohr ich erbärmlich.....Der erste Tag war insgesamt gesehen schrecklich." (leicht gekürzt aus Tagebuch über die Zeit bei den GT 5.11.80-2.5.81).

Es war damals am 5.11.80 ein sehr früher Wintereinbruch mit Schnee, Sturm, Nebel und tiefen Temperaturen. Am 7.11. 80 wurde ich dann in die 3. Kompanie umgesetzt, nachdem man wohl merkte, dass ich zum damaligen Zeitpunkt überhaupt noch keine Fahrerlaubnis hatte.

Gruß von der Fischerhütte



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#140

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2011 00:32
von Tonberg | 24 Beiträge

Hallo jungs! Meinen einberufungsbefehl bekam ich im august 1986 ich hatte mich also am 5.nov.86 am dresdner neustädter
Bahnhof einzufinden ,mit einem flauen gefühl im Magen ging es danineinem nicht geheiztem schweinekalten zug zunächst
nach Leipzig dort gings dann weiter nach Plauen zur Grundausbildung bei den Grenztruppen der DDR .Die ersten 6 Wochen waren sehr hart ,man musste sich von alten gewohnheiten trennen und sich vieles neue über sich ergennen lassen müssen.aber man dachte da schon naja jeder tag gediennt bringt dich ein stück näher zum heimgang und das hat einem wieder
mut gemacht die ganze Sch.... zu überstehen.Zum Glück bekam unser Ausbildungregiment im Winter 1987 dan den Befehl in der
Volkswirtschaft der Republik zu helfen Konkret gesagt wir wurden für knapp 2 Monate nach Cottbus in den Braunkohletagebau
versetzt .Dort hatten wir den Himmel auf Erden.Wir waren untergebracht in einem Kinderferienlager das im Winter nicht betrieben
wurde bekammen jeden tag 10 Mark der ddr zusätzlich konnten jeden tag offiziell zwei Flaschen Bier kaufen den wir Standen ja nicht unter Waffen.inoffiziell wurde da natürlich jede menge Hochprozentischer Alkohohl verkonsummiert dort haben so einige
junge soldaten das saufen gelernt.Auch kam man sich mit vielen offizieren und unteroffizieren näher nach einigen saufgelagen war man dan per du .wir dachten es könnte ewig so weiter gehen aber dan kam der Frühling und es wurde zeit das wir unser eigentlichen bestimmung zugeführt wurden nämlich dem schutz der staatsgrenze der ddr wen wir es mal so bezeichnen wollen.naja aber das ist ein anderes Kapitel.



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