#81

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 13:45
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Zitat von GilbertWolzow
@mara, glaubst du wirklich, das ich nach so einer behauptung deinerseits, bereit bin dir zu antworten?



Siehste, du siehst die Frage als persönlichen Angriff Gilbert....aber es ist doch ein Fakt, das das MfS eine Hochschule hatte in der auch Psychologie studiert wurde....und ich denke eher nich, das das dazu diente um ihnen den Knastaufendhalt so angenehm wie möglich zu gestalten....

....aber wie gesagt, ich glaube oder besser, ich erwarte nich unbedingt eine Antwort....aber du kannst mir sicher nicht wiedersprechen, das die Vernehmer nicht getraint waren um ein Geständnis strafrechtlich verwertbar den Delinquenten abzupressen....man drang doch vielfach weit in die Intimsphäre der Leute ein um da etwas gegen sie benutzen zu können....

....wie ging man als Vernehmer damit um, wohlwissend, das man es mit Menschen zu tun hat und welchen Schaden sie mit der Haft und Vernehmung nehmen werden....???

Meine Frage ist doch nich abwegig und Gilbert, du glaubst doch sicher nich, das ich hier ein Tribunal aufziehen will....nein das will ich nich....viel mehr glaube ich daran, das jeder einzelne bei der Stasi auch immer noch ein Mensch ist, der sich Gedanken macht und Emotionen hat! Bestätige es mir....oder lass es! Freuen würde es mich aber, wenn wir darüber auch sprechen könnten....

....das ein Delinquent nach der Haft etwas unterschreiben musste, wo er sich bereit erklärt über die Haft, das Erlebte und die Bedingen zu schweigen, zeigt mir eigendlich schon, das die Stasi sich bewusst war nich ganz koscher gehandelt zu haben....

groetjes

Mara



IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#82

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 13:56
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Auch ich muss dir sagen FSK-Veteran, das du da grad ein gutes Statement geliefert hast....ja es ist ja so, das viele aus überzeugung das richtige zu tun gehandelt haben.....meine Frage zielt ja wie gesagt darauf, wie jeder einzelne es halt selber gesehen hat...was er sich für Gedanken gemacht hat...

...ich habe einen Arbeitskollegen mit dem ich heute früh in Campogaliano zusammen gefrühstückt habe....er ist Holländer mit indonesischer Herkunft und er hat mir erzählt, was er in Kambodscha erlebt hat, das er 70 Menschen erschossen hat, das er in Gefangenschaft mit Elektroschocks und ständigen Verhören gequält wurde usw....er sagt, er werde es nie wieder vergessen, das er Menschen auf dem Gewissen hat....wo ich aber sagte, es hat dir doch jemand befohlen zu tun....er...ja schon, das hat jemand, aber er selber hat halt geschossen....

....ist nur ein Beispiel, zeigt mir aber, das sich ein Mensch trotzdem Gedanken macht, auch ist er überzeugt, aufa richtigen Seite zu stehen....und ja, da zielte meine Frage in die Runde....

Mara


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#83

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 14:24
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Also ich finde die Frage ist ja hier schon das Urteil, aber ich versuchs mal ein wenig...

Zitat von Mongibella
Hmmm, Arbeit sollte ja Spass machen, ich mag zB meinen Job....wie war es eigendlich bei euch, die ihre Arbeit im MfS hatten.....seid ihr gerne zur Arbeit gegangen, war man zufrieden wenn man abends nach getaner Arbeit ins Bett ging....???

Sicher, warum denn auch nicht?

Ihr ward doch geschult, Menschen zu zersetzen, hatte man dort schonmal Gewissenskonflikte weil man ja weiss, was man dort Menschen zufügt....???? Oder betrachtete man diese Menschen als Unwesen mit den man machen konnte was man wollte....

Mann lernte eher was über Verhörmethoden, da gab es nun mal erfolgreiche und weniger erfolgreiche. Klar wurde auch Druck ausgeübt und gedroht, kann mich aber an keine Zustände wie z.B. in Bagram (betrieben durch das Leuchtfeuer der Freiheit) erinnern.

Mann betrachtete Sie eher als Verdächtige, deren Schuld es zu beweisen galt. Wie dieses geschehen konnte war in unzähligen Gesetzten, Richtlinien und Dienstvorschriften geregelt. Niemand von IX konnte mit einem Häftling machen was er wollte.

....wie sah eure emotionale Situation aus....hatte man es schwer, das Erlebte einen Platz zu geben oder dachte man da nich weiter drübber nach....????

Man erlebte meistens nur Sachen auf die man vorbereitet war, auf die hin man geschult wurde. Also erlebte man nichts unbekanntes, erschreckendes was einen emotional belastete auch weil es nichts wirklich erschreckendes gab.

Es interessiert mich, will darüber aber keine Wertung loslassen....auch muss sich niemand von euch gezwungen sehen, darüber etwas zu schreiben aber ich denke, das jeder Mensch nachdenkt über das was ihn als Tätigkeit aufgetragen wird....darum....

groetjes

Mara





Zitat von Mongibella

Zitat von GilbertWolzow
@mara, glaubst du wirklich, das ich nach so einer behauptung deinerseits, bereit bin dir zu antworten?



Siehste, du siehst die Frage als persönlichen Angriff Gilbert....aber es ist doch ein Fakt, das das MfS eine Hochschule hatte in der auch Psychologie studiert wurde....und ich denke eher nich, das das dazu diente um ihnen den Knastaufendhalt so angenehm wie möglich zu gestalten....

Nein, sondern um Verhörmethoden effektiv einsetzen zu können. Lernt man heute z.B. an Fachhochschule des Bundes in Brühl, auch dort um Aussagen zu bekommen nicht um Gefangene zu verwöhnen.

....aber wie gesagt, ich glaube oder besser, ich erwarte nich unbedingt eine Antwort....aber du kannst mir sicher nicht wiedersprechen, das die Vernehmer nicht getraint waren um ein Geständnis strafrechtlich verwertbar den Delinquenten abzupressen....man drang doch vielfach weit in die Intimsphäre der Leute ein um da etwas gegen sie benutzen zu können....

Aber sicher erfolge die Ausbildung auch auch die Tätigkeit bei IX genau zu diesem Zwecke, doch auch das Intime konnte strafrechtlich verwertbares hervorbringen. Wie intim wird eigentlich bei der Sauerlandgruppe verhört, gibt es einen benutzten Schlüpfer der noch nicht beim BKA liegt?

....wie ging man als Vernehmer damit um, wohlwissend, das man es mit Menschen zu tun hat und welchen Schaden sie mit der Haft und Vernehmung nehmen werden....???

Man wußte es ist ein Dienst am Vaterland, am Sozialismus und somit auch am Wohlergehen des ganzen Volkes. Schließlich sollte dieses irgendwann von den Segnungen des Sozialismus profitieren. Dann war da noch das Gefühl den Frieden zu sichern indem man auf alles Vorbereitet ist und alles gibt um die Gegner desselben hier zu überführen.


Meine Frage ist doch nich abwegig und Gilbert, du glaubst doch sicher nich, das ich hier ein Tribunal aufziehen will....nein das will ich nich....viel mehr glaube ich daran, das jeder einzelne bei der Stasi auch immer noch ein Mensch ist, der sich Gedanken macht und Emotionen hat! Bestätige es mir....oder lass es! Freuen würde es mich aber, wenn wir darüber auch sprechen könnten....

....das ein Delinquent nach der Haft etwas unterschreiben musste, wo er sich bereit erklärt über die Haft, das Erlebte und die Bedingen zu schweigen, zeigt mir eigendlich schon, das die Stasi sich bewusst war nich ganz koscher gehandelt zu haben....

Das wird auch in anderen Ländern so gehandhabt, hat auch was mit geheimhaltung von Verhörmethoden zu tun damit sich nicht zukünftige Insassen darauf vorbereiten können. Nach der Logik vieler hier, dass das MfS Angst und Schrecken verbeiten will damit sicher keiner mehr aufzumucken traut, wäre es doch gut gewesen man hätte sie verpflichtet schlimmste Schauergeschichten zu erzählen.



groetjes

Mara






So bevor jetzt wieder alle hochgehen, es sind Ansichten und Gedanken von damals, so wie Mara ein wenig wissen wollte.
Heißt nicht dass diese heute noch gültig sind, also brauch nich gleich wieder jeder beim lesen an die Decke gehen und dann hier schreiben, man kann dies nicht vergleichen, das war ja alles Unrecht.
Sicher war es das oft, aber das wußte man damals nicht und dann konnte man sehr wohl sagen is doch anderswo auch so.
Es war "kalter Krieg", es gab einen Feind und dieser und auch seine Sympatisanten mußten im Schach gehalten werden.

So einfach war das damals!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 13.05.2010 22:11 | nach oben springen

#84

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 15:15
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Danke Feliks für deine sachlichen Ausführungen....siehste, dir kann ich darin folgen....bei dir habe ich das Gefühl, das du wirklich am aufarbeiten bist....

....klar sieht es in anderen Ländern zumindestens ähnlich aus und da gebe ich dir Recht, das es richtig ist, das zu vergleichen....man untersteht einem System in dem man gut funktionieren will....keine Frage....nur hinterfragt man das alles sicher auch im eigenen Schädel.....naja, dahin sollte meine Frage zielen....aber das war ja dann auch deutlich....

Wenn ihr wollt, geh ich nich weiter drauf ein...der kalte Krieg war ne scheiss Angelegenheit.....sein wa froh, dat dat soweit vorbei is....

groetjes

Mara


zuletzt bearbeitet 14.10.2009 16:31 | nach oben springen

#85

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 17:53
von Poseidon (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
Nein sie lügen nicht. Sie übertreiben, sie erinnern sich falsch und Formen die Wahrheit einfach ein wenig nach ihrem (damaligen) persönlichem Empfinden.



Wenn ich das hier mal ganz einfach so darf. Der Feliks D. hat recht, was das Erinnerungsvermögen vieler Menschen betrifft. Denkt doch mal an die vielen Zeugen vor Gericht, die sich schon an nach einem Jahr in wichtigen Fakten irren, in den Kleidungsfarben von Tätern oder im Typ der Fluchtfahrzeuge. Und der Bericht des ehemaligen Häftlings liegt über 20 Jahre zurück. poseidon


zuletzt bearbeitet 14.10.2009 17:54 | nach oben springen

#86

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 18:29
von glasi | 2.815 Beiträge

soory poseidon. aber dein erster beitrag finde ich nicht gutwie kann mann sowas schreiben. das ist für die die es erlebt haben ein schlag ins gesicht. ich denke die im stasiknast waren , können das nicht vergessen.. was kommt als nächstes? lügen auch die juden. war es dann im kz auch nicht schlimm?. soory. trotzdem herzlich willkommen.. lg glasi



nach oben springen

#87

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 18:33
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von glasi
soory poseidon. aber dein erster beitrag finde ich nicht gutwie kann mann sowas schreiben. das ist für die die es erlebt haben ein schlag ins gesicht. ich denke die im stasiknast waren , können das nicht vergessen.. was kommt als nächstes? lügen auch die juden. war es dann im kz auch nicht schlimm?. soory. trotzdem herzlich willkommen.. lg glasi




Er sagte nich sie lügen, sie erinnern sich nur falsch, empfinden manche Sachen schlimmer als sie waren usw.
Sicher war es für jeden der dort war ein Schock und traumatisch, aber Erinnerungen na ja so ne Sache....

Und eine UHA mit einem KZ zu vergleichen, sorry aber das ist jetzt echt daneben.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 14.10.2009 18:37 | nach oben springen

#88

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 18:39
von glasi | 2.815 Beiträge

In Antwort auf:

In Antwort auf:


Zitat von Feliks D.

Zitat von glasi
soory poseidon. aber dein erster beitrag finde ich nicht gutwie kann mann sowas schreiben. das ist für die die es erlebt haben ein schlag ins gesicht. ich denke die im stasiknast waren , können das nicht vergessen.. was kommt als nächstes? lügen auch die juden. war es dann im kz auch nicht schlimm?. soory. trotzdem herzlich willkommen.. lg glasi




Er sagte nich sie lügen, sie erinnern sich nur falsch, empfinden manche Sachen schlimmer als sie waren usw.

Und eine UHA mit einem KZ zu vergleichen, sorry aber das ist jetzt echt daneben.



hallo feliks. ich bleibe bei meiner meinung. und zum thema kz. ich habe doch garnichts verglichen.



nach oben springen

#89

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 20:21
von Bergmensch (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.

Als dann in NB die neue UHA fertig war, stand ein neues modernes Gebäude zur Verfügung, dass sogar mit einer kompletten moderner medizinischer Station ausgestattet war.
Hier wurden die "Kunden" weder gefoltert noch Menschenunwürdig untergebracht, ganz das Gegenteil war der Fall.



Also noch perverser geht es wohl nicht. Politische Häftlinge als Kunden zu bezeichnen.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.10.2009 20:22 | nach oben springen

#90

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 20:23
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

und wieder ein neuer aufreger.wollten wir das thema nicht beenden?


nach oben springen

#91

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 22:16
von DHF_GT (gelöscht)
avatar

@ All: Dieses Thema hier ist sehr emotionsgeladen. Was auch durchaus nachvollziehbar, und vor allem für alle Betroffenen legitiem ist. Subsumieren in Sachen Grenze DDR kann ich nur: Schild im Sperrgebiet nicht gesehen (?), festgenommen im Sperrgebiet (?), und ab in den MfS - Knast (?). Es geht hier in diesem Forum um die Grenze! In den zum Teil von Euch angesprochenen Belangen, gibt es denke ich, andere und bessere Homepages/Foren, welche sich mit dieser hochbrisanten Thematik befassen. Ganz voran die Seite der BstU, welche die legitimation des gesamten deutschen Volkes besitzt. Sicher ist eine gesunde Aufarbeitung der Geschehnisse vor 1989 angebracht und zwingend notwendig, aber ich dachte dieses Forum dient der Aufarbeitung/Kommunikatio zwischen GT/BGS/Zoll/GZD usw. grübel....... Liebe Forennutzer, wir sind am Beginn des 3. Jahrzents nach 1989... ;o)
Beste Grüße,
DHF_GT


nach oben springen

#92

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.10.2009 22:20
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von DHF_GT
@ All: Dieses Thema hier ist sehr emotionsgeladen. Was auch durchaus nachvollziehbar, und vor allem für alle Betroffenen legitiem ist. Subsumieren in Sachen Grenze DDR kann ich nur: Schild im Sperrgebiet nicht gesehen (?), festgenommen im Sperrgebiet (?), und ab in den MfS - Knast (?). Es geht hier in diesem Forum um die Grenze! In den zum Teil von Euch angesprochenen Belangen, gibt es denke ich, andere und bessere Homepages/Foren, welche sich mit dieser hochbrisanten Thematik befassen. Ganz voran die Seite der BstU, welche die legitimation des gesamten deutschen Volkes besitzt. Sicher ist eine gesunde Aufarbeitung der Geschehnisse vor 1989 angebracht und zwingend notwendig, aber ich dachte dieses Forum dient der Aufarbeitung/Kommunikatio zwischen GT/BGS/Zoll/GZD usw. grübel....... Liebe Forennutzer, wir sind am Beginn des 3. Jahrzents nach 1989... ;o)
Beste Grüße,
DHF_GT



nach oben springen

#93

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.10.2009 17:33
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Rostocker

Mal ne Frage--warum durfte Das MfS eigene Gefängnisse unterhalten und warum sollte das so geheim bleiben.Sicher doch um Menschen verschwinden zu lassen.Oder?Das MfS als Schwert und Schild der Partei mit eigenen Zuchthäusern.



Also Rostocker, jetzt auch eine fachlich richtige Antwort auf deine Frage. Die HA IX und die Jungs die dort gedient haben nahmen nach § 88 der StPO die Aufgaben und Befugnisse eines staatlichen Untersuchungsorgans wahr und führte in dieser Eigenschaft strafrechtliche Ermittlungsverfahren durch. IX war logischerweise vor allem für Straftaten zuständig, die im StGB als staatsfeindliche Delikte bezeichnet wurden z.B. § 106, § 212, § 213, § 214, § 215, § 217, § 219 oder § 220.

Der § 122 der StPO sagte ein Beschuldigter kann nur in Untersuchungshaft genommen werden, wenn dringende Verdachtsgründe gegen ihn vorlagen und Fluchtversuch oder Verdunkelungsgefahr gegeben sind, oder wenn ein Verbrechen den Gegenstand des Verfahrens bildete. Damit war also beim Verdacht auf ein Staatsverbrechens die letztgenannte Voraussetzung von immer von vornherein erfüllt.

Somit durfte also der entsprechende Personenkreis in U-Haft genommen werden, damit weiter Ermittelt werden konnte. Schließlich benötigte man für das Gerichtsverfahren ja noch belastende Aussagen der entsprechenden Personen für eine Verurteilung.

Was lag jetzt also näher als die entsprechenden UHA's auch gleich beim MfS anzusiedeln, dieses wurde auch gemacht und die UHA's wurden durch XIV betrieben. So war das organisatorisch richtig gelöst, und auch die praktische Seite war gegeben. IX und XIV konnten so eng zusammenarbeiten und auch gemeinsam durch Massnahmen auf Ermittlungsergebnisse hinarbeiten. In Neubrandenburg war die UHA auf dem Gelände der BV, also auch das Prinzip der kurzen Wege beachtet. Hätte das MdI die UHA betrieben hätten die Jungs von IX immer erst nach Neustrelitz (ca. 30km) fahren müssen. Siehst also ein das dieses weitaus mehr Zeit gekostet hätte und auch Geld (Benzin, Kfz usw.).

Soviel mal dazu warum das MfS eigene UHA's hatte, ganz sicher nich um Menschen verschwinden zu lassen.

P.S. In der UHA NB is nie einer verschwunden, glaub nicht solche Räubergeschichten.



Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 16.10.2009 17:45 | nach oben springen

#94

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.10.2009 17:50
von Alfred | 6.854 Beiträge

Feliks,

nimmm es mir nicht krumm. Wenn ich die Wortwahl und den Inhalt einiger Texte von Dir lese, fällt es mir schwer zu glauben, dass Du mal in Potsdam studiert hast.


nach oben springen

#95

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.10.2009 18:00
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von Alfred
Feliks,

nimmm es mir nicht krumm. Wenn ich die Wortwahl und den Inhalt einiger Texte von Dir lese, fällt es mir schwer zu glauben, dass Du mal in Potsdam studiert hast.



das kannste aber glauben.er war sicher da


nach oben springen

#96

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.10.2009 18:13
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Hi Wolzow,
ich habe bisher nur deinen Bericht gelesen und mus sagen,zum Glück war ich nie im Ostknast.Sicher wird heute vieles übertrieben weil Knast heute ein 3 Sterne Hotel ist und früher musten die Häftlinge für ihr Brot arbeiten.
Sicher gab es viel zu unrecht inhaftierte,aber auch die meisten zu recht inhaftierte.Da sage ich,Verbrecher übten unrecht,nun sollen sie auch dafür leiden und arbeiten für ihr essen,nicht wie heute,das sie entscheiden dürfen ob sie schwimmen gehen oder mal ins Sportstudio.
Über Schwedt gibt es auch viel gerüchte,was ich heute weis ist,die Kastanlagen Bautzen,Hohenschönhausen und Schwedt waren härter,aber nicht unmenschlich.
Im Gegensatz zu heute gab es weniger Ausbrüche und weniger Rückfälle sowie gerechte Strafen.Ein Vergewaltiger wurde nicht in Therapie geschickt,er erfuhr Erziehung unter den Mitinhaftierten.Die kleine EK Bewegung war gar nicht so verkehrt finde ich.

andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
nach oben springen

#97

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.10.2009 12:41
von Poseidon (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.

Zitat von Rostocker

Mal ne Frage--warum durfte Das MfS eigene Gefängnisse unterhalten und warum sollte das so geheim bleiben.Sicher doch um Menschen verschwinden zu lassen.Oder?Das MfS als Schwert und Schild der Partei mit eigenen Zuchthäusern.



Also Rostocker, jetzt auch eine fachlich richtige Antwort auf deine Frage. Die HA IX und die Jungs die dort gedient haben nahmen nach § 88 der StPO die Aufgaben und Befugnisse eines staatlichen Untersuchungsorgans wahr und führte in dieser Eigenschaft strafrechtliche Ermittlungsverfahren durch. IX war logischerweise vor allem für Straftaten zuständig, die im StGB als staatsfeindliche Delikte bezeichnet wurden z.B. § 106, § 212, § 213, § 214, § 215, § 217, § 219 oder § 220.

Der § 122 der StPO sagte ein Beschuldigter kann nur in Untersuchungshaft genommen werden, wenn dringende Verdachtsgründe gegen ihn vorlagen und Fluchtversuch oder Verdunkelungsgefahr gegeben sind, oder wenn ein Verbrechen den Gegenstand des Verfahrens bildete. Damit war also beim Verdacht auf ein Staatsverbrechens die letztgenannte Voraussetzung von immer von vornherein erfüllt.

Somit durfte also der entsprechende Personenkreis in U-Haft genommen werden, damit weiter Ermittelt werden konnte. Schließlich benötigte man für das Gerichtsverfahren ja noch belastende Aussagen der entsprechenden Personen für eine Verurteilung.

Was lag jetzt also näher als die entsprechenden UHA's auch gleich beim MfS anzusiedeln, dieses wurde auch gemacht und die UHA's wurden durch XIV betrieben. So war das organisatorisch richtig gelöst, und auch die praktische Seite war gegeben. IX und XIV konnten so eng zusammenarbeiten und auch gemeinsam durch Massnahmen auf Ermittlungsergebnisse hinarbeiten. In Neubrandenburg war die UHA auf dem Gelände der BV, also auch das Prinzip der kurzen Wege beachtet. Hätte das MdI die UHA betrieben hätten die Jungs von IX immer erst nach Neustrelitz (ca. 30km) fahren müssen. Siehst also ein das dieses weitaus mehr Zeit gekostet hätte und auch Geld (Benzin, Kfz usw.).

Soviel mal dazu warum das MfS eigene UHA's hatte, ganz sicher nich um Menschen verschwinden zu lassen.

P.S. In der UHA NB is nie einer verschwunden, glaub nicht solche Räubergeschichten.





Zitat von Alfred: Feliks,

nimmm es mir nicht krumm. Wenn ich die Wortwahl und den Inhalt einiger Texte von Dir lese, fällt es mir schwer zu glauben, dass Du mal in Potsdam studiert hast.


Einen guten Tag Alfred und Feliks:
Alfred, war das ein "dienstlicher Zusammenschiss" für Felix? Denn in Postdam war ja die Statssicherheitsschule der DDR. Und wenn Felix da auch war. Dann hätte er wohl hier nicht schreiben dürfen, dass die Untersuchungshaftanstalten des Staatssicherheitsdienstes für staatsfeindliche Delikte zuständig war. Politische gefangene gab es ja bei euch damals nicht. Und bei uns wollte die Baader-Meinhoff-Bande ja auch politische Gefangene sein...


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.10.2009 12:42 | nach oben springen

#98

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.10.2009 12:50
von Alfred | 6.854 Beiträge

Poseidon,

wenn sich Feliks seine Beiträge bei Gelegenheit in Ruhe durchliest, wird ihn sicher selbst einiges auffallen.....

Und "politische Gefangene" , na da müßte man erst mal klären, wer dies alles so war ....


zuletzt bearbeitet 17.10.2009 12:52 | nach oben springen

#99

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.10.2009 12:55
von Poseidon (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Poseidon,

wenn sich Feliks seine Beiträge bei Gelegenheit in Ruhe durchliest, wird ihn sicher selbst einiges auffallen.....



Was Du schreibst hört sich ja schlimm an. Bist du bei euch da drüben ein hohes Tier gewesen und heute noch? Weil du den armen Felix so zusammenscheißt? Habt ihr jetzt nicht auch die Freiheit im Osten? Da darf er doch schreiben was er will. Staatssicherheit gibt es doch nicht mehr. Die sollen sich doch alle damals ergeben haben beim Sturm auf ihre Kasernen.


zuletzt bearbeitet 17.10.2009 12:55 | nach oben springen

#100

RE: Ehemaliger Häftling der Stasi-Gefängnis Berlin erzählt

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.10.2009 14:51
von kurfuerst | 99 Beiträge

Gilbert Wolzow
1.45 "als gemüselaster getarnt"
Was ist eigentlich das ?
http://farm4.static.flickr.com/3243/2430...f108083.jpg?v=0


Mit freundlichen Grüßen
Hartmut


nach oben springen



Besucher
18 Mitglieder und 50 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 931 Gäste und 72 Mitglieder, gestern 3638 Gäste und 176 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14373 Themen und 558558 Beiträge.

Heute waren 72 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen