#281

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.12.2009 23:02
von Sauerländer (gelöscht)
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Zitat von Sonny

Zitat von Sauerländer
Dann kann ich aber die wichtigen Passagen nicht markieren.



Die wichtigsten Passagen kannst du ja per Copy-Paste hier reinstellen.

In Antwort auf:
Ich such Dir aber den Link raus:



Brauchst du für mich nicht tun (die Taz-Seite kenne ich ja) --- aber generell solltest du es immer tun.

In Antwort auf:
ich habe nicht falsch zitiert!



Nicht im Sinne von "gefälscht", aber im Sinne von "mißverständlich".

Wenn du das so wiedergibst:

In Antwort auf:
Stefan Reinecke ist Redakteur im Parlamentsbüro der taz. Foto: taz

Es kann sein, dass manche Medien, denen Rot-Rot politisch nicht passt, einzelne Fälle aufbauschen. Aber das ist nicht entscheidend. Solange die Linkspartei den inneren Bruch mit DDR-Fans und Stasi-Schönrednern nicht vollzieht, wird ihr so etwas wieder passieren. Das ist die Lektion aus in Potsdam. Wird die Linkspartei sie dieses Mal kapieren?



Dann denkt der Leser, alles nach dem Namen des Autors (also der Signatur) sei nicht mehr von ihm.




So steht das (an dieser Stelle) im Artikel, da kann ich nicht für, ich habe es nur kopiert.
Die rote Markierung ist von mir, damit klar wird, das dies keine Springer-Presse ist.


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#282

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.12.2009 23:07
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Sauerländer
Also Captn, wir diskutieren hier ganz ernsthaft, wir beleidigen uns auch nicht gegenseitig.
Wir belegen auch unsere Aussagen.
Das Thema ist aber zu interessant, und wir bleiben auch immer dicht am Thema: "Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit".

I think this forum can stand it.


Solange das so ist, ist's ja auch gut. Dazu gehoert allerdings nicht, sich gegenseitig auf jeden popeligen Fehler hinzuweisen, das wird dann fuer den Rest von uns schnell langweilig, und *das* koennt ihr dann per PM ausmachen.

-Th


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#283

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.12.2009 23:19
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von CaptnDelta
Solange das so ist, ist's ja auch gut. Dazu gehoert allerdings nicht, sich gegenseitig auf jeden popeligen Fehler hinzuweisen, das wird dann fuer den Rest von uns schnell langweilig, und *das* koennt ihr dann per PM ausmachen.



Ach, ich könnte mir vorstellen, daß das für manche einen gewissen Unterhaltungseffekt hat...

Aber hast recht, man darf es nicht übertreiben


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#284

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.12.2009 23:26
von Sauerländer (gelöscht)
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Zitat von Jameson
Ihr beede seid wirklich lustig, wat hab ick jelacht als ick mich durch Eure Pressetexte und Zitierorgien jewühlt habe.
Ahoi Jameson




Da haste schon wieder recht Sonny! (Siehste Captn, wir verstehen uns doch!)


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#285

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.12.2009 07:41
von manudave (gelöscht)
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Hey Captn,

lass das Thema bitte auf - ich lese das auch gern.


zuletzt bearbeitet 04.12.2009 07:50 | nach oben springen

#286

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.12.2009 07:43
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von manudave
Hey Captn,
lass das Thema bitte auf - ich lese das auch gern.


Nee nee, lassen wir schon offen. Aber bevor das hier zur gegenseitgen Nasenpopelei ausartet, wollte ich mal daraufhinweisen das es bei persoenlichen Missverstaendnissen durchaus auch andere Moeglichkeiten (PM, Chat) gibt, diese auszuraeumen.
-Th


zuletzt bearbeitet 04.12.2009 07:50 | nach oben springen

#287

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.12.2009 08:41
von Augenzeuge (gelöscht)
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Ich frage mich: Wieviele Fälle von Stasi-Verstrickungen von Abgeordneten der Linken braucht man für eine klare Reaktion noch? Wann wird hier eine klare Basis geschaffen?

Der Beitrag gestern in der Sendung Kontraste machte vieles mehr als deutlich. Aus der Sendung:

"Vorläufig letzter Fall - erst gestern aufgeflogen – Michael –Egidius Luthardt. Er hat 3 Jahre beim Wachregiment „Felix Dzierzynski“ gedient, war damit automatisch hauptamtlicher Mitarbeiter der Staatsicherheit. Geredet hat er darüber erst gestern, nachdem seine Akte aufgetaucht war. An Rücktritt denkt er nicht, er sei nur einfacher Soldat gewesen.

Michael Egidius Luthardt (Die Linke), Landtagsabgeordneter .
„Ich habe meinen Wachdienst, meinen Wehrdienst dort abgeleistet beim Wachregiment. Also ich habe es nicht vor mir hergetragen, aber auf Anfragen, wo es nötig war, habe ich es auch immer gesagt.“

Doch laut Akte versah er einen besonderen Dienst. [b]Er bewachte ein Gebäude der AGM „S“, der Arbeitsgruppe des Ministers Sicherheit.
(Eigene Anmerkung: Kann das jemand erklären?)

Jochen Staadt, Forschungsverbund SED-Staat, FU Berlin
„In dem ohne ausgewählten Kreis der Leute, die im „Felix Dzierszynsky Dienst hatten, gehörte er ohne Zweifel zu den besonders zuverlässigen, weil er ein hochgeheimes Objekt bewachte, nicht nur einfach ein Ministerium oder ein offizielles Gebäude, sonder ein Gebäude der am meisten abgeschirmten Einheit, die Terroreinsätze in der Bundesrepublik vorbereitet hat.“ [/b]
(Eig. Anmerkung: Ich erwarte hier einige Äusserungen unserer Insider)


Wenn ich die Argumentation der Frau Kaiser höre, dass man den Stasi-Akten ja keineswegs glauben könne und das dort ja nur das drin steht, was man von "oben" lesen wollte, so frage ich mich in welcher Parallelewelt diese Frau lebt.

Zitat Kaiser: „Ich bin die allerletzte , die den Akten wirklich glaubt, weil diese Akten sind erstellt worden auch mit einem bestimmten Ziel. Der hauptamtliche Mitarbeiter, der wiederum für das MFS gearbeitet hat und seine eigenen Arbeitsergebnisse abrechnen musste, hatte auch seine Motive, seine Akten so zu erstellen, dass es auch für ihn okay war.“
(Eig. Anmerkg.: Na klar, wir glauben nur das was uns gefällt....)

Die Anbiederung des Hn. Platzek ist einfach nur unglaublich und widerlich. Manchmal fragt man sich, ob hier persönliche Gründe gegenüber den gesellschaftlichen überwiegen.
Die Erhaltung der Machtoption für eine rot-rote Regierung auch auf Bundesebene scheint der SPD wichtiger zu sein als ein paar Stasi-Fälle in Brandenburg. Wer sich in diesen Sumpf offen begibt, muss damit rechnen, dass er hier hineingezogen wird.....


Gruß, AZ


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#288

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.12.2009 09:02
von FriWe89 (gelöscht)
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Hallo zusammen,

ich werde zu diesem Thema nicht "Nasepopeln". Und auch wenn es ernst ist - nur ganz kurz dazu eines von vielen Zitaten bringen, welches denke ich recht gut passt. Nicht wegen Stasivergangenheiten, erwischt werden etc., sondern weil es schlussendlich "nur" um Politik geht:

„Politik ist die Summe der Mittel, die nötig sind, um zur Macht zu kommen und sich an der Macht zu halten und um von der Macht den "nützlichsten" Gebrauch zu machen“

Niccolò Machiavelli, ca. 1515


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#289

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.12.2009 14:03
von Pommer | 16 Beiträge

Kann es sein, dass Herr Platzeck eher persönliche Ambitionen zu Frau Kaiser hatte als zu Frau Wanka und deshalb einer linken Koalition seine Zustimmung gegeben hat?
Die Zuneigung zu attraktiven Frauen wird ihm ja nicht ohnen Grund nachgesagt.


Die Anbiederung des Hn. Platzek ist einfach nur unglaublich und widerlich. Manchmal fragt man sich, ob hier persönliche Gründe gegenüber den gesellschaftlichen überwiegen.
Die Erhaltung der Machtoption für eine rot-rote Regierung auch auf Bundesebene scheint der SPD wichtiger zu sein als ein paar Stasi-Fälle in Brandenburg. Wer sich in diesen Sumpf offen begibt, muss damit rechnen, dass er hier hineingezogen wird.....


Gruß, AZ

[/quote]


zuletzt bearbeitet 04.12.2009 14:04 | nach oben springen

#290

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.12.2009 20:05
von Danny_1000 | 166 Beiträge

Heute, am Freitag den 4.12.2009, um 20.15 Uhr im RBB:

"rbb spezial – STASI- Debatte" Dauer: 45 min

Gruß
Daniel


Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Voltaire frz. Philosoph 1694 - 1778)
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#291

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.12.2009 20:14
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Danny_1000
Heute, am Freitag den 4.12.2009, um 20.15 Uhr im RBB:

"rbb spezial – STASI- Debatte" Dauer: 45 min

Gruß
Daniel


hab kein rbb.kannste das hier einstellen?


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#292

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.12.2009 21:37
von Danny_1000 | 166 Beiträge

Zitat von Pitti53

Zitat von Danny_1000
Heute, am Freitag den 4.12.2009, um 20.15 Uhr im RBB:

"rbb spezial – STASI- Debatte" Dauer: 45 min

Gruß
Daniel


hab kein rbb.kannste das hier einstellen?



Darf ich leider aus urheberrechtlichen Gründen nicht..

Hier ist der Link zur Debatte am 05.12.2009 Im Brandenburger Landtag mit den entsprechenden Videos dazu !

http://www.rbb-online.de/imparlament/bra...mber_2009_.html

Gruß
Daniel


Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Voltaire frz. Philosoph 1694 - 1778)
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#293

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.12.2009 06:55
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von CaptnDelta
Aber bevor das hier zur gegenseitgen Nasenpopelei ausartet, wollte ich mal daraufhinweisen das es bei persoenlichen Missverstaendnissen durchaus auch andere Moeglichkeiten (PM, Chat) gibt, diese auszuraeumen.



Aber dann hätten doch die anderen User nichts davon


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#294

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.12.2009 07:13
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Augenzeuge
Ich frage mich: Wieviele Fälle von Stasi-Verstrickungen von Abgeordneten der Linken braucht man für eine klare Reaktion noch? Wann wird hier eine klare Basis geschaffen?



Das habe ich doch schon geschrieben: Irgendwann wäre es dann so, daß die rot-rote Koalition ihre parlamentarische Mehrheit verlieren würde --- aber bis dahin ist es noch lange...

In Antwort auf:
Wenn ich die Argumentation der Frau Kaiser höre, dass man den Stasi-Akten ja keineswegs glauben könne und das dort ja nur das drin steht, was man von "oben" lesen wollte, so frage ich mich in welcher Parallelewelt diese Frau lebt.

Zitat Kaiser: „Ich bin die allerletzte , die den Akten wirklich glaubt, weil diese Akten sind erstellt worden auch mit einem bestimmten Ziel. Der hauptamtliche Mitarbeiter, der wiederum für das MFS gearbeitet hat und seine eigenen Arbeitsergebnisse abrechnen musste, hatte auch seine Motive, seine Akten so zu erstellen, dass es auch für ihn okay war.“
(Eig. Anmerkg.: Na klar, wir glauben nur das was uns gefällt....)



Auch das wurde hier schon erörtert: Dieselben, die alles, was noch so entfernt nach "Stasi" riecht, als "das Böse schlechthin" geißeln; die jeden, der auch nur tangential mit der "Firma" zu tun hatte (womöglich ohne davon zu wissen), als Verbrecher brandmarken --- genau diese Leute betrachten wiederum eine Stasi-Akte als das Evangelium, hegen keinerlei Zweifel am ultimativen Wahrheitsgehalt ihres Inhalts...

Das vermag insbes. all jene nicht zu überzeugen, die sich (evtl. auch durch eigene Erfahrungen mit der "Firma") im Lauf der Zeit ein kritisches Bild auf diese Akten angeeignet haben.

Somit hat Kerstin Kaiser absolut recht, wenn sie den absoluten Wahrheitsgehalt der Stasi-Akten ein wenig zu relativieren versucht --- gerade angesichts ihrer eigenen (durch ihre MfS-Mitarbeit zustandegekommenen) Akten weiß sie darüber sicherlich besser Bescheid als viele andere.

In Antwort auf:
Die Anbiederung des Hn. Platzek ist einfach nur unglaublich und widerlich. Manchmal fragt man sich, ob hier persönliche Gründe gegenüber den gesellschaftlichen überwiegen.



Daß Platzeck mit der Kaiser gut kann, ist kein Geheimnis --- ebenso gut konnte er mit der Wanka, mit der er bisher koalierte...

Frage: Was sagt uns das?

In Antwort auf:
Die Erhaltung der Machtoption für eine rot-rote Regierung auch auf Bundesebene scheint der SPD wichtiger zu sein als ein paar Stasi-Fälle in Brandenburg. Wer sich in diesen Sumpf offen begibt, muss damit rechnen, dass er hier hineingezogen wird...



Es ist keineswegs so, daß die Bundes-SPD hier irgendein "Machtwort" gesprochen hätte (und das wird sie wohl auch jetzt nicht tun). Vielmehr ist es so, daß jeder SPD-Landesverband die Koalitionsfrage (d.h. mit der Linken) souverän entscheiden kann --- die brandenburgische SPD hat dies getan, und ich rechne damit, daß sie dazu auch stehen wird.


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#295

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.12.2009 07:22
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Pommer
Kann es sein, dass Herr Platzeck eher persönliche Ambitionen zu Frau Kaiser hatte als zu Frau Wanka und deshalb einer linken Koalition seine Zustimmung gegeben hat?
Die Zuneigung zu attraktiven Frauen wird ihm ja nicht ohnen Grund nachgesagt.



Ach Gottchen...

Sicher, Kerstin Kaiser ist als Frau nicht unattraktiv --- und daß sie (auf ihrer HP) den selbstkritischen Bericht über ihre Stasi-Vergangenheit mit ein paar Fotos aus jener Zeit geschmückt hat, mag ebenfalls den einen oder anderen Leser erfreuen...

http://www.kerstin-kaiser.eu/persoenlich/meine_vergangenheit

Aber in erster Linie geht es ja nun wohl um politische, gesellschaftliche und historische Fragen --- und da würde eine schöner Augenaufschlag wenig helfen, wenn ansonsten alles in Trümmern läge...


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#296

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.12.2009 07:37
von Sonny (gelöscht)
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Ja, und noch ein paar Anmerkungen zur gestrigen Rede von MP Platzeck zum Thema:

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...,665205,00.html

Die Linke arbeite ihre Stasi-Vergangenheit jedoch auf, sagte Platzeck in seiner Regierungserklärung. Der Opposition warf er vor, aufzuheizen, wo historische Aufarbeitung nötig wäre. Das Niveau der politischen Auseinandersetzung sei "außerordentlich dürftig". Vor allem den früheren Koalitionspartner CDU griff der Regierungschef an. Biografische Brüche und Fehlleistungen würden instrumentalisiert, um kurzfristige parteipolitische Punkte zu sammeln.

(...)

Auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) verteidigte die rot-rote Koalition am Freitag. Die Linke müsse sich ehrlich und schonungslos ihrer Vergangenheit stellen, sagte er im Hessischen Rundfunk. Dazu sei die Partei nun gezwungen - in bequemen Oppositionszeiten sei das nicht der Fall gewesen. Er forderte, den Konflikt auszutragen. Dabei empfahl er der SPD, selbstbewusst von der Linken zu verlangen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Linke-Bundesvize Klaus Ernst sieht trotz des Fehlstarts in Brandenburg keine negativen Auswirkungen für Bündnisse von SPD und Linken. "Es ist einfach so, dass zwei, drei Leute ein Projekt in Misskredit bringen", sagte Ernst am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Die Linke-Vorgängerpartei PDS habe bereits 1991 einen Beschluss gefasst, wonach "Menschen, die für Ämter kandidieren, ihre Vergangenheit, ihre Geschichte, ihre Biografie offenzulegen haben".

Bei einer offengelegten Stasi-Vergangenheit könne der Wähler entscheiden, ob er die Kandidaten trotzdem wählt. Wer es nicht offenlege, müsse entsprechende Konsequenzen tragen. Die Linke werde "dafür sorgen, dass die Menschen ihre Ämter nicht ausüben können", sagte Ernst.


Und ein Kommentar dazu:

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...,665261,00.html

Immer wieder ist in der Debatte vom sogenannten Brandenburger Weg die Rede. Den hat Platzeck seinem Vorgänger Manfred Stolpe zu verdanken, der - wie manche glauben, auch aus persönlichen Gründen - nach der Wende wenig Wert auf Vergangenheitsbewältigung legte. Demzufolge passierte nach der einmaligen Stasi-Überprüfung der Landtagsabgeordneten im Jahre 1991 gar nichts mehr in dieser Hinsicht. Das, sagt der Ministerpräsident schließlich, sei "ein Fehler" gewesen. Um eine neue Überprüfung zu ermöglichen, solle noch im Dezember das Abgeordnetengesetz geändert werden.

(...)

Den Brandenburger Weg aber haben die meisten gerne mitgemacht - auch die CDU. Vielleicht gerät die Debatte unter dem großen roten Landesadler deshalb milder als erwartet. Kein Oppositionsredner verlangt den Rücktritt der Regierung, nicht einmal der scharfzüngige CDU-Mann Dieter Dombrowski, selbst ein Opfer der DDR-Diktatur. Nur aus Berlin tönen die Unions-Generalsekretäre mit Rücktrittsforderungen.

(...)

Am meisten quält sich an diesem Tag Linke-Fraktionschefin Kerstin Kaiser. Ja, sagt sie, "die Verantwortung für den Vertrauensverlust der Regierung liegt bei der Linken". Dass er zum großen Teil bei Kaiser selbst liegt, ist ihr anzumerken. Die Spitzen-Linke demonstriert allerdings auch, dass ihre Partei in der Stasi-Debatte endlich an einem Punkt dazulernen muss, wenn sie dabei wirklich überzeugen will: Sie würde doch gerne die Frage aufwerfen, sagt Kaiser, was eigentlich in unserer Gesellschaft mit Ausspionieren am Arbeitsplatz sei, wie im Falle Lidl? "Keine Gesellschaft hat das Recht, Schnüffelei zu verlangen." Womit sie zweifellos Recht hat, denn Schnüffelei ist nie legitim. Nur: In der DDR wurde es vom Staat befohlen - und nicht von Einzelhandelsketten ausgeführt.

Die Regierung wird aufs erste also weitermachen in Potsdam, aber es wird noch vieles zu diskutieren sein auf dem künftigen Brandenburger Weg. Sie sind schon mittendrin: Als die Debatte vorüber ist, stehen CDU-Fraktionschefin Johanna Wanka, das DDR-Opfer Dombrowski und der ehemalige Stasi-Wachmann Luthardt beisammen und unterhalten sich.

Es klingt nach einem sehr zivilisierten Gespräch.


Bleibt also festzuhalten: In der brandenburgischen Landespolitik wird dieses Thema längst nicht so heiß gegessen, wie es auf (medialer) Bundesebene gekocht wurde --- und das dürfte dann wohl auch im Sinne der Bürger dieses Bundeslandes sein.


zuletzt bearbeitet 05.12.2009 07:40 | nach oben springen

#297

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.12.2009 08:38
von Danny_1000 | 166 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
.....
Die Anbiederung des Hn. Platzek ist einfach nur unglaublich und widerlich. Manchmal fragt man sich, ob hier persönliche Gründe gegenüber den gesellschaftlichen überwiegen.
Die Erhaltung der Machtoption für eine rot-rote Regierung auch auf Bundesebene scheint der SPD wichtiger zu sein als ein paar Stasi-Fälle in Brandenburg. Wer sich in diesen Sumpf offen begibt, muss damit rechnen, dass er hier hineingezogen wird.....Gruß, AZ


Ich habe die Debatte am 4.12.2009 zeitweise verfolgt. Die von dir festegestellte Anbiederung Platzecks an die Linken konnte ich nun wahrlich nicht erkennen.

Für mich wurde der ehrliche Versuch Platzecks deutlich, mit diesem düsteren Kapitel der DDR- Geschichte 2o Jahre nach dem Mauerfall angemessen umzugehen. In seiner Rede wirkte er auf mich authentisch (im Gegensatz zu dem einen oder anderen Redner).

Mein Eindruck: Hier redet jemand über eine DDR- Welt, in der er selbst gelebt hat (im Gegensatz zu manch öffentlich bezahlten Möchtegern- Historikern), über Dinge, die er differenziert bewerten kann und über Möglichkeiten eines Dialoges zwischen Opfern und einstigen „Tätern“.

Seine Biographie, sein Intellekt und sein Amt prädestinieren ihn nach meiner Auffassung geradezu für diese Aufgabe.

Als Anhang eine Datei mit Auszügen aus Platzecks Regierungserklärung zum Thema "Schuld und Versöhnung.

Einen netten Gruß
Daniel



Dateianlage:
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Voltaire frz. Philosoph 1694 - 1778)
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#298

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.12.2009 09:08
von manudave (gelöscht)
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Vielleicht sind es aber die öffentlich bezahlten Möchtegern- Historiker, die genau das mit einem gewissen Abstand beurteilen können...

...und nicht jene, die evtl. selbst mal im Strom geschwommen sind.


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#299

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.12.2009 11:11
von Sauerländer (gelöscht)
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Im Zusammenhang mit dem "Outing" des Herrn Luthardt interessiert mich die Erklärung von "Augenzeuge" oben, daß die Abteilung AGM/S mehr gewesen ist als ein simpler Wachdienst.

Ich habe - der Übersichtlichkeit halber - einen eigenen Fred dazu aufgemacht.


[url]http://www.forum-ddr-grenze.de/t2422f80-AGM-S-simpler-Wachdienst-oder-Spezialeinheit.html


zuletzt bearbeitet 05.12.2009 11:15 | nach oben springen

#300

RE: Brandenburg stellt sich der Stasi-Vergangenheit

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.12.2009 12:50
von Merkur | 1.019 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Doch laut Akte versah er einen besonderen Dienst. Er bewachte ein Gebäude der AGM „S“, der Arbeitsgruppe des Ministers Sicherheit. (Eigene Anmerkung: Kann das jemand erklären?)

Jochen Staadt, Forschungsverbund SED-Staat, FU Berlin
„In dem ohne ausgewählten Kreis der Leute, die im „Felix Dzierszynsky Dienst hatten, gehörte er ohne Zweifel zu den besonders zuverlässigen, weil er ein hochgeheimes Objekt bewachte, nicht nur einfach ein Ministerium oder ein offizielles Gebäude, sonder ein Gebäude der am meisten abgeschirmten Einheit, die Terroreinsätze in der Bundesrepublik vorbereitet hat.“ [/b]
(Eig. Anmerkung: Ich erwarte hier einige Äusserungen unserer Insider)



Ich werde dazu antworten, nicht weil Du es erwartest Augenzeuge, sondern darum, weil hier etwas völlig falsches (bewusst?) suggeriert wird.
Luthardt bewachte ein Objekt der AGM/S, mehr nicht. Er hatte keine Kenntnis darüber, was die AGM/S im Detail tat, bzw. hat er nicht an deren Ausbildungsmaßnahmen oder Einsätzen teilgenommen. Andere Wachregimentler bewachten Wandlitz oder die Ausweichführungsstellen der Partei- und Staatsführung (Außenring) usw. Wie zuverlässig müssen diese dann erst gewesen sein ? Besonders sensible Stellen, wie der Innenring des Führungsbunkers 5001 bei Prenden oder der Innenring der Waldsiedlung Wandlitz wurden ausschließlich durch Berufssoldaten der AGM/B bzw. von Angehörigen der HA PS und nicht von UaZ des Wach Rgt. F. Dzierzynski bewacht.
Es geht doch im Prinzip auch gar nicht darum, die Zeit Luthardts im WR objektiv zu bewerten. Luthardt ist ein Teil des Feldzuges von starrsinnigen DDR-Hassern gegen Rot-Rot in Brandenburg.



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