#161

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 16:36
von Drewitz | 356 Beiträge

Tja-da hast Du wieder zweifelsfrei recht...Leider.War lange in dieser Partei-unter verschiedenen Namen (der Partei!).Vor ein paar Jahren kam dann der Punkt-bis hier und dann nicht mehr mit mir.

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#162

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 17:48
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von wosch

Die "Jugendsünde" als 17jähriger ist nicht das Entscheidene, sondern das spätere Verschweigen und das war eine Erwachsenen-Sünde, so einfach ist das. Obwohl nach geltenem Recht die Offenlegung Pflicht war, wurde sie verschwiegen. Das nenne ich Lüge.



Viel interessanter ist doch die Frage, warum Personen überhaupt in die Lage kommen, Lügen zu müssen. Ich denke, da spielt die Art und Weise der "Aufarbeitung" und die Kaltstellung bei IM-Tätigkeit eine gewichtige Rolle.
Warum stellt sich denn kein Politiker hin und sagt: "Ich war IM und habe einem legitimen Organ des Ministerrats der DDR gedient"



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#163

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 17:52
von karl143 (gelöscht)
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@ Merkur,
mit deiner Bemerkung machst du einen Täter zum Opfer. Darf sich darauf der Raubmörder auch berufen,
weil er gerade nicht genug Geld zur Verfügung hat? Die Diskussion um alte Tätigkeiten ist durchaus legitim.


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#164

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 17:55
von Pommer | 16 Beiträge

Von wem war denn dieses "Organ" legitimiert, doch nicht vom Volk durch freie Wahlen!


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#165

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 18:05
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von karl143
@ Merkur,
mit deiner Bemerkung machst du einen Täter zum Opfer. Darf sich darauf der Raubmörder auch berufen,
weil er gerade nicht genug Geld zur Verfügung hat? Die Diskussion um alte Tätigkeiten ist durchaus legitim.



Ich finde ja die Vergleiche immer prickelnd, in diese Fall ein Raubmörder mit einem IM. Ein wirklich passender Vergleich.



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#166

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 18:09
von karl143 (gelöscht)
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@Merkur,
komme doch jetzt nicht so. Es geht doch nicht um den Grad der Straftat.
Hat der Taschendieb z. Beispiel die Berechtigung zur Tat. Seit wann gilt
ein Motiv gleichzeitig als Ausschlußgrund zu einer Verurteilung.
Dann hätte doch auch jeder Flüchtling der aus politischen Gründen versucht hat zu
flüchten, auch einen Freispruch aufgrund der Diktatur bekommen müssen.


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#167

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 18:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Merkur

Zitat von karl143
@ Merkur,
mit deiner Bemerkung machst du einen Täter zum Opfer. Darf sich darauf der Raubmörder auch berufen,
weil er gerade nicht genug Geld zur Verfügung hat? Die Diskussion um alte Tätigkeiten ist durchaus legitim.



Ich finde ja die Vergleiche immer prickelnd, in diese Fall ein Raubmörder mit einem IM. Ein wirklich passender Vergleich.




Zitat von karl143
@Merkur,
komme doch jetzt nicht so. Es geht doch nicht um den Grad der Straftat.
Hat der Taschendieb z. Beispiel die Berechtigung zur Tat. Seit wann gilt
ein Motiv gleichzeitig als Ausschlußgrund zu einer Verurteilung.
Dann hätte doch auch jeder Flüchtling der aus politischen Gründen versucht hat zu
flüchten, auch einen Freispruch aufgrund der Diktatur bekommen müssen.




Jetzt wirds aber noch wilder Karl, seit wann war IM sein eine Straftat und rechtfertigt eine Verurteilung???


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 24.11.2009 18:11 | nach oben springen

#168

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 18:20
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Karl ich glaube die Vergleiche waren einfach etwas unglücklich gewählt.

Aber der Grundtenor in Merkurs Aussage ist doch der, warum wird in diesem Land bewußt eine solch negative Stimmung gegen das MfS erzeugt, das sogar das Zugeständnis einer reinen IM Tätigkeit vor 40 Jahren ausreicht um eine Karriere zu beenden oder gar nicht erst zu ermöglichen???

Hierbei rede ich jetzt nicht von hauptamtlichen MA.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#169

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 18:32
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Karl ich glaube die Vergleiche waren einfach etwas unglücklich gewählt.

Aber der Grundtenor in Merkurs Aussage ist doch der, warum wird in diesem Land bewußt eine solch negative Stimmung gegen das MfS erzeugt, das sogar das Zugeständnis einer reinen IM Tätigkeit vor 40 Jahren ausreicht um eine Karriere zu beenden oder gar nicht erst zu ermöglichen???

Hierbei rede ich jetzt nicht von hauptamtlichen MA.



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Ne Felix, Du willst das Thema umkrempeln. Hier geht es darum, daß solche Leute, die aus der sicheren Entfernung ihr Landsleute bespitzelt und damit an Euch ausgeliefert haben, nicht noch einmal überschüssige Kräfte freimachen können, in dem sie sich Macht erschleichen, dadurch daß sie den Wählern mit dem Verschweigen ihrer "Schandtaten" betrügen!!!
Diese Leute sollen nicht unbedingt immer in der ersten Reihe sitzen, stattdessen vielleicht mal ein bischen Scham empfinden!!
Schönen Gruß aus Kassel


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#170

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 18:40
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Pommer
Von wem war denn dieses "Organ" legitimiert, doch nicht vom Volk durch freie Wahlen!



Bekanntlich wurde das Gesetz zur Bildung des MfS als Gesetzesentwurf in die 10. Sitzung der Provisorischen Volkskammer (in der nicht nur Mitglieder der SED saßen) eingebracht.
Gem. Sitzungsprotokoll der Volkskammer vom 08.02.1950 wurde das Gesetz über die Bildung des MfS einstimmig angenommen.
Selbst das BVerfG stellte 1995 fest:
"Die Angehörigen der Geheimdienste der DDR hatten - wie die Geheimdienste aller Staaten der Welt - eine nach dem Recht ihres Staates erlaubte und von ihm sogar verlangte Tätigkeit ausgeübt."
Der BGH legte sich 1998 fest: "Zu den Staatsorganen der ehem. DDR, deren konkrete Aufgaben und Kompetenzen in der Verfassung, in spezifischen Rechtsvorschriften geregelt waren, gehörten nach der Rechtslehre der DDR vor allem die Volkskammer und die örtlichen Volksvertretungen, der Staatsrat, der Nationale Verteidigungsrat, der Ministerrat und die bei ihm bestehenden Ministerien (also auch das MfS) sowie weitere zentrale Staatsorgane, jeweils mit nachgeordneten Organen, die örtlichen Räte und deren Fachorgane, die Gerichte und übrigen Justizorgane und schließlich die Nationale Volksarmee und die weiteren staatlichen Sicherheitsorgane."
Die Angehörigen des MfS nahmen die Aufgaben eines staatlichen Organs wahr. Weiterhin verwies der BGH auf den § 1 Abs. 1 des Statuts des MfS vom 30.07.1969. Im genannten Paragraphen wurde das MfS ausdrücklich als ein Organ des Ministerrats benannt. Es hatte als Sicherheits- und Rechtspflegeorgan die staatliche Sicherheit und den Schutz der DDR zu gewährleisten.
Im Jahre 1993 hatte der BGH festgestellt, dass die Aufgaben des MfS in Statuten geregelt waren und dass das MfS seine Aufgaben mit Wissen und Billigung der Staatsführung der DDR realisierte und dass die Statuten des MfS und die im MfS als Organ des Ministerrates der DDR erlassenen Dienstanweisungen und Befehle eine verbindliche Arbeitsgrundlage darstellten.





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#171

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 19:05
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Merkur
[quote="Pommer"]Von wem war denn dieses "Organ" legitimiert, doch nicht vom Volk durch freie Wahlen!



Bekanntlich wurde das Gesetz zur Bildung des MfS als Gesetzesentwurf in die 10. Sitzung der Provisorischen Volkskammer (in der nicht nur Mitglieder der SED saßen) eingebracht.
Gem. Sitzungsprotokoll der Volkskammer vom 08.02.1950 wurde das Gesetz über die Bildung des MfS einstimmig angenommen.
Selbst das BVerfG stellte 1995 fest:
"Die Angehörigen der Geheimdienste der DDR hatten - wie die Geheimdienste aller Staaten der Welt - eine nach dem Recht ihres Staates erlaubte und von ihm sogar verlangte Tätigkeit ausgeübt."
Der BGH legte sich 1998 fest: "Zu den Staatsorganen der ehem. DDR, deren konkrete Aufgaben und Kompetenzen in der Verfassung, in spezifischen Rechtsvorschriften geregelt waren, gehörten nach der Rechtslehre der DDR vor allem die Volkskammer und die örtlichen Volksvertretungen, der Staatsrat, der Nationale Verteidigungsrat, der Ministerrat und die bei ihm bestehenden Ministerien (also auch das MfS) sowie weitere zentrale Staatsorgane, jeweils mit nachgeordneten Organen, die örtlichen Räte und deren Fachorgane, die Gerichte und übrigen Justizorgane und schließlich die Nationale Volksarmee und die weiteren staatlichen Sicherheitsorgane."
Die Angehörigen des MfS nahmen die Aufgaben eines staatlichen Organs wahr. Weiterhin verwies der BGH auf den § 1 Abs. 1 des Statuts des MfS vom 30.07.1969. Im genannten Paragraphen wurde das MfS ausdrücklich als ein Organ des Ministerrats benannt. Es hatte als Sicherheits- und Rechtspflegeorgan die staatliche Sicherheit und den Schutz der DDR zu gewährleisten.
Im Jahre 1993 hatte der BGH festgestellt, dass die Aufgaben des MfS in Statuten geregelt waren und dass das MfS seine Aufgaben mit Wissen und Billigung der Staatsführung der DDR realisierte und dass die Statuten des MfS und die im MfS als Organ des Ministerrates der DDR erlassenen Dienstanweisungen und Befehle eine verbindliche Arbeitsgrundlage darstellten.

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Merkur, daß Du Dich als Legimtation auf die Volkskammer berufst und das mit dem Hinweis, daß nicht nur SED-Mitglieder in ihr waren, ist typisch und wenn es nicht so traurig wäre, könnte man an die Propaganda erinnert werden, die einige Jahre vorher in Deutschland gang und gebe war. Du weißt ganz genau, wer im Palast der Republik das Sagen hatte und da nur reinkam wer mit der führende Rolle der SED konform ging. Komm jetzt nicht mit den Blockflöten-Abgeordneten, die hatten auch nur Alibi-Funktion und eine parlamentarische Opposition hatte es nie gegeben, schon alleine durch die ins Gesetz geschriebene "Führende Rolle der SED" war diese ausgeschlossen. Die SED hatte in der Volkskammer auch über andere Abgeordnete die Mehrheit, waren doch viele Mitglieder anderer Fraktionen, wie Kulturbund, Demokratischer Frauenbund, Bauernpartei ect. SED-Parteimitglieder!! Und die FDJ, in der Mehrheit alles schon Kandidaten der Partei! Es ist schon schlimm was Du hier so ablassen tust. Wenn so die Wahrheit über die DDR aussehen soll, dann ist sie bei Euch Ehemaligen wahrlich nicht in den besten Händen.
Schönen Gruß aus Kassel


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#172

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 19:19
von karl143 (gelöscht)
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@Feliks,
mir ist der Begriff einer Straftat sehr wohl bekannt. Es geht auch nicht darum, ob eine IM-Tätigkeit den Tatbestand einer Straftat erfüllt oder nicht.Es ging mir in dem Vergleich darum, klarzustellen, das ein Denken wie Merkur es an den Tag legt, wider gegen die Vernunft ist. Wenn er fragt, warum ehamlige IM überhaupt lügen müssen, so frage ich mich dann, in welcher Welt er überhaupt lebt. Mit meinem Beispiel wollte ich nur aufzeigen, daß die Gesellschaft doch keinen IM zwingt zu lügen. Es ist wie hier schon so oft passiert, aus dem Täter wird das Opfer. Du verlangst doch wohl nicht im Ernst, das ich mit einem eheamligen IM Mitleid habe. Warum auch. Auch mit einem Spitzel der Nazis hätte ich kein Mitleid. Das ist eine Kategorie. Da mache ich nun wirklich keinen Unterschied. Und wenn die das nach dem Kriege vergessen hatten, was sie mal gemacht haben, ist das für mich logischerweise auch genauso schlimm.


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#173

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 20:32
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von karl143

Mit meinem Beispiel wollte ich nur aufzeigen, daß die Gesellschaft doch keinen IM zwingt zu lügen.



Da gebe ich Dir Recht @karl143, niemand wird gezwungen zu lügen. Allerdings ist es doch so, dass mit einem Eingeständnis das automatische aus kommt. Na ja, wer die Wahl hat, hat die Qual...
Es sind doch auch schon aufstrebende Ost-Karrieren für viel weniger unsanft beendet worden. Ich erinnere an den ehemaligen Geschäftsführer der Olympia-Bewerbungs-GmbH Leipig, Dirk Thärichen. Thärichen war 1989 als 18-jähriger für fünf Monate Wachsoldat des MfS. Er hat bestimmt großes Unrecht begangen, dass ihn untragbar machte. Oder ?



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#174

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 20:40
von Sauerländer (gelöscht)
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Groß geschade hat das Dirk Thärichen aber nicht:
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Dirk Thärichen neuer MDR-Kommunikationschef

29. Juni 2009 • Autor: owy • Kategorie: Mediennews

Jetzt ist es offiziell: Nachdem es vergangene Woche schon als Gerücht durch den Blätterwald rauschte, hat der MDR heute die offizielle Pressemitteilung verschickt: Dirk Thärichen, 39, wird neuer MDR-Kommunikationschef.

Er tritt die Stelle als Unternehmenssprecher und Chef der Hauptabteilung Kommunikation des MDR am 1. September an. Bis dahin leitet Birthe Gogarten, Leiterin Presse/PR, die Geschäfte der Hauptabteilung kommissarisch. Thärichen folgt auf Stefan Anton Mugrauer, der nach zweieinhalb Jahren nun zunächst in die Elternzeit geht und anschließend wieder redaktionell arbeiten will (LVZ: “MDR bekommt neuen Unternehmenssprecher“).

Zum Werdegang von Thärichen heißt es in der Mitteilung:

“Dirk Thärichen (39), Diplomkaufmann, leitet seit Januar 2007 das Leipziger Büro der Telepool - der Rechteverwertungsfirma von MDR, BR, SWR und Schweizer Fernsehen mit Hauptsitz in München. Unter seiner Leitung ist Telepool Leipzig für alle Verwertungsaktivitäten des MDR, z.B. die Herausgabe von DVDs, CDs, Büchern und Merchandising sowie für den Ankauf von Fernsehprogrammen für den MDR verantwortlich.

Vorher war Dirk Thärichen Geschäftsführer der Leipziger Bewerbungs-GmbH für Olympia 2012 sowie Direktor des FIFA Fan Festes zur Fußball-WM 2006 in Leipzig und hatte weitere verantwortungsvolle Positionen bei hochkarätigen Sport-Veranstaltungen.”

Bei Rundfunkrat Heiko Hilker gibt es eine Einschätzung zu den Hintergründen vom Murgauers Abgang (”MDR-Pressearbeit: Erwachen in der KOMA?“); lesenwert ist sicherlich auch der erste Google-Treffer zum Namen Dirk Thärichen, ein Kommentar im Tagesspiegel von Richard Schröder vom Oktober 2003 zur Debatte um Thärichens Posten als Olympia-Manager. Titel: “Ein Stasi-Opfer für den schönen Schein“.


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#175

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 20:42
von Augenzeuge (gelöscht)
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Dirk Thärichen ist heute Kommunikationschef des MDR! Super Karriere, merkur. Also, hier ist nichts unsanft beendet worden.

Gruß, AZ


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#176

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 20:42
von Sauerländer (gelöscht)
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Ein Stasi-Opfer für den schönen Schein
Hat Olympia-Manager Dirk Thärichen etwas verbrochen, das seinen Rücktritt rechtfertigt? / Von Richard Schröder

Dirk Thärichen, dem Geschäftsführer der OlympiaBewerbungs-GmbH Leipzig, werden Stasi-Verwicklungen vorgeworfen. Hat er Freunden hinterhergeschnüffelt und Spitzelberichte geschrieben? Nein, denn er war kein IM, er hat auch keine Verpflichtungserklärung unterschrieben. Er war hauptamtlicher Mitarbeiter. Hat er also als Führungsoffizier Spitzeltätigkeit organisiert? Auch das nicht. Er hat seinen Wehrdienst im „Wachregiment Felix Dzierzynski“ abgeleistet, das die Partei- und Regierungsgebäude in Berlin zu bewachen hatte und besonders regimetreu war. Seine Soldaten unterstanden nicht dem Verteidigungsministerium, sondern dem Ministerium für Staatssicherheit. Und deshalb waren diese Soldaten hauptamtliche Mitarbeiter des MfS für die Dauer ihres Wehrdienstes, zweifellos die seltsamste Art von Hauptamtlichen.

Die Stasi hat unter diesen Wehrpflichtigen auch IMs angeworben, die nach Ende des Wehrdienstes IMs blieben, aber davon ist im Fall Thärichen nichts bekannt.

Wie wurde man Mitglied des Wachregiments? Bewerben konnte man sich nicht. Die Initiative ging immer von der Stasi aus, weil sie Unterwanderung befürchtete, wenn sich jemand anbot. Es hat also vermutlich jemand Thärichen gefragt, ob er dazu bereit sei. Man konnte das wohl ohne schwerwiegende Folgen auch ablehnen. Das wird aber kaum vorgekommen sein, denn die Stasi wusste schon, wen sie fragte. Thärichen stammte aus einer SED-orientierten Familie. Er erhoffte sich den gewünschten Studienplatz, wenn er sich zum verlängerten Wehrdienst beim Wachregiment verpflichtet. In der DDR waren Studienplätze knapp, weil ein weit geringerer Prozentsatz zur Oberschule und zum Studium zugelassen wurde als im Westen. Viele haben sich deshalb für drei Jahre verpflichtet.

Im Sommer 1989 also verpflichtete sich Dirk Thärichen, damals um die 18 Jahre alt, zu drei Jahren Wehrdienst im Wachregiment, aber nach fünf Monaten war Schluss. Januar 1990 wurde es aufgelöst.

Man kann das so zusammenfassen: Er wurde freiwillig hauptamtlicher Mitarbeiter der Stasi. Das ist aber eine irreführende Richtigkeit, oder: das ist richtig, aber nicht wahr, weil es ganz falsche Assoziationen erweckt.

Mitgliedschaft im Wachregiment ist bisher nicht als Hinderungsgrund für eine Einstellung im öffentlichen Dienst bewertet worden. Denn diese Überprüfungen sind Eignungsprüfungen. Wer andere bespitzelt hat, hat damit einen Vertrauensbruch begangen, er kann erpressbar sein und in falschen Loyalitäten befangen. Deshalb ist er für den öffentlichen Dienst oder für ein Mandat nicht geeignet. Solcher Vertrauensbruch ist Dirk Thärichen nicht vorgeworfen worden.

Aber war nicht eine besondere Systemnähe Voraussetzung fürs Wachregiment? Als er sich verpflichtete, war doch schon deutlich, dass die SED-Herrschaft wackelt und die Zahl der Ausreisewilligen explodiert. Er hat sich damit gegen die Opposition gestellt und seine Bereitschaft erklärt, dieses System zu retten. Vorsicht! Wir wissen nicht, was er damals von Ausreisewilligen und Opposition gehalten hat. Er hat vielleicht – als 18-Jähriger – noch halb geglaubt, was die Zeitungen, die Lehrer und vielleicht auch seine Eltern dazu gesagt haben.

Von mir aus gesehen stand er damals auf der anderen Seite der Barrikade, aber was ging in ihm vor, als die Mauer aufging, das Politbüro zurücktrat und die Zeit der Enthüllungen begann? Wir wissen es nicht. Müssen wir es überhaupt wissen? Da sieht man, wohin wir kommen, wenn wir die Kriterien der Stasiüberprüfungen verschärfen. Wir kommen ins Inquisitorische. Beweise uns deine Bekehrung, sonst bist du uns weiter ein Ketzer.

Und wir leisten der Stasi-Aufarbeitung einen Bärendienst. Wenn die Mitgliedschaft Jugendlicher im Wachregiment diese auch 13 Jahre später noch diskreditiert, wenn das schon unerträgliche Systemnähe beweist, dann werden alle Katzen grau. Dann können sich die Großen hinter den Kleinen verstecken, die Irreführer hinter den Irregeführten. Wir führen endlose Debatten über Nebensächlichkeiten und reiten das Thema kaputt.

Nun ist Dirk Thärichen nicht im öffentlichen Dienst, sondern in der Olympia-GmbH beschäftigt. Das Thema Stasi, Sport und Doping ist eines der harten, brutalen Themen. Wie da junge Menschen gesundheitlich ruiniert worden sind, um der DDR Medaillen und internationale Anerkennung zu verschaffen, das gehört zu den Kapiteln, die man nicht damit entschuldigen kann, dass die Verantwortlichen der guten Sache des Sozialismus dienen wollten. Die Olympischen Spiele in Leipzig sollen auch eine Absage an jenen Ungeist der Menschenopfer sein.

Da ist es allerdings sehr misslich, dass sich nun doch das Stasi-Thema mit Leipzig und Olympia vermischt. Mehr Umsicht hätte das vermeiden müssen und rechtzeitig auch ohne Verletzungen vermeiden können. Aber jetzt Dirk Thärichen zum Rücktritt drängen, das wäre doch auch eine Art von Opportunismus: Schuldig gemacht hast du dich nicht und mit Doping hast du auch nichts zu tun, aber damit nicht einmal die Böswilligen Olympia in Leipzig mit der Stasi in Verbindung bringen können, geh mal lieber. Die Böswilligen und Maßlosen finden immer ein Haar in der Suppe. Von denen sollten wir uns nicht unsere Maßstäbe vorgeben lassen.

Der Autor lehrt Theologie an der Humboldt-Universität. Er war Vorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion in der freigewählten Volkskammer. Foto: dpa


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#177

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 20:54
von Sauerländer (gelöscht)
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Die Diskussion läuft ein wenig am Thema vorbei:

Wenn mein Metzger IM gewesen wäre, würde ich bei ihm trotzdem Leberwurst kaufen.
Wenn mein Busfahrer IM gewesen wäre, hatte ich trotzdem eine Dauerkarte.

Wenn mein Landrat und von mir gewählter Kandidat IM gewesen wäre, er dies trotz Aufforderung immer verschwieg, das mit Hilfe eines Anwalts dementierte, dann seine Verpflichtungserklärung auftauchen würde, er sich angeblich nicht erinnern kann.....dann könnte ich ihm nicht mehr glauben.


"Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht".


Warum sind so viele aus der Führungsetage der Partei "Die Linken" in Brandenburg mit dem Vorwurf "Stasi" behaftet ?
War der Prozentsatz in der Bevölkerung so hoch ?
Oder drängen gerade ehemalige "Stasi" in die Partei ?

Warum drängt sich daher das komische Gefühl im Bauch auf, daß mit der Partei was nicht stimmt?

Bevor nun wieder eine Diskussion losbricht: Das ist ein subjektives Gefühl, aber.....warum wird so wenig über eine Stasi-Vergangenheit von CDU, SPD, FDP-Mitgliedern bekannt ? Können die sich besser tarnen oder ist der Prozentsatz dort niedriger?

Fazit: Es geht nicht darum, wozu sich jemand vor über 20 Jahren entschlossen hat, weil er sich damals gesagt hat "das ist legal".

Es geht darum, daß er dies heute verschweigt, trotz Aufforderung, und unbedingt Politiker werden will und über andere Menschen bestimmen. Das ist illegal.

Was ist der Grund ? Machtgeilheit ?


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#178

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 20:56
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von Augenzeuge
Dirk Thärichen ist heute Kommunikationschef des MDR! Super Karriere, merkur. Also, hier ist nichts unsanft beendet worden.

Gruß, AZ


Der MDR hat da ja so seine eigenen Erfahrungen. Namen gefällig:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,121135,00.html
Da fällt einer mehr oder weniger nicht mehr auf.


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#179

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 21:15
von Augenzeuge (gelöscht)
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Ja Karl, wie es scheint bestätigt der MDR seine eigenen Berichte.

Beispiel 1: Sachsen-Anhalt hat nach der Überprüfung seiner Bediensteten in den 90er-Jahren etwa zwei Drittel der enttarnten früheren Stasi-Mitarbeiter weiterbeschäftigt.

Beispiel2: Innenminister Holger Hövelmann gab bekannt, dass bei der Polizei zwischen 1991 und 1996 rund 12.500 Beschäftigte überprüft worden seien. In 2.515 Fällen habe es Hinweise auf eine Zusammenarbeit mit dem DDR-Ministerium für Staatssicherheit gegeben. Laut Hövelmann wurde 793 Beschäftigte gekündigt oder sie seien von sich aus gegangen. 1.722 durften weitermachen. Kündigungen wurden ausgesprochen, wenn die Betroffenen Zuwendungen vom MfS bekommen hatten oder sie personenbezogene Berichte für die Stasi geschrieben hatten.

Resümee des Landesbeauftragten der BSTU: "Es ist leider so, dass wir mit dieser Normalität leben müssen."

Mein Resümee: Die unsanft beendeten Karrieren scheinen hier gering zu sein.


Quellen: MDR, 07/2009


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#180

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 21:35
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Dirk Thärichen ist heute Kommunikationschef des MDR! Super Karriere, merkur. Also, hier ist nichts unsanft beendet worden.

Gruß, AZ



Es geht doch nicht darum, was er heute ist. Vor ein paar Jahren ist er geflogen, weil er mal als 18-jähriger fünf Monate lang Wachsoldat war. Willst Du diesen Fakt bestreiten ?



zuletzt bearbeitet 24.11.2009 21:35 | nach oben springen



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