#61

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 13.12.2009 19:31
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von Roland 87
Hatte keinen extra Eintrag im Urlaubschein. Bin des öfteren mit den Interzonenzug gefahren,sogar in allen beiden Richtungen.War für mich die schnellste Verbindung.



Ja, habe den Interzonenzug auch oft benutz, bei dem Haarschnitt den wir hatten, hat uns die TRAPO schon auf 100 Meter erkannt und deswegen wurden wir nie Kontrolliert. Das GR 3 durfte besonders zu den Feiertagen eine "Zug-Streife" Stellen. BaSa - ESA - BaSa.
Zig Stunden in ESA rumgelatscht und dann mit dem Zug wieder retour.
Ich kann mich nicht erinnern das es eine Beschränkung für Züge gab. Schlecht war es wenn man im Zug einschlief und erst an der GÜST geweckt wurde. Ein Angehöriger der GK mußte einem an der GÜST abholen.

Ich kann mich aber noch daran erinnern, das ich mit meinen zwei Posten auf dem Bahnsteig stand als der Interzonenzug einfuhr. War wirklich ein Zufall. Ich muß dazu sagen es war gerade Übergangszeit - d.h. Wintermantel und Schirmmütze.

Für die Reisenden hat das mit Sicherheit gewirkt wie in einem alten WH Film. Nachdem der Zug wieder ausfuhr haben wir uns gefragt, wieso waren die eigentlich so still - Sprachlos -. Im Rückblick ist das klar - aber damals?

Mike59


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#62

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 13.12.2009 19:42
von Roland 87 | 215 Beiträge

Hat die Uniform nicht ausgesehen wie bei unseren Großvätern?



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#63

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 13.12.2009 19:57
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von Roland 87
Hat die Uniform nicht ausgesehen wie bei unseren Großvätern?



Das wars ja - genau.

Mike59


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#64

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 14.12.2009 17:34
von Roland 87 | 215 Beiträge

Hallo Mike59,kannst ruhig Bad Salzungen schreiben oder Dienst du immer noch bei den GT!



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#65

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 14.12.2009 18:46
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Hallo Roland87


Der Abkürzungsfimmel ist nun mal drin

Mike59


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#66

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 14.12.2009 18:55
von Roland 87 | 215 Beiträge

manches vergißt man nie Mike59



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#67

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 09.02.2010 19:21
von josy95 | 4.915 Beiträge

Hallole, heute Nachmittag kam auf MDR eine interessante, tolle Ausgabe von Lexi-TV. Bin nur durch Zufall draufgezappt, Sendung bwar leider schon 15 Minuten im Gange. Ging um das Thema Lokomotiven, speziell Dampflokomotiven und die Vorzeige- Rekobaureihe 01.5 der DDR- Reichsbahn.
Hier waren Klasse Bilder und Filmszenen aus dem Interzonenverkehr eingespielt. Die Baureihe 01.5 war ja eine DDR- Reichsbahnrekonstruktion der Vorkriegsbaureihe 01.0-2 und ein Paradepferd der DR. In den 60-er Jahren wurden insgesamt 35 dieser Lokomotiven rekonstruiert. Derzeit sind meines Wissens noch 5 Stück davon erhalten. Z. Zt. zwei betriebsfähig und drei "kalt" abgestellt. Die 01 0509 wird derzeit im Dampflokwerk Meiningen für die Preßnitztalbahn betriebsfähig aufgearbeitet, Fertigstellung vorr. Frühjahr 2010. Haben wir uns bei unserem Geheimtreffen mit maja64 angeschaut. Die 01 1531 steht derzeit nicht betriebsfähig abgestellt im (historischen) Bahnbetriebswerk Arnstatt, eine Außenstelle des DB-Museums Nürnberg. Diese Lokomotive war im Dezember 1939 an dem nach Eschede schwersten Eisenbahnunglück in der Geschichte der deutschen Eisenbahnen in Genthin beteiligt, als ein mit Fronturlaubern voll besetzter Schnellzug, der mehrere halt zeigene Signale überfahren hatte auf einen ebenso vollbesetzten Schnellzug auch mit Fronturlaubern mit ca. 110 km/ h auffuhr. Es muß eine Tragödie, ein Trümmerfeld ohne Ende gewesen sein. Über 100 Tote. Wen weitere Einzelheiten interessieren, mal googeln z. Bsp. unter "Eisenbahnunglück Genthin Dezember 1939".

In dem Beitrag von Lexi- TV kam auch rüber, das die Rekobaureihe 01.5 ein Prestigeobjekt der DDR, der Reichsbahn für den Interzonenzugverkehr war. Diese Lokomotiven (mit ausgesuchtem DR- Personl) fuhren die Interzonenzüge u. a. bis Bebra, Berlin (West), Hannover und Hamburg. Seinerzeit wurde auch von Fachleuten der Bundesbahn bestätigt, das diese Lokomotiven nach ihrer Rekonstruktion zweifelsfrei zu den leistungsfähigsten Dampflokomotiven der deutschen Bahnverwaltungen zählte.

Leider gibt es keine Angabe über die Nummer der Folge von Lexi- TV, auch habe ich in den Programmhinweisen keine Daten über eine eventuelle Wiederholung gefunden. Nachzulesen ist momentan nur etwas auf der Videotexttafel 388 beim MDR.

Aber wie gesagt, eine sehr interessante Folge und vor allem sehr gutes historisches Film- und Bildmaterial!

josy95


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zuletzt bearbeitet 09.02.2010 19:25 | nach oben springen

#68

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 09.02.2010 19:33
von karl143 (gelöscht)
avatar

@ Josy,
kleine Korrektur.
Das Eisenbahnunglück in Genthin ist das schlimmste Unglück mit 278 Toten und 453 Verletzten. Dann passierte am gleichen Tag noch ein Eisenbahnunglück zwischen Markdorf und Kluftern mit 115 Toten. Bei dem Unglück in Eschede kamen 101 Menschen ums Leben. Das vierte schwere Unglück war das wohl in Langenweddingen, wo durch eine stümperhaft aufgehängte Leitung die Schranke sich nicht schließen konnte und über 90 Menschen verbrannten, überwiegend Kinder auf dem Weg in den Harz.


zuletzt bearbeitet 09.02.2010 19:47 | nach oben springen

#69

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 09.02.2010 20:11
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von karl143
@ Josy,
kleine Korrektur.
Das Eisenbahnunglück in Genthin ist das schlimmste Unglück mit 278 Toten und 453 Verletzten. Dann passierte am gleichen Tag noch ein Eisenbahnunglück zwischen Markdorf und Kluftern mit 115 Toten. Bei dem Unglück in Eschede kamen 101 Menschen ums Leben. Das vierte schwere Unglück war das wohl in Langenweddingen, wo durch eine stümperhaft aufgehängte Leitung die Schranke sich nicht schließen konnte und über 90 Menschen verbrannten, überwiegend Kinder auf dem Weg in den Harz.



Karl, das mit den 278 Toten von Genthin ist mir zumindest dahingehend neu, das man nach den mir vorliegenden Angaben immer nur von "..etwas über 100 Toten.." sprach. Die Rettungsmaßnahmen müssen wohl auch für damalige Verhältnisse mehr als caotisch gewesen sein. Anderseits passte das Unglück überhaupt nicht in die nationalsozialistische Propagande, war aber auch nicht totzuschweigen. Erstmal hatte der Krieg erst begonnen und Weihnachten stand vor der Tür. Expertenrecherchen haben ergeben, das viele Unterlagen verm. absichtlich vernichtet wurden und man die Zahl der Toten "schönrechnete" So makaber wie es klingt aber eben für Diktaturen eben nicht ungewöhnlich!

Das Unglück zwischen Markdorf und Kluftern ist mir dahingehend nicht bekannt, hatte nur einmal im Zusammenhang mit dem Genthiner Unglück gehöhrt, das am selbigen Tag noch anderswo ein schweres Zugunglück war. Wo liegt das denn, Markdorf und Kluftern. Hab diese Ortsnamen noch nie gehöhrt.

Gleich nach der Wende hat in der damals noch erscheinenden Reichsbahner- Zeitung "Fahrt Frei" ein Fortsetzungsbeitrag zur Unglücksursache in Genthin gestanden wo man nochmals genau recherchierte. Damals war ja der Lokführer und Heizer des auffahrenden Zuges schuldig gesprochen wurden, weitere Angeklagte, u. a. einen Stellwekswärter von Genthin sprach man frei. Die meißten Sorgen hatte man wohl damkals darum, das die Verdunklungsanweisung auch bei Signalen und Loklaternen im Prozeß zur Sprache kommen könnte und dies ein negatives Bild auf die Kriegspropaganda werfen könnte. Ich muß mal schauen, ob ich noch was finde (oooh, die Zeit!), sowas (Zeitungsartikel) hab ich mir eigentlich aufgehoben.

Das Unglück von Langenweddingen. Während meiner Dienstzeit bei der NVA war da ein Soldat bei mir mit auf der Bude, der war als Kind dabei.

Aber trotzdem, dank Dir karl143 für Deine wertvollen Ergänzungen!


josy95


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zuletzt bearbeitet 09.02.2010 20:12 | nach oben springen

#70

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 09.02.2010 20:33
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von josy95
[snip]
Die 01 0509 wird derzeit im Dampflokwerk Meiningen für die Preßnitztalbahn betriebsfähig aufgearbeitet, Fertigstellung vorr. Frühjahr 2010. Haben wir uns bei unserem Geheimtreffen mit maja64 angeschaut.

Josy,
warte mal, die Pressnitztalbahn ist Schmalspur (750mm), wie will man denn da die DRG-01 (Normalspur) drauf fahren?

-Th


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#71

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 09.02.2010 20:52
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von CaptnDelta

Zitat von josy95
[snip]
Die 01 0509 wird derzeit im Dampflokwerk Meiningen für die Preßnitztalbahn betriebsfähig aufgearbeitet, Fertigstellung vorr. Frühjahr 2010. Haben wir uns bei unserem Geheimtreffen mit maja64 angeschaut.

Josy,
warte mal, die Pressnitztalbahn ist Schmalspur (750mm), wie will man denn da die DRG-01 (Normalspur) drauf fahren?

-Th




Die Preßnitztalbahn ist ein deutschlandweit agierendes EVU (Eisenbahnverkehrsunternehmen). Neben dem Betrieb ihrer gleichnamigen Schmalspurbahn im Erzgebirge betreibt sie noch seit vorigem Jahr den Rasenden Roland auf der Insel Rügen, hier unter dem Namen RüBB, vormals RüKB.

Auch ist die Preßnitztalbahn im Geschäft mit dem (Spezial-) Straßentransport von Eisenbahnfahrzeugen, z. Bsp. unserer Lokomotiven zur Aufarbeitung im Dampflokwerk Meiningen aktiv. Im Normalspurbereich meines Wissens nach vornehmlich nim Güterverkehr.

Mit dem Erweb der 01.5 von den Ulmner Eisenbahnfreunden will man den Markt des Eisenbahntourismus weiter erschließen, so u.a. Dampfsonderzüge aus dem süddeutschen Raum an die Ostsee (Insel Rügen) fahren. Die 01 0509 bleibt auf Ölhauptfeuerung, damit hat sie einen relativ großen Wirkungsradius zumindestb vom Brennstoffvorrat her und ist zumindest von ihrer Konstruktion her gut für derartige Vorhaben ngeeignet. Wollen wir als Eisenbahnfreunde nur hoffen, man hat auch das geeignete Fachpersonal dafür zur Verfügung. Und nicht wie leider so oft, Großmäuler, Dellitanten und Möchtegerne. So eine Dampflok ist nun mal kein Spielzeug. Wenn man ein Spielzeug in dieser Art sucht, sollte man sich eine Piko-, Märklin-, Lego oder LGB- Eisenbahn kaufen, das kommt besser!


josy95


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#72

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 09.02.2010 21:01
von CaptnDelta (gelöscht)
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Josy,

danke fuer die Klarstellung, ist aber auch kompliziert weils entweder das hier oder das hier bedeuten koennte.

Uebrigens die Wikipedia sagt "Die PRESS besitzt keine Schmalspurfahrzeuge und hat keine geschäftlichen Aktivitäten auf der Museumsbahn Steinbach–Jöhstadt (Preßnitztalbahn)." (allerdings der 'Rasende Roland' wird schon von der PRESS betrieben), von daher stimmt das was Du sagst mit das die PRESS auch die Bahn im Erzgebirge betreibt? Oder liegt WP daneben?

-Th


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#73

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 10.02.2010 09:04
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von CaptnDelta
Josy,

danke fuer die Klarstellung, ist aber auch kompliziert weils entweder das hier oder das hier bedeuten koennte.

Uebrigens die Wikipedia sagt "Die PRESS besitzt keine Schmalspurfahrzeuge und hat keine geschäftlichen Aktivitäten auf der Museumsbahn Steinbach–Jöhstadt (Preßnitztalbahn)." (allerdings der 'Rasende Roland' wird schon von der PRESS betrieben), von daher stimmt das was Du sagst mit das die PRESS auch die Bahn im Erzgebirge betreibt? Oder liegt WP daneben?

-Th



Hallo Captn,

Die Preßnitztalbahn im Erzgebirge wird wohl von dem gleichnamigen Verein als Museumsbahn betrieben, die Strecke war ja schon zu DDR- Zeiten komplett abgebaut und dieser Verein hat in aufopferungsvoller Arbeit diese Strecke zumindest auf einem Teilstück wieder aufgebaut. Die Firma Preßnitztalbahn fungiert nach deutscher Gesetzeslage dort als das zuständige EVU (Eisenbahnverkehrsunternehmen) und überwacht u. a. die Betriebsführung, Sicherheit, Schulung & Ausbildung, Einsatz der Personale ect. .

Aus Teilen der IG (Interessengemeinschaft) Preßnitztalbahn (Verein) ist ja dann nach der Wende die Firma Preßnitztalbahn als GmbH hervorgegangen.

josy95


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zuletzt bearbeitet 10.02.2010 09:05 | nach oben springen

#74

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 11.02.2010 15:29
von Bergmensch (gelöscht)
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Markdorf und Kluftern befinden sich in Bodenseenähe und das Ünglück ereignete sich auf der Bodenseegürtelbahn zwischen den Knoten Friedrichshaven und Radolfzell. Bei diesem Zugunglück ist ein Großteil des Nachwuchses des Ortes Binzen bei Lörrach zum Teil tödlich verunglückt. Die Kinder kamen aus der Kinderlandversckickung wo sie das Naziregime nach Bayern schickte und waren auf dem Heimweg zum Weihnachtsfest als die Züge frontal zusammenstießen. Kriegsfahrplan und Tarnmaßnahmen erhöten ungemein das Unfallrisiko in der damaligen Kriegszeit.


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#75

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 11.02.2010 15:45
von karl143 (gelöscht)
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Hallo Bergmensch,
das sind ja schlimme Gemeinsamkeiten zu Langenweddingen.


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#76

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 11.02.2010 15:52
von Bergmensch (gelöscht)
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Genthin (Deutschland) – Auffahrunfall
In der Nacht vom 21. Dezember 1939 zum 22. Dezember 1939[12] kam es im Bereich des Bahnhofs Genthin zum bis heute größten Unglück der deutschen Eisenbahnen.

Denkmal für das Eisenbahnunglück in Genthin

Der überfüllte D-Zug D 10 von Berlin Potsdamer Bahnhof nach Köln war pünktlich um 23:15 Uhr in Berlin abgefahren, hatte aber in Potsdam bereits fünf, in Brandenburg schon 12 min Verspätung, weil sich das Aus- und Einsteigen in Folge der kriegsbedingten Verdunkelung verzögerte. Der nachfolgende D 180 von Berlin Potsdamer Bahnhof nach Neunkirchen (Saar) war um 23:45 Uhr in Berlin abgefahren, hielt noch einmal in Potsdam und sollte dann bis Magdeburg durchfahren. Unmittelbar vor Genthin fuhren diese beiden Züge nur noch im Blockabstand.
An der letzten vor dem Bahnhof Genthin liegenden Blockstelle Belicke überfuhr der D 180 das Halt zeigende Blocksignal und fuhr somit in den noch durch den D 10 belegten Streckenabschnitt ein. Neben der schlechten Sicht vermuten Quellen auch eine Kohlenmonoxidvergiftung bzw. persönliche Mängel des Lokpersonals als Ursache der Signalmissachtung. In der Annäherung an den Bahnhof Genthin traf der D 180 dann auf das noch für den D 10 auf Fahrt stehende Einfahrt- und Ausfahrtvorsignal.
Durch die Blockstelle alarmiert wurde im Bahnhof Genthin versucht, den D 180 per Notsignal (rot leuchtende Handlampe) zu stoppen.
Aufgrund unglücklicher Umstände bezog der Lokführer des vorausfahrenden D 10 dieses Nothaltsignal auf sich, leitete eine Schnellbremsung ein und brachte damit seinen Zug im Bereich des Bahnhofs Genthin zum Stehen. So fuhr D 180 gegen 0:55 Uhr mit etwa 100 km/h auf den im Bahnhofsbereich stehenden D 10 auf, wobei die Waggons zum Teil ineinander geschoben wurden. Laut Statistik der Deutschen Reichsbahn waren 186 Tote und 106 Verletzte zu beklagen. Die Gemeinde Genthin gibt 278 Tote und 453 Verletzte an.[13]

Markdorf/Kluftern (Deutschland) Frontal-Zusammenstoß
Am gleichen Tag, dem 22. Dezember 1939, kam es zu einem weiteren schweren Eisenbahnunglück. Bei dichtem Nebel nachts um 22:19 Uhr stießen ein voll beladener Güterzug und ein gut besetzter Personenzug frontal und ungebremst auf der eingleisigen Bodenseegürtelbahn entlang des Nordufers des Bodensees in Lipbach zwischen Markdorf und Kluftern zusammen. 106 Menschen starben in den Trümmern, weitere 9 noch vor Ort an den Folgen. Im Personenzug, einem Bedarfszug aus Oberstdorf, saßen Einwohner aus Weil am Rhein und Umgebung, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ins Allgäu evakuiert worden waren und sich nun kurz vor Weihnachten auf die Rückkehr in die Heimat freuten. Die Fahrdienstleiter in Markdorf und Kluftern hatten beide die Signale auf freie Durchfahrt gestellt. Die Züge hätten planmäßig in Markdorf kreuzen sollen, aufgrund von Nichteinhalten der Vorschriften hatte der Fahrdienstleiter jedoch dem Güterzug freie Fahrt erteilt.


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#77

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 11.02.2010 15:56
von Bergmensch (gelöscht)
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Zugunglück von Langenweddingen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Blick auf die Unglücksstelle

Beim Zugunglück von Langenweddingen am 6. Juli 1967 stieß auf der Bahnstrecke Magdeburg–Thale ein Doppelstockzug der Deutschen Reichsbahn in der Nähe der bei Magdeburg gelegenen Ortschaft Langenweddingen an einem Bahnübergang der damaligen Fernverkehrsstraße 81 mit einem Tanklastwagen zusammen, der infolge der Kollision explodierte. Mit einer Zahl von offiziell 94 Todesopfern gilt dieses Unglück als das schwerwiegendste in der Nachkriegsgeschichte der Deutschen Reichsbahn und in der Bahngeschichte der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) sowie als einer der folgenschwersten Gefahrgutunfälle in der deutschen Geschichte.




Der ausgebrannte Unglückszug

Als Auslöser des Unglücks gilt ein damals über den Schranken hängendes Telefonkabel der Deutschen Post, das sich durch die jahreszeitlich bedingte Hitze stark ausgedehnt hatte und so das vollständige Schließen der Schranke am betreffenden Bahnübergang behinderte. Der Schrankenwärter öffnete daraufhin kurz vor Durchfahrt des Zuges die Schranke, die sich am Kabel verfangen hatte, um sie durch das erneute Öffnen vom Kabel zu lösen. Er unterließ es allerdings, das Signal für den herannahenden Personenzug P852, der sich mit rund 540 Reisenden auf der Fahrt von Magdeburg nach Thale befand, auf Halt zu stellen.

Der Fahrer eines vor dem Bahnübergang wartenden Minol-Tanklastzuges nahm fälschlicherweise ein ordnungsgemäßes Öffnen der Schranke und damit die Freigabe des Übergangs an. Beim Befahren der Gleise kam es dann kurz nach 8:00 Uhr zum Zusammenstoß des Tanklastwagens mit dem Personenzug. Der Steuerwagen des Zuges erfasste dabei den Lastwagen mit dem rechten Puffer und riss das Fahrzeug mit. In der Folge wurde der mit etwa 15.000 Litern Leichtbenzin gefüllte LKW gegen den Zug geschleudert. Der Tank platzte und der Inhalt verteilte sich hauptsächlich über die ersten beiden Doppelstockwagen des Zuges und auf das Bahnhofsgelände. Das auslaufende Benzin wurde wahrscheinlich durch Dampf, der aus durch den Zusammenstoß beschädigten Dampfleitungen der Lok austrat, zusätzlich zerstäubt. Es kam zu einer Explosion. Bei dem nachfolgenden Brand wurden auch das Haupt- und einige Nebengebäude des Bahnhofs Langenweddingen zerstört.
Die geräumte Unfallstelle einen Tag nach dem Unglück

Die Feuerwehr aus Magdeburg traf um 8:32 Uhr ein. Bereits um 8:47 Uhr waren die Löscharbeiten im Wesentlichen beendet. Eine durch das Feuer entstandene Hitzewand mit Temperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius verhinderte jedoch zum großen Teil das Vordringen der Rettungskräfte zu den in dem Zug eingeschlossenen Opfern. Die Waggons konnten nur mit Schutzkleidung betreten werden. Der LKW-Fahrer, der nur leichte Verbrennungen erlitt, starb an den Folgen des Zusammenstoßes. Die Lok-Besatzung wurde ebenfalls verletzt, überlebte aber das Unglück.

Die Zahl der Todesopfer wurde von den Behörden mit 94 angegeben, davon 44 Schulkinder, die sich am Ferienbeginn auf dem Weg von Magdeburg in ein Ferienlager im Harz befanden. 77 Opfer starben bereits am Unfallort, ihre Zahl erhöhte sich in den Tagen nach dem Unglück, weil weitere der 54 Schwer- und Schwerstverletzten ihren Verletzungen erlagen. Einige damals beteiligte Rettungskräfte bezweifelten die offiziellen Angaben zu den Todesopfern und schätzten die Zahl der Opfer auf bis zu 140. Zu den Opfern zählte auch der Lehrer Werner Moritz, Direktor einer Polytechnischen Oberschule (POS) in Rogätz nahe der Stadt Burg (bei Magdeburg), der zwölf Schülern das Leben rettete. Dabei zog er sich schwere Verbrennungen zu, denen er später im Krankenhaus erlag.
Folgen
Trauerfeier und Beerdigung der Opfer, 11. Juli 1967

Der Schrankenwärter und der Bahnhofsvorsteher als dessen Vorgesetzter wurden zu einer Freiheitsstrafe von je fünf Jahren verurteilt. Bereits etwa sechs Monate nach dem Unglück wurde am 28. Dezember 1967 eine neue Transportordnung für gefährliche Güter (TOG) verkündet, die am 1. März 1968 in Kraft trat. Die Schließzeiten für Bahnschranken wurden in der gesamten DDR deutlich ausgedehnt, Busse und Gefahrguttransporter mussten darüber hinaus auch bei geöffneten Schranken vor dem Überqueren der Gleise anhalten.

Die POS in Rogätz, gegenwärtig eine Grundschule, erhielt ebenso wie der Ortsverein Rogätz des Deutschen Roten Kreuzes den Namen des Lehrers Werner Moritz, der ebenso wie ein weiterer bei den Rettungsarbeiten ums Leben gekommener Helfer postum mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet wurde.

Auf dem Magdeburger Westfriedhof, auf dem am 11. Juli 1967 eine Trauerfeier stattfand, befindet sich eine Gedenkstätte für die Opfer des Zugunglücks.


zuletzt bearbeitet 11.02.2010 18:55 | nach oben springen

#78

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 11.02.2010 15:56
von karl143 (gelöscht)
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Wer mal die ganze Geschichte lesen will:

http://home.cablesurf.de/h.sack/page1.htm

Liest sich wie ein Roman, ist aber schlimme Wirklichkeit. Da kann man echt von einer Verkettung von unglücklichen Umständen sprechen.


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#79

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 11.02.2010 15:58
von Bergmensch (gelöscht)
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Danke Karl,
eher für die anderen bin mit der gesammten Materie einigermaßen vertraut.


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#80

RE: Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 11.02.2010 16:21
von karl143 (gelöscht)
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@ Bergmensch,
davon bin ich auch ausgegangen.
Hier noch ein Link zu Langenweddingen: http://www.kondero.de/langenweddingen/1967.htm


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