#41

RE: Halt! Bachmitte Grenze !

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.10.2009 16:14
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Angelo
Ich fand die Grenze im Harz eigentlich immer was spannendes weil dort es auch wirklich steil nach oben ging, ich kann mir schon vorstellen das es für die Grenzsoldaten im Winter kein Zuckerschlecken im Harz gewesen ist. Alleine durch den vielen Schnee.

Da hätte ich gleich noch eine Frage:

Wurden die Kolonnenwege eigentlich vom Schnee befreit ?



Im Prinzip schon. Aber nicht bis ganz unten sondern nur so, dass es eine feste Fahrbahn ergab, die so etwa einen halben Meter aber mitunter auch weit höher über dem eigentlichen Boden liegen konnte. Die Begrenzung rechts und links wurde dann durch lange Stangen markiert, die man schon zu Winterbeginn in den Boden gesteckt hat. Gestreut wurde nur an Steigungen. Erst, wenn die Schneeschmelze richtig einsetzte, wurde nach und nach richtig geräumt.
Die LO sind mit Schneeketten trotzdem hoch gekommen, genauso wie die P3. Ansonsten gab es ja noch den Buran/Motorschlitten, per pedes oder per Ski.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#42

RE: Halt! Bachmitte Grenze !

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.10.2009 01:16
von suentaler | 1.923 Beiträge

Hallo zusammen,

Das Gewässer auf dem Bild ist mir Sicherheit die Ecker.
Wahrscheinlich im Sommer bei Niedrigwasser aufgenommen.
Der Aufnahmeort des ersten Bild liegt irgendwo zwischen der Pappenfabrik (BRD-seitig) und dem Eckerstausee.
Das zweite Bild mit dem B-Turm im Hintergrund, muß in der Nähe der Pappenfabrik aufgenommen worden sein. Da stand ein BT-11.

In der Bildmitte verläuft der vordere Kolonnenweg und da stand auch die Säule für das Grenzmeldenetz. Es ist also keine Grenzsäule. Außerdem ist kein Sperrzaun 1 zu sehen, aus dem einfachen Grund, weil es dort keinen gab.

Der Ilsenburger Abschnitt war schon etwas merkwürdig. Ich hab mal versucht das anhand eines Google-Bildes zu veranschaulichen.

Die rote Linie ist der vom Brocken kommende Signalzaun (GSSZ), der an Ilsenburg vorbei in Richtung Stapelburg verlief.
Die gelbe Linie daneben ist der Grenzzaun1 und zwischen beiden Zäunen verlief der Kolonnenweg. Dort war auch unser Einsatzgebiet.

Kurz vor dem Jungborn bog der GSSZ in einer 90° Kurve ab und lief weiter in Richtung Stapelburg.
Der Grenzzaun 1 allerdings endete kurz hinter einer großen Lichtung mitten im Wald.
Da gab es also eine „offene Stelle“ an der es nur den Signalzaun gab.
Etwa 300 Meter weiter in Richtung Ecker stand dann der aus Stapelburg kommende Grenzzaun 1. Dieser verlief parallel zum Grenzfluß und endete dann ebenfalls, kurz vor der Pappenfabrik die auf westlicher Seite der Ecker steht.
Neben diesem Zaun lief der vordere Kolonnenweg.

Bis auf den vorderen Kolonnenweg kamen wir normalen Grenzer aber nicht. Für uns war am Jungborn Schluß.
Selbst die Alarm-Gruppe, der ich oft genug angehört, handelte nur zwischen den Zäunen und kam selbst bei „Lagen“ nicht dort vor zur Ecker.
Warum das so war kann ich nicht beantworten.
Ich habe die Ecker und diesen vorderen Kolonnenweg nur einmal gesehen, zu einer A-Gruppeneinweisung durch den Polit.

Das Google-Bild ist in der Ebene etwas angekippt, sodass man schön sehen kann, wie tief sich die Ecker in das Gestein eingegraben hat.



Mit entsetzen musste ich soeben feststellen, das Google genau für meinen Abschnitt (Ilsenburg – Brocken – Schierke) ein neues Satellitenbild eingebaut hat. Dieses Bild ist aber im Winter aufgenommen und zeigt den verschneiten Oberharz. So ist jetzt meine Kompanie (gelber Kreis) im sommerlichen Ilsenburg zusehen und der Grenzabschnitt liegt völlig verschneit gleich daneben.
Auch ist das neue Bild von Goggle nicht deckungsgleich mit dem alten und zudem noch recht kontrastarm.
Was man sich dabei gedacht hat ???

Gruß
Vom Suentaler

PS.
Also unser Kolonnenweg, auf dem wir täglich zugange waren, wurde nicht vom Schnee geräumt.
Schließlich mussten wir mit Ski raus in den Abschnitt.

Angefügte Bilder:
[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
.
MfG Suentaler
.
[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#43

RE: Halt! Bachmitte Grenze !

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.10.2009 13:17
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von Thunderhorse

Zitat von Angelo
Ich hatte das erst nicht als Bachbett erkannt sondern eher als Künstlich aufgeschüttet um eine gewisse Markierung zu erkennen. Aber wie man sieht ist die Grenzsäule noch ein ganzes Stück vom Bach weg


Das Teil im Hintergrund dürfte keine Grenzsäule sein!!



Doch, ich denke das ist eine Grenzsäule. Dann müsste sie unmittelbar am Kolonnenweg stehen, den es dort auch noch mal feindwärts gab. Das Licht ist ein wenig ungünstig weil der Kontrast zwischen Schatten unter den Bäumen und der Helligkeit auf dem Weg zu groß ist.




Unterhalb der Eckertalsperre gab es beiderseits der Ecker, teilweise parallel laufende befestigte Wege.
Wenn es sich bei dem Pfahl um eine Grenzsäule handelt, dürfte es sich um eine der Säulen im Ziffernbereich 956 - 966 handeln.

Zu Talsperre gibt es hier einige schöne Fotos.
http://www.raymond-faure.com/Landschafte...rtalsperre.html

Zu einer Flucht im dortigen Bereich aus dem Jahre 1967, gibts hier was zum Lesen.
http://www.grenzerinnerungen.de/seite19.htm

Ein kleiner Exkurs zur Eckertalsperre.

Die Eckertalsperre ist ein Teil des überregionalen Versorgungssystems der Harzwasserwerke, das vom Harz bis nach Hannover und Bremen reicht.
Die genaue Markierung des Grenzverlaufs bereitete einige Schwierigkeiten. Aber die Grenzkommission hat es dennoch für beide Seiten zur Zufriedenheit geschafft.
Unterhalb der Staumauer verlief schon damals auf einer Länge von 4,4 km über das Gebiet der damaligen DDR (heute Sachsen-Anhalt) die Fernwasserleitung.

Die Nutzung der Talwassersperre und die Instandhaltung der Fernwasserleitung (dies war unmöglich) war bis zur Neumarkierung recht unsicher.
Am 03. Mai 1978, nach 5 Jahren Verhandlung, wurde mit der DDR eine Vereinbarung über die Eckertalsperre und die Eckerfernwasserleitung abgeschlossen.
Darin enthalten die Regelung der Nutzung des auf DDR-Gebiet gelegenen Teils der Talsperre.
Die Vereinbarung gewährleistete die Ausschließliche Nutzung der Talsperre durch die Harzwasserwerke des Landes Niedersachen und regelte die Kontrolle und die laufende Instandhaltung der auf dem Gebiet der Bundesrepublik gelegenen Teile der Talsperre und der Eckerfernwasserleitung.
Die erforderliche Sanierung des damals auf DDR-Gebiet verlaufenden Fernwasserleitungsabschnittes wurde von April bis November 1978 ausgeführt.
20 Arbeitskräfte aus der Bundesrepublik waren mit dem erforderlichen Gerät auf dem Gebiet der DDR im Einsatz. Seitens der Harzwasserwerke wurde damals jährlich eine Pauschale von 100 000.- DM gezahlt.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#44

RE: Halt! Bachmitte Grenze !

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.10.2009 19:13
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Bei genauerem Hinsehen kann man auf der Säule 3 Diagonale Streifen "erkennen", welche von links unten nach rechts oben verlaufen und somit an eine Grenzsäule erinnern. Allerdings liefen die schwarz-/rot-/gold-Streifen immer von links oben nach rechts unten -> frontal von Westen aus betrachtet.

Das kann somit eigentlich keine Grenzsäule sein.

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 03.10.2009 19:14 | nach oben springen



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