#41

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 23.10.2009 10:23
von Mongibella (gelöscht)
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Aahhh ja...Tine, nu versteh ich das....

....ja und genau wegen den Witterungsverhältnissen ab und an im Winter bin ich auch neugierig ob sich das zur Flucht ausnutzen liess....aber ich weiss nich, wenn hoher Schnee lag, hinterliess man ja auch massenhaft Spuren....wenns nich grad richtig fett am stürmen war...

groetjes vanuit Seveso

Mara


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#42

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 23.10.2009 11:58
von Nordlicht | 185 Beiträge

Zitat von Mongibella
...aber ich weiss nich, wenn hoher Schnee lag, hinterliess man ja auch massenhaft Spuren....wenns nich grad richtig fett am stürmen war...



Wenn ich so an den Winter 78/79 denke - da wird der Schnee so hoch gelegen haben, dass man sich über den Zaun hätte robben können und so mancher Turm wahrscheinlich nicht zugänglich war.Aber dasselbe galt dann auch für einen eventuell Fluchtwilligen, kein Durchkommen, die Infrastruktur und Versorgung war teilweise zusammengebrochen, kein Bahn und Strassenverkehr, die Menschen kamen ja teilweise noch nicht mal aus ihren Häusern heraus.
Und wie du schon schreibst, man wäre im Schnee sofort aufgefallen.
Ich war damals während des Studiums in Kiel und saß dort fest und konnte am Wochenende nicht nach Hause fahren, weil kein Zug mehr fuhr.

Wurden damals die Grenztruppen auch zur Räumung und zur Versorgung der Bevölkerung eingesetzt?


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Viele Grüße von der Küste
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Do, wat Du wullt, de Lüd snackt doch.
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#43

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 23.10.2009 12:07
von Mongibella (gelöscht)
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Ja Nordlicht, ich kann mich auch noch an den Winter erinneren....mein Bruder und ich haben ne Schneehöhle gegraben in eine Schneewehe am Bahnhof von Siedenlangenbeck, ein Stück unter Salzwedel....ja alles stand ein paar Tage still....

Mara


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#44

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 27.10.2009 13:05
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Nordlicht


Wurden damals die Grenztruppen auch zur Räumung und zur Versorgung der Bevölkerung eingesetzt?



Grenztruppen wurden meines Wissens nicht direkt zur Hilfe der Bevölkerung und Wirtschaft eingesetzt, nur dort, wo z. Bsp GT- Pioniere stationiert waren und wo die Beräumung der im grenznahen Gebiet befindlichen Straßen und Zufahrtswege es anbot, d. h., wo die GT selbst diese Straßen und Wege benutzten. Wald- und Forst- und landwirtschaftl. Wege wurden größtenteils von den dam. Staatl. Forstwirtschaftsbetrieben oder LPG`en beräumt bzw. gab es hier direkt abgestimmte Einsatzpläne. Die Wintertechnik der GT (GT- Pioniere), zumindest was ich hier aus dem Bereich Ilsenburg weiß, kam für öffentliche Belange nur auf besondere Anforderung z. Bsp. durch den Rat des Kreises, Kreiskatastrophenkommission und bei extremen Witterungsbedingungen zum Einsatz. Ebenso war es bei anderen Naturereignissen wie Sturm und Hochwasser. Hier galt aber auch immer wie der Grundsatz, die für die Grenzsicherung und Versorgung der Grenztruppen wichtigen Zufahrtswege haben Vorrang.

Im Winter 1978/ 79 waren ja massiv NVA- Soldaten, sogar Soldaten der Sowjetarmee dafür abgestellt, um u. a. mit schwerer Technik die Verkehrswege frei zu halten und um auch aus der Luft Versorgungsaufgaben und Notdienste zu gewährleisten. Als sich die Lage auf den Verkehrswegen einigermaßen normalisierte, wurden auch verstärkt NVA- Soldaten in Schwerpunktbetrieben wie u. a. Braunkohletagebau/ Energieversorgung eingesetzt.


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#45

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 27.10.2009 22:42
von Udo E. (gelöscht)
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Hallo Mongibella
Bei Regen hatten wir unseren Regenumhang und im Winter unsere Winterdienst-
uniform.Beim Ablaufen des K 6 wurde man schon recht warm.Zum sitzen hatten wir
unser Sitzkissen mit.Bei extremer Kälte wurde Tee rausgefahren. Auf unserem
alten Holz-B.Turm an der F 1 wurden im Abstand Zeitungen verbrannt.Warme
Gedanken waren auch gut gegen die Kälte. Ich rede aus der Zeit von 1971/72
Gruß Udo E.


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#46

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 28.10.2009 08:50
von Udo E. (gelöscht)
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Hallo Mongibella
Ich war vom 18.02.1989 bis 27.07.1990 in Rußland (Oblast Perm) an der Erdgastrasse,
da hatten wir Temperaturen bis -46 Grad.War nicht so angenehm.Hab Die Wende auch
dort erlebt.
Gruß Udo E.


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#47

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 28.10.2009 09:03
von Mongibella (gelöscht)
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Hey Udo...jau, das glaub ich dir gerne....mich hat man nach der 2 1/2 jährigen Lehre für Bohrtürme in Kasachstan geworben....ich hatte aber schon in der Lehre ne Feldstation auf der ich auch in Zukunft arbeiten wollte und die mich unbedingt haben wollten....ich hab ja als einzige aus der Klasse nach anderthalb Lehrjahren schon kräftig wie ein Facharbeiter mitgearbeitet in Heidberg....die anderen waren woanders noch mit der Ausbildung beschäftigt....ich hab sozusagen Privatstunden gehabt in Heidberg....hahahaha....

....nee, Kasachstan hätt mich nich gelockt, auch ham se uns versprochen, das wir gutes Geld da verdienen und das die Bohrtürme klimatisiert seien....

Grüsse zurück

Mara


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#48

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 18:27
von Fritz (gelöscht)
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Von 1952-1956 habe ich 4 Winter im Grenzdienst erlebt.War schon immer eine Überwindung aus der geheizten
Unterkunft auf Streife zu gehen,zumal die Ausrüstung in dieser Zeit nicht üppig war.Nicht jeder hatte
Wattezeug oder Filzstiefeln,das wurde meistens untereinander ausgetauscht.Zum trocknen durchfeuchteter Ausrüstung hatte sich eine
Trockenkammer bewährt.Oftmals war man nur auf Winterunterwäsche,Winteruniform und Wintermantel angewiesen,dazu
kam eine Wintermütze mit Ohrenklappen sowie der Schlauchkopfschützer.Nicht selten mussten die Knobelbecher als
Fussbekleidung ausreichen.Da war Bewegung und nur Bewegung als Mittel gegen die Kälte angesagt.Bei sehr extremen
niedrigen Temparaturen wurden empfindliche Gesichtsteile(Nase,Wangen) mit Hirschtalg eingerieben.Trotzdem waren
Erfrierungen hin und wieder an der Tagesordnung.Also zu dieser Zeit nichts mit Standheizung,Sitzkissen ua.
Haben es aber auch überstanden.Fritz


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#49

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 18:52
von karl143 (gelöscht)
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Ich meine, das in meiner Kindheit, so um 60 rum, die Winter ja auch viel kälter und länger waren. Die gibt es ja heute garnicht mehr. Selbst in den 70er Jahren gab es noch viel mehr Schnee. Und der blieb dann auch liegen. Fritz, was nützt dir die beste Standheizung, wenn du dann doch rausmußt.
Zum Glück gabs da aber meißtens einen Ermessensspielraum :-)


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#50

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 20:08
von LEGO | 487 Beiträge

Etwas Balsam auf die Wunden der Forenmitglieder, die nicht mit Webasto oder Eberbächer gesegnet waren:

Auch beim BGS hatte nicht jedes Fahrzeug `ne vernünftige Standheizung. Wenn alte Fahrzeuge zur Ausmusterung anstanden, wurden die schon mal verschärft im Streifendienst eingesetzt. Das waren dann DKW Munga und VW Kübel mit Stoffverdeck oder der allseits beliebte Hanomag. Die hatten dann eine unterdimensionierte Standheizung, die zu alle dem auch gerne mal durch Totalausfall glänzte. Dann sah die Streife im Winter im allgemeinen so aus, daß dort 4 "Michelin-Männchen" mit etlichen Lagen Uniform im Schlafsack auf den Sitzbänken lagen und sich nicht einen Meter aus dem Fahrzeug rausbewegt haben. Von Einsatzfähigkeit keine Spur. Und die von Karl erwähnte bewegliche Beobachtung "konnte ja auch mal ausfallen".
Besser wars mit VW Bus oder Passat. Da hat man die Bude mollig warm bekommen (und man hat auch die bewegliche durchgezogen).

Zur Schneekatastrophe 1979: Ich war als Schleswig-Holsteiner natürlich direkt betroffen; wir sind Einsätze gefahren ohne Ende. Das ging über Polizeiaufgaben, Straßenabsperrungen, Begleitung von Räumfahrzeugen, Freiräumen von Straßen und Versorgung abgeschnittener Ortschaften, bis zur Suche nach Vermißten, Bergung von Personen aus Häusern und Fahrzeugen und auch Leichenfunde. Ich erinnere mich an einen Kollegen, der sich mit einem Mercedes-Geländewagen in ein kleines Dorf durchgeschlagen hatte (unter Verlust zahlreicher Schneeketten) um dringend benötigte Medizin dorthin zu bringen. Den haben die dankbaren Dorfbewohner so abgefüllt, der ist 3 Tage später noch nicht wieder in der Abteilung gewesen.

Noch eines zum Thema Grenze während der Schneekatastrophe. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, haben wir die Grenze in diesen Tagen ein bißchen sich selbst überlassen. Mit den uns zur Verfügung stehenden Fahrzeugen, war es auch nicht so einfach dort hin zu gelangen. Und zu Fuß wäre einem versuchten Selbstmord nahe gekommen. Unterm Strich hatten wir glaub ich in diesen Tagen andere, wichtigere Aufgaben.

LEGO


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#51

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 20:23
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Darüber habe ich schon einmal in einem anderen Thema geschrieben, und zwar über den Sylvesterabend 1979/80 in Leipzig.
Losgezogen bei Plusgraden zum Tanz und zurück weit nach Mitternacht bei Minus 17°C.
Da war ich ein Jahr vom Kanten/Elbgrenze wieder da, Zuhause, und dachte, bist du ein Glückspilz,so wie dein Vater, dem an der Ostfront fast die Füsse abgefroren wären.
Ich wäre eben der Sohn von meinem Vater, so meinte Väterchen Frost zu mir, als wir in der Früh 5 kilometer Nachhause wankten.

R-M-R


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#52

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 21:25
von karl143 (gelöscht)
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Noch eine Ergänzung zu Legos Anmerkungen: Als ich beim BGS anfing (1973) hatten wir im ersten Jahr auch noch den Hanomal AL 28 teilweise als Streifenfahrzeug. Ab Ende 73 so ungefähr, wurden dann die Streifen in BS nur noch mit den VW Bullis gefahren. Die hatten ja alle ne Heizung drin. Ich hatte das Glück, nie im Winter im AL fahren zu müssen. Bis Ende der 60er Jahre fuhren die Streifen in BS jedenfalls noch mit dem Hanomag Plane, wo dann 2 Posten sich auf die Ladefläche setzen durften. Die haben dann richtig frische Luft gehabt. Mit einem Passat wurde bei uns nie Streife gefahren, wohl aber manchmal mit den grauen Bussen mit Wechselkennzeichen. Ansonsten war die Standheizung ne tolle Sache. In Brokdorf habe ich z. B. vier Nächte lieber im Bus geschlafen als im Riesenzelt mit Ölheizung, da hatte ich nach einer Stunde Kopfschmerzen.


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#53

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 21:28
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

na dann frag nicht was bei uns hinten auf dem lo oder w50 los war.kühlschrank pur


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#54

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 21:33
von Mike59 | 7.939 Beiträge

Na mit der Lötlampe wurde es da doch sehr kuschlig,

war nur so extrem laut


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#55

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 21:37
von LEGO | 487 Beiträge

Zitat von karl143
In Brokdorf habe ich z. B. vier Nächte lieber im Bus geschlafen als im Riesenzelt mit Ölheizung, da hatte ich nach einer Stunde Kopfschmerzen.



Du warst auch in Brokdorf?

Toll. Hab Dich gar nicht gesehen. War (zum Glück) auch nur 2 Tage dort!!!!!!!!!!



Gruß LEGO


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#56

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 21:41
von maja64 (gelöscht)
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Zitat von Mike59
Na mit der Lötlampe wurde es da doch sehr kuschlig,

war nur so extrem laut






Vor allem im P3


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#57

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 21:46
von Mike59 | 7.939 Beiträge


Stimmt die Lötlampe gehörte zum P3. Der LO hatte nur so eine Petroleumlampe. Tja so ist das eben - ständiger Abbau.

Mike59


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#58

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 21:53
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von LEGO

Zitat von karl143
In Brokdorf habe ich z. B. vier Nächte lieber im Bus geschlafen als im Riesenzelt mit Ölheizung, da hatte ich nach einer Stunde Kopfschmerzen.



Du warst auch in Brokdorf?

Toll. Hab Dich gar nicht gesehen. War (zum Glück) auch nur 2 Tage dort!!!!!!!!!!



Gruß LEGO



Du bist mir auch nicht aufgefallen. Ich meine mich zu erinnern, das da sehr viele in grün waren :-)


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#59

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 22:15
von maja64 (gelöscht)
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Zitat von Mike59

Stimmt die Lötlampe gehörte zum P3. Der LO hatte nur so eine Petroleumlampe. Tja so ist das eben - ständiger Abbau.

Mike59








Also beim LO kenn ich es so,da wurde die Motorhaupe hochgeklappt und der Bock angeschmießen(bei Kälte war gedecktes und getarntes Handeln erstmal zeitrangig).
War zwar unheimlich laut im Führerhaus,aber nach einer gewissen Zeit auch schön warm.


zuletzt bearbeitet 22.12.2009 22:24 | nach oben springen

#60

RE: Winter an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 22.12.2009 22:48
von Skydiver (gelöscht)
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Im muckerbus hatten wir unseren katalytofen dabei. Bei übungen stand man oft stundenlang sinnlos in der kälte herum, da wars wenigstens drinnen mollig warm.

In den zelten hatten wir nur kanonenöfen, da schwitzten die füsse bei 50 grad während die köpfe fast einfroren. Eines der zelte ging in flammen auf als ein mucker reichlich VK 88 in die glut schüttete. Für den war die übung natürlich gelaufen.


zuletzt bearbeitet 22.12.2009 22:49 | nach oben springen



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