#1

Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 13:56
von Angelo | 12.396 Beiträge

Ein ehemaliger Häftling erzählt über seine Haft im Stasi Gefängnis Hohenschönhausen


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#2

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 14:48
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

so schlimm diese erlebnisse für den einzelnen auch sind man sollte doch nicht noch klischees bedienen.
mario rölling spricht zu recht von einem traumatischen erlebnis, denn dieses ist jede untersuchungshaftanstalt bzw. knast dieser welt.

1.2o "ich wusste nicht wo ich bin"
die aussage ist falsch sie wurde zu beginn der vernehmung dem untersuchungsgefangenen mitgeteilt und musste nach der vernehmung von diesem unterschrieben werden.

1.45 "als gemüselaster getarnt"
auch diese aussage ist falsch. sie wurden weder "als obst-und gemüse" noch als "frischer fisch getarnt". diese aussagen bestätigten auch angehörige des stvo des mdi in anderen foren.
genau so ein schwachsinn wie der "grotewohl-express" in hohenschönhausen.

2.10 "ohne belüftung" und stundenlanges fahren"
beide aussagen sind falsch, die transporter hatten oberhalb des aufbaues eine lüftung. untersuchungsgefangene wurden immer direkt gefahren, keine umwege. wofür?

2.30 "durch stasi-offiziere gedemütigt"
durch stundenlanges schweigen, wie mario rölling selbst aussagt ?

3.50 "war ein wärter menschlich so wurde er ausgetauscht"
typische latrinenparole. wer von den ehem. wärtern hat dieses ausgesagt. die botschaft in der o.g. aussage: alle wärter waren "entmenscht- also wilde tiere..."

4.11 "musste auf den rücken liegen"
gängige praxis überall auf der welt um bei untersuchungsgefangenen den suizigversuch zu unterbinden

7.03 "schuldbewusstsein keine spur"
musste sich jeder anstaltsleiter der welt bisher entschuldigen? warum ausgerechnet dieser? kam es dort zu verbrechen? waren diese ein diplomatisches bzw. sogar ein uno- thema ???

7.50 "entschuldigung - wofür"
die frage die sich förmlich aufdrängt... wofür sollte sich der hem. vernehmer entschuldigen? das wofür wird im gesamten film (außer demütigung durch schweigen) nicht erklärt.


zusammenfassung von mir: ja, es ist sicherlich für jeden ein traumatisches erlebnis im ungewissen zu sein und dann noch eine anstalt von innen zu sehen. da kann die psyche schon einen knicks bekommen. das ist bedauerlich. ich sehe jedoch keinen unterschied zu untersuchungs- bzw. haftanstalten anderer länder.

so leute, wieder feuer frei...stürzt euch auf mich...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#3

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 15:10
von S51 | 3.733 Beiträge

Hm, ich kann wieder einmal die Datei mit dem bericht von dem ehemaligen Häftling nicht öffnen. Deshalb mal in´s Blaue:
Ich habe während meiner Zeit als Schutzpolizist regelmäßig auch U-Häftlinge zu unserer UHA in Rummelsburg begleitet bzw. von dort abgeholt und zum Gericht gebracht.
- Jedesmal wurde vor Antritt der Fahrt dem Häftling genau erklärt, wohin es geht, warum und auf welcher gesetzlicher Grundlage. Oft hat er dann schon gesagt: "Ist ja gut, spar dir den Schei... , kenne ich schon."
- Wenn als Transportfahrzeug nicht eh unser Funkwagen herhalten musste, dann waren es äußerlich zivile Fahrzeuge ohne irgendeine "Tarnaufschrift" und mit Polizeikennzeichen.
- Irrfahrten gab es nicht. Wir hatten ein Spritkontingent und besseres zu tun, als es für Transporte zu verheizen. Sonst konnte es passieren, dass wir Streife laufen mussten.
- Den Barkas kenne ich. Der wurde auch von der Polizei bzw. dem Strafvollzug verwendet. Genauso wie die Eisenbahnwaggons. Letztere kamen immer auf dem Güterbahnhof Berlin-Lichtenberg an. Als Lichtenberger Polizeirevier hatten wir die Bewachung (auch) zu stellen und als Polizeianfänger hatten wir die Aufgabe, dies zu machen.
Da die rechtlichen Grundlagen für uns wie für das MfS die Gleichen waren und ich von diversen "Kunden" nie etwas anderes gehört habe, denke ich schon, dass es dort nicht wesentlich anders ablief.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#4

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 15:53
von turtle | 6.961 Beiträge

Vor Antritt des Transportes wurde mir nicht mitgeteilt wohin ich gebracht werde! In der neuen Haftanstalt wurde mir jedoch gesagt wo ich bin!
Ohne Belüftung kann ich nicht bestätigen. Im Gegensatz zum Grotewohl Express wurde ich mit einem normalen Transporter direkt gefahren! Der Grotewohl Express stand manchmal stundenlang auf irgend einem Abstellgleis. Lag wahrscheinlich an den Fahrplänen zusammen,wo der Wagon zum weitertransport angehängt wurde. Nur auf dem Rücken musste ich nicht liegen.
Allerdings wurde am Tag die Pritsche hochgeklappt! Ja es gab Wärter die schon mal bei Kleinigkeiten wegschauten!
Mir ist nicht bekannt ob sie dadurch Nachteile hatten.
Wenn der Grotewohl Express auch nicht direkt zu Höhenschönhausen gehört,so sind mit Sicherheit viele Ehemaligen Häftlinge aus Höhenschönhausen auch mit diesen transportiert wurden.
Mir war klar das der Vernehmer nicht Kaffee und Kuchen mitbringt.Vernehmungen sind denke ich überall nicht angenehm.
Zum Glück war ich keine Mimose und hab gedacht Du schaffst mich nicht.Das gab mir Kraft.
Heute hasse ich niemanden mehr,ich habe meinen Frieden gemacht! Vergeben und Vergessen kann ich aber auch nicht alles.
Gruß Peter(turtle)


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zuletzt bearbeitet 13.10.2009 15:54 | nach oben springen

#5

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 16:06
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von S51
Hm, ich kann wieder einmal die Datei mit dem bericht von dem ehemaligen Häftling nicht öffnen. Deshalb mal in´s Blaue:
Ich habe während meiner Zeit als Schutzpolizist regelmäßig auch U-Häftlinge zu unserer UHA in Rummelsburg begleitet bzw. von dort abgeholt und zum Gericht gebracht.
- Jedesmal wurde vor Antritt der Fahrt dem Häftling genau erklärt, wohin es geht, warum und auf welcher gesetzlicher Grundlage. Oft hat er dann schon gesagt: "Ist ja gut, spar dir den Schei... , kenne ich schon."
- Wenn als Transportfahrzeug nicht eh unser Funkwagen herhalten musste, dann waren es äußerlich zivile Fahrzeuge ohne irgendeine "Tarnaufschrift" und mit Polizeikennzeichen.
- Irrfahrten gab es nicht. Wir hatten ein Spritkontingent und besseres zu tun, als es für Transporte zu verheizen. Sonst konnte es passieren, dass wir Streife laufen mussten.
- Den Barkas kenne ich. Der wurde auch von der Polizei bzw. dem Strafvollzug verwendet. Genauso wie die Eisenbahnwaggons. Letztere kamen immer auf dem Güterbahnhof Berlin-Lichtenberg an. Als Lichtenberger Polizeirevier hatten wir die Bewachung (auch) zu stellen und als Polizeianfänger hatten wir die Aufgabe, dies zu machen.
Da die rechtlichen Grundlagen für uns wie für das MfS die Gleichen waren und ich von diversen "Kunden" nie etwas anderes gehört habe, denke ich schon, dass es dort nicht wesentlich anders ablief.




Hab die Datei auch nicht öffnen können, darum bei mir auch in`s blaue...

Das mag alles richtig sein, hab weder an Deinen Darstellungen (Erlebnissen) noch an denen von Gilbert Zweifel,
aber es gibt eben immer Hardliner, die ihre Sache, ihre Pflicht "besonders gut" machen wollen, um vor Vorgesetzten zu glänzen, die Karriereleiter schneller emporsteigen wollen und Vorgesetzte, die davon Wind bekommen aber schweigen. 1. auch um mit den Ergebnissen glänzen zu können, 2. um ihre Weste, ihr Nest nicht zu beschmutzen, unnötig Staub aufwirbeln, schlafende Hunde wecken...!
Und es gibt eben auch die Anständigen, die, die sich an Vorschriften halten. Die kann man aber als unbequeme Zeugen relativ schnell loswerden, besonders wenn der Vorgesetzte das will und sich nach und nach ein entsprechendes, linientreues Personal zusammstellen...

Und von diesen schwarzen Schafen gab es bestimmt einige im DDR- Strafvollzug. Für soetwas eignet sich auch nur ein besonderes Klientel: Skrupellos, karrieregeil, niedriger IQ, niedrige Hemmschwelle, schnell käuflich..., wenn man dazu noch die Häftlingshirachie auszunutzen weiß, Schwerkriminelle mit politischen Häftlingen zusammenstopft...!
Und von diesen schwarzen Schafen gibt es auch heute noch genug, nur haben die es nicht so einfach.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#6

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 17:03
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo gilbert. einerseits finde ich es immer gut das du hinter deiner sache ( MFS)stehst. das zeigt das du kein wendehals bist.. aber anderseits finde ich es nicht gut das immer noch einen draufsetzten must. wenn mann deine ausage liest dann kann mann denken der mann und viele andere die im gefängniß gesesen haben lügen. und das finde ich für alle opfer ein schlag ins gesicht. soory. das ist meine meinung.lg glasi



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#7

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 17:25
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
so schlimm diese erlebnisse für den einzelnen auch sind man sollte doch nicht noch klischees bedienen.
mario rölling spricht zu recht von einem traumatischen erlebnis, denn dieses ist jede untersuchungshaftanstalt bzw. knast dieser welt.

.
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zusammenfassung von mir: ja, es ist sicherlich für jeden ein traumatisches erlebnis im ungewissen zu sein und dann noch eine anstalt von innen zu sehen. da kann die psyche schon einen knicks bekommen. das ist bedauerlich. ich sehe jedoch keinen unterschied zu untersuchungs- bzw. haftanstalten anderer länder.

so leute, wieder feuer frei...stürzt euch auf mich...



Wieso feuer frei... für die Wahrheit???

http://www.sopos.org/aufsaetze/454fc2de7989b/1.phtml


Zitat von glasi
hallo gilbert. einerseits finde ich es immer gut das du hinter deiner sache ( MFS)stehst. das zeigt das du kein wendehals bist.. aber anderseits finde ich es nicht gut das immer noch einen draufsetzten must. wenn mann deine ausage liest dann kann mann denken der mann und viele andere die im gefängniß gesesen haben lügen. und das finde ich für alle opfer ein schlag ins gesicht. soory. das ist meine meinung.lg glasi




Nein sie lügen nicht. Sie übertreiben, sie erinnern sich falsch und Formen die Wahrheit einfach ein wenig nach ihrem (damaligen) persönlichem Empfinden.


Mögen sie damals so empfunden haben, kommt heute natürlich auch gut an, er verdient ja jetzt auch sein Gehalt damit, übertreiben tut jeder ehemalige Häftling, aber der entscheidene Punkt ist einfach es stimmt so ganz einfach nicht.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#8

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 17:41
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Felix,erzähl uns die Wahrheit .



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#9

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 17:47
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo felix. was für einen grund sollten sie haben? rache? rache gegen das mfs ?



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#10

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 17:51
von Drewitz | 356 Beiträge

Rache-kann sein...Auch...
Kennt ihr das auch-nach Jahren erinnert man sich nur noch verklärt an die tollen Seiten eines Abenteuers und überhöht diese...Selbes Phänomen andersherum?
Natürlich plus erlebtes-was aber dann schon nicht mehr durch die Gesetze der DDR gedeckt war (meine das Verhalten der Wachen etc pp)

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#11

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 18:11
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Die Wahrheit hat Gilbert doch bereits gut beschrieben....


... ergänzend kann man noch sagen, dass sich die UHA's des MfS und des MdI ja größtenteils auf gemeinsame Vorschriften und DIenstanweisungen stützten. 1969(?) und 1980 wurden von der Generalstaatsanwaltschaft, dem MdI & dem MfS gemeinsame Richtlinien des UH-Vollzuges erlassen. Sicher wurde beim MfS noch ein wenig spezifiziert, aber so riesig waren die Unterschiede nicht. 1986 gab es dann eine absolut eigenständige Regelung zum Vollzug der UH im MfS mit der ja gerade Willkür und Machtmissbrauch verhindert werden sollte.

Gerade aufgrund der Neubauten (UHA der BV NB z.B. Dienstaufnahme `85) war die Unterbringung in einer UHA des MfS bei weitem besser als in einer "gewöhnlichen" des MdI und auch die Verpflegung war besser. Wo die Beitraäge recht haben in den UHA's des MfS gab es eine weitaus strengere Isolation von Mithäftlingen und der Außenwelt, aber das war ja auch so gewollt.

Es gab dafür aber die Möglichkeit kostenlos das Neue Deutschland und die Junge Welt lesen, auch durften kostenpflichtig eigene zeitschriften bestellt werden. Sowas mußte natürlich beantragt werden und wurde dann obwohl die UHA von XIV betrieben wurde von dem zuständigen Ermittler von IX genehmigt oder abgelehnt. Kam natürlich auf den Häftling und die Zusammenarbeit an, außerdem gab es ja noch die Bücherei, aus dieser wurde zugeteilt oder mnache durften auch bestellen (Richtungen angeben z.B.).


Also wie du siehst, soooo unmenschlich wie heute erzählt wird war es nicht. Wie Gilbert sagt, für den einzelnen sicher schlimm und auch eine traumatische Erfahrung, aber nicht viel anders als sonstwo auf der Welt.
Das jetzt jeder Häftling aufgrund seiner Erlebnisse die Sache etwas überspitzt darstellt ist auch verständlich, deshalb sollte man immer genau überlegen was man so glaubt. Niemand sagt es ist gelogen, aber vieles mächtig übertrieben und verzerrt dar gegeben.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#12

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 18:16
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
Nein sie lügen nicht. Sie übertreiben, sie erinnern sich falsch und Formen die Wahrheit einfach ein wenig nach ihrem (damaligen) persönlichem Empfinden.

... was man von Dir absolut nich behaupten kann, nachdem Du die Reine Wahrheit™ kennst. .

Zitat von Feliks D.
Gerade aufgrund der Neubauten (UHA der BV NB z.B. Dienstaufnahme `85) war die Unterbringung in einer UHA des MfS bei weitem besser als in einer "gewöhnlichen" des MdI und auch die Verpflegung war besser.

Ich krieg das Gefuehl die Leute sind bei Euch angestanden...

-Th


zuletzt bearbeitet 13.10.2009 18:18 | nach oben springen

#13

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 18:31
von Drewitz | 356 Beiträge

Ist mal wieder die alte Crux-wir waren nun mal die bösen.Punkt.Und denen glaubt man eben per se nicht.
Wir haben die anderen eingesperrt.Deshalb sind das die guten.Und denen glaubt man eben.Punkt.

Wir wollen eben nur verschleiern,uns reinwaschen und lügen.Sind nunmal so ausgebildet und erzogen.Auch Punkt.
Ist ein Axiom und braucht nicht bewiesen zu werden.


Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


zuletzt bearbeitet 13.10.2009 18:37 | nach oben springen

#14

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:03
von dein1945 (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
Die Wahrheit hat Gilbert doch bereits gut beschrieben....


... ergänzend kann man noch sagen, dass sich die UHA's des MfS und des MdI ja größtenteils auf gemeinsame Vorschriften und DIenstanweisungen stützten. 1969(?) und 1980 wurden von der Generalstaatsanwaltschaft, dem MdI & dem MfS gemeinsame Richtlinien des UH-Vollzuges erlassen. Sicher wurde beim MfS noch ein wenig spezifiziert, aber so riesig waren die Unterschiede nicht. 1986 gab es dann eine absolut eigenständige Regelung zum Vollzug der UH im MfS mit der ja gerade Willkür und Machtmissbrauch verhindert werden sollte.

Gerade aufgrund der Neubauten (UHA der BV NB z.B. Dienstaufnahme `85) war die Unterbringung in einer UHA des MfS bei weitem besser als in einer "gewöhnlichen" des MdI und auch die Verpflegung war besser. Wo die Beitraäge recht haben in den UHA's des MfS gab es eine weitaus strengere Isolation von Mithäftlingen und der Außenwelt, aber das war ja auch so gewollt.

Es gab dafür aber die Möglichkeit kostenlos das Neue Deutschland und die Junge Welt lesen, auch durften kostenpflichtig eigene zeitschriften bestellt werden. Sowas mußte natürlich beantragt werden und wurde dann obwohl die UHA von XIV betrieben wurde von dem zuständigen Ermittler von IX genehmigt oder abgelehnt. Kam natürlich auf den Häftling und die Zusammenarbeit an, außerdem gab es ja noch die Bücherei, aus dieser wurde zugeteilt oder mnache durften auch bestellen (Richtungen angeben z.B.).


Also wie du siehst, soooo unmenschlich wie heute erzählt wird war es nicht. Wie Gilbert sagt, für den einzelnen sicher schlimm und auch eine traumatische Erfahrung, aber nicht viel anders als sonstwo auf der Welt.
Das jetzt jeder Häftling aufgrund seiner Erlebnisse die Sache etwas überspitzt darstellt ist auch verständlich, deshalb sollte man immer genau überlegen was man so glaubt. Niemand sagt es ist gelogen, aber vieles mächtig übertrieben und verzerrt dar gegeben.



Felix,
glaubst Du eigentlich alles selbst was Du so von Dir gibst, oft habe ich den Eindruck auf alles was hier geschrieben wird hast Du eine gegenteilige Meinung, die will ich Dir auch nicht nehmen, hätte bald wieder einen Satz geschrieben, aber das lasse ich lieber, bin schon einmal ins Fettnäppchen getreten, nun zu deinen Zeitungen, habe ebend noch mit einem 78jährigen Nachbarn telefoniert, U-Haft beim MfS in Gera, kein Neubau, noch aus der Kaiserzeit, 10 Monate Einzelzelle, eine Stunde Hofgang in einem Käfig, der wurde auch bei strömenden Regen durchgeführt, einen Kübel in der Zelle für seine Notdurft, einmal am Tag geleert. Das Essen wird heute noch von ihm als Schweinefrass bezeichnet. Das war U-Haft beim MfS. Verurteilt wegen Fluchthilfe zu 9 Jahren, absitzen der Strafe in Rummelsburg auf einem Sondertrackt für Westberliner und Westdeutsche, 1972 auf grund einer Amnestie nach siebeneinhalb Jahren freigekommen, obwohl Amnestie hat man sich die Freilassung noch bezahlen lassen. ( Auskunft erteilt durch das Westberliner Anwaltsbüro Jürgen Stange )Laut eigener Aussage in siebeneinhalb Jahren nicht eine einzige Zeitung, einmal die Woche "Schwarzer Kanal", offiziel, wenn kein Platz war, dann ebend nicht. Jeden Tag 9 Stunden arbeiten für eine große DDR Elektrofirma, Name fällt ihm nicht mehr ein. Nur wenn die zivilen Vorarbeiter mal ihre Zeitung vergessen haben, konnte er mal reinschauen.
Nun wirst Du sicher wieder hinterfragen, woher weis der das ! Ich hab dem Mann vor zwei Jahren dabei geholfen die "Opferrente" zu beantragen und da hat er mir die ganze Geschichte erzählt, bzw. habe ich seine Unterlagen gelesen, mit seinem Einverständnis.Aber um sicher zu sein hab ich ihn nochmal angerufen. Ich glaube kaum das ein 78 jähriger mir hier etwas vorschwindelt.
Und dann bestreitest Du es wäre nicht voll daneben gewesen,
Gruß aus Berlin


Lutze und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#15

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:04
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Drewitz
Ist mal wieder die alte Crux-wir waren nun mal die bösen.Punkt.Und denen glaubt man eben per se nicht.
Wir haben die anderen eingesperrt.Deshalb sind das die guten.Und denen glaubt man eben.Punkt.

Wir wollen eben nur verschleiern,uns reinwaschen und lügen.Sind nunmal so ausgebildet und erzogen.Auch Punkt.
Ist ein Axiom und braucht nicht bewiesen zu werden.


Drewitz


Tja Drewitz,diese Meinung ist in den Köpfen von vielen drin,das kriegst auch(fast) nicht mehr raus.
Gerade deshalb ist es wichtig,das wir euch hier haben,um euren Standpunkt zu hören.Seine persönliche
Meinung muss sich jeder dann selber bilden.



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#16

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:09
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Wenn ich das hier so lese mit den Untersuchungshaftanstalten des MfS.Das kommt ja so rüber ob es Ferienheime vom FDGB waren.Warum sollte ein Häftling eine Zeitung lesen wie das Neue Deutschland oder die Junge Welt.Wenn er schon aus Politischen Gründen nur weil er anders dachte und eine andere Weltanschaung hatte dort weggesperrt wurde.Und das ist nicht mit besseres Essen und Unterbringung abgetan.Man sollte sich mal die Frage stellen,warum schuf sich so ein System so einen Machtapperat.Wie das MfS (Möchte aber gleich sagen,OK einen Geheimdienst hat jeder Staat):Aber warum so ein Machtinstrument der das eigene Volk im Visier hatte.Warum die paramilitärischen Einheiten der Kampfgruppen.Kann es sein,das den Herrschenden seit dem 17 Juni1953 die Angst im Nacken saß.Weil sie nicht die Mehrheit des eigenen Volkes auf ihre Seite hatten.Also mußte man sich so ein Machtinstrument schaffen.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo dein 1945

meine Schilderungen beziehen sich auf die Zeit ab so 1980 rum. Du beschreibst einen Zustand von 1963 (1972 entlassen - 9). Über diese Zeit habe ich keine Erkenntnisse, diese fällt ja noch in die Zeit vor der ersten gemeinsame Richtlinie so 1969. Zu der Zeit dürften die Zustände wirklich noch ganz andere gewesen sein, aber da wohnten auch die meisten normalen Menschen in der DDR noch in Behausungen aus der Kaiserzeit.

Also will ich deinem 72 Jährigen durchaus glauben schenken.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#18

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:11
von dein1945 (gelöscht)
avatar

[quote="Drewitz"]Ist mal wieder die alte Crux-wir waren nun mal die bösen.Punkt.Und denen glaubt man eben per se nicht.
Wir haben die anderen eingesperrt.Deshalb sind das die guten.Und denen glaubt man eben.Punkt.

Wir wollen eben nur verschleiern,uns reinwaschen und lügen.Sind nunmal so ausgebildet und erzogen.Auch Punkt.
Ist ein Axiom und braucht nicht bewiesen zu werden.

Kaum zu Glauben! Du hast mir doch nur den Stempel in meinen Pass gedrückt, kann man eigentlich am Stempel erkennen wer den rein gehauen hat?
Kann mich nach soviel Jahren nicht mehr daran erinnern, aber kann ja sein das ich auch einen von Dir habe, damals silberner Audi 100, Reisepass aus OB !


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#19

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:14
von turtle | 6.961 Beiträge

Danke Rostocker für Deinen Beitrag!
Gruß Peter(turtle)


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#20

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.10.2009 19:32
von glasi | 2.815 Beiträge

tja. ich weiß nicht was diese dikusion bringen soll. gefangene schreiben wie sie es empfunden haben. unsere freunde des mfs sagen es war nicht schlimm. wie soll das jetzt weitergehen?



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