#81

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.01.2010 22:25
von Greso | 2.377 Beiträge

Hallo Grenzer,ich wurde zu den Panzern gemustert,weil ich keine 3.Jahre machen wollte:,sagt der zu mir sie werden sich an den Panzerketten schleppen schon einen Bruch heben.Aber lach lach,ab zur Grenze mehr Geld besseres Essen und immer frische Luft.Ausbildung in Dingeldei war nicht so Grenzerhaft aber danach war alles super.Mir wurde bei einer Berufssoldatenzeit in Barneberg ein Haus für mich und meiner Familie angeboten aber meine Frau wollte nicht wegen der Einschränkung im Grenzgebiet;;; wie Recht sie hatte!!! nach der Wende kamen die Besitzer zurück und wir
hätten noch mal neu beginnen dürfen.Was Recht ist soll Recht bleiben.
Gruß Greso


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#82

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.01.2010 09:54
von Huf (gelöscht)
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Meine Einberufung und die folgende Zeit waren im Verhältnis zu dem, was man gehört hat und auch hier liest, eigentlich ein "Glücksfall":
Treffen auf dem Bahnhof meiner Heimatstadt Wittenberge. Dann kam ein Sonderzug aus Richtung Leipzig oder so. Schon voll besetzt. Bewaffnete M-Polizei brüllte uns in die Wagen. Ich habe 25 Min. gestanden, eine geraucht und dann waren wir in Glöwen.
Dort auf dem Bahnhof sinnloses Gebrülle, weil man die Glöwener "Neulinge"(GT) von den Havelbergern(NVA) trennen musste. Einige hatten schon heftig ihren Kummer betäubt.

Wir jedenfalls zu Fuß durchs Dorf zum GAR. Dort Einteilung in Kp. Dann zur B/A-Halle. Hilfe bei der Einkleidung durch Uffz. und ZA.
Dann in die Stabskompanie.
4 Wochen Grundausbildung und dann der Hammer: Wir waren 5 U-Schüler im ganzen Objekt. Wir brauchten nicht zur U-Schule nach Perleberg! Das war gut.
Einer wurde Küchen-Uffz., einer Pio, einer Filmvorführer (wie hieß das eigentlich richtig?), einer zur Bewaffnung und ich zum Med.-Punkt.
Wir fünf "Pfefferminzgefreiten" wurden natürlich vom "Stammpersonal" und später sogar vom 1. DHJ wegen unserer "Tage" belobigt. Man freute sich einfach, wenn einer von uns zu sehen war! Aber echte Schikanen o.ä. haben wir nicht erlebt.
Später erlebte ich oft, wie Leute mit 24 Jahren eingezogen wurden. Verheiratet, Kinder und aus dem Süden. Die hatten es wirklich schwer. Ganz abzusehen von dem, was dann noch auf sie zukommen sollte.
Aber das ist ein anderes Thema.

Huf


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#83

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.01.2010 11:15
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Ich hatte die Möglichkeit, selbst anzureisen. Sonneberg ist ja nicht so weit von mir entfernt(40 Kilometer). Zwei Freunde haben mich hingefahren. Zwölf Uhr mittags durfte ich durch das große Tor vom GR 15 marschieren, begleitet von Bandmaßbelobigung.Danach sind wir zum Frisör (alles Lehrlinge),Einkleiden, Umziehen, Postmietbehälter mit Zivilklamotten nach Hause schicken, danach Fotograf. Anschließend die Fahrt auf dem W50 nach Hildburghausen. Ankunft in der Nacht 2 Uhr, Spindeinräumen und dann Nachtruhe. 10 vor 6 Uhr Früh Wecken und dann Frühsport "Sportzeug kurz" im Schnee.Da habe ich gewußt, ich bin da!!!


Viele Grüße

Theo85/2


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#84

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.05.2010 20:33
von Roland 87 | 215 Beiträge

Heute vor 24 Jahren wurde ich zu den GT gezogen.
Näheres stand weiter oben.
Lang ist her-Gruß Roland 87



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#85

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 07.05.2010 23:06
von Hundeflüsterer (gelöscht)
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Wir sind auch so gegen Mittag in Perleberg mit dem Zug angekommen. Dann ging es ab in die Uffz.Sch. E.S. zur Einkleidung (Klamotten, entgegennahme der pers. Schutzausrüstung - Vollschutz Dosimeter usw.-, Teil 1 + 2 usw.). Am Abend wurden alle "Faschingsgefreiten" auf die W50 verfrachtet, und ab ging es in Richtung Potsdam "SAGO". Die Zugfahrt aus meiner Heimatstadt nach Perleberg kam mir schon wie eine halbe Weltreise vor, aber die Fahrt von Perleberg nach Potsdam auf dem W50 war schon krass. Da hat man schon den ersten Schliff wegbekommen. Gefühlt war ich glaube ich 24 Stunden oder länger an diesem Tage unterwegs.
Beste Grüße,
Hundeflüsterer


zuletzt bearbeitet 07.05.2010 23:08 | nach oben springen

#86

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2010 10:54
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Ja die Einberufung zu den GT,kann mich nur schwach dran erinnern.Es war an einen 4.Mai 1974 man traf sich zu einen gemütlichen Zusammen sein in einer Nebenstraße am Rostocker Hauptbahnhof,um eine 18 monatige Reise anzutreten.Natürlich stellte man sich auch vor,in dem man sich mit den Wehrdienstausweis ausgewiesen hat.Den Personalausweis hatte man ja schon einige Tage vorher bei der VP-Meldestelle abgegeben.Auf jeden Fall ging es nach einer gewissen Zeit Richtung Bahnsteig zum Sonderzug ins Ungewisse,hab sogar einen Fensterplatz ergattert.Als der Zug abfuhr,wurde erst mal das Rohr aus der Reisetasche geholt und aufgekorkt und in die lustige Runde gereicht.Naja nach einer gewissen Zeit flog die Tür vom Abteil auf und ein Oberleutnant trat ein.Da waren wir die Pulle los.Ach ja-dieser Oberleutnant war später in der GK-Zarrentin mein Zugführer.Aber man hatte ja noch Nachschub in der Tasche und die lustige Runde ging weiter.So weit ich das noch in Erinnerung habe,war dann in Wittenberge umsteigen angesagt und es ging Richtung Glöwen.Dort angekommen,ging es mit den ersten Fußmarsch ins GAR.Dort angekommen durfte einer der Urlaubsreisenden gleich links raustreten und eine gewisse Ausnüchterung über sich ergehen lassen.Also ging es durchs Tor auf den großen Ex-Platz,wo man aufgerufen wurde und in Kompanien eingeteilt wurde und dann ging es ab in die Unterkünfte.Ich glaub es standen 8 oder 10 Betten drin.Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ging es dann zu BA-Kammer,wo man eine neue Kluft empfing naja von der Jugendmode war sie nicht.Naja so war mein erster Tag bei den GT:Gruß Rostocker


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#87

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2010 11:19
von nolle (gelöscht)
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Mensch Rostocker,
der Tag stimmt, das Jahr stimmt auch bloß bei mir war es Berlin. Dort ging die Reise los bis ins schöne Johanngeorgenstadt. Zugfahrt und das Drumherum stimmt Haargenau. Wir hatten Großraumwagen und die Türen gut im Blick deshalb war für viele die Fahrt sehr lustig. Die Einteilung erfolgte bei uns irgendwie vorher. Da es in Jo-stadt damals ein kleines Objekt (eine Kompanie) mitten in der "City" gab hatten wir den Blick auf erst einmal Unerreichbares: Disco und Kaufhaus (mit einer super Gaststätte). Halt, noch ein großer Bonus war das jede militärische Aktivität mit mehreren Blicken auf UrlauberInnen und das normale Leben verbunden war. Tja, lange her aber man erinnert sich noch an vieles, schon komisch.
tschüß


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#88

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2010 13:21
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

Hallo ABV,
die Beschreibung der Einberufung in's GAR 40 deckt sich mit meiner eigenen Erfahrung. Am 2.11.67 morgens gegen 6:00 ab HST in Richtung OR. Ankunft so gegen 18:00 Uhr. Ein ungemütlicher, regnerischer Tag. Vom Bahnhof abgeholt, ging es im Marschband, begleitet von Unfreundlichkeiten zum Schloss. Bei Regenwetter draussenstehend an der Längswand der Kino-Baracke wurden wir in Kompanien/Züge/Gruppen eingeteilt und zu den Kompanie-Baracken geführt. Beschreibung der 5.Kompanie-Baracke : 10-Mann Stuben, einfache Glasfenster (undicht absolut), geölter Dielenfußboden, Ofenheizung (ab 20:00 Uhr musste die Glut entfernt werden), Decke aus "Sauerkrautplatten" (teilweise def.), Waschraum mit einem Warmwasserhahn- ansonsten nur Kaltwasser. Desweiteren befanden sich noch, wenn sich meine Erinnerung sich nicht täuscht, die Waffenkammer, die Gruppenführerstube, natürlich die Schreibstube, Fernsehraum???
Anschließend Bekleidungsempfang wie bei dir beschrieben!!
Etwa ab 23:30 wurde die Nachtruhe ausgerufen. Am nächsten Tag ging dann das Soldatenleben mit allen Härten los. Darüber könnte man Bücher füllen. Das Mittagessen habe ich als miserabel empfunden obwohl die Ausgangsprodukte wirklich gut waren.
Ausgang gab's sehr wenig- tanzen wollten die Ortsschönen mit uns nicht, denn wir waren von der "grünen SS"- oder auch " Ulbricht-Knechte". Es endete sowieso oft mit Schlägereien, welche meistens von Angehörigen des MSR oder AR ausgingen. Paar Stichpunkte noch, die einige Erinnerungen aufblitzen lassen: Germendorf (Polygon + Lehrgrenze+Poln. Sturmbahn), Sachsenhausen (auch Ausbildungsacker),Streganz u. Gr. Glienicke (Ausbildung+Schiessen) etc.
Heute kennt man das Dienststellengelände bis auf wenige Ausnahmen nicht wieder. Es ist echt einen Ausflug wert!!

mfG der torpedoschlosser


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#89

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2010 14:49
von Rüganer (gelöscht)
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So, wie bei dem Torpedoschlosser ging es bei mir exakt 2 Jahre später ebenfalls vom Bahnhof Stralsund mit einem Sonderzug nach Berlin. Einschüchterndes Gebrüll schon in Stralsund, bedrückende Stimmung im Zug und dann während des Marsches vom Bahnhof zum GAR nach Wilhelmshagen. Ich kannte 2 andere, die mit mir zusammen gelernt hatten, somit war man nicht so allein mit seinen Eindrücken. Dann standen da auf dem Kasernenhof Soldaten mit einem Schild in der Hand, darauf die einzelnen Truppenteile, ich musste zum Stab der 1. Artillerieabteilung des GAr 39 und wurde Kanonier.
Da ich Landmaschinen - u. Traktorenschlosser gelernt hatte, sollte ich zum Instandsetzungstrupp, da unsee Ausbildung sich aber nur auf die Reparatur von Getrieben und Vorderachsen beschränkt hatte, wurde ich für den I - Trupp als untauglich eingestuft und so wurde ich Fahrer des Nachrichten LO's.
So wie der Torpedoschlosser es beschreibt, Baracken, zu heizen mit Öfen, die vom Flur aus zu bedienen waren, ob wir auch die Glut herausnehmen mussten, daran entsinne ich mich nicht mehr. Endloses Spind Einräumen, immer war es nicht richtig, Haare schneiden, obwohl man vorher zum Friseur war. Einer der Einberufenen verdarb es sich sofort mit dem Spieß, weil er sanG: EK,EK, EK, bald bin ich nicht mehr da, dann macht der Spieß der Kleine, sein Sch...haus selber reine... eben dieses Haus hat derjenige über mehrere Wochen geputzt, es wurde sein Standardrevier. Von da an passte man auf, dass man dem Spieß nicht auffiel.
Aber nach 2 Monaten war es dann nicht mehr so tragisch, da wusste man, wie der Hase läuft...


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#90

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2010 15:28
von Boelleronkel (gelöscht)
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Hallo Rüganer,
ich versuche meinmal einen Einberufungsbefehl hier "zu kleben"

Angefügte Bilder:
IMG_2061.JPG

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#91

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2010 15:35
von Eierfeile (gelöscht)
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Zitat von Rüganer
...Ich kannte 2 andere, die mit mir zusammen gelernt hatten, somit war man nicht so allein mit seinen Eindrücken.


du Glückspilz, mir ist noch vorallem diese Einsamkeit, Hilflosigkeit und das Ausgeliefertsein in Erinnerung geblieben. An konkrete Ereignisse kann ich mich eigentlich nicht mehr erinnern. Das ging ja in der halberstädter Knollenburg alles im Laufschritt und mit Gebrüll ab. Eigentlch hatte man keine Zeit das sofort zu verarbeiten. Ich weis nur noch, dass ich das Alles erst richtig realisiert hatte, als ich dann abend das erste mal in meinem "Bett" lag. Ich hätte heulen können und habe mir immer wieder gesagt: "das kann doch alles nicht wahr sein".


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#92

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2010 15:49
von Rüganer (gelöscht)
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[quote="Boelleronkel"]Hallo Rüganer,
ich versuche meinmal einen Einberufungsbefehl hier "zu kleben"[/quote]


Boelleronkel,

diese Gestellungsort kommt mir aber sehr bekannt vor, sehr sehr bekannt...
Meiner war aber doch die Wasserwirtschaft, nach Altruppin raus.
Gott sei Dank ist dieser Spuk vorbei

der Rüganer


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#93

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2010 15:57
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von Rüganer
[quote="Boelleronkel"]Hallo Rüganer,
ich versuche meinmal einen Einberufungsbefehl hier "zu kleben"



Boelleronkel,

diese Gestellungsort kommt mir aber sehr bekannt vor, sehr sehr bekannt...
Meiner war aber doch die Wasserwirtschaft, nach Altruppin raus.
Gott sei Dank ist dieser Spuk vorbei

der Rüganer[/quote]

.................................................................................
Ja Mann,

Was ich mit völliger Gelassenheit und ohne Neid auch so sehe,aber ich hab mir den mal schicken lassen.
Heute Rüganer,mache ich lieber das hier...

Angefügte Bilder:
Hornfisch.JPG

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#94

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2010 16:12
von torpedoschlosser | 330 Beiträge

Zitat von Klaus K
Meine Einberufung war im Mai 1987. Von Stralsund ging es per Zug über Rostock, wo sinnigerweise von ner Militärkapelle das Lied" Muss i denn zum Städtele" oder so ähnlich gespielt wurde, nach Glöwen ins Grenzausbildungsregiment. Dort angekommen gings per LKW ins "Objekt". Der dortige KC ein Hauptmann begüßte uns mit den Worten " Ich bin ihr KC, Hauptmann,darf ich den Namen nennen?, und sie sind mein lebendes Inventar. Damit wussten wir bescheid. Nach Bettenzuweisung , Uniformempfang ging das Chaos los. Wir waren die ersten die nur für 3 Monate im Ausbildungsregiment blieben. Keiner wusste so recht Bescheid aber die Herren Unteroffiziere brachten ihre " Macht" zum Ausdruck. War schon recht blöd sich von sonem jungen Typen runterputzen zu lassen. Die dachten wunder was sie sind. Die ersten wochen waren recht stressig aber dann begann die Ausbildung zum Militärkraftfahrer und es wurde etwas ruhiger. Zum Glück hatten wir nen recht guten Zugführer der uns das Leben erträglich machte. Nach den 3 Monaten kamen wir an den Kanten aber das iss n anderes Thema.....


hier ist noch einer aus HST! hatte die ganze Sache schon 20 Jahre vor deiner Zeit durch; kannste mal sehen, bis auf wenige Details gab es kaum erträgliche Veränderungen. Umgebracht hat es uns nun auch gerade nicht. Es war eben eine "Lebenserfahrung" .


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#95

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 08.05.2010 16:53
von mannomann14 | 625 Beiträge

Wie viele andere wurde auch ich im Mai 1976 nach Perleberg Einberufen. Zur Zugfahrt wurde ja schon genug geschrieben und es war nicht anders,Alkohol und ein mir unbekannter Tonfall beherschten die Wagons.

Am Bahnhof Perleberg stiegen wir auf dort Bereitstehende LKW Typ W50 auf und wurden auf dem Explatz der Unteroffiziersschule abgesetzt. Dort wurden wir namentlich aufgerufen und den Kompanien zugeteilt. Dort stellte sich dann auch die Kompanieführung und die Ausbilder sich vor und uns wurden anschließend unsere Zimmer zugeteilt, hier saß man erst mal und schaute sich um,wer teilt jetzt die nächste Zeit diese schöne Unterkunft mit dir? Ein Pfiff,ein Schrei beendete das erst mal,Kleiderempfang hieß es.Passt,passt,welche Größe? Irgendwie prasselte doch ziemlich viel auf einem ein bis die Zeltbahn voll war,auf dem Zimmer merkte man dann beim anprobieren ,daß das Augenmaß einiger doch nicht so gut wahr, wenigstens der Trainingsanzug saß und wurde erst mal unser Lieblingsanzug der nächsten Stunden.
Ich kann mich noch heute daran erinnern,die Sachen in der Zeltbahn und der fragende Blick eines jeden,wie soll das alles in diesen kleinen Spind? Unter Aufsicht eines sehr lauthals schreienden Unterfeldwebels gelang es uns doch tatsächlich nach Stunden, das Chaos der Zeltbahn zu Beherschen und ein super eingerichteter Spind war unser und wir durften die erste Nacht in unserem neuem Bett verbringen.

Jäh wurden wir am Morgen mit der Pfeife des UvDs und seinem Ruf geweckt, Frühsport,welch ein fremdes Wort und ungewohnte Tätigkeit am frühen Tag,aber es sollte doch für das nächste halbe Jahr eine liebgewordene Beschäftigung werden. Nach dem Frühsport dann der Befehl zur Morgentoilette, Drängelei im Waschraum, ein Wasserhahn für zwei Leute,aber irgendwie ging es und wir duften dann gemeinsam zum Frühstück spazieren, ja, spazieren,von marschieren konnte da noch keine Rede sein. Jeder freute sich auf die zwei Brötchen mit Marmelade bzw. Wurst,aber irgendwie hatte der UvD wohl was gegen unsere Freude,nach dem ersten Brötchen kam doch glatt der Befehl, fertig werden,auf. Wehmütig schaute ich auf das zweite Brötchen und nahm mir vor,morgen früh schaffst du es.

Zurück in der Unterkunft begann dann das erste Stuben und Revierreinigen, was anschließend von einem grimmig erscheinendem Stabsfeldwebel abgenommen wurde, irgend jemand murmelte etwas von einer Mutter der Kompanie, ich war erstaunt, stellte ich mir ein weibliches Wesen doch einfach freundlicher und netter vor, irren ist eben menschlich. Eines hatte er mit meiner Mutter jedenfalls gemeinsam, ihm gefiel meine Art der Reinigung des Waschraumes wohl auch nicht und ich durfte ihm das noch mal zeigen.

Nachdem der Hauptfeldwebel zufriedengestellt wurde hieß es dann die Uniform fertig zu machen, Schulterstücken rauf und wir wurden Soldaten

mannomann


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
zuletzt bearbeitet 08.05.2010 19:01 | nach oben springen

#96

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 09.05.2010 17:19
von a1 otti | 188 Beiträge

Zitat von mannomann14

Jeder freute sich auf die zwei Brötchen mit Marmelade bzw. Wurst,aber irgendwie hatte der UvD wohl was gegen unsere Freude,nach dem ersten Brötchen kam doch glatt der Befehl, fertig werden,auf. Wehmütig schaute ich auf das zweite Brötchen und nahm mir vor,morgen früh schaffst du es.

mannomann



ja, @mannomann

an so eine ähnliche situation erinnere ich mich auch: erstes mittagessen. Ich war im 4.Zug. Eingerückt wurde zugweise, also war ich ziemlich am ende dran. es gab irgendeinen eintopf. als ich endlich mit meinem teller am tisch saß und die ersten zwei löffel reingeschaufelt habe, kam auch schon das kommando: "mittagspause beenden!!! zeit: zwei minuuuuteen!!!"
tja, viel hab ich da von dem noch heißen essen nicht mehr reinbekommen. aber was solls, man hat gelernt sofort anzufangen, reinzuschaufeln

Ralf



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#97

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.05.2010 12:34
von mannomann14 | 625 Beiträge

noch eine kleine Episode am Rande,unsere Stube war wohl so ein bißchen das Lieblingszimmer unseres Hauptfeldwebels,jedenfalls besucht er uns sehr regelmäßig. Nun hatte "die Mutter der Kompanie" ständig an unserer Zimmerordnung was auszusetzen und verdonnerte uns dann eines Sonnabends zum Kartoffelschälen hinter dem Küchentrakt,unsere Gesichter wurden natürlich immer länger,als wir die sieben großen Bottiche sahen die jetzt unser waren. Die Stimmung sang auf den Tiefpunkt,jeder sah den geruhsamen Nachmittag in Gefahr,ja bis der kleinste,der ein gebürtiger Vogtländer war die erste Kartoffel fertig geschält hatte und sie in die Höhe hielt. Die ersten neben ihm grinsten,nein sie fingen dann sogar an richtig herzhaft zu lachen. Der Grund war ganz einfach,der kleine US war Schnitzer vom Beruf und hatte der ersten Kartoffel das Gesicht des Hfw. gegeben.Er war ab sofort vom weiterm Kartoffelschälen ausgeschlossen und durfte seinem Beruf weiter nachgehen,so fertigte er doch von jedem Ausbilder bis zum Kompaniechef eine leibhaftige Knolle an. Der Hfw. wunderte sich bei einer zwischenzeitlichen Kontrolle,warum wir alle mit einem Lächeln auf den Lippen bei der doch sonst so unbeliebten Beschäftigung waren,wir zeigten ihm das Resultat der künstlerischen Aktivitäten
wir brauchten in dem halben Jahr in Perleberg nie wieder Kartoffeln schälen


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
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#98

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.05.2010 13:18
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von mannomann14
noch eine kleine Episode am Rande,unsere Stube war wohl so ein bißchen das Lieblingszimmer unseres Hauptfeldwebels,jedenfalls besucht er uns sehr regelmäßig. Nun hatte "die Mutter der Kompanie" ständig an unserer Zimmerordnung was auszusetzen und verdonnerte uns dann eines Sonnabends zum Kartoffelschälen hinter dem Küchentrakt,unsere Gesichter wurden natürlich immer länger,als wir die sieben großen Bottiche sahen die jetzt unser waren. Die Stimmung sang auf den Tiefpunkt,jeder sah den geruhsamen Nachmittag in Gefahr,ja bis der kleinste,der ein gebürtiger Vogtländer war die erste Kartoffel fertig geschält hatte und sie in die Höhe hielt. Die ersten neben ihm grinsten,nein sie fingen dann sogar an richtig herzhaft zu lachen. Der Grund war ganz einfach,der kleine US war Schnitzer vom Beruf und hatte der ersten Kartoffel das Gesicht des Hfw. gegeben.Er war ab sofort vom weiterm Kartoffelschälen ausgeschlossen und durfte seinem Beruf weiter nachgehen,so fertigte er doch von jedem Ausbilder bis zum Kompaniechef eine leibhaftige Knolle an. Der Hfw. wunderte sich bei einer zwischenzeitlichen Kontrolle,warum wir alle mit einem Lächeln auf den Lippen bei der doch sonst so unbeliebten Beschäftigung waren,wir zeigten ihm das Resultat der künstlerischen Aktivitäten

wir brauchten in dem halben Jahr in Perleberg nie wieder Kartoffeln schälen


Man stellt sich den Hfw.mal vor,der geht zum Essen und findet sein Abbild in Form einer Kartoffel auf den Speiseteller vor.Das wäre der absolute Hammer.


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#99

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 13.06.2010 14:53
von LO-Fahrer | 606 Beiträge

Am 02.08.1988 hat es mich erwischt : ich mußte meinen "Ehrendienst" antreten. Mit 24 1/2 Jahren war ich schon relativ alt, aber vergessen wurde niemand. Ich hatte das seltene Glück mit einem normalen Personenzug anreisen zu dürfen, deshalb ging es dort auch relativ gesittet zu. Die meisten anderen Mitreisenden mit auffällig kurzen Haaren waren, wie sich herausstellte Resi`s auf dem Weg nach Havelberg. Auf dem Bahnhof Glöwen wurden wir bereits von einem Uffz mit W50 erwartet , der uns komentarlos ins GAR fuhr. Dann kam die übliche Prozedur: Einteilung auf die Kompanien, BA-Empfang, Spind einräumen usw. Ich kann michallerdings nicht an Gebrüll Schikanen o.ä. erinnern. Im Gegenteil, unsere Gruppenführer, fast alle BU, haben uns mit erstaunlicher Nachsicht behandelt und sogar mit Tipps und Tricks geholfen. Gerade beim Spind-bau. Am nächsten Tag begann bann der Soldatenalltag Frühsport, Revierreinigen, Ausbildung, Politunterricht usw.
Am lustigsten war die KFZ-Ausbildung. Da jeder in unserer Kompanie einen Führerschein und Fahrpraxis besaß (einige waren sogar Berufskraftfahrer) wurde dieses Thema durch die "Fahrlehrer" und Ausbilder doch etwas lockerer angegangen als vielleicht anderswo üblich. Immerhin hielten sich sinnlose Schikanen in Grenzen. Vielleicht fehlte auch nur die Zeit für solche Spielchen, denn die Ausbildungszeit war ja halbiert worden und uns mußte in 3 Monaten alles beigebracht werden um uns "Frontreif" zu machen.
Alles in allem war es sicher keine schöne Zeit auf der "Knolle".


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#100

RE: Einberufung zu den GT - wie habt ihr es erlebt

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.06.2010 01:43
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von a1 otti
Mit vielen ähnlich unsicheren jungen Männern gings dann mit dem Zug nach Perleberg. Dort gings vom Bahnhof mit Marschkapelle in die Kaserne.


Einberufung Perleberg - habe ich sechsmal mitgemacht.
Es gab immer zwei Sonderzüge: Der eine via Berlin (ich denke mal: aus Dresden), der zweite via Leipzig, Halle, Magdeburg (ich denke mal: Aus KMSt). Das waren ausgewachsene D-Züge - und passten nicht ansatzweise an den kleinen Bahnsteig in Perleberg - mancher wird sich erinnern.
Danach ging es im GST-ähnlichen "ohne Tritt" in Richtung Kaserne. Der Ton der Vorgesetzten war eher freundlich. Die sowjetische Militärkapelle stand meist auf Höhe der Alten Villa (also KdL-2) und intonierte schrägste Töne: Erinnert euch an den Härtetest ... da war die gleiche Kapelle wieder da ...
Angetreten wurde auf dem Ex-Platz - erstmal alle sortieren. Da war der Ton schon etwas strenger. Aber ich habe in meinen drei Jahren nie erlebt, dass dort gebrüllt wurde.

Später dann hatte ich das eher zweifelhafte Vergnügen, Leiter Zugstreife sein zu dürfen. Die Urlaubersonderzüge - aber ein- oder zweimal auch die Einberufungszüge. Aus anfang der 1980er Jahre kann ich insoweit berichten:
Die Einberufungssonderzüge waren die harmlosesten - wie hier schon anklang: Verunsicherte junge Männer. Alkohol in harmlosesten Grenzen. Mir machte was ganz anderes Sorge: Da war ja eh schon gedrückte Stimmung - aber so ein oder zwei Prozent der Männer sah man an, dass sie mit der Situation nicht zurechtkamen: Da guckte ich schon, wer sich an den Waggontüren rumdrückte ... nicht dass jemand in voller Fahrt austeigt. Das wäre final gewesen.
Soweit.

Mart


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