#161

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 13:29
von Rainman2 | 5.753 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Rainman2
Gerade Peking 1989 hat gezeigt, wie leicht Soldaten zu instrumentalisieren sind.


@rainman2, glaubst du daran, dass unsere medien uns bisher die ganze wahrheit über peking 1989 berichteten? ich habe diesbezüglich bei youtoube in letzter zeit ein paar videos gesehen... danach haben für mein verständnis die sicherheitskräfte und soldaten ziemlich lange gewartet...
so friedlich wie in leipzig und berlin ist es dort auf seiten der demonstranten nicht abgelaufen.




Hallo Gilbert,

wir haben damals die Bilder von beiden Seiten gesehen, also auch Bilder von der Armee, die gelynchte und verbrannte Soldaten zeigten. Wahrheit? Was ist das in der Situation einer Eskalation von Gewalt? Ein Staat, der über bewaffnete Kräfte verfügt muss in jedem Fall die Verpflichtung haben, solange wie möglich Deeskalation vor Eskalation zu setzen. Das sage ich durchaus auch mit der Erfahrung der Demonstrationen in Berlin zur jetzigen Zeit. Ich weiß nicht, wo der genaue Ausgangspunkt für die Eskalation in Peking lag. Ich glaube aber, dass die Regierung in Peking die Eskalation zumindest nicht verhindert hat. Das ist der Ausgangspunkt für die Schlussfolgerung: Die Soldaten wurden instrumentalisiert. Nicht mehr, nicht weniger.

ciao Rainman

PS: Fast vergessen: Zu Deiner Frage, ob ich glaube, dass unsere Medien ... Nein!


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 13.10.2009 13:32 | nach oben springen

#162

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 13:42
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

In Antwort auf:
Ionel Boeru, 47, ist der Henker des rumänischen Staatschefs Nicolae Ceausescus. Als Hauptmann leitete er 1989 die standrechtliche Erschießung des kommunistischen Diktators. Zu einem seiner seltenen Interviews traf er sich mit Matthias Schepp und dem Hamburger Fotografen Samuel Zuder in einem Park in Giurgiu, fünfzig Kilometer südlich von Bukarest.

Gab es einen fairen Prozess?

Nein, der Prozess war natürlich eine reine Farce. Die Verteidiger von Ceausescu verteidigten ihn nicht wirklich und auch die Richter waren alles andere als neutral. Sie klagten Ceaucescu an, an sich eine Aufgabe der Staatsanwälte. Schon vor dem Beginn des Standgerichts sagte mir der kommandierende General Stanculescu, dass ich einen Platz aussuchen solle, wo Ceausescu und seine Frau hingerichtet werden sollen.

http://www.stern.de/politik/ausland/ceau...ker-547930.html



Zitat von GilbertWolzow
alles andere klärten (intern) einzelne generale der rumänischen armee...
auch hier ein alleingang eines fallschirmjägergenerals der ein makaberes standgericht eröffnen lies und 2 unteroffiziere als "vollstrecker" missbrauchte.




In Antwort auf:
Sie hielten die Gewehre gegen die Wohnblöcke rundum gerichtet, um die Kaserne zu verteidigen. Fälschlicherweise wurde damals behauptet, es gebe im ganzen Land Terroristen, die Ceausescu befreien wollten. Deshalb hatten viele der unerfahrenen Soldaten Angst, und es kam mehrmals vor, dass Uniformierte ganze Wohnhäuser zersiebten, im Glauben, hinter jedem Vorhang verberge sich ein Terrorist.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2004-16...ch-raechen.html



Die Bilder der Hinrichtung sind auch gestellt!!!

In Antwort auf:
Der Prozess wurde, mit Ausnahme des Moments der Hinrichtung, gefilmt und zusammen mit den Aufnahmen der Toten schnell landesweit und international mit der Begründung verbreitet, die Position der Einheiten der rumänischen Armee zu beeinflussen und so einen drohenden Bürgerkrieg abzuwenden.




@glasi Was kannst du daran jetzt nicht glauben???





Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 13.10.2009 13:47 | nach oben springen

#163

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 14:22
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von glasi

hallo gilbert. das kann ich jetzt nicht glauben



sorry @glasi, dann lese das hier:

Wir schossen, als er sagte: «Die Geschichte wird mich rächen»

Drei Soldaten bildeten das Exekutionskommando, das am 25. Dezember 1989 Nicolae Ceausescu und seine Ehefrau Elena hinrichtete und damit die kommunistische Diktatur in Rumänien beendete. Das Protokoll eines Weihnachtstages.Aussage von O. Gheorghiu, zum Zeitpunkt der Exekution Unteroffizier:«Die Eheleute Ceausescu wurden auf dem Gelände der Kaserne in der Stadt Tirgoviste in einem gepanzerten Armeewagen gefangen gehalten. Im Hof der Kaserne gab es viele Offiziere und Soldaten, etwa hundert oder auch zweihundert. Sie hielten die Gewehre gegen die Wohnblöcke rundum gerichtet, um die Kaserne zu verteidigen. Fälschlicherweise wurde damals behauptet, es gebe im ganzen Land Terroristen, die Ceausescu befreien wollten. Deshalb hatten viele der unerfahrenen Soldaten Angst, und es kam mehrmals vor, dass Uniformierte ganze Wohnhäuser zersiebten, im Glauben, hinter jedem Vorhang verberge sich ein Terrorist. Oft wurde wirklich auf alles geschossen, was sich bewegte. Aus diesem Grunde waren wir vorsichtig.General Stanculescu hatte uns gesagt, dass er niemandem traue. Man hatte uns mitgeteilt, dass die Ceausescus vor Gericht kämen und danach erschossen würden. Man zeigte uns die Mauer, vor welcher die Exekution ausgeführt werden sollte. Der General sagte uns auch, wie viele Schüsse wir abfeuern sollten: jeder von uns dreissig. Dabei hätte aus solch kurzer Distanz eine Pistole gereicht. Das Urteil stand offensichtlich schon vor dem Prozess fest. Nach Jahren erkannten wir, dass wir nur als Werkzeuge gedient hatten und getäuscht worden waren. Mir schiene es normal, dass jene, die solche Urteile fällen, sie mit ihren eigenen Händen ausführen.Mehrere Kollegen waren dabei, als wir das Ehepaar ins Gebäude führten. Dorin und ich hielten unsere Gewehre auf die beiden gerichtet, zehn, zwanzig Zentimeter hinter ihrem Rücken. Wir führten sie ins Büro des Kommandanten, wo sie medizinisch untersucht wurden.Ceausescu sah vielleicht etwas hässlicher aus als sonst, so ungeschminkt, müde und unrasiert. Aber er verhielt sich normal. Er war nicht unruhig, vielleicht war er froh, den engen und kalten Armeewagen verlassen zu können. Zehn Minuten später wurden er und seine Frau in den Raum geführt, wo ihnen der Prozess gemacht wurde. Boeru blieb drinnen und sollte das Ehepaar im Notfall erschiessen. Dorin und ich sollten vor der Türe bleiben und jeden erschiessen, der hineinwollte. Wir standen an die Tür gelehnt, das Gewehr geladen, und hörten alles, was drinnen gesprochen wurde, weil sie laut redeten.Der Prozess war sehr gut vorbereitet. Wir kannten ja das Ende bereits, also war alles, was dort gesagt wurde, eine Farce. Etwa zur Halbzeit kam der Kommandant der Kaserne und meinte, er müsse rein, es habe einen Anruf aus Bukarest gegeben. Dorin öffnete die Tür, ein gewisser Voican-Voiculescu kam heraus und ging telefonieren. Als er zurückkam, meinte er, er habe den Befehl bekommen, es schneller zu einem Ende kommen zu lassen. Er sagte nicht, von wem dieser Befehl stammte.‹Ihr seid doch meine Kinder›Irgendwann ging die Tür auf, und der Verteidiger des Ehepaars kam heraus. Er sagte uns mit zitternder Stimme: ‹Ich gab ihnen die Chance, davonzukommen, und sie haben es abgelehnt. Ich riet ihnen, sich für psychisch krank zu erklären. Dann könnten sie nicht zum Tode verurteilt werden.› Er war bestürzt und verärgert, dass er den Ceausescus diese Chance angeboten hatte und dass sie abgelehnt hatten. Erst nach Jahren kam mir in den Sinn, dass er vielleicht Zeugen für seinen Rettungsvorschlag haben wollte. Während des Prozesses weigerte sich Nicolae Ceausescu, das Gericht anzuerkennen. Er stehe nur vor der Nationalen Volksversammlung Rede und Antwort. Er antwortete nicht auf die Anklagen, zum Beispiel jene des Genozids.Der Prozess dauerte dreissig Minuten. Ich hörte das Urteil durch die Türe: ‹Das Ehepaar Ceausescu wird zum Tode verurteilt.› Sie erwiderten, dass sie nur vor der Nationalen Volksversammlung reden würden. Nach der Urteilsverkündung ging die Türe auf, und ich ging zu Elena Ceausescu, um ihre Hände zusammenzubinden. Ich schaffte es nicht, sie bewegte sie dauernd, meinte, dass wir doch ihre Kinder seien, dass sie uns aufgezogen habe, was mich noch entschlossener machte. Ich musste sie zwingen.Ceausescu hingegen hat schnell nachgegeben. Mein Kollege bat ihn, ihm die Hände festbinden zu dürfen, und er liess es zu. Ich verfluchte die beiden, denn ich war angespannt und müde und brauchte ihre Sprüche nicht. Als wir zusammen das Gebäude verliessen, begann Ceausescu die Internationale zu singen, dann sagte er: ‹Hoch lebe die Rumänische Kommunistische Partei› und am Schluss: ‹Die Geschichte wird mich rächen.›Die Mauer stand etwa 15 Meter entfernt. Ich stellte die beiden Delinquenten davor auf, mit dem Gesicht zu uns. Kaum ging ich fünf, sechs Meter zurück, wurde schon geschossen, obwohl weder General Stanculescu noch mein Kollege Boeru den Befehl dazu erteilt hatten. Stanculescu und die anderen standen einige Meter hinter uns, irgendwo auf dem Weg zu den Helikoptern. Als meine Kollegen dann zu schiessen anfingen, habe auch ich mein Gewehr auf automatisches Feuern gestellt und dreissig Schüsse abgegeben.Als ich in die Knie ging, um meine Waffe wieder zu laden, lief Boeru mit erhobenen Händen davon. Er rief: ‹Ich habe es für die toten Kameraden getan!› Wir hatten am 22. Dezember elf Kameraden – einen Offizier und zehn Soldaten – verloren, die während der Wirren der Revolution das Fernsehgebäude bewachen mussten. Es ging das Gerücht um, dass man sie in die Stirn geschossen hatte.Sie sollten patrouillieren und gerieten unter Sperrfeuer. Man hörte nur die HelikopterDie Hinrichtung ging sehr schnell. Als Ceausescu seinen Satz, wonach ihn die Geschichte rächen werde, beendet hatte, wurde schon geschossen. Ceausescu und seine Frau versuchten nicht zu fliehen. Sie senkten nicht den Blick. Sie waren sehr würdig. Ich ging dann zu den Leichen, auch der Arzt kam. Keiner von denen, die Mitglieder des Gerichts gewesen waren, näherte sich den Leichen.Wir holten Planen, um die Ceausescus darin einzuwickeln. Alle Soldaten im Hof waren wie erstarrt. Keiner rief, weder vor Freude noch vor Hass. Alle waren stumm. Man hörte nur die startenden Helikopter. Wir brachten die leblosen Körper zu den Helikoptern. Die Leichen waren in derselben Maschine wie Dorin, Boeru und ich. Wir flogen eine halbe Stunde im Tiefflug.In Ghencea stiegen alle aus, die Gerichtsmitglieder gingen seelenruhig zu ihren eigenen gepanzerten Armeewagen, nur wir blieben dort. Wir, vier Fallschirmjäger, die Helikoptermannschaften und die Leichen. Wir hatten den Befehl abzuwarten, bis jemand die Leichen abholte. Die Sonne ging unter, und die Piloten wurden unruhig, weil sie bei Nacht fliegen mussten und weil noch geschossen wurde.Also rief Boeru einen Leutnant zu sich, der die beiden zusammengeschnürten Pakete anschaute. Man sah, dass es Menschen waren. Sie trugen die Uhren noch am Handgelenk und bluteten. Der Leutnant fragte, wer die beiden seien, aber man erwiderte, dass ihn das nichts anginge. Ihm wurde aufgetragen, sie zu bewachen, bis jemand vorbeikäme.Wir flogen weiter zu unserer Einheit. Als wir ankamen, nahmen wir unsere Helme ab und schwiegen. Wir waren unter Schock. Wir hatten Angst, dass die Leichen verschwinden würden. Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass sie abgeholt worden waren, aber was mit ihnen geschehen war, erfuhren wir nicht.Die Kollegen unserer Einheit waren in Angst um uns gewesen, denn sie hatten inzwischen von unserem Auftrag erfahren. Ein Arzt kam und fragte uns, ob wir Alpträume hätten und ob wir ständig an die Exekution denken mussten. Natürlich mussten wir daran denken, woran denn sonst? Aber ich habe es bis heute nicht bereut, auch wenn wir manipuliert worden waren.Es gab keine Alternative, denn wären Nicolae und Elena Ceausescu einer Menschenmenge in die Hände gefallen, wären sie zerfleischt worden. Um ehrlich zu sein, würde ich heute allerdings bei der Exekution anderen den Vortritt lassen. Zwar wurden ich und die anderen befördert, genau wie weitere 150 Soldaten, die anwesend gewesen waren. Und jene, die das alles inszenierten, haben die Macht im Land übernommen. Sie alle aber müssen nicht ein Leben lang Gewissensbisse haben. »Sie wollten gemeinsam sterbenErgänzende Aussage von Ionel Boeru, zum Zeitpunkt der Exekution Offizier:«Nach der Urteilsverkündung blieb ich mit den Ceausescus alleine im Raum. Dann kam ein Oberstleutnant vom Geheimdienst herein und meinte, ich solle sie einzeln herausbringen und erschiessen. Die beiden sagten, dass sie gemeinsam sterben wollten. Als ich Nicolae Ceausescu zur Mauer brachte, war seine Frau schon dort. Ich ging zurück, sagte einem der Kameraden, sich zu entfernen, und das Feuer wurde simultan eröffnet.Gefilmt wurden nur die Schüsse zweier Soldaten, die nicht am Hinrichtungskommando beteiligt waren. Die Nerven hielten nicht. Unsere Schüsse sind nicht aufgenommen worden, weil die Kabel der Filmkamera zu kurz und die Batterien leer waren. So kam es zu jenem Riss im Film, den man kennt. Als General Stanculescu gefragt hatte, ob ich imstande wäre, das Todesurteil zu vollstrecken, war das praktisch ein Befehl. Ich hätte mein Leben riskiert, wenn ich mich geweigert hätte. Als ich die beiden zur Mauer brachte, war ich eine Art Roboter. Als Soldaten müssen wir töten, aber nicht in einem Hinrichtungskommando. Es ist sehr schwierig, vor allem, wenn dir ein Mensch in die Augen schaut. Wenn du hingegen jemanden aus einer Entfernung von zweihundert, dreihundert Metern erschiesst und nicht weisst, wer es ist, ist es etwas anderes: Du erledigst deine Sache als Soldat und verteidigst dein Land.»Wir haben uns beeiltErgänzende Aussage von Dorin Carlan, zum Zeitpunkt der Exekution Unteroffizier:«Als Stanculescu uns fragte, ob wir das Todesurteil vollstrecken könnten, antworteten wir schwach mit Ja. Wir schauten uns ratlos an. Er sagte: ‹Das gefällt mir nicht. Hebt die Hand hoch. Das gefällt mir auch nicht. Macht einen Schritt nach vorne, dann wähle ich euch aus. Du, du und du.›Dann erklärte er uns unseren Teil, zuerst Boeru, der uns anführte und eine schwierigere Aufgabe hatte. Wir haben uns beeilt, alles hinter uns zu bringen. Wir handelten im Namen von 23 Millionen Rumänen. Das waren die schwierigsten Augenblicke meines Lebens. Auf ihrem letzten Weg wünschte uns Elena Ceausescu alle zum Teufel. Stanculescu verhielt sich wie ein würdiger General, er sagte: ‹Fesselt die beiden, stellt sie an die Mauer. Zuerst ihn, dann sie.› Elena Ceausescu fing an, uns als ‹ihre Kinder› zu bezeichnen, für die sie stets gesorgt habe. Sie sagte, dass wir sie wie den letzten Dreck behandelten. Dann meinte sie, sie wolle zusammen mit ihrem Mann sterben. ‹Zusammen haben wir gekämpft, zusammen werden wir sterben.› Also erschossen wir sie beide zusammen.Ich würde es nicht wieder tun. Ich war überzeugter Kommunist gewesen. Ich hatte an Ceausescus Worte geglaubt, an seine Reden, ich war sein Produkt gewesen. Ich hatte nichts gegen den Menschen Ceausescu, sondern nur gegen das schlechte System. Einem Menschen das Leben zu nehmen, ist gegen die biblischen Gebote. Und das am heiligen Weihnachtstag.

»© Jurnalul National, Bukarest


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#164

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 18:22
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Die Bilder der Hinrichtung sind auch gestellt!!!


Falsch!. Les' mal Deine eigenen Zitate durch.

"Gefilmt wurden nur die Schüsse zweier Soldaten, die nicht am Hinrichtungskommando beteiligt waren. Die Nerven hielten nicht. Unsere Schüsse sind nicht aufgenommen worden, weil die Kabel der Filmkamera zu kurz und die Batterien leer waren. So kam es zu jenem Riss im Film, den man kennt. "

-Th


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#165

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 18:36
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Alfred
Als erste, für mich gehört dies nicht hier her. Aber ganz ohne Kommentar möchte ich dies nicht stehen lassen.


@Alfred, war nur als Antwort zu Merkur's Globke-Keule. Aber Danke! das Du die Nazi-Faelle in der DDR so bestaetigst. Uebrigens, auch Filbinger war nach damaligen Recht nicht zu belangen (aber eure Truppe hat sich ja maechtig in's Zeug gelegt, da Beweise zu liefern). Von daher tut sich eine Diktatur eben immer etwas einfacher, aber wem erzaehl ich das...
-Th


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#166

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 13.10.2009 18:49
von Alfred | 6.841 Beiträge

Captn,

ich habe immer ein Problem mit Worten wie "Nazi - Fälle". Eine solche Formulierung ist mir zu allgemein.

Na und der von Dir nun wieder aufgeführte Fall, da liegst Du auch nicht ganz richtig. Aber da fehlt mir nun wirklich die Zeit uns Ausdauer.


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#167

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 09:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Schöne Bilderserie zu einem anderem Umbruch. Eigentlich das beste Beispiel, dass es den bewaffneten Organen der DDR und der späten Einsicht der politisch Verantwortlichen zu verdanken ist, dass es bei uns unblutig ablief. Schließlich waren hier die Waffen und nicht bei den Damen und Herren Bürgerbewegten.

http://www.n-tv.de/bilderserien/Das-Ende...icle642084.html


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 17.12.2009 09:14 | nach oben springen

#168

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 17:57
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Schöne Bilderserie zu einem anderem Umbruch. Eigentlich das beste Beispiel, dass es den bewaffneten Organen der DDR und der späten Einsicht der politisch Verantwortlichen zu verdanken ist, dass es bei uns unblutig ablief. Schließlich waren hier die Waffen und nicht bei den Damen und Herren Bürgerbewegten.

http://www.n-tv.de/bilderserien/Das-Ende...icle642084.html


Ich denke,das beide Seiten ihren Anteil daranhaben,das es so gekommen ist. Wer nun mehr
oder weniger dazu beigesteuert hat,darüber lässt sich reden.



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#169

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 19:34
von manudave (gelöscht)
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Zitat von Zermatt

Zitat von Feliks D.
Schöne Bilderserie zu einem anderem Umbruch. Eigentlich das beste Beispiel, dass es den bewaffneten Organen der DDR und der späten Einsicht der politisch Verantwortlichen zu verdanken ist, dass es bei uns unblutig ablief. Schließlich waren hier die Waffen und nicht bei den Damen und Herren Bürgerbewegten.

http://www.n-tv.de/bilderserien/Das-Ende...icle642084.html


Ich denke,das beide Seiten ihren Anteil daranhaben,das es so gekommen ist. Wer nun mehr
oder weniger dazu beigesteuert hat,darüber lässt sich reden.




Ich sehe es als Unfähigkeit der einzelnen Offiziere der Organe an, dass kein einziger Schuss fiel.
Niemand wollte die Verantwortung übernehmen, alle warteten auf Weisung von oben - das zeigt, wie dieser Staat bei sowas funktionierte. Es war der Mumm nicht da, seine (doch so sichere) Überzeugung ohne Befehle in die Tat umzusetzen.

Natürlich ein beispielloser Glücksfall für alle Beteiligten, aber die Hochlob-Duselei, die da immer betrieben wird, ist meines Erachtens nicht richtig.


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#170

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 19:35
von manudave (gelöscht)
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Zitat von manudave

Zitat von Zermatt

Zitat von Feliks D.
Schöne Bilderserie zu einem anderem Umbruch. Eigentlich das beste Beispiel, dass es den bewaffneten Organen der DDR und der späten Einsicht der politisch Verantwortlichen zu verdanken ist, dass es bei uns unblutig ablief. Schließlich waren hier die Waffen und nicht bei den Damen und Herren Bürgerbewegten.

http://www.n-tv.de/bilderserien/Das-Ende...icle642084.html


Ich denke,das beide Seiten ihren Anteil daranhaben,das es so gekommen ist. Wer nun mehr
oder weniger dazu beigesteuert hat,darüber lässt sich reden.




Ich sehe es als Unfähigkeit der einzelnen Offiziere der Organe an, dass kein einziger Schuss fiel.
Niemand wollte die Verantwortung übernehmen, alle warteten auf Weisung von oben - das zeigt, wie dieser Staat bei sowas funktionierte. Es war der Mumm nicht da, seine (doch so sichere) Überzeugung ohne Befehle in die Tat umzusetzen.

Natürlich ein beispielloser Glücksfall für alle Beteiligten, aber die Hochlob-Duselei, die da immer betrieben wird, ist meines Erachtens nicht richtig.

Und nun schlachtet mich...



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#171

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 19:47
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

manudave da muß ich energisch widersprechen.es war nicht unfähigkeit sondern verantwortungsbewußtsein,auch wenn du das nicht verstehen wirst.auch offiziere der nva und der gt hatten eine ehre.und wir waren immerhin eine volksarmee.
damit widersprichst du dir selbst in deinem eröffnungsbeitrag


zuletzt bearbeitet 17.12.2009 19:49 | nach oben springen

#172

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 19:54
von manudave (gelöscht)
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Zitat von Pitti53
manudave da muß ich energisch widersprechen.es war nicht unfähigkeit sondern verantwortungsbewußtsein,auch wenn du das nicht verstehen wirst.auch offiziere der nva und der gt hatten eine ehre.und wir waren immerhin eine volksarmee.
damit widersprichst du dir selbst in deinem eröffnungsbeitrag



...ich schrieb, "dass viele niemals geschossen hätten..." - es war eine Bewertung des Films und der befragten Personen.


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#173

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 19:56
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

und was soll dann die bemerkung der unfähigkeit?


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#174

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 19:56
von manudave (gelöscht)
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Zitat von manudave

Zitat von Pitti53
manudave da muß ich energisch widersprechen.es war nicht unfähigkeit sondern verantwortungsbewußtsein,auch wenn du das nicht verstehen wirst.auch offiziere der nva und der gt hatten eine ehre.und wir waren immerhin eine volksarmee.
damit widersprichst du dir selbst in deinem eröffnungsbeitrag



...ich schrieb, "dass viele niemals geschossen hätten..." - es war eine Bewertung des Films und der befragten Personen.




Eine Korrektur - ich meinte die Unfähigkeit EINZELNER Offiziere - das sollte keine Pauschalaussage werden.


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#175

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 20:00
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

das ist aber so angekommen.keiner hat eine chinesische lösung gewollt.das wäre der supergau gewesen.kein offizier oder soldat der ddr hätte sich dafür hergegeben manu


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#176

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 20:03
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Ach Manu,
alter Jungpionier
so stellst du dir das vor. So funktioniert das offensichtlich nicht. Abgesehen von dem was wirklich geschehen ist, glaube ich nicht das die Volksarmee gegen das eigene Volk hätte eingesetzt werden können. Da wäre die Partei wohl ihrer eigenen Propaganda erlegen. Siehe auch Russland und und und.
Und ich kenne Offiziere die wären im Ernstfall die ersten Toten gewesen.
Mike59


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#177

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 20:11
von manudave (gelöscht)
avatar

Natürlich Ihr beiden,

ihr kennt niemanden und würdet das niemanden zutrauen - das würde mir wahrscheinlich ähnlich gehen.

Aber man kann nur vor den Kopf eines Menschen sehen. Und glaubt Ihr nicht, dass es eben auch diese verbohrten Kameraden gegeben hat, die genau die chinesische Lösung im Kopf gehabt haben?

Natürlich alles Spekulation, aber für was waren nochmal die Kampfgruppen da? Hiess es da nicht, "...im Falle von inneren Unruhen..."?


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#178

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 20:13
von Augenzeuge (gelöscht)
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[quote="Pitti53"]keiner hat eine chinesische lösung gewollt.das wäre der supergau gewesen.kein offizier oder soldat der ddr hätte sich dafür hergegeben

Hallo pitti,

da bin ich mir keineswegs sicher. Aber klar, diese Leute standen in der Minderheit und hatten zum Glück nicht die Befehlsgewalt. Einige haben das sogar in der Presse gefordert, wenn ich mich recht erinnere. Und andere glauben heute noch, dass das MfS härter hätte durchgreifen sollen.....


zuletzt bearbeitet 17.12.2009 20:14 | nach oben springen

#179

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 20:14
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

manu ich versteh nicht was deine spekulation soll.es könnte hätte.es hat aber k e i n e r


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#180

RE: MDR - "Das Wunder von Leipzig"

in Leben in der DDR 17.12.2009 20:21
von manudave (gelöscht)
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Zitat von Pitti53
manu ich versteh nicht was deine spekulation soll.es könnte hätte.es hat aber k e i n e r



Es geht um das Warum, Pitti.

Und das war meines Erachtes ganz sicher nicht nur Ehre und Respekt vor dem Volk.


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