#1

Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.10.2009 21:33
von EK-Zappel-79-2 (gelöscht)
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Wie ich an anderer Stelle schon einmal kurz andeutete möchte ich hier auch mal einstellen wie die Kommunikation zwischen uns den DDR Grenzern und dem BGS oder auch GZD klappte wenn es diesen eigentlich auch gar nicht gab.
So trug es sich eines Tages zu das ich auf dem Pp 114 am Harbker Tagebau Dienst hatte, dies war eigentlich für uns Kohlewurpse der einzige Punkt wo wir direkte Sicht auf die Grenze hatten da wir ja sonst entlang der Sicherungslinie im Tagebau unseren Dienst versahen.
Wir hatten dort oben einen temporären Blechturm von 2x2x2 Metern weil der eigentliche BT 11 sich auf Grund des Haldenbodens soweit geneigt hatte das das betreten nicht mehr möglich war.
Unterhalb dieser Halde verlief die Staats- Landesgrenze, oder auch Demarkationslinie … je nach Sichtweise, kurz hinter der Grenze ein von Büddenstedt kommender Weg der von BGS, GZD, BAOR aber auch zivil genutzt wurde.
Wir hatten soviel ich mich erinnere Frühdienst den die Sonne stand noch im Osten.
Wir hatten unsere PV ( Postenverpflegung) mit Thermoskanne ja immer mit auf Dienst, - die diversen Ergänzungen lassen wir hier mal weg - der Tee oder Kaffe war sehr heiß und ich öffnete das Fenster, stellte die geöffnete Thermoskanne oben rechts zum abkühlen auf das Flachdach und wir machten unseren Dienst, Beobachtung links bis rüber an den Sommersdorfer Abschnitt, das westliche Gebiet in Richtung Elm mit Schöningen oder war das Schöppenstedt (?), in Richtung Westen die Sendeanlagen des Deutschlandfunks bei Königslutter , von Fern die Autobahn und die Bahnstrecke in Richtung Hannover.
Vor uns … hinter dem Weg von Büddenstedt die Bahnlinie, ich glaube von Wolfenbüttel über Helmstedt nach Königslutter und die Straßen B 244 und B 244a , den Tagebau mussten wir ja auch immer etwas im Auge behalten, wie vor allem auch die Häuser am Umspannwerk Helmstedt den dort sollte sich der BND im Dachgeschoss eingenistet haben … na ja.
Jedenfalls kam irgendwann von links, also aus Richtung Büddenstedt ein VW Bus des BGS in langsamer Fahrt, … fuhr vorbei … bog dort wo der Weg an der Tagebaugrenze nach links abbog schon ab … und stoppte plötzlich.
Der Rückwärtsgang wurde eingelegt … etwa 20, 30 m zurück und der Beifahrer schaute zu uns hoch, Unterhaltung im Wagen und beide stiegen aus.
Ich hatte man Dienstglas schon in der Hand weil ich als er abbog das Kennzeichen ablesen wollte, ER setzte seines unten an und schaute zu uns herauf.
Eigenartige Situation .. er schaut hoch, ich runter, denke noch so bei mir … man bin ich heute wirklich so schön? … beide reden mit einander … , man ahnt es geht irgendwie um uns.
Ich setzte das Glas ab und gucke mich um, lasse meinen Posten nach links alles absuchen … den irgendwas stimmt nicht.
Ich schaue nach unten und sehe, den Schatten unseres Turmes und oben rechts so was wie ein Zapfen ... Dong! das isses die Thermosflasche hat die Jungs von der anderen Seite aufmerksam werden lassen und sie gehen sicher davon aus das dies ein neues Signalgerät oder eine ganz gefährliche von Moskau gesteuerte Waffe ist.
Nun verhält es sich aber so, die Jungs von der „Anderen Feldpostnummer“ wussten ja auch das wir denen ihr Kennzeichen durchgeben mussten und wenn die in der Nacht kamen, war auch der Eine oder Andere der an der Biegung hielt und sein Nummernschild kurz beleuchtete, manchmal noch blinkte und weiter fuhr.
Also sollten wir die zwei da unten dumm sterben lassen? … nee!
Ich nahm den Becher der Thermosflasche, griff mit der Hand aufs Dach, nahm die Flasche, hielt sie wie zufällig aus dem Fenster, goss etwas in den Becher, stellte die Flasche wieder hoch und nahm für die beiden sichtbar einen Schluck aus dem Becher.
Setzte mein Fernglas wieder an und sah das Grinsen der Beiden, beide stiegen sichtlich erheitert ein und fuhren weiter.
Solche kleinen Spielereien oder Verständigungen ohne verbotenen Kontakt aufzunehmen, gab es selten, aber es gab sie eben.
Necken, verstecken spielen und auch mal den dicken Daumen zeigen, man musste vorsichtig sein … aber ich denke jeder auf jeder Seite wusste in etwa was der Andere meinte.


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#2

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.10.2009 21:43
von karl143 (gelöscht)
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Hallo Zappel,
der Ort, der Turm usw. ist mir bekannt. Es handelte sich übrigens um Schöningen. Schöppenstedt lag südl. des Elms, war von dort nicht sichtbar.
VG
Karl-Heinz


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#3

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.10.2009 21:53
von LEGO | 487 Beiträge

Hübsche Geschichte, EK-Zappel,

könnte mir gut vorstellen, daß ich auch auf Deine "aus Moskau gesteuerte Waffe" reingefallen wäre.

War halt so. Wenn man ständig an einer Grenze Dienst tut, wo sich relativ wenig tut bzw. ändert, entwickelt man ein Auge für plötzliche Neuerungen.

Nur so am Rande wegen der Kfz.-Kennzeichen: Die Kennzeichen der Grenztruppenfahrzeuge haben uns offen gestanden recht wenig interessiert. Man konnte sie sowieso auch mit dem Fernglas auch aufgrund des relativ schlechten Winkels zum MGZ nicht lesen. Und wenn doch? Wem hätte es was gebracht?
Mit den Kennzeichen des BGS sind wir absolut sorglos umgegangen. Wir haben andauernd neue Fahrzeuge und Kennzeichen bekommen, daß man selber nicht wußte, welches Fahrzeug wem gehörte und wo stationiert war. Oft wußte man nicht einmal das Kennzeichen des eigenen Streifenwagens. Und ob die Grenzsoldaten der DDR das taktische Kennzeichen des Wagens lesen konnten oder nicht, war völlig belanglos!!!


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#4

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.10.2009 21:58
von EK-Zappel-79-2 (gelöscht)
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Karl, ich weiß nicht, ist Dir die Sache bekannt als in den m m m Anfang 80 Jahren, Grüne, Umweltschützer, Kraftwerksgegner oder solche Leute von West aus die Halde unterhalb der (unserer) 114 auf DDR Gebiet besetzt hatten?
Da muss es auch offizielle Kontakte GT/BGS gegeben haben.
Das lief damals auch in der "Tagesschau", im "Heute" des ZDF oder in der Nordschau des damaligen III NDR/RB/SFB, weiß es nicht mehr genau, aber ich erkannte das alles sofort wieder obwohl es von der Anderen Seite war.


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#5

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.10.2009 22:06
von karl143 (gelöscht)
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Das war aber nicht Anfang der 80er, sondern am 17.06.1985 um 10:07 Uhr. 25 Personen von "Robin Wood" besetzten DDR Gebiet und errichteten auf halber Höhe der "Wulferdorfer Kippe" ein Lager. Dann haben sie Luftballons mit Zetteln aufsteigen lassen und bauten 5 Zelte auf. Um 17:05 haben die GrTr die Aufforderung zum Verlassen des DDR Gebietes gestellt. Um 20:00 Uhr sind die Personen dann auf das Bundesgebiet zurückgekommen. Dort wurden die Personalien durch den BGS aufgenommen. Stärke BGS: 3/7/14


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#6

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.10.2009 22:22
von EK-Zappel-79-2 (gelöscht)
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@LEGO, was wir alles von Euch aufklären mussten, wenn ein "Luftquirl" angeflogen kam wollte unsere Führungsstelle nach Möglichkeit wissen wie der besetzt war, gut bei ner tiefen Alouette II war das noch machbar aber wenn die Bell UH 1 D kam
Da hatte unsere Führungsstelle uns auch mal aufm verkehrten Fuß erwischt "gelle Ali falls Du hier ... mitließt" ... der fragt uns über die Wechselsprechanlage .. " sagt mal wollt ihr mir nicht was melden?" ... WAS DENN? "na die Bell`s" WELCHE BELL`s? im gleichen Augenblick hämmerten schon 5 oder 6 in LANZbuldogmanier von der Mageburger Warte kommend über den Helmstedter Tagebau ... wir hätten sie längst gesehen haben müssen, aber irgendwas war war wieder mal viel interessanter, aber zum Glück blieben solche Pannen unter uns.
Ansonsten sollten wir zumindest bei "Hohen Tieren" von BGS oder BAOR selbst Dienstgrade aufklären, - Karl ... weiß ja wie weit das von der Grenze bis zu unserer 114 war - , war also kaum machbar, aber wir hatten sogar Bilder von den Verbindungsoffizieren der BAOR und einiger hoher BGS Leute .... die sofort gemeldet werden sollten, zum Glück war dieser Stress selten und von den BAOR kamen meistens auch nur Tagesäcke vorbei die noch mehr Diensttage vor sich hatten wies Schwein Borsten hat


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#7

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.10.2009 22:27
von EK-Zappel-79-2 (gelöscht)
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Zitat von karl143
Das war aber nicht Anfang der 80er, sondern am 17.06.1985 um 10:07 Uhr. 25 Personen von "Robin Wood" besetzten DDR Gebiet und errichteten auf halber Höhe der "Wulferdorfer Kippe" ein Lager. Dann haben sie Luftballons mit Zetteln aufsteigen lassen und bauten 5 Zelte auf. Um 17:05 haben die GrTr die Aufforderung zum Verlassen des DDR Gebietes gestellt. Um 20:00 Uhr sind die Personen dann auf das Bundesgebiet zurückgekommen. Dort wurden die Personalien durch den BGS aufgenommen. Stärke BGS: 3/7/14




Naja ... aber zumindest habe ich mich dran erinnert, ABER erinnern? ... da ist auch das mit Knospe aus Sommersdorf, als der ermordet wurde ... ja das lief natürlich auch im DDR Fernsehen ... da sah ich Teile meine Vorgesetzten bei der Trauerfeier ... also das ging mir arg unter die Haut.


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#8

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 24.10.2009 22:30
von EK-Zappel-79-2 (gelöscht)
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Zitat von karl143
Das war aber nicht Anfang der 80er, sondern am 17.06.1985 um 10:07 Uhr. 25 Personen von "Robin Wood" besetzten DDR Gebiet und errichteten auf halber Höhe der "Wulferdorfer Kippe" ein Lager. Dann haben sie Luftballons mit Zetteln aufsteigen lassen und bauten 5 Zelte auf. Um 17:05 haben die GrTr die Aufforderung zum Verlassen des DDR Gebietes gestellt. Um 20:00 Uhr sind die Personen dann auf das Bundesgebiet zurückgekommen. Dort wurden die Personalien durch den BGS aufgenommen. Stärke BGS: 3/7/14



Das müsste also im nächsten Jahr (BITTE ERINNERN) ggf auf "BR alpha" in die "Tagesschau vor 25 Jahren" zu sehen sein!


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#9

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.10.2009 21:32
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Zappel,

die Sache mit E.Knospe ging uns auch an die Nieren.Als er ermordet wurde,waren wir ja gerade erst ein paar Tage am Kanten.Unsere EK's waren sehr nervös und machten DnV (Dienst nach Vorschrift)mit uns.Der Mörder wurde in Halberstadt ausgebildet und war vom Herbst 81'- Frühjahr 82' in der 1.KFZ-Kompanie.Ich kannte den Typ.Er heißt K.Decker.Er tötete ja seinen Postenführer mit dem Seitengewehr.Ab diesem Zeitpunkt wurden in unserer Kompanie die Dinger eingezogen und nicht mehr zum Grenzdienst mit raus genommen.Ich bin ja immer noch der Meinung das,wer"abhauen"wollte,dies tun konnte,ohne seinen Kameraden zu töten.Aber dazu an anderer Stelle mal mehr.

Gruß ek40


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#10

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.10.2009 08:14
von a1 otti | 188 Beiträge

Zitat von EK-Zappel-79-2

Solche kleinen Spielereien oder Verständigungen ohne verbotenen Kontakt aufzunehmen, gab es selten, aber es gab sie eben.
Necken, verstecken spielen und auch mal den dicken Daumen zeigen, man musste vorsichtig sein … aber ich denke jeder auf jeder Seite wusste in etwa was der Andere meinte.



Jaja, die kleinen Spielereien auf beiden Seiten...

Ich habe sehr oft festgestellt, dass (meist) der BGS versuchte, uns auf dem Postenturm A1 an der Autobahn Helmstedt auszutricksen. Unter der A2 verlief die B1. Links und rechts der Autobahn waren ca. 5 - 10 m der Straße sichtbar (Im Winter ohne Laub etwas mehr). Da wir, wie an anderer Stelle schon erwähnt, so viel wie möglich vom "Gegner" aufklären sollten (Fahrzeugtyp, amtl. Kennzeichen, takt. Kennzeichen, Anzahl der Insassen, Dienstgrade, Bewaffnung/Ausrüstung... wenns geht Name, Vorname und letzten GV des Fahrers) waren wir immer (vermutlich sehr offensichtlich für die Kollegen des BGS) bemüht, so schnell wie möglich alles zu erfassen. Da kam es dann auch vor, dass das Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit unter die Autobahnbrücke gefahren ist. Natürlich gingen dann die Augen mit dem davor installierten DF sofort auf die andere Seite der Autobahnbrücke. Dumm nur, wenn dann das Fahrzeug dort nicht rauskam... Stattdessen hat man dann irgendwann festgestellt, dass die langsam rückwärts fahrend auf der Einfahrtseite wieder rauskamen und dabei offensichtlich einen Heidenspaß hatten, die ollen Grenzer vera***t zu haben Peinlich, wenn man das dann gemerkt hat
Irgendwann ist man auf den Trick aber nicht mehr reingefallen da hat man so getan, als würde man gespannt auf der anderen Seite gucken, aber aus den Augenwinkeln unter dem DF rübergeschielt. Wenn die Kollegen vom BGS dann dort standen, gabs einen netten Gruß ohne hinzusehen (mit dem Stinkefinger, tschuldigung .. ) dann waren wir halt wieder mal die "Sieger"

Wirklichen Kontakt gab es aber (zumindest bei uns auf dem Turm) nicht.
Ich kann mich aber erinnern, dass einer meiner Vorgänger von den Uffzen eine Bestrafung wegen unerlaubter Kontaktaufnahme bekommen haben soll. Soweit erzählt wurde, soll er einen BGS- oder GZD-Beamten nach Fußballergebnissen gefragt oder sich mit diesem über selbige ausgetauscht haben. Hochverrat!!!!
Ich weiß aber nicht mehr, wie genau die Bestrafung ausgefallen ist oder ob die Geschichte überhaupt stimmte. Vielleicht kann Pitti dazu was sagen, das müsste noch in seine Zeit gefallen sein.

Ralf



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#11

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.10.2009 08:37
von karl143 (gelöscht)
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@ A1 otti

Hallo Ralf,
wenn ich Streifenführer war, haben wir das auch immer gemacht. War ein schönes Spiel und brachte ein bißchen Abwechslung. Dafür war diese Stelle besonders gut geeignet.


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#12

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.10.2009 08:52
von a1 otti | 188 Beiträge

Zitat von karl143
@ A1 otti
Hallo Ralf,
wenn ich Streifenführer war, haben wir das auch immer gemacht. War ein schönes Spiel und brachte ein bißchen Abwechslung. Dafür war diese Stelle besonders gut geeignet.



soso, du warst also auch so einer...

Nee nee, stimme dir schon zu, war irgendwie eine willkommene Abwechslung.



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#13

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.10.2009 09:00
von karl143 (gelöscht)
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Eine andere Möglichkeit ein bißchen Schabernack zu treiben bestand darin, rückwärts (wenns passte und nicht zu lang war) in den Sichtbereich des BT zu fahren und vorher die Motorklappe beim VW Bus hochzuklappen. Da wars dann unmöglich, das Kennzeichen zu notieren.


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#14

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.10.2009 09:19
von a1 otti | 188 Beiträge

Aaaarg

Jetzt weiß ich wer mir den S**gang beschert hat.

Und dabei konnten wir uns nur in den seltensten Fällen darauf verlassen, dass Aktivitäten auf der Westseite von anderen unbemerkt blieben, weil ja auf dem Dach des PP eine Kamera war deren Bild der OSL auf dem Turm der GÜSt vor sich hatte...

Am "schönsten" war das, wenn richtig was los war; alle drei Posten der A1 hatten zu tun - Aufklären, zählen, dokumentieren... und mittendrin das Feldtelefon: Brrrrrr! "Ja - Uffz. *** A1?" - "Genosse, was ist denn da drüben los? Warum bekomme ich keine Meldung?"

Wie dem auch sei, ihr habt das sicherlich alles nur gemacht, um möglichen Republikflüchtigen die unbemerkte Flucht zu ermöglichen, da ja durch euer taktisches Verhalten die volle Aufmerksamkeit der Posten gesichert war...



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#15

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.10.2009 09:43
von SCORN (gelöscht)
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ähnliche situationen wie hier geschildert kamen durchaus auch auf hoher see vor wenn sich schiffe/boote beider deutscher staaten trafen. trafen ist eigendlich nicht das richtige wort, man suchte und begleitet sich ja förmlich. natürlich nicht aus reinem harmonie bedürfniss. die offiziell komunikation lief strikt nach den regeln der internationalen seefahrt.
eine reaktion auf kontaktversuche war bei der marine genau wie bei den GT strikt verboten. aber gerade als ankerlieger wurde man ziemlich genau auf nahdistanz unter die lupe genommen. es kam dann schon mal vor dass auf wenigen metern entfernung ein wink beantworten wurde. natürlich durfte dass auf der brücke nicht bemerkt werden.

schwer hat das kontaktverbot auf uns gelastet wenn z.b. in den sommermonaten ein segelboot mit leicht begleiteten jungen damen fast längseits kam und uns diese nett ansprachen und wir wie die versteinerten götzen nicht reagiern durften.......tja seefahrt kann manchmal verdammt hart sein. sicher kann der eine oder andere grenzer von ähnlichen sachen berichten


zuletzt bearbeitet 30.10.2009 09:44 | nach oben springen

#16

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.10.2009 18:35
von Luchs (gelöscht)
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unter dem bereits angesprochenen B-Turm A1 hatte ich mal im Dunkeln gestanden und die 3 Mann auf dem Turm mit meinem Fernglas beobachtet. Ich stand schon bestimmt 5 ... 10 Minuten, als ich von den Scheinwerfern eines herannahenden BGS-Bus angeleuchtet wurde. Als die GT mich dann plötzlich sah, war dort aber Stimmung auf dem Turm. Ich blieb noch kurz stehen und beobachtete das, nun doch recht hektische Treiben, bis es wieder etwas ruhiger wurde.
Viele Grüße
Micha


zuletzt bearbeitet 31.10.2009 17:41 | nach oben springen

#17

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.10.2009 19:58
von Gelöschtes Mitglied
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Auch wir hatten öfters Kontakt mit dem BGS oder Zoll.Und zwar neben der Güst Salzwedel/Bergen,im Bereich der Dumme.Dort war unser letzter Posten und wir gaben dem BGS im Bulli Abends Rot mit unseren Taschenlampen,wenn die ankamen.....Darauf hin ist dann der Bulli rückwärts an den Zaun gefahren und hat uns Rot mit seinen Bremsleuchten gegeben.Dann gab es den Daumen hoch und eine Zigarette wurde sich angesteckt.Also es wurde öfters durch irgendwelche Gesten Kontakt aufgenommen.Das war schon fast ein kleines Ritual,wenn man in dem Abschnitt war.Aber auch am Jeetzekreuz oder im Bereich Lübbow gab es immer wieder versteckte Kontakte.Bei Lübbow war ja die Strasse von Bundesdeutscher Seite aus ziemlich nah am Zaun.Wenn man dort Streife laufen mußte,konnte man sich ab und zu sogar mit Zivilisten kurz unterhalten.Jedenfalls wurden wir nie erwischt.Und wir taten es gern.Gibt es vielleicht noch jemanden vom BGS etc.der zu dieser Zeit (82-83) in diesem Bereich seinen Dienst hatte?Auch die Britische Reihnarmee kam oft in diese Gegend um uns wild gestikulierend zu kontaktieren.Doch da mußte man vorsichtiger sein...der Fotoapperate wegen.Man wollte ja nicht unbedingt in der Tagesschau und dann im Armeeknast landen.
Gruß ek40


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#18

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.10.2009 20:13
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ek40
Auch wir hatten öfters Kontakt mit dem BGS oder Zoll.Und zwar neben der Güst Salzwedel/Bergen,im Bereich der Dumme.Dort war unser letzter Posten und wir gaben dem BGS im Bulli Abends Rot mit unseren Taschenlampen,wenn die ankamen.....Darauf hin ist dann der Bulli rückwärts an den Zaun gefahren und hat uns Rot mit seinen Bremsleuchten gegeben.Dann gab es den Daumen hoch und eine Zigarette wurde sich angesteckt.Also es wurde öfters durch irgendwelche Gesten Kontakt aufgenommen.Das war schon fast ein kleines Ritual,wenn man in dem Abschnitt war.Aber auch am Jeetzekreuz oder im Bereich Lübbow gab es immer wieder versteckte Kontakte.Bei Lübbow war ja die Strasse von Bundesdeutscher Seite aus ziemlich nah am Zaun.Wenn man dort Streife laufen mußte,konnte man sich ab und zu sogar mit Zivilisten kurz unterhalten.Jedenfalls wurden wir nie erwischt.Und wir taten es gern.Gibt es vielleicht noch jemanden vom BGS etc.der zu dieser Zeit (82-83) in diesem Bereich seinen Dienst hatte?Auch die Britische Reihnarmee kam oft in diese Gegend um uns wild gestikulierend zu kontaktieren.Doch da mußte man vorsichtiger sein...der Fotoapperate wegen.Man wollte ja nicht unbedingt in der Tagesschau und dann im Armeeknast landen.
Gruß ek40


Sorry-natürlich Rheinarmee


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#19

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.10.2009 21:08
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo ek 40. du bist der erste denn ich hier treffe der sich getraut hat mit westdeutschen zivilisten zu sprechen. das war doch sehr risikoreiß. über was habt ihr gesprochen. lg glasi



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#20

RE: Kontakte Angehörige der GT mit BGS, mit Augenzwinkern

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 31.10.2009 21:52
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Glasi,

wir waren damals eine sehr junge verschworene Truppe und bestimmt auch etwas naiv.Aber es ist uns niemals der A....geplatzt.Betonen will ich noch,das wir sehr viel Freiheiten in Riebau hatten und Quasi ein Lodderhaufen waren.GK Hoyersburg und Brietz können das bestätigen.Denn bei denen ging es anders lang!!!
Mann wußte eigentlich sehr genau,mit wem man solche Dinger abziehen konnte.Natürlich haben wir nicht Stundenlang Konversation betrieben.Aber ein Hallo ,wie gehts?,etc war meist drin.Kurze Sprüche halt.Oft kamen da Leute mit dem Rad lang.Wenn die Busse angekarrt wurden,haben wir natürlich unseren Mund gehalten.Aber bei Einzelpersonen ging meist was.Und mal ehrlich,was war denn bei den Grenzern nicht verboten???Wir waren doch auch nur Menschen.Klar wußten wir das es Risikoreich war Kontakt aufzunehmen.Aber wir haben es wirklich getan.Genauso wie wir Westradio hörten (NDR2),Sitzkissen mit im Dienst hatten,brutzelten und viel schliefen.Vielleicht hatte ich auch nur Glück.Wir machten uns den Grenzdienst so angenehm wie möglich.Ich weiß aber auch das es eben in unseren Nachbarkompanien Sackstand total gab.Die hatten nichts zu lachen.Werde ich später drüber berichten.

Gruß ek40


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