#41

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 19.10.2009 15:09
von Focking | 178 Beiträge

@ Feliks D.

na ja,wenn Dir der Vater von einem verbrecherischen System genommen wird.
Läuft da noch alles in gewünschten Bahnen?Ich glaub wohl eher nicht.

Gruß aus der Lausitz

Werner



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#42

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 19.10.2009 15:10
von Drewitz | 356 Beiträge

Tja-Kurzform von mir

War seinerzeit zur Ausbildung in Wünsdorf.Abends Pressekonferenz mit halben Ohr gehört-danach Radio -Walter Janka-
Irgendwann mit Alarm aus dem Bett.Normale Dienstuniform-ohne Waffen.Mit dem Bus über Umwege nach Berlin/Schnellerstraße zur Abteilung.Ohne jede Information.Fragen über Fragen.Alle Straße verstopft.
Zur Güst Checkpoint Charly disloziert.Dort angekommen.Völliges Chaos.Die Massen drängen rüber.Anweisung-Stempel aufs Bild und durch...Stempel auf sbIld bedeutet ständige Ausreise?Äh Was jetzt?Gefühl im Kopf wie im Traum.Später Ostberliner in den Westen durchgewunken.Habe ich Haluzinationen oder träume ich?Völlig irreal.Mensch Jungs-Ihr steht ja immer noch hier (Nach 14 Stunden...)Passanten bringen ersten Westkaffee mit.Lecker!Blümchen für uns?Küßchen auch!Toll!Irreal...
Nach 16Stunden zurück nach Wünsdorf.
Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#43

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 19.10.2009 15:38
von dein1945 (gelöscht)
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So ein Video habe ich auch noch in meinem Kopf, kann ich Euch aber leider nur in Worten beschreiben.
Auch bei uns ging die Post ab am 10. und 11. November 89.

Hallo und guten Tag,

ich fange mal etwas früher an 30.09.1989, Geburtstagsfeier, trotz alledem lief der Fernseher, bei uns wurde ständig hin und her gezappt, mal "Heute, mal Tagesschau und auch die Aktuelle Kamera", die wir ja in WB empfangen konnten, dann der Auftritt von H.-D. Genscher in Prag. Es ging weiter am 3.November 89 mit der großen Demo auf dem Alexanderplatz, ich war im Ruhrgebiet bei meinen Schwiegereltern, wie gebannt habe ich zugesehen, man konnte es sich nicht vorstellen, was da abging. Ich hatte noch die Bilder im Kopf wie die Vopo am 40.Jahrestag der DDR, in Ostberlin mit dem Knüppel aufgeräumt hat. Dann der 9.November wie immer alle Sender abgeklappert und auch die Pressekonferenz mit Schabowski, das war es dann. Diesen Abend nichts mehr mitbekommenm ,leider !
10.November um 5.30 der Wecker, wie immer mit Nachrichten von 100,6, damals der aktuelste Nachrichtensender in WB, wir konnten es nicht fassen was wir hörten.
Sonst nicht üblich um diese Zeit, gleich den Ferseher an und da liefen in alle Sendern Sondersendungen. Aber was soll;s es war Arbeit angesagt, in meiner Firma angekommen und wie immer Kaffee gekocht, diesmal mit TV. Gegen 7.00 kamen dann meine Mitarbeiter, weiter gespanntes Fernseh gucken und diskutieren. Ich hatte zu der Zeit auch zwei ehemalige DDR-Bürger beschäftigt, der eine war erst durch Ausreise im Juni in den Westen gekommen. Aber gegen Acht war Schluß mit Lustig, die Arbeit ruft. Wie es der Zufall will, ich hatte einen Termin in einem Cafe mit Imbiss direkt in der Nähe vom Übergang Heinrich-Heine-Str., ca. 5km von der Firma, für die Fahrt brauchten wir 1 Stunde, die Strassen in WB waren noch nie so voll wie an diesem Freitag. Endlich hatten wir unser Ziel erreicht, die erste Frage der Inhaberin, habt ihr Brötchen mitgebracht, wieso ?, na ich bin total ausverkauft. An Arbeit war nicht zu denken. Ich bin dann mit meinem EX-DDRler in Richtung Brandenburger Tor, es war die Hölle los, wir kamen nur im Schrittempo vorran. Also Auto abgestellt und zu Fuss weiter, aber auch da kaum ein durchkommen.
Ob West oder Ost, alles lag sich in den Armen, sowas habe ich danach nie wieder erlebt. Gegen Mittag sagte mein Mitarbeiter, es hat Heute eh keinen Sinn mehr, er wollte den Tag als Urlaub. Wurde sofort bewilligt, ab durch die Menschenmassen, erst mal nach Hause, ich wohne im Süden von Berlin, da war es etwas ruhiger. Am Abend hatte ich schon seit langem Karten für ein Konzert von Udo Jürgens in der Deutschlandhalle, meine Frau kam auch später als sonst, es war einfach zu voll auf den Strassen. Mit dem Auto war an diesem Abend kein vorwärtskommen, also mit Bus und Bahn, wir waren noch pünklich da, nur Udo kam eine Stunde später, er war vorher noch am Brandenburger Tor, alle nicht verkauften Plätze wurden an DDR-Bürger kostenlos vergeben, nachdem auch wir dichter zusammenrückten, kamen bestimmt noch mal Hundert dazu, ich hab die Deutschlandhalle noch nie so voll gesehen. Das Konzert nun auch nicht pünktlich zu Ende, aber was soll;s, wir wieder mit Bus und Bahn nach Hause, umsteigen am Kudamm, ich dachte die ganze DDR ist auf dem Bahnhof, endlich gegen Mitternacht wieder im Süden, aber noch nicht zu Haus. Bei unserem Stamm-Italiener war noch Licht, schliesst sonst um 24.00, Hunger hatten wir auch, also raus aus dem Bus und hinein, es war noch rappelvoll, Ost und West gemeinsam, die meisten Familien. Wir kamen auch gleich ins Gespräch obwohl man kaum einen kannte. So endete der Tag, muß schon früher Morgen gewesen sein, den Rest durften wir laufen, es fuhr kein Bus mehr, mal sehen ob es noch eine Fortsetzung gibt, denn die Tage danach waren auch noch anstrengend.

Gruß aus Berlin, damals West

PS.Diesen Beitrag hatte ich schon einmal am 04.07.2009 geschrieben, leider verlief dieser Tread, -Das Wochenende nach dem 9.November 1989- im Sande





zuletzt bearbeitet 19.10.2009 15:38 | nach oben springen

#44

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 19.10.2009 16:05
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von skbw
Mein 9.Nov. 89 verlief doch eigentlich so wie immer.
Nach Dienstschluß gemeinsames Abendessen mit meiner Frau und unseren zwei Kleinen (1 und 3 Jahre). Der Sandmann wurde interessiert verfolgt, das Zubettgehen ein alltägliches Ritual.
Das ein gewisser Schabowski eine Erklärung bekannt gab, registrierte ich nur am Rande. Reiseerleichterungen nahm ich zur Kenntnis, die entsprechenden Befehle und Anordnungen würden sicher morgen aus dem Stab kommen.Sie ging auch ich ohne Sorgen zu Bett.
Gegen 01.00 Uhr weckte mich das Diensttelefon. Der OpD befahl mich zur Einheit, erhöhte Gefechtsbereitschaft sei ausgelöst. Ich witterte eine Kontrolle vom GKM. Ruckzuck rein in die FDU, Stiefel an, Pistole umgeschnallt und raus aus der Wohnung. Aber irgendwas stimmte nicht. Normalerweise war es um diese Uhrzeit in Teltow ruhig und stockdunkel, eben "die Bürgersteige hochgeklappt". Aber jetzt war es laut und hell durch eine riesige Fahrzeugschlange die sich in Richtung Berlin-Schönefeld schob. Da ich aus einer Seitenstraße mich einreihen musste verlor ich ein Haufen Zeit. Als endlich die F101 näher kam, blinkte ich links , um zu meiner Einheit zu kommen. Daraufhin hupte das Fahrzeug hinter mir wie verrückt und betätigte ständig die Lichthupe. Aber ich hatte es eilig, ich konnte ihm nicht helfen. (Daß er mir mitteilen wollte, daß es geradeaus zur nächsten Güst ging, wurde mir erst ca. 12 Stunden später klar)
In meiner Einheit angekommen, waren allen Offz. und Fähnriche bereits da. Die Wachen wurden verstärkt, Die Waffenkammer wurde ständig besetzt. Alle Berufssoldaten hatten ihre Pistolen am Mann. Der Gefechtspark wurde geöffnet. Wir waren bereit. Meine Meldung im Regiment brachte nur die Auskunft "warten auf weitere Befehle".
Da wir unsere "Vorbereitungen" für die nächste Stufe der Gefechtsbereitschaft abgeschlossen hatten, kam ich doch schon tatsächlich auf den Gedanken mal im Grenzabschnitt anzurufen, ob irgendwas passiert sei. Meine Frage, ob es einen Durchbruch gab, wurde mit einem schallenden Gelächter beantwortet und mit dem Satz "Einen?... HUNDERTE". Dann wurden wir aus dem Grenzabschnitt mit den nötigen Info`s versorgt. Wir hatten die ganze Nacht Zeit zum diskutieren. Das Ende der DDR sahen wir nicht. Dass es aber anders weiter gehen würde, schon. Schon bald würden wir die offenen Stellen wieder schließen und Normalität wird wieder einziehen.
Das sollte nicht mein letzter Irrtum sein!


bis bald, skbw



die Sache mit dem Gefechtsalarm kann ich bestätigen. Ich hatte in dieser Nacht DhS.............wollte mich etwas hinlegen (war bei 24 Stunden Diensten erlaubt), als das Telefon klingelt. Befehl: Lösen sie für ihre Batterie Gefechtsalarm aus. Also hoch und rein in die Klamotten. Waffenkammer/Gefechtsparkschlüssel noch schnell empfangen und ab in die Batt.. Keiner wußte etwas, aber alle machten mit. Die Granatwerfer raus und zum Marschband formiert. Da bei den Kannonen kein Offz. anwesend war, hatte ich die auch noch auf dem Hals. Nebenbei dauernd die Anforderungen der anderen Hfw: Schnell ich brauche 200 belegte Brote, schnell ich brauch Kaffee und Tee für meine Leute.............nebenbei sprang unser PSH mal wieder nicht an und bei einem W50 ging die Luft aus dem Reifen.
Irgendwann kam ein Melder...........sofort alles aufsitzen lassen und in Richtung Sonnenallee, dort versuchen 3.000 Personen die Grenze zu durchbrechen. Fahrt der Kolonne zum KdP. Dort neuer Befehl. Werfer abhängen, Kannonen verlegen zurück. Also Werfer abgehangen, neues Marschband formiert - kam der nächste Befehl. Werfer wieder ran. Alles wusselte umher.............plötzlich ein konkreter Befehl: Sie fahren mit zwei Fahrzeugen ohne Werfer zur Baumschulenstraße, dort neue Befehle. Also ab ging die Post. Auf der Straße (morgens gegen halb eins) nur Jubel und Rufe wie "Jungs das habt ihr toll gemacht", aber auch Rufe wie "hängt die Gresos auf". Bis zur Sonnenallee sind wir gar nicht erst gekommen. Am S-Bahnhof Baumschulenweg war Feierabend. Am Bahnhof Volkspolizei. Von dennen habe ich ersteinmal erfahren, was los ist. DIE GRENZE IST AUF. Eigener Entschluss: Zurückverlegung.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#45

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 19.10.2009 19:48
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Wo fange ich an? In den Wochen vor dem 9.11. war ich zur Grenzüberwachung im Raum Bad Elster / Bad Brambach. Nachdem die Ausreise via CSSR erfolgte, wurden wir wieder an die Staatsgrenze West in unsere Stammeinheiten verlegt.
Die Fragen die wir hatten „was ist los -wie geht es weiter? “ wurden nicht beantwortet. Schulterzucken überall. Am 9.11. wurden die Vorhandenen Grenzübergänge geöffnet und wir sind zum Grenzdienst gegangen als wäre nichts passiert. Am 11.11. habe ich auf dem BT Werrabrücke PoP 36 oder war es 37 Spätdienst versehen. Ehrlich gesagt ich bin mir etwas verarscht vorgekommen. Auf der anderen Seite sind Wartburg und Trabant vorgefahren und ich habe da in Voller Montur auf dem BT gesessen. Jeder hat mir seinen DDR Führerschein bzw. Perso. gezeigt.
17 Uhr bin ich ziemlich genervt nach Hause zur Familie. Zwischen 18 und 19 Uhr, ich lag in der Badewanne, klingelte der Melder an der Tür „Sofort zurück auf die Einheit“ ¼ h später stand ich vor dem KC – Grenzdienstausrüstung ohne MPi wir machen die Mauer am Haus Hosfeld auf morgen rollt der Reiseverkehr.
An der Mauer angekommen war der Waffenuffz. schon dabei die S Geräte abzubauen und die Hundetrassen wurden abgebaut. Die BGS Streife vor Ort fragte gleich „ Eeeh Kollegen – was ist denn bei euch los?“ Wir hatten einen Oltn. vom Stab GR dabei, der Antwortete voll Dienstbeflissen und gem. DV „Wir bauen die Sperranlagen ab, morgen um 08:00 Uhr rollt hier der Reiseverkehr – bitte informieren sie Ihren Vorgesetzten“ Die Antwort des Streifenführers hat unseren Oltn. leicht verwirrt. Erst kam ein „ Ja ja 11.11.“ nachdem der Spruch von unserem Offz. wiederholt wurde, ein „Was – scheiße ich wollte zur Disco“
Im Laufe der Nacht sind dann immer mehr Menschen zum Haus Hosfeld gekommen, viele alkoholisiert. Die Stimmung war angespannt und zugleich sehr entspannt. Ich war angespannt und die anderen sehr entspannt. Früh nach Sonnenaufgang sind die ersten PKEler gekommen - meine Frage wie weiter wurde ungefähr so beantwortet - für euch gibt es hier erst einmal nichts mehr zu tuen, wenn wir Unterstützung benötigen dann rufen wir euch.
Der Rest ist bekannt. Am 12.11. gegen 13 Uhr hatte ich Dienstschluss, fix und fertig. Zu Hause habe ich vor Erschöpfung und Ungewissheit geheult wie ein Schlosshund.

Mike59

Angefügte Bilder:
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#46

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 22.10.2009 17:04
von ABV | 4.202 Beiträge

Wie hatte ich den Mauerfall erlebt? Auch wenn es sich vielleicht auf den ersten Blick dämlich anhört, ich hatte erst in den Mittagsstunden des 10. Novembers gecheckt, was in der Nacht passiert war. Die Belastungen durch den Dienst, endlose Diskussionen, verbunden mit persönlichen bis in den familiären Bereich hineinreichenden Anfeindungen, hatten dazu geführt das ich mir in dieser historischen Nacht "die Kante gegeben hatte." Während ich also berauscht von Bier und Goldbrand im Bett lag, stand die DDR kurz vor einer Katastrophe. Noch heute ziehe ich meinen Hut vor dem besonnenden Handeln der Kräfte an den Grenzübergangsstellen. Vor allem wenn man bedenkt, dass in jener Nacht nicht nur die Berliner Mauer zusammenstürzte, sondern auch die berufliche Zukunft der Grenzer.Als ich gegen Mittag, von starken Kopfschmerzen geplagt, dass Radio einschaltete, lief dort gerade ein Interview mit Jugendlichen. " Könnt ihr euch vorstellen damit die Mauer nun für immer offen ist?" lautete die Frage des Reporters? " Na klar, die trauen sich nicht mehr die Grenze wieder zuzumachen" lautete die Antwort eines der Jugendlichen. Ich war zunächst der Annahme das es sich um ein Gespräch mit geflüchteten DDR-Bürgern handelte, wie es in jenen Tagen fast täglich ausgestrahlt wurde. Nach ein paar Sekunden dämmerte mir endlich was geschehen war, man hatte tatsächlich die Grenzen geöffnet. So schnell wie in diesem Moment war ich wohl noch nie nüchtern geworden. Nach dem Einschalten des Fernsehers folgte dann der nächste Schock. Von der Mattscheibe flimmerten Bilder von Menschenmassen die auf der Mauerkrone Sekt tranken und tanzten. Ich meldete mich über Telefon bei dem "Operativen Diensthabenden" zum Informationsaustausch, was jeder ABV normalerweise bis 09:00 Uhr zu erledigen hatte. In der Hektik des Tages hatte noch niemand bemerkt, dass ich mich bisher noch nicht gemeldet hatte. Der ODH sagte nur das vor dem VPKA "die Hölle los sei", da sich jetzt viele Menschen ein Visum für eine Reise nach Westberlin holen wollten. Das musste ich mir unbedingt mit eigenen Augen ansehen. Und tatsächlich ! Eine riesige Menschenschlange belagerte regelrecht dein Eingang der VP-Dienststelle. Um den Auflauf Einhalt zu gebieten, bekamen wir ABVs ein paar Tage später den Auftrag, die Personalausweise von in unseren Abschnitten wohnenden einzusammeln und in der Abteilung -Pass und Meldewesen" mit dem begehrten Visa-Stempel versehen zu lassen. Danach lieferten wir die Personalausweise wieder bei ihren Besitzern ab. Im VPKA waren längst nicht mehr nur die Mitarbeiter der Abteilung "Pass und Meldewesen" mit der Visavergabe beschäftigt. Verkehrspolizisten, Instrukteure der Feuerwehr, ja selbst der Politoffizier!!beschäftigten sich mit dem Abstempeln von Personalausweisen.
Die Welt stand Kopf! Wenige Wochen zuvor sind wir noch an der Grenze zu Polen Streife gelaufen um möglichen Botschaftsflüchtlingen den Weg abzuschneiden und jetzt erteilte die Volkspolizei quasi am Fließband Visa in den so genannten Westen. Auf Wunsch sogar Freihaus.


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zuletzt bearbeitet 22.10.2009 17:06 | nach oben springen

#47

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 22.10.2009 17:56
von karl143 (gelöscht)
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Ich habe sie nicht spektakulär erlebt. Wir hatten eine Feier in der Familie am kommenden Wochenende. Und da mein selbstgemachter Kartoffelsalat allen schmeckt, stand ich an diesem Abend in der Küche und bereitete diesen vor. Als dann im Radio die erste Meldung kam,
dachte ich ehrlich an einen Scherz den sich jemand macht. Aber dieser Abend ist so ein Moment, den man in seinem Leben nicht mehr vergisst, ähnlich wie zum B. der 11.9.2001. Momente die immer haften bleiben.


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#48

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 22.10.2009 19:30
von ABV | 4.202 Beiträge

In punkto Wende und Fall der Grenzen, fällt mir noch eine Geschichte ein. Mitte Oktober 1989, einen guten Monat also vor jenem 09.November, war ich als Hinterlandsstreife zur Unterstützung der Grenztruppen, an der polnischen Grenze bei Küstrin-Kietz eingesetzt. Dieser Einsatz, an dem auch Freiwillige Helfer von VP und Grenztruppen, MfS und Bereitschaftspolizei beteiligt waren, lief schon seit Anfang September. Tausende DDR-Bürger flüchteten über die Oder nach Polen, um dann zur Botschaft der BRD nach Warschau zu gelangen. An einem sonnigen Oktobertag lernte ich einen Leutnant der Transportpolizei,so nannte sich die Bahnpolizei in der DDR, kennen. Die Transportpolizei, oder kurz Trapo, überwachte die Gleisanlagen im unmittelbaren Grenzgebiet. Ein Posten beobachtete zusätzlich vom Stellwerk aus, den Bahnbereich. Der Leutnant, ebenfalls ABV und für eine Anzahl von Bahnhöfen verantwortlich, war ein ausgezeichneter Geschichtskenner. Wir kamen rasch ins Gespräch, zu mal mich die Geschichte Küstrins schon immer interessierte. Auf der Oderinsel bei Küstrin-Kietz befanden sich bis 1945 eine Artilleriekaserne sowie Wohnhäuser. Die Häuser wurden im Krieg zerstört, während die Kaserne von der Roten Armee übernommen wurde. Seit jener Zeit war die Oderinsel absolutes Sperrgebiet! Kaum jemand durfte dieses Areal betreten. Aus familiären Erzählungen wusste ich,dass ein Verwandter als Ausbilder in der Artilleriekaserne gedient hatte. Grund genug also um sich für das Gelände zu interessieren. Der Leutnant unterbreitete mir das Angebot, dass ich ihn bei einem Streifengang auf der über die Oder führenden Eisenbahnbrücke begleiten durfte. Von dort aus hatte man einen herrlichen Blick auf die Oderinsel, ein absolutes Privileg in jenen Tagen. Ganz wohl war mir natürlich nicht. Was wäre wenn uns plötzlich ein Zug mitten auf der Brücke überraschen würde? Aber der souveräne Blick des Trapooffiziers, er hatte offenbar den Fahrplan auswendig gelernt, beruhigte mich schnell wieder. Der Leutnant machte mich auf ein einzel stehendes flaches Gebäude aufmerksam. "Das war einmal der Bahnhof Küstrin-Altstadt, heute dient das Gebäude als Med-Punkt." Vereinzelt sah man Personen in erdbraunen Uniformen auf dem Inselgelände herumlaufen. Die frühere Artilleriekaserne wirkte ebenso eindrucksvoll wie unwirklich. Ins Gespräch vertieft, näherten wir uns immer mehr der Strommitte. " Weißt Du eigentlich das wir uns jetzt auf polnischem Gebiet befinden?" fragte mich der Leutnant mit leichten Grinsen. Tatsächlich! Die rot-weißen Grenzpfähle auf der östlichen Seite der Oder erschienen plötzlich zum Greifen nah. Am anderen Ende der Eisenbahnbrücke stand ein Soldat der " Wojska Ochrona Pograniczny", des polnischen Grenzschutzes, vor einem Schilderhaus auf Wache. Als er uns bemerkte, lief der Soldat unruhig hin und her. Der Leutnant winkte ihn kurz zu, dann begaben wir uns zurück auf das Gebiet der DDR. Es war kaum zu glauben. Ich war in Polen! Wenn auch nur wenige Meter, aber immerhin. Zur Erklärung meiner Begeisterung muss gesagt werden, dass Polen damals für Angehörige der bewaffneten Organe, als absolutes " No go Area" galt. Selbst normale DDR-Bürger durften nur nach einer vorherigen Einladung in das offiziell zu den befreundeten Staaten gehörende Land einreisen. Aber das war es nicht allein, was mich beschäftigte. Ein paar Schritte hatten mich außer Landes gebracht. Ich hatte ohne Erlaubnis eine Staatsgrenze überschritten. Eine Angelegenheit also, die ich bei anderen unbedingt verhindern sollte und die mich trotzdem begeisterte. Zum ersten Mal begann ich am Sinn des Einsatzes zu zweifeln und einen ersten leisen Hauch von Verständnis für die Botschaftsflüchtlinge zu verspüren. Meine Frau hatte mich jedenfalls nach Dienstschluss ungläubig angesehen, als ich ihr von meiner "Polenreise" berichtet hatte. Heute bin ich fast jeden Tag in Polen, beruflich und auch privat. Fahrten nach Polen gehören für uns Deutsche zur Normalität, ohne dass noch groß darüber nachgedacht wird. Aber vielleicht sollte man doch hin und wieder daran denken, dass es auch einmal anders war, in diesem Land.

Gruß an alle
Uwe
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#49

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 22.10.2009 20:07
von exgakl (gelöscht)
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An die Zeit des Herbstes 1989 denke ich noch heute oft und mit teilweise gemischten Gefühlen. Nach meinem freiwilligen Abgang von den Grenztruppen (Heirat und Umzug nach Sachsen)bin ich zur NVA nach Frankenberg.
Am 3. Mai 1989 klopfte ich mit meinem Seesack bewaffnet dort ans Kasernentor... oje, ich hätte bleiben sollen wo ich herkam. Na ja, das ist auf jeden Fall einen andere und auch längere Geschichte.
Jedenfalls wurde am 04.1089 Gefechtsalarm ausgelöst... volle Gefechtsbereitschaft, Waffenausgabe mit vollem Kampfsatz, dann eine Stunde später Komando zurück, alle Waffen in die Waffenkammer und es wurden Gummiknüppel und Handschellen verteilt. (Weiß der Geier, wo die Dinger auf einmal herkamen)
Ab dem 5.10. wurden wir dann in die Grundsätze der Polizeitaktik ausgebildet und sollten gegen Demonstranten in Chemnitz, Plauen usw. eingesetzt werden. Zu dieser Zeit hab ich mir schon arge Gedanken gemacht, was das alles soll.
Am 7.10.1989 war es dann soweit. Morgens Regimentsapell, das gesamte Regiment in Felddienst. Ich nahm meine Beförderung zum Stabsfeldwebel entgegen und 1 Stunde später wurden wir nach Karl-Marx-Stadt in die Dynamosporthalle verlegt.
Gegen Mittag gings zum Bahnhof weil in der Stadt irgendeine Demo in Gange war. Zum Glück brauchte man uns nicht. Am späten Nachmittag dann der Befehl sofort alles nach Plauen. Da kamen wir aber erst Nachts an (Zum Glück waren die ollen URALS's nicht so schnell), Unterkunft in der ehemaligen OHS der GT bezogen. Lange Rede gar kein Sinn.....
Jedenfalls wurde die Gefechtsbereitschaft nach meinen Erinnerungen erst Mitte November aufgehoben.
Ab Mitte Oktober haben wir Berufssoldaten dann aber langsam die Faxen dicke gehabt und sind trotz Verbot zum Dienstschluß nach Hause gefahren. (es wurde auch nicht unterbunden)
Am 9.11.2009 saß ich mit meiner damaligen Frau beim Abendbrot, der Fernseher lief wie immer in den Tagen (die Augen waren schon ganz eckig) und ich sah die Pressekonferenz von Schabowski.
Ok dachte ich, dass heisst, wer jetzt noch rüber will, braucht nicht über Polen, CSSR oder Ungarn abhauen, das geht jetzt direkt.
Auch ein paar STunden später habe ich die volle Tragweite noch nicht begriffen. Wahrscheinlich ging das ein wenig über mein damaliges Vorstellungsvermögen hinaus.
Am nächsten Tag dann saß ich in meiner Einheit Soldaten hatte ich kaum noch, die waren alle in der Volkswirtschaft), hatte den Fernseher im Clubraum an, und schaute mir an, wie die Menschenmassen über meinen ehemaligen Grenzübergang Sonnenallee strömten.
Da habe auch ich begriffen, das es die Grenze nicht mehr gibt.
Ich bin heute noch froh darüber das alles trotz der damalige gespannten Atmosphäre so ruhig und friedfertig verlaufen ist.


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#50

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 22.10.2009 20:20
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von ABV
Fahrten nach Polen gehören für uns Deutsche zur Normalität, ohne dass noch groß darüber nachgedacht wird. Aber vielleicht sollte man doch hin und wieder daran denken, dass es auch einmal anders war, in diesem Land.



Uwe, dat is krass ne....so eine Banalität wurde uns mit riesem Material- und Personalaufwand einmal wehement verwehrt....kaum zu glauben aber wahr....Geheimdienste lauschten sich die Ohren wund....selbst der Freiheitswille wurde mit schrecklich langer Isolationshaft bestraft....

....ja, wir sind froh, das das vorbei ist

groetjes

Mara


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#51

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 22.10.2009 20:46
von Heldrasteiner (gelöscht)
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Auch ich nehme mir jetzt mal die Freiheit, meinen alten Beitrag zu dem längst verschollenen Thema hier rein zu kopieren:

In Antwort auf:
So ein Video habe ich auch noch in meinem Kopf, kann ich Euch aber leider nur in Worten beschreiben.
Auch bei uns ging die Post ab am 10. und 11. November 89.

Mal kurz in der Erinnerung kramen:
Damals war ich im Rahmen meiner Ausbildung auswärts tätig, aber schon bei meiner Wochenendheimfahrt mit meinem betagten VW-Käfer fuhr ich auf der A2 bei Königslutter an nicht enden wollenden DDR-Fahrzeugkolonnen vorbei. Die Fahrzeuge waren meist voll besetzt, außer dicht gedrängten Menschen darin nichts zu sehen. Begeisterung pur für den Volkswagen West von den Insassen der Volkswagen Ost.
Ab Braunschweig wurde es einsamer, weniger Zweitaktwolken in der Luft.
Dann Richtung Göttingen, der Trabistrom schwoll wieder an. In Friedland runter von der Autobahn, die ganze Zeit das Radio an mit Reportagen über Grenzöffnung, "Wahnsinn", pure Lebensfreude, Politikerinterviews. Aber meist aus Berlin. Den NDR immer noch auf Empfang, bereits erste Staumeldungen an Grenzübergängen. Spekulationen über Grenzöffnungen an Orten, deren Namen ich nie zuvor gehört hatte.
Jetzt kommen mir DDR-Fahrzeuge entgegen, machen Lichthupe, Insassen winken freudig. Meine Spannung wächst. Wie sieht es in meiner Heimatstadt aus?
Erreiche abends dann mein Zuhause. Der kostenfreie Großparkplatz in Nähe meines Hauses ist bis auf den letzten Platz besetzt. Man könnte meinen, ich bin in Eisenach oder Erfurt gelandet. Der Parkplatz vorm Haus, auch alles voll. Ich parke vorm Haus, lade mein Gepäck aus und bin gedanklich noch auf der Autobahn. Nur nebenher nehme ich Leute wahr, die schwer bepackt mit Einkaufstüten ihre Trabis, Wartburgs, Ladas ansteuern. Sie verladen ihre Einkäufe in kleine Kofferräume, packen ne Stulle aus, in die sie reinbeißen, ehe sie sich in ihre Fahrzeuge zwängen und den beschwerlichen Heimweg antreten.
Es ist kalt, ein trüber Novembertag. Der Dunst der Werra steigt auf und zeichnet ein diffuses, gedämpftes Bild des Großparkplatzes. Zweitaktmotorengeräusche dringen an mein Ohr.
Jetzt aber schnell zu meiner Familie, die ja schon so lange wartet. Am Abendbrottisch Gespräche über überfüllte Warenhäuser, kein Durchkommen in der Fußgängerzone, Aktionen für die Besucher, Warteschlangen am Rathaus. Eine Meldung in der Zeitung, daß die Ladenöffnungszeiten aufgehoben sind für dieses Wochenende.
Irgendwann rauschten die Informationen nur noch an meinem Ohr vorbei. Kein Wunder, ich war seit morgens 5 Uhr auf den Beinen, hatte 200 km bewegte Fahrt hinter mir, den ganzen Tag die Ereignisse an einem kleinen Kofferradio verfolgt.
Ich ging zu Bett, schlief unruhig und wachte morgens gegen sechs auf. Timo, mein Hund, wollte mit mir raus. Also ging ich schlaftrunken vor die Tür - und erblickte einige DDR-Fahrzeuge auf dem Parkplatz, darin dösten übernächtigte Gestalten, die Jacken als Decken über sich gezogen, sich gegenseitig wärmend.
Es war kalt, das Werratal in Nebel gehüllt. Ja, es hatte gefroren, die Scheiben meines Käfers waren glitzernd weiß. Timo sträunte um die fremdartigen Autos, beschnüffelte Reifen. Es war ein fremder Geruch in seiner Welt.
Irgendwie konnte ich noch nicht fassen, was da vor knapp zwei Tagen passiert war. Alles nur ein Traum? So dachte ich, als ich morgens am 10.11.1989 in meinem Wohnheimzimmer fern der Heimat aufgewacht war. Da kam in meinem einzigen Kommunikationsgerät, einem Radiowecker, die berühmte Meldung mit dem Originaltext des Günter Schabowski. Und erste Reaktionen auf die Nacht in Berlin. Das konnte ich gar nicht glauben. Hatte ich abends zuvor denn wieder mal zu tief ins Glas geblickt? Auf jeden Fall war ich ohne Nachrichten an jenem Donnerstag schon früh eingeschlafen. Und jetzt – am nächsten Morgen? Kann doch gar nicht sein. Als ich ins Werk fuhr, hatte ich mein Autoradio an und verfolgte gebannt die Berichterstattung. Es war doch kein Traum – doch es war einer, den wir so lange hatten und der nun in Erfüllung ging. Wer hätte das gedacht?!
Timo zog mich nach Hause, er wollte zum Frühstück sein Leberwurstbrötchen. Also noch schnell zum Bäcker, in der Ferne Zweitaktmotorengeräusch, das näher kam. Eine funzelige Beleuchtung an dem Gefährt, es quietschen Bremsen, der Wagen hält neben mir. Timo reckt neugierig den Kopf. Die Beifahrerin steigt aus, fragt mich, wo man denn hier parken könne und wann die Geschäfte aufmachen. Ich lotse sie auf den Parkplatz vor meinem Haus. Ob ich sie nachher noch mal wiedersehe, wenn ich mit den Brötchen nach Hause komme? Wo sie wohl herkommen? Wie lange sie wohl gefahren sind? Ich bin noch zu müde, um sie zu fragen.
Wieder zu Hause, erstmal ein gutes Frühstück mit viel Kaffee, den brauch ich jetzt. Die Leberwurstbrötchenzeremonie fängt an, meine Gedanken sind bei denen, die da draußen vor der Tür in ihren Autos schlafen. Hab ich auch schon gemacht, aber im Winter ist das nicht so angenehm. Ich schau in meine Kaffeetasse und sage zu meiner Mutter: „Weißte was, ich koch jetzt die große Pumpkanne voll Kaffee und geh raus auf den Parkplatz. Haste noch ein paar Tassen?“ Meine Mutter heißt meine Idee gut, gibt mir alles an Bechern und Tassen mit, was sie in ihren Schränken auftreiben kann und was auch notfalls zu Bruch gehen darf. Das alte Rosenthal-Service meiner Oma bleibt im Schrank!
Ich gehe bewaffnet mit der Pumpkanne, einem Korb voll Tassen, Milch, Zucker und dem Hund raus auf den Parkplatz. Die ersten sind schon erwacht. Die Autoscheiben beschlagen vom feuchten Atem der Insassen. Ich biete meinen guten Bohnenkaffee an – stark muß er sein, stark und schwarz ist er.
Die Aktion kommt gut an – und ich ringe mit den Tränen der Rührung. Ich höre Namen von Orten hinter dem Zaun, nur wenige Kilometer von hier entfernt. Manche habe ich schon aus der Ferne gesehen, aber nie besuchen können. Es werden Belanglosigkeiten ausgetauscht, Streicheleinheiten mit dem Hund. Der genießt den Trubel um sich herum, schwänzelt.
Es wird hell, aber es ist trübe. Meine Hände werden klamm, der Kaffee geht zur Neige. Ich verabschiede mich und wünsche allen einen schönen Aufenthalt in unserer Stadt. Ich kann die Tränen der Freude kaum noch halten und bin froh, als die Tür hinter mir ins Schloß fällt. Jetzt lasse ich meinen Gefühlen freien Lauf.

Das war mein erster Eindruck der Grenzöffnung am 10. November 1989.




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#52

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 22.10.2009 21:22
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Mongibella

Zitat von ABV
Fahrten nach Polen gehören für uns Deutsche zur Normalität, ohne dass noch groß darüber nachgedacht wird. Aber vielleicht sollte man doch hin und wieder daran denken, dass es auch einmal anders war, in diesem Land.



Uwe, dat is krass ne....so eine Banalität wurde uns mit riesem Material- und Personalaufwand einmal wehement verwehrt....kaum zu glauben aber wahr....Geheimdienste lauschten sich die Ohren wund....selbst der Freiheitswille wurde mit schrecklich langer Isolationshaft bestraft....

....ja, wir sind froh, das das vorbei ist

groetjes

Mara




Das ist wohl wahr Mara. Schlimm und tragisch ist vor allem, dass danz ganze lauschen, bestrafen, wegsperren u.s.w., unter dem Titel- Alles zum Wohle des Volkes- lief.

Viele Grüße in die Niederlande
aus dem Oderbruch
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#53

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 08.12.2009 20:51
von Heldrasteiner (gelöscht)
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Und hier kann ich Euch mal zeigen, wie es in meiner Heimatstadt an dem Wochenende des 10./11. November aussah:


Trabi´s belagern Eschwege " Werdchen " - MyVideo

http://www.myvideo.de/watch/5058322/Trab...chwege_Werdchen


zuletzt bearbeitet 08.12.2009 21:06 | nach oben springen

#54

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 08.12.2009 23:27
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von Heldrasteiner
Und hier kann ich Euch mal zeigen, wie es in meiner Heimatstadt an dem Wochenende des 10./11. November aussah:


Hallo Susanne,

vielen Dank fuers tolle Video...soviele Ostautos auf einem Bild, was fuer eine Augenweide.

Gruesse aus den USA,
Berliner


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#55

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 09.12.2009 07:11
von heiner2 (gelöscht)
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ich war schon lange in den usa damals, da ich aber in berlin mit der mauer aufgewachsen bin, und meine familie durch die mauer getrennt waren, habe ich alles was ich hier erfahren konnte wie ein schwamm reingezogen.
hatte beinah zwei wochen freigenommen und nur am fernseher gehangen. oft geheult.
im februar 90 bin ich dann zurueck nach berlin. wie verrueckt das war. am brandenburger tor habe ich 5 brocken rausgemeisselt, die ich immer noch habe. auch habe ich meine kleine schwester nachueber 25 jahren besucht. well, ich hatte damals keine worte und heute immer noch keine worte.

was ich allerdings nicht verstehe ist das es anscheined immer noch unterschiede in gehaelter usw gibt zwischen ost und west.


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#56

RE: Deine Geschichte zum Mauerfall wie hast du die Wende erlebt ?

in Das Ende der DDR 09.12.2009 21:13
von Gelöschtes Mitglied
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Ja leute was ich alles lese mensch ich probiere mir das mal vorzustellen,geht ja nicht wenn man nicht dabei war.
ich musste doch mal grinsen über den tekst "die alte fregatte "ich hätte vielleicht die alte schachtel mal dass maul vollgestopft mit wessie bananen.
Aber die andere seite der medaille war ja nachher,keine DDR mehr,alles was mit der grenze zu tun hatte stand ja nachher mit lehren hände u arbeit.
Aber ihr wart zeitzeugen u dass nimmt euch keiner mehr ab,u könnt jetzt die geschichte euren kinder u eventuel kleinkinder erzählen.Ich finde eure geschichten gut und es ist mahl was anderes als alles auf dem kasten zu sehen.

groetjes uit NLKlaus


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