#21

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 28.10.2009 12:06
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo zusammen,

mal kurz noch meinen Senf dazu. Die Postentabellen galten als Mittel der Verschlüsselung. Man ging also davon aus, dass Meldungen lediglich vor Ort nicht unmittelbar durch den Gegner entschlüsselt werden konnten (Zeit der unmittelbaren Geheimhaltung vor Ort also bis 20 Minuten). Beobachtungen und offen einzusehende Handlungen wurden nicht verschlüsselt gemeldet. Was ich nicht bestätigen kann, ist das hier gesagte, dass die Postentabelle nicht genutzt wurde. Das war bei uns, in der Kompaniesicherung, bestimmt auch vom Kommandeur Grenzsicherung abhängig. Aber wenn jemand von der Kompanieführung oben saß, wurde auf jeden Fall mit Postentabelle gemeldet. Die EK's waren hinterher, dass ihre Posten per Postentabelle melden konnten. Die Sache war keinen Anschi** wert. Bei dem hier von S51 geschilderten zeitlichen Überschneiden zweier Aufzüge herrschte dann aber auch Pragmatismus. Wenn eine Verschlüsselung arbeitsunfähig macht, ergibt sie keinen Sinn mehr.

Die Schlüsseltabellen, die die Basis für die tägliche Verschlüsselung bildeten, wurden monatlich über die VS-Stelle des Regiments vom Bataillon an die Kompanie weitergegeben und im VS-Koffer mit den anderen VS-Unterlagen aufbewahrt. Der jeweilige Diensthabende Stellvertreter (des Kompaniechefs) hatte den Koffer in Verwahrung bzw. unter Verschluss. Die Postentabellen wurden für die jeweiligen Aufzüge in der Regel durch den Nachrichtenunteroffizier vorbereitet, der sich die Muster aus der Schlüsseltabelle in eine Postentabelle eintrug und diese dann entsprechend der befohlenen Postenpaarungen in die weiteren per Hand kopierte. Standardausrüstung war übrigens Bleistift und Radiergummi (beides weich). Damit ließen sich die Postentabellen am einfachsten führen.

Bei Grenzalarm konnte es auch passieren, dass man keine Zeit mehr hatte, eine Postentabelle zu empfangen. Die Alarmgruppe war damit ausgestattet, für den Alarmzug war das nach meiner Erinnerung auch vorbereitet. Aber für mich als Offizier, wenn es schnell gehen musste (Spur gefunden, besondere Auslösung etc.) reichte dann oftmals auch die Parole und die Torkennzahl aus. Alles andere musste dann offen durchgegeben werden. Flog die ganze Kompanie raus bei einer Lage, ging es sowieso nicht anders.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 28.10.2009 12:08 | nach oben springen

#22

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 28.10.2009 12:23
von Patriot (gelöscht)
avatar

@tiroler, danke!


nach oben springen

#23

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 28.10.2009 12:43
von karl143 (gelöscht)
avatar

Ich meine, er hat es selber irgendwo auf seinen Seiten veröffentlicht. Bin mir aber nicht ganz sicher.
Weil ich aber bisher keine Zeit hatte, bei ihm nachzuschauen, hatte ich mich nicht weiter dazu geäußert.
Meine Mitteilung über ihn war mir so aus den Händen geflutscht. Tiroler hat mir die Arbeit wahrscheinlich
abgenommen, oder er kennt ihn persönlich. @Patriot - Landesverrat kan ich in so einem Fall nicht begehen, aber
danke für deinen Hinweis. Übrigens stand auch auf dem Stöberhai im Südharz solch ein Turm.


nach oben springen

#24

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 28.10.2009 12:50
von Patriot (gelöscht)
avatar

...


nach oben springen

#25

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 28.10.2009 14:23
von Dispetscher | 40 Beiträge

Zu dieser Postentabelle gehören diese Postenpunkte.

gruß


Angefügte Bilder:
nach oben springen

#26

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 28.10.2009 15:39
von Patriot (gelöscht)
avatar

Mann Dispatcher, warst Du damals feindwärts eingesetzt oder entstanden die später bei einem Besuch?


nach oben springen

#27

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 28.10.2009 16:42
von Dispetscher | 40 Beiträge

@Patriot.Die Aufnahmen sind vielleicht 1.Monat alt.

Einige gedeckte Postenpunkte feindwärts sind noch vorhanden.(B-Stellen)

hier noch was zum anschauen

PS:das Datum auf den Bildern passt leider nicht(2009)








Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 28.10.2009 16:44 | nach oben springen

#28

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 29.10.2009 09:33
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von Rainman2
Was ich nicht bestätigen kann, ist das hier gesagte, dass die Postentabelle nicht genutzt wurde. Das war bei uns, in der Kompaniesicherung, bestimmt auch vom Kommandeur Grenzsicherung abhängig. Aber wenn jemand von der Kompanieführung oben saß, wurde auf jeden Fall mit Postentabelle gemeldet.



Wie es scheint, gab es da erhebliche Unterschiede in den einzelnen Kompanien.
In der SiK Marienborn habe ich während der gesamten Dienstzeit niemals die Postentabelle benutzt und habe auch nicht registriert, dass es ein anderer Grenzer getan hätte.
Parole und Gassenzahl wurden beim Befehl zum Grenzdienst angesagt und mussten vom Posten im Kopf behalten werden. Vermutlich standen sie auch bei uns in der PT, aber nachsehen durfte der Posten nicht, wenn er sie vergessen hatte.
Zur Kommunikation wurde, wie auch schon von anderen beschrieben, der hauseigene SiK-Jargon genutzt, sozusagen eine Eigenverschlüsselung.
Wenn z.B. die Kontrollstreife irgendwo den Zaun und K6 abgelaufen ist, meldete sie die Spurenfreiheit nicht, indem sie mühselig die entsprechende Phrase+Kodierung aus der PT popelte, was dann ja der Empfänger wiederum auch hätte tun müssen.
Sie setzte einfach per PSE (oder seltener auch UFT) ein "11,12 Alles ohne, Kommen!" oder vielleicht auch "11,12 mit Gustav Siegfried Zeppelin Otto Anton Gustav Viktor, Kommen!" ab. Beides bedeutete: "Führungsstelle, hier Kontrollstreife - Grenzsignalzaun ohne Anzeichen Grenzverletzung!" Dafür erntete die KS ein "Bestätigt!". Weitere Kommunikation und beidseitiges Durchforsten der speckigen PT war nicht nötig...sicher nicht ganz regelkonform, aber funktionierte gut.

Wie lief das eigentlich mit der PT? Wurde die Anwendung vorher irgendwie angesagt oder musste der Empfänger wissen, wenn er z.B. unvermittelt ein "Emil Wilhelm" empfängt, dass das ein Code aus der PT ist und nicht der Ausruf eines EK, der sich freut, dass er wieder Einen (Tag) Weniger zu dienen hat?


nach oben springen

#29

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 29.10.2009 09:48
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von sentry
[quote="Rainman2"]
Wie lief das eigentlich mit der PT? Wurde die Anwendung vorher irgendwie angesagt oder musste der Empfänger wissen, wenn er z.B. unvermittelt ein "Emil Wilhelm" empfängt, dass das ein Code aus der PT ist und nicht der Ausruf eines EK, der sich freut, dass er wieder Einen (Tag) Weniger zu dienen hat?



Bei uns wurde die Anwendung nicht vorher angesagt. Man meldete sich mit Rufzahl (bei mir häufig die 20, 24, 26) und der Buchstabenkombination. Erst dem Postenpunkt und dann der Handlung. Das ergab immer vier Buchstaben. War ein Fünfter (Heinrich Emil Ida Norpol Zeppelin) dabei, war nicht etwa ein Spruch aus der PT gemeint, sondern etwas Besonderes. Etwa ein Sondereinsatz oder die Auflösung einer besonderen Lage. Viele Fenster in der PT haben nicht nur einen Buchstaben, sonder zwei bis vier. Das diente dazu, bei Wiederholungen eben nicht die gleichen Codebuchstaben wie vordem zu nutzen, sondern die jeweils nächsten Alternativen. Sprüche aus dem allgemeinen Grenzeralphabet musste man eben gewissermaßen mitkoppeln = erahnen. Das ergab sich aus der Lage.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


nach oben springen

#30

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 29.10.2009 10:03
von sentry | 1.077 Beiträge

[quote="S51]Man meldete sich mit Rufzahl (bei mir häufig die 20, 24, 26) und der Buchstabenkombination. Erst dem Postenpunkt und dann der Handlung. Das ergab immer vier Buchstaben. War ein Fünfter (Heinrich Emil Ida Norpol Zeppelin) dabei, war nicht etwa ein Spruch aus der PT gemeint, sondern etwas Besonderes.[/quote]

Nochmal zum Präzisieren für mein Kleinhirn:
Du hast eine Rufzahl gehabt, sozusagen personengebunden, mit der das Postenpaar seinen Abschnitt abgelaufen ist, korrekt?
Die verschiedenen Postenpunkte, sozusagen "Einwahlknoten" hatten eine zweibuchstabige Kombination, die in der PT stand?
Ich frage das, weil wir in M'born nur feste Punkte hatten, so dass eine Rufzahl zur eindeutigen Lokalisierung ausreichte. Lediglich Streifen konnnten natürlich irgendwo sein, haben dann aber über Tarnzahlen für bestimmte Orte im Abschnitt oder Klartext ihren Standort angegeben. "11,12 auf 21, Kommen" hieß z.B, "Hallo Führungsstelle, die Kontrollstreife steht jetzt auf der Brücke (Tarnzahl 21) über die Autobahn!"

Also seid ihr prinzipiell davon ausgegangen, dass vierbuchstabige Kombinationen immer PT-Code waren (es sei denn anderweitig eindeutig, wie S.A.C.K., oder so), wenn ich das richtig verstehe. Alles andere waren dann sozusagen Insider-Abkürzungen?
Hat das die Kommunikation nicht ordentlich verlangsamt, wenn aller immerzu nachschlagen mussten?


nach oben springen

#31

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 29.10.2009 10:27
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von sentry
[quote="S51]Man meldete sich mit Rufzahl (bei mir häufig die 20, 24, 26) und der Buchstabenkombination. Erst dem Postenpunkt und dann der Handlung. Das ergab immer vier Buchstaben. War ein Fünfter (Heinrich Emil Ida Norpol Zeppelin) dabei, war nicht etwa ein Spruch aus der PT gemeint, sondern etwas Besonderes.



Nochmal zum Präzisieren für mein Kleinhirn:
Du hast eine Rufzahl gehabt, sozusagen personengebunden, mit der das Postenpaar seinen Abschnitt abgelaufen ist, korrekt?
Die verschiedenen Postenpunkte, sozusagen "Einwahlknoten" hatten eine zweibuchstabige Kombination, die in der PT stand?
Ich frage das, weil wir in M'born nur feste Punkte hatten, so dass eine Rufzahl zur eindeutigen Lokalisierung ausreichte. Lediglich Streifen konnnten natürlich irgendwo sein, haben dann aber über Tarnzahlen für bestimmte Orte im Abschnitt oder Klartext ihren Standort angegeben. "11,12 auf 21, Kommen" hieß z.B, "Hallo Führungsstelle, die Kontrollstreife steht jetzt auf der Brücke (Tarnzahl 21) über die Autobahn!"

Also seid ihr prinzipiell davon ausgegangen, dass vierbuchstabige Kombinationen immer PT-Code waren (es sei denn anderweitig eindeutig, wie S.A.C.K., oder so), wenn ich das richtig verstehe. Alles andere waren dann sozusagen Insider-Abkürzungen?
Hat das die Kommunikation nicht ordentlich verlangsamt, wenn aller immerzu nachschlagen mussten?[/quote]

Na ja "personengebunden" ist sicher nicht korrekt. Aber während sich die Rufzahlen der Soldaten ständig änderten, wurden bei den GAK häufig immer dieselben benutzt.
Zur PT gehörten zwei Seiten. Links waren die Postenpunkte und rechts die Handlungsseite. Da die Einlagen einfach eingesteckt wurden kann es durchaus sein, dass die Gewohnheiten in anderen Abschnitten anders waren. Nicht alle Postenpunkte waren per GMN erreichbar. Im Hinterland gab es Punkte (an Skihütten oder Wanderwegen zum Beispiel), die man nur per Funk durchgeben konnte. Genauso Feindwärts, dort hatten wir im Bereich Schierke gar kein GMN.
Genaugenommen wurden die Postenpunkte somit doppelt "verschlüsselt". Einmal, weil sie nur eine dreistellige Zahl hatten, die dann auch noch mit zwei Buchstaben codiert wurden.
Für einen Spruch "Hallo F...." hätte man uns zusammengefaltet wie nüscht (ist trotzdem ab und an passiert). Solch ein Klartext ging nur bei sichtbaren Handlungen feindwärts.
Ja, wir sind eigentlich prinzipiell vom Code nach PT ausgegangen. Alles Andere "konnte auch sein". Das hat die kommunikation nicht wesentlich verlangsamt. Man bekommt mit der Zeit außerordentlich Übung und ist, weil der Spruch an sich sehr kurz ist, dann sogar schneller als im Klartext. Das ist wie beim Morsen - die können das auch schneller, als wir überhaupt mithören.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


nach oben springen

#32

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 29.10.2009 11:38
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von S51

In Antwort auf:
Lediglich Streifen konnnten natürlich irgendwo sein, haben dann aber über Tarnzahlen für bestimmte Orte im Abschnitt oder Klartext ihren Standort angegeben. "11,12 auf 21, Kommen" hieß z.B, "Hallo Führungsstelle, die Kontrollstreife steht jetzt auf der Brücke (Tarnzahl 21) über die Autobahn!"



Für einen Spruch "Hallo F...." hätte man uns zusammengefaltet wie nüscht (ist trotzdem ab und an passiert). Solch ein Klartext ging nur bei sichtbaren Handlungen feindwärts.




"Hallo F"... war nur meine verniedlichte Übersetzung für den tatsächlich gemachten vollkodierten Spruch ("11,12 auf 21..."). ...wäre bei uns auch nicht so durchgegangen. Kommunikation war eigentlich ganz professionell und mit viel Schmunzel-Effekt.

Auf jeden Fall schönen Dank für die Ausführungen...das beleuchtet die Sache ganz gut.
Prinzipiell war die PT natürlich eine ziemlich einfache aber coole Art der Verschlüsselung durch die ständige Erneuerung der Codes und die Mehrfachkombinationen für die verschiedenen Phrasen.


nach oben springen

#33

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 29.10.2009 13:27
von Grete85 | 840 Beiträge

Hallo zusammen,
bei uns in Spahl in der 6.GK war eigentlich,soweit ich mich erinnern kann,die Postentabelle teilweise "schmückendes Beiwerk".Wenn ich Kommandeur Sicherungsabschnitt war, war z.B. die Füst 01, die Kontrollestreife 02,usw. Wenn sich ein Posten sich meldete ging das etwa so:"01","empfängt", "03 Sigfried Emil vom Standort + 3", "Bestätigt". Das hieß das sich der Posten in 60 min drei Postenpunkte weiter wieder meldet. Natürlich wurde die Postentabelle dann benutzt, wenn "höherwertige" Dienstgrade im Abschnitt waren. Dann kam beim Melden der Posten dann der Wortlaut:"Übergang Anton"(Übergang in der PT Teil A)oder "Heinrich Ida Anton"("Hirsch" in Abschnitt) oder die Durchgabe eines Leerfeldes in der PT.Dann wußten alle Bescheid.

Gruß Grete


--------------------------------------------------
Geschichte ist nichts anderes
als die Unfallchronik der Menschheit.

Chales Talleyrand,französicher
Staatsmann (1754-1838)
--------------------------------------------------
Gedient von Frühjahr 1982 bis Frühjahr 1985 beim
VEB Landesverteidigung, Betriebsteil Grenzsicherung Rhön
zuletzt bearbeitet 29.10.2009 18:35 | nach oben springen

#34

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 29.10.2009 20:17
von Klaus K (gelöscht)
avatar

Wie oft ich die Postentabelle benutzt habe weiss ich nich aber ganz bestimmt sehr wenig.Das einzig wichtige war die Gassenzahl und die Parole. Ansonsten war das Ding nur Ballast. Wir hatten alle unsrer eigne Rufzahl.Die wurde uns von unserem Vorgänger vererbt. Also ich habe meine, es war die 00, von dem alten KC Fahrer bekommen. Wenn wir uns über Gmn gemeldet haben wurde der Gmn Hörer in der Gmn Säule eingestöpselt und die Führungsstelle mit ihrer Rufzahl , es war glaub ich die 45, angesprochen. also es wurde nur gesagt " 45..00. Dann wurde dem Führenden erzählt wo mann sich befindet, also an welchem Postenpunkt und ihm die Handlungabsicht mitgeteilt. Etweder wurde das dann bestätigt und man trabte oder fuhr los oder wenn es nicht bestätigt wurde dann blieb man halt dort. Wenn ich mich recht erinnere konnte auf der Führungsstelle nicht nachvollzogen werden ob der Posten wirklich da war oder ob er sich ganz woanders befand. Schlamperei im Grenzdienst war eben allgegenwärtig. Wäre einiges rausgekommen, oh oh. Na ja, man hat sich die Zeit draussen eben so angenehm wie möglich gemacht. Das Postenradio war immer dabei und unser Grenzersender RSH hatte die ganze Nacht gute Musik. Oh, ich glaube ich bin jetzt vom Thema abgewichen. Es wäre aber sicher mal n gutes Diskusionsthema.


nach oben springen

#35

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 29.10.2009 21:28
von Thunderhorse | 4.006 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von Patriot
Zu den sogenannten Codier- und Verschleierungsmitteln der GT gehörte in Berlin aber auch an der Grenze zur BRD die blaue Postentabelle. Ohne sie ging offiziell garnichts, schon kein Einlass in den Schutzstreifen, da in ihr die Tagesparole vom zuständigen Nachrichtenunteroffizier vermerkt wurde. Sämtliche Handlungen im Gelände im Dialog Führungsstelle zum Postenpaar, aber auch Kommandeur Grenzsicherung zur Führungsstelle wurde per Tabelle und mit täglich wechselnder Codierung verschlüsselt.


Für Feindwärtseinsätze (13/81) hatten wir eine zweite PT mit, die meist eine rote Kunststoffhülle hatte. Es gab aber auch grüne.
Offen haben wir nur Dinge über Funk oder GMN durchgegeben, die sowieso offen ersichtlich waren. Eine Einweisung an der Linie oder Handlungen von BGS/Zoll/BAOR codiert durchzugeben, hätte auch wenig Sinn gemacht. Genauso, wenn es zivile provokationen an der Linie gab, die ja eh von beiden Seiten dokumentiert wurden. Alles andere wurde schon codiert. Manchmal jedoch auch im Grenzercode.




Rote, grüne, dunkelblaue und graue Einbände.


"Mobility, Vigilance, Justice"
nach oben springen

#36

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 29.10.2009 23:21
von 254Spielregel | 339 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
Rote, grüne, dunkelblaue und graue Einbände.

Ja, der Grenzeralltag konnte schon abwechslungsreich sein, zumindest was die Farben der Dokumente anging.

Gruß,254

Angefügte Bilder:
damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#37

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 30.10.2009 02:13
von Grenzfuchs | 443 Beiträge

Hallo "Thunderhorse"

Mich beschäftigt seit vielen Jahren eine Frage, welche ich heute nicht mehr eindeutig zuordnen kann.
Zu meiner Zeit 72-75 hatten wir ja die Führungsstelle noch in der GK und ich führte oft genug meine Jungs an der Linie.
Bezüglich der PT ist mir u.a. auch eine Verschlüsselungstabelle in Erinnerung, tief im Innersten des Panzerschrankes gelagert.
Soweit ich mich erinnere, und das ist eigentlich mein Problem, war diese dunkel rot, könnte A5 Format besessen haben. Die genaue Bezeichnung war irgend was mit 1515, 1551, 1571 oder so ähnlich.

Mit Hilfe dieser Tabelle konnte man über verschiedene 4-stellige Zahlenkodierungen einfach alles verschlüsseln. Und wenn ich mich richtig erinnere war es eine Art "doppelte Verschlüsselung".

Kennt jemand dieses Teil und hat hierzu noch detailierte Kenntnisse?

Ich hatte mal in einer NS "Langeweile" und hatte mir das Teil zur "Übung" vorgelegt und hab einen "fingierten" Angriff des US Streikräfte im Raum Mödlareuth aus Töpen in Richtung Mödlareuth verucht zu verschlüsseln und anschließend wieder zurück zu entschlüsseln.

Ist mir auch relativ gut gelungen, biss auf den Augenblick als der KC reinschaute!

Er las den ersten Satz meiner Entschlüsselung des Zahlencodes und sein Feuerwerk prasselte auf mich nieder! Und der konnte brüllen, aber wie !

Na ja, das Szenario könnt ihr euch ja vorstellen, warum wieso und und und und. Warum keine Sofortmeldung an ihn.
Es hat lange gedauert, biss ich ihn letztendlich davon überzeugen konnte, dass das nur meinerseits eine reine Übungssache war. Gott sei dank hat er sich eingekriegt, es gab nen kräftigen Kaffee und die Geschichte war gegessen.

Also wie gesagt, kann sich jemand an so eine Schlüsseltabelle erinnern und hat entsprechende Hintergrundinformationen.

Gruß Euer Grenzfuchs


Wer mit dem Strom schwimmt, wird nie die Quelle sehen!

GT der DDR, 1972-1975, GKS Süd -> GR-10 "Ernst Grube", II. Bat. Göttengrün / 8.GK Juchhöh - Uffz. - FW. d. Res.
nach oben springen

#38

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 30.10.2009 10:08
von Bergmensch (gelöscht)
avatar

Der Anschiß war berechtigt; Du kannst doch keinen Privatkrieg führen.
Noch dazu ohne Kriegserklärung.
Zur Sache kann ich nichts berichten.


nach oben springen

#39

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 12.12.2009 11:28
von Udo E. (gelöscht)
avatar

Hallo Patriot
Hab ne' Bitte: stellst Du für mich alle Seiten der Postentabelle ins Internet.
Vielen Dank.
Gruß Udo E.


nach oben springen

#40

RE: Postentabelle

in Grenztruppen der DDR 12.12.2009 11:33
von Angelo | 12.392 Beiträge

Zitat von Udo E.
Hallo Patriot
Hab ne' Bitte: stellst Du für mich alle Seiten der Postentabelle ins Internet.
Vielen Dank.
Gruß Udo E.



Patriot gibt es hier nicht mehr


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Inhalt der Postentabelle
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Markus Stüber
47 Heute 17:34goto
von PF75 • Zugriffe: 1910
Suche Postentabelle für meine Sammlung
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Nick
0 06.01.2014 14:28goto
von Nick • Zugriffe: 457
Lufti -"Was ist das?"
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Nick
66 05.12.2014 10:12goto
von AkkuGK1 • Zugriffe: 3476
Postentabelle
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Nick
2 14.12.2013 15:38goto
von hundemuchtel 88 0,5 • Zugriffe: 328
Einschübe - Postentabelle
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Oss`n
15 07.08.2011 22:37goto
von Thunderhorse • Zugriffe: 992
Schüsse an der Elbe
Erstellt im Forum Mein Grenzer Tagebuch von TOMMI
20 21.01.2016 21:04goto
von der sturmbahn könig • Zugriffe: 4448

Besucher
34 Mitglieder und 96 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 2778 Gäste und 171 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14360 Themen und 557330 Beiträge.

Heute waren 171 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen