#181

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 16:53
von X-X-X (gelöscht)
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Viel Arbeit gibt es nicht fuer ehemalige Spione...


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#182

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 17:19
von Alfred | 6.841 Beiträge

FSK,

ich empfehle mal ausgiebige Gespräche mit Personen die ín der BRD oder der USA in haft saßen bzw. über entsprechende Vernehmungen.

Aktuelle Mitarbeiter mit entsprechender Tätigkeit werden sich über deine Einscätzungen mehr oder weniger auf die Schenkel klopfen.


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#183

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 17:22
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Na dann gleich noch ein Schenkelklopfer!!

Was die Willkür im Unrechtsstaat DDR genau illustriert, ist nicht zuletzt auch die Tatsache, daß bei politischen Prozessen das Urteil nicht selten schon feststand.

Noch kurioser ist, daß Todesurteile überhaupt gar nicht durch die Marionetten in der Justiz verhängt wurden. Sondern in politischen Gremien. Oder (...wie in einer billigen Bananenrepublik) durch den "Anführer"...

In Antwort auf:
...Todesurteile wurden nicht von unabhängigen Gerichten nach gründlicher Beweisaufnahme ausgesprochen, sondern standen bereits vor Prozessbeginn fest und waren mit der Staatsführung abgestimmt. Dazu reichte die Staatsanwaltschaft den Vorschlag auf Verhängung der Todesstrafe beim Politbüro ein. Dieses nickte die Vorlage in der Regel ab: im Protokoll der Politbürositzungen ist dann üblicherweise nur die Zustimmung des Gremiums vermerkt, ohne dass das Wort „Todesstrafe“ überhaupt erwähnt wird. In den späteren Jahren war dann nicht einmal mehr das Politbüro involviert. Stattdessen trafen die Staatschefs Walter Ulbricht bzw. Erich Honecker offenbar allein Entscheidungen über Leben oder Tod...



Quelle:
http://www.todesstrafe.de/artikel/80/Die..._Verfahren.html

Der große, weise Anführer legt die Strafe vor Prozessbeginn fest! Kopp ab? Daumen "hoch" oder "runter"....

Ein mieser, kleiner Unrechtsstaat!

So nenne ich es, wo so etwas möglich ist....


zuletzt bearbeitet 27.10.2009 17:29 | nach oben springen

#184

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 17:53
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von FSK-Veteran

Was die Willkür im Unrechtsstaat DDR genau illustriert, ist nicht zuletzt auch die Tatsache, daß bei politischen Prozessen das Urteil nicht selten schon feststand.



Genau das ist der Punkt. Es wäre langsam an der Zeit lieber Alfred, das du dies einfach mal zugibst. Dann können wir auf einer anderen Ebene weitermachen.


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#185

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 17:58
von Alfred | 6.841 Beiträge

Augenzeuge,


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#186

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 18:08
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Alfred
Augenzeuge,





;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Daß Dir das am Arsch vorbei geht, ist mir schon länger klar!!


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#187

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 18:09
von Sonny (gelöscht)
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Ich verstehe die ganze Diskussion über den Begriff "Unrechtsstaat" auch nicht so ganz. Das Gegenteil davon wäre ein Rechtsstaat --- daß die DDR ein solcher gewesen wäre, wird niemand ernsthaft behaupten können.


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#188

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 18:17
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Lieber Augenzeuge!
es zeichnet den Buddhisten aus, daß er jedem Menschen seinen Glauben lässt!

Schade. Ich hab´ ja noch ordentlich Munition bereitgelegt. Bin gerade so gut in Form. Aber da kommt anscheinend nischt mehr...

Muß ick ´se eben "einfach so" verschießen....

Die Lächerlichkeiten, die Ermittlungsorgane und Justiz im Unrechtsstaat DDR ein weiteres mal treffend bezeichnen, sind hier in einer genauen Schilderung wiedergegeben:

In Antwort auf:
....Am Ende waren die zermürbten Gefangenen bereit, alles, mochte es auch noch so grotesk und abstrus sein, zuzugeben.

Willibald Schuster ist der einzige heute noch Lebende unter den damals Angeklagten. Er ist inzwischen 65 Jahre alt und lebt in Bad Homburg. Dr. Grasemann hat brieflichen Kontakt zu ihm und zitierte aus einem Schreiben vom 22.2.1993, in dem Schuster ausführlich die Vorbereitung und Durchführung der Prozeß-Farce schilderte: "Es mußten die Rollen-Spiele vom ZK und MfS erdacht werden, die Rollen mußten geschrieben werden. Wir mußten erst vorher kaputtgemacht werden, daß wir die einzelnen Rollen übernahmen. Uns wurden diese erdachten Rollen vor dem Prozeß zeitweise durch die Stasi ausgehändigt. Wir mußten proben und proben, auch die Gesten und Aussprachen wurden dabei nicht vergessen. Als wir die erdachten Greueltaten auswendig konnten, war dann die Generalprobe im Keller von Hohenschönhausen.
Der Ankläger vom Obersten Gericht machte sich dann dort die Mühe und probte mit uns das Stück nochmals vorher durch und so war dann die 'Uraufführung' beim Obersten Gericht 'ein voller Erfolg'. Auch beim Obersten Gericht noch bekamen wir auch wieder was gemixt und mußten es löffelweise einnehmen. Mein Verteidiger wunderte sich nach diesem Drink über das besonders aufgekratzte Verhalten von Benkowitz und Kogel. Es gab dann auch bei der ganzen 'Theater-Aufführung' keinen Versprecher, denn wir kannten ja alle vorher bereits die Fragestellung."

Dabei ist die Unwahrheit dieser erpreßten und gefälschten Geständnisse angeblicher Sabotageakte und Bombenanschläge (die nicht nur niemals durchgeführt, sondern auch niemals geplant worden waren!) oft auf eine fast tragikomische Weise leicht zu erkennen. So ist von einer Stinkbombe die Rede, die Benkowitz zur Störung von Versammlungen benutzen wollte, die aber in einem Teich gelandet sein soll (eine Bombe für mehrere Versammlungen?!). Oder: Der Angeklagte Schuster habe seine Dienststellung als Reichsbahnangestellter ausgenutzt, um den Eisenbahnverkehr, insbesondere den Güterumschlag zu verlangsamen, indem er die Vorschriften und Anweisungen bürokratisch ausgelegt habe. Man beachte die Folgen, die das Urteil so beschreibt: Es gelang ihm, den Güterverkehr "in erheblichem Umfang" zu verzögern, "ohne daß dies bemerkt wurde". Wahrhaftig, eine effektive Schädlingstätigkeit! (Das Urteil wurde zur Abschreckung und politpädagogischen Belehrung vollständig abgedruckt in der Ost-Berliner Fachzeitschrift "Neue Justiz", Nr. 8/1955, S. 411 f.)

Wer die Rechtspolitik in diesem Staate bestimmte und wie über das Schicksal von Menschen entschieden wurde, zeigt auch die folgende Hausmitteilung des Leiters der Abteilung Staatliche Organe beim ZK der SED, Klaus Sorgenicht, mit der dieser sich am 13.6.1955 direkt an Ulbricht wandte: "Betrifft: Prozeß gegen fünf Agenten der KgU (Benkowitz und andere) ... Die Hauptverhandlung soll am 21.Juni 1955 beim Obersten Gericht beginnen. Sie soll öffentlich durchgeführt werden ... Die Kommission schlägt folgende Strafe vor: Benkowitz Todesstrafe - Kogel, Schuster, Kammacher, Busch zwischen 15 und 10 Jahren." (Zentrales Parteiarchiv der SED [ZPA], Reg.-Nr. IV/2/13)

Ulbricht hat dann handschriftlich in einem Fall - Hans Dietrich Kogel - den "Vorschlag" für eine zeitlich begrenzte Zuchthausstrafe in "Todesstrafe" abgeändert.



Quelle:
http://www.tellus-international.de.livem....html?995300033

So waren sie. Die kleinen Gauner und Handlanger, die sich als "Ermittler" und als Wächter für die wahre, einzig richtige "Ordnung" aufspielten...

Einen Termin beim Psychologen hätten eher alle dringend benötigt!
Der sie schonend vom Wahn abbringt, sie hätten die allein seelig machende Wahrheit gepachtet. Ein Psycholge, der ihnen schonend vor Augen hält, was für ein Wahn es ist, deshalb zu glauben, man könnte mit den Menschen so zerstörerisch umspringen, wie sie es teilweise (als die wahren Besitzer des Stein´s der Weisen) herablassend und menschenverachtend getan haben...


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#189

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 19:14
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von FSK-Veteran
Jeder weiß, daß z.B. Journalisten oder Juristen (wie Walter Linse) vor dem Mauerbau von der Stasi entführt wurden. Rechtsanwalt W.Linse arbeitete für den West-Berliner Untersuchungsausschuss Freiheitlicher Juristen (UFJ), der Menschenrechtsverletzungen in der DDR dokumentierte. Er wurde vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im Juli 1952 nach Ost-Berlin entführt und im Moskauer Butyrka-Gefängnis hingerichtet.
Ich meine: da muß ich doch nicht groß diskutieren, ob nun eine Wasser-Folter, eine Spitzhacke oder eine Gewehrsalve zum Einsatz kam, um ihn für das freie Wort einfach zu ermorden.



Linse war kein unbescholtener Westberliner Rechtsanwalt. Da ja heute gern in Opfer und Täter kategorisiert wird, ist folgendes sicher nicht uninteressant:
Linse war promovierter Jurist, Mitglied der NSDAP und als Referent der Industrie- und Handelskammer Chemnitz seit 1938 für die Bearbeitung von Entjudungsvorgängen verantwortlich. Bis 1941 besorgte er die Arisierung jüdischer Gewerbebetriebe im Chemnitzer Bereich. Nach Abschluss dieser Arisierung übernahm L. Aufgaben im Rahmen des totalen Kriegseinsatzes bei der Koordinierung von jüdischer Zwangsarbeit.
Das sollte man bei der Bewertung der Person nicht außer acht lassen.



zuletzt bearbeitet 27.10.2009 19:14 | nach oben springen

#190

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 19:23
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Hallo Merkur,

ist in diesem Zusammenhang vollkommen unwichtig.
Nimm nicht Linse. Nimm Bialek

In Antwort auf:
Verschleppt im Auftrag der Stasi
Über 400 Westdeutsche wurden gewaltsam von der DDR verschleppt. In den Stasi-Akten findet man von den Geheimaktionen oft nur versteckte Hinweise. Jetzt beschreibt eine Studie erstmals systematisch den staatlich angeordneten Menschenraub.

AFP Stasi-Akten in Berlin Es klingt wie eine Szene aus einem Agententhriller: West-Berlin im Februar 1956. Der ehemalige SED-Funktionär und DDR-Flüchtling Robert Bialek möchte den Tag gemütlich in einer Kneipe ausklingen lassen. Er bestellt ein Bier, trinkt und fühlt sich mit einem Mal sehr unwohl. Als der 40-Jährige wieder zu sich kommt, befindet er sich in einem DDR-Gefängnis. Bialek ist ein Stasi-Entführungsopfer, wie es sie in den 50er-Jahren zu Hunderten gab. Eine Studie beschreibt nun erstmals systematisch, wie die DDR die Westdeutschen in ihre Gewalt brachte



Quelle:
http://www.focus.de/politik/deutschland/...aid_436028.html

Für das freie Wort wurden Menschen entführt und umgebracht.

Sehr bezeichnend...


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#191

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 19:35
von Augenzeuge (gelöscht)
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Merkur- was soll diese Halbinformation?
War die Verantwortlichkeit für Entjudungsvorgänge Linses denn damals bewiesen? Ich denke nicht. Gibt es eine Rechtfertigung der Entführung durch das MFS? Warum wurde er 1996 als politisches Opfer durch den russischen Generalstaatsanwalt sonst rehabilitiert?

Linse musste sich wegen zweier Denunziationen 1945 und 1948 rechtfertigen, die seine frühere Mitgliedschaft in der NSDAP zur Anzeige brachten. Im Juni 1945 wurde ihm durch einen Mitbürger namens Eugen Fischer bescheinigt, dass er während des Krieges einer Widerstandsgruppe mit Namen „Ciphero“ angehört habe, die jedoch nur durch zwei derartige Erklärungen Fischers und ansonsten nicht weiter bezeugt ist. Auch in späteren Jahren wurde ihm noch einmal durch einen Brief bescheinigt, dass er "unter Aufopferung seiner Existenz" zur Rettung eines Juden aus dem KZ Buchenwald beigetragen habe. Die durch die Denunziationen ausgelösten polizeilichen Ermittlungen blieben jeweils ohne Ergebnis, Linse zog daraus jedoch die Konsequenz, dass er 1945 ein kurzzeitiges Engagement in der LDP wieder beendete und seinen Wunsch, Wirtschaftsminister zu werden, nicht weiter verfolgte.

Linse stieg zum Hauptgeschäftsführer der IHK auf und führte in dieser Funktion 1946/47 die Entnazifizierung der steuer- und wirtschaftsberatenden Berufe bei der IHK Chemnitz durch, wobei der von ihm geleitete Ausschuss in den entsprechenden Prüfungsverfahren in einigen Fällen auch schwerbelasteten Personen die Genehmigung zur Weiterführung ihres Berufs erteilt haben soll.

Er blieb bis Juni 1949 als Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz tätig und soll zu dieser Zeit der letzte IHK-Hauptgeschäftsführer in der Sowjetischen Besatzungszone gewesen sein, der noch nicht Mitglied der SED geworden war.


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#192

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 19:46
von Merkur | 1.018 Beiträge

Augenzeuge,

wenn mit Linse alles okay war, dann frage ich mich, warum die Gedenkstätte Hohenschönhausen 2007 bei der Preisverleihung zurückgerudert ist ? Nach Deinem Beitrag war er ja ein Widerstandskämpfer und wäre somit sicher ein würdiger Preisträger.



zuletzt bearbeitet 27.10.2009 19:47 | nach oben springen

#193

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 19:48
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo, Jörg,

unabhängig von der Entführung und Hinrichtung von Walter Linse muss man ehrlicherweise zugeben, dass in neuerer Zeit und mit neueren Forschungsergebnissen ein Umdenken bezüglich seiner Person eingesetzt hat. Ich zitiere (mal wieder) Wikipedia:

Im Auftrag des Landesbeauftragten legte der Jurist und Historiker Klaus Bästlein im September 2007 ein Gutachten zur Rolle Linses in den Jahren bis 1949 vor, das sich mit der Arbeit Kirschs kritisch auseinandersetzte und auf der Grundlage eigener Prüfung von Archivunterlagen und persönlichen Aufzeichnungen Linses zu dem Ergebnis kam, dass Linse sich zwar über seine Amtstätigkeit hinaus nicht mit antisemitischen Erklärungen hervorgetan habe, aber nicht nur als „Gehilfe“ des NS-Regimes, sondern aus historischer Sicht als ein „NS-Täter“ anzusehen sei, der die „Tatherrschaft“ bei der die wirtschaftlichen Ausplünderung der Juden im Chemnitzer Bezirk gehabt und sich nicht davor gescheut habe, „Juden in massiver Weise unter Druck zu setzen oder bei der Gestapo zu denunzieren“.[4] Nachdem auch der wissenschaftliche Beirat der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen den Förderverein aufgefordert hatte, wegen des noch ungeklärten Umfangs von Linses Verantwortung für NS-Unrecht auf diesen Namen zu verzichten,[5] zog der Förderverein am 6. Dezember 2007 diesen Namen zurück und gab bekannt, dass der Preis stattdessen „Hohenschönhausen-Preis zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur“ heißen solle.

Das hat nun nichts mit Hohenschönhausen direkt zu tun, aber mit historischer Wahrheit.

Gruss

icke



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#194

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 19:56
von FSK-Veteran (gelöscht)
avatar

@Augenzeuge, laß Dich doch nicht auf Linse festnageln.

Es gibt so irre viel Beispiele, wie sich diese kleine, miese Dikatatur durch willige Helfer sonnengottähnlich aufspielte, um Menschen mal locker hinzurichten, weil sie z.B. den falschen Sender hörten oder/und sich kritisch geäußert haben.

In Antwort auf:
Der Erste Sekretär des ZK der SED vermerkt auf dem fatalen Papier handschriftlich:
„Einverstanden/W. Ulbricht“,
streicht aber das für Joachim Wiebach avisierte Strafmaß durch und ersetzt das
Diktum „lebenslängliches Zuchthaus“ durch die verhängnisvollen Wörter: „Vorschlag:
Todesurteil“.
Ein tödliches Präjudiz des Parteichefs.

Der Prozess

Der Prozess wurde an zwei Verhandlungstagen, am 24. und am 25. Juni, vor
dem 1. Strafsenat des Obersten Gerichts vor „erweiterter Öffentlichkeit“ durchgepeitscht,
zugegen waren bestellte Betriebsdelegationen und ausgesuchte Vertreter
von Presse, Rundfunk und Wochenschau. Die Anklage vertraten Generalstaatsanwalt
Ernst Melsheimer und Staatsanwalt Walter Piehl. Sie gründeten die Anklage auf den so genannten Boykotthetze-Artikel 6 der ersten DDR-Verfassung,der in Absatz 2 eine rechtsstaatswidrige Generalklausel ohne Tatbestandsdefinition
und Strafrahmen enthielt.Sie wurde bis 1958 als Strafgesetz missbraucht. Zum anderen stützte sich
die Anklage auf eine windige Bestimmung der Kontrollrats-Direktive Nr. 38,
die in Abschnitt II, Artikel III A III, die Erfindung und Verbreitung friedensgefährdender
Gerüchte unter Strafe stellte. Als Vorsitzender des 1. Strafsenats
amtierte der damalige Präsident des Obersten Gerichts, Kurt Schumann (1908
bis 1989), ein beflissener Opportunist. Bezeichnenderweise war er, ein ehemaliges
Mitglied der NSDAP, nach dem zweiten juristischen Staatsexamen in den
Heeresjustizdienst der Deutschen Wehrmacht eingetreten. 1942 als Kriegsgerichtsrat
an der Ostfront eingesetzt, geriet er bei Stalingrad in Kriegsgefangenschaft.



Das nur zum Thema "nationalsozialisten in der DDR Justiz

In Antwort auf:
Die verhängten Strafen entsprachen imWesentlichen den „Vorschlägen“ in Sorgenichts
Hausmitteilung. Joachim Wiebach wurde infolge Ulbrichts Eingreifen
mit dem Tode bestraft statt mit lebenslänglichem Zuchthaus. Da das Oberste
Gericht seinerzeit in erster und letzter Instanz entschied, erlangte das Terrorurteil
unmittelbar Rechtskraft.

Die Vollstreckung
Das Todesurteil wurde am 13. September 1955 in der Untersuchungshaftanstalt I in
Dresden vollstreckt. Dort war eine Guillotine errichtet worden. Der 29-Jährige
musste nachts um 2.00 Uhr sterben. Ein Gnadengesuch seiner Eltern, die von dem
Todesurteil aus der Zeitung erfahren hatten, wurde von DDR-Präsident Wilhelm
Pieck abgelehnt, obwohl die Richter des Ersten Strafsenates es sogar befürwortet hatten



Quelle:
http://www.kas.de/wf/doc/kas_6766-544-1-30.pdf

So war das in der DDR. Die großen, weisen Führer spielen lieber Gott!
Und richten halbe Kinder hin, weil sie RIAS gehört haben. Das war die DDR. Aus diesem Geist sind später SM-70 und Psychofolter a la Potsdam-Eiche zu erklären.

Im Unrechtsstaat DDR waren Zweifel am herrschenden Staats-Glauben nicht zugelassen. Wie in einer Sekte.

Finger "hoch" oder "runter". Marjonetten als Justiz-Auftragsempfänger des gerade herrschenden Despoten und seiner Clique. Das war die Justiz in der DDR. Die "Ermittler" in der U-Haft waren die Handlanger, die (anhand der vielen Beispiele ersichtlich) die Aussagen zu bringen hatten, die man gerne hören wollte....


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zuletzt bearbeitet 27.10.2009 20:03 | nach oben springen

#195

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 20:03
von Augenzeuge (gelöscht)
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merkur,

frage doch nicht Dinge, die du genau weisst. Aufgrund der kontroversen Debatte und der unklaren Verantwortlichkeiten im 3. Reich, welche seltsamerweise kurz vor der Preisverleihung, von wem auch immer, nachrichtlich gestreut worden, wurde die Preisverleihung nicht durchgeführt.
Im übrigen sind die Informationen in meinem Beitrag allgemein bekannt und bewiesen.

Möchtest du die Entführung Linses wirklich rechtfertigen?


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#196

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 20:07
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Ist doch wurscht. Wichtig ist:
Wahlweise jeweils das Politbüro, Honecker und Ulbricht haben in der DDR die Todesurteile verhängt. Vor dem Prozeßauftakt! Nicht das Gericht.

Justiz in der DDR? Das war alles billiges Theater. Mehr nicht....


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#197

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 20:12
von manudave (gelöscht)
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...ja aber, doch nicht im Rechtsstaat DDR... ...ich kanns net glauben...

Wenn es ja nicht so traurig wäre, man könnte über die Leugnung solcher Sachen lachen.


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#198

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 20:18
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Zitat von manudave
...ja aber, doch nicht im Rechtsstaat DDR....



DDR-"Rechts-Staat" jetzt wegen dem im RIAS-Prozeß (bereits in der Heeresjustiz schon 1942 als Kriegsgerichtsrat
an der Ostfront eingesetzten) NSDAP-Richter?


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zuletzt bearbeitet 27.10.2009 20:22 | nach oben springen

#199

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.11.2009 19:12
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow


1.45 "als gemüselaster getarnt"
auch diese aussage ist falsch. sie wurden weder "als obst-und gemüse" noch als "frischer fisch getarnt". diese aussagen bestätigten auch angehörige des stvo des mdi in anderen foren.
genau so ein schwachsinn wie der "grotewohl-express" in hohenschönhausen.

so leute, wieder feuer frei...stürzt euch auf mich...



Hallo.

Ich wurde 1988 im März von der Haftanstalt Zeithain, von ein Robur auch LO genannt, zur Abschiebung in die BRD via Karl-Marx-Stadt abgeholt. Eindeutig und nicht zu übersehen war der Name eines Fischkombinats zu sehen.

Ein anderes Kapitel war das wir im Vollzug Zeithain (Stahlwerk Riesa) für Krupp und Mannesmann Stahl im Akkord produzieren mussten. Schön nicht? Stahl für den Westen. Keine Arbeitsschuhe keine Handschuhe weder ein Schutz für die Ohren. Ende der Geschichte ist das ich seit über 20Jahren ein Tinitus habe.
Egal es hat sich alles gelohnt, meine Freiheit und die nimmt mir kein Mensch mehr - bis zum jüngsten Tag!!!!!!!


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#200

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.11.2009 19:31
von Augenzeuge (gelöscht)
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Hallo freedom,
ich begrüsse dich in unserem Forum. Es ist schön, dass du dich an unserem allgegenwärtigen Thema beteiligst, trotzdem bitte ich dich um ein kurze Vorstellung. Schreib kurz wer du bist, was du machst und wie du uns hier gefunden hast.
Dafür haben wir einen extra Thread. Danke- und weiterhin viel Spass dabei!

Gruss, Augenzeuge


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