#21

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 16:04
von Patriot (gelöscht)
avatar

Da würde aber das Salz in der Suppe fehlen! Gibt soviel langweilige Foren, wo immer nur die Gleichgesinnten aufeinander treffen. Da ich über mich selbst noch lachen kann, stelle Dir mal vor die GRH hätte ein Forum, das wär dann sicher genauso einäugig wie <<< Vergleich durch Admin gelöscht >>>. Übrigens da und auch bei der GRH gibt es überhaupt kein Forum ..

Hinweis ADMIN Rainman2:
Dieser Vergleich war unangebracht, beleidigend und unsachlich - ich fordere in der Auseinandersetzung mehr Sachlichkeit: Von allen!!!Beschwerden an mich! Rainman2


zuletzt bearbeitet 27.10.2009 16:26 | nach oben springen

#22

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 16:14
von FSK-Veteran (gelöscht)
avatar

Zitat von Patriot
Da würde aber das Salz in der Suppe fehlen! Gibt soviel langweilige Foren, wo immer nur die Gleichgesinnten aufeinander treffen. Da ich über mich selbst noch lachen kann...



Kann ich Dir uneingeschränkt zustimmen und jedes Wort meines Zitats übernehmen. Kinder: jetzt hört doch mal auf! Nicht immer gleich die Flinte ins Korn werfen und mit großem Trara Abschied feiern. Hier sind ja sitten eingerissen...

Ellenbogenschützer angelegt und weiter gehts im Text!


zuletzt bearbeitet 27.10.2009 16:36 | nach oben springen

#23

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 17:32
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Was sagt Krenz-Er lobt die Grenztruppen in den Himmel(keine Frage,auch Sie hatten ihren Anteil am 9.11.89) und
verurteilt die Strafrechtliche Verfolgung von ehemaligen Grenzern.
Kein Wort aber über das Volk ,das ebenfalls am 9.11 eindrucksvoll Ruhe und Besonnenheit zeigte.



nach oben springen

#24

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 17:37
von ABV | 4.202 Beiträge

In der letzten Ausgabe der SUPER ILLU befand sich eine DVD mit dem Titel " Das Ende des Politbüros". Obwohl nicht unbedingt neu, war ich doch entsetzt darüber, dass die führenden Genossen bereits im Sommer 1989 über den wahren Zustand der DDR bestens im Bilde waren. Jeder einzelne von ihnen war einfach zu feige um etwas grundsätzliches dagegen zu tun. Krenz lies sich in den Urlaub abschieben, Wolfgang Herger vertraute seine Ängste und Skrupel nur seinem Tagebuch und so weiter. Verdammt noch mal wenn man damals schon alles wusste, warum hat jeder einzelne weiter die offizielle Linie vertreten und nach unten weitergegeben?Wie viele Leute, die nicht über die Informationen des Politbüros verfügten, hatten sich damals den Mund fusslig diskutiert? Die Situation war ja angeblich auf Grund von Medienhetze im Zusammenspiel mit dem Wirken irgend welcher Geheimdienste entstanden. Ich kann mich noch ganz deutlich an einen im August 1989 erschienen Artikel erinnern. Dort schilderte ein angeblicher MITROPA-Koch, wie ihm nach dem Genuss einer Mentholzigarette, angeboten von einem unbekannten BRD-Bürger, plötzlich schwindlig wurde. Irgendwann ist dann der Koch in einem Flüchtlingscamp aufgewacht. Das ist nur eine Geschichte von dem Quatsch der in die Öffentlichkeit lanciert wurde, nur um von den wirklichen Beweggründen der Massenflucht abzulenken.
Egon Krenz kann man mit Fug und Recht eher als lächerliche Figur, denn als Politiker bezeichnen. Hätte er in den Sommertagen des Jahres 1989 die Initiative an sich gerissen, Honecker ohne wenn und aber entmachtet und die Ursachen der Misere schonungslos benannt, würde man ihn heute ganz sicher mit anderen Augen sehen. Krenz hatte seine Chance auf eine bessere Position in künftigen Geschichtsbüchern spätestens in dem Augenblick verspielt, als er der Öffentlichkeit Honeckers Absetzung als dessen " freiwilligen" Rücktritt deklarierte. Statt Klartext zu reden wurde das Volk, darunter die vielen einfachen SED-Mitglieder an der Basis, erneut mit einer offiziellen Lüge abgespeist.
Da nutzt auch kein Brief an den Bundespräsidenten inklusive eines Zitates von Abraham Lincoln, um sich nun mehr als "Anwalt" der Ostdeutschen Interessen aufspielen zu wollen.

Gruß an alle im Forum
Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


nach oben springen

#25

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 17:42
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zermatt,

dass Volk hatte aber keine WAFFEN !!!


nach oben springen

#26

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 17:44
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von Zermatt
Was sagt Krenz-Er lobt die Grenztruppen in den Himmel(keine Frage,auch Sie hatten ihren Anteil am 9.11.89) und
verurteilt die Strafrechtliche Verfolgung von ehemaligen Grenzern.
Kein Wort aber über das Volk ,das ebenfalls am 9.11 eindrucksvoll Ruhe und Besonnenheit zeigte.



Naja zermatt, er ist sicher aufgrund der Wahlergebnisse von '90 immer noch auf das "dumme" Volk sauer. Dabei war er doch schon lange vor '89 so weit abgehoben, dass er die wahren Probleme, die das Volk hatte, selbst nicht rechtzeitig erkannte.... Irgendwie kommt mir Krenz wie ein Zirkusdirektor vor, der in der Manege steht und noch nicht begriffen hat, das die Käfige alle leer sind....


nach oben springen

#27

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 17:45
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Zermatt,
dass Volk hatte aber keine WAFFEN !!!



Oh doch Alfred, die hatten sie. Stärkere als die Vertreter des Staates....


nach oben springen

#28

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 18:02
von Alfred | 6.841 Beiträge

Augenzeuge,

Du hast von MILITÄR wenig oder keine Ahnung.

Wenn die DDR - Staatsführung - gewollt hätte, wäre es 1989 keine Problem einiges militärisch zu lösen.


nach oben springen

#29

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 18:03
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Augenzeuge,
Du hast von MILITÄR wenig oder keine Ahnung.
Wenn die DDR - Staatsführung - gewollt hätte, wäre es 1989 keine Problem einiges militärisch zu lösen.



Danke für die Blumen, lieber Alfred. Aber du leider umso weniger von Psychologie...


nach oben springen

#30

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 18:16
von Sonny (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Wenn die DDR - Staatsführung - gewollt hätte, wäre es 1989 keine Problem einiges militärisch zu lösen.



Das ist noch die Frage. In Rumänien wollte die Staatsführung die Proteste ja niederschlagen --- doch das Militär verweigerte den Gehorsm und stellte sich auf die Seite des Volkes. Auch die NVA hätte sich notfalls so verhalten können --- seien wir froh, daß sich diese Frage in der DDR dann gar nicht erst gestellt hat.

-----

Noch ein paar allgemeine Anmerkungen zum Thema (auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen): Ich halte es für völlig legitim, daß Egon Krenz einen solchen Brief an den Bundespräsidenten schreibt, ebenso wie ich prinzipiell kein Problem damit habe, daß bestimmte Leute die DDR verteidigen, verklären, wiederhaben wollen. Unser demokratischer Rechtsstaat sollte so stark sein, dies auszuhalten --- dies unterscheidet ihn ja nicht zuletzt von einer Diktatur wie der DDR.


nach oben springen

#31

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 18:23
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Sonny

Zitat von Alfred
Wenn die DDR - Staatsführung - gewollt hätte, wäre es 1989 keine Problem einiges militärisch zu lösen.



Das ist noch die Frage. In Rumänien wollte die Staatsführung die Proteste ja niederschlagen --- doch das Militär verweigerte den Gehorsm und stellte sich auf die Seite des Volkes. Auch die NVA hätte sich notfalls so verhalten können --- seien wir froh, daß sich diese Frage in der DDR dann gar nicht erst gestellt hat.

-----

Noch ein paar allgemeine Anmerkungen zum Thema (auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen): Ich halte es für völlig legitim, daß Egon Krenz einen solchen Brief an den Bundespräsidenten schreibt, ebenso wie ich prinzipiell kein Problem damit habe, daß bestimmte Leute die DDR verteidigen, verklären, wiederhaben wollen. Unser demokratischer Rechtsstaat sollte so stark sein, dies auszuhalten --- dies unterscheidet ihn ja nicht zuletzt von einer Diktatur wie der DDR.





nach oben springen

#32

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 18:23
von Sauerländer (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Zermatt,

dass Volk hatte aber keine WAFFEN !!!



Aus dem Film über Leipzig 1989, Schlußwort des Einsatzleiters:

"Wir waren auf alles vorbereitet, aber nicht auf Gebete und Kerzen"!


nach oben springen

#33

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 18:24
von Sauerländer (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Augenzeuge,

Du hast von MILITÄR wenig oder keine Ahnung.

Wenn die DDR - Staatsführung - gewollt hätte, wäre es 1989 keine Problem einiges militärisch zu lösen.



In welchem Militär wird gelehrt, wie man gegen das unbewaffnete, eigene Volk vorgeht ?


nach oben springen

#34

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 18:37
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Alfred
Augenzeuge,

Du hast von MILITÄR wenig oder keine Ahnung.

Wenn die DDR - Staatsführung - gewollt hätte, wäre es 1989 keine Problem einiges militärisch zu lösen.


Hallo Alfred,

mag sein, dass ich von Militär auch wenig oder keine Ahnung habe. Aber analysieren wir doch mal kurz die Optionen zum militärischen Eingreifen:
1. Vor dem 04.11.1989?
Unrealistisch. Es lag kein wirklicher Grund vor, Militär einzusetzen. Die Maßnahmen, die mit militärischen Mitteln zu realisieren waren (Grenzen zu allen Nachbarstaaten dicht machen), waren in Gang gesetzt. Für alles andere schien die "innere Sicherheit" gewappnet. Die Partei- und Staatsführung wähnte sich auf einem Kurs der Erneuerung. Alles dort wartete auf die Tagung des ZK der SED und deren Ergebniss.
2. Nach dem 04.11.1989 und vor dem 09.11.?
Nach einer friedlichen Großdemo mit fast einer Million Menschen, die deutlich zeigten, wie es mit der Haltung um die Führung im Lande bestimmt ist? Gerade nach diesem Ereignis wäre es schwer geworden Dienstgrade aller Stufen mit dem Befehl vorzuschicken, gegen diese Bewegung im ganzen Volk loszugehen. Der 04.11. wurde selbst in Offizierskreise als eine Art Befreiungsschlag empfunden.
3. Nach dem 09.11.?
Selbst Stechbarth ließ gegenüber Kessler erkennen, dass er einem Befehl, Truppen in Marsch zu setzen, unter Umständen nicht Folge leisten würde. Die Armee war zu diesem Zeitpunkt in erhöhter Gefechtsbereitschaft. Aber ich kenne eine Reihe Offiziere aus dieser Zeit, die sich zu diesem Zeitpunkt gegen eine Lösung durch Gewalt gestellt hätten. Von Soldaten, die den Dienst an der Waffe in so einem Moment verweigert hätten, will ich noch nicht mal reden. Ob dieser Widerstand stattgefunden hätte oder ob er zur Verhinderung staatlicher Gewaltanwendung gereicht hätte, ist Kaffeesatzleserei. Dies sind lediglich meine Eindrücke dieser Tage.

Aber, wie schon gesagt, vielleicht habe ich da auch keine Ahnung.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


nach oben springen

#35

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 18:37
von Heldrasteiner (gelöscht)
avatar

Herr Krenz schreibt nun mal gerne Briefe an Politiker (wie aus einem seiner Bücher ja auch hervorgeht, wo er fast ausschließlich selbige von ihm geschriebene Briefe veröffentlicht hat).
Ich oute mich jetzt hier an dieser Stelle, daß ich alle Bücher von E. K. (mit einer gewissen Distanz) gelesen habe. Das tat ich hauptsächlich, um zu erfahren, was er für ein Mensch ist.
Und ich habe festgestellt, daß er in den letzten Jahren (Grund dafür ist mit Sicherheit seine mehrjährige Haftstrafe) viele Dinge verklärt und auch verbittert erscheint.
Am sachlichsten wirkt er als Autor noch in den Büchern "Herbst 89" und "Wenn Mauern fallen". Denn da hinterfragt er in vielen Bereichen das Tun seiner Partei und auch, warum er nicht schon früher die Absetzung Honeckers betrieben hat.


nach oben springen

#36

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 19:12
von FSK-Veteran (gelöscht)
avatar

Hallo Heldrasteiner!
Tröste Dich: auch ich lese mit Vorliebe Biografien und sonstige Bücher ehem. Verantwortungsträger der DDR. Zum Themenkomplex "Absetzung Honecker" ist auch das Schabowski Buch "Mythos Politbüro" sehr interessant. Da haben ja plötzlich alle auf Erich eingedroschen. Auch Diejenigen, von denen es die Renegaten Krenz und Schabowski nicht erwartet hätten....

Apropos Schabowski. Er hat jetzt zum 20. Jahrestag der DDR-Bürgerrevolution ein Buch geschrieben, von dem ich bisher nur Gutes gehört habe.

"Wir haben fast alles falsch gemacht: Die letzten Tage der DDR" (Gebundene Ausgabe)

Muß ich unbedingt lesen...

In Antwort auf:
Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Zum 20. Jubiläum des Mauerfalls wird wieder einmal besonders intensiv Rückschau auf die DDR und ihr unrühmliches Ende gehalten. Schade nur, dass die noch lebenden Hauptverantwortlichen für den SED-Unrechtsstaat entweder abgetaucht sind oder immer noch die beleidigten Leberwürste spielen. Einzige Ausnahme: Günter Schabowski, der als Mann in die Geschichte eingegangen ist, der durch seine eigenmächtige Öffnung der Grenzen am 9. Novembers 1989 wahrscheinlich verhinderte, dass sich das mit dem Rücken zur Wand stehende Honecker-Regime zu Dummheiten gegen die eigene Bevölkerung hinreißen ließ.
Schabowski gilt vielen als der „Wendehals“ par excellence. Während seine ehemaligen Politbüro-Genossen bis heute nichts zu bedauern haben und sich wegen ein paar Jährchen lockeren Strafvollzugs zu Opfern einer Siegerjustiz stilisierten, nahm Schabowski seine Haft wegen Mitverantwortung für die Toten an der innerdeutschen Grenze als gerechtfertigt auf sich und gibt sich seitdem geläutert. Wenn man heute einen kompetenten Diskutanten über den ehemals real existierenden Sozialismus im Allgemeinen und das DDR-Unrechtsregime im Besonderen benötigt, ist Schabowski allererste Wahl – nicht etwa für die Rolle des Verteidigers sondern des Anklägers. Und so ist es auch in den Gesprächen mit dem ZEIT-Redakteur Frank Sieren, die in das vorliegende Buch eingeflossen sind. Mit ungeheurer Präzision und einer für einen Ex-Apparatschik erstaunlich klaren Sprache rechnet der in dialektischem Denken bestens geschulte SED-Renegat gnadenlos mit Theorie und Praxis des Sozialismus ab, vor allem aber mit sich selbst, seinen Irrtümern und Lebenslügen.

Die schon beinahe an die Schauprozesse kommunistischer Diktaturen erinnernde Selbstkritik, die Schabowski aus freien Stücken öffentlich zelebriert, könnte man als einen Akt der Selbstreinigung interpretieren. Ungemein spannend und lehrreich ist sie allemal. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass im Titel getrost ein Wörtchen gestrichen werden könnte. Arnold Abstreiter



Quelle:
http://www.amazon.de/haben-fast-alles-fa.../ref=pd_sim_b_1

In diesem Buch kommt "Briefe-Krenz" bestimmt nicht zu kurz....


zuletzt bearbeitet 27.10.2009 19:13 | nach oben springen

#37

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 19:21
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo, FSK-Veteran,

bei Buchtiteln sollte man, wenn man sie denn nennt, auch exakt sein. Das zu Anfang von Dir erwähnte Schabowski-Buch heisst genau "Das Politbüro. Ende eines Mythos". Erschienen 1990, seitdem auch in meinem Besitz und zur damaligen Zeit ungemein interessant, weil ja das Politbüro für einen Westler etwas von einem Geheimbund hatte.

Das neue Buch interessiert mich offengestanden weniger, weil es mit Sicherheit nur Abwandlungen früherer Veröffentlichungen von ihm darstellt - aber der Mann muss auch seine kärgliche Rente aufbessern. Es ist schön, dass Du ihm dabei behilflich bist.

Gruss

icke



nach oben springen

#38

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 19:34
von Patriot (gelöscht)
avatar

Günther Schabowski ist mit dem 9.November zur bekannten geschichtliche Figur geworden, das wars aber auch, denn leider mutierte er nachdem zum ersten großen "Wendehals" der untergegangenen DDR. Ich selbst war ja nie auf einer Bezirksparteischule oder in der Kaderschmiede am Bogensee, weiß aber von Teilnehmern, daß Günther da immer mit flammendem Herzen den Sozialismus verteidigt hat. Die letzten Jahre hat er hier in Berlin und herum mit Frank Steffel und dem Pfarrer Eppelmann Wahlkampf für die CDU gemacht, leider hats auch in diesem Jahr nicht viel gebracht. Im Westen wählt die Stadt rechtsbürgerlich und im Osten überwiegend linksdemokratisch. Weiß eigentlich jemand wieviel man an ca. einem verkauften Buch verdient? Hätte ich am Sonnnabend auch gleich den Krenz fragen können.


nach oben springen

#39

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 19:36
von manudave (gelöscht)
avatar

Zitat von Rainman2

Zitat von Alfred
Augenzeuge,

Du hast von MILITÄR wenig oder keine Ahnung.

Wenn die DDR - Staatsführung - gewollt hätte, wäre es 1989 keine Problem einiges militärisch zu lösen.


Hallo Alfred,

mag sein, dass ich von Militär auch wenig oder keine Ahnung habe. Aber analysieren wir doch mal kurz die Optionen zum militärischen Eingreifen:
1. Vor dem 04.11.1989?
Unrealistisch. Es lag kein wirklicher Grund vor, Militär einzusetzen. Die Maßnahmen, die mit militärischen Mitteln zu realisieren waren (Grenzen zu allen Nachbarstaaten dicht machen), waren in Gang gesetzt. Für alles andere schien die "innere Sicherheit" gewappnet. Die Partei- und Staatsführung wähnte sich auf einem Kurs der Erneuerung. Alles dort wartete auf die Tagung des ZK der SED und deren Ergebniss.
2. Nach dem 04.11.1989 und vor dem 09.11.?
Nach einer friedlichen Großdemo mit fast einer Million Menschen, die deutlich zeigten, wie es mit der Haltung um die Führung im Lande bestimmt ist? Gerade nach diesem Ereignis wäre es schwer geworden Dienstgrade aller Stufen mit dem Befehl vorzuschicken, gegen diese Bewegung im ganzen Volk loszugehen. Der 04.11. wurde selbst in Offizierskreise als eine Art Befreiungsschlag empfunden.
3. Nach dem 09.11.?
Selbst Stechbarth ließ gegenüber Kessler erkennen, dass er einem Befehl, Truppen in Marsch zu setzen, unter Umständen nicht Folge leisten würde. Die Armee war zu diesem Zeitpunkt in erhöhter Gefechtsbereitschaft. Aber ich kenne eine Reihe Offiziere aus dieser Zeit, die sich zu diesem Zeitpunkt gegen eine Lösung durch Gewalt gestellt hätten. Von Soldaten, die den Dienst an der Waffe in so einem Moment verweigert hätten, will ich noch nicht mal reden. Ob dieser Widerstand stattgefunden hätte oder ob er zur Verhinderung staatlicher Gewaltanwendung gereicht hätte, ist Kaffeesatzleserei. Dies sind lediglich meine Eindrücke dieser Tage.

Aber, wie schon gesagt, vielleicht habe ich da auch keine Ahnung.

ciao Rainman




Auch wenn du ihn nicht nötig hast:


nach oben springen

#40

RE: Brief von Egon Krenz an Horst Köhler

in Das Ende der DDR 27.10.2009 19:46
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von icke46

Das neue Buch interessiert mich offengestanden weniger, weil es mit Sicherheit nur Abwandlungen früherer Veröffentlichungen von ihm darstellt - aber der Mann muss auch seine kärgliche Rente aufbessern. Es ist schön, dass Du ihm dabei behilflich bist.
Gruss
icke



Naja Kurt,
da du ja immer sehr korrekt bist, besonders bei der Beurteilung anderer Beiträge, gehe ich mal davon aus, dass du weitere Informationen über das neue Buch und über die "kärgliche"? Rentenhöhe Schabowskis hast. Ansonsten tappst du auch nur in Vermutungen rum...welche die Meinungen anderer nicht unbedingt revidieren können.

Gruß, Jörg


nach oben springen



Besucher
18 Mitglieder und 72 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: gerhard
Besucherzähler
Heute waren 1901 Gäste und 141 Mitglieder, gestern 3956 Gäste und 189 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14370 Themen und 558010 Beiträge.

Heute waren 141 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen