#21

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 20:15
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von Wolfgang B.
Nur mal so ne Frage zwischendurch, Wessi eben

Die Geschichte mit der Uhr - bedeutet die Uhren bei den Nachrichten in der BRD / DDR waren unterschiedlich (Punkt, Punkt, Komma, Srich oder so), so dass man die Kids reinlegen (West-TV) konnte (hätte können)?

Böse Welt!

Was passierte eigentlich beim West glotzen? Wahrscheinlich von gar nix bis einbuchten (falls schon uff'm Kieker), oder?



kann ich dir nicht sagen.bei uns gabs kein westfernsehen


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#22

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 20:16
von Oss`n | 2.777 Beiträge

bisde aus Dresden ?


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#23

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 20:18
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von Oss`n
bisde aus Dresden ?



nööö.meck pomm.aber vater und ich später auch überzeugter kommunist.


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#24

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 20:20
von Oss`n | 2.777 Beiträge

sorry Pitti, war nicht böse gemeint.
Ich muß mich für heute ausklinken, der gefrühstückte Clown übermannt mich.

Bis dann mal sagt der


Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#25

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 20:37
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von Oss`n
Hallo josy 95,

Ganz nebenbei habe ich nat. noch "gepfuscht".
Heute heißt das Schwarzarbeit und nachts bin ich dann noch zu meinem Job "Schwarztaxi" gefahren.
Denn die Taxifahrer hatten immer zu wenig Sprit.
Alles in allen ging es mir dadurch gut.

Oss`n



Hallo Obb`n.
Also ich fuhr schon vor der Wende in Berlin Taxi und mir ging es sehr Gut und meiner Fam.auch mit ca.100,-DM Trinkgeld im Monat (das hätte zwar abgegeben werden müßen,aber wer machte denn sowas?)Über Trinkgeld in Ostmark will ich nicht reden,es war mehr als mein Lohn.
Schwarztaxis gab es nicht weil Taxis zu wenig Sprit hatten,wir führen mit Gas,sondern weil es 1. zu wenig Taxis gab und 2.hatten wir nur 16 Prozent Leerkilometer auf 100km.Heist 84 km besetzt fahren und 16 km leer,sonst gab es ärger.
Die wusten,auch früher wurde schon getrickst(und es ging trotzdem.

Ansonsten ging es mir als Kind und meinen Kinder(die mitte 80 geboren sind)besser als den kindern heute.
Früher durfte man seinen Chef Anschnauzen und gegen die Regierung die Schnauze halten,heute ist es umgekehrt und das kostet Nerven und Geld.

MfG,EK 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 05.10.2009 20:44 | nach oben springen

#26

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 21:03
von manudave (gelöscht)
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Ich stelle den Vergleich mit Heute gar nicht erst an, denn es passt einfach nicht.

Es ist wohl einer der großen Fehler, dass Damals mit dem Heute verglichen wird - egal von welcher Seite man das betrachtet.

...nur mal so nebenbei.


Ich bin immer gern zum Fussball gegangen: Der Sport hat mich echt angeödet, aber dort gab es immer Bockwurst.
Beim Fussball und nach dem Schwimmunterricht in Gera gab es immer Bockwurst, die war sooooooo...... lecker - da kommt heute keine ran.


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#27

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 21:06
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von manudave
Ich stelle den Vergleich mit Heute gar nicht erst an, denn es passt einfach nicht.

Es ist wohl einer der großen Fehler, dass Damals mit dem Heute verglichen wird - egal von welcher Seite man das betrachtet.

...nur mal so nebenbei.


Ich bin immer gern zum Fussball gegangen: Der Sport hat mich echt angeödet, aber dort gab es immer Bockwurst.
Beim Fussball und nach dem Schwimmunterricht in Gera gab es immer Bockwurst, die war sooooooo...... lecker - da kommt heute keine ran.



sicher halberstädter?


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#28

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 21:10
von Mike59 | 7.942 Beiträge

[quote="manudave"]Ich stelle den Vergleich mit Heute gar nicht erst an, denn es passt einfach nicht.

Es ist wohl einer der großen Fehler, dass Damals mit dem Heute verglichen wird - egal von welcher Seite man das betrachtet.

...nur mal so nebenbei.
-----------------------
Ich bin echt platt, das aus deiner Tastatur lesen zu dürfen.

Gestern war das Heute Morgen

Mike59


zuletzt bearbeitet 05.10.2009 21:10 | nach oben springen

#29

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 21:13
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von Mike59
[quote="manudave"]Ich stelle den Vergleich mit Heute gar nicht erst an, denn es passt einfach nicht.

Es ist wohl einer der großen Fehler, dass Damals mit dem Heute verglichen wird - egal von welcher Seite man das betrachtet.

...nur mal so nebenbei.
-----------------------
Ich bin echt platt, das aus deiner Tastatur lesen zu dürfen.

Gestern war das Heute Morgen

Mike59



nun merk ich es auch


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#30

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 21:51
von muts | 89 Beiträge

Zitat von manudave

Zitat von Mike59
[quote="manudave"]Kanntest du z.B. die Uhr von den DDR-Nachrichten und die vor der Tagesschau?



Wenn man im Kindergarten nach den Zeigern gefragt wird, ist das schon sehr bedenklich. Bedenklich deshalb, weil ein Kind unbewusst damit seine Eltern in Schwierigkeiten bringen konnte - denn das hieß "Die schauen Feindsender".
Und wenn die Eltern ansonsten systemtreue Menschen waren, so konnte das einer der Gründe sein, warum das System sich auf einmal gegen sie richtete.

Unser Klassenlehrer sprach auch sehr oft mit uns über die aktuellen "Colt Sievers" Folgen - ob ihm die Serie wirklich gefallen hat?




Nun ich glaube da übertreibst Du etwas. Möglicherweise mischen sich Gehörtes mit tatsächlich Erlebten.
Als ich Kind war, ich bin jetzt 41, war das kein Thema mehr.
Nur anhand der Ausrichtung der Fernsehantennen konnte man gut erkennen, wer auch Westfernsehen empfangen wollte. Durch die Gemeinschaftsantenne der kommunalen Wohnungsverwaltung unseres Wohnblockes wurden die Westsender eingespeist.
Farbfernseher aus DDR Produktion waren geeignet Sendungen nach PAL Farbsystem zu empfangen, damit man auch Westsender in Farbe sehen kann. Es gab auch welche die nur Secam (Ostsender bunt, Westsender sw) konnten. Die standen im Schaufenster.
Die PAL/Secam Geräte waren verkauft bevor sie geliefert wurden.




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#31

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 22:22
von manudave (gelöscht)
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Nun dann mal mein Kind sein aus beiden Sichten:

Ich liebte die 1.Mai Paraden ---------------- ich bekam als einziger kein rotes Halstuch.

Ich war ein sehr guter Schüler -------------- meine Noten waren teilweise Fünfen.

Ich mochte keinen Sport -------------------- unser Sportlehrer war mal NVA-Ausbilder.

Wir gingen gern zum See ------------------- dort leitete die LPG Abwässer ein.

Ich habe Polizisten bewundert --------------- Polizisten nahmen mehrfach meine Mutter fest.

Es gab in der Schule Milch für wöchentlich 1.- Mark ------------- sie war oft verdorben.

Ich holte gern morgens Brötchen ---------------- 0,5 Stunden Wegstrecke - 1 Stunde anstehen.


Es war nicht alles Mist ----------- aber es war auch wirklich nicht alles gut.

(Jetzt bekomm ich wieder Feuer - von wegen: "Du übertreibst...du mit deinen zehn Jahren...so war es nicht..." - na dann mal los.)


zuletzt bearbeitet 05.10.2009 22:25 | nach oben springen

#32

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 22:31
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von manudave
Nun dann mal mein Kind sein aus beiden Sichten:

Ich liebte die 1.Mai Paraden ---------------- ich bekam als einziger kein rotes Halstuch.

Ich war ein sehr guter Schüler -------------- meine Noten waren teilweise Fünfen.

Ich mochte keinen Sport -------------------- unser Sportlehrer war mal NVA-Ausbilder.

Wir gingen gern zum See ------------------- dort leitete die LPG Abwässer ein.

Ich habe Polizisten bewundert --------------- Polizisten nahmen mehrfach meine Mutter fest.

Es gab in der Schule Milch für wöchentlich 1.- Mark ------------- sie war oft verdorben.

Ich holte gern morgens Brötchen ---------------- 0,5 Stunden Wegstrecke - 1 Stunde anstehen.


Es war nicht alles Mist ----------- aber es war auch wirklich nicht alles gut.

(Jetzt bekomm ich wieder Feuer - von wegen: "Du übertreibst...du mit deinen zehn Jahren...so war es nicht..." - na dann mal los.)




-----------------------------------


Hast du heute etwas "geraucht" ? Von einem Extrem zum anderen. ?


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#33

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 22:33
von manudave (gelöscht)
avatar

Ich hab noch nie geraucht

Wo ist das Extrem? Es war unser Alltag.


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#34

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 22:40
von manudave (gelöscht)
avatar

Der Häuserverfall in der DDR war für uns Kinder übrigens ein Glücksfall - so tolle Spielplätze gab es nirgends.
Manchmal hat man alten Zeitungen, Konserven o.ä. gefunden - das waren Schatztruhen teilweise mitten in der Stadt - man musste nur die Eingänge dazu finden.


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#35

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 22:57
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Hei manudave,
ich weis nicht wo du aufgewachsen bist und wann,aber deine fünfen im unterricht(im osten gab es ja keine 6)könnten auch deswegen sein,das deine Lehrerin dich liebte.Sie wollte dich in ihrer Klasse behalten und nicht verlieren,grins.Desweiteren warst du damit ja ein Parteitreuer,du wußtest im Erdkundeunterricht nicht mal wolang es nach Westen geht.
Siehe es positiv.
Zu den Häusern,kein Land baute in so kurzer Zeit Häuser wie Berlin,heute nennt man es Platte,aber gäbe es diese nicht,hätten die Miethaie heute ein leichtes Kaltmieten bis 1000€ zu nehmen.Die Nachfrage bestimmt den preis und da blieb manche Renovierung auf der Strecke.
andy,ist kürzer als EK 82/2


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#36

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 23:25
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Mike59

Zitat von manudave
Nun dann mal mein Kind sein aus beiden Sichten:

Ich liebte die 1.Mai Paraden ---------------- ich bekam als einziger kein rotes Halstuch.

Ich war ein sehr guter Schüler -------------- meine Noten waren teilweise Fünfen.

Ich mochte keinen Sport -------------------- unser Sportlehrer war mal NVA-Ausbilder.

Wir gingen gern zum See ------------------- dort leitete die LPG Abwässer ein.

Ich habe Polizisten bewundert --------------- Polizisten nahmen mehrfach meine Mutter fest.

Es gab in der Schule Milch für wöchentlich 1.- Mark ------------- sie war oft verdorben.

Ich holte gern morgens Brötchen ---------------- 0,5 Stunden Wegstrecke - 1 Stunde anstehen.


Es war nicht alles Mist ----------- aber es war auch wirklich nicht alles gut.

(Jetzt bekomm ich wieder Feuer - von wegen: "Du übertreibst...du mit deinen zehn Jahren...so war es nicht..." - na dann mal los.)




-----------------------------------


Hast du heute etwas "geraucht" ? Von einem Extrem zum anderen. ?




.............................................................................................

Meine Kindheit in der DDR (Jahrgang 1942) war mit Sicherheit nicht so "schön" wie die
geschilderte von Manudave. Wir (4 Kinder) hatten zwar die besten Eltern, aber auch
immer großen Hunger. Im Kindergarten gab es 1946/47 zum Mittag eine Pellkatoffel.
OK, das war noch vor der DDR-Gründung und bis etwa 1953 gab es Fleisch in Form von
Einer Boulette, mit viel Brot drin, bei uns zu Hause nur am Sonntag. Da hatten die
Kinder im Westen schon Übergewicht vom Schokolade essen. Kleidung hatte die Mutter aus alten Wehrmachtsklamotten genäht, mußte dann allerdings dann umgefärbt werden und gespielt hatten wie mit dem ganzen Kriegsschrott, der überall noch rumlag. Wir sind aufgewachsen mit dem Spruch: Nie wieder ein Gewehr in die Hand zu nehmen und mußten dann mit mal erleben, wie schnell das von den "Genossen" wieder vergessen wurde. Spielzeug hatten wir auch, in Form eines Messers. mit dem haben wir unsere "Ballerbüchsen" gebastelt, einen "Kippel-Kappel" geschnitzt und sind mit den Mädels auf Kreidelinien rumgehüpft. Das erste Fahrrad hatte Draht um die Felgen und wer sich dann Vollgummi leisten konnte, der wurde von Allen beneidet. Nach der Einschulung gabs ein blaues Halstuch und Du warst ein Junger Pionier. Ach war das eine schöne Zeit, Du wurdes angehalten, Deine Eltern zu bespitzeln und hast schon als Zehnjähriger gemerkt, wo Du was sagen durftest und wo nicht. Du hast auch gesehen, wie dein Umfeld schrumpfte, weil Hinz und Kunz in den Westen abhaute und deine Klassenkameraden immer weniger wurden. Wenn du am Sonntag auf dem Weg zur Kino-Kindervorstellung an der Kreisleitung vorbei mußtest, dann hattest du schon als 12jähriger Junge Pionier ein komisches Gefühl und hast im Vorbeigehen deine Klappe gehalten. So ab der 7. Klasse ging es im Herbst in die Kartoffel-Ferien und da konntest du nicht sagen: ich will nicht! Dich haben sie mitgenommen auf irgendeine LPG und da durftes Du für 8-10 Pfennig die Kiepe , ein paar Tage auf dem Acker rumrutschen. Flaschen, Lumpen, Knochen und Papier mußtest du sammeln, wir hatten sogar mal ein totes Pferd ausgebuddelt, ach war das doch eine schöne Zeit und dann einmal ins Zeltlager "Alexander Stachanow" (so hieß das glaub ich) nach Klötze in der Altmark. Ach war das schön, da waren auch Kinder aus der Bundesrepublik (Schöne Ferien im Kinderland DDR). So hieß das damals. Da hatte ich das erste Mal in meinem Leben Schokolade kennengelernt. Die hatte ich aber nicht von der Lagerküche bekommen, sondern von einem aus der BRD. Der bekam die aber von der Lagerleitung, jeden Tag eine Tafel und andere schöne Sachen, da hatte man auch schon als Kind mitbekommen, daß alle "gleich" waren, nur einige "gleicher" Kontakte hatten wir mit denen eigentlich nicht, wir wurden strickt von ihnen getrennt "Gehalten", das mit der Schokolade war reiner Zufall gewesen. Denen hatte man vorgegaukelt, daß auch wir aus dem Osten jeden Tag Schokolade und Apfelsinen bekamen, sie sollten dann nach ihrer Rückkehr in die BRD erzählen, wie schön es den Kindern seinerzeit in der DDR ging. Mehr will ich Euch von meiner Kindheit nicht erzählen, ich könnte zwar noch, seid froh, daß ihr das nicht mitmachen brauchtet, wenn ihr ein bischen später geboren seid.
Schönen Gruß aus Kassel

PS: Das hatte ich ganz vergessen: Nach seiner Rückkehr nach Eschweiler schickte der Junge aus dem Westen mir ein kleines Paket, mit Schokolade, Apfelsinen, Kaugummi, einem Plastik-Kugelschreiber und Buntstiften (Ich hatte doch damals so gerne gemalt). Ach war das schön!!!!


zuletzt bearbeitet 05.10.2009 23:50 | nach oben springen

#37

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 23:55
von JensB (gelöscht)
avatar

Das Problem mit der Punkt - Strich Uhr kenne ich auch. Man wurde von den Eltern schon in der Ersten Klasse geimpft, wenn der Lehrer fragt, was man sagen soll. Aber ich muß sagen, für uns war das normal.
Ich möchte trotzdem nicht meine Kindheit eintauschen...
Auch heute ist nicht alles Gold was glänzt. Freiheit nützt einem auch nur etwas wenn man die nötige Kohle hat.


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#38

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 05.10.2009 23:57
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Will garnicht viel zu diesen Thema sagen--aber schaut man sich um--wie Kinder in diese Gesellschaftsordnung aufwachsen ist es für Deutschland ein Armutszeugnis.


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#39

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 06.10.2009 00:00
von turtle | 6.961 Beiträge

Kind in der DDR? Ja wie war das? Nun ich bin 7.5 Monate nach Kriegsende geboren. Bei der Gründung der DDR war ich somit 3,5 Jahre.
Die ersten Jahre nach dem Krieg mangelte es an allem. Heimlich wurde schwarzgeschlachtet .oder aus Zuckerrübenschnitzel wurde im Waschkessel Sirup gekocht! In die Schule ging ich im Winter mit kurzen Hosen langen Strümpfen und Ohrwärmer. Hose und Jacke die ich trug war oft aus alter Wehrmachtuniform die umgenäht wurde. Wenn man Glück hatte wurde der Stoff sogar umgefärbt. An den Füßen hatte ich Igelit Schuhe . Das waren Schuhe aus weich PVC ! Im Winter fror man erbärmlich darin und laufen war kaum möglich ,ständig lag man auf dem A… Im Sommer kochte man darin. Spielzeug war aus Holz. Wir waren auch mit wenig zufrieden. Spielten Himmel und Hölle , Fischer wie hoch steht das Wasser hatten einen Kreisel mit Kreiselpeitsche. und ein Rad welches wir mit einem Stöckchen vor uns her rollten. Wer kennt das heute noch? Taschengeld kannte ich nicht . Wir sammelten Eisen ,Knochen, Lumpen und Papier das brachten wir zu einer Sammelstelle und bekamen etwas Geld . Kartoffelkäfer suchen oder Rübenverziehen auf endlos langen Feldern gehörte mit zu meiner Kindheitsbeschäftigung .Fernsehen Fehlanzeige! Es gab Lebensmittelkarten, alles wurde zugeteilt. Sogar noch Anfang der 60 er gab es
so etwas z.B. für gewisse Produkte. Ich erinnere mich das man Fleisch oder Milchprodukte nur in dem Laden zu kaufen konnte wo man registriert war! Mit 11 Jahren kam ich in ein Kinderheim da mein Elternhaus das Wort nicht wert war .Darüber habe ich aber schon einmal hier im Forum geschrieben daher erspare ich es mir heute . Mit 14 Jahren fing ich meine Lehre an . Nach der Lehre mit 18 Jahren versuchte ich zum ersten mal die DDR zu verlassen,wurde geschnappt und bekam 18 Monate Zuchthaus. Na meine Kindheit war glaube ich mit 14 beendet. Da das aber alles mehr oder weniger traurig ist was ich da so geschrieben habe noch positives oder für mich schönes. Im Kinderheim hatte ich immer genug zu essen. Wir waren auch im Ferienlager an der Ostsee, Oybin, oder in Thüringen. In einem anderen Forum für Heimkinder hat mich unser alter Heimleiter entdeckt . Letzte Woche rief er mich überraschend nach fast 50 Jahren an . Er wird mir noch alte Fotos schicken .
Er selbst hatte in diesem Forum alte Fotos bereits zur Verfügung gestellt. Und als ich mich oder meine Schwester darauf sah war meine Freude groß! So bekomme ich doch noch Kindheitsfotos !
Gruß Peter(turtle)


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#40

RE: Kind sein in der DDR, wie war das?

in Leben in der DDR 06.10.2009 00:06
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Das freud mich für dich Turtle--wegen den Fotos.Ich kann es Nachempfinden--den meine Frau ist selber im Kinderheim groß geworden.


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