#41

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 15:14
von Sauerländer (gelöscht)
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Zitat von Danny_1000


1.) In Brandenburg wählte nahezu jeder Dritte DIE LINKE und das, obwohl die Vergangenheit der Spitzenkandidatin hinreichend bekannt war.

2.) Frau Kaiser geht mit der dunklen Seite ihrer Biographie ehrlich um und suchte das Gespräch mit den durch sie Bespitzelten. Bis jetzt gibt’s da niemand, der Frau Kaiser im Nachhinein ernsthaft belastete. Selbst die von dir zitierte „BLÖD“- Zeitung konnte offensichtlich nach dem 300- Seiten Aktenstudium niemanden ausfindig machen.

3.) Darüber hinaus gefällt mir an der ganzen Stasidiskussion die weit verbreitete „Aktengläubigkeit“ nicht. Das sind widerrechtlich angelegte Akten einer Geheimpolizei. Diese heute als „Heiligtum“ und Quelle aller Wahrheiten über Menschen, welche sich mit diesem Geheimdienst in sehr jungen Jahren eingelassen haben anzunehmen, halte ich in einem Rechtsstaat für absurd.

4.) All das können Schreiberlinge – die meisten kommen aus dem Westen unseres Landes – beklagen, ja sogar in Brandenburg die „kleine DDR“ wieder entdecken. Letzteres ist natürlich völliger Unsinn und beweist nur, dass diese Meinungsmacher selbst nach 20 Jahren nicht kapiert haben, wie eine große Zahl von Menschen im Osten wirklich tickt.

Einen netten Gruß
Daniel




Hallo Daniel,
netten Gruß zurück.

Ich habe oben die Sätze nummeriert um hier darauf einzugehen:

1.) Irgendwo habe ich geschrieben, daß ich das nicht verstehe und bitte, mir das zu erklären.
Ich sehe einerseits den Marsch der 70.000 in Leipzig 1989 und auf der anderen Seite die Wahlergebnisse 2009.
Aus welchem Grund wählt man die Linke statt SPD, CDU oder Grüne, die ja nun auch schon seit 20 Jahren im Land sind und sich um die Bürger bemühen ? Gibt es im Wahlprogramm der Linken besondere Ziele oder Versprechungen? Bitte klär mich auf.

2.) Zu dem ehrlichen Umgang siehe Zeitungsartikel der Welt.
Trotz langem googlen konnte ich keinen Artikel finden, in dem beschrieben wird, wie sie mit den damaligen Opfern Kontakt aufgenommen hat. (Wenn das so ist, ist dies ja eine Entlastung für sie, aber wo steht das?)
Irgendwo oben wird geschrieben, daß sie sich bei diesen mit keinem Wort entschuldigt hat. (Konnte ich genausowenig finden, bitte mir den link schicken wenn Du etwas findest oder direkt hier einstellen).

Wenn ich das richtig gelesen habe (wimre,ich weiß jetzt was das heißt) war der Name ihres Ex-Verlobten in den Akten geschwärzt, somit kann man nicht weiter nachforschen. Vielleicht meldet sich der ja mal aufgrund der jetzigen Berichterstattung.
Ich nehme an daß die Schwärzungen aufgrund Datenschutz geschehen sind ? Ich weiß ja auch nicht wer geschwärzt hat.

Die Frage ist auch, ob die damals Bespitzelten sich heute melden würden: Wenn Du ein Betroffener wärst: würdest Du Dich mit der Spitzenpolitikerin (Spitze jetzt nicht im Sinne von "gut") in Deinem Bundesland anlegen ? Was würde Dir das bringen ?
Vielleicht handelt man sich in seinem Umfeld damit sogar Ärger ein, nach dem Motto: "Was soll das ? Warum wirfst Du hier mit alten Sachen um Dich?".

Was ist z. B., wenn Du in einem kleinen Ort wohnst und viele von Deinen Bekannten in der Partei der Linken sind ? Würdest Du dann noch vor die Presse treten und sagen, "ich war das mit den dreckigen Jeans und ich hatte auch die sexuellen Bedürfnisse..." ?


3.) "Das sind widerrechtlich angelegte Akten einer Geheimpolizei." Soso, wenn das widerrechtlich angelegte Akten sind, wie bezeichnest Du dann die Informanten, die dazu beigetragen haben ?

"Diese heute als „Heiligtum“ und Quelle aller Wahrheiten über Menschen..."
Also, wenn in der Akte "wichtige Erkenntnisse" beschrieben worden wären, könnte man behaupten, da hätte die Stasi aber ganz schön was aufgebauscht. Der Stasi-Mitarbeiter wollte die Quelle als wichtiger darstellen als sie wirklich war um sich Lorbeeren (oder Goldähren mit Brillanten) zu verdienen.

Im vorliegenden Fall ist dies aber genau umgekehrt: Die Quelle IM Katrin schien so unwichtig zu sein, daß sie abgeschaltet werden sollte. Aus welchem Grund hätte der Stasi-Mitarbeiter die Erkenntnisse wahrheitswidrig herunterspielen sollen ?

Ich nehme schon an, daß die Akten korrekt geführt wurden und die Gespräche exakt wiedergegeben wurden.
Genaueres kann uns aber nur jemand sagen, der diese Akten angelegt hat, und dann kann er wahrscheinlich auch nur für sich sprechen.

Auch in diesem Bereich gab es sicher "sonne und sonne" Beamten. Der eine war genau, der andere handhabte es eher locker ? Ich weiß nicht ob es so war und würde mir weitere Informationen darüber wünschen.

"Diese heute als „Heiligtum“ und Quelle aller Wahrheiten über Menschen,..-..anzunehmen, halte ich in einem Rechtsstaat für absurd."

Das kann ich nicht momentan nachvollziehen: Der heutige Rechtsstaat? soll absurderweise nicht annehmen, dass die Akten richtig sind?

Wenn die Protokolle/Treffberichte etc. nicht als Fakten gelten sollen, was soll man dann zur Beurteilung heranziehen ?
Bitte klär mich auf.


4.) Ich müßte jetzt oben noch mal nachlesen, von wem der Begriff "kleine DDR" stammmt, aber ich meine, dies wäre nicht ein westlicher Journalist gewesen.
Wenn dies, wie Du oben schreibst "völliger Unsinn" ist, dann hilf mir bitte bei meiner Meinungsbildung weiter und beschreibe mir, wie die Menschen im Osten ticken. (Notfalls auch dadurch, das Du beschreibst, wer im Osten nicht richtig tickt)




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#42

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 15:34
von Sauerländer (gelöscht)
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Zitat von Sonny


1.) Eben NICHT --- deswegen bin ich ja so zurückhaltend, wenn es um die Vorwürfe gegen Kerstin Kaiser geht. Ich war niemals in der Situation, von der Stasi angworben zu werden --- somit kann ich nicht sagen, wie ich mich da verhalten hätte.

2.) Grundlage solcher Vorwürfe kann nur die Sach- und Aktenlage sein --- und die belastet Frau Kaiser bisher nicht nennenswert.

3.) Sagen wir es so: Jemand hat etwas auf dem Kerbholz, wenn er anderen Menschen geschadet hat --- was Frau Kaiser ja offenkundig NICHT getan hat.

4.) Stasi-Akten sind, wie Danny schon schrieb, mit einer gewissen Vorsicht zu genießen --- nicht alles, was dort steht, entspricht den Tatsachen, noch wurde alles von den Informanten auch genau so abgeliefert.

5.) Die Vorwürfe gegen Frau Kaiser sind ja nun auch alles andere als neu, sondern spielten bereits bei der Bundestagswahl 1994 (also vor 15 Jahren) eine Rolle. Seitdem ist wenig Neues in dieser Sache aufgetaucht, und insgesamt bewertet man das Stasi-Thema heute auch gelassener als damals, wenige Jahre nach der Wende --- insofern kann ich die jetzige Kampagne nicht so ganz nachvollziehen, sondern halte sie für überwiegend politisch motiviert.

6.) Absolut objektiv wird man niemals sein können, aber man sollte sich darum bemühen --- ich denke schon, daß ich das tue.




1.) Als Student in Göttingen hast Du auch wenig Gelegenheit dazu gehabt.

2.) Hast Du da etwas überlesen ? Sie konnte sogar Ämter deswegen nicht antreten!

3.) Wie bitte ? "offenkundig"? "NICHT??" Bin ich hier im falschen Film ?
Dies ist dokumentiert.
Wie kannst Du beurteilen, daß sie anderen nicht geschadet hat ? Hast Du mit allen Opfern gesprochen ????

4.) Woher stammen Deine Kenntnisse darüber, wo steht das belegt und nicht als bloße Annahme von jemandem ?

5.) Daß die Vorwürfe nicht neu sind, macht sie ja auch nicht ungeschehen.
Stell Dir doch mal als Gegenbeispiel die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit vor: "Der hat früher das und das gemacht, aber das
ist ja nicht neu". Deinen Aufschrei (und den von vielen Opferverbänden etc.) möchte ich hören, wenn das heute jemand über einen
SS-Mann o. ä. sagen würde.

"und insgesamt bewertet man das Stasi-Thema heute auch gelassener als damals, wenige Jahre nach der Wende"
Wer bitte ist "man" ?
Dass in dem Thema immer noch Bewegung und Unruhe ist, siehst Du doch auch in diesem Forum, und ist dies auch politisch motiviert ?
Bewirbt sich hier jemand um das Amt des Forenpräsidenten ?

Tut mir leid, aber manche Deiner Bemerkungen halte ich für hingeworfen, negierend und verharmlosend.

6.) Genau das bezweifle ich.


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#43

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 15:56
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Sauerländer
Ich habe oben die Sätze nummeriert um hier darauf einzugehen:



Das finde ich nicht so gut --- Zitate sollte man nicht verändern.

In Antwort auf:
Irgendwo habe ich geschrieben, daß ich das nicht verstehe und bitte, mir das zu erklären.
Ich sehe einerseits den Marsch der 70.000 in Leipzig 1989 und auf der anderen Seite die Wahlergebnisse 2009.
Aus welchem Grund wählt man die Linke statt SPD, CDU oder Grüne, die ja nun auch schon seit 20 Jahren im Land sind und sich um die Bürger bemühen ?



Das wird immer so sein, daß man mit diesem oder jenem Wahlergebnis nicht glücklich ist, die Entscheidung der Wähler nicht nachvollziehen kann.

Wenn es um die Ergebnisse der Linken geht, so zeigen diese z.B., daß die Strategie, diese Partei und damit gleich alles, was irgendwie mit der DDR zusammenhängt, gnadenlos zu verteufeln, zumindest in Ostdeutschland weitgehend gescheitert ist.

In Antwort auf:
Zu dem ehrlichen Umgang siehe Zeitungsartikel der Welt.
Trotz langem googlen konnte ich keinen Artikel finden, in dem beschrieben wird, wie sie mit den damaligen Opfern Kontakt aufgenommen hat. (Wenn das so ist, ist dies ja eine Entlastung für sie, aber wo steht das?)
Irgendwo oben wird geschrieben, daß sie sich bei diesen mit keinem Wort entschuldigt hat. (Konnte ich genausowenig finden, bitte mir den link schicken wenn Du etwas findest oder direkt hier einstellen).

Wenn ich das richtig gelesen habe (wimre,ich weiß jetzt was das heißt) war der Name ihres Ex-Verlobten in den Akten geschwärzt, somit kann man nicht weiter nachforschen. Vielleicht meldet sich der ja mal aufgrund der jetzigen Berichterstattung.
Ich nehme an daß die Schwärzungen aufgrund Datenschutz geschehen sind ? Ich weiß ja auch nicht wer geschwärzt hat.

Die Frage ist auch, ob die damals Bespitzelten sich heute melden würden: Wenn Du ein Betroffener wärst: würdest Du Dich mit der Spitzenpolitikerin (Spitze jetzt nicht im Sinne von "gut") in Deinem Bundesland anlegen ? Was würde Dir das bringen ?
Vielleicht handelt man sich in seinem Umfeld damit sogar Ärger ein, nach dem Motto: "Was soll das ? Warum wirfst Du hier mit alten Sachen um Dich?".

Was ist z. B., wenn Du in einem kleinen Ort wohnst und viele von Deinen Bekannten in der Partei der Linken sind ? Würdest Du dann noch vor die Presse treten und sagen, "ich war das mit den dreckigen Jeans und ich hatte auch die sexuellen Bedürfnisse..." ?



Daß die "Welt" als Quelle für derartige Themen wenig hilfreich ist, habe ich ja weiter oben bereits angemerkt.

Es liegt ja auch in der Natur der Sache, daß heutige Gespräche zwischen Kerstin Kaiser und den bespitzelten Personen nicht an die große Glocke gehängt werden und somit auch nicht in sämtlichen Medien auftauchen --- hier ist statt dessen Diskretion und Vertraulichkeit angebracht. Oder würdest du zu so einem Gespräch Journalisten einladen? Wie du richtig vermutest, dürfte kaum jemand Interesse daran haben, in den Medien als derjenige "geoutet" zu werden bzgl. "sexueller Bedürfnisse" etc. (Aus diesem Grunde ja auch die Schwärzungen durch die Stasi-Unterlagenbehörde.)

In Antwort auf:
Der heutige Rechtsstaat? soll absurderweise nicht annehmen, dass die Akten richtig sind?



Diese Diskussion hatten wir ja vor ein paar Jahren bereits, als es um die Stasi-Akten des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl ging.

Hast du das damals verfolgt?


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#44

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 16:06
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von chucky
Aber ich habe da auch keine bedenken.Ich weis nicht wie du darüber denkst aber eins ist doch klar
wir waren doch nicht durchgehent bewachtoder




Einige scheinbar schon

Interessanter Weise meistens die die frühzeitig in den Westen übergesiedelt sind, oder auch schon immer da gelebt haben.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 24.10.2009 16:08 | nach oben springen

#45

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 16:13
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Sauerländer
Sie konnte sogar Ämter deswegen nicht antreten!



Was aber rein politische Gründe hatte.

In Antwort auf:
"offenkundig"? "NICHT??" Bin ich hier im falschen Film ? Dies ist dokumentiert. Wie kannst Du beurteilen, daß sie anderen nicht geschadet hat ?



Inwiefern soll sie anderen Menschen geschadet haben? Wo soll das dokumentiert sein?

In Antwort auf:
Woher stammen Deine Kenntnisse darüber, wo steht das belegt und nicht als bloße Annahme von jemandem ?



Es ist die Erfahrung aus fast zwanzig Jahren Aufarbeitung der Stasi-Akten, vornehmlich durch die Unterlagenbehörde --- das ist dann schon etwas mehr als eine "bloße Annahme".

Oder ziehst du die Kompetenz der dort Wirkenden in Zweifel?

In Antwort auf:
Daß die Vorwürfe nicht neu sind, macht sie ja auch nicht ungeschehen. Stell Dir doch mal als Gegenbeispiel die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit vor: "Der hat früher das und das gemacht, aber das ist ja nicht neu". Deinen Aufschrei (und den von vielen Opferverbänden etc.) möchte ich hören, wenn das heute jemand über einen SS-Mann o. ä. sagen würde.



Sicherlich macht das die Vorwürfe nicht ungeschehen. Aber wenn man dieselbe Diskussion vor 15 Jahren schon einmal hatte, dann kann man sich eine Neuauflage ersparen, wenn (wie in diesem Fall) nichts wesentlich Neues hinzugekommen ist.

Dasselbe gilt (bzw. galt) auch bei entsprechenden Fällen geringfügiger NS-Verstrickungen. In einem solchen Fall bemerkte der frühere österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky so treffend:

Immer, wenn etwas Gras über eine Sache gewachsen ist, kommt so ein Kamel daher und frißt es wieder weg.

In Antwort auf:
Wer bitte ist "man" ?



Viele Menschen, im Osten wie im Westen (z.B. der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck, der sich unlängst entsprechend äußerte).

In Antwort auf:
Dass in dem Thema immer noch Bewegung und Unruhe ist, siehst Du doch auch in diesem Forum, und ist dies auch politisch motiviert ?



Bei einigen ist es biographisch motiviert --- was (wie Danny schon schrieb) ja auch nachvollziehbar ist.

In Antwort auf:
Tut mir leid, aber manche Deiner Bemerkungen halte ich für hingeworfen, negierend und verharmlosend.



Das muß dir nicht leid tun --- ich kann damit leben


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#46

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 16:18
von Sauerländer (gelöscht)
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Zitat von Sonny

Zitat von Sauerländer
Ich habe oben die Sätze nummeriert um hier darauf einzugehen:



1.) Das finde ich nicht so gut --- Zitate sollte man nicht verändern.

In Antwort auf:
Irgendwo habe ich geschrieben, daß ich das nicht verstehe und bitte, mir das zu erklären.
Ich sehe einerseits den Marsch der 70.000 in Leipzig 1989 und auf der anderen Seite die Wahlergebnisse 2009.
Aus welchem Grund wählt man die Linke statt SPD, CDU oder Grüne, die ja nun auch schon seit 20 Jahren im Land sind und sich um die Bürger bemühen ?



Das wird immer so sein, daß man mit diesem oder jenem Wahlergebnis nicht glücklich ist, die Entscheidung der Wähler nicht nachvollziehen kann.

2.) Wenn es um die Ergebnisse der Linken geht, so zeigen diese z.B., daß die Strategie, diese Partei und damit gleich alles, was irgendwie mit der DDR zusammenhängt, gnadenlos zu verteufeln, zumindest in Ostdeutschland weitgehend gescheitert ist.

In Antwort auf:
Zu dem ehrlichen Umgang siehe Zeitungsartikel der Welt.
Trotz langem googlen konnte ich keinen Artikel finden, in dem beschrieben wird, wie sie mit den damaligen Opfern Kontakt aufgenommen hat. (Wenn das so ist, ist dies ja eine Entlastung für sie, aber wo steht das?)
Irgendwo oben wird geschrieben, daß sie sich bei diesen mit keinem Wort entschuldigt hat. (Konnte ich genausowenig finden, bitte mir den link schicken wenn Du etwas findest oder direkt hier einstellen).

Wenn ich das richtig gelesen habe (wimre,ich weiß jetzt was das heißt) war der Name ihres Ex-Verlobten in den Akten geschwärzt, somit kann man nicht weiter nachforschen. Vielleicht meldet sich der ja mal aufgrund der jetzigen Berichterstattung.
Ich nehme an daß die Schwärzungen aufgrund Datenschutz geschehen sind ? Ich weiß ja auch nicht wer geschwärzt hat.

Die Frage ist auch, ob die damals Bespitzelten sich heute melden würden: Wenn Du ein Betroffener wärst: würdest Du Dich mit der Spitzenpolitikerin (Spitze jetzt nicht im Sinne von "gut") in Deinem Bundesland anlegen ? Was würde Dir das bringen ?
Vielleicht handelt man sich in seinem Umfeld damit sogar Ärger ein, nach dem Motto: "Was soll das ? Warum wirfst Du hier mit alten Sachen um Dich?".

Was ist z. B., wenn Du in einem kleinen Ort wohnst und viele von Deinen Bekannten in der Partei der Linken sind ? Würdest Du dann noch vor die Presse treten und sagen, "ich war das mit den dreckigen Jeans und ich hatte auch die sexuellen Bedürfnisse..." ?



3.) Daß die "Welt" als Quelle für derartige Themen wenig hilfreich ist, habe ich ja weiter oben bereits angemerkt.

4.) Es liegt ja auch in der Natur der Sache, daß heutige Gespräche zwischen Kerstin Kaiser und den bespitzelten Personen nicht an die große Glocke gehängt werden und somit auch nicht in sämtlichen Medien auftauchen --- hier ist statt dessen Diskretion und Vertraulichkeit angebracht. Oder würdest du zu so einem Gespräch Journalisten einladen? Wie du richtig vermutest, dürfte kaum jemand Interesse daran haben, in den Medien als derjenige "geoutet" zu werden bzgl. "sexueller Bedürfnisse" etc. (Aus diesem Grunde ja auch die Schwärzungen durch die Stasi-Unterlagenbehörde.)

In Antwort auf:
Der heutige Rechtsstaat? soll absurderweise nicht annehmen, dass die Akten richtig sind?



5.) Diese Diskussion hatten wir ja vor ein paar Jahren bereits, als es um die Stasi-Akten des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl ging.
Hast du das damals verfolgt?




Hallo Sonny!

1.) Ich habe die Zitate mit keinem Wort verändert, nur eine Nummer davor gesetzt, damit Du sehen kannst auf welchen Satz ich mich beziehe.

2.) Um das Verteufeln ging es mir nicht, ich suche die Information (da ich das Parteiprogramm nicht gelesen habe) welche Vorzüge die Wähler im Programm der Linken gesehen haben.

3.) An die Welt erinnere ich mich nicht, wimre meintest Du die "Bild".

4.) "somit auch nicht in sämtlichen Medien auftauchen"
Ich habe NICHT EINE Meldung in Medien finden können.
Gibt es dafür einen Beweis außer der Aussage der Frau Kaiser selber ?

5.) Habe ich verfolgt, weiß aber heute nicht mehr genau was da war. Zu welchem Schluß ist man denn da gekommen ? Stimmten die Akten des
MfS nicht und man hat Kohl Unrecht darin getan ? Sagt wer ? Bitte links dazu, damit ich mich wieder einlesen kann.





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#47

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 16:47
von Sauerländer (gelöscht)
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Zitat von Sonny

Zitat von Sauerländer
Sie konnte sogar Ämter deswegen nicht antreten!



1.) Was aber rein politische Gründe hatte.

In Antwort auf:
"offenkundig"? "NICHT??" Bin ich hier im falschen Film ? Dies ist dokumentiert. Wie kannst Du beurteilen, daß sie anderen nicht geschadet hat ?



2.) Inwiefern soll sie anderen Menschen geschadet haben? Wo soll das dokumentiert sein?

In Antwort auf:
Woher stammen Deine Kenntnisse darüber, wo steht das belegt und nicht als bloße Annahme von jemandem ?



3.) Es ist die Erfahrung aus fast zwanzig Jahren Aufarbeitung der Stasi-Akten, vornehmlich durch die Unterlagenbehörde --- das ist dann schon etwas mehr als eine "bloße Annahme".

Oder ziehst du die Kompetenz der dort Wirkenden in Zweifel?

In Antwort auf:
Daß die Vorwürfe nicht neu sind, macht sie ja auch nicht ungeschehen. Stell Dir doch mal als Gegenbeispiel die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit vor: "Der hat früher das und das gemacht, aber das ist ja nicht neu". Deinen Aufschrei (und den von vielen Opferverbänden etc.) möchte ich hören, wenn das heute jemand über einen SS-Mann o. ä. sagen würde.



4.) Sicherlich macht das die Vorwürfe nicht ungeschehen. Aber wenn man dieselbe Diskussion vor 15 Jahren schon einmal hatte, dann kann man sich eine Neuauflage ersparen, wenn (wie in diesem Fall) nichts wesentlich Neues hinzugekommen ist.

5.) Dasselbe gilt (bzw. galt) auch bei entsprechenden Fällen geringfügiger NS-Verstrickungen. In einem solchen Fall bemerkte der frühere österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky so treffend:

Immer, wenn etwas Gras über eine Sache gewachsen ist, kommt so ein Kamel daher und frißt es wieder weg.

In Antwort auf:
Wer bitte ist "man" ?



Viele Menschen, im Osten wie im Westen (z.B. der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck, der sich unlängst entsprechend äußerte).

In Antwort auf:
Dass in dem Thema immer noch Bewegung und Unruhe ist, siehst Du doch auch in diesem Forum, und ist dies auch politisch motiviert ?



Bei einigen ist es biographisch motiviert --- was (wie Danny schon schrieb) ja auch nachvollziehbar ist.

In Antwort auf:
Tut mir leid, aber manche Deiner Bemerkungen halte ich für hingeworfen, negierend und verharmlosend.



Das muß dir nicht leid tun --- ich kann damit leben




1.) Ja, weil die anderen Politiker in ihrer Partei sie dazu gedrängt haben (bitte oben nachlesen).

2.) Man beantwortet eine Frage nicht mit einer Gegenfrage. Stellst Du dich so oder meinst Du das wirklich ?

3.) Es ist also nicht Deiner Erfahrung. Wo steht die Erfahrung der Unterlagenbehörde, so wie Du behauptest ?
"Vornehmlich" ? Wer arbeitet die Akten noch auf ?

4.) Warum ? Das Thema ist doch jetzt aktuell. Du sagtst ja auch ich solle das über Kohl nachlesen.

5.) Meinst Du also, daß man über eine Vergangenheit als Nazi-Verbrecher Gras wachsen lassen sollte ?
Ist das wirklich Deine Meinung ?




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#48

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 16:52
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Sauerländer
Ich habe die Zitate mit keinem Wort verändert, nur eine Nummer davor gesetzt, damit Du sehen kannst auf welchen Satz ich mich beziehe.



Ist mir schon klar --- trotzdem finde ich es nicht so gut.

In Antwort auf:
ich suche die Information (da ich das Parteiprogramm nicht gelesen habe) welche Vorzüge die Wähler im Programm der Linken gesehen haben.



Das müßte man dann diejenigen Leute fragen, die die Linke tatsächlich gewählt haben.

Da sich hierzu nicht jeder öffentlich outen will (auch ich verrate grundsätzlich nicht, was ich wähle), muß man sich hierbei wohl auf die Analysen der Demoskopen stützen.

In Antwort auf:
An die Welt erinnere ich mich nicht, wimre meintest Du die "Bild".



Du hattest explizit von der "Welt" gesprochen. Aber wie auch immer --- "Welt" und "Bild" nehmen sich da nicht viel.

In Antwort auf:
Ich habe NICHT EINE Meldung in Medien finden können. Gibt es dafür einen Beweis außer der Aussage der Frau Kaiser selber ?



Möglicherweise gibt es dazu auch keine einzige Medienmeldung --- was, wie ich bereits schrieb, in der Natur der Sache begründet liegt.

In Antwort auf:
Habe ich verfolgt, weiß aber heute nicht mehr genau was da war. Zu welchem Schluß ist man denn da gekommen ? Stimmten die Akten des MfS nicht und man hat Kohl Unrecht darin getan ? Sagt wer ? Bitte links dazu, damit ich mich wieder einlesen kann.



Sorry, da hatte ich mich ein wenig vertan: Bei der Diskussion um die Kohl-Akten ging es damals weniger um deren Glaubwürdigkeit, sondern um den Persönlichkeitsschutz des Stasi-Opfers (in jenem Fall also Kohl) --- das bringt uns hier also nicht viel weiter.

Ganz interessant aber folgender Eintrag auf der Wiki-Diskussionsseite, der einige Quellen (insbes. Springer-Blätter) ebenfalls in Frage stellt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:...A4t_von_Belegen


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#49

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 17:01
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Sauerländer
Ja, weil die anderen Politiker in ihrer Partei sie dazu gedrängt haben (bitte oben nachlesen).



Richtig --- eben rein politische Gründe.

In Antwort auf:
Man beantwortet eine Frage nicht mit einer Gegenfrage.



Ich habe auch keine Frage mit einer Gegenfrage beantwortet, sondern deine Behauptung, dies sei alles dokumentiert, in Frage gestellt --- und diese Frage steht nach wie vor im Raume.

In Antwort auf:
Wo steht die Erfahrung der Unterlagenbehörde, so wie Du behauptest ? "Vornehmlich" ? Wer arbeitet die Akten noch auf ?



Stellst du jetzt die Tätigkeit der Unterlagenbehörde in Frage, oder wie?

In Antwort auf:
Das Thema ist doch jetzt aktuell.



Weil es von bestimmten politischen und medialen Kreise wieder hochgespielt wird.

In Antwort auf:
Meinst Du also, daß man über eine Vergangenheit als Nazi-Verbrecher Gras wachsen lassen sollte ?



Es geht ja nicht um Verbrecher, sondern um gering belastete "Mitläufer" --- und das Zitat stammt von Kreisky, also einem Juden, der vor den Nazis ins Exil fliehen mußte.


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#50

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 17:14
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von chucky
Aber ich habe da auch keine bedenken.Ich weis nicht wie du darüber denkst aber eins ist doch klar
wir waren doch nicht durchgehent bewachtoder




Einige scheinbar schon

Interessanter Weise meistens die die frühzeitig in den Westen übergesiedelt sind, oder auch schon immer da gelebt haben.




Nee lieber Feliks,
auch wir haben sicher nicht so gedacht, war ja kaum möglich, stell Dir vor, hinter jedem steht einer, hinter dem wieder einer usw. Kannst das ja am 9.Nov. vor dem Brandenburger Tor sehen was dann passiert wäre ! Ich mein jetzt aber nicht die Menschenschlangen die vor HO und Konsum anstanden, da wurden sicher nur Witze darüber gemacht was es wieder mal nicht gab. Sicher stand da auch mal die eine oder andere Sicherheitsnadel in der Schlange und hat mitgelacht.
Gruß aus Berlin


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#51

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.10.2009 20:33
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

@ dein1945

Dann bin ich ja beruhigt, manchmal kommt es mir vor als ob ein anderer Eindruck vermittelt werden soll.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#52

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.10.2009 09:16
von Danny_1000 | 166 Beiträge

Hallo Sauerländer,

ich bin dir ja noch eine Antwort schuldig. Sonny war gestern schneller als ich. Viele deiner Fragen hat er eigentlich – ohne dass es abgesprochen war – erfreulicherweise in meinem Sinne beantwortet. Danke dafür !

Zitat von Sauerländer
4.) ........ hilf mir bitte bei meiner Meinungsbildung weiter und beschreibe mir, wie die Menschen im Osten ticken. (Notfalls auch dadurch, das Du beschreibst, wer im Osten nicht richtig tickt)


Erlaube mir hierzu einige Anmerkungen. Nun weiß auch ich natürlich nicht, wie DER GANZE OSTEN TICKT, sorry für meine oberflächliche Formulierung.

Zunächst: Unter den Hunderttausenden DDR- Bürger, die 1989 auf die Strasse gingen, befanden sich auch Tausende von SED- Mitgliedern. Auch die wollten damals Veränderungen. Ich zähle mich dazu.
Heute aber werden DDR, STASI, SED und das ganze DDR- Unrecht in einen Topf geschmissen und daraus wird dann der „Unrechtsstaat DDR“ gekocht. Das praktizieren ausnahmslose alle Parteien einschließlich der führenden Medien mehr oder weniger. Einzige Ausnahme ist DIE LINKE.

Lass mich das mit dem „Ticken vieler Menschen im Osten“ mal an diesem Beispiel festmachen. Und ich bediene mich hier einfach mal deiner Methode und lasse den DDR- Theologen und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer sprechen. Besser kann ich es sowieso nicht ! Und der bringt es für mich sehr treffend auf den Punkt:

Der Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer …… kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, die auf dem umstrittenen Begriff "Unrechtsstaat" besteht. Doch mit diesem Begriff werde man dem wirklichen Leben im untergegangenen "Staat der Arbeiter und Mauern" nicht gerecht, sagte Schorlemmer.

……. Es ärgere ihn, wenn Merkel auf das Aburteilen der DDR bestehe und auf jene Differenzierungen verzichte, die der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern Ernst Sellering (SPD) zu Recht einfordere. "Es gab in der DDR die rhetorische und im Grunde unsinnige Frage: Bist du für den Frieden, Ja oder Nein? Der Tanz um den Begriff Unrechtsstaat heute folgt diesem Muster", erklärte Schorlemmer. ………"
Es habe in der DDR "wahres Leben im falschen System, aufrechtes Leben inmitten gebückter Gehorsamkeit" gegeben. Es gab auch "große Kunst, Theater, Literatur, Malerei - und immer wieder Auf- und Ausbrüche aus der Enge. Das darf heute nicht ausgegrenzt werden, wie etwa in der Ausstellung im Gropiusbau in Berlin", kritisierte Schorlemmer.

Er bezeichnete die DDR als "ein von der SED verordnetes Paradies mit Austrittsverbot, einen totalen Versorgungsstaat mit einer Zielutopie, für die selbst Mittel Recht waren, die grobes Unrecht darstellten". Der selbst von der Stasi verfolgte Schorlemmer räumte ein, man muss das Unrecht, das es in der DDR gab, auch Unrecht nennen. Die Opfer der DDR-Repression brauchten Beachtung, Fürsorge und Entschädigung.

Über ehemalige Mitstreiter aus der DDR-Bürgerrechtsbewegung sagte Schorlemmer: "Ich ärgere mich furchtbar darüber, dass einstige Bürgerrechtler in der DDR bisweilen zu unerbittlichen Bürgerrächern geworden sind, die nur noch auf die untergegangene DDR starren, statt auch über heutiges Unrecht... zu reden."

Zitate: Ostseezeitung vom 12.05.2009


Mit der Sichtweise Schorlemmers auf die alte DDR können sich sehr viele DDR- Bürger identifizieren, mit dem Gequatsche: „Die DDR war ein Unrechtsstaat.. Punkt Basta“ wohl eher nicht.

Es geht also um die differenziertere Rückschau auf die DDR, um nicht mehr und um nicht weniger. Das ist natürlich mühevoller, als irgendwelche Kampfbegriffe in den Ring zu werfen und deren Unantastbarkeit zu verteidigen.

Vielleicht verdeutlicht dieses eine Beispiel (Ich könnte noch andere hier anführen…), was ich mit dem „Ticken…“ meine.

Einen netten Gruß nach NRW
Und einen schönen Sonntag
Daniel

Kleiner Nachtrag: Bitte keine neue Diskussion zum Thema „Unrechtsstaat DDR“. Die hatten wir schon.


Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Voltaire frz. Philosoph 1694 - 1778)
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#53

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.10.2009 11:02
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Danny_1000
Der Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer …… kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, die auf dem umstrittenen Begriff "Unrechtsstaat" besteht. Doch mit diesem Begriff werde man dem wirklichen Leben im untergegangenen "Staat der Arbeiter und Mauern" nicht gerecht, sagte Schorlemmer.



Über ehemalige Mitstreiter aus der DDR-Bürgerrechtsbewegung sagte Schorlemmer: "Ich ärgere mich furchtbar darüber, dass einstige Bürgerrechtler in der DDR bisweilen zu unerbittlichen Bürgerrächern geworden sind, die nur noch auf die untergegangene DDR starren, statt auch über heutiges Unrecht... zu reden."

Zitate: Ostseezeitung vom 12.05.2009







Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#54

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.10.2009 20:31
von Sonny (gelöscht)
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@ Danny

Ich war im Zweifel, ob ich die an dich gestellten Fragen beantworten sollte; ich wollte dir nicht vorgreifen --- aber schön, wenn ich dir da Arbeit erspart habe

Im Prinzip schließe ich mich der Sichtweise von Schorlemmer an, doch er spricht ja selbst von der DDR als "falschem System", in dem es staatliches Unrecht gab --- insofern ist der Begriff "Unrechtsstaat" schon gerechtfertigt, solange man konkret den Staat (und nicht die Menschen in der DDR) meint.


zuletzt bearbeitet 25.10.2009 20:34 | nach oben springen

#55

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.10.2009 20:55
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Danny_1000


Kleiner Nachtrag: Bitte keine neue Diskussion zum Thema „Unrechtsstaat DDR“. Die hatten wir schon.




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Hallo Danny!

Deine Bitte, keine neue Diskussion zum Thema "Unrechtsstaat DDR" anzufangen, bloß weil wir die schon einmal hatten, weise ich entschieden zurück, zumindestens aus zwei Gründen, obwohl es dafür mit Sicherhei noch einige mehr geben dürfte.
Grund 1 wäre: Solange Herr Krenz und Andere, wie Gestern in Petershagen, ihre Lügen über die Zeit ihrer "Herrschaft" verbreiten, ist es mehr als erforderlich über das Unrecht von "Staatswegen" zu informieren und dazu gehört auch, daß man das auch beim Namen nennt. Ob es Dir als ehemaliges SED-Mitglied nun gefällt oder nicht. Grund 2 da wäre, Dein von Dir gewähltes Zitat von Voltaire´s Ausspruch, ich zitiere: "ICH MAG VERDAMMEN, WAS DU SAGST, ABER ICH WERDE MEIN LEBEN DAFÜR EINSETZEN, DASS DU ES SAGEN DARFST!" Diesen, Deinen Wahlspruch, den Du Dir auf "Deine" Fahne geschrieben hast, steht im krassen Widerspruch zu Deiner Bitte und fordert einfach herraus, Deiner Bitte nicht zu entsprechen.
Ich betone, deswegen hier noch einmal in aller Deutlichkeit: Nach meinen Verständnis war die DDR ein Unrechtsstaat!! und jetzt habe ich eine Bitte an Dich: Danny, bitte nehme damit mal zur Kenntnis, daß mit so einer Formelierung nicht die Bevölkerung der DDR gemeint ist, egal wie sie sich in der DDR ihr Leben eingerichtet hatte, sondern die Struktur des Staates, die so aufgebaut war, wie sie sich kein Mensch mit demokratischen Denkvermögen, zurückwünschen sollte!
Keiner verlangt von Dir, Dein Leben einzusetzen, damit ich sagen kann, was ich möchte,auch wenn es Dir missfällt, das hat die Führung des Staates DDR einmal in dem von Dir geleisteten Fahneneid einmal verlangt, ob sie dazu das Recht hatten?, ich sage "NEIN". Zum Glück brauchtest Du Deinen Schwur nie einlösen und kannst heute schreiben was Du gerne möchtest!!
Schönen Gruß aus Kassel


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#56

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.10.2009 21:01
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von wosch

Grund 1 wäre: Solange Herr Krenz und Andere, wie Gestern in Petershagen, ihre Lügen über die Zeit ihrer "Herrschaft" verbreiten, ist es mehr als erforderlich über das Unrecht von "Staatswegen" zu informieren und dazu gehört auch, daß man das auch beim Namen nennt.




Hmmm, welche Lügen meinst du jetzt schon wieder?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#57

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.10.2009 22:09
von Sauerländer (gelöscht)
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Hallo Danny,

soviel Zeit wie am Samstag habe ich heute nicht, das alles aufzudröseln, ich versuchs mal in Kürze:

Von einer (generellen) Dämonisierung der DDR hab ich überhaupt nicht gesprochen, wohl davon dass dort Unrecht geschehen ist.
Dies ist ja wohl unbestritten. Du selbst hast Schorlemmer eingestellt, interessant fand ich darin die folgende Passage:

"Er bezeichnete die DDR als "ein von der SED verordnetes Paradies mit Austrittsverbot, einen totalen Versorgungsstaat mit einer Zielutopie, für die selbst Mittel Recht waren, die grobes Unrecht darstellten". Der selbst von der Stasi verfolgte Schorlemmer räumte ein, man muss das Unrecht, das es in der DDR gab, auch Unrecht nennen. Die Opfer der DDR-Repression brauchten Beachtung, Fürsorge und Entschädigung."

Vielleicht kann ich Dir das etwas deutlicher machen mit Passagen aus einem anderen Post von mir:


"Dabei waren die Bürger im Osten Deutschlands vielleicht gar nicht so gegen das System, nur gegen die Auswüchse, die es mit sich brachte. Etwas weniger Unterdrückung, etwas mehr Reisefreiheit, ein etwas glücklicheres Händchen in der Wirtschaft, und vielleicht würde es das System "Sozialismus" noch geben. So war aber zu viel Dampf im Kessel, der raus musste. Gottseidank ging dies ohne Explosion (und die Verluste von Menschenleben) ab."

"Es sollte nach 20 Jahren eigentlich ein Wissensstand erreicht sein, der sagt:
- Es war in der DDR nicht alles schlecht,
- viele haben sich bemüht das Beste daraus zu machen,
- manche haben es übertrieben,
- am Ende hat es nicht mehr funktioniert, die Leute (Bürger) haben mit den Füßen abgestimmt."

„Da wird es nichts nützen, wenn einzelne sagen "die Bösen drüben im Osten haben dies und das gemacht" oder "im Osten war es gar nicht so schlimm, die im Westen waren viel schlimmer".
„Es gibt soviele Zeugen, Bücher, Filme, Dokumente, Fotos (und noch unausgewertete Akten) daß sich ein generelles Geschichtsbild formt und bereits geformt hat, unabhängig von Einzelmeinungen, egal in welche Richtung die ausschlagen.“

"Was wir nicht brauchen, sind Vorwürfe von West nach Ost, denn keiner von uns hier hätte im Alleingang alles Unrecht abschaffen können. Was er an Unrecht evt. getan hat, weiß jeder selber und muß es mit sich ausmachen (oder schlimmstenfalls mit dem Staatsanwalt).
Was wir auch nicht brauchen sind Beschönigungen von Ost nach West, dazu ist mittlerweile zu viel bekannt oder lässt sich schnell ermitteln, in der heutigen Zeit der EDV und google. "

"Es ist viel Unrecht passiert, und das diskutiert keiner mehr weg, auch wenn es vielleicht in seinem Umfeld so nicht aufgetreten ist, es war dann aber an anderer Stelle."


Vielleicht etwas deutlicher geworden was ich meine ?


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#58

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.10.2009 22:33
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von wosch

Grund 1 wäre: Solange Herr Krenz und Andere, wie Gestern in Petershagen, ihre Lügen über die Zeit ihrer "Herrschaft" verbreiten, ist es mehr als erforderlich über das Unrecht von "Staatswegen" zu informieren und dazu gehört auch, daß man das auch beim Namen nennt.




Hmmm, welche Lügen meinst du jetzt schon wieder?





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Hallo Felix, Du hattest mal versucht mich in einer persönlichen Mail in meiner Denkweise zu dem Stasi-DDR-Thema in Deinem Sinne zu (sagen wir mal) beinflussen. Wir hatten uns 2 x hin-und her- geschrieben und es hat für uns Beide nichts gebracht. Deswegen verschone mich mit Fragen wie dieser nach den "Lügen", auf die Du meine Antworten hinterher eh wieder bestreiten würdest. Solltest Du mich nach der Uhrzeit, oder nach dem Wetter in Kassel fragen wollen, würde ich Dir gerne Antwort geben wollen.

Schönen Gruß aus Kassel


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#59

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.10.2009 22:37
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Trotzdem würde es mich interessieren welche Aussagen du als Lüge bezeichnest, auch wenn ich das dann anders sehe.

P.S. Hier in München hatten wir heute einen sehr schönen warmen (21 Grad) Herbsttag.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 25.10.2009 22:37 | nach oben springen

#60

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.10.2009 22:51
von Sauerländer (gelöscht)
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Hallo Sonny,

der Fred ist ein bisschen unübersichtlich geworden, aber vielleicht helfen Dir ja auch die Antworten an Danny weiter.

In Kürze:

Zu Frau Kaiser:
Du schreibst: „Richtig --- eben rein politische Gründe.“
Das hört sich in dieser Kurzform so an als wolle man sagen: „Na ja, sie hat das Amt nicht übernommen, weil sie da vorher Unrecht getan hatte, aber war ja nicht so schlimm, das waren eben rein politische Gründe“.
Sind „politische Gründe“ ein Rechtfertigungsgrund? Siehst Du da nicht auch „moralische Gründe“? Ihre Parteigenossen haben dies zumindest so gesehen.
Moral ? Politisch ? Ich meine es ist auch eine Frage des Charakters. Jemand, der so negativ in das Leben der Anderen eingegriffen hat, möchte ich nicht als Politiker wiedersehen, der wieder in das Leben der Bevölkerung eingreifen kann.
Das Thema ist jetzt wieder aktuell, nicht weil es „hochgespielt wird“,von „bestimmten medialen und politischen Kreisen“ (huch, so versteckte Andeutungen), sondern weil Frau Kaiser sich nach vorne drängt. Da fragt sich manch einer: „bei dem Vorleben? Und die will Chefin eines Landes werden?“

Zu den Opfern: Du sagst, sie hätte mit den Opfern Kontakt aufgenommen. Dies ist eine Aussage der Frau Kaiser. Ein Beweis dafür liegt nicht vor - natürlich auch kein Gegenbeweis. Das heißt, man muß (soll?) ihr glauben, das dies so ist. Das kann ich nicht.
Ich fände, es hätte ihr gut zu Gesicht gestanden, wenn sie sich auf ihrer Webseite bei den Opfern entschuldigt hätte. Das vermisse ich.




Unterlagenbehörde:

Ich stelle nicht deren Tätigkeit in Frage (das kann man bei mir wirklich nicht raushören, die Arbeit ist wertvoll) sondern Deine Behauptung, diese hätte festgestellt, daß die Berichte nicht korrekt sind, dass man ihnen nicht vertrauen könnte. Wie kommst Du darauf, wo steht das ?


zuletzt bearbeitet 25.10.2009 22:58 | nach oben springen



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