#341

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.12.2009 22:02
von Augenzeuge (gelöscht)
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Weisst du, merkur, wo ich dir zustimme? Dass es sehr viele Menschen gibt, nicht nur in Brandenburg, auch in NRW, die sehr ernstzunehmende Sorgen haben, aber um die man sich scheinbar nur ungenügend kümmert. Aber mir ist schon klar, dass ich hier vom Thema abtriffte, deshalb höre ich auch schon auf.


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#342

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.12.2009 22:07
von Augenzeuge (gelöscht)
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@Rainer
Mit Volk meinte ich die Brandenburger, welche den Landtag dort gewählt haben und nun feststellen, dass sie einige Personen so nicht gewählt hätten, wenn sie denn die Wahrheit über sie gewusst hätten. Umsonst sind doch die Leute nicht zurückgetreten, Rainer. Der Druck war also schon da.
Um dich aber zu beruhigen, nein, ich habe deshalb keinerlei schlaflose Nächte.........Grüsse durch die eisige Nacht.....


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#343

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.12.2009 22:09
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Jörg, " das Volk will endlich eine Klärung haben"?
Wenn ich so einen Satz lese, so ein Quatsch.
Was den für ein Volk? Das deutsche Volk etwa?
Eines was sich ereifert, was hier tagtäglich für ein Schwachsinn ausgegoren wird.Und es Abends, wenn der Fernseher angeht, längst schon wieder vergessen hat.
Gehörst du dazu?
Also ich nicht.

R.M.R



;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Ja Rainer Maria, soweit so gut, was Du hier zum Thema Schwachsinn abgelassen hast. In diesem Zusammenhang hätte ich mal eine Frage: Wann ist denn der große Langweiler mit den vielen Folgen, endlich zu Ende??
Schönen Gruß aus Kassel


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#344

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.12.2009 22:13
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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NRW und ernstzunehmende Sorgen, Jörg, da fällt mir ein, " jetzt kommt es zu ihnen", was uns 1990 ereilte.
Jetzt werden sie munter, jetzt merken sie, das doch nicht alles Gold ist, was im Schaufenster glänzte.
Es ist nur vergoldetes Lametta, ein Immitat.
Mein Haus, Boot, Auto, Carport steht auf einmal auf tönernen Füssen, mein Arbeitsplatz...nach vierzig Jahren so unsicher wie nie.
Dumme Frage: Was machen wir nun?
Die da oben...können wir vergessen.
Was bleibt...eine gute Frage.

Gruß Rainer- Maria


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#345

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.12.2009 22:15
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von wosch

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Jörg, " das Volk will endlich eine Klärung haben"?
Wenn ich so einen Satz lese, so ein Quatsch.
Was den für ein Volk? Das deutsche Volk etwa?
Eines was sich ereifert, was hier tagtäglich für ein Schwachsinn ausgegoren wird.Und es Abends, wenn der Fernseher angeht, längst schon wieder vergessen hat.
Gehörst du dazu?
Also ich nicht.

R.M.R



;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Ja Rainer Maria, soweit so gut, was Du hier zum Thema Schwachsinn abgelassen hast. In diesem Zusammenhang hätte ich mal eine Frage: Wann ist denn der große Langweiler mit den vielen Folgen, endlich zu Ende??Schönen Gruß aus Kassel



Hallo Wosch,Rainer hat mir geschrieben,gegen Endes des Jahres soll die letzte Folge kommen.



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#346

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.12.2009 22:47
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
@Rainer
Mit Volk meinte ich die Brandenburger, welche den Landtag dort gewählt haben und nun feststellen, dass sie einige Personen so nicht gewählt hätten, wenn sie denn die Wahrheit über sie gewusst hätten. Umsonst sind doch die Leute nicht zurückgetreten, Rainer. Der Druck war also schon da.




Hallo, AZ,

meinst Du nicht, dass Du da einem Denkfehler unterliegst? Ich bezweifele schon, dass man (um den ersten Abschnitt des Zitats zu beantworten), die Leute nicht gewählt hätte, wenn man das gewusst hätte. Das würde ja bedeuten, das 20 Jahre ihrer Biografie in Nachwendezeiten total wertlos wären - ich (im Westen Deutschlands) hinterfrage eher selten, was jemand vor 20 Jahren gemacht hat, sondern, was er in den letzten getan hat und vielleicht auch in Zukunft für unser Land tun kann.

Der zweite Punkt: Der Druck war da - aber ich bezweifele nun einfach mal dreist, dass der Druck aus dem Volk da war. Die Bürger der seinerzeitigen DDR haben etwas Erfahrung damit, wie man mit Druck ungewünschte Personen aus öffentlichen Ämtern entfernt. Hier war der Druck - nach meiner Meinung - eher von Seiten der Medien aufgebaut.

Gruss

icke



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#347

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.12.2009 23:09
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
NRW und ernstzunehmende Sorgen, Jörg, da fällt mir ein, " jetzt kommt es zu ihnen", was uns 1990 ereilte.
Jetzt werden sie munter, jetzt merken sie, das doch nicht alles Gold ist, was im Schaufenster glänzte.
Es ist nur vergoldetes Lametta, ein Immitat.
Mein Haus, Boot, Auto, Carport steht auf einmal auf tönernen Füssen, mein Arbeitsplatz...nach vierzig Jahren so unsicher wie nie.
Dumme Frage: Was machen wir nun?
Die da oben...können wir vergessen.
Was bleibt...eine gute Frage.

Gruß Rainer- Maria



@Rainer-Maria,
was gibst du denn heute abend von dir. Sicher steht im Moment fast jeder Arbeitsplatz zur Disposition.
Die Gründe kennen wir. Wer gibt aber dir, oder aber aber den früheren Bürgern der DDR, und ich differenziere jetzt mal bewußt, das Recht, so ein Urteil abzugeben. War es nicht die DDR, die vor 20 Jahren bankrott war. Der nicht mal mal ein Kredithai noch eine müde Mark gegeben hätte. Denke mal dran, wie Modrow praktisch bei seinem Besuch bei Kohl um Geld sprichwörtlich gebettelt hat. Die DDR ist auch mit kaputtgegangen, durch ihre Wirtschaft, durch ihre Arbeitsplatzgarantie, egal ob es es wirtschaftlich war oder nicht, die Leute wurden eingestellt. Wer hat den in den VEB mal richtig eine Kalkulation durchgeführt, ob alles überhaupt mit einem Gewinn läuft. Allein dieses Wort war ja schon schon ein Reizwort im Sozialismus. Den Erfolg konnte man sehen, kein Kombinat mit Zukunftsaussicht auf Wettbewerb, die gesamte Bausubstanz am Boden, alles zerfiel, kein ordentliches Telefonnetz, keine Infrastruktur - alles auf dem Stand von 1945. Das war die Realität. Da mußt du in der jetzigen Krise, nicht die Platitüden rauslassen. Und dein Beispiel mit dem Vergleich vor 20 Jahren find ich jämmerlich. Mein Beispiel: Bei Bad Harzburg gab es mal ein Käsewerk welches zu Müller Milch gehört. Das wurde zugemacht, weil der Freistaat Sachsen mit niedrigen Steuern und Subventionen warb, die Niedersachsen nicht geben konnte. Die Folge: Das Werk in Niedersachsen wurde plattgemacht, und in Sachsen neu gebaut.So sieht die Realität aus. Nicht nur mit dem Finger auf die anderen zeigen. Solidarität sieht in meinen Augen anders aus.


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#348

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.12.2009 23:29
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von karl143


Mein Beispiel: Bei Bad Harzburg gab es mal ein Käsewerk welches zu Müller Milch gehört. Das wurde zugemacht, weil der Freistaat Sachsen mit niedrigen Steuern und Subventionen warb, die Niedersachsen nicht geben konnte. Die Folge: Das Werk in Niedersachsen wurde plattgemacht, und in Sachsen neu gebaut.So sieht die Realität aus. Nicht nur mit dem Finger auf die anderen zeigen. Solidarität sieht in meinen Augen anders aus.



Hallo, Karl,

zu dem ersten Teil deines Zitats von Rainer-Maria, das ich nicht gequotet habe, sage ich nichts - das würde mit Sicherheit einen Endlosthread ergeben - aber das Spielchen, was Du in dem von mir zitierten Abschnitt beschreibst, hatte man innerhaln Niedersachsens - und wohl nicht nur da - auch vor 1989 schon sehr gut drauf. Das Subventionsabgreifen scheint, für mich, fast ein Wesensmerkmal der Marktwirtschaft zu sein - ich frage mich manchmal, warum ich zu blöd dafür bin.

Gruss

icke



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#349

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.12.2009 23:31
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von icke46

Zitat von Augenzeuge
@Rainer
Mit Volk meinte ich die Brandenburger, welche den Landtag dort gewählt haben und nun feststellen, dass sie einige Personen so nicht gewählt hätten, wenn sie denn die Wahrheit über sie gewusst hätten. Umsonst sind doch die Leute nicht zurückgetreten, Rainer. Der Druck war also schon da.




Hallo, AZ,

meinst Du nicht, dass Du da einem Denkfehler unterliegst? Ich bezweifele schon, dass man (um den ersten Abschnitt des Zitats zu beantworten), die Leute nicht gewählt hätte, wenn man das gewusst hätte. Das würde ja bedeuten, das 20 Jahre ihrer Biografie in Nachwendezeiten total wertlos wären - ich (im Westen Deutschlands) hinterfrage eher selten, was jemand vor 20 Jahren gemacht hat, sondern, was er in den letzten getan hat und vielleicht auch in Zukunft für unser Land tun kann.

Der zweite Punkt: Der Druck war da - aber ich bezweifele nun einfach mal dreist, dass der Druck aus dem Volk da war. Die Bürger der seinerzeitigen DDR haben etwas Erfahrung damit, wie man mit Druck ungewünschte Personen aus öffentlichen Ämtern entfernt. Hier war der Druck - nach meiner Meinung - eher von Seiten der Medien aufgebaut.

Gruss

icke




Na, icke, zu deinem ersten Punkt. Wenn wir nicht mehr hinterfragen würden, wer welche Rolle in der DDR gespielt hat, weil es ja eh nach 20 Jahren keine Rolle mehr spielt, dann bräuchten wir keinerlei Behörde für Aufarbeitung, oder?
Das dies der Wunsch eines ehem. MfS-Angestellten sein könnte, kann ich nachvollziehen. Bei dir kann ich das nicht. Ich möchte wissen, wer in der Vergangenheit welche Rolle gespielt hat, damit ich eine Entscheidung treffen kann, ob ich dem Politiker die Gestaltung der Zukunft übertragen kann, als Wähler. Natürlich spielt es da auch eine Rolle, was in den letzten 20 Jahren passiert ist. Klar, aber wer wissentlich schon mit Unehrlichkeit glänzt, der bekommt meine Stimme nicht. Nun, jeder zieht seine Grenzen etwas anders.

Zu deinem zweiten Punkt. Ich streite nicht ab, dass die Medien hier schonungslos aufdecken. So war es auch 1989. Ich bin mir nicht sicher, was passiert wäre, wenn es die Fernsehbilder der Demos damals nicht gegeben hätte. Sie machten Druck, ganz klar. Sie sorgten dafür, dass Stellung bezogen werden musste. Danach entstand der Druck von den Wählern. Aber in einem bin ich mir sicher. Ohne klare Fakten wäre niemand zurück getreten. Ob da ein Teil des Volkes mehr oder weniger Erfahrung hat, spielt heute keine Rolle. Denn auch die Erfahrungen verbreiten sich über die Medien...


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#350

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 18.12.2009 23:38
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von icke46

Zitat von karl143


Mein Beispiel: Bei Bad Harzburg gab es mal ein Käsewerk welches zu Müller Milch gehört. Das wurde zugemacht, weil der Freistaat Sachsen mit niedrigen Steuern und Subventionen warb, die Niedersachsen nicht geben konnte. Die Folge: Das Werk in Niedersachsen wurde plattgemacht, und in Sachsen neu gebaut.So sieht die Realität aus. Nicht nur mit dem Finger auf die anderen zeigen. Solidarität sieht in meinen Augen anders aus.



Hallo, Karl,

zu dem ersten Teil deines Zitats von Rainer-Maria, das ich nicht gequotet habe, sage ich nichts - das würde mit Sicherheit einen Endlosthread ergeben - aber das Spielchen, was Du in dem von mir zitierten Abschnitt beschreibst, hatte man innerhaln Niedersachsens - und wohl nicht nur da - auch vor 1989 schon sehr gut drauf. Das Subventionsabgreifen scheint, für mich, fast ein Wesensmerkmal der Marktwirtschaft zu sein - ich frage mich manchmal, warum ich zu blöd dafür bin.

Gruss

icke



@ Icke,
das weiß ich auch. Ich wollte mit diesem Beispiel folgendes zeigen: Solange die Grenze bestand, wurden die Subventionen über die Zonengrenzförderung abgegriffen. Kaum war da nichts mehr zu holen, sprang man auf die neuen Bundesländer über, und die verstanden das Spiel auch von Anfang an. Ich wollte hier weder verteufeln, noch Ost oder West gegeneinandere aufrechnen. Aber so ist das nun mal. Und da ist die Bemerkung von RM zu NRW echt überflüssig.


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#351

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.12.2009 10:00
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Karl, es stimmt, was icke sagt, es würde wieder eine Endlosdiskussion ergeben siehe Ost gegen West und umgekehrt.
Ein Satz stieß mir auf" alles auf dem Stand von 1945?", in dieser DDR, füge ich jetzt an?
Der war hart, aber lass, mein Text oben hatte auch nicht gerade Verbrüderung mit NRW ausgedrückt.
Ich wollte damit nur sagen: Wer hat sich den 1990 um den ostdeutschen Arbeiter gekümmert, mit ihm gefühlt, als er auf die Straße flog, der Angestellte gleich mit hinterher.
Also kein Mitgefühl heute und hier gehe ich mal von mir aus.
Da werf ich gleich noch den schönen Satz ein" Jeder ist seines Glückes Schmied", vorausgesetzt, die Schmiede steht noch.
Aber siehe oben, die Endlosd...
Ich muss auch sagen, egal, wie die DDR gewirtschaftet hatte, dieser Staat bot mir in zwanzig Arbeitsjahren eine gute Entwicklung, gutes Geld zum Leben,für meine Familie und mich, null Existenzangst, nicht einen Tag und so liese sich das noch Endlos fortsetzen...das wäre übrigens der Textanfang für Sonny mit dem, was wir Alles bereits auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen hatten, in diesem Sozialismus.
Aber er bekommt noch seinen Text, ich werde ihn in das Thema " Diskussion BRD-DDR" setzten, wenn ich die Zeit habe.
Da steht dieses schöne Wort Nullexistenzangst gleich am Anfang der Aufzählung.

Gruß Rainer- Maria


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#352

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.12.2009 10:12
von Merkur | 1.019 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Wenn wir nicht mehr hinterfragen würden, wer welche Rolle in der DDR gespielt hat, weil es ja eh nach 20 Jahren keine Rolle mehr spielt, dann bräuchten wir keinerlei Behörde für Aufarbeitung, oder?



Die Behörde von Fr. Birthler brauchen wir in der Form m. E. nicht, da es dieser Behörde ausschließlich darum geht, MfS-Hintergründe aufzudecken um damit Personen ins Abseits zu drängen. Wenn man sich mit der Geschichte der DDR auseinandersetzen möchte, darf man nicht den Fehler machen, der seit 20 Jahren praktiziert wird. Die DDR bestand nämlich nicht nur aus dem MfS.



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#353

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.12.2009 10:24
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von Merkur

Zitat von Augenzeuge
Wenn wir nicht mehr hinterfragen würden, wer welche Rolle in der DDR gespielt hat, weil es ja eh nach 20 Jahren keine Rolle mehr spielt, dann bräuchten wir keinerlei Behörde für Aufarbeitung, oder?



Die Behörde von Fr. Birthler brauchen wir in der Form m. E. nicht, da es dieser Behörde ausschließlich darum geht, MfS-Hintergründe aufzudecken um damit Personen ins Abseits zu drängen. Wenn man sich mit der Geschichte der DDR auseinandersetzen möchte, darf man nicht den Fehler machen, der seit 20 Jahren praktiziert wird. Die DDR bestand nämlich nicht nur aus dem MfS.



@ Merkur,
da gebe ich dir für den letzten Satz zumindest, Recht. Sie bestand auch aus vielen Millionen Menschen und Einzelschicksalen. Aber domininiert wurden alle von der Partei, dem MfS und der Stasi. Aber bist du da anderer Ansicht? Ein Ja oder Nein reicht vollkommen aus.


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#354

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.12.2009 10:44
von Merkur | 1.019 Beiträge

Zitat von karl143
Aber domininiert wurden alle von der Partei, dem MfS und der Stasi. Aber bist du da anderer Ansicht? Ein Ja oder Nein reicht vollkommen aus.



Karl143,

mit einem Ja oder Nein würde ich es mir zu einfach machen. Ich betrachte Dinge gern in der Gesamtheit.
Sicher spielte die SED eine besondere Rolle und das MfS war als "Schild und Schwert" der Partei daran beteiligt. Aber allein die Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit war in der DDR ein komplexes System, an dem nicht nur die SED und das MfS maßgeblich beteiligt waren. Beispielsweise hat sich das MdI 1989/90 geschickt aus aus dem Focus der Öffentlichkeit herausmanövriert. Rein von der Taktik her ist das für mich nachvollziehbar. Man war so in der Lage, allen nicht brauchbaren und dem neuen Zeitgeist nicht entsprechenden Ballast auf das sinkende Schiff MfS abzuwerfen. Wenn man solche Dinge heute nochmal liest und überdenkt, stehen einem die Nackenhaare zu Berge. Von der Rolle der gesellschaftlichen Kräfte und der Blockparteien mal ganz zu schweigen.
Und nicht zu vergessen: Wenn man die DDR ingesamt betrachtet, muss man bei den Gründen ansetzten, die zu ihrer Entstehung führten. Wenn man das Verteidigungs- und Sicherheitsregime betrachtet, sollte man die Gründe, die dazu führten, dass es so ausgeprägt sein musste, nicht aus dem Blick verlieren.



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#355

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.12.2009 11:27
von SCORN (gelöscht)
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Zitat von Augenzeuge


Wenn wir nicht mehr hinterfragen würden, wer welche Rolle in der DDR gespielt hat, weil es ja eh nach 20 Jahren keine Rolle mehr spielt, dann bräuchten wir keinerlei Behörde für Aufarbeitung, oder?
...



genau AZ, diese Behörde brauchen wir nicht.

@AZ: die absolute mehrzahl der historiker in deutschland ist der meinung dass die birtheler behörde in dieser form nicht notwendig ist, im gegenteil, sie steht einer aufarbeitung der akten nach wissenschaftlichen gesichtspunkten entgegen. beweise für die unprofessionelle und einseitige arbeit liefert diese behörde am laufenden band selbst.

es gibt nichts aber auch gar nichts was von historikern und forschern des bundesarchives nicht genauso sondern wesentlich besser und effektiver
gehandhabt werden könnte. oder gibt es zweifel an der arbeit des bundesarchives ?

es muss also andere gründe haben diese behörde mit ihrem imensen etat weiter künstlich am leben zu erhalten. zu aller erst ist sie ein gigantisches gut bezahltes ABM programm für eine menge leute welche sonst wohl schwierigkeiten hätten in politik und wirtschaft bestehen zu können und in dieser behörde gut geparkt sind. das beste beispiel ist wohl die behördenleiterin selbst die nach ihrem ausflug in die landespolitik dermasen erfolgreich war dass für sie in der eigenen partei kein pöstchen mehr zu ergattern war, selbst zur EU war sie nicht zu vermitteln. und dass will schon was heißen.

darüberhinaus besteht evtl. gar kein interesse an einer wissenschaftlichen und seriösen aufarbeitung der akten?! könnte man sie doch nur noch begrenzt für die eigenen interessen einsetzen.

gruss
SCORN


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#356

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.12.2009 12:35
von Augenzeuge (gelöscht)
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Hi, scorn, wie ich es schon sagte, hierüber kann man wirklich unterschiedlicher Meinung sein.

Ich finde nicht, dass die Arbeit unprofessionell gemacht wird, klar Fehler macht jeder.
Aber wenn ich z.B. auf die Homepage der BSTU gehe und mir nur mal das Archiv ansehe, dann finde ich das gut gemacht.

http://www.bstu.bund.de/cln_028/nn_12017...eichnis_hva.pdf


Aber zu dem Thema entspricht der folgende Artikel der "Zeit" mehr meiner Meinung:

http://www.zeit.de/online/2009/04/stasi-...r-merkel?page=1

Gruss, AZ


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#357

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.12.2009 17:52
von SCORN (gelöscht)
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hallo AZ,

wenn eine behörde mit einem etat von fast 100 mio euronen keine anspruchsvolle homepage hervor bringen sollte, würde mich das auch sehr wundern.
die liste die du eingestellt hast ist ansprechend, aber braucht es dafür eine behörde mit tausenden mitarbeitern und beamten? würden die historiker und forscher des bundesarchives dass nicht genau so hinbekommen ?

was in der "zeit" steht ist ein wunderbares beispiel für desinformation durch die medien zu diesem thema. die akten sollen doch nicht in der versenkung verschwinden ,wie kolportiert wird, sondern von profis nach wissenschaftlichen kritieren aufgearbeitet werden. und genau da liegt der hase im pfeffer. für einen bruchteil des etats der birtheler behörde könnte das bundesarchiv materiell und personell so aufgerüstet werden um diese aufgabe ohne probleme zu übernehmen. dann könnten nämlich forscher und wissenschaftler wie allgemein üblich auf alle unterlagen zurück greifen und nicht wie derzeit praxis nur auf die, welche die birtheler behörde gedenkt her zu geben. böse zungen behaupten dass nur solche sachen frei gegeben werden die im interesse des selbstgesteckten ziels dieser behörde sind.

Die bstu maßt sich an nicht nur an ,schicksal in bezug auf biografien zu spielen, sondern reklamiert für sich die deutungshoheit über die geschichte der DDR. weil sie die akten hat, hat sie die wahrheit-obgleich doch die "stasi" gelogen und betrogen hat. nicht nur dieser widerspruch, vor allem falschaussagen und urteile ließen wiederholt öffentlich zweifel an der kompetenz aufkommen.

aber eigendlich ist es nicht verwunderlich. welcher beamte oder welche behörde räumt schon gerne ein dass sie eigendlich gar nicht gebraucht werden.
wie du schon richtig sagst, bei dieser behörde kann man wohl sehr unterschiedlicher meinung sein.

gruss
SCORN


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#358

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 19.12.2009 20:12
von Augenzeuge (gelöscht)
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Ja, weisst du scorn, was du schreibst finde ich sehr interessant. Wenn das alles so vom Bundesarchiv umgesetzt werden könnte, dann hätte ich ganz offen gesprochen auch kein Problem damit. Für mich ist wichtig, dass die Akten nicht irgendwo verschwinden, und das die Leute bei Bedarf auch an ihre Hintergrundinformationen rankommen. Und nicht zuletzt, dass man dies interessenlos durchführt.

Manchmal sind wir bei unseren Meinungen gar nicht weit auseinander, vielleicht bei der Umsetzung, aber beim Ziel hier wohl nicht.

Gruss, AZ


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#359

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.12.2009 14:00
von MajorTom | 217 Beiträge

Augenzeuge, wenn die BStu ihre Untersuchungen interessenlos führen würde, hätte manch einer kein Problem mit ihr.
Aber das tut sie eben nicht. Siehe FDJ-Sekretärin der Humboldt-Uni... Oder meinst Du, daß es nur in der Linken ehemalige IM's gibt???
Der Name Robert Havemann hätte da wohl sehr interessant sein können, wenn da nicht gaaanz viel geschwärzt worden wäre!
Grüße vom Tom


Die DDR war meine Heimat, auch wenn nicht alles Gold war, was glänzte - wo die DDR war, ist meine Heimat nicht mehr


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#360

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.12.2009 14:57
von Augenzeuge (gelöscht)
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Ok, Tom, interessenlos solte man wohl mit vorurteilsfrei ersetzen.
Dein erster Satz ist übrigens mit "ein Problem" als auch mit "kein Problem" richtig.

Dass ich die IM's nicht nur bei den Linken sehe, hatte ich doch schon mal angedeutet.

Ich habe kein Problem, wenn du über Havemann einen Thread öffnest.

Gruss, AZ


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