#161

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.10.2009 20:59
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Scorn Du hast hier Deine Gedanken niedergeschrieben und das ist OK:Macht hier jeder andere auch.
Ich Respektiere eigendlich jede Meinung--wie ich drüber denke und sie verarbeite ist eine andere Sache.U


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#162

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 12:15
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Ich habe mich ja irgendwann früher hier schon mal zu Wort gemeldet. Sicherlich gab es nach meinem Wissen auf Seiten der Gedenkstätte auch fehlerhafte Informationenen, die dann richtig gestellt wurden. Sicherlich ist die "Wasserzelle" aus NKWD-Zeiten im Nachhinein eingebaut worden, was auf Führungen aber auch immer wieder gesagt wurde. Nur verstehe ich die ganze klein-kleine Diskussion nicht ganz.

Ich meine: jedes Kind kann sich auf Ton-Dokumentationen anhören, daß Stasi-Chef Mielke auf seinen Feiern in den 70gern Massenmörder Stalin hochleben ließ. Jedes Kind kann zur Kenntnis nehmen, daß er zum Besten gab, daß er als Tschekist Einige sofort am liebsten gleich erschiessen würde "....kurzen Prozeß machen...", wenn er nur in der Sowjetunion wäre, wo es kein großes Aufheben gäbe...

Jeder weiß, daß z.B. Journalisten oder Juristen (wie Walter Linse) vor dem Mauerbau von der Stasi entführt wurden. Rechtsanwalt W.Linse arbeitete für den West-Berliner Untersuchungsausschuss Freiheitlicher Juristen (UFJ), der Menschenrechtsverletzungen in der DDR dokumentierte. Er wurde vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im Juli 1952 nach Ost-Berlin entführt und im Moskauer Butyrka-Gefängnis hingerichtet.
Ich meine: da muß ich doch nicht groß diskutieren, ob nun eine Wasser-Folter, eine Spitzhacke oder eine Gewehrsalve zum Einsatz kam, um ihn für das freie Wort einfach zu ermorden.


Unrechtsstaaat ist Unrechtsstaat. Das der oberste Tschekist (Oberprolet Mielke) obendrein auf Tonbandaufnahmen nachweislich beim schwadronieren über Methoden eines Unrechtsstaates aus dem Schwärmen kaum noch heraus kommt, ist nur eine kleine Randnotiz, die bezeichnendes Licht auf alle Figuren wirft, die in den 50gern Stalin angeschwärmt haben. Und 1989 immer noch das Sagen hatten....

Das die Vernehmer von Potsdam-Eiche bis zum Schluß in Potsdam-Eiche gelehrt bekamen, wie man Persönlichkeiten zerstört, um "Geständnisse" zu erpressen, ist bekannt. Insofern reicht es doch vollkommen aus, daß man weiß, daß durch die Terror-Methoden im MfS-Knast, die Opfer bis heute kaum reparable Schäden davon getragen haben....

Ist doch alles sonneklar! Ich verstehe die ganze Aufregung überhaupt nicht...


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#163

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 13:06
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von FSK-Veteran
Ich habe mich ja irgendwann früher hier schon mal zu Wort gemeldet. Sicherlich gab es nach meinem Wissen auf Seiten der Gedenkstätte auch fehlerhafte Informationenen, die dann richtig gestellt wurden. Sicherlich ist die "Wasserzelle" aus NKWD-Zeiten im Nachhinein eingebaut worden, was auf Führungen aber auch immer wieder gesagt wurde. Nur verstehe ich die ganze klein-kleine Diskussion nicht ganz.

Ich meine: jedes Kind kann sich auf Ton-Dokumentationen anhören, daß Stasi-Chef Mielke auf seinen Feiern in den 70gern Massenmörder Stalin hochleben ließ. Jedes Kind kann zur Kenntnis nehmen, daß er zum Besten gab, daß er als Tschekist Einige sofort am liebsten gleich erschiessen würde "....kurzen Prozeß machen...", wenn er nur in der Sowjetunion wäre, wo es kein großes Aufheben gäbe...

Jeder weiß, daß z.B. Journalisten oder Juristen (wie Walter Linse) vor dem Mauerbau von der Stasi entführt wurden. Rechtsanwalt W.Linse arbeitete für den West-Berliner Untersuchungsausschuss Freiheitlicher Juristen (UFJ), der Menschenrechtsverletzungen in der DDR dokumentierte. Er wurde vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im Juli 1952 nach Ost-Berlin entführt und im Moskauer Butyrka-Gefängnis hingerichtet.
Ich meine: da muß ich doch nicht groß diskutieren, ob nun eine Wasser-Folter, eine Spitzhacke oder eine Gewehrsalve zum Einsatz kam, um ihn für das freie Wort einfach zu ermorden.


Unrechtsstaaat ist Unrechtsstaat. Das der oberste Tschekist (Oberprolet Mielke) obendrein auf Tonbandaufnahmen nachweislich beim schwadronieren über Methoden eines Unrechtsstaates aus dem Schwärmen kaum noch heraus kommt, ist nur eine kleine Randnotiz, die bezeichnendes Licht auf alle Figuren wirft, die in den 50gern Stalin angeschwärmt haben. Und 1989 immer noch das Sagen hatten....

Das die Vernehmer von Potsdam-Eiche bis zum Schluß in Potsdam-Eiche gelehrt bekamen, wie man Persönlichkeiten zerstört, um "Geständnisse" zu erpressen, ist bekannt. Insofern reicht es doch vollkommen aus, daß man weiß, daß durch die Terror-Methoden im MfS-Knast, die Opfer bis heute kaum reparable Schäden davon getragen haben....

Ist doch alles sonneklar! Ich verstehe die ganze Aufregung überhaupt nicht...


Das ist eben das Problem. Auf der einen Seite die Tatsache, dass das Rechtssystem der DDR im wesentlichen die gleichen Bürokratischen Regeln befolgte, wie die BRD auch. Auf der anderen Seite aber die Tatsache, dass für lange Haftstrafen, Schauprozesse bis in die 60-er Jahre hinweg in der DDR doch schon Meinungsäußerungen, dies bis in die letzten Monate, ausreichten oder die schlichte Absicht, ein besseres Leben an anderem Ort führen zu wollen. In der Bundesrepublik Dinge, die fast (Tabuthemen gibt es hier auch und folglich auch politische Verfolgung) Selbstverständlichkeiten waren und sind.
Auf der einen Seite die Tatsache, dass U-Haft hüben wie drüben zu relativ gleicher Zeit auf gleiche Weise funktioniert hatte und hat. Auf der anderen Seite die Tatsache, dass dies in diesem speziellen Fall eben Menschen traf, die ein, hm wie nennt man das treffend - freiheitlich geprägter Bürger nicht als "kriminell" empfindet und bewertet haben möchte.Während jemand wie ich, der einen Großteil seiner beruflichen Laufbahn in diesem System erlebt hat, dazu neigt, zwischen Häftlingen aus diesem oder jenem Grund prinzipiell keinen Unterschied zu machen.
Aus der Tatsache, dass das Vorgehen des Staates gegen Bürger, die er im Unrecht wähnt, immer in der Praxis relativ gleich und von persönlichen Eigenschaften der Handelnden geprägt ist. Es ist nur zu logisch, das da manchmal Dinge behauptet werden, die es tatsächlich so vielleicht gar nicht gab. Die aber, der besseren Verdeutlichung wegen extra betont werden. Und immer - auch heutzutage - geeignet ist, Traumata zu verursachen.
Die Tatsache, dass entscheidende Politiker hüben wie drüben durch ihre Erfahrungen aus der WKII-Zeit geprägt waren und entsprechend aufgetreten sind. Während die auf der Gegenseite ihre Leute als OK empfindet, nimt sich meine Seite das gleiche Recht heraus. Schon deshalb, weil man die eigenen Leute nicht tritt, wenn man von der Gegenseite gelatscht wird. Einfach, um ggf. nicht allein da zu stehen...
Aus der Tatsache, dass aus Sicht der früher Handelnden der Staat das Wort vom "Unrechtsstaat" prägen musste, um zu verhindern, dass Betroffene die manchmal gar nicht so fernliegende Schlußfolgerung ziehen, es habe sich praktisch doch so gar nichts geändert.
Und aus der Tatsache, dass gar nicht so wenige Menschen aus dem Osten die Postulierung "Unrechtsstaaat" trotz Wissens um die vielen Mißstände als groben Angriff auf die eigene Person und Lebensleistung empfinden. Vor allem auch deshalb, weil wir beurteilen können, wie gering der praktische Unterschied zu heute manchmal ist.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#164

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 13:51
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo S51, das ist ja gerade das Schöne, wenn ich deinen letzten Satz im Text herausnehmen darf. Wir haben beide Seiten erlebt, ein ungeheurer Vorsprung in der Beurteilung der Systeme, den uns eigentlich keiner madig machen kann, den sehe ich den Dreck von heute, frage ich, warum soll ich über den Dreck von gestern...mich aufregen?
Zumal mir der Dreck von heute speziell auf den gemeinen kleinen Mann und die Frau und die Kinder gemünzt noch viel krasser vorkommt, als der von damals1
Reiß doch mal die Fassade runter von dem heutigen System, schau mal hinter das Nobelglitzerschaufenster, schau mal richtig hin, Bürger, " freier Bürger" der Bundesrepublik Deutschland, so möchte ich jetzt fast rufen, dann wirst du sehen....ja, was wohl, den Schmutz, die Unfähigkeit, das Erstarrte System, sich selbst beweihräuchernte...
Und da soll ich der alten DDR....böse sein..ich bin doch nicht verrückt!

Gruß Rainer- Maria


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#165

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 14:04
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Die Lebensleistung der ehem DDR-Bürger wird oft überhaupt nicht geschmälert oder angetastet. Das ist auch so´n SED-Märchen, das man zu einer Zeit unter die Leute brachte, als noch niemand wußte, wohin sich alles entwickelt. Wer wissen will, welche der vielfältigen Verleumdungen SED-gesteuert in unser Neues Deutschland übernommen wurden, muß sich die Parolen anhören oder anlesen, mit denen die SED schon aller-schnellstens nach der Wende aufwartete, um die Bevölkerung in der DDR gegen den Westen aufzuhetzen. Die Wahlen von 1990 haben jedoch gezeigt, daß das damals sinnlos war. Jedoch wirkt die ständige Wiederholung von Unwahrheiten wunder. Das wußte auch schon A.Hitler in seinen Anmerkungen zur "Propaganda".

Ansonsten könnte man mit der Argumentation, daß im Unrechtsstaat "Unrecht ja Recht war" und damit also juristisch als Recht bewertet werden kann, das 3.Reich oder das Abschlachten von Millionen Tutzis in Schwarzafrika rechtfertigen. Aber vielleicht kann man ja die DDR wirklich mit einer schwarzafrikanischen Bananenrepublik gleichsetzen. Dementsprechend wäre die Rechtsprechung und die Behandlung Inhaftierter gleichzusetzen mit den Verhältnissen in schwarzafrikanischen Staaten, wo der Stammeshäuptling der vorherrschenden Bevölkerungsgruppe das Sagen hat und den Rest unterdrückt.

Den Gedanken finde ich gar nicht so schlecht. Auf diesen Kompromiß würde ich mich sogar einlassen (...ohne meinen schwarzafrikanischen Freunden jetzt zu nahe treten zu wollen....)


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#166

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 14:25
von Patriot (gelöscht)
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Genauso ist es Rainer-Maria. Die Scheinwerfer werden heute auf die Dinge gerichtet, die der Politik genehm + recht sind und die Masse immer mehr einlullen sollen, daß sie eines Tages wirklich selber glaubt in einem freien System zu leben. Bei einigen wirkts schon! Bertold Brecht sprachs hierzu in den 50ern "hinter der Trommel her trotten die Kälber, das Fell für die Trommeln liefern sie selber."

"Sind dann dummerweise schon 1990 die wilden Ossis zum Westen hinzu gekommen. Haben erst ein bischen von neuer DDR und sozialistischer Alternative gefaselt, aber das haben wir ihnen mit dem Wedeln der D-Mark schnell ausgetrieben und glücklicherwiese haben sie es erst dann gemerkt, als der Fisch gegessen war. Wir haben ihnen doch nichts wegrasiert, war doch deren von ihnen geschaffene Treuhand und außerdem, warum sind sie auch so doof und machen Revolte? Selbst schuld! Außerdem hatten sie ja einen Schuldenstand von knapp 20 Mrd. Valutamark, was sind denn umgerechnet 10 Mrd. Euro gegen unsere heutigen Summen? Aber, wir müssen höchst vorsichtig sein, daß die wilden Gedanken der Ostdeutschen nicht auf den Westen überspringen und vielleicht eines schönen Tages eine Million Deutsche vor dem Kanzleramt demonstrieren ... dann müßte die Kanzlerin im Hubschrauber ausgeflogen werden und die Notstandsgesetze würden greifen. Blos nicht!!!!"

Beobachtung von mir: am Berliner Engelgraben zwischen Mitte und Kreuzberg steht ein Wohnhaus mit dem riesigen Spruch: Die Mauer verläuft nicht zwischen Ost und West sondern zwischen oben und unten


zuletzt bearbeitet 27.10.2009 14:28 | nach oben springen

#167

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 14:32
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Zitat von Patriot
...
"Sind dann dummerweise schon 1990 die wilden Ossis zum Westen hinzu gekommen. Haben erst ein bischen von neuer DDR und sozialistischer Alternative gefaselt, aber das haben wir ihnen mit dem Wedeln der D-Mark schnell ausgetrieben und glücklicherwiese haben sie es erst dann gemerkt, als der Fisch gegessen war. Wir haben ihnen doch nichts wegrasiert, war doch deren von ihnen geschaffene Treuhand und außerdem, warum sind sie auch so doof und machen Revolte? Selbst schuld! Außerdem hatten sie ja einen Schuldenstand von knapp 20 Mrd. Valutamark, was sind denn umgerechnet 10 Mrd. Euro gegen unsere heutigen Summen? Aber, wir müssen höchst vorsichtig sein, daß die wilden Gedanken der Ostdeutschen nicht auf den Westen überspringen und vielleicht eines schönen Tages eine Million Deutsche vor dem Kanzleramt demonstrieren ... dann müßte die Kanzlerin im Hubschrauber ausgeflogen werden und die Notstandsgesetze würden greifen. Blos nicht!!!!"



Welcher böse, wirklich frustrierte Westler hat denn das geschrieben?

Ich tippe mal auf Karl-Heinz Kurras!

(...seit einiger Zeit auch Stasi-Kurras genannt...)


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#168

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 14:42
von Patriot (gelöscht)
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#169

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 14:50
von karl143 (gelöscht)
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Und mal wieder muß die GRH herhalten. Ich glaube Patriot, das ist das einzige Organ bei welchem du dich informierst. Du solltest denen nicht alles glauben.
Auszug aus Wikipedia: ist wahrscheinlich auch gleichgeschaltet, aber immerhin:

Umstrittene Aktionen [Bearbeiten]

Die GRH unternahm in den letzten Jahren eine Reihe umstrittener Aktionen. Insbesondere Opferverbände halten ihr Geschichtsrevisionismus und Verhöhnung von Personen vor, die in der DDR unter widerrechtlichen Maßnahmen der Behörden zu leiden hatten.

* Bekannte Mitglieder der GRH störten wiederholt Diskussionsveranstaltungen und Gedenkstunden durch massives Auftreten und verbreiteten dabei offensichtlich geschönte Aussagen.

* Die GRH sendet im Stil von Lobbygruppen gezielt Werbematerial an Personen und Institutionen, die in den Medien durch abweichende Darstellungen auffielen.

* Einzelne „Territoriale Arbeitsgruppen“ der GRH versuchen, ehemalige DDR-Oppositionelle zur Inaktivität zu bewegen.

Es gibt Berichte über einschüchternde und Drohanrufe bei Privatpersonen und Vereinsmitglieder schmähten ihre früheren Opfer.[5]. Laut dem Berliner Verfassungsschutz ist die GRH feindlich gegenüber der deutschen Justiz eingestellt.

Es ist beruhigend, das die diesen Verein wenigstens auf ihrer Liste haben.


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#170

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 14:59
von Patriot (gelöscht)
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@karl143, bist bei der nächsten Veranstaltung gern eingeladen, zur Abrundung Deines weltanschaulichen Bildes und auch damit nie einer sagen könnte, hier gäbe es Leute, die Kennung von manchen Dingen wie die Kuh vom Eierlegen hätten. Alles andere in der medialen Welt ist auch mir zugänglich, schließlich sitze ich ja nicht als politischer Häfling in Moabit ein. Aber weißt ja, gerade das, was nicht veröffentlicht wird, ist besonders interessant. Und wenn Du schon soviele Leute hier kennengelernt hast, die wie auch meine Wenigkeit eine Ostsozialisierung besitzen, solltest Du nicht nein sagen können ..


zuletzt bearbeitet 27.10.2009 15:06 | nach oben springen

#171

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 15:10
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Zitat von Patriot
Kurras? Da war doch was http://www.grh-ev.org/html/body_interview_zu_kurras.html



Das ist ungefähr so, als wenn Du einen Bullterrier fragst, ob er das Hauskaninchen getötet hat. Und er verkriecht sich mit unschuldig-harmlosem Gesicht (....nicht ahnend, daß ihm noch ein Stück Fell an der Schnauze klebt)....

Hier übrigens ein Beispiel von vielen, daß es auch einfühlsame Westler gab, die mit ihren Gedanken oft in der DDR waren....

...höre hier:
http://www.youtube.com/watch?v=k_vZmeiKBLQ&feature=related


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#172

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 15:11
von Alfred | 6.841 Beiträge

Karl,

na ob nun unbedingt wiki als die Quelle, des Wissens und der Wahrheit gelten muss ?

Es ist doch keine Eigenart, wenn Verlage o.ä. Bücher versenden, oder ?

Ist doch ganz einfach, wenn sich Personen von Mitgliedern der GRH bedroht fühlen -z.B. telefonisch- dann sollen diese eine Anzeige machen. Es ist doch heute bei der Datensammlung keine Problem zu schauen wer angerufen hat.Obwohl ich mich frage, woher dér Angerufene wissen will, das ihn ein Mitglied der GRH angerufen hat ? Aber wenn der den Namen nennt sollte dies schnell zu klären sein.

Man kann sicher zur GRH stehen wie man möchte und muss kein Fan der Organisation sein.Aber warum sollen sich Bürger nicht entsprechend organisieren ? Wenn sie sich an RECHT und GESETZ halten sehe ich da kein Problem.


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#173

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 15:32
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Ach Gottchen. Ich meine, es gibt ja auch die HIAG.

In Antwort auf:
Die Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS e.V. (HIAG) wurde 1951 als „Traditionsverband“ in Deutschland begründet. Die Gründer, Funktionäre und Redner waren verschiedene Offiziere der Waffen-SS. Der Bundesverband löste sich 1992 auf, regionale Organisationen existieren aber vereinzelt weiter. Die HIAG wurde zeitweilig als rechtsextremistisch vom Verfassungschutz beobachtet und war bei der Bevölkerung und in Medien zunehmend ab den 60er Jahren umstritten. Die Änderung der gesellschaftlichen und juristischen Wahrnehmung der Angehörigen der SS als normale Soldaten war eines der erklärten Ziele der HIAG.



Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hilfsgemein...n_der_Waffen-SS

Die Ziele hören sich übrigens verblüffend ähnlich an, oder?

Was es nicht so alles Schönes in unserem "Neuen Deutschland" gibt...


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zuletzt bearbeitet 27.10.2009 15:33 | nach oben springen

#174

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 15:44
von Patriot (gelöscht)
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Wikipedia schafft schnellen informativen Überblick und wertet relativ wenig, so sollte es auch sein. Mit im Tross der unabhängigen Informationsquellen und passend zum Dauerbrenner Staatssicherheit* steht auch diese Seite http://www.glasdemokratie.to/2009/06/15/...r-fruheren-brd/ aber Achtung der ironische Hinweis gilt für Personen aus dem Justizwesen, den Ermittlungsbehörden, Anwälten und ihre Gehilfen, Vertretern der Film- und Musikindustrie mit dem Sitz in der Bundesrepublik Deutschland und den USA, ist das Betreten dieser Seite grundsätzlich untersagt!



*ich verwende bewußt nicht das verniedlichende Wort Stasi, weil genau auf diesen Namen das Schoßhündchen Eva Brauns hörte, nachzulesen in Rochus Misch "Der letzte Zeuge"


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#175

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 16:11
von Alfred | 6.841 Beiträge

FSK,

es ist wohl der Hammer.

Es gíbt wohl gewaltige Unterschiede zwischen den Angehörigen der SS und der NVA. Auch setzt sich die GRH nicht nur für die Angehörigen der bew. Organe der DDR ein.

Ich kann Dirbei Gelegenheit einige Schriftwechsel der Regierung der BRD an Angehörige der Wehrmacht raussuchen. Solch einen versöhnlichen Ton hat es bis heute für die Angehörigen der NVA / GT noch längst nicht gegeben.


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#176

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 16:24
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Sicherlich. Da magst Du Recht haben, lieber Alfred.

Neben aller Unterschiedlichkeit gibt es aber auch viele Ähnlichkeiten.

-Beide sind Hilfsorganisationen von Armee-Angehörigen untergegangener Diktaturen.
-Beide versuchen, das Bild ihrer jeweiligen Armee in der bundesdeutschen Öffentlichkeit zu verbessern.
-Beide versuchen seit Jhrzehnten, bei der juristischen Bearbeitung Vorteile für ihre Armee-Angehörigen.
-Beide Hilfsorganisationen werden vom Verfassungsschutz beobachtet, weil fragwürdige, revisionistische Geschichtsbetrachtungen ermittelt wurden.

Immerhin.


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#177

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 16:25
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

nun beruhigt euch mal wieder,bevor das hier wieder ausartet


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#178

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 16:28
von FSK-Veteran (gelöscht)
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HEY Pitti! Du warst zu schnell. Ich konnte ja gar nicht antworten, bzw. korregieren!!

Also, nochmal (jetzt die richtige Fassung)...

Sicherlich. Da magst Du Recht haben, lieber Alfred.

Neben aller Unterschiedlichkeit gibt es aber auch viele Ähnlichkeiten.

-Beides sind Hilfsorganisationen von Armee-Angehörigen untergegangener Diktaturen.
-Beide versuchen, das Bild ihrer jeweiligen Armee in der bundesdeutschen Öffentlichkeit zu verbessern.
-Beide versuchen seit Jahrzehnten, bei der juristischen Bearbeitung Vorteile für ihre Armee-Angehörigen zu erreichen.
-Beide Hilfsorganisationen werden vom Verfassungsschutz beobachtet, weil fragwürdige, revisionistische Geschichtsbetrachtungen ermittelt wurden.

Immerhin.


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#179

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 16:40
von X-X-X (gelöscht)
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Ich wollte nochmal kurz was zu dem allerersten Beitrag sagen. In dieser reportage schildert Mario R. nicht nur seine Erlebinisse waehrend der Inhaftierung, sondern auch deren traumatisierneden Symptome danach. Ich kann nur sagen, dass auch ich unter solchen staendigen Aengsten leide. Auch wenn die Dauer unserer jeweiligen Inhaftierung sehr unterschielich ist, kann ich ohne Weiteres diese Aengste nachvollziehen. Obwohl wir uns wahrscheinlich noch ein bisschen politisch auseinandersetzen wuerden, haben wir doch viel gemeinsam. Was mich am meisten ueber seine Geschichte betroffen machte, war die ueberraschende Abweisung durch seinen ehemaligen Liebhaber, die er nach seinem Freikauf erlebte. Dieses Gefuehl kenne ich. Als ich mich 2003 im Konsulat der BRD (in Toronto) meldete, sagten sie mir nach einem kurzen Anruf nach Deutschland: "Es tut mir leid, Sie will doch keiner." Das ist kein schoenes Gefuehl.


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#180

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.10.2009 16:44
von FSK-Veteran (gelöscht)
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@KID
Kann ich gut nachvollziehen. Und tut mir jetzt noch weh, wenn ich sowas lesen muß. Ich hoffe, daß sich trotzdem alles einigermaßen gut für Dich entwickelt hat...

Ich hatte geschrieben:
Zu den defizielen Methoden der MfS-Peiniger hier eine genauere Betrachtung, was denn die kleinen MfS-"Schützlinge" in Potsdam-Eiche eigentlich so wißbegierig und eifrig gelernt haben...



In Antwort auf:
--------------------------------------------------------------------------------
...einem eigens geschaffenen Studienfach, der so genannten „Operativen Psychologie“.
An der Juristischen Hochschule Potsdam-Eiche wurden wissenschaftliche
Erkenntnisse aus Allgemeiner, Sozial- und Klinischer Psychologie
gezielt zweckentfremdet. Hier lernten die Studenten die destruktive Wirkung
bestimmter Haftbedingungen; hier verfassten sie detaillierte Doktorarbeiten
über die Effektivität psychologischer Verhörtechniken. Ziel der geheimen
Forschung und Lehre war es, die Persönlichkeit des Häftlings durch psychische
„Zersetzung“ grundlegend zu destabilisieren, um in den Vernehmungen
Aussagen und nach der Entlassung Gehorsam zu erzwingen.

Destabilisierungs-
bzw. „Zersetzungs“-Maßnahmen bezogen sich auf das berufliche Umfeld
(Zufügung beruflicher Nachteile und Misserfolgserlebnisse), das persönliche
und familiäre Umfeld (Einwirkung auf Partnerschaft, Ehe, Freundeskreis)
und führten nicht selten zur Zerstörung grundlegender Beziehungserfahrungen.
(Siehe dazu auch den mehrfach ausgezeichneten Film „Das Leben
der Anderen“ von F. Henckel von Donnersmarck.) Auf betroffene Personen
wurde, je nach ermitteltem Persönlichkeitsprofil, gezielt irritierend eingewirkt,
wobei zunächst der Eindruck der beabsichtigten totalen Kontrolle und
Überwachung im Vordergrund stand.

Andere Charaktere, die dieser Behandlung
widerstanden, wurden mit so genannten „Schockverhaftungen“ destabilisiert;
hier wurde mehr auf das Überraschungsmoment gesetzt.
Innerhalb der berüchtigten Untersuchungshaftanstalten der Staatsicherheit
stand dann die Isolationshaft mit bestimmten Verhörmethoden im Zentrum
(Morawe 2000). In der Isolationshaft wurden Gefangene in eine kahle
Zelle, zwei mal drei Meter, schallisoliert und ohne Fenster gesperrt. Tag und
Nacht brannte grelles Neonlicht. Außer einer Pritsche mit einer Wolldecke
und einem stinkenden Kübel gab es in der Zelle nichts, auch keinerlei Beschäftigungsmöglichkeit.
Die Regeln waren: absolute Kontaktsperre nach
draußen, Liegen auf der Pritsche nur nachts, keine Selbstgespräche, keine
sportliche Betätigung, maximal fünf Schritte gehen in jede Richtung. Durch
einen „Spion“ in der Tür konnten Wärter das Verhalten jederzeit kontrollieren.
Die Gefangenen waren der völligen Reizdeprivation preisgegeben. Je
nach persönlicher Disposition können bereits nach 48 Stunden Isolation deutliche
Symptome auftreten: Verlust des Raum- und Zeitgefühls, Unvermögen,
logisch zusammenhängend zu denken, Apathie, Depression, plötzliche Panikattacken
bis hin zu schweren Halluzinationen. Ohne Sinnesstimulation aus der
Umwelt droht für das Individuum die Gefahr, dass die Grenzen des Ichs verschwimmen.
Auf diese Erfahrung reagierten viele Gefangene mit Angstzuständen
oder völliger Resignation.

Außerdem sind medikamentöse
Manipulationen in der Haft bekannt. Manchmal mussten Gefangene so
wochenlang auf ihr Verhör warten. Der einzige menschliche Kontakt war eine
bedrohlich starrende, anonyme Pupille durch das Überwachungsloch.
176 Zeitschrift für Politische Psychologie, Jg. 14, 2006
Dieser gezielte Entzug von menschlichem Kontakt hatte System. Auch auf
den Wegen zum Verhör wurde durch ein strenges Kontrollsystem darauf geachtet,
dass die Gefangenen keinen anderen Gefangenen zu Gesicht bekamen.
Viele Gefangene berichteten, sie hätten nach einiger Zeit in quälender Weise
begonnen, sich nach Verhören zu sehnen. Bei manchen sei es auch zu einer
gewissen inneren Annäherung an die Peiniger gekommen. In Situationen wie
diesen prägt sich durch die völlige Undurchschaubarkeit und den hohen Bedrohungsdruck
das Bild des Subjekts in einer hilflosen, ungeschützten Verfassung
ein. Das gesunde Assimilationsvermögen kann angesichts solcher extremen
Bedrohung zusammenbrechen.


In der Folge ist bei vielen Verfolgten ein Vorgang zu beobachten, der in
der psychoanalytischen Auseinandersetzung mit dem Verfolgtentrauma
„Reinfantilisierung“ genannt wird (Ehlert, Lorke 1988, Ehlert-Balzer 1996).
Danach wird der Betroffene durch die massive Hilflosigkeitserfahrung in eine
Situation versetzt, die Ähnlichkeit mit der totalen Abhängigkeit von den Primärobjekten
der frühen Kindheit hat. In dieser traumatischen Regression
kommt es zur Delegation lebenswichtiger Ich-Funktionen an die Täter und zu
einer unbewussten Bindung an sie. Allerdings ist an diesem Modell und seinen
praxeologischen Konsequenzen auch deutliche Kritik geübt worden
(Reddemann, Sachsse 1998). So hebt auch Regner (2000) hervor, dass es zu
partiellen traumatischen Regressionen kommen kann, aber nicht muss, und
dass auch reife, resiliente, protektive Persönlichkeitsanteile existieren, die von
diesem Prozess nicht oder nur wenig angegriffen werden.
Inzwischen ist bekannt, dass zu den Risikofaktoren für eine chronifizierte
Ausformung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) die Verursachung
durch Menschen zählt (Siol et al. 2001, S. 43).

Entsprechend wurden
in der Stasi-Haft bewusst Situationen der Ausweglosigkeit kreiert und das Gefühl
extremer Hilflosigkeit erzeugt. Dieses Vorgehen wurde mit staatsideologischen
und pseudo-moralischen Abwertungen der verfolgten Person kombiniert.
Damit sollten persönliche Beziehungsmuster dauerhaft verändert und
der Glaube an die eigene Wahrnehmung verstört werden. So wurden gezielt
Falschinformationen über nahe Personen aus dem persönlichen Umfeld gestreut,
Verunsicherungen über bisher als sicher vermutete Inhalte sozialer Bezüge
in Frage gestellt: „Glauben Sie wirklich, dass Ihre Freundin treu ist? Ihre
Mutter ist aufgrund der Vorkommnisse um Sie suizidgefährdet!“ u.a.
--------------------------------------------------------------------------------



Quelle:
http://www.ai-aktionsnetz-heilberufe.de/...es/trobisch.pdf

Das sagt eigentlich genug aus zum Thema "Unrechtsstaat DDR" und seine Methoden...


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zuletzt bearbeitet 27.10.2009 16:53 | nach oben springen



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