#41

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.09.2009 20:19
von Alter_Fritz (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von Alter_Fritz
[quote="GilbertWolzow"][quote="Alter_Fritz"]und er war einer von den treuesten und besten.


<blockquote><font size="1">Zitat von Feliks D.



Bilde ich mir das ein oder schwingt da ein negativer Unterton mit? Kann mich ja auch täuschen...



nur mal ne frage an dich : warst du beim mfs? wenn ja dann könnte ich deine ausführungen glatt verstehen.
Räuberroman??? Falls es dich interessiert-- es ist eine Lebensgeschichte, meine eigene-- Du musst sie nicht lesen--wirklich nicht. andere wiederum interessieren sich sehr dafür.
sei nett, mehr brauchste nicht zu tun
jens


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#42

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 29.09.2009 20:26
von Alter_Fritz (gelöscht)
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Zitat von sentry

Zitat von Alter_Fritz
da ging es auch nicht frontal zu ,sondern tatsächlich seitwärts. deine unkenntnis resultiert sicherlich daraus, dass du nicht mit den örtlichen verhältnissen in babelsberg vertraut warst.




Dein letzter Satz ist leicht anmaßend. Hier sind eine Menge Leute, die ein bisschen mehr als Unkenntnis mitbringen. Für einen gestandenen Mann, der offensichtlich viel erlebt hat, bringst Du erstaunlich viele Vorurteile ein.




Ich habe nur Dich auf dieunkenntnis bezüglich der Babelsberger Sperre hingewiesen.
somit habe ich auch keine Vorurteile. Ich kannte Eure Sperranlagen nicht und hatte daher nur die Absicht dich allein zu korrigieren wegen eines "Rammbocks" am Eingang zu meinem Wohngebiet. Mehr nicht. Ich hoffe du schlägst nicht die gleichen töne an wie manch einer hier im Forum.


zuletzt bearbeitet 29.09.2009 20:27 | nach oben springen

#43

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 07:44
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von Alter_Fritz
Ich hoffe du schlägst nicht die gleichen töne an wie manch einer hier im Forum.



Im Moment bist es eher Du der ähniche Töne anschlägt, selbst wenn Deine zum Teil aus einer anderen Richtung kommen.
Ich bin fern ab davon das olle DDR-System zu verteidigen. Ich versuche lediglich ein bisschen objektives Wisssen hinzuzugewinnen.
Bei Dir war mir eben unklar, wie dieser Hass(?) mit Deinem öffentlich gemachten Lebenslauf zusammenpasst.

In Antwort auf:
PKE stelle ich in die Reihe eines ehemaligen Grenztruppenkommandeurs. der nämlich gab in einem interview klar zu verstehen: Ich hätte auf jedenfall geschossen!!



Ob Du damit richtig liegst, kann ich nicht bewerten. Aber das so zu schreiben, als jemand der selbst zehn Jahre bei den Grenztruppen der DDR diente, ist schon eine gute Steilvorlage für eine Diskussion, oder?
Du wirst nicht müde, (glaubhaft) zu erklären, wie sich Deine Meinung zu System und Grenze verändert hat. Aber wie man mit dieser Haltung so lange bei den bewaffneten Organen der DDR aushalten konnte, erschließt sich eben noch nicht so ganz.
Der Verweis auf "wirtschaftliche Gründe" kommt da irgendwie ärmlich 'rüber.


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#44

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 07:54
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von sentry

Zitat von Alter_Fritz
Ich hoffe du schlägst nicht die gleichen töne an wie manch einer hier im Forum.



Im Moment bist es eher Du der ähniche Töne anschlägt, selbst wenn Deine zum Teil aus einer anderen Richtung kommen.
Ich bin fern ab davon das olle DDR-System zu verteidigen. Ich versuche lediglich ein bisschen objektives Wisssen hinzuzugewinnen.
Bei Dir war mir eben unklar, wie dieser Hass(?) mit Deinem öffentlich gemachten Lebenslauf zusammenpasst.

In Antwort auf:
PKE stelle ich in die Reihe eines ehemaligen Grenztruppenkommandeurs. der nämlich gab in einem interview klar zu verstehen: Ich hätte auf jedenfall geschossen!!



Ob Du damit richtig liegst, kann ich nicht bewerten. Aber das so zu schreiben, als jemand der selbst zehn Jahre bei den Grenztruppen der DDR diente, ist schon eine gute Steilvorlage für eine Diskussion, oder?
Du wirst nicht müde, (glaubhaft) zu erklären, wie sich Deine Meinung zu System und Grenze verändert hat. Aber wie man mit dieser Haltung so lange bei den bewaffneten Organen der DDR aushalten konnte, erschließt sich eben noch nicht so ganz.
Der Verweis auf "wirtschaftliche Gründe" kommt da irgendwie ärmlich 'rüber.





Vor allem macht es dich besser als die, über die du jetzt so schimpfst? Macht es einen Unterschied ob mann das System stützt, so wie du aus wirtschaftlichen Gründen, oder wie wir aus Überzeugung?

Nein da schätze ich deinen Charakter eher noch als verdorbener ein, wenn ich doch schon der Meinung bin es ist falsch, aber für Geld mache ich trotzdem mit.
Da habe ich vor jedem 100%igen mehr Achtung.



Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 30.09.2009 07:54 | nach oben springen

#45

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 09:30
von Alter_Fritz (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
[quote="sentry"][quote="Alter_Fritz"]Ich hoffe du schlägst nicht die gleichen töne an wie manch einer hier im Forum.


Der Verweis auf "wirtschaftliche Gründe" kommt da irgendwie ärmlich 'rüber.

Da schrieb neulich jemand im Forum er hätte seine Lehre nach eineinhalb Jahren abgebrochen um sich für zehn Jahre zu verpflichten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er dies wegen seiner überzeugung getan hat. Genauso ist es heute,wenn ich junge Leute frage warum sie zur bundeswehr wollen.
Niemand von meinen Befragten sprach von einer politischen Notwendigkeit, noch von einer Überzeugung. Es waren rein wirtschaftliche Beweggründe. Wo kann man sein Geld besser verdienen als bei der bundeswehr"?
Ich war Büroleiter im Regiment und nicht in das System der Grenzsicherung eingebunden. Das allein war entscheidend, dass ich es zehn Jahre lang "ausgehalten" habe.
Ja richtig! Ich, wie auch meine Familie habe meine eigenen Erfahrungen mit der "Firma" gemacht und reagiere deshalb sehr allergisch auf ewig "Unverbesserliche ewig Gestrige und Uneinsichtige".

Felix Dzerschinski. Da kamen nur die unter die dem Staat treu ergeben waren. Ich nehme an du hast in diesem Regiment gedient. Die sogenannte Kaderschmiede des MfS. Fast könnte man meinen, du warst einer von diesen Kadern. Deine verbissenen Rechtfertigungen und die der anderem im Sammelbecken vieler Gleichgesinnter lässt nun mal keinen anderen Schluss zu.

Bei Dir war mir eben unklar, wie dieser Hass(?) mit Deinem öffentlich gemachten Lebenslauf zusammenpasst.
Du kannst es nicht wissen, weil Du mein Buch noch nicht gelesen hast. Da nämlich wirst Du manche Antwort auf Deine Fragen finden.

Nein da schätze ich deinen Charakter eher noch als verdorbener ein, wenn ich doch schon der Meinung bin es ist falsch, aber für Geld mache ich trotzdem mit.
Da habe ich vor jedem 100%igen mehr Achtung.


Viel verdorbener schätze ich Dein Charakter ein. Was sind das für Überzeugungen einen Staat gedient zu haben der seine eigenen Leute verarscht und bespitzelt hat.

Übrigens : Damit ist das Thema ifür mich erledigt.Erwarte bitte keine Antworten mehr von mir.

Als Empfehlung an den Admin schlage ich vor, einen Raum für ehemalige MfS Angehörige zu schaffen um ihnen die Möglichkeit einzuräumen, dort ihren verloren gegangenen Träumen nachzuweinen.


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#46

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 09:40
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Na ja, ob wir uns streiten oder nicht das bringt auch nix, unsere Meinungen sind da zu sehr festgefahren und ein jeder von uns steckt in seiner Ecke.

Aber mag jeder neutrale Beobachter für sich entscheiden.


Mir gefällt bloß nicht wie du über Leute schimpfst, die damals dem System gedient haben weil sie überzeugt von der guten Sache waren, den Sozialismus aufzubauen und nach dem großen Krieg den Frieden zu sichern. Gerade wo du doch selber dem gleichen System gedient hast, obwohl du bereits damals den "verbrecherischen" Charakter erkannt haben willst. Aber trotzdem hast du mitgemacht, nicht einem guten Ideal wegen, sondern lediglich des Geldes wegen.

Da finde ich den der "sehenden Auges" nur wegen dem Geld einem "verbrecherischen" System dient schlimmer als einen der es damals im Glauben an eine gute Sache tat.

Wenn dieser eine "sehende" sich ejtzt hinstellt und sich als Opfer eben dieses Systems und des MfS verkauft, dann ist das für mich leider äußerst unredlich.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 30.09.2009 09:51 | nach oben springen

#47

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 09:52
von Alter_Fritz (gelöscht)
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Zitat von Angelo
Der hat da leider keine Zeit



Danke für die Bereitstellung des Raumes.
Tut mir leid,aber ich habe tatsächlich den Eindruck dass sich hier Leute versammeln, die scheinbar noch nichts begriffen haben. Es fiel mir leicht herauszufiltern wer von meinen Schreibpartnern dem MFS treu ergeben war. Hat dies etwas mit "Unterwanderung" eines Forums zu tun.
Kein Wort des Bedauerns,keine Einsichtigkeit. Wie sagt man so schön: Getroffene Hunde bellen!!!
Das ist auch der Grund, weshalb ich mich an keine weiteren Diskussionen beteiligen werde.
Mich im Hintergrund und keine Beiträge zu halten bedeutet aber auch, dass meine Mitgliedschaft verliere.
Ich werde Dich informieren wenn das Buch freigegeben wird.
Alles Gute Angelo
Grus Jens


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#48

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 10:06
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nun den Schritt überlege dir nochmal Fritz....

...bedenke das es auch Menschen gegeben hat die aus ihrem Leben in der DDR nur positive Sachen mitgenommen haben. Der einfache Arbeiter z.B. der sich keine Sorgen um seinen Job machen mußte, politisch nicht aufgefallen ist und einfach sein beschauliches privates Leben gelebt hat. Von Menschen die dem Staat aktiv gedient haben (MfS, VoPo, Partei etc.) rede ich dabei noch gar nicht.
Diese haben eine ganz andere Sicht auf die DDR und vieles was damit zusammenhängt und vertreten diese natürlich auch hier.


Dieses Forum lebt davon, dass Leute wie du und ich die komplett andere Lebensläufe und daher auch Ansichten über die DDR haben, miteinander reden, diskutieren und natürlich auch streiten.

Wir werden auch nie beide Freunde im Geiste werden und auch nur äußerst selten mal die gleiche Meinung haben. Aber genau dieses macht das Forum doch für die Besucher und junge Leute so interessant, beide Seiten zu hören und über ihr Leben und ihre Ansichten zu lesen um dann für sich die Schlüsse zu ziehen. Wie langweilig wäre es doch und wie überflüssig das Forum wenn wir jetzt alle deiner Meinung wären. Dann könnten wir morgen "zu machen", da wir ja eh alle der selben Meinung sind und nicht weiter diskutieren brauchen.

Von daher überdenke deine Entscheidung doch nochmal, ob du nicht doch hier bleiben willst und auch gegen Widerstände deine Meinung vertreten und auch verbreiten willst.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#49

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 13:13
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von Alter_Fritz

Bei Dir war mir eben unklar, wie dieser Hass(?) mit Deinem öffentlich gemachten Lebenslauf zusammenpasst.
Du kannst es nicht wissen, weil Du mein Buch noch nicht gelesen hast. Da nämlich wirst Du manche Antwort auf Deine Fragen finden.



Mit dieser Diskussionsführung sind hier administrativ schon andere abgeblitzt, unter anderem auch der von Dir so gescholtene HDB.
Wenn Du jede tiefer gehende Diskusssion mit einer Werbung für Dein Buch abweist, wird es keinem wirklich leid tun, wenn Du das Forum wieder verlässt...mal abgesehen davon, dass Du das gar nicht nötig hast, weil Dein Buch ohnehin international sehnsüchtig erwartet wird.

Ich kann's nur noch 'mal wiederholen: Ich bin fernab davon, das DDR-System zu lieben. Es fällt mir auch nicht schwer, als ehemaliger Grenzsoldat meine Einstellung oder meinen Sinneswandel zu erklären.
Aber die Art und Weise, wie Du hier über andere herziehst, ist einer Diskussion nicht förderlich.
Tatsächlich scheinst Du nicht einmal mehr in der Lage zu sein "Freund und Feind" auseinanderzuhalten.
Das erinnert mich an die hier geschilderten Begebenheiten mit Herrn Knabe: Wer kritisch hinterfragt, manchmal auch ganz einfach nur fragt, gerät schon in die Feindecke, weil er in den Stasi-Diktatur-Singsang nicht mechanisch einfällt.

Wir Erdenbürger mögen es ganz einfach nicht, wenn uns irgend jemand Fremder erzählt, wie wir sind, wie wir waren, wie wir gelebt haben, was wir denken und was wir dachten.


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#50

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 13:46
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Na ja, ob wir uns streiten oder nicht das bringt auch nix, unsere Meinungen sind da zu sehr festgefahren und ein jeder von uns steckt in seiner Ecke.

Aber mag jeder neutrale Beobachter für sich entscheiden.


Mir gefällt bloß nicht wie du über Leute schimpfst, die damals dem System gedient haben weil sie überzeugt von der guten Sache waren, den Sozialismus aufzubauen und nach dem großen Krieg den Frieden zu sichern. Gerade wo du doch selber dem gleichen System gedient hast, obwohl du bereits damals den "verbrecherischen" Charakter erkannt haben willst. Aber trotzdem hast du mitgemacht, nicht einem guten Ideal wegen, sondern lediglich des Geldes wegen.

Da finde ich den der "sehenden Auges" nur wegen dem Geld einem "verbrecherischen" System dient schlimmer als einen der es damals im Glauben an eine gute Sache tat.

Wenn dieser eine "sehende" sich ejtzt hinstellt und sich als Opfer eben dieses Systems und des MfS verkauft, dann ist das für mich leider äußerst unredlich.



..............................................................................................

Hallo Feliks. D!!!


Wenn Du der Ansicht bist, daß es es zu diesem Thema "Neutrale Beobachter" geben wird, welche Deinen, meiner Meinung nach, schlimmen Vorstellungen auch noch ihren "Segen" geben werden, oder sollen, so zeigt das nur (wieder nur meiner Meinung nach)die Richtigkeit dessen an, daß man Leuten wie Dir auch in Zukunft genau auf die Finger schauen sollte und sie zumindestens nicht in verantwortungsvolle Positionen, z.B. Lehrer, reinlassen muß, in denen Sie ihre "Schandtaten" von damals als richtig hinstellen würden, bzw. könnten!
Hier im Forum wirst Du mit Sicherheit diese "neutralen" Beobachter nicht finden und hier kannst Du auch keinen Unsinn verzapfen, denn Gott sei Dank, gibt es hier nicht nur Leute die die gleiche Meinung vertreten wie Du. Wenn Du all die, welche Ihres persönlichen Vorteils wegen in der DDR, egal wo auch immer sie ihren Dienst verrichtet hatten, in die moralisch schlechtere Ecke stellen möchtest, dann fang mal gleich bei denen von Euch an, die auch Heute noch sagen, was Ihnen die DDR alles ermöglicht hatte, wie Studium, gesellschaftliches Ansehen und dabei vergessen, daß sie von der Mehrheit der Bevölkerung nicht geliebt wurden.
Auch wenn der alte Fritz seinen "Sinneswandel" erst relativ spät und aus Deiner Sicht nicht nachvollziehbar öffentlich macht, ist er mir damit hundertmal lieber, als die, welche heute noch die gleichen Phrasen dreschen, wie es in der DDR opportun und von der Obrigkeit gewünscht war und die mitgeholfen haben ein ganzes Volk zu unterdrücken. Übrigens, hätte er schon zu DDR-Zeiten diese, seine heutige Sicht, nur ein kleines bischen angedeutet, hättest Du und Deine überzeugten Mitstreiter wahrscheinlich schon dafür gesorgt, daß ihm nichts Gutes widerfuhr. Für mich ist das Wichtigste, daß er, der Alte Fritz, beim Namen nennt was war, seine Motive dagegen zweitrangig. Ich werde mir sein Buch kaufen.
Schönen Gruß aus Kassel


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#51

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 13:57
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

deswegen sag ich in solchen themen nichts mehr.irgendwer versteht immer alles falsch


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#52

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 14:20
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS

Wenn du mal ein gutes Buch lesen willst


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#53

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 14:40
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS

Wenn du mal ein gutes Buch lesen willst




ist das von dir?


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#54

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 14:44
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nein von Generalmajor Opitz, recht interessant und vor allem nicht voller inhaltlicher Fehler wie so viele andere Sachbücher.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#55

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 14:48
von Musiker12 | 822 Beiträge

Zitat von wosch

Zitat von Feliks D.
Na ja, ob wir uns streiten oder nicht das bringt auch nix, unsere Meinungen sind da zu sehr festgefahren und ein jeder von uns steckt in seiner Ecke.

Aber mag jeder neutrale Beobachter für sich entscheiden.


Mir gefällt bloß nicht wie du über Leute schimpfst, die damals dem System gedient haben weil sie überzeugt von der guten Sache waren, den Sozialismus aufzubauen und nach dem großen Krieg den Frieden zu sichern. Gerade wo du doch selber dem gleichen System gedient hast, obwohl du bereits damals den "verbrecherischen" Charakter erkannt haben willst. Aber trotzdem hast du mitgemacht, nicht einem guten Ideal wegen, sondern lediglich des Geldes wegen.

Da finde ich den der "sehenden Auges" nur wegen dem Geld einem "verbrecherischen" System dient schlimmer als einen der es damals im Glauben an eine gute Sache tat.

Wenn dieser eine "sehende" sich ejtzt hinstellt und sich als Opfer eben dieses Systems und des MfS verkauft, dann ist das für mich leider äußerst unredlich.



..............................................................................................

Hallo Feliks. D!!!


Wenn Du der Ansicht bist, daß es es zu diesem Thema "Neutrale Beobachter" geben wird, welche Deinen, meiner Meinung nach, schlimmen Vorstellungen auch noch ihren "Segen" geben werden, oder sollen, so zeigt das nur (wieder nur meiner Meinung nach)die Richtigkeit dessen an, daß man Leuten wie Dir auch in Zukunft genau auf die Finger schauen sollte und sie zumindestens nicht in verantwortungsvolle Positionen, z.B. Lehrer, reinlassen muß, in denen Sie ihre "Schandtaten" von damals als richtig hinstellen würden, bzw. könnten!
Hier im Forum wirst Du mit Sicherheit diese "neutralen" Beobachter nicht finden und hier kannst Du auch keinen Unsinn verzapfen, denn Gott sei Dank, gibt es hier nicht nur Leute die die gleiche Meinung vertreten wie Du. Wenn Du all die, welche Ihres persönlichen Vorteils wegen in der DDR, egal wo auch immer sie ihren Dienst verrichtet hatten, in die moralisch schlechtere Ecke stellen möchtest, dann fang mal gleich bei denen von Euch an, die auch Heute noch sagen, was Ihnen die DDR alles ermöglicht hatte, wie Studium, gesellschaftliches Ansehen und dabei vergessen, daß sie von der Mehrheit der Bevölkerung nicht geliebt wurden.
Auch wenn der alte Fritz seinen "Sinneswandel" erst relativ spät und aus Deiner Sicht nicht nachvollziehbar öffentlich macht, ist er mir damit hundertmal lieber, als die, welche heute noch die gleichen Phrasen dreschen, wie es in der DDR opportun und von der Obrigkeit gewünscht war und die mitgeholfen haben ein ganzes Volk zu unterdrücken. Übrigens, hätte er schon zu DDR-Zeiten diese, seine heutige Sicht, nur ein kleines bischen angedeutet, hättest Du und Deine überzeugten Mitstreiter wahrscheinlich schon dafür gesorgt, daß ihm nichts Gutes widerfuhr. Für mich ist das Wichtigste, daß er, der Alte Fritz, beim Namen nennt was war, seine Motive dagegen zweitrangig. Ich werde mir sein Buch kaufen.
Schönen Gruß aus Kassel




So ganz kann ich mich hier jetzt nicht mehr zurück halten. Also Wosch, Deinen Ausführungen nach zu urteilen muss man, ich zitiere: ... genau auf die Finger schauen sollte und sie zumindestens nicht in verantwortungsvolle Positionen, z.B. Lehrer, reinlassen muß, in denen Sie ihre "Schandtaten" von damals als richtig hinstellen würden, bzw. könnten! Zitat Ende.
Welche Meinung darf man denn als z.B. Lehrer haben? Keine oder eine angepasste? Darf man einer Partei angehören und wenn ja welcher (dazu fällt Dir bestimmt was ein ?

Für mich stellt sich natürlich auch die Frage wer ist denn aufrichtiger. Der, der zu seiner Vergangenheit steht oder der Wendehals, der sich sagen wir mal anpasst. Natürlich stellt jeder mal irgendwann fest, dass er Fehler gemacht hat in seinem Leben, egal in welcher Hinsicht. Nur kann ich nicht nachvollziehen wieso es von Leuten die etwas aus Überzeugung gemacht haben erwartet oder gar verlangt wird. Es ist schon sehr auffällig, dass die Meinung der Überzeugten grundsätzlich als falsch hingestellt wird und die Gegner der DDR sich immer im Recht fühlen. Im Nachhinein kann sich jeder drehen und behaupten, dass er nie daran geglaubt habe. Woher will ich aber wissen, ob diese Aussage der Wahrheit entspricht oder diese eben nur angepasst an die Meinung anderer ist um nicht dumm dazustehen oder sich einen Vorteil zu verschaffen. Für diese Wendehalsmentalität gibt es genung Beispiele die hier zu nennen den Rahmen sprengen würde.

Die Beiträge des Teilnehmers "Alter Fritz" habe ich recht aufmerksam gelesen. Meiner Meinung nach ist es ein einziger Werbefeldzug für sein Buch und er findet natürlich bei den Gegnern der DDR hier auch potentielle Käufer obschon er dies ja lt. seiner Darstellung garnicht nötig hat wenn sein Buch voller sehnsucht erwartet wird.



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#56

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 14:50
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

@ Pitti

Hast mal ne kurze Zusammenfassung zu dem Buch


In Antwort auf:
Tatsachenberichte aus der Normannenstraße

Die Sicherheitsnadeln der DDR: Ehemalige Generale und Offiziere des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit nehmen Stellung zur Abwehrarbeit

Peter Rau

Allen Anfeindungen und aller politischen und strafrechtlichen Verfolgung zum Trotz verstecken sie sich nicht: ehemalige Generale und hochrangige Offiziere des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit. Für Aufsehen sorgte ihr im Frühjahr veröffentlichter Rapport in eigener Sache, das zweibändige Buch über »Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS«, mit dem einige von ihnen am Sonnabend auf dem traditionellen Solidaritätsbasar der Berliner Journalisten im jW-Cafe zu Gast sein werden. Schon die erste öffentliche Präsentation ihres gewichtigen Kompendiums im Frühjahr in Berlin geriet - wenigstens einigen anwesenden Berichterstattern zufolge - fast zum Eklat, weil einige Bürgermedien nicht auf die von ihnen aufgebau(sch)ten und darum liebgewordenen Feindbilder zu verzichten gedachten. Um nicht über Inhalte berichten zu müssen, brachten sie gegen die kompetenten Zeitzeugen in Sachen Sicherheit lieber ihre eigenen Zeitzeugen in Stellung, um hernach titeln zu können: »Sicher ist sicher - wer widerspricht, wird aus dem Saal geworfen« (Berliner Zeitung), »Ganz öffentlich: Stasi wieder handgreiflich« (B.Z.), »Die Wahrheit wird vor die Tür gesetzt« (Mitteldeutsche Zeitung). Damit war man offenbar der Pflicht enthoben, auch nur ansatzweise auf das gebündelte Insiderwissen zwischen den vier Buchdeckeln einzugehen. Statt dessen mokierte man sich über »Versatzstücke einer absurden Inszenierung« oder »einschläfernde Endlossätze« und »hölzerne Formulierungen«, mit denen die Autoren aus den verschiedenen Führungsetagen des Mielke-Ministeriums lediglich »ihre Firma ins rechte Licht rücken« wollten (Tagesspiegel). Zeitungen wie Welt und Bild hatten ihr Urteil - »Unverschämtheit« - schon abgegeben, noch bevor das Buch überhaupt erschienen war, und »Berlins größte Zeitung« verstieg sich gar zum Ruf nach dem Staatsanwalt und einem Gesetz gegen die »Weißwäscher« vom »VEB Horch & Greif« respektive »Mielkes Menschenschinder«.

Fakten statt Fiktionen

Die 20 Verfasser - durch die Bank diplomierte Juristen und Kriminalisten, Gesellschafts- bzw. Wirtschaftswissenschaftler - standen in der Hierarchie ihres Ministeriums weit oben. Neben den Mielke-Stellvertretern Gerhard Neiber und Wolfgang Schwanitz zählen zu den Autoren Leiter bzw. stellvertretende Leiter von Haupt- bzw. Abteilungen und Zentralen Arbeitsgruppen sowie Bezirksverwaltungen und der Rektor der Juristischen Hochschule. Ihre Dienstgrade reichen vom General- bis zum Oberstleutnant. Beide Bände umfassen insgesamt 1248 Seiten - »Kürze war noch nie unsere Stärke«, erklärte Oberst Reinhard Grimmer bei einer Buchvorstellung mit einem selbstironischen Seitenblick auf die hinterlassenen Aktenbestände, denen übrigens abschließend ein eigenes aufschlußreiches Kapitel gewidmet ist.

In insgesamt 18 unterschiedlich langen Beiträgen werden diverse Aspekte der Abwehrarbeit beleuchtet und vielfach im Detail dargestellt. Das liest sich in der Tat nicht immer leicht, zumal dort, wo es um grundsätzliche Aussagen zur Sicherheitspolitik der DDR oder die rechtlichen Grundlagen für die diversen Tätigkeitsfelder des Ministeriums geht. Hinzu kommen bei solcher Art »Rechenschaftslegung« zuweilen thematische Überschneidungen und demzufolge unnötige Wiederholungen, so daß sich manchmal der Eindruck aufdrängt, jeder der Autoren wollte hier nachträglich den Ruf des Ministeriums rechtfertigen, (schon) immer alles gewußt zu haben.

Die eigentliche Darstellung - vorangestellt sind ihr ein Plädoyer des letzten Innenministers der DDR, Peter-Michael Diestel, und ein Rückblick auf die Auflösung des MfS - beginnt mit einem umfangreichen Überblick über die Sicherheitspolitik der SED, die staatliche Sicherheit der DDR und deren Konsequenzen für das 1950 geschaffene Ministerium. In diesem Abschnitt, dem mit fast 200 Seiten längsten Kapitel der beiden Bände, finden sich viele Beispiele für die bis heute gerne kleingeredeten Versuche seit 1949, die DDR nicht nur nachrichtendienstlich zu bearbeiten, sondern sie zu unterwandern, zu destabilisieren und schließlich »zu befreien«, wie es Bundeskanzler Konrad Adenauer und Co. wiederholt gefordert haben. Oder auch die Direktive eines US-Geheimdienstdirektors: »In der Zone muß es bumsen, bumsen«, mit deren Ausführung sich die Akteure von einst noch heute brüsten. Daran anknüpfend werden »Hauptaufgaben und Methoden der Abwehr« sowie deren Diensteinheiten im allgemeinen und einzelne Abwehrbereiche im besonderen vorgestellt: von der Militärabwehr (Hauptabteilung I - HA I) über die Spionageabwehr (HA II) und die Funkelektronische Abwehr und Aufklärung (HA III) bis zur Terrorabwehr (HA XXII) und zur Hauptabteilung Personenschutz. Die gehörte mit 3820 Mitarbeitern neben der HA VI (Paßkontrolle, Transitverkehr) mit 7725 Angehörigen zu einem der am stärksten besetzten Bereiche. Die HA III zum Beispiel verfügte mit rund 4000 über nicht einmal soviel Personal wie allein die US-Abhörstation auf dem Westberliner Teufelsberg, auf dem 6000 Mann zugange waren.

Eigenständige Kapitel sind der Zusammenarbeit mit Inoffiziellen Mitarbeitern, Methoden der operativen Ermittlung und Beobachtung, den Untersuchungsorganen des Ministeriums und dem Untersuchungshaftvollzug gewidmet. Ausführlich beleuchtet werden die Tätigkeit der HA XVIII (Sicherung der Volkswirtschaft) sowie XX (Sicherung der politischen Grundlagen der DDR) mit insgesamt 1647 bzw. 1461 Mitarbeitern in der Zentrale und den Bezirksverwaltungen. »Gegen das Verlassen der DDR, gegen Menschenhandel und Bandenkriminalität (zur Verantwortung der Zentralen Koordinierungsgruppe)« sowie »MfS und Verteidigungszustand« und schließlich »Akten, Karteien und eine Behörde« sind weitere Themen.

Von wegen »flächendeckend«

Um nur einmal auf das letztgenannte Kapitel näher einzugehen: Prof. Willi Opitz, bis Dezember 1989 Rektor der Juristischen Hochschule des MfS in Potsdam, setzt sich hier mit der von Politik und Medien gleichermaßen hervorgerufenen wie bedienten Fiktion der flächendeckenden Ausforschung der DDR-Bevölkerung auseinander. Genauer gesagt: Er nimmt sie auseinander. Genährt werde dieser Eindruck allein durch den Verweis auf die von der Gauck-Behörde vermessenen knapp 180000 laufenden Meter Schriftgut aus den verschiedenen Diensteinheiten des MfS. Laut Aktenverwalter Joachim Gauck seien sie »Ausdruck der ungeheuren Dimension der Überwachungstätigkeit des MfS«; seinem Sprecher zufolge enthielten diese »schrecklichen Berge von Akten« gar »ganz schöne Hügel von Leichen und ein ganzes Gebirge von Entbürgerlichten«: »In 180 km Akten seien Opfer in preußischer Manier der Nachwelt überlassen.«

Rein rechnerisch könnte das ja sogar aufgehen: 180 Kilometer Akten verteilt auf 17 Millionen DDR-Bürger - wären da nicht die zweifellos überquellenden Vorgangsakten zu einzelnen oppositionellen Regimegegnern oder den ins Visier genommenen Nicht-DDR-Bürgern.

Apropos Regimegegner: Analysen der HA XX geben die Stärke der von ihr beobachteten »organisierten politischen Opposition« bzw. Untergrundtätigkeit in den 80er Jahren mit »etwa 160 Zusammenschlüssen mit einem Gesamtpotential von ca. 2500 Personen« an. Daß es sich bei diesem Kreis, aus dem sich die sogenannten Bürgerrechtler rekrutierten, nicht nur um »Andersdenkende« handelte, sondern teilweise um Gegner der sozialistischen Gesellschaftsordnung, zu deren Observierung das MfS schon vom Gesetz her verpflichtet war, mußten selbst so ausgewiesene »Stasi«-Jäger wie Hubertus Knabe einräumen. »Gerade die führenden Akteure der friedlichen Revolution ... haben aus ihrer Ablehnung der SED-Herrschaft nie einen Hehl gemacht«, bekundete der Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen im Jahr 2000. Bärbel Bohley etwa, eine der Galionsfiguren der »unabhängigen Friedensbewegung« in der DDR, bekannte so einmal in den 80er Jahren intern über ihren angeblichen Pazifismus, daß dies die einzig mögliche Form wäre, das Regime der DDR legal zu bekämpfen.

Doch zurück zu den Akten und der Mär von der »flächendeckenden Bespitzelung der DDR-Bevölkerung«. So verweist Opitz darauf, daß dieser Aktenbestand bis zum Jahr 2001 überhaupt erst zu rund 50 Prozent in der Berliner Zentralstelle bzw. in den Außenstellen zu 75 Prozent erschlossen war, Doch nicht allein daraus erklärt sich die Tatsache, daß die BStU-Behörde in einem Tätigkeitsbericht von 1999 darauf verweisen muß, daß nur jeder dritte Antragsteller auf Akteneinsicht überhaupt mit einer entsprechenden Akte »bedient« werden konnte. Wobei dann immer noch offen bliebe, so Opitz, »was in den vorhandenen Akten tatsächlich enthalten ist«.

Diese Feststellung hat durchaus ihre Berechtigung. Umso mehr, als der Jurist auch die verschiedenen Archivbestände auflistet bzw. in ihre Einzelteile zerlegt. Und zu dem Schluß kommt, daß »weit über 100 Kilometer der vermeintlichen 180 Kilometer Akten wahrlich keine >Opfer-Akten< sind«: Dazu zählt er einige Millionen Unterlagen und Beweisdokumente aus der Zeit des Faschismus - ein Aktenbestand von rund 11000 Metern. (In diesem Zusammenhang stellt Opitz den etwa 3000 BStU-Beschäftigten die in der Ludwigsburger Zentralstelle für die Aufklärung von NS-Verbrechen Tätigen gegenüber: Von den in den 60er Jahren rund 125 Mitarbeitern waren 30 Jahre später, 1994, noch 26 übriggeblieben). Teil der sogenannten Opferakten-Bestände sind zudem gleichermaßen die Unterlagen der ausschließlich administrativ tätigen Diensteinheiten wie Rückwärtige (bis hin zu Speiseplänen von Kantinen) oder Medizinische Dienste und mehr noch die Personalakten aller jemals im Ministerium, den Bezirksverwaltungen und Kreisdienststellen hauptamtlich Tätigen, der Angehörigen des Wachregiments wie der Zivilbeschäftigten. Weiter genannt werden »ca. 50 000 Akten über Objekte und Personen gegnerischer Geheimdienste und anderer gegen die DDR tätig gewesener Zentralen und Einrichtungen« sowie »eine beträchtliche Zahl von nachrichtendienstlich interessanten Personen aus der BRD und Westberlin sowie anderer Staaten, vorwiegend der NATO«, vor allem »Mitarbeiter von Geheimdiensten und Agentenzentralen« und »westliche Kontaktpartner von DDR-Institutionen in Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft« (wobei Opitz offenlassen muß, ob sich diese Akten noch im BStU-Gewahrsam oder bei den BRD-Geheimdiensten unter Verschluß befinden). Hinzu kommen schließlich auch Gerichtsakten und Unterlagen der Kriminalpolizei, deren Ermittlungen (etwa wegen Bandentätigkeit) die Arbeit des MfS tangiert haben.

Zum Beispiel die IM

Die Krone setzt die Gauck-/Birthler-Behörde ihrer Aktenkilometerzählerei jedoch mit dem Einrechnen von Unterlagen der Inoffiziellen Mitarbeiter oder erfolgten Sicherheitsüberprüfungen auf: Zu den IM-Akten gehörten Personalunterlagen wie Auskunftsberichte, Verpflichtungserklärungen und Arbeitsakten (Aufträge, Berichte, Treffberichte des Führunsgoffiziers), Beiakten über operative Dokumente und ähnliches. Sicherheitsüberprüfungen - sie machen im Archivbestand immerhin einige hunderttausend Karteikarten bzw. Akten aus - richteten sich dabei keineswegs gegen die betreffenden Personen. Vielmehr betrafen sie deren - in 99 Prozent der Fälle positiv beschiedene - Eignung für bestimmte Aufgaben, Funktionen, Befugnisse oder Vollmachten. Vorgänge, die übrigens auch in der BRD gang und gäbe sind, wenn man allein an die Überprüfungen im öffentlichen Dienst hinsichtlich der »Verfassungstreue« denkt. In diesem Zusammenhang verweist Opitz auf das vom Verfassungsschutz betriebene »Nachrichtendienstliche Informationssystem« (NADIS), in dem Daten von 18 Millionen Menschen gespeichert sein sollen.

Zahlen wie diese sind allerdings im deutschen Blätterwald nicht erwünscht. In den vorliegenden Rezensionen oder Berichten sucht man vergeblich danach oder findet statt dessen, wenn es hoch kommt, lediglich süffisante Anmerkungen wie diese in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über »Honeckers Präventivkrieger«: »Einige dilettantische und weitgehend folgenlose militante westliche Aktionen und Planungen der frühen fünfziger Jahre werden zu einer fortdauernden subversiven Bedrohung aufgebauscht.«

Überhaupt betrifft ein ebenfalls mit reichlich exaktem Zahlenmaterial bestücktes Feld der aktuellen, besser gesagt anhaltenden Verteufelung die Inoffiziellen Mitarbeiter, deren Zahlen gewissermaßen mit den vermeintlichen Aktenbergen korrespondieren. Von den horrenden IM-Angaben - »einige hunderttausend« bis »ein unüberschaubares Heer von IM« (so die Enquete-Kommission des Bundestages 1993) bis hin zu »ein bis zwei Millionen« - sind mittlerweile 109281 IM übriggeblieben, mit denen die Abwehreinheiten des MfS laut BStU Ende 1988 (1986: 112150) zusammengearbeitet haben. Das mehr oder weniger ausgeklügelte MfS-interne System ihrer Unterteilung bzw. Kategorisierung sowie die verbindlich in Dienstanweisungen fixierten Richtlinien für Anwerbung und Einsatz von IM sollte dabei nicht zu falschen Schlüssen führen. Selbst BStU-Direktor Hansjörg Geiger kam 1993 zu dem Schluß, daß von den zuletzt 109000 IM weniger als fünf Prozent zu operativen Vorgängen oder Personenkontrollen herangezogen worden waren. Doch für die beamteten wie die selbsternannten »Stasi«-Jäger werden selbst Sicherheitsbeauftragte wie Arbeitsschutzinspektoren zu Tätern, die »Auffassungen, die von der durch die Partei- und Staatsführung vorgegebenen Linie abwichen, aufklären oder verhindern sollten«, wie es David Gill und Ulrich Schröter schon 1991 in ihrer »Anatomie des Mielke-Imperiums« gewußt haben wollen.

Zieht man von der Gesamtzahl der IM jedoch jene Inoffiziellen oder geheimen Mitarbeiter ab, die als sogenannte IMS (S steht hier für Sicherheit) »Sicherheitsaufgaben im Staatsapparat, in der Volkswirtschaft, insbesondere in Kombinaten und Schwerpunktbetrieben, im militärischen Bereich, in Forschung und Entwicklung, auf dem speziellen Gebiet des Geheimnisschutzes und auch in gesellschaftlichen Organisationen« erfüllten und »insbesondere durch Feststellung und Aufklärung von wesentlichen Verletzungen der Gesetzlichkeit, der Vorschriften auf dem Gebiet von Sicherheit und Ordnung sowie durch Erkennen und Beseitigen begünstigender Bedingungen präventive Aufgaben« realisierten, wie Hardi Anders von der Bezirksverwaltung Dresden und Willi Opitz im entsprechenden Kapitel schreiben, so bleiben für die angeblich flächendeckende Ausforschung der DDR-Bürger nicht mehr viele IM übrig. Und von denen waren wiederum einige tausend, genau 3,6 Prozent der oben erwähnten 109281, auf den Feind angesetzt: IMB (B für Feindberührung/-verbindung) wurden vor allem eingesetzt zur Aufklärung der westlichen Geheimdienste und deren Vorgehen bei der Gewinnung von Spionen und Agenten, zur Identifizierung von Mitarbeitern feindlicher Zentralen wie zur Aufdeckung subversiver Tätigkeiten gegen die DDR. Daß dabei auch DDR-Bürger ins Visier gerieten, steht außer Frage; das heißt jedoch mitnichten, wie etwa Gill/Schröter folgern, »daß die IMB ... dem MfS solches Material zu liefern (hatten), aus dem sich Untersuchungsverfahren konstruieren ließen mit dem Ziel, Personen mit abweichenden politischen Auffassungen krimineller Delikte zu bezichtigen«. Es ging nicht in erster Linie um Aufdeckung oder Strafverfolgung abweichender politischer Auffassungen, sondern um gegen den Staat gerichtete Handlungen, die laut DDR-Verfassung ebenso unter Strafe standen, wie sie es laut Grundgesetz auch in der BRD sind.

Alles in allem finden sich in den beiden Bänden neben dem hier erwähnten Zahlenmaterial auch viele ins Detail gehende Schilderungen von Angriffen gegen den sozialistischen Alternativversuch auf deutschem Boden, mit denen die angesichts dessen erforderlichen »Sicherheitsnadeln« der DDR (so ein Teilnehmer der eingangs erwähnten Buchvorstellung) 40 Jahre lang konfrontiert waren. All diese Vorgänge und Fakten wären ausreichend für mehr als ein Dutzend Spionagethriller, die im Gegensatz zu den heute üblichen Bestsellern mit dem MfS angedichteten Verbrechen einen realen Hintergrund hätten und auf Tatsachen beruhen würden. Es waren Gründe wie diese, die den anerkannten westdeutschen Geheimdienstexperten Erich Schmidt-Eenbohm veranlaßten, die beiden Bände als »notwendiges Gegengewicht zu einer vorurteilsbeladenen MfS-Publizistik« und dem seit 1990 verbreiteten »Zerrbild von der Allmacht der Stasi« zu würdigen.

* Reinhard Grimmer, Werner Irmler, Willi Opitz, Wolfgang Schwanitz (Hg.): »Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS«. edition ost im Verlag Das Neue Berlin, 2002. Zwei Bände, 1248 Seiten, 54 Euro


Quelle: http://www.mfs-insider.de/Lit-gd/Rezjw.htm


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#57

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 18:45
von Drewitz | 356 Beiträge

Och -ich werde es auch lesen.Im Zusammenhang-und dann meine "Randglossen"hier zum besten geben. Versprochen.
Drewitz



Aber-äh-wie war doch das Thema des Freds?Der alte Fritz und seine Memos-oder...?


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


zuletzt bearbeitet 30.09.2009 18:46 | nach oben springen

#58

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 18:57
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

Zitat von Drewitz
Och -ich werde es auch lesen.Im Zusammenhang-und dann meine "Randglossen"hier zum besten geben. Versprochen.
Drewitz



Aber-äh-wie war doch das Thema des Freds?Der alte Fritz und seine Memos-oder...?




nee drewitz.guck mal nach oben.fritz nicht


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#59

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 18:58
von Drewitz | 356 Beiträge

MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#60

RE: Experten Vermittlung:Rundfunk Berlin-Brandenburg Sondersendung Glienicker Brücke

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 30.09.2009 19:51
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Nein von Generalmajor Opitz, recht interessant und vor allem nicht voller inhaltlicher Fehler wie so viele andere Sachbücher.


Oh, mann, Felix. Du bist aber auch ein Brueller . 'Die Sicherheit' nicht voller Fehler? Weiss nicht wie man da haette noch mehr fachliche und historische Fehler in 1200+ Seiten 'reinpressen koennen wie in dem 'Schwachbuch'. Was uebrig bleibt sind 1200 Seiten von Apologetismen und die Erinnerung, wie drab und langatmig die Aktuelle Kamera war.

Aber das hatten wir hier schon mal (ist manchmal wie bei der ARD mit euch 'Ehemaligen' immer diese Wiederholungen), musst nur mal die Suchfunktion betaetigen.

-Th


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