#41

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.11.2009 09:50
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von dein1945

Zitat von Patriot
Gab aber auch welche, denen das schiddegal gewesen ist und die sich heute noch als Helden der Geschichte feiern lassen. Das ist der feine menschliche Unterschied. Ob nun Kaiserzeit, Weimarer Republik, III.Reich, DDR oder Bundesrepublik damals oder heute, alle Systeme lieben den Verrat, aber nicht den Verräter. Die werden meist eingestuft als nützliche Idioten.



Da hast Du ausnahmsweise einmal recht, wenn ich vor dieser Wahl gestanden hätte wäre es mir schidegal gewesen, lieber als nützlicher Idiot dastehen, als vor der Wahl zu stehen schiessen oder nicht. Wenn Du mein Vorgesetzter gewesen wärst, stellt sich noch die Frage wer dann der Idiot gewesen wär. Ich kann nur hoffen, das Dir mehr als ein Schützling abhanden gekommen ist, der Heute im Westen sitzt, sich über dein Grenzertreffen lustig macht und denkt, mensch was war das für ein Idiot. Noch ein kleiner Unterschied, bei Dir saßen die Verräter am Volk schon in der Spitze, aber bei euch gab es ja auch Kundschafter für den Frieden, nur von unserer Seite kamen die Agenten, Spione und Verräter, denk mal am Wochenend darüber nach,
Gruß aus dem damals schon freien Teil von Berlin





Stellt sich die Frage wieviel Meter du geschafft hättest, bevor Patriot auf den Gedanken gekommen wäre die Flucht seines Unterstellten zu beenden.




Lieber Feliks,

es wäre mir eine Ehre gewesen ihm das Gegegenteil zu beweisen und hoffentlich noch einige mehr. Lieber ein nützlicher Idiot im Westen, als umgekehrt an der Friedensgrenze.


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#42

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.11.2009 10:33
von Patriot (gelöscht)
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@Dein 1945, ich denke, daß Du eher nicht zu den GT gezogen worden wärst und auch Du selbst schon vor der Einberufung dagegen aufbegehrt hättest. Wäre es eben ein 18 monatiger Grundwehrdienst irgendwo im Hinterland gewesen. Desweiteren sind die Verantwortlichen ja seinerzeit nicht auf der Wurstsuppe geschwommen, sondern hätten alsbald nachgefragt, ob das Risiko Deines Einsatzes im Frontbereich nicht unabschätzbar wäre. Wie schon mal beschrieben, hättest Du dann wahrscheinlich in einer Kompanieküche jeden Tag Kartoffeln geschält oder im Stab friedlich die Blumenanlagen geharkt. Zum Glück hat man damals auch jeden Monat überprüft, ob die Bereitschaft zum Grenzdienst mit allen sich ergebeneden Konsequenzen bei den Unterstellten vorhanden war oder auch nicht. Bei Dir hätte der Befehl 44/75 eine umgehende Versetzung erfordert und ein möglicher hinterhältiger Kameradenmord wurde somit frühzeitig verhindert. Damit mal ein stillschweigendes Dankeschön nach fast 30 Jahren an die unsichtbar Verantwortlichen der Abteilung 2000!



Die Grabesstelle in Berlin-Mitte hat sich zwischenzeitlich verändert, das Trommelfeuer gegen alle, die dieses kleine Land gewagt haben auch noch zu verteidigen ist nicht eingestellt worden. Sinnbildlich tritt man mit Freude auf den am Boden liegenden, der die Waffen bereits gestreckt hat.
Als heute 50jähriger kann ich nachvollziehen, warum Männer der GT und der Kampftruppen am 13. August 1961 mit Stolz und innerer Freude die Grenze zugemacht haben und ein Aufatmen durchs Land ging. Das war mir bei meinen Dienstantritt 1977 nicht klar, dachte immer die von der Politischen Hauptverwaltung über der gesellschaftswissenschaftliche Ausbildung bis hin zu Karl-Eduard hätten nur ausufernde ideologische Phrasen gedroschen. Jetzt kenne und verstehe ich die wahre Geschichte.

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#43

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.11.2009 10:51
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Patriot
@Dein 1945, ich denke, daß Du eher nicht zu den GT gezogen worden wärst und auch Du selbst schon vor der Einberufung dagegen aufbegehrt hättest. Wäre es eben ein 18 monatiger Grundwehrdienst irgendwo im Hinterland gewesen. Desweiteren sind die Verantwortlichen ja seinerzeit nicht auf der Wurstsuppe geschwommen, sondern hätten alsbald nachgefragt, ob das Risiko Deines Einsatzes im Frontbereich nicht unabschätzbar wäre. Wie schon mal beschrieben, hättest Du dann wahrscheinlich in einer Kompanieküche jeden Tag Kartoffeln geschält oder im Stab friedlich die Blumenanlagen geharkt. Zum Glück hat man damals auch jeden Monat überprüft, ob die Bereitschaft zum Grenzdienst mit allen sich ergebeneden Konsequenzen bei den Unterstellten vorhanden war oder auch nicht. Bei Dir hätte der Befehl 44/75 eine umgehende Versetzung erfordert und ein möglicher hinterhältiger Kameradenmord wurde somit frühzeitig verhindert. Damit mal ein stillschweigendes Dankeschön nach fast 30 Jahren an die unsichtbar Verantwortlichen der Abteilung 2000!



Die Grabesstelle in Berlin-Mitte hat sich zwischenzeitlich verändert, das Trommelfeuer gegen alle, die dieses kleine Land gewagt haben auch noch zu verteidigen ist nicht eingestellt worden. Sinnbildlich tritt man mit Freude auf den am Boden liegenden, der die Waffen bereits gestreckt hat.
Als heute 50jähriger kann ich nachvollziehen, warum Männer der GT und der Kampftruppen am 13. August 1961 mit Stolz und innerer Freude die Grenze zugemacht haben und ein Aufatmen durchs Land ging. Das war mir bei meinen Dienstantritt 1977 nicht klar, dachte immer die von der Politischen Hauptverwaltung über der gesellschaftswissenschaftliche Ausbildung bis hin zu Karl-Eduard hätten nur ausufernde ideologische Phrasen gedroschen. Jetzt kenne und verstehe ich die wahre Geschichte.




Hmmm, wie sag ich das jetzt am besten... deine Beiträge gefallen mir immer besser


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#44

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.11.2009 11:46
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von Patriot
@Dein 1945, ich denke, daß Du eher nicht zu den GT gezogen worden wärst und auch Du selbst schon vor der Einberufung dagegen aufbegehrt hättest. Wäre es eben ein 18 monatiger Grundwehrdienst irgendwo im Hinterland gewesen. Desweiteren sind die Verantwortlichen ja seinerzeit nicht auf der Wurstsuppe geschwommen, sondern hätten alsbald nachgefragt, ob das Risiko Deines Einsatzes im Frontbereich nicht unabschätzbar wäre. Wie schon mal beschrieben, hättest Du dann wahrscheinlich in einer Kompanieküche jeden Tag Kartoffeln geschält oder im Stab friedlich die Blumenanlagen geharkt. Zum Glück hat man damals auch jeden Monat überprüft, ob die Bereitschaft zum Grenzdienst mit allen sich ergebeneden Konsequenzen bei den Unterstellten vorhanden war oder auch nicht. Bei Dir hätte der Befehl 44/75 eine umgehende Versetzung erfordert und ein möglicher hinterhältiger Kameradenmord wurde somit frühzeitig verhindert. Damit mal ein stillschweigendes Dankeschön nach fast 30 Jahren an die unsichtbar Verantwortlichen der Abteilung 2000!



Die Grabesstelle in Berlin-Mitte hat sich zwischenzeitlich verändert, das Trommelfeuer gegen alle, die dieses kleine Land gewagt haben auch noch zu verteidigen ist nicht eingestellt worden. Sinnbildlich tritt man mit Freude auf den am Boden liegenden, der die Waffen bereits gestreckt hat.
Als heute 50jähriger kann ich nachvollziehen, warum Männer der GT und der Kampftruppen am 13. August 1961 mit Stolz und innerer Freude die Grenze zugemacht haben und ein Aufatmen durchs Land ging. Das war mir bei meinen Dienstantritt 1977 nicht klar, dachte immer die von der Politischen Hauptverwaltung über der gesellschaftswissenschaftliche Ausbildung bis hin zu Karl-Eduard hätten nur ausufernde ideologische Phrasen gedroschen. Jetzt kenne und verstehe ich die wahre Geschichte.



Jetzt wird es langsam heiter, "Frontbereich" befanden sich die beiden Staaten im Krieg ? Und deine Unterstellungen bezüglich Kameradenmord würde ich in Zukunft lassen, der Schuß könnte nach hinten losgehen, dies ist keine Drohung, nur ein freundlicher Hinweis. Zu deinen Bildern gerne noch einige von mir ! Ich weis nicht was sie aussagen sollen, nur das hier einmal die Grenze war ! Na Karl-Eduar darf ja auch nicht fehlen, der hätte lieber besser auf seine Frau aufgepaßt als ständig dumme Sprüche abzulassen,
So das war es dann von mir zu diesem Thema, ich möchte nicht noch zum Schießeisen greifen, schönen Sonntag !

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#45

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.11.2009 19:31
von chucky | 1.213 Beiträge

Hallo ihr Grenzer,

eine Frage nach all dem hin und her.

Gibt es bei euch noch so etwas wie stolz, nach all den Jahren der Erfahrung,die ihr heute
nach 20 Jahren habt.Seit ihr nun vollkommen ab vom DDR System,
oder liegt euch auch noch was an der Vergangenheit.

Gruß aus Sachsen


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#46

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 06.11.2009 23:40
von grenzsoldat (gelöscht)
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Zitat von chucky
Hallo ihr Grenzer,

eine Frage nach all dem hin und her.

Gibt es bei euch noch so etwas wie stolz, nach all den Jahren der Erfahrung,die ihr heute
nach 20 Jahren habt.Seit ihr nun vollkommen ab vom DDR System,
oder liegt euch auch noch was an der Vergangenheit.

Gruß aus Sachsen




Hallo chucky

Grenzsoldaten waren nicht nur Berufssoldaten (Unteroffiziere und Offiziere), die sich bewußt oder weniger bewußt für diesen Beruf in der DDR entschieden hatten, sondern auch Wehrpflichtige. Das waren bekanntermaßen sehr viele und ich war einer von Ihnen. Ich war ein bewußt schlechter Soldat und habe das schriftlich.

Das politische System in der damaligen DDR habe ich schon seit meiner Kindheit abgelehnt. Erst durch die Erziehung meiner Eltern und später verstärkt in der Zeit meiner Schulbildung, der Lehre als Arbeiter und im und nach dem Studium auch durch eigene Wahrnehmung und Erfahrungen. Ich war ein Feind einer zentralistischen Parteidiktatur nach meinen subjektiven Erfahrungen. Von 100 Soldaten meiner Kompanie kannte ich einen einzigen, der mit glänzenden Augen am damaligen Sozialismus gläubig hing. Auch die Offiziere hatten bei einem vertraulichen Bier andere Meinungen, als offiziell verordnet. (Denke da nur an die Problematiken schlankes Salär, Dienst 12 - 16 Stunden am Tag, Versorgungsprobleme, überproportionale Scheidungsraten, miese Beförderungsmöglichkeiten, soziale Mißachtung durch andere DDR-Bürger,

Zwanzig Jahre nach dem 9. November 1989, der für mich ein sehr bewegender Tag war, habe ich meine Meinung nicht geändert. Was aber nicht ausschließt, das ich heute genauso renitent bin wie damals in der DDR. Ein Deutscher demokratischer Rechtsstaat in einem vereinigten Europa ohne Grenzen ist für mich aber eine deutlich bessere Option als der damals sogenannte real existierende Sozialismus stalinistischer oder zentralistischer kommunistischer Weisheitsprägung, wo mich jede massive deutliche Kritik und entsprechendes Handeln in den Knast gebracht hätte.

Heute kann ich frei äußern so wie hier mit meinen Klarnamen Richard Hebstreit, das die gegenwärtige Gesellschaftsordnung dramatische Deformationserscheinungen beinhaltet. (Nebenbei gesagt, das wusste ich auch schon in der DDR. Ich war nicht naiv und wusste, was auf uns zukommt, wenn die DDR zusammenkracht - Ich kannte Marx, Engels, die politische Ökonomie der Sozialismus und die die politische Ökonomie des Kapitalismus bis ins ff.)

Ähnlich wie Biermann, der damals sagte als er ausgebürgert wurde, er käme vom Regen in die Scheiße dachte ich: Wir kommen in die Traufe.....nur das Wasser ist deutlich wärmer!

Ich hatte und habe kommunistische Freunde, denen ich damals an dem Nichtvorhandensein der Kreuzschlitzschraube ausrechnen konnte, wann die DDR zusammenkracht. Leider habe ich mich verrechnet. mein Ergebnis-Datum wäre 1999 gewesen.

Ich habe mich ab Mitte 1989 politisch artikuliert, bin in die SPD eingetreten und wieder ausgetreten, war bei der WASG dabei und bin da wieder weg. Ich war mit am runden Tisch in meiner Heimatstadt kommunalpolitisch aktiv, war bei den ersten Wahlen aktiv dabei und habe im Sommer 1990 life mit erlebt. als in Bad Salzungen die Fahne der NVA feierlich vom Mast geholt wurde und danach die Führungsoffiziere des dortigen Regiments zu Schlüsseldienstleistern und Bratwurstbratern gemacht wurden.

Ich hatte in den vergangenen 20 Jahren mehrfach wirtschaftlichen Erfolg, war mehrmals arbeitslos, auch mit ergänzend SGB II. Ich fühle mich heute trotzdem freier und wohler im vereinten Deutschland als in der größten DDR der Welt.

Was ich damals gedacht hatte und heute noch denke, kann man am Sonntag Abend bei Arte wahrscheinlich betrachten. Die haben mich zu meiner Meinung interviewt. Meine Tenor, DDR Soldaten der Grenztruppen, egal ob Wehrpflichtige oder Berufssoldaten waren keine schießgeilen Killer sondern haben verantwortlich ihren militärischen Dienst absolviert. Naja - wir Soldaten haben aber auch gegammelt und Scheiße gebaut.

Nur, jemand der flüchtet, in den Rücken zu schießen war nicht mein Ding und auch nicht die Intention vieler meiner Kameraden. Mir war klar, weil ich die Haager Landkriegsordnung und das 1948er Völkerrecht kannte, das ist nicht nur militärisch, sondern auch humanistisch zutiefst verwerflich. Insofern habe ich damals bei der Vergatterung gedacht: "Ihr könnt mich mal......!"

Mein Urgroßvater war 1870/71 in Frankreich Soldat. Mein Großvater 1914/18, Mein Vater 1939/44. So eine Sauerei haben die nicht mit gemacht wußte ich.

Ich auch nicht als wehrpflichtiger Grenzsoldat in der DDR. Mein Sohn wurde durch meinen Einfluß kein Soldat! Darauf bin ich stolz!


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#47

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 07.11.2009 15:17
von Gelöschtes Mitglied
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grenzsoldat Mein Sohn wurde durch meinen Einfluß kein Soldat! Darauf bin ich stolz!

Hallo Grenzsoldat,

erst mal Hochachtung und Respekt für deine sehr qualifizierten Beiträge hier im Forum!
Deinen Empfindungen und Gedanken möchte und kann ich mich nur anschließen.
Da mich vor allen Dingen die deutsche Geschichte sehr interessiert und ich deswegen sehr viel darüber lese,ärgert es einen öfters das so viele unqualifizierte Artikel von irgend welchen "Experten" erscheinen,die nur vom "Hören&Sagen" berichten.Man möchte am liebsten laut aufschreien und seinen "Senf" dazugeben.Ich meine jetzt speziell das erlebte von normalen Wehrpflichtigen an der Grenze sowie in den Grenzkasernen.Oder das Leben als ehem. DDR-Bürger.Auch in TV-Sendungen/Dokumentationen über die ehem.Grenze wird mir oft zu oberflächlich berichtet.Ich komme da meistens nicht mit klar,weil ich es ganz anders erlebt habe.Es stellt sich mir dann öfters die Frage,wo die verantwortlichen Redakteure recherchiert haben?
Nun gut,ich denke mit dir wurde ja nun wirklich ein echter Zeitzeuge gefunden,der die damaligen Umstände/Stimmungen objektiv wieder gibt und vielen von uns aus dem Herzen und der Seele spricht.
Ich freue mich schon auf morgen und werde mir den Beitrag auf Arte gern ansehen.Bin schon sehr gespannt.

Mein Sohn steckt gerade in seinen Abiturvorbereitungen (12.Klasse).Die Bundeswehr war eine der ersten Einrichtungen,die ihm die Bude einrannte,damit er eine Offizierslaufbahn als Berufssoldat einschlägt.Was soll ich dir sagen,auch wir sind stolz darauf das unser Sohn durch unseren Einfluß kein Soldat wird!

In Verbundenheit

Gruß ek40








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#48

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.11.2009 20:06
von Doppko (gelöscht)
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Da ich nun den Battalionskommandeur gefahren habe und viele Offiziere auch Jäger waren, war ich Nachts öfters mit denen auch auf Jagd. Die sind zwischen den Zäunen jagen gegangen und ich saß alleine im UAZ. (bewaffnet) Da sind einen schon verschiedene Gedanken durch den Kopf gegangen. Auch die einer Flucht. Das hatte sich aber auch schnell wieder erledigt gehabt, da ich jung verheiratet war und 2 kleine Kinder zu Hause hatte.


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#49

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.11.2009 20:21
von maja64 (gelöscht)
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Passend zum Thema möchte ich hier nochmal einen Link bringen,den Augenzeuge schon im Mai einstellte.




http://www.diddi-online.net/beta/index.p...d=81&Itemid=100


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#50

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.11.2009 21:32
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo alle zusammen, ich habe noch nicht alles gelesen hier im Thema, manche wirklich guten Texte sind ja fast so lang wie meine Geschichten vom Opa und seinem Hans.
Aber ich will es mal ganz einfach ausdrücken: " Ich schmeiße nicht alles weg für nen Apfel und ein Ei, oder eine Banane und ne Apfelsine, wenn das für manchen besser klingt.
Da war Familie, die eigene, wo ich herkomme, dann die kleine Familie, die man gegründet hatte und dann die Familie der eigenen Frau.
Das Alles hatte auch ein bißchen mit Verantwortung zu tun, und manche hier im Forum, auch wenn sie schon etwas älter sind, scheinen doch partou dieses magische Wort nicht zu kennen.
Ich zum Beispiel als junger Pionier stand unzählige Male nur wenige Meter von der Grenzsäule weg, für den Laien, der hier mitliest, das war der letzte Gegenstand, der feindwärts noch der DDR gehörte, dann kam der " goldene Westen".
Ohne Probleme wäre es....aber da war immer dieses Wort im Hinterkopf, unbewusst, von dem ich da oben geschrieben habe!
Man schmeißt auch keine Ehe weg, nur weil der eine mal...und der Andere nicht konnte oder die Brüste der Geliebten straffer sind, wie die der eigenen Frau.
Ich denke, das war klar genug, ne, das mußte ich noch anfügen, damit mein Text auch richtig von den alten Ignoranten verstanden wird, die doch das magische Wort nicht kennen.

Gruß Rainer - Maria


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#51

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.11.2009 21:44
von toseda | 9 Beiträge

STOLZ WAR ICH DAMALS 89 ;HAT SICH VIEL GEÄNDERT AUF OST SEITE ,VIELES GUT, VIELES SCHLECHT:WAR NICHT IN DER SED KAM ZUR GRENZE 1988 NACH BERLIN UND BIN ENDE JANUAR 1990 WIEDER NACH HAUSE:HEUTE SAGE ICH NOCH IMMER ICH BIN STOLZ DABEI GEWESEN ZU SEIN;


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#52

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.11.2009 23:19
von westsachse | 464 Beiträge



please
wesa


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#53

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2009 10:26
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Westsachse, ein sehr schöner Song und bist du das selbst? Wir sind schon ein tolles Forum, muss ich mal so ehrlich sagen. Aber ich wollte noch ein paar Worte zu meinem Vorbeitrag schreiben, ergänzen.
Ich möchte auch keinen der älteren Herren, der Fluchtherren hier beleidigen, sollte es in meine folgenden Zeilen so rüberkommen. Am besten, ich spreche mit Tine, den sie hat ja den Fred eröffnet.
Also Tine, war ich ein junger Kerl in dieser damals jungen alten DDR dann war ich ein " Habenichts".
Das ist heute nicht viel Anders, aber dazu später.
Ich war ein " Habenichts", kein " Taugenichts", den die meisten, sagen wir 95% hatten mit 18 Jahren schon einen Beruf erlernt.
Ich wohnte noch bei Mamma und Papa, wenn denn die Familienverhältnisse intakt waren, hatte ein Zimmer, hatte ein Mädchen, träumte von der weiten Welt, hatte ein Tonband, keinen Fernseher,kein Auto, eventuell ein Moped, eventuell Bücher, dazu nen Packen Pornobilder gut versteckt, hatte Arbeit, die ich gerne oder nicht gerne...das kann sich jeder raussuchen..wie er das im Nachhinein beurteilt, und "Peng, auf einmal kam die Einberufung zu eben diesen Grenztruppen".
Jetzt gings los mit viel Geschrei, früh, mittags, abends, nachta...auf einmal war der gemütliche Teil vorbei...keine Mamma, kein Papa...keine Freundin und das war das Schlimmste...na gut, mancher hatte keine, der hing eben noch hinterher, die Tage verflogen mit ...der junge Kerl kam kaum zum Luftholen, den die Ausbilder waren darauf spezialisiert, ihn nicht zur Ruhe kommen zu lassen.
Das war wie bei " Full Metal Jacket", oder wie der schöne Film über die Ausbildung junger Rekruten der US- Armmee kurz vor ihrem Kampfeinsatz in Vietnam heißt.
"Aber in der DDR gings nicht nach Vietnam, da gings an die Grenze".
Und da stand er nun, der "Habenichts" mit den Träumen von der weiten Welt und wohlbemerkt, ich erzähle hier nicht meine Geschichte, den die sah ein bißchen Anders aus.
So, und jetzt überlegte er, bleibe ich oder hau ich ab, den der " Habenichts" hatte ja nichts zu verlieren.
Die Eltern, der Vater Fabrikarbeiter, der wurde nicht gleich entlassen, er wurde gebraucht von dieser DDR, auch wenn der Sohn die Fliege machte und bei Frau Mamma war es so ähnlich.
So haute er ab, und wenn er Glück hatte, klappte das auch, ohne, das er einen Kameraden erschießen musste oder er blieb achtzehn lange Monate und anschließend wurde aus dem " Habenichts" ein Mann, er sah auf einmal die Welt mit anderen Augen
Ehe ich jetzt ins Schreiben komme, das Gegenteil von der Geschichte, von dem " der was hatte", die schreib ich vielleicht heute Abend.
Ich muss so herlich lachen, Tine, den ich war auch einmal ein junger " Habenichts", so wie viele junge Kerle heute, bei Mamma und Papa und Hund und Katze und Meerschwein..und, und mit dem Finger in der Nase und der Hand in der Hose.

Gruß Rainer- Maria


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#54

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2009 10:32
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Westsachse, ein sehr schöner Song und bist du das selbst? Rainer- Maria



Nee, Rainer, das ist Ken Middleton. Soweit ich weiß, wohnt er in Texas. Ein tolles Lied, keine Frage!

Gruß, Augenzeuge


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#55

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2009 12:15
von Tine (gelöscht)
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Hallo liebe Schreiber!

Ich freue mich sehr über die vielen Gedanken, die hier zu meiner Frage gekommen sind und danke Rainer-Maria, für deine kreativen Überlegungen und eigene Erfahrungen. (Ich erwähne dich hier stellvertretend für alle Anderen, weil du mich ja direkt angesprochen hast.)

Es ist auch wohltuend, dass die Beiträge nicht von anderen "zerfetzt" werden, sondern mitgefühlt und in eigenen Erinnerungen gekramt wurde.

Danke!

Mit lieben Grüßen
Tine


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#56

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2009 19:28
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Tine, es geht weiter und am Anfang noch zu Jörg, du hast es gewusst,mein Freund, wer da singt, danke für den Hinweis. Den so wie der Rainer- Maria nicht jedes Buch gelesen haben kann, weis er auch die ganzen Sänger...ach, keine Ahnung.
Gleich noch eine Berichtigung, es geht ja hier um die jungen Grenzsoldaten und nicht die jungen Sperrbrecher, weil ich " alte Fluchtherren", oder so ähnlich im letzten Beitrag schrieb.
Aber selbst die, und jetzt bin ich mal vermessen, waren junge " Habenichtse", als sie die DDR verlassen haben. der junge wosch, ich stelle ihn mir gerade vor...aber ich möchte nicht spotten, so wie mannomann.
Jetzt gab es auch die, Tine, die zwar mit 18 Jahren gemustert worden, aber die DDR dachte, warten wir noch, die Gründe dafür, keine Ahnung?
Diese " Habenichtse" entwickelten sich, da war auf einmal ein Mädchen, ich nenn sie mal Susanne, die wars und keine Andere mehr. Jana, Karin, Petra, Katharina, Claudia, Peggy, er hatte sie scho vergessen.
Nennen wir es "Liebe auf den ersten Blick".
Bingo, und nun folgt eine rasante Entwicklung, das junge Paar zieht bei den Schwiegereltern ein, die sagen, ihr könnt gerne bei uns....aber sie sind jung und die Türen nicht so dicht und das ganze Stellungsherumgespiele bzw Kamasutra, oder wie das heißt, sie wollen alleine sein, den so geht es nicht weiter.
Also zieht man los, ist auf der Suche, findet eine Ausbauwohnung, dieses Glück, dazwischen sagt das Mädchen, ich bin schwanger, zweites Glück und so kommt eines ins Andere und der junge " Habenichts" hat auf einmal ein Ziel.
Das hatte er vorher nicht, er wusste garnicht was das war, "ein Ziel".
Sein Meister kann nur noch mit dem Kopf schütteln, der erkennt den "Habenichts" garnicht wieder, der ist auf einmal überpünktlich, arbeitet wie ein Stier und er wird mittlerweile so 22, 23, 24 Jahre alt.
Peng, wie aus heiterem Himmel der Einberufungsbefehl und jetzt, Tine, selbes Schema F wie im letzten Text, Gebrüll morgens, mittags, abends, nachts und da steht er nach einer ganzen Weile auch da vorne am Kanten, an der letzten Grenzsäule und drei Meter weiter der " goldene Westen", diese Fata Morgana.
Ihm gegenüber stehen zwei Karl vom Bundesgrenzschutz, die sehen aus wie Brüder und der Eine sagt: "Guten Morgen und komm, Soldat, zu uns rüber in die Freiheit, hier ist es sehr schön, hier ist es so schön, du wirst es nicht bereuen!"
Da denkt der Soldat, den er ist nun kein " Habenichts" mehr mit Wehmut an Zuhause.
Er hat da was, das kann er richtig gut festhalten,denn das Kind ist mittlerweile auch schon da, er fühlt sich auf einmal verantwortlich, er dreht sich herum und geht in Richtung Zaun I davon.
Der eine Karl sagt zum anderen Karl, so das der Soldat es noch hören kann" Was ist denn das für ein Rindvieh?"
Da meint der Soldat so bei sich, "lass sie doch quatschen", und er denkt mit einem sehr guten Gefühl in der Bauchgegend an den nächsten Heimaturlaub. Das gibt ihm enorme Kraft, die ganze verdammte Scheißzeit zu überstehen.
So Tine, das war die Geschichte von denen, " die was hatten", und bis bald, vielleicht zu einer neuen Geschichte vom Opa und seinem Hans.

Gruß Rainer- Maria


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#57

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2009 19:51
von chucky | 1.213 Beiträge

Hallo Rainer-Maria,

es ist immer wieder schön, deine Zeilen zu lesen.
Als Grenzer hätte ich bestimmt auch so gedacht.

Gruß chucky


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#58

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2009 20:15
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Chucky mein Freund, ich kann eigentlich nur für die sprechen, " die was hatten", zum festhalten, den so habe ich es erlebt.
Jetzt könnte einer sagen, " ja, bei mir war das aber...ganz anders...da muss ich sagen, " auch gut", war es eben so.
Ich bin eigentlich hier ins Forum mit dem Gedanken gekommen, das die Jugend einmal über diese Zeit etwas erfährt, und ich sehe an den Anmeldungen, das der Gedanke garnicht so schlecht war.
So, jetzt muss ich mich langsam ausklinken, sonst haut mir die Oma....noch den Wein um die Ohren, es wäre doch schade um das Zeug.

Gruß Rainer- Maria


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#59

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2009 20:39
von P3 | 357 Beiträge

Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

Ich hatte als Kompaniefahrer einmal einen Einsatz, der eher selten vorkam. Eine Grenzmarkierung wurde beschädigt, ob nun bewusst oder unbewusst sei hier dahingestellt. Grenzaufklärer hatten diesen Vorfall gemeldet, jetzt sollte ein Aufklärungstrupp feindwärts gehen und die Grenzverletzung dokumentieren. Mit Polit und Aufklärer ging es dann durch das TDF (Tor der Freiheit, unter uns so genannt) ein spezieller Durchlass für diese Zwecke. Meine Aufgabe war dann nur noch das Schleppen des schweren Funkgerätes Dora, ein Scheißjob! Wir liefen direkt an einer Ortsverbindungsstraße die Grenzmarkierungen ab, bis hin zu dieser Stelle, ab dem ein Grenzstein in Schieflage stand. Ich war unbewaffnet, musste die ganze Zeit vor Polit und Aufklärer laufen. Einen Schritt nach links und ich hätte den Boden der BRD betreten. Das war ein unglaubliches Gefühl, geht mir bis heute nicht aus dem Sinn. Dieser eine Schritt hat mich lange beschäftigt, konkrete Absichten zur Flucht hatte ich nie, die Repressalien für die Familie wären schlimm gewesen, auch meine Kameraden hätte ich nicht hintergehen wollen. Ich stehe hier auch dazu, daß ich die Flucht von Grenzern verurteile, sie haben das Leben von Kameraden zu ihrem eigenen Vorteil auf´s Spiel gesetzt.

Gruß P3


Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.


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#60

RE: Fluchtgedankenspiele bei Grenzern?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2009 21:11
von westsachse | 464 Beiträge

Schon wieder was falsch gemacht?

Fragt

westsachse


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