#1

Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 26.10.2009 19:01
von Patriot (gelöscht)
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Egon Krenz
Am Deich 1, 18347 Dierhagen

Herrn Bundespräsident
Horst Köhler
Bundespräsidialamt
Spreeweg 1

10557 Berlin
Dierhagen, den 13. Oktober 2009


Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

Ihre Leipziger Rede vom 9. Oktober 2009 ist mir Anlass zu der folgenden Überlegung:

Abraham Lincoln hatte nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg am 4. März 1865 gesagt: „Mit Groll gegen niemanden, mit Nächstenliebe gegen alle, mit Bestimmtheit im Recht … lasst uns bestrebt sein, die Arbeit, die wir begonnen haben, zu beenden, die Wunden unseres Landes zu versorgen..." Er wolle alles tun, hatte er erklärt, „was einen gerechten und dauerhaften Frieden zwischen uns selbst und anderen Völkern herbeiführen kann.“

Auch wir in Deutschland haben einen Bürgerkrieg erlebt. Glücklicherweise keinen heißen, aber einen kalten. Mehr als 40 Jahre, immer am Rande eines möglichen Atomkrieges. Obwohl beide deutsche Staaten daran beteiligt waren, richtet sich seit 1990 der Groll einseitig gegen die DDR. Viele ihrer Bürger werden nach wie vor politisch ausgegrenzt, sozial benachteiligt und juristisch ungleich behandelt. So wird nicht zusammengeführt, was nach Willy Brandt zusammengehört.

Nach meiner Übersicht haben im Herbst 1989 knapp eine Million Menschen demonstriert. Abgesehen davon, dass die Mehrheit von ihnen nicht die Abschaffung der DDR gefordert hatte, geht allein aus der Zahl hervor, dass mehr als 15 Millionen DDR-Bürger nicht demonstriert haben. So differenziert wie damals ist auch heute die Stimmung unter vielen Ostdeutschen, was aktuelle Umfragen belegen.

Wäre es nicht an der Zeit, den 20. Jahrestag der Grenzöffnung durch die DDR am
9. November 1989 zum Anlass zu nehmen, endlich zu einer sachlichen, wahrheitsgetreuen und wissenschaftlich fundierten Darstellung der Geschichte beider deutscher Staaten zu kommen?

Die Reaktion vieler Menschen auf Ihre Leipziger Rede zeigt mir, dass die bisherige Art des Umgangs mit der DDR gescheitert ist. Eine Politik im Geiste von Abraham Lincoln ist möglich. Ich setze in diesem Zusammenhang auf Ihre staatsmännische Klugheit.

Hochachtungsvoll

Egon Krenz




Anmerkung: der Brief wurde der Öffentlichkeit bekannt gemacht anlässlich des 24. Grenzertreffens der GRH e.V. zum Thema „Die Öffnung der Staatsgrenze der DDR am 9. November 1989 – ein Ereignis von historischer Tragweite und widersprüchlichem politischen Charakter“ am 24. Oktober 2009 in Petershagen bei Berlin.

Anwesend waren die Medienvertreter von ZDF, RBB und RTL


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#2

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 26.10.2009 19:54
von Heldrasteiner (gelöscht)
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Interessant, daß in den Medien nichts davon zu lesen und zu hören war...


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#3

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 26.10.2009 22:00
von Patriot (gelöscht)
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Jetzt versteht manch einer sicher auch, warum z.B. unser wirklich netter karl 143 mich eben in einem Forenbeitrag sicher aufrichtig fragen konnte "welche Medien hierzulande denn gleichgeschaltet sein könnten?"


zuletzt bearbeitet 26.10.2009 22:03 | nach oben springen

#4

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 26.10.2009 22:40
von Augenzeuge (gelöscht)
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Wer hätte das gedacht. Krenz beruft sich auf einen amerikanischen Präsidenten und auf die Politik Brandts, die man noch 1970 sehr verunglimpfte, um es mal höflich auszudrücken.


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#5

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 26.10.2009 22:56
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von Augenzeuge
Wer hätte das gedacht. Krenz beruft sich auf einen amerikanischen Präsidenten und auf die Politik Brandts, die man noch 1970 sehr verunglimpfte, um es mal höflich auszudrücken.



@Augenzeuge - ich hatte es ja schon in einem anderen Thread geschrieben, Krenz ist wirklich ein alter kranker Mann.
Den kann, und muß man nicht mehr ernst nehmen. Er mag ja auch, wie mitgeteilt wurde, eine tragische Figur sein. Er war aber nie ein Politiker, und schon gar kein Großer. Er war nur ein Mitläufer, der dann, als es soweit war, aus mehreren Gründen an die Macht kam. Allein seine Äußerung, das 1 Million Menschen wohl demonstriert hätten, 15 Millionen aber nicht, zeigt seinen wahren Geisteszustand. Der hat zu diesem Treffen in Petershagen hingepasst wie ein Deckel auf den Topf.


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#6

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 26.10.2009 23:20
von Alfred | 6.854 Beiträge

Karl,


aber viele Politiker der BRD "sonnten" sich mit Krenz, auch in den Medien....

Bestimmte Einschätzungen solltest Du im Sinne einer SACHLICHEN Diskussion sein lassen ...

Auch wenn man nicht alle seine Auffassungen teilen muss, er macht auf mich weder einen alten, noch einen kranken Eindruck....

Du würdest stauen, wer nach 1989 und heute noch wen so besucht oder zum Geburtstag gratuliert , nur erscheinbt dies eben nicht in der so unabhängigen Presse ...


zuletzt bearbeitet 26.10.2009 23:23 | nach oben springen

#7

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 26.10.2009 23:29
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo,
ich möchte auch ein paar Gedanken zu diesem Thread und dem zitierten Brief loswerden. Ich finde die Argumentation von Jörg(Augenzeuge) ein bisschen schräg, wenn er Krenz vorhält, dass er sich auf Willy Brandt beruft. Es ist ja eine geschichtliche Tatsache, dass die Betrachtung der Person Brandts sich im Laufe der Jahre in der DDR-Führung gewandelt hat - es begann mit der Frontstadt-Bürgermeister-Sicht 1961 - wie man es in den alten Augenzeugen-Wochenschauen sieht, und endete ca 86-87 - als ihm mit Sonderbus ein grosser Empfang mit Rundfahrt in der "Hauptstadt der DDR" zuteil wurde, dass habe ich übrigens in einem fast 5-Minütigen Bericht in der aktuellen Kamera erfahren, bei "heute" und Tagesschau lief es unter Kurzmeldungen.

Nun bezieht sich Krenz ja ausdrücklich auf die Aussage "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört". Und das in der Hinsicht noch sehr vieles im Argen liegt, sieht man zum Beispiel auch hier im Forum.

@karl143: Das Krenz kein grosser Politiker war, muss man nicht betonen - er hatte in der Zeit auch gar keine Gelegenheit dazu. Mir ist er als Person auch nicht sonderlich sympathisch (habe immer noch seinen Auftritt als FDJ-Vorsitzender beim Udo-Lindenberg-Konzert in Ostberlin vor dem geistigen Auge. Trotzdem bin ich der Meinung: er wurde erst getrieben, dann hat er was gewollt, und dann wurde er überrollt. Trotzdem sollte man auch ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen - zb sagen, das er in den Prozessen um Mauerbau und Schiessbefehl verurteilt wurde, obwohl fast am wenigsten direkt daran beteiligt war.

Gruss

icke



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#8

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 04:07
von grenzsoldat (gelöscht)
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Fast finde ich mich bemüßigt einen Brief an Egon Krenz zu schicken.
Meine Auffassung ist heute mit einem politischem Gegner
sollte man kommunizieren, wenn es irgend wie nur geht.
Ständig und Immer!
Sein Brief mit dem Hilferuf olle amerikanische Präsidenten
aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges zu zitieren
ist für mich ein Hilferuf nach Auseinandersetzung mit Deutscher Geschichte
aus seiner Sicht. Na und!
Denke, Köhler wird nicht antworten, das schuldet er seinem Amt.
DDR Numenklatura wie in der Position von Egon Krenz sind in der öffentlichen
Diskussion sicher für ihn Tabu.
Für mich nicht. So oder ähnlich werde ich gon einen Brief schicken:

(Entwurf1)

Sehr geehrter Herr Krenz,

Ihr Brief an den Bundespräsidenten vom 13.0ktober 1909 veranlasst mich Ihnen zu schreiben. Ich war Bürger der DDR, ich war und bin ein politischer Gegner der DDR. Mein Vater war Unternehmer, der mich beeinflusste die kommunistischen Erziehungsziele nicht sehr ernst zu nehmen. Ich nahm aber beides nicht sehr ernst. Die Einflüsse meines Vaters und die Einflüsse der damals real existierenden Sozialistischen Gesellschaft. .

1960 wurde ich Dreherlehrling. 1963 war ich Dreher, Arbeiter. Ich fühlte mich nicht wohl als Arbeiter in der DDR und entwickelte massiven Sozialneid gegen meine Meister, meine Ingenieure, meine Funktionäre, die mir vorkamen wie ein Bauer, der wie bei Ganghofer beschrieben, vorschrieben, wie ich zu leben und zu handeln hatte.

Ähnliches erlebte ich bei meinem Pfarrer Eisenmann in einer kleinen Stadt in Thüringen. Der wollte mir auch sagen und bestimmen, wo es lang geht. Weil es mir in seiner Kirche schlicht zu kalt war, habe ich mich ihm entzogen. Mit der Jugendweihe. Die organisierte mir mein ehemals kapitalistischer Vater nach der Devise "Wessen Brot ich fresse, dessen Lied ich sing". Ich hätte damals mit meinen miesen Zeugnissen keine Lehrstelle bekommen.

Der DDR habe ich mich aber wegen einer anderen Kälte entzogen!
1964 erlebte ich "Spur der Steine" life. Ich bewarb mich in den Leuna Werken. Da habe ich dann als Arbeiter gearbeitet und später auch in den Buna Werken. Als Arbeiter fühlte ich mich dort sozial gesehen doppelt besser. Es gab doppelt so viel Geld wie in meiner Klitsche in Thüringen. Nur, dafür konnte die DDR nix, es war die Managementstruktur der IG Farben, die ähnlich wie in Carl Zeiss Jena, dem Arbeiter mehr lies vom Ertrag. Leistung als Arbeiter wurde belohnt und zwar sehr fett!
1966 landete ich als Wehrpflichtiger im Grenzregiment 35 in Berlin Rummelsburg. Mit 90 Schuss scharfer Munition in Früh/Spät/Nachtschicht. Das Bemühen meiner Vorgesetzten, niemand zu erschießen wurde mir in der Ausbildung schon verinnerlicht.
Trotzdem, bei der Vergatterung wurde der Befehl mündlich täglich erteilt mit allen Mitteln, auch mit Gebrauch der Schusswaffe einen Grenzdurchbruch zu verhindern.
Quasi wurde uns NVA Grenzsoldaten befohlen, die Schusswaffe einzusetzen, entgegen der uralten Haager Landkriegsordnung auf Zivilisten nur in bei Kriegshandlungen zu schießen, wenn Waffen erkennbar sind. Darüber möchte ich aber jetzt nicht räsonieren. Sie haben das Thema ja am eigenem Leib im Knast erlebt.

Mich bewegt was ganz anderes. Mich bewegt die Zeit Mitte der achtziger Jahre, wo für mich erkennbar war, das gegen das demokratisch kapitalistische Wirtschaftssytem ein abgeschottetes sozialistisches planwirtschaftliches Gesellschaftsmodell denkbar wenig Chancen hatte. Ich habe damals in der Entwicklungsabteilung eines kleinen Kombinates gearbeitet, dem Kombinat Wohnkultur in Suhl. Mir wurde damals sehr sehr schnell klar, das geht schief. Ich hatte damals kommunistische Freunde in Bad Salzungen, mit denen ich oft über meine Ahnungen vehement diskutiert hatte.

Meine Grundaussage war "Ihr fahrt diese Gesellschaft in den Abgrund der Geschichte!" "Ich kann es euch an der Kreuzschlitzschraube ausrechnen!" habe ich oft überheblich gesagt. An den Stahlsorten, an einem lumpigen Personalcomputer, dem Atari, den ich damals 1988 schon hatte. Das Ministerium für Staatssicherheit war bei meinen Äußerungen auch involviert und prädikatisierte meine Äußerungen damals über die Wohnsituation junger Leute in der kleinen Kreisstadt Bad Salzungen 1988 als äußerst staatsfeindlich defetistisch. Eigentlich hatte ich aber nur Landolf Scherzer zitiert. "Der Erste" in dem die Mühsal eines SED Funktionärs kolportiert wurde.

Ihre Aussage an Herrn Köhler finde ich heute momentan genau so ungehört wie meine unmaßgebliche Meinung damals Mitte 1988. "Die DDR geht unter!"

"Obwohl beide deutsche Staaten daran beteiligt waren, richtet sich seit 1990 der Groll einseitig gegen die DDR. Viele ihrer Bürger werden nach wie vor politisch ausgegrenzt, sozial benachteiligt und juristisch ungleich behandelt. So wird nicht zusammengeführt, was nach Willy Brandt zusammengehört."

Alles, ja alles was irgendwie mit der DDR zu tun hat wird heute in Misskredit gebracht. Das ist wissenschaftlich sicher später mal historischer Unsinn. Hunderttausende, ja Millionen Kommunisten wollten damals eine bessere Welt organisieren. Das sie auf ein parteiegoistisches diktatorisches staatsreguliertes Gesellschaftsmodell gesetzt haben, war eigentlich vielen Menschen klar. Nur, wie das effizienter zu gestalten war, war wohl das große Rätsel. Die Implusion der DDR, war das Ergebnis ihrer Ineffizienz.

Ich war damals scharf auf den Kapitalismus, obwohl ich wusste, dass es gefährlich würde. Ich ahnte, dass ich mit Arbeitslosigkeit und anderen Widernissen rechnen musste. Mein Papa hatte es mir ja beigebracht. "Wenn Du einen Fehler machst, löscht dich dein Widersacher, dein Wettbewerber weg!"

Trotzdem ich hab mitgemacht, die DDR ab zu wickeln. Ich war am RUNDEN TISCH in meiner Heimatstadt bei der neu gegründeten SPD dabei. Habe als Hauptamtsleiter einer Stadtverwaltung alle kommunalen Nomenklaturkader entlassen. (Es war nur einer, zwei Monate vor dem 65igsten Geburtstag) Ich habe den Absturz erlebt von vielen Offizieren eines Panzerregimentes in Bad Salzungen, denen ich süffisant vermeldete, "Ihr habt nun mal dusseligerweise diesen komischen kalten Krieg verloren!"

Regimentskommandeure wurden ganz fix zu Schlüssldienstleistenden, unterbezahlten Vorruhestandsrentnern, Nonames. Sozialer Abstieg in Reinkultur. Danach ging es los, eigentlich genau so wie in der DDR. Die Positionierung, wer was zu sagen hatte, folgte unüberschaubaren und überschaubaren Parteistrukturen exakt wie in der DDR. Wer hatte die Macht? Diesmal nicht Kader der SED, sondern Strategen der CDU und sehr schmal der neuen Bürgerbewegungen. Es war der gleiche Sauhaufen. Gerangel um Einfluss, Posten Vorteilen. Im System hatte sich wenig sehr wenig geändet dachte ich.

Wenig diskutiert heute sind diese neuen Machtstrukturen damals nach der "Wende". Wer was wo hatte welchen Einfluss? Manches war es offen wie in einem Buch, sehr vieles war versteckt.
Nur, zwanzig Jahre vereinigtes Deutschland sind vorbei. Wir im Osten Deutschlands sind ein ärmeres Volk im Verhältnis zum "Wohlstand" der westlichen Bundesländer. In zehn, zwanzig Jahren später wird diese Diskussion von heute fast vergessen sein, wie der mühselige Weg zum Hambacher Schloss und das Zitat von Siebenpfeifer dazu:

„Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete! Hoch leben die Franken, der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere Selbständigkeit achten! Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland - Volkshoheit - Völkerbund hoch!“

Kleine Pointe dazu. Ich bin hoch gelaufen zum Hambacher Schoß. Ich wollte es wissen. Mühselig war es. Die Abbildungen von damals waren irgendwie verfälscht. Dachte in 0,5 Stunden bin ich da oben. Nix war es, meine Wanderung dauerte zwei Stunden. Oben angekommen entdeckte ich als erstes eine Coca Cola Reklame.

Ich meine, politische Fairness ist heute zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR ein wenig angesagt. Nochmal, Politische Fairness! Respekt gegenüber dem politischem Gegner. Seine Egoismen nachträglich in den Dreck zu ziehen ist nicht sehr elegant. Verfemen, Nichtachtung, Ignoranz, Verleumdung nützt wenig. Das hat die DDR selber oft praktiziert und ist ja wie allseits bekannt damit gescheitert. Ich meine, Sie halten sich damit derzeit eigentlich zurück. Weniger aber Ihre Gegner.

Fakt für mich ist, ihre politischen Gegner greifen Sie an mit jedem fehlerhaften Element Ihrer eigenen Argumente. Dann wird zurück geschossen. Gorbatschow hätte die DDR verraten. Na und? Hat er ja auch! Die amerikanische Rüstung hat die UDSSR platt gemacht. 1/4tel des Bruttosozialproduktes musste die Sowjetunion in ihren Rüstungskomplex stecken. Das ging schief schon 1988. Wette, sie haben das damals schon gewusst.


Richard Hebstreit


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#9

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 05:37
von bruno | 598 Beiträge

Zitat von Patriot
Jetzt versteht manch einer sicher auch, warum z.B. unser wirklich netter karl 143 mich eben in einem Forenbeitrag sicher aufrichtig fragen konnte "welche Medien hierzulande denn gleichgeschaltet sein könnten?"



man sollte für "Patriot" vielleicht einen neuen button
links im namensfeld hinzufügen, "agit prop" und noch ein
warnschild einfügen, schliesslich kann man beim lesen
seiner beiträge den "roten augenkrebs" bekommen...


nichts auf der welt ist so gerecht verteilt wie der verstand.
denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
rené descartes
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#10

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 09:16
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von bruno

Zitat von Patriot
Jetzt versteht manch einer sicher auch, warum z.B. unser wirklich netter karl 143 mich eben in einem Forenbeitrag sicher aufrichtig fragen konnte "welche Medien hierzulande denn gleichgeschaltet sein könnten?"



man sollte für "Patriot" vielleicht einen neuen button
links im namensfeld hinzufügen, "agit prop" und noch ein
warnschild einfügen, schliesslich kann man beim lesen
seiner beiträge den "roten augenkrebs" bekommen...







Danke Bruno,

ich hab den Eindruck, das ich einen Politoffizier vor mir habe, oder Karl-Eduard seinen Enkel, das mit dem Button ist nicht schlecht, kann sich Angelo ja mal überlegen, den kann er dann gleich mehrfach vergeben,
schönen Tag an alle aus Berlin


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#11

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 09:31
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Hallo dein1945,

ganz nebenbei: Ich war Politoffizier. Ich halte die Bemerkungen sowohl von Bruno als auch von Dir für unpassend. Setzt Euch mit der Sache inhaltlich auseinander, aber lasst diese Sticheleien. Die Grundhaltungen von Menschen werden weder hier im Forum noch sonstwo durch hingeworfene Bemerkungen, die noch dazu an der Grenze zur Beleidigung líegen, geändert. Dass Ihr anderer Ansicht seid, habe ich nun vernommen. Wenn es geht, demnächst bitte etwas konstruktiver.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#12

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 10:16
von SanGefr | 218 Beiträge

Ohne jetzt irgendwie beleidigend zu werden: In meinen Augen ist Egon Krenz auf der einen Seite ein verbitterter, kranker, störrischer und uneinsichtiger alter Mann.
Auf der anderen Seite kann ich ihn schon verstehen: Theoretisch könnte er heute noch, fast 20 Jahre nach dem Mauerfall, Generalsekretäter der SED, Staatsratsvorsitzender und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates, sein. Es fällt nicht leicht, eine Position zu verlieren, bei der man das "Sagen" hat, wo andere zu "Kuschen" haben. Wie antwortete mal Ruth Brandt, die Ex-Frau von Willy Brandt, auf die Frage ob ihr Mann die Macht geliebt hat? "Alle Politiker lieben die Macht!"


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#13

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 10:18
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Zitat von Patriot
Egon Krenz
Am Deich 1, 18347 Dierhagen

Herrn Bundespräsident
Horst Köhler
Bundespräsidialamt
Spreeweg 1

10557 Berlin
Dierhagen, den 13. Oktober 2009


Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

Ihre Leipziger Rede vom 9. Oktober 2009 ist mir Anlass zu der folgenden Überlegung:

Abraham Lincoln hatte nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg am 4. März 1865 gesagt: „Mit Groll gegen niemanden, mit Nächstenliebe gegen alle, mit Bestimmtheit im Recht … lasst uns bestrebt sein, die Arbeit, die wir begonnen haben, zu beenden, die Wunden unseres Landes zu versorgen..." Er wolle alles tun, hatte er erklärt, „was einen gerechten und dauerhaften Frieden zwischen uns selbst und anderen Völkern herbeiführen kann.“

Auch wir in Deutschland haben einen Bürgerkrieg erlebt. Glücklicherweise keinen heißen, aber einen kalten. Mehr als 40 Jahre, immer am Rande eines möglichen Atomkrieges. Obwohl beide deutsche Staaten daran beteiligt waren, richtet sich seit 1990 der Groll einseitig gegen die DDR. Viele ihrer Bürger werden nach wie vor politisch ausgegrenzt, sozial benachteiligt und juristisch ungleich behandelt. So wird nicht zusammengeführt, was nach Willy Brandt zusammengehört.

Nach meiner Übersicht haben im Herbst 1989 knapp eine Million Menschen demonstriert. Abgesehen davon, dass die Mehrheit von ihnen nicht die Abschaffung der DDR gefordert hatte, geht allein aus der Zahl hervor, dass mehr als 15 Millionen DDR-Bürger nicht demonstriert haben. So differenziert wie damals ist auch heute die Stimmung unter vielen Ostdeutschen, was aktuelle Umfragen belegen.

Wäre es nicht an der Zeit, den 20. Jahrestag der Grenzöffnung durch die DDR am
9. November 1989 zum Anlass zu nehmen, endlich zu einer sachlichen, wahrheitsgetreuen und wissenschaftlich fundierten Darstellung der Geschichte beider deutscher Staaten zu kommen?

Die Reaktion vieler Menschen auf Ihre Leipziger Rede zeigt mir, dass die bisherige Art des Umgangs mit der DDR gescheitert ist. Eine Politik im Geiste von Abraham Lincoln ist möglich. Ich setze in diesem Zusammenhang auf Ihre staatsmännische Klugheit.

Hochachtungsvoll

Egon Krenz




Anmerkung: der Brief wurde der Öffentlichkeit bekannt gemacht anlässlich des 24. Grenzertreffens der GRH e.V. zum Thema „Die Öffnung der Staatsgrenze der DDR am 9. November 1989 – ein Ereignis von historischer Tragweite und widersprüchlichem politischen Charakter“ am 24. Oktober 2009 in Petershagen bei Berlin.

Anwesend waren die Medienvertreter von ZDF, RBB und RTL



Genosse Krenz, Sie haben recht, bitte machen Sie den Anfang.


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#14

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 11:00
von Patriot (gelöscht)
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Es ist durchaus interessant, wie der Krenzsche Brief doch polarisieren kann. Warum schreibt er denn, will er sich in den Mittelpunkt rücken, der alte Mann vom Meer? Sicher nicht, er kann an Jahren durchaus mit einem anderen deutschen Politiker gleichziehen, der als Wolfgang Schäuble noch immer nicht seinen Frieden gefunden hat. Während er als sprichwörtlicher Alter Krieger weiterhin bestrebt ist eine ganzes Volk mittels modernster Technik zu überwachen und die Gefahr von Terroristen ständig an die Wand malt, hat der Briefeschreiber von Dierhagen offensichtlich mehr Altersweisheit.

Machen wir uns nichts vor, einen bewaffneten Einsatz der NVA gegen die eigene Bevölkerung gab es nicht, aber einen bewaffneten Einsatz der Bundeswehr gegen die eigenen Bevölkerung wird mit den "Lissabonner Verträgen" diskutiert und möglich gemacht, das Grundgesetz soll geändert werden. Deutsche sollen auf Deutsche schießen! Dies war von den meisten, die vor zwanzig Jahren demonstrierten, so sicher nicht gewollt, die heutigen Aussagen von Bürgerrechtlern wie Bärbel Bohley oder dem Pfarrer Friedrich Schorlemmer aber auch einer Danilea Dahn sprechen dem entgegen. Und in genau diesem Punkt trifft dann auch ein Herr Krenz den Nerv vieler Ostdeutschen, die sich mit ihren Auffassungen und Lebenserfahrungen heute nicht einbringen können, die aber die Hoffnung auf ein Umdenken der Politik noch nicht aufgegeben haben.

Alterweisheit? Die solls geben, denn sonst müßte man ja unserer Bundeskanzlerin ebenso bis auf den St. Nimmerleinstag nachtragen, daß sie mal nicht nur einfaches FDJ-Mitglied in der DDR war, sondern und das können zumindestens die Mitglieder mit Ostbiografie bestätigen, als Frontfrau seinerzeit Sekretärin für Agitation und Propaganda gewesen ist. Jene Freie Deutsche Jugend 1936 gegründet und dann am 26.06.1951 von der Adenauer-Regierung verboten, hat auch eine Sicht auf Deutschland und als Träger des Roten Wimpels stelle ich dieses Plakat zur weiteren Meinungsfindung hier gern mal ein.

Angefügte Bilder:
40 Jahre DDR.jpg

zuletzt bearbeitet 27.10.2009 11:03 | nach oben springen

#15

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 11:57
von wosch (gelöscht)
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[quote="icke46"]Hallo,


Nun bezieht sich Krenz ja ausdrücklich auf die Aussage "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört". Und das in der Hinsicht noch sehr vieles im Argen liegt, sieht man zum Beispiel auch hier im Forum.

;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Hallo icke!

Nicht daß Du jetzt denkst, ich will mit Dir streiten, ich will Deinen von mir hier rausgezogenen Satz aber dazu benutzen, meine eigene Sicht zum Thema "Zusammenwachsen" ganz kurz darzulegen. Das Wort "Zusammenwachsen" beinhaltet eigentlich doch schon all das, was es dazu zu sagen gäbe. "Wachsen" ist immer ein Prozeß, der einen gewissen Zeitraum für sich beansprucht und die Geschwindigkeit des Wachsen´s hat auch immer etwas mit den Bedingungen zu tun, mit denen ein junges "Pflänzchen" kämpfen muß, um sich entwickeln zu können. Es geht hier aber Menschen und nicht um Blumen oder Gemüsepflanzen. Da muß man in anderen Zeiträumen denken!! Solange das alte, verdorbene und fast abgestorbene Unkraut dem jungen Trieb an seiner Entwickelung schadend im Wege liegt, geht nicht Alles von Heute auf Morgen.
Ich persönlich bin aber trotzdem der Meinung, daß in den letzten 20 Jahren schon mehr zusammengewachsen ist, als man sich vor dieser Zeit erhoffen konnte. Das Problem ist bei der Einschätzung der Beurteilung doch auch, daß sich ein Großteil der Kritiker an die wahren Zustände nicht erinnern wollen, oder auch altersbedingt nicht können. In Einem sind sich aber fast Alle einig: daß sie die Mauer nicht wiederhaben wollen, Ist das nicht ein Zeichen, daß zusammen wächst, was zusammen gehört?
Schönen Gruß aus Kassel.
wosch


zuletzt bearbeitet 27.10.2009 11:58 | nach oben springen

#16

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 12:09
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von wosch

In Einem sind sich aber fast Alle einig: daß sie die Mauer nicht wiederhaben wollen, Ist das nicht ein Zeichen, daß zusammen wächst, was zusammen gehört?




Hallo, wosch,

ich denke schon, dass Du mit dem oben zitierten Recht hast, und das ist durchaus bei aller Unterschiedlichkeit der Meinungen immerhin ein Konsens.

Gruss

icke



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#17

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 12:53
von Jameson | 759 Beiträge

Zitat von wosch

Hallo icke!
Nicht daß Du jetzt denkst, ich will mit Dir streiten, ich will Deinen von mir hier rausgezogenen Satz aber dazu benutzen, meine eigene Sicht zum Thema "Zusammenwachsen" ganz kurz darzulegen. Das Wort "Zusammenwachsen" beinhaltet eigentlich doch schon all das, was es dazu zu sagen gäbe. "Wachsen" ist immer ein Prozeß, der einen gewissen Zeitraum für sich beansprucht und die Geschwindigkeit des Wachsen´s hat auch immer etwas mit den Bedingungen zu tun, mit denen ein junges "Pflänzchen" kämpfen muß, um sich entwickeln zu können. Es geht hier aber Menschen und nicht um Blumen oder Gemüsepflanzen. Da muß man in anderen Zeiträumen denken!! Solange das alte, verdorbene und fast abgestorbene Unkraut dem jungen Trieb an seiner Entwickelung schadend im Wege liegt, geht nicht Alles von Heute auf Morgen.
Ich persönlich bin aber trotzdem der Meinung, daß in den letzten 20 Jahren schon mehr zusammengewachsen ist, als man sich vor dieser Zeit erhoffen konnte. Das Problem ist bei der Einschätzung der Beurteilung doch auch, daß sich ein Großteil der Kritiker an die wahren Zustände nicht erinnern wollen, oder auch altersbedingt nicht können. In Einem sind sich aber fast Alle einig: daß sie die Mauer nicht wiederhaben wollen, Ist das nicht ein Zeichen, daß zusammen wächst, was zusammen gehört?
Schönen Gruß aus Kassel.
wosch


>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Mensch Wosch,

treffend, vermittelnd, analysierend, deeskalierend, ick bin platt.

Wenn Du nicht aufpasst kommste noch ins Fairteam.

Schönen Gruß nach Kassel

Ahoi Jameson



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#18

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 13:24
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Grenzsoldat, hallo Richard, wirklich guter Text, dein Briefentwurf an Krenz. Ich werde ihn mir wohl nocheinmal reinziehen müssen, hatte ihn nur kurz überflogen aber ich bin ein Schnelleser.
Du passt hier herein, in dieses Forum der Vielfältigkeiten, der Kommunisten, der Antikommunisten, der Seher, der Zweifler, der Augenzeugen, der Realisten, der Zaghaften, der Draufgänger, der Drachentöter,der Opas der Möchtegern- Demokraten, der Zeitzeugen,der Schildkröten,der Italiener,der Frauenbrigade der Nurleser, der mit sich Kämpfenden, was die Anmeldung aus ihre Passivleserolle betrifft, der Tapser, der Nörgler,der Senioren, der Madigmacher, der Zukunftsseher, der Optimisten, der Pessimisten,der Opfer, der....habe ich Einen vergessen?
Entschuldige Richard, das musste ich mal loswerden, es tat so gut wie dein Eventuell- Brief an Krenz.Guter Tip, schick den mal ab, mal sehen, was passiert?
Ich kann den alten Mann eigentlich ganz gut leiden,weil er im Kopf jung geblieben ist, schade, das er sich noch nicht bei uns im Forum eingebracht hat.

Gruß Rainer- Maria


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#19

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 13:46
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Zitat von Patriot+Krenz
Egon Krenz
Am Deich 1, 18347 Dierhagen

Herrn Bundespräsident
Horst Köhler
Bundespräsidialamt
Spreeweg 1

10557 Berlin
Dierhagen, den 13. Oktober 2009


Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

Ihre Leipziger Rede vom 9. Oktober 2009 ist mir Anlass zu der folgenden Überlegung:

Abraham Lincoln hatte nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg am 4. März 1865 gesagt: „Mit Groll gegen niemanden, mit Nächstenliebe gegen alle, mit Bestimmtheit im Recht … lasst uns bestrebt sein, die Arbeit, die wir begonnen haben, zu beenden, die Wunden unseres Landes zu versorgen..." Er wolle alles tun, hatte er erklärt, „was einen gerechten und dauerhaften Frieden zwischen uns selbst und anderen Völkern herbeiführen kann.“



Ach Gottchen, Egon! Hättest de mal zB. in den 70gern Abraham Lincoln derart positivistisch zitiert. Es hätte einen Arschtritt gegeben: Du wärst achtkantig über die Hochsicherheitszäune von Wandlitz geflogen. Man hätte Dich a.d. Strasse gesetzt: oder in die Irrenanstalt gesperrt. . So schnell hätt´ste gar nicht gucken können....

Zitat von Krenz
Auch wir in Deutschland haben einen Bürgerkrieg erlebt. Glücklicherweise keinen heißen, aber einen kalten. Mehr als 40 Jahre, immer am Rande eines möglichen Atomkrieges. Obwohl beide deutsche Staaten daran beteiligt waren, richtet sich seit 1990 der Groll einseitig gegen die DDR. Viele ihrer Bürger werden nach wie vor politisch ausgegrenzt, sozial benachteiligt und juristisch ungleich behandelt. So wird nicht zusammengeführt, was nach Willy Brandt zusammengehört.



Die Masse der Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hätte sich kleinste Anzeichen dieser Art juristischer Behandlung in der DDR sehr gerne gwünscht. Der "Groll" geht nicht einseitig gegen "die DDR" als Land und gegen die Bevölkerung, wie demagogisch behauptet. "Der Groll" im gemeinsamen Deutschland geht eher gegen das verlogene Bonzentum, welchen zu großen Teilen schon annodunnemals Loblieder auf den Massenmörder Stalin gesungen hat. Und im Geiste eines Massenmörders die DDR geformt hat...

In Antwort auf:
Nach meiner Übersicht haben im Herbst 1989 knapp eine Million Menschen demonstriert. Abgesehen davon, dass die Mehrheit von ihnen nicht die Abschaffung der DDR gefordert hatte, geht allein aus der Zahl hervor, dass mehr als 15 Millionen DDR-Bürger nicht demonstriert haben. So differenziert wie damals ist auch heute die Stimmung unter vielen Ostdeutschen, was aktuelle Umfragen belegen.



So einfältig, wie Aparatschik-Krenz damals wirkte, argumentiert er auch noch heute. Lächerlich! Soso. 15 Millionen nicht demonstriert? Wenn jenen 15 Millionen die DDR irgendwo wichtig war: wo waren sie auf den Demonstrationen zum Erhalt einer DDR? Die paar Thälmann-Mützen-Opas samt ehemaligen Profiteuren der Dikatur haben mit ihren Zahlen ja nun überhaupt keinen Eindruck hinterlassen. Im Gegenteil. Selbst auf der "Rettungs-Demo" der Wende-SED im Lustgarten schlug Euch der kalte Wind der Kritik entgegen. Ejon: begreif doch: Deine DDR wurde von den Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik in den ersten freien Wahlen 1990 abgewählt. Ist das jetzt Demenz, Dummheit oder Starrsinnigkeit?

In Antwort auf:
Wäre es nicht an der Zeit, den 20. Jahrestag der Grenzöffnung durch die DDR am
9. November 1989 zum Anlass zu nehmen, endlich zu einer sachlichen, wahrheitsgetreuen und wissenschaftlich fundierten Darstellung der Geschichte beider deutscher Staaten zu kommen?



Also das muß ich sagen: im ganzen Pamphlet der erste Ton der Einsicht in die eigene, traurige Existenz. Also gut Egon. Dann fang mal damit an endlich an, "endlich zu einer sachlichen, wahrheitsgetreuen und wissenschaftlich fundierten Darstellung der Geschichte beider deutscher Staaten zu kommen"....

In Antwort auf:
Die Reaktion vieler Menschen auf Ihre Leipziger Rede zeigt mir, dass die bisherige Art des Umgangs mit der DDR gescheitert ist. Eine Politik im Geiste von Abraham Lincoln ist möglich. Ich setze in diesem Zusammenhang auf Ihre staatsmännische Klugheit.



Ach so haste det jemeint, Ejon. Na ja: diese Art der "Klugheit" haben die Bürger in Ost und West nach meinen Beobachtungen bei Dir eigentlich zu keiner Zeit vorausgesetzt. Weder als SED-Politbürobonze. Und danach auch nicht. Zu Recht, wie sich einmal mehr zeigt....

Hochachtungsvoll

Egon Krenz
[/quote]


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#20

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 15:45
von bruno | 598 Beiträge

Zitat von Rainman2
Hallo dein1945,

ganz nebenbei: Ich war Politoffizier. Ich halte die Bemerkungen sowohl von Bruno als auch von Dir für unpassend. Setzt Euch mit der Sache inhaltlich auseinander, aber lasst diese Sticheleien. Die Grundhaltungen von Menschen werden weder hier im Forum noch sonstwo durch hingeworfene Bemerkungen, die noch dazu an der Grenze zur Beleidigung líegen, geändert. Dass Ihr anderer Ansicht seid, habe ich nun vernommen. Wenn es geht, demnächst bitte etwas konstruktiver.

ciao Rainman




ist okay, rainman2, ich werde angelo um löschung meiner
mitgliedschaft bitten. für mich ist die schmerzgrenze erreicht.


nichts auf der welt ist so gerecht verteilt wie der verstand.
denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
rené descartes
zuletzt bearbeitet 27.10.2009 15:46 | nach oben springen



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