#81

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 02.04.2010 13:21
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von S51

Zitat von Roland 87
Für mich waren Interzonenzüge die schnellste Verbindung von Eisenach nach Westsachsen.Vorallem gab es keine Militärstreife.
MFG



Ja, zwischen Magdeburg und Leipzig auch. Es brauchte aber einen Eintrag im Urlaubsschein in der Art "... ist zum Benutzen der "?"-Züge berechtigt."
Ansonsten konnte einen die TRAPO herausziehen und der Urlaub war beendet. Vor allem kurz vor Leipzig HBf haben sie gerne danach kontrolliert.




.............................................................................................
Der Vermerk im Urlaubsschein war unter Benutzung I-Zug Genehmigung zu finden.
Unter Anderem eben auch die Frage Zivilerlaubnis (Tragen von Zivilsachen oder Uniform)
Die I-Züge hielten ja auch nicht in jedem kleinen "Nest".


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#82

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 02.04.2010 13:26
von karl143 (gelöscht)
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Warum war die Benutzung eines Interzonenzuges denn verboten, wenn es nicht ausdrücklich gestattet wurde. Gibt es da eine offizielle Begründung für, oder nur Gerüchte?


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#83

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 02.04.2010 13:30
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von karl143
Warum war die Benutzung eines Interzonenzuges denn verboten, wenn es nicht ausdrücklich gestattet wurde. Gibt es da eine offizielle Begründung für, oder nur Gerüchte?



...................................................................................................
Was sagen denn die Gerüchte?

Ansonsten ohne I-Zug Genehmigung,eben auch kein Einsteigen für Armeeangehörige.


zuletzt bearbeitet 02.04.2010 13:32 | nach oben springen

#84

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 02.04.2010 17:35
von Amelie (gelöscht)
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Auch ich hatte das Glück, damals mal in den golden Westen zureisen. In Eisenach eingestiegen, in der Nacht gefahren weil wir Angst hatten das sie uns noch die Papiere abnehmen. Angekommen in Frankfurt am Hauptbahnhof. Ich sehe heute noch die Bananen und die Weintrauben diese Verkaufsstände am Bahnhof. Und mir war es schlecht, und ich war fix und alle wir waren dann noch am selbenTag in Richtung Glashütten unterwegs. Da noch in einen Modegeschäfft, wo Jacken und Mändel an diesen riesen Ständer hangen. Und dann angekommen in Glashütten haben wir erst mal geschlafen. Wir waren so alle. die Nacht durch gefahren und da bei verwanden und dort. Aber es war eine schöne Zeit wir waren dort auf einer Hochzeit bei der Cousine. Waren dann in Bad Soden Salmünster waren in der Rhön auf der Wasserkuppe am Kreuzberg.Und an der Grenze zu Buttlar. Wir hätten heimlaufen können, so ein Wahnsinn was da abgegeangen ist. Aber es war so. Und wir mußten damit leben.


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#85

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 02.04.2010 23:55
von Mumpel | 30 Beiträge

ein sehr interessanter thread, tolle links und super bildberichte!
bin auch oft mit den blau/beigen db-wagen zwischen eisenach und erfurt gefahren; kann mich noch gut an die werbeschilder in den abteilen "db - urlaub von anfang an!" erinnern...
ja, und dann gab es noch die züge, welche ohne planmäßigen halt im transit durch die ddr fuhren (hatten inoffizielle bezeichnungen wie "die angst" oder "zitteraal")und waren durch die trapo bewacht wie fort knox...



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#86

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 12.08.2010 11:04
von Angelo | 12.391 Beiträge

Weiß da noch jemand was ?


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#87

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 12.08.2010 12:33
von VNRut | 1.483 Beiträge

Wir bekamen eine Berechtigung für den Interzonenzug im Urlaubsschein eingestempelt. Bin des öfteren mit den Interzonenzug zwischen Potsdam und Magdeburg gefahren. War für mich immer die schnellste Verbindung. Nur die Befragung unserer Offiziere nach dem Urlaub in der Kaserne nach eventuellen Kontaktaufnahmen von Westdeutschen/Westberliner ging uns auf den Keks.

Übrigens, da ich nicht weit von Langenweddingen, der Heimatstadt unseres Ministers Karl-Heinz Daehre * (für Bau und Verkehr in Sachsen-Anhalt) wohne, hatte ich als Kind etwas über den schweren Zugunfall mitbekommen. Meine Eltern und Großeltern erzählten lange Jahre von diesen Ereignis, welches heute immer mehr in Vergessenheit geriet. Mein Vater wurde damals zur Bergung und Aufräumung mit einbezogen.

* http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Daehre

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#88

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 12.08.2010 12:57
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Angelo
Weiß da noch jemand was ?




Kann mich jetzt nur konkret an die (Transit-) Züge der Allierten Besatzungsmächte (GB, USA und Frankreich) von Berlin (West) in Richtung Westen (Helmstedt) erinnern, die über Brandenburg, Genthin, Burg Magdeburg usw. verkehrten.

Hab selbst u. a. in Magdeburg Hbf, Brandenburg Hbf einige dieser Züge zu Gesicht bekommen.

Diese Züge hatten auf Strecke und auch in Bahnhöfen absolute Durchfahrts- priorität. Zur Not wurde der größte Teil des Betriebes auf Unterwegsbahnhöfen (übrige Zugfahrten, Rangierbetrieb) schon einige Zeit vorher eingestellt, bis diese Züge den Bahnhof passiert hatten. Schon allein, um diese Züge auf DDR- Gebiet weder auf der freien Strecke an irgendwelchen Blockstellen oder schon gar nicht in Bahnhöfen zum Halten kommen zu lassen. Um damit auch garantiert peinlichen Zwischenfällen mit den Allierten aus dem Weg zu gehen, wie z. Bsp., das fluchwillige DDR- Bürgern auf einen solchen Zug aufzuspringen versuchten. Einige wenige vereitelte Fälle soll es gegeben haben. Wenn diese Züge durch die Bahnhöfe fuhren, war die gesamte anwesende Trapo- Manschaft (und wer weiß, wer noch?) aller Dienstränge in höchster Bereitschaft und logischer "Aufregung", ähnlich einem aufgescheuchtem Wespenschwarm...! . Angefangen von erhöhter Präsens auf den öffentlich zugänglichen Anlagen (Bahnsteige ect.). Hier wurde das eigentlich auch sonst übliche, aber eher etwas locker gesehene Fotoverbot auf Reichsbahngelände kompromißlos durchgesetzt. An den Durchfahrtsgleisen dieser Züge selbst stand man in gewissen Abstände (Sichtweite) regelrecht Spalier. Auch wurden diese Züge bewußt nicht über die Bahnsteiggleise geleitet, sondern fuhren grundsätzlich in den hinteren (Güterzug-) Gleisen durch. Oft war auch vermutlich bewußt die Sicht auf diese Züge durch abgestellte Wagenzüge verdeckt und man konnte nur schemenhaft zwischen einigen Sichtnischen überhaupt etwas erkennen. Diese Züge sollen sogar im E- Fall Vorrang vor den s. g. "dringlichen Hilfszügen", also Notfallzügen bei Havarien, Zugunglücken ect. gehabt haben. Weiterhin waren diese Züge grundsätzlich mit zwei Lokomotiven bespannt. Nicht wegen der Last, sonder auf die Gefahr hin, eine Lokomotive könnte durch techn. Defekt ausfallen und der Zug so zwangsweise zum Halten kommen. Muß mal schauen, ob ich in meinen alten Reichsbahnvorschriften noch was dazu finde.

Vielleicht hat auch einer von Euch einen passenden Link parat?

Denke auch mal, das diese Züge vielfach in den Nachtstunden verkehrten um sie allein schon durch die Dunkelheit dem Blick der Öffentlichkeit zu entziehen. Es war schon was Besonderes, bei Tag mal so einen Zug zu erblicken...

josy95


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zuletzt bearbeitet 12.08.2010 13:01 | nach oben springen

#89

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 12.08.2010 14:58
von Eumel | 139 Beiträge

Zitat von Stabsfähnrich
..............es gab aber relativ wenig Fluchtversuche über den Bahnhof Friedrichstraße. Ein Fall - welcher auch für Aufsehen regte, ereignete sich 1987 als eine männliche Person die Triebfahrzeugführerin einer S-Bahn am Bahnsteig C (Ostseite) mit einem Kleinkalibergewehr bedrohte und diese aufforderte über die im Gleis aufgestellte Sh2 Scheibe in Richtung Westen zu fahren. Dabei hat Er aber übersehen, dass das S-Bahngleis hinter dem Stellerk FRIW (noch DDR) zu Ende ist. Sprich ein Stumpfgleis.
...



Das fand etwas eher statt. Dieser Bericht gibt die Geschichte recht präzise wieder:

http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0001/index.html


Zum Thema grenzüberschreitenden Zugverkehr und Zugunglück:
http://www.bischlebener.de/html/das_zugungluck.html
Betrifft zwar keinen Transitzug, kam aber aus westlicher Richtung


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#90

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 12.08.2010 20:17
von SanGefr | 218 Beiträge

Ich mußte, als ich noch im Zugbegleitdienst war, Mitte der 80er Jahre, diesen Zug der amerikanischen/britischen/französischen Streitkräfte ab Hannover bis Helmstedt als Zugführer begleiten oder als Fahrgast ohne Dienst mitfahren. Der Zug fuhr ab Hannover gegen 23.45 Uhr ab und hatte einen kurzen Aufenthalt in Braunschweig. Dann weiter bis Helmstedt. In Helmstedt ging die DB-Ellok ab und wurde durch eine DR-Diesel-Doppelbespannung, ich glaube 2 x Baureihe 132 (Ludmilla) ersetzt. Der Zugführer der Deutschen Reichsbahn übernahm den Zug. Ab Helmstedt mußten alle Türen von innen durch den Transport-Offizier mit einer Kette gegen unbefugtes Einsteigen von außen gesichert werden. Der Zug fuhr planmäßig ab Helmstedt ohne Halt bis Berlin-Lichtenberg. Er wurde von Seiten der DDR nicht kontrolliert und es durfte auch keine andere Person diesen Zug betreten, was wegen der Kette sowieso nicht möglich war. Den Gegenzug von Berlin-Lichterfelde nach Bremerhaven konnten wir in Braunschweig oder Helmstedt sehen. Also fuhren diese Züge bei Dunkelheit. Auf den Wagen waren an jedem Wagenende jeweils groß die amerikanische, britische oder französische Nationalflagge aufgeklebt, da drunter stand in großen Lettern US-ARMY usw. und das wäre bei Tageslicht den SED-Oberen ziemlich unangenehm. Ich bin noch im Besitz eines großen Aushangabfahrplans aus dem Winter 1965/1966 vom Bahnhof Hannover Hbf. Die Abfahrzeiten der Militärzüge waren für alle Fahrgäste ersichtlich.
Dm 80637 ab Hannover Hbf 0.03 Uhr - an Berlin-Lichterfelde 05.50 Uhr
Dm 80638 ab Hannover Hbf 3.53 Uhr - an Bremerhaven 6.46 Uhr
1965/1966 war das war wohl noch mit Dampf- bzw. Diesellokbespannung


zuletzt bearbeitet 12.08.2010 21:04 | nach oben springen

#91

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.08.2010 08:36
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von SanGefr
Ab Helmstedt mußten alle Türen von innen durch den Transport-Offizier mit einer Kette gegen unbefugtes Einsteigen von außen gesichert werden. Der Zug fuhr planmäßig ab Helmstedt ohne Halt bis Berlin-Lichtenberg. Er wurde von Seiten der DDR nicht kontrolliert und es durfte auch keine andere Person diesen Zug betreten, was wegen der Kette sowieso nicht möglich war.
...
Also fuhren diese Züge bei Dunkelheit. Auf den Wagen waren an jedem Wagenende jeweils groß die amerikanische, britische oder französische Nationalflagge aufgeklebt, da drunter stand in großen Lettern US-ARMY usw. und das wäre bei Tageslicht den SED-Oberen ziemlich unangenehm.



Lichtenberg ist sicher ein Schreibfehler - das liegt im Osten. Richtig ist, wie weiter unten auch angegeben: Lichterfelde.
Ich war 1987-1988 Soldat in der SiK Marienborn und möchte einiges des Geschriebenen korrigieren bzw. präzisieren.
Nicht richtig ist, dass die Züge ohne Halt durch die DDR fuhren. Sie wurden sehr wohl an den Grenzen (DDR/BRD und DDR/Westberlin) kontrolliert - auf der einen Seite in Marienborn, auf der anderen meiner Meinung nach in Potsdam-Griebnitzsee. Richtig ist, dass die Züge "von Seiten der DDR" nicht kontrolliert wurden. Das übernahmen unsere sojetischen Freunde. Dennoch waren Grenzer indirekt involviert. Es ist auch nicht richtig, dass die Züge nur nachts fuhren. Das stimmt nach meiner Kenntnis lediglich für Züge mit schwerer Technik (Panzer, Hubschrauber, Fahrzeuge usw.). Truppentransporte in Form von Personenzügen fanden auch tagsüber statt. Auch diese waren leicht zu identifizieren an den tatsächlich mit U.S. ARMY beschrifteten ungewöhnlichen Beschauerwagen oder aber auch an der mit Union Jack versehenene großen Aufschrift "Royal Corps Of Transport".
In Marienborn wurde immer angestrebt, diese Züge am Bahnsteig halten zu lassen. Das war schon aus Respekt vor dem Zugkommandanten angebracht, denn dieser musste zum Zwecke der Kontrolle mit seiner Begleitung (Adjutant, Dolmetscher, was auch immer) den Zug verlassen. Mag aber sein, dass man an anderen Bahnhöfen auf der Strecke nach Berlin die Vorbeifahrt an Bahnsteigen vermied, so wie Josy das beschrieben hat. Die Geschichte mit den durch Ketten verriegelten Türen glaube ich zwar nicht, weil ja, wie gesagt, der Zug noch zweimal in der DDR hielt und zumindest das Begleitkommando aussteigen musste. Aber da ich es auch nicht besser weiß, müssen wir das mal so stehen lassen...
Wie lief das nun aus Sicht des kleinen Grenzers in Marienborn ab?
Wie schon gesagt, es gab reine Truppentransporter und Güterzüge, die vom Jeep über Hubschrauber bis zum Panzer alles nach WB brachten. Die Züge waren grundsätzlich getrennt für die einzelnen Westmächte unterwegs und fuhren ganz normal nach Fahrplan.
Zur Kontrolle rückten ein paar Russenoffiziere auf den Bahnhof Marienborn. Ihre Kasernen lagen unmittelbar neben den Bahnanlagen, ca. 5km östlich der Grenze im Sperrgebeiet.
Zur Bewachung des Zuges während der Standzeit waren auch noch 3 Soldaten dabei.
Die Russen hatten auf dem Bhf ein eigenes Büro. Hier empfingen sie jeweils den Kommandanten des Zuges und seine Adjutanten und ließen sich Angaben zu den transportierten Truppen und der Bewaffnung und Ausrüstung machen. Alles basierte praktisch auf Vertrauen, der Zug wurde, so lange wie ich da war, nie von irgend jemand betreten. Meiner Meinung nach wurde aber die Lok der Reichsbahn von PKE oder Zoll kontrolliert, aber genau weiß ich das nicht.
Normalerweise wurde auch hier der Bahnsteig für die Dauer der Abfertigung von Deutschen geräumt. Lediglich der Diensthabende Offizier (DHO/E) und sein Gehilfe (GDHO/E) von der SiK verblieben auf dem Bahnsteig in ihrem Office. Auch sie sollten eigentlich den Bahsteig nicht betreten, aber je nach Situation nd Vertrauensverhältnis des DHO zu seinem Gehilfen gab es da schon mal Ausnahmen.
Alliierte Militärzüge waren auch die einzigen, die von unserer Beschauerbrücke bei der Durchfahrt nicht von oben beleuchtet wurden.

Die Russen empfingen üblicherweise die Alliierte Abordnung auf dem Bahnsteig in allen Ehren. Das Verhältnis schien eher freundschaftlich zu sein. Es wurden häufig Geschenke übergeben. Auch die rusisschen Soldaten auf dem Bahnsteig trieben regen Handel mit den Mannschaften im Zug. Bekleidung, Ausrüstung, Orden usw. gegen Bares, Alkohol oder auch Hochglanzheftchen war der Deal.
Die eigentliche "Kontrolle" fand im Büro der Russen statt.
Wenn der Zug den Bahnhof wieder verlassen hatte, verließen die Russen den Bahnhof wieder. Ging es jedoch in Richtung Westberlin gab es noch einen weiteren Schritt. Der GDHO/E musste von den Russen eine Aufstellung über Mannschaftsstärke, Technik und Bewaffnung auf dem Zug einholen. Dazu hatte er vorbereitete Mappen mit Listen aller möglichen Einheiten sowie Bewaffnungen der Aliierten Kräfte. Diese waren in Folien verpackt, so dass man mit einem Folienstift direkt darauf die entsprechende Anzahl vermerken konnte.
Wenn also die Amis z.B einen Güterzug mit M113-Pamzern nach Berlin verlegten, suchte man die amerikanische Panzerliste, darauf den M113 und vermerkte dahinter auf der Folie die Anzahl. Die Listen waren in deutsch und russisch geführt, so dass sie gleichzeitig eine Art fachspezifisches Wörterbuch waren. Auch diese Datenübergabe lief in aller Regel ganz locker. Am Anfang war ich ein bisschen aufgeregt als kleiner glatter Soldat, dass ich jetzt ganz alleine mit den Russenhäuptlingen kommunizieren sollte. Aber die Jungs waren sehr nett, boten gleich Zigaretten an und machten sich auch nicht die Mühe, die Geschenke (meist transparente zylindrische Objekte mit Flüssigkeiten) zu verstecken.
Die übernommene Daten wurden dann über das reichsbahneigene BASA-Netz nach Berlin weitergemeldet undn vermutlich dort bei Eintreffen des Zuges gegengecheckt. Man wollte wohl kaum riskieren, dass die Amis ein paar Panzer unterwegs in der Börde ausgeladen haben und schon mal ein bisschen die Invasion beginnen
Zu dem Zweck hatte der DHO/E einen eigenen BASA-Anschluss.

Da die Russen bei der Abfrage der Zugdaten bei den Alliierten oftmals sehr locker zu Werke gingen, gab es gelegentlich Verwirrungen, wenn am Berliner Ende doch andere Zahlen ermittelt wurden. Daher ließ der DHO, wenn er denn so viel Vertrauen hatte und die Situation günstig war, seinen Gehilfen gelegentlich nachts am Zug entlang laufen, um die Technik an Bord selber zu zählen. So hatte ich schon als kleiner Soldat im Grundwehrdienst die Gelegenheit, im Abstand von kaum einem Meter die Panzer und Fahrzeuge der Amerikaner zu begutachten. Die Identifizierung war für mich, dank persönlichem Interesse und hervorragenden "Weiterbildungsmöglichkeiten" bei GT gar kein Problem. Auf diesem Wege haben wir uns dann eben selbst unsere Daten besorgt und von den Russen nur noch die Mannschaftsstärken übernommen.
Persönlich muss ich sagen, dass ich trotz Verbotes, den Bahnsteig während des Aufenthaltes der Züge zu betreten, jede Gelegenheit genutzt habe (und dabei auch kleine Tricks angewendet), um doch gelegentlich 'mal einen Blick auf die Züge und der Ladung zu werfen. Selbst bei Mannschaftszügen um die Mittagszeit ist mir das einige Male gelungen.
Der Posten des Gehilfen (GDHO/E) war nur einigen wenigen Soldaten zugänglich, ich glaube in meiner Zeit haben das nur 5 oder 6 Soldaten gemacht. Obwohl man immer 12h-Schichten hatte und die ganze Zeit mit einem Oberstleutnant eine kleine 2-Zimmer-Bude teilen musste, war das wohl einer der coolsten Posten an der Grenze überhaupt. Jedenfalls entbrannte unter uns ein richtig kleiner "Wettkampf", wer am Schluss wohl die meisten GDHO/E-Schichten hätte (obwohl wir die Einteilung ja gar nicht beeinflussen konnten).


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#92

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.08.2010 09:17
von SanGefr | 218 Beiträge

Punkt 1
Berlin Lichterfelde - nicht Berlin Lichtenberg - stimmt. Ich habe den Plan vor mir liegen und doch falsch abgelesen. Sorry

Punkt 2
Die Türen waren alle von innen mit einer Kette während der Fahrt gesichert. Das ist Fakt und habe ich selbst gesehen.
Die Frage war, wie kann man dann aussteigen? Nun, in dem man ganz einfach die Kette wieder entfernt. Es wurde lediglich eine Kette, die neben der Tür installiert war, an den Innengriff der Tür gelegt. Da sich, wenn man die Tür von außen öffnen wollte, der Innengriff nach links bewegte, wurde der Griff durch die Kette im geschlossenen Zustand der Tür fixiert und konnte nicht bewegt werden. Ich habe nicht behauptet, die Tür wurde von innen verriegelt und verrammelt und der Schlüssel wird aus dem Fenster geworfen und der Reserveschlüssel liegt in Berlin-Lichterfelde.

Punkt 3
Das der Zug in Marienborn noch mal hält, hat mir der Transportoffizier nicht gesagt. Auch habe ich ihn nicht danach gefragt, weil ich annahm, der Zug fährt ohne Halt.

Punkt 4
Wenn die Mannschaft auf dem Bahnsteig kontrolliert wurde, mußte sie wahrscheinlich aussteigen. Das will ich mal glauben.
Die Reisezugwagen der Mannschaft als solches wurde nicht kontrolliert. In diesen Wagen hatten weder die Sowjets noch die Grenztruppen etwas zu suchen - und nur das meinte ich damit. Ob die Hunde in Marienborn nun denn drunter, drüber und nebenher gelaufen sind, ist wieder eine andere Sache. Im Zug kam keiner rein. Schon allein der mitgeführten Pistolen, MP´s und Gewehre zur Bewachung und Verteidigung. Und das glaube ich dem Transportoffizier. Das ist so wie das Botschaftsgebäude. Der Zug war in der DDR ein Stück der USA/Großbritannien/Frankreich.

Punkt 5
Diese beiden Züge und nur davon kann ich sprechen, fuhren grundsätzlich bei Dunkelheit. Das war nicht nur 1965/1966 so, sondern ging bis in die 80er Jahre.

Punkt 6
Kriegsgeräte, die die Sowjets nicht sehen sollten, wurden eh von der Bundesrepublik bis nach Berlin per Luftfracht gebracht. Es ist kaum anzunehmen, dass die westlichen Alliierten so dämlich waren, hochtechnisiertes Gerät per Zug durch die DDR zu kutschieren. Die paar Jeeps und Schützenpanzer, die der Russe schon längst kannte, konnten dann ruhig per Zug rübergekarrt werden. Meines Wissens waren an diesem Zug nicht mehr als 2 oder 3 Flachwagen mit Jeeps und andere Transportfahrzeuge dran. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Raketenwerfer u dgl. Denn so blöd waren noch nicht mal die Russen. Die haben genau gewußt das wenn .... alles per Luftfracht nach Berlin gekarrt wird.

Punkt 7
Wenn dieser Militärzug an einem Bahnsteig in Marienborn angehalten hat, dann doch wohl nur an diesem Bahnsteig wo nicht Kreti und Pleti Zugang hatte. Will sagen: An dem Bahnsteig, an dem nur die ehemaligen DB-DR-DB Reisezüge zum Halten kamen. Diese "Westbahnsteig" durfte von Reisenden erst nach Erledigung der Paß- und Zollkontrolle und nach Freigabe durch die Grenztruppen betreten werden. Da zu dieser Zeit kein Zug Richtung Berlin bzw. Helmstedt fuhr, durfte sich auch kein Zivilist/ Bürger der DDR dort aufhalten. Daher kam kein Mensch, außer den Kontrollorganen, dem Zug zu nahe.


zuletzt bearbeitet 16.08.2010 09:45 | nach oben springen

#93

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.08.2010 10:12
von sentry | 1.077 Beiträge

Punkt 4

(c) Günter Mach, Helmstedt 1990

Ein kleiner Beweis, dass das Begleitkommando ausstieg. Dass der Zug nicht direkt am Bahnsteig steht ist eher ungewöhnlich. Vermutlich stand bei Eintreffen noch ein Reisezug dort.

Dass den Zug keiner betreten hat, ist richtig. Falls bei meinem Text der Eindruck entstand, korrigiere ich das hier. Eine Kontrolle, wenn man es denn so nennen will, fand nur mittels eines Gesprächs zwischen Begleitkommando und Russen außerhalb des Zuges statt.

Punkt 5
"Ich weiß nicht, was Du mit "diesen beiden Zügen" meinst. Wie ich schon sagte fuhren Züge mit schwerer Technik tatsächlich nur nachts. Reine Manschaftstransporte mit ausschließlich Personenwaggons fuhren auch tags.

Punkt 6
87/88 habe ich komplette Güterzüge mit Technik gesehen, nicht nur angehängte Waggons. Auf den Zügen habe ich von Jeeps über Schützenpanzerwagen bis hin zu schweren Kapfpanzern aller Westalliierten jegliche Technik gesehen. Selbst Hubschrauber waren dabei.
Von Raketenwerfern usw. weiß ich nichts, habe ich aber auch nicht geschrieben.
Es gab für die Alliierten gar nicht die Notwendigkeit, Panzer usw. per Luftfracht zu verschicken. Es war völlig in Ordnung, legal und ökonomisch, das per Schiene zu tun. So waren ja anscheinend die Absprachen der Alliierten mit den Russen.
Die Möglichkeiten und Notwendigkeiten waren in der 80ern auch gar nicht da, das durch die Luft im großen Stil zu betreiben. Bis auf C-5A Galaxy dürfte es kaum Flugzeuge gegeben haben, die Panzer transportieren können. Und selbst die schafft "nur" 2 M-1 Abrams oder 1 Abrams und 2 Bradley.
Wir wollen auch nicht vergessen, dass es in Größenordnung Transporte per Straße gab. Sowohl Militärfahrzeuge als auch US-Army-eigene Containertrucks waren täglich zu sehen. Auch Tieflader mit Hubschraubern (französische Gazelle) habe ich gesehen.
Bei den Franzosen habe ich sogar einmal das Verlegen von Schützenpanzern auf der Straße gesehen. Die VAB's sind mit eigener Kraft auf de Autobahn Richtung Berlin gerollt.

@SanGefr
Ansonsten wollte ich auch gar nicht sagen, dass das alles Quatsch ist, was Du geschrieben hast. Ich habe bloß meine Erlebnisse geschildert und den Weg der Züge nach Osten weiterbeschrieben, nachdem Du aussteigen musstest...nur 'ne Ergänzung sozusagen. Ich hoffe mal, das ist nicht falsch rübergekommen


zuletzt bearbeitet 16.08.2010 10:18 | nach oben springen

#94

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.08.2010 11:20
von SanGefr | 218 Beiträge

Selbstverständlich wurden Geräte, die der Russe nicht sehen sollte und durfte, immer per Luftfracht befördert. Schon allein aus dem Grunde, falls der Zug aus technischen Gründen (Signal/Weichenstörungen usw.) oder wegen Gleissperrungen an der Weiterfahrt gehindert wurde. Ruckzuck wären immer Russen oder Trapo oder sonstiges Militär/Polizeipersonal anwesend. Und die waren immer, immer sehr neugierig.Zwar wurden diese Züge auch durch die MP bewacht. Aber sicher war sicher. Schiene und Straße war zu sehr von den Russen und der DDR überwacht. In der Luft war es etwas ganz anderes.
Mit den Fahrten bei Dunkelheit kann ich mich nur auf die beiden Züge Bremerhaven-Hannover-Berlin-Lichterfelde und Retour beziehen. Diese fuhren durch die DDR immer bei Dunkelheit.


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#95

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.08.2010 12:00
von sentry | 1.077 Beiträge

Sagt ja keiner was anderes. Bei Panzern, Schützenpanzer, Hubschraubern und Fahrzeugen war's den Amis wohl egal. Und mehr habe ich ja auch nicht gesehen auf den Zügen.


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#96

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.08.2010 15:57
von josy95 | 4.915 Beiträge

@sentry und @SanGefr, nun "zankt" doch nicht!

Von Euch allen beiden sehr schöne und historisch wertvolle Zeitzeugenberichte!

Muß meinen Beitrag dahingehend auch noch ergänzen, das ich Züge der Allierten wenn denn schon mal bei Tage gesehen, nur als Truppentransporte, also Züge rein aus Personenwagen gebildet, gesehen hab. Reine Güterzüge oder kombinierte Güter-/ Personenzüge und dann noch mit Militärtechnik beladen hab ich nicht zu Gesicht bekommen.

Wenn man dagegen unsere "Freunde" gesehen hätte..., Personenwagen für die Manschaft..., ich glaub, da hätten die nocht nicht einmal von zu träumen gewagt...! G- Wagen, auch als !Viehwagen" bezeichnet, innen mit Stroh ausstaffiert...! Gut, wenn wir mal Technikverlegung mit der Eisenbahn hatten, gab es für uns auch nur diese G- wagen. Die hatten dann aber wenigstens einen Kanonenofen, Zwischenböden (Art Pritschen) und Decken drin.

josy95


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#97

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.08.2010 16:39
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von SanGefr

Punkt 7
Wenn dieser Militärzug an einem Bahnsteig in Marienborn angehalten hat, dann doch wohl nur an diesem Bahnsteig wo nicht Kreti und Pleti Zugang hatte. Will sagen: An dem Bahnsteig, an dem nur die ehemaligen DB-DR-DB Reisezüge zum Halten kamen. Diese "Westbahnsteig" durfte von Reisenden erst nach Erledigung der Paß- und Zollkontrolle und nach Freigabe durch die Grenztruppen betreten werden. Da zu dieser Zeit kein Zug Richtung Berlin bzw. Helmstedt fuhr, durfte sich auch kein Zivilist/ Bürger der DDR dort aufhalten. Daher kam kein Mensch, außer den Kontrollorganen, dem Zug zu nahe.



Dazu noch ein Zusatz, hatte ich vorher vergessen.
GÜSt Marienborn hatte nur einen einzigen Bahnsteig, den den man auch auf dem Bild sieht. Also einer für alle - Kreti, Pleti, kleinen Grenzverkehr und Alliierte. Lediglich der ostdeutsche Regionalverkehr war vollständig abgetrennt auf einem extra Bahnhofsteil ein bisschen weiter nordwestlich. Der Bahnhof Marienborn lag technisch gesehen auch nicht im Sperrgebiet. Lediglich die GÜSt war natürlich eins.
Richtig ist, dass bei Anwesenheit von Alliiertenzügen der Bahnsteig bis auf die Russen üblicherweise leer war. Den DHO konnte natürlich keiner daran hindern, auf den Bahnsteig zu treten. Er war ja schon da und musste nur aus seinem Office treten. Auch den GDHO konnte keiner hindern, wenn es ihm der DHO erlaubt hatte, denn im KT hatte keiner Befehlsgewalt über ihn außer der DHO. Kein PKE-Offizier durfte ihm Befehle erteilen.
Die Grenztruppen hatten in Marienborn allerdings keinen Einfluss auf das Betreten des Bahnsteiges durch Reisende. Am westlichen Ende gab es eine kleine Hütte, besetzt mit PKE und wohl auch Zoll. Nur die haben Kontrollen der betretenden und verlassenden Personen vorgenommen. Die Grenztruppen, also die Sicherungskompanie (SiK) haben nur den Eingang in das rückwärtige Gebiet der Eisenbahn-GÜSt, den sogenannten Raum der Sicherstellung kontrolliert. Das Kontrollterritorium durfte durch Grenzer nicht betreten werden. Ausnahme war der DHO und der Gehilfe. Das Gleiche galt für die Autobahn-GÜSt.


zuletzt bearbeitet 16.08.2010 16:42 | nach oben springen

#98

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 08.10.2010 12:02
von Freedom (gelöscht)
zuletzt bearbeitet 08.10.2010 12:44 | nach oben springen

#99

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 25.11.2010 20:34
von missionstourist (gelöscht)
avatar

Zitat von SanGefr
Punkt 1
Berlin Lichterfelde - nicht Berlin Lichtenberg - stimmt. Ich habe den Plan vor mir liegen und doch falsch abgelesen. Sorry

Punkt 2
Die Türen waren alle von innen mit einer Kette während der Fahrt gesichert. Das ist Fakt und habe ich selbst gesehen.
Die Frage war, wie kann man dann aussteigen? Nun, in dem man ganz einfach die Kette wieder entfernt. Es wurde lediglich eine Kette, die neben der Tür installiert war, an den Innengriff der Tür gelegt. Da sich, wenn man die Tür von außen öffnen wollte, der Innengriff nach links bewegte, wurde der Griff durch die Kette im geschlossenen Zustand der Tür fixiert und konnte nicht bewegt werden. Ich habe nicht behauptet, die Tür wurde von innen verriegelt und verrammelt und der Schlüssel wird aus dem Fenster geworfen und der Reserveschlüssel liegt in Berlin-Lichterfelde.

Punkt 3
Das der Zug in Marienborn noch mal hält, hat mir der Transportoffizier nicht gesagt. Auch habe ich ihn nicht danach gefragt, weil ich annahm, der Zug fährt ohne Halt.

Punkt 4
Wenn die Mannschaft auf dem Bahnsteig kontrolliert wurde, mußte sie wahrscheinlich aussteigen. Das will ich mal glauben.
Die Reisezugwagen der Mannschaft als solches wurde nicht kontrolliert. In diesen Wagen hatten weder die Sowjets noch die Grenztruppen etwas zu suchen - und nur das meinte ich damit. Ob die Hunde in Marienborn nun denn drunter, drüber und nebenher gelaufen sind, ist wieder eine andere Sache. Im Zug kam keiner rein. Schon allein der mitgeführten Pistolen, MP´s und Gewehre zur Bewachung und Verteidigung. Und das glaube ich dem Transportoffizier. Das ist so wie das Botschaftsgebäude. Der Zug war in der DDR ein Stück der USA/Großbritannien/Frankreich.

Punkt 5
Diese beiden Züge und nur davon kann ich sprechen, fuhren grundsätzlich bei Dunkelheit. Das war nicht nur 1965/1966 so, sondern ging bis in die 80er Jahre.

Punkt 6
Kriegsgeräte, die die Sowjets nicht sehen sollten, wurden eh von der Bundesrepublik bis nach Berlin per Luftfracht gebracht. Es ist kaum anzunehmen, dass die westlichen Alliierten so dämlich waren, hochtechnisiertes Gerät per Zug durch die DDR zu kutschieren. Die paar Jeeps und Schützenpanzer, die der Russe schon längst kannte, konnten dann ruhig per Zug rübergekarrt werden. Meines Wissens waren an diesem Zug nicht mehr als 2 oder 3 Flachwagen mit Jeeps und andere Transportfahrzeuge dran. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Raketenwerfer u dgl. Denn so blöd waren noch nicht mal die Russen. Die haben genau gewußt das wenn .... alles per Luftfracht nach Berlin gekarrt wird.

Punkt 7
Wenn dieser Militärzug an einem Bahnsteig in Marienborn angehalten hat, dann doch wohl nur an diesem Bahnsteig wo nicht Kreti und Pleti Zugang hatte. Will sagen: An dem Bahnsteig, an dem nur die ehemaligen DB-DR-DB Reisezüge zum Halten kamen. Diese "Westbahnsteig" durfte von Reisenden erst nach Erledigung der Paß- und Zollkontrolle und nach Freigabe durch die Grenztruppen betreten werden. Da zu dieser Zeit kein Zug Richtung Berlin bzw. Helmstedt fuhr, durfte sich auch kein Zivilist/ Bürger der DDR dort aufhalten. Daher kam kein Mensch, außer den Kontrollorganen, dem Zug zu nahe.


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#100

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 25.11.2010 20:39
von missionstourist (gelöscht)
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Hi, kann es bestättigen, türen waren von innen mit kette gesichert / zügen waren mit VHF radio ausgerüstet, nahrung -in form von individuelle ration-, wasser und wolldecken gehörten zu ausrüstung / es gab auch waffen für die escort zu sicherung den zutritt im fall wenn...
bin mit einem von diesen 3 züge ( nicht nur mit dem ) warscheinlich um die 200 mal gereist -versteht sich ca 100 hin und soviel zurück
also du kennst gut den ablauf


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