#61

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 07.10.2009 08:12
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von schlaudi
[...snip]
Offizielle Begründung für den Kabelfernsehbau war die stabile Versorgung mit DDRII, was über unseren Fernsehumsetzer nicht ausgestrahlt wurde.
[snip...]


Hi Sascha, ich glaub' wir sind aus dem gleichen Ort , ziemlich die gleiche Story, bei uns war das alles allerdings schon 1982.

Die Antennengemeinschaft musste auch das Gewichtsequivalent des Antennenuebertragungskabels (ca. 5km) in Altstoffen (Kupferschrott) besorgen, gefordert waren glaub' ich so um die 3 Tonnen. Kurz zuvor war eine Partei-organisierte Schrottsammlung im Dorf durchgefuehrt worden, da kamen mal 400 kg Kupfer und Messing (oder sowas) zusammen. Fuer die Antennenkabel-Sammlung einen Monat spaeter fand der Ort dann ungefaehr stolze 5 Tonnen an Kupferschrott...
-Th


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#62

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 07.10.2009 09:21
von küche69 | 428 Beiträge

Zu diesem Thema möchte ich auch etwas sagen. Ich hatte eine schöne Kindheit in der DDR, mir fehlte es an nichts, auch war das mit der Kriminalität nicht so "Krass" wie jetzt (Kinder werfangen ect.), wir haben im Sommer bis spät abends auf unserem Hinterhof gespielt und es passierte nicht schlimmes , außer ein Armbruch beim Hinfallen, oder Hautabschürfungen gab es auch. Auch möchte ich sagen, dass in der DDR viel mehr für Kinder und Judendliche bzw. Heranwachsende gemacht wurde, natürlich möchte ich nicht vergessen zu sagen es war alles vom Statt gemacht, aber es gab die Kindergärten wo es auch Nachmittags noch Beschäfftigungsmöglichkeiten gab, GST oder andere Möglichkeiten. Damit möchte ich aufzeigen, dass die Judend in der DDR "gar nicht" auf "dumme" Gedanken mit Überfällen, alte Menschen zusammenschlagen und berauben kam. Die Jugend verroht, wenn schon ein 14-järiger ein 9-järiges Mädchen halb tod schlagen kann. Manch anderer denkt sicherlich anders über solche Sachen, aber ich finde der Staat ist mit schuld für solches Vorgehen (Schulüberfälle, Verprügeln ect), wir haben uns auch gekloppt und es gab blutige Nasen oder einen verstauchten Finger aber die Sache war danach erledigt und man san nicht noch tage- oder wochenlang auf Rache. Es war wie gesagt aus meiner Sicht nicht alles schlecht in der DDR und ich habe auch meine Ausbildung machen können und nicht wie heut zutage, dass viele nach der Schule keine Aussicht auf weiteres haben!



zuletzt bearbeitet 07.10.2009 10:44 | nach oben springen

#63

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 07.10.2009 12:22
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Ich möchte gerne auf josy95´s Eingangsfrage antworten..

Zitat von josy95
Was für Erfahrungen und Erlebnissse habt Ihr mit Euren eigenen Kindern in der DDR gemacht, welche heute? Konnte man als DDR- Kind glücklicher als die Kinder von heute sein?

Warum hat die s. g. "Wendegeneration", also die Geburtsjahrgänge ca. zwischen 1984 und 1989 teilweise heutzutage soviel Probleme?



Ich finde, diese Frage hat auch sehr etwas mit der Gegenwart zu tun.

Jeder Mensch will will geliebt werden. Gerade als Kind und als angehender Jugendlicher orientiert man sich an den Eltern. Eltern sind die Vermittler von Werten und von Überzeugungen. Man kann sie später ablehnen oder verwerfen. Wichtig ist jedoch, daß man als Elternteil überhaupt Überzeugungen und Werte vermittelt.

Vor allem Eltern dienen der Orientierung in den Fragen "Recht und Unrecht" und der Frage, wie man sich ggü. der "Umwelt draußen" verhält. Eltern können nach meiner Ansicht mehr erreichen (aber auch. mehr kaputt machen), als man denkt. Gerade in jener Lebensphase gilt nach meiner Ansicht der Spruch von Karl Marx: "...das Sein prägt das Bewußtsein.."!

Dieses Forum hier beweist, daß bis heute allein schon nur im Osten die Frage "Wie gut (bzw. wie schlecht) war die DDR?" auf unterschiedliche, manchmal absolut gegensätzliche Beantwortungen trifft. Obwohl 20 Jahre ins Land gegangen sind. Sehr oft sind die ehem Bürger der DDR labil und schwankend in der Beurteilung der eigenen Vergangenheit. Oft zieht man sich auf Privaterlebnisse zurück und zieht aus diesen Erinnerungen ein Stück "heile Welt". Soziale Verwerfungen und der Nonsens von den "blühenden Landschaften" (der sich in Wahrheit als eine "blühende Arbeitslosigkeit" entpuppte), haben die Beantwortung dieser Frage nicht unbedingt erleichtert.

Wollten große Teile der DDR-Bevölkerung die Honeckers unmittelbar zur Wende (..bei ihrer hektischen Flucht ins Haus eines Pfarrer-Ehepaars) noch persönlich am nächsten Baum aufknüpfen, trat nach dem grandiosen Wahl-Sieg von Lothar de Maizière (und damit also nach dem großen Sieg von Helmut Kohl) angesichts der horrenden Arbeitslosigkeit eine Erstarrung ein, die sich mit einer Niedergeschlagenheit in fasst allen Familien in Ostdeutschland ausdrückte.

Ist es für ein Kind unglaublich wichtig, in den ersten Lebensjahren (bis in die Pubertät hinein) Orientierungspunkte von den Eltern zu erhalten, konnte das in der ehem. DDR dann oft kaum stattfinden, weil die Eltern selbst kaum mehr Orientierung hatten und nicht selten in eine Lethargie gerieten, die unweigerlich auch die Kinder prägen mußten. Als Orientierungsloser kann man Kindern keine Orientierungen vermitteln!

Abgesehen davon waren die Spannungen nicht selten zwischen den Elternteilen enorm, weil Arbeitslosigkeit und fehlende Finanzen Streit und Haß hervorbringen können. Das Gefühl, nicht gebraucht zu werden und abseits zu stehen, überträgt sich logischerweise auf die Kinder und auf Jugendliche. Die labile Beurteilung der Vergangenheit bot den Kindern/Jugendlichen oft auch kein festes Leitbild, an dem sich hätten orientieren können.

Diese totale Unsicherheit auf allen Gebieten hat diese junge Generation geprägt. Prägen müssen! Verglichen diese Jugendlichen ihre Lebenswirklichkeit mit den Erzählungen von Freunden im Wohngebiet, spielgelten sich nicht selten die gleichen Lebensmuster auch in der Nachbarschaft wieder.

Ich persönlich kenne einen 1984-geborenen. Die von mir abgegebene Beschreibung passt. Vater bei der Stasi gewesen. Eltern geschieden. Neuer Vater. Arbeitslosigkeit. Streit und verhärtete Verhaltensweisen in den Familien. Früh ausgezogen. Hat heute massive Probleme, sich in der Gesellschaft zurecht zufinden.
Da diese labilen, zerstörerischen Muster in sehr vielen Familien z.B.Brandenburgs (Arbeitslosenquote ungeschönt ca.45%) zu Hause war,
prägten die auf diese Weise verhärteten Jugendlichen dann auch die Stimmung auf den Schulhöfen und in Dorf- oder Kleinstadtkernen.

Eine Entwicklung, die sich bei einer überdurchschnittlichen Zahl von Kindern und Jugendlichen (aus dem orientierungslosen, labilen Verhalten der Eltern heraus) zwangsläufig ergeben mußte...


Bugsy hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.10.2009 12:28 | nach oben springen

#64

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 07.10.2009 14:34
von Drewitz | 356 Beiträge

Gutes Statement alter Frontstadtkämpfer!

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#65

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 07.10.2009 21:10
von FSK-Veteran (gelöscht)
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Vielen Dank, man bemüht sich...


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#66

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 07.10.2009 21:21
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von FSK-Veteran
Vielen Dank, man bemüht sich...



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#67

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 18.10.2009 00:34
von murkser (gelöscht)
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Hallo,
möchte auch mal kurz was zum Thema beitragen.
In den ersten Schuhljahren wahr das alles noch o.k. Man war noch zu jung, glaube ich, um das alles zu verstehen.
So war man stolz, ein "Jungpionier" (blaues Halstuch) zusein und konnte es kaum erwartenm, ein Tählmannpionier (rotes Halsatuch) zusein.
Als Kind, glaube ich, hat man das alles nicht so wirklich verstanden.
Später allerdings, wollte ich nicht in die FDJ eintreten. Nachdem mir vermittelt wurde, daß ich ohne einer Mitgliedschaft mit erheblicher Benachteiligung rechnen müßte, bin ich dann auch als einer der letzten meiner Schuhlklasse in die FDJ eingetrehten.
Aktiv teilgenommen habe ich allerdings nie.
Ich denke, so ging es damals vielen Schühlern in der DDR.


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#68

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 28.05.2013 17:33
von grenzgänger81 | 968 Beiträge
Erzählt wurde davon immer aber selbst erlebt habe ich es nie ,bezüglich der Uhr .



Zitat von Wolfgang B. im Beitrag #19
Nur mal so ne Frage zwischendurch, Wessi eben

Die Geschichte mit der Uhr - bedeutet die Uhren bei den Nachrichten in der BRD / DDR waren unterschiedlich (Punkt, Punkt, Komma, Srich oder so), so dass man die Kids reinlegen (West-TV) konnte (hätte können)?

Böse Welt!

Was passierte eigentlich beim West glotzen? Wahrscheinlich von gar nix bis einbuchten (falls schon uff'm Kieker), oder?



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#69

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 28.05.2013 23:38
von StabsfeldKoenig | 2.618 Beiträge
Westfernsehen zu empfangen, war nicht verboten. Die Geschichte mit den Fangfragen mit der Uhr habe ich nie erlebt, im Gegenteil, die meisten Schüler sprachen offen über Westfernsehen (ich lieber nicht, da meine Eltern Lehrer waren). Offensichtlich haben diese Befragungen eher statistischen Zwecken gedient. In den 80er Jahren lief bei Friseuren (und anderen Handwerkern) häufig der RIAS (oder andere Westsender).


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#70

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 28.05.2013 23:58
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #69
Westfernsehen zu empfangen, war nicht verboten. Die Geschichte mit den Fangfragen mit der Uhr habe ich nie erlebt, im Gegenteil, die meisten Schüler sprachen offen über Westfernsehen (ich lieber nicht, da meine Eltern Lehrer waren). Offensichtlich haben diese Befragungen eher statistischen Zwecken gedient. In den 80er Jahren lief bei Friseuren (und anderen Handwerkern) häufig der RIAS (oder andere Westsender).


Da stellen sich mir aber jetzt die Nackenhaare zu Berge. Wenn das stimmen sollte, dann müsste das ja schriftlich erfasst worden sein. Statistiken leben von Zahlen, die ausgewertet werden. Das würde bedeuten, dass Kindergärtnerinnen Buch geführt haben. Denn solche Fragen sind meiner Meinung nach nur aus dem Vorschulbereich "überliefert". Nimm mir jetzt nicht den letzten Glauben an die DDR.

War es nicht eher so, dass im Gespräch auf die Eltern eingewirkt werden sollte?

Was sagt die Forengemeinde dazu?

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 28.05.2013 23:59 | nach oben springen

#71

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 29.05.2013 12:02
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich versuche meine Frage noch einmal anders zu stellen.

Ich gehe nicht davon aus, dass beim MfS Statistiken über das Fernsehverhalten der DDR - Bürger und ihrer Kinder geführt wurden. Sondern das dies eher beim Ministerium für Volksbildung angesiedelt war. Das führe ich nicht zuletzt auf die Aussage von StabsfeldKoenig im Beitrag #69 zurück, dessen Eltern Lehrer waren.

Wenn man sich die "RAHMENARBEITSORDNUNG für die Abteilungen Volksbildung der Räte der Kreise und Bezirke" anschaut, dann scheint das doch naheliegend zu sein, oder? Wenn es überhaupt diese Statistiken gab.

http://www.ddr-schulrecht.de/Schulrechts.../pdf/1965-z.pdf

LG von der grenzgaengerin

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#72

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 29.05.2013 12:09
von eisenringtheo | 9.156 Beiträge
Dann gibt es noch die Zuschauerforschung und die Sehbeteiligungskartei
http://www.dra.de/online/bestandsinfos/z...html#schriftgut
Theo

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#73

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 29.05.2013 12:12
von thomas 48 | 3.566 Beiträge
Westfernsehen war bei Ulbricht streng verboten. Bei uns im Haus lebten Jurist (Vater), Arbeiter, Lehrer, Chefsekretärin des AWE, Milchfrau und ein Major der NVA, also 3 Genossen, 1 Liberaler. Auf unserem Dachboden hingen 5 Antennen und eine stand auf dem Dach.
Mit der Uhr kenne ich auch noch.
Könnte noch einiges erzählen,
zb. eine Arbeiterin stahl in der Spinne etwas Wolle, kam vors Gericht und der Schöffe bewies ihr weil sie immer den Frühschoppen sah, wurde sie von Werner Höfer ermuntert Wolle zu stehlen. Ein toller Beweis, geschah ca 1964

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#74

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 29.05.2013 13:20
von josy95 | 4.915 Beiträge
Zitat von thomas 48 im Beitrag #73
Westfernsehen war bei Ulbricht streng verboten. Bei uns im Haus lebten Jurist (Vater), Arbeiter, Lehrer, Chefsekretärin des AWE, Milchfrau und ein Major der NVA, also 3 Genossen, 1 Liberaler. Auf unserem Dachboden hingen 5 Antennen und eine stand auf dem Dach.
Mit der Uhr kenne ich auch noch.
Könnte noch einiges erzählen,
zb. eine Arbeiterin stahl in der Spinne etwas Wolle, kam vors Gericht und der Schöffe bewies ihr weil sie immer den Frühschoppen sah, wurde sie von Werner Höfer ermuntert Wolle zu stehlen. Ein toller Beweis, geschah ca 1964




(rot)

...dieses Verhalten, diese Strategie war für diese Zeit A- typisch. Die DDR befand sich noch in der Ideologie des tiefsten Stalinismus, von dem sie sich auch gegenüber anderen Staaten, s. g. Bruderländern einschl. SU erst ganz langsam zu lösen begann.
In dieser Zeit hab ich als Kind begonnen, meine Umwelt doch aktiver wahrzunehmen bzw. den Gesprächen "der Alten" schon bewußter zu folgen. Es war auch Bestandteil der allgemeine Erziehung nicht total SED- konformer Elternhäuser, den Nachwuchs hier drauf schon früh zu sensibilisieren.

M. Ea. löste sich diese Verkrampfung, dieses Festhalten an stalinistischen Doktrien erst langsam und zögerlich mit dem Machtwechsel von Ulbricht auf Honecker.

Nun ja, und was Umfragen unter Kindern betreffs der Fernsehuhr anbelangt, kann ich mich in den unteren Klassen, so etwa bis zur 3. auch noch dran erinnern. Und die hier schon geäußerte Vermutung, das hier nicht das MfS sondern das margotsche Volksbildungsministerium der Urheber war, dem ist wohl auch so.

josy95

Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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