#141

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 08:34
von elster427 | 789 Beiträge

Guten morgen grenzgaengerin,
zu deiner Frage kann ich hier nur für die Abt. VI sprechen.
Wir hatten zwar Personalprobleme in den 80ern, aber es sind jedes Jahr neue
Mitarbeiter eingestellt worden.
Es wird wohl bei uns auch an der Eröffnung der neuen Güst Stolpe gelegen haben, für welche wir den
Hauptpersonalstamm ausgebildet haben.
Als ich 81 dort anfing , waren vier Diensteinheiten vorhanden , mit ca, 55 - 60 Mann (Frau) Stärke.
Der Personalbestand wurde dann soweit aufgestockt, das es möglich bzw. notwendig war einen 5. Zug aufzustellen.
Nach der Eröffnung der Güst Stolpe , Mitte der 80er , wurde dies beibehalten und die freien Planstellen
wieder durch Neueinstellungen aufgefüllt und das Vierschicht System weiter geführt. 1. Wo. Frühschicht-2. Wo. Verstärkungsschicht- 3. Wo. Spätsch.- 4. Wo Nachtsch. - 5. Wo Dienstfrei
Es wurden dann auch wieder Frauen zur Passkontrolle eingestellt um die Lücken auszufüllen.
Also wir waren nicht von einem Einstellungsstopp belegt.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
nach oben springen

#142

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 09:25
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Also was denn nun?

Auf der einen Seite wird man im Forum darauf hin gewiesen, dass man das Material der BStU nutzen soll.

Zitat von RUnger im Beitrag #107

Alles Andere kann man in den von mir genannten DA und RL sowie Ordnung nachlesen, soweit sie die BStU freigegeben hat.Zu r RL 1/68 bzw. Nachfolge RL1/79 wird man wenig finden oder hat jemand entsprechende Quellen?



Und wenn man es tut und zur Diskussion stellt

Zitat von seaman im Beitrag #140
Ja,
bin auch begeistert was die BSTU als Antworten so bereitstellt.
Antworten kann man immer bekommen,von Leuten mit Sachverstand oder von Leuten die bezahlt Unwahrheiten verbreiten .



Auf der einen Seite werden uns Dienstanweisungen und Richtlinien des MfS um die Ohren gehauen, auf die man sich beruft, auf der anderen Seite werden Studien mit detaillierten Quellen aus dem Bestand des MfS mit einem einzigen Satz verrissen?

Im übrigen ist die theoretische Aufarbeitung von Jens Gieseke Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit fast deckungsgleich mit den persönlichen Erfahrungen, die in zahlrichen Beiträgen in unterschiedlichen threads geschildert wurden. Und man kann dem interessierten Leser schon eine gewisse Intelligenz, einschließlich der emotionalen, zugestehen, dass er das Gelesene des wissenschaftlichen Mitarbeiters der BStU und der user hier im Forum einordnen kann.

LG von der grenzgaengerin

EDIT Tippfehler


ehem. Hu und Grenzverletzerin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.12.2013 09:39 | nach oben springen

#143

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 10:45
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von andyman im Beitrag #138
Zitat von passport im Beitrag #137
@andyman


interessant deine Einschätzung. Wer hat dich eigentlich überwacht ?

PS: Sicherungskompanien (Sik), da kannst du mal @Pitti53 fragen über deren Aufgabenstellung.


passport


@passport
Hallo.Zu deiner Frage,ich konnte den Überwachungs-und Kontrollmechanismen eine loyale und nicht DDR feindliche Einstellung vermitteln so das ich von einer speziellen Überwachung zB.durch IM`s,so weit mir bekannt ist,verschont geblieben bin,wenn gleich ich im Nachhinein erfahren mußte das es in meinem näheren Umfeld IM gegeben hat.(Schulzeit 10.Klasse,Lehrzeit,GWD-Stabskompanie26 GKM) die eine Überwachungsfunktion wahrgenommen haben,was zB.Berichte in Stasiakten belegen.LGandyman



@andyman

du warst bei den GT. Also wurde bei Dir, wie hier im Forum mehrmals beschrieben, die "Akte Grün" angelegt. Also, soweit alles normal.


passport


nach oben springen

#144

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 12:57
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #142
Also was denn nun?
Auf der einen Seite werden uns Dienstanweisungen und Richtlinien des MfS um die Ohren gehauen, auf die man sich beruft, auf der anderen Seite werden Studien mit detaillierten Quellen aus dem Bestand des MfS mit einem einzigen Satz verrissen?



Das ist eines der Probleme im Umgang mit der Vergangenheit. Wie es gerade benötigt wird. Das trifft aber ausdrücklich nicht für jeden hier Schreibenden zu. Ich sage es mal so: Die offiziellen Dokumente des MfS z. B. in Form von Dienstanweisungen und Befehlen sollten schon Grundlage zu einer sachlichen Disskussion sein, denn sie waren eben damals Grundlage unserer Arbeit und können heute nicht falsch gewesen sein. Bei Wertungen und Beurteilungen dieser Dokumente von heute kommt es natürlich auf den Wertenden an. Und da ist schon sehr viel Vorsicht walten zu lassen. Die Meinung der Herrschenden zählte nicht nur zu DDR-Zeiten, nein daran hat sich heute nichts geändert und das wird es auch nicht. Insofern bedarf es tatsächlich des intelligenten Lesers. Sonst finden die vielleicht in der Jahn-Behörde doch noch Dokumente, die belegen, dass das MfS Schuld am Untergang der Titanic hatte.

friedliche Grüße Andreas


Feliks D., SCORN, elster427, seaman, werner und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.12.2013 13:34 | nach oben springen

#145

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 13:24
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von ehem. Hu im Beitrag #144
Sonst finden die vielleicht in der Jahn-Behörde doch noch Dokumente, die belegen, dass das MfS Schuld am Untergang der Titanic hatte.


Würde nicht dieser Satz in Deinem Beitrag stehen, könnte ich dir vollumfänglich zustimmen.

Im übrigen geht es hier nicht um Schuld, sondern um ganz normale Verfahrensabläufe im Rahmen einer Einstellung und der Beginn einer Tätigkeit als hauptamtlicher Mitarbeiter beim MfS - zumindest zielten meine Fragen darauf ab.

Und wenn euch daran gelegen ist eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu schaffen, dann stellt die entsprechenden Dokumente hier rein. Und wenn es zum zigsten Mal ist. Nur so kann es, an dieser Stelle, in diesem Forum, in diesem thread, eine gemeinsame Basis für eine Diskussion geben. Die meisten hier waren eben nicht beim MfS und haben die Abläufe so verinnerlicht, dass sie stets abrufbar sind mit Angabe der entsprechenden Dienstanweisungen und Richtlinien.

LG von der grenzgaengerin


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#146

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 13:42
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Da habe ich jetzt gleich mehrfach Pech. Der von Dir nicht unterstützte Satz, da war ich so stolz drauf, na gut. Das mit der von Dir angesprochenen "Schuld" ist in diesem Zusammenhang falsch zu verstehen.

Es ist keine Ausrede: Eine Vorschrift des MfS (was auch immer der Inhalt war) kann ich heute nicht mehr sofort abrufen. Ich finde stets erstaunlich, wenn im Forum Originaldokumente zitiert werden können und freue mich ersthaft darüber. Bis auf ganz wenige Gesetztessammlungen von der JHS besitze ich auch nichts mehr.

friedliche Grüße Andreas


zuletzt bearbeitet 01.12.2013 13:43 | nach oben springen

#147

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 18:14
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von ehem. Hu im Beitrag #146
Ich finde stets erstaunlich, wenn im Forum Originaldokumente zitiert werden können und freue mich ersthaft darüber.


Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Denn so werden Erinnerungen geweckt. Und egal wie sie ein Außenstehender beurteilt, sie sind ein wichtiger Bestandteil des persönlichen Lebens.

Mir geht es manchmal ähnlich, wenn es um Erinnerungen aus der DDR - Zeit geht. Es fällt schwer es in Worte zu fassen. Denn egal wie man es beschreibt, es meldet sich aus irgendeiner Ecke jemand, der einem im besten Fall die andere Seite der Medaille vor die Nase hält.

Und da beginnt der Rechtfertigungsdruck, um nicht die persönlichen Erinnerungen, das einzige was einem manchmal bleibt, in den Schmutz ziehen zu lassen.

Alles nicht so einfach.

Aber um aufs Thema zurück zu kommen. Psychologisch scheint eine Einstellung beim MfS nicht anders abgelaufen zu sein, wie heute, wenn man seinen angeblichen Traumjob in greifbarer Nähe sieht. Gut, die Zugangsbedingungen waren anders. Aber die Botschaft - ja, wir wollen dich - ist für mich nachvollziehbar. Aber spätestens nach einem Jahr lernt man die Tiefen des Traumjobs kennen. Viel früher schon muss man sich an ein Team - Kollektiv - anpassen. Und die Frage mag jetzt indiskret sein - Einfach darf man sich das beim MfS nicht vorstellen, oder? Vielleicht ist darin auch die teilweise grundsätzliche Abwehr von Fragen und der Rückzug auf Dienstanweisungen und Richtlinin begründet.

Was mich in dem Zusammenhang erstaunt. Es ist nocht garnicht so lange her, da konnte man sich im Forum entspannt über den Klappfix austauschen. Dienstausweise des MfS Aber wahrscheinlich ist es einfacher über das "Ding" Klappfix zu schreiben, als über den Menschen, der dahinter steht. Das ist kein Vorwurf, sondern Einsicht.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 01.12.2013 18:17 | nach oben springen

#148

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 19:26
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #147

Viel früher schon muss man sich an ein Team - Kollektiv - anpassen. Und die Frage mag jetzt indiskret sein - Einfach darf man sich das beim MfS nicht vorstellen, oder? Vielleicht ist darin auch die teilweise grundsätzliche Abwehr von Fragen und der Rückzug auf Dienstanweisungen und Richtlinin begründet. Was mich in dem Zusammenhang erstaunt. Es ist nocht garnicht so lange her, da konnte man sich im Forum entspannt über den Klappfix austauschen. Dienstausweise des MfS Aber wahrscheinlich ist es einfacher über das "Ding" Klappfix zu schreiben, als über den Menschen, der dahinter steht. Das ist kein Vorwurf, sondern Einsicht.
LG von der grenzgaengerin



Sorry, aber wo ist jetzt das Problem? Gut, ich lese nur quer. Im Beitrag #90 habe ich in drei Sätzen meine Einstellung bei MfS geschildert. Völlig unspektakulär. Natürlich geht es ausführlicher, aber im Kern nochmal: drei Jahre GT (OaZ), Studium der Physik geplant, kurz vor Ende der drei Jahre kam Zoll und MfS, wir brauchen Dich, ich: überlegt Zoll - Physik - MfS? ok, dann eben MfS, man stellte mir ein Studium in Aussicht und schwupp war ich drei Wochen später auf der Piste. Und dort kann man sich das dann sehr einfach vorstellen beim MfS: Ich war da, wurde eingearbeitet und schon war ich einer der "Türken des MfS". Die entsprechenden Mitbürger mögen mir verzeihen, aber das war ein geflügeltes Wort, mit dem wir uns selbst bezeichneten.

Ansonsten würde ich es - da ich es vergleichen kann - mit der Einstellung in einem anderen bewaffneten Organ vergleichen, denn für uns war das. Es wird einen Unterschied gegeben haben zu den MA, die in BV oder KD oder OD in zivil gesessen haben und die militärischen Strukturen dort nicht so offensichtlich wurden.

Ich werde später mal den weiteren Werdegang, vielleicht ausführlich, einstellen. Denn der ist dann schon interessant, hier ging es jedoch darum, wie man Mitarbeiter wurde. Außerdem möchte dazu mal meine Kaderakte einsehen - das wird dann noch interessanter.

friedliche Grüße Andreas

edit: RSF


elster427 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.12.2013 21:05 | nach oben springen

#149

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 20:19
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

@ehem. Hu

Ich verstehe Deine Reaktion nicht. Womit habe ich sie provoziert? und schon war ich einer der "Türken des MfS"

Zum Verständnis. Ich bin Frau - nicht neugierig, aber möchte verstehen - nicht gedient, und daher nicht auf Anhieb alles nachvollziehbar - schwarzhaarig, aber wahrscheinlich zu blond um zu verstehen.

Grundsätzlich habe ich kein Problem damit. Und mit dir persönlich und deinen Einlassungen schon garnicht.

@all , an die in den letzten Tagen in diesem thread Fragen gerichtet wurden

Ich habe nur dann ein Problem, wenn man Fragende bzw. nach Austausch suchende versucht als Deppen hin zu stellen.

LG von der grenzgaengerin


nach oben springen

#150

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.12.2013 20:53
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #149
@ehem. Hu
Ich verstehe Deine Reaktion nicht. Womit habe ich sie provoziert? und schon war ich einer der "Türken des MfS"


Nee, da geht jetzt was schief. Und mit blond hat das auch nichts zu tun. Vielleicht war ich zu übermotiviert. Also in Ruhe:

1. Ich habe nur in Kurzform geschildert, wie ich zur Firma kam.
2. Das mit den osmanischen Mitbürgern war - wie ich aber auch schon erklärte - ein von den PKE-Leuten selbst benutzer Begriff für die MA der PKE (vielleicht nur in Mbn.? Ich weiß es nicht). Das hat sonst zum Fred keine weitere Beziehung.
3. Daher habe ich keinerlei "Reaktion" gezeigt.
4. Ich werde versuchen, die mir eigenen Zwischeneinwürfe zu verhindern, was mir aber schwer fällt. Das ist wie mit einem Witz, den sollte man ja auch nicht erklären müssen - aber auch das war wieder ein Zwischeneinwurf, oh , oh

friedliche Grüße Andreas


nach oben springen

#151

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.12.2013 00:15
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #98
frank,
das mußt du doch besser wissen,
die DDR von unten kennst du sicherlich nicht
Lutze


was muss ich besser wissen ?
schreibe doch mal konkret oder schaffst du das nicht ! bin kein hellseher !!
fals du mir die ehemalige ddr von 'oben' oder 'unten' besser erklären kannst als das , wie ich sie in meinem leben kennengelernt habe ,
komme ich bei dir persönlich zur gratulation vorbei !!
aber eher unwahrscheinlich !!!



Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#152

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.12.2013 08:29
von elster427 | 789 Beiträge

@ehem. Hu
die Türken der Staatssicherheit gabs auch bei uns in Drewitz - wurde aber eher von den MA der BV
für uns benutzt. Da gabs auch den Ausdruck der Kellerasseln des Mfs.
Die Arbeit der PKE wurde durch viele MA der BV abwertend betrachtet und als Bestrafung angesehen.
mfg Jan


1981 - 1989 MfS BV Potsdam Abt, VI PKE Drewitz
1990 GT GR 44
nach oben springen

#153

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.12.2013 10:26
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von RUnger im Beitrag #107
Naja

Es gibt eben Unverbesserliche, die "alle" zum MfS zählen. Ein Ministerium hat aber nur hauptamtliche Angestellte. Also wurden solche Angestellte in allen Bereichen der DDR gesucht. Natürlich waren daran auch verschiedenste Beauftragte beteiligt. Betriebsleiter, die sowieso lt. Gesetz für Sicherheitsfragen in ihrem Bereich zuständig waren, im vormilitärischen Bereich bei GST oder Wehrkundelehrer, Wehrkreiskommandos mit den Einberufungen und Einberufungslisten. Bereitschaft zur Verteidigung der DDR und eine möglichst positive Haltung insgesamt zur DDR , Bereitschaft SAZ oder BS zu werden auch- es soll ja auch im MfS dreijährigegegeben haben-übrigens mein Sohn war 1989 im Herbst als Dreijähriger in die WSE eingestellt.

Alles Andere kann man in den von mir genannten DA und RL sowie Ordnung nachlesen, soweit sie die BStU freigegeben hat.Zu r RL 1/68 bzw. Nachfolge RL1/79 wird man wenig finden oder hat jemand entsprechende Quellen?

MfG R. Unger


Habe ab OibE -Beschluss von 1957,IM-Richtlinie 1/1959 über RL 2/68,RL 2/79 samt Durchführungsbestimmungen/Kommentaren bis zur letzten Ergänzung vom 1.August 1989 der 2/79 alle Dokumente die die HVA betreffen vorliegen.

seaman


zuletzt bearbeitet 02.12.2013 10:28 | nach oben springen

#154

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.12.2013 12:32
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von furry im Beitrag #123
Da sich nun niemand gefunden hat, mir eine Antwort auf mein Anliegen unter Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR? (5) zu geben, versuche ich es mal mit einer anderen Frage.

Wenn man nicht abgeneigt war, für oder im MfS zu arbeiten, konnte man im Vorfeld Wünsche bzgl. der Art und des Ortes des Einsatzes äußern?
Wurden diese berücksichtigt oder wurde in beiden Fällen nach einem "Eignungstest" durch vorgesetzte Stellen über die weitere Verwendung entschieden?


@furry

ich versuche mal, Deine beiden Fragen zu beantworten. Da ich aber nicht in exponierter Position bei KuSch war, kann ich das nur aus meiner Perspektive und Kenntnis.

Das WR und die WSE waren aus ihrer Natur heraus die wichtigsten Quellen für die Mitarbeitergewinnung als Berufssoldaten, sofern man nicht schon im Vorfeld den Personalbedarf durch entsprechenden Verpflichtungen decken konnte.
Die UaZ in diesen Einheiten waren nach entsprechender Werbung bereits durch eine gewisse Vorprüfung gegangen, hatten also einige der Grundvoraussetzungen erfüllt. Die Motivationslage der UaZ für diese Einheiten war aber häufig nicht von der positiven Einstellung zum Dienst im MfS geprägt, sondern oft von anderen Faktoren bestimmt.

Hinsichtlich Deiner Frage nach Berücksichtigung von Wünschen muss imho zwischen UaZ und BS unterschieden werden.
Wünsche konnte man sicher äußern, diese wurden aber insbesondere bei UaZ nur berücksichtigt, wenn sie mit den dienstlichen Erfordernissen übereinander lagen, bei den UaZ - z.B Wohnortnahe Verwendung ging eben nicht immer.

Für Berufssoldaten sah das meist -nicht immer - etwas anders aus. Da wurde schon versucht, die Neigung, Eignung und Bedarf übereinander zu bekommen. Schon, um eine gewisse Kontinuität in das Personal zu bekommen und nicht nach kurzer Zeit ein Versetzungsgesuch bearbeiten zu müssen. Wenn aber in einer (vielleicht der Wunschabteilung) Abteilung am Wunsch-Ort der Stellenplan voll war, während in einer anderen Abteilung dringender Bedarf bestand, mussten halt steuernde Gespräche geführt werden. Halte ich auch nicht für problematisch. Ist auch heute noch so, dass sehr viele nicht ihren Traumjob in ihrer Traumstadt haben, sondern vorerst die "B-" Variante fahren müssen, um später auf Umwegen dorthin zu kommen, wo sie wollen.

Nach welchen Kriterien Kaderentscheidungen getroffen wurden, war mir aber manchmal auch nicht ergründlich. Weiche Faktoren wie Name, Verbindungen oder Nase spielten mit Sicherheit auch eine gewichtige Rolle. Also wie heute auch.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
furry hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#155

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.12.2013 22:41
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #140
Ja,
bin auch begeistert was die BSTU als Antworten so bereitstellt.
Antworten kann man immer bekommen,von Leuten mit Sachverstand oder von Leuten die bezahlt Unwahrheiten verbreiten .

seaman

Und genau deshalb sind persönliche Erlebnisberichte von Usern enorm wichtig, weil sie ihre persönlichen Erlebnisse schildern und nicht aus WiKi berichten. Danke an Euch.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
nach oben springen

#156

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.12.2013 00:19
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #155
Zitat von seaman im Beitrag #140
Ja,
bin auch begeistert was die BSTU als Antworten so bereitstellt.
Antworten kann man immer bekommen,von Leuten mit Sachverstand oder von Leuten die bezahlt Unwahrheiten verbreiten .

seaman

Und genau deshalb sind persönliche Erlebnisberichte von Usern enorm wichtig, weil sie ihre persönlichen Erlebnisse schildern und nicht aus WiKi berichten. Danke an Euch.


Genauso ist meine Aussage auch gemeint.
Selektives Freigeben von Akten,gepaart mit zweifelhaften Kommentaren sind nicht der Weisheit letzter Schluss.
Ähnlich sehe ich auch wiki und z.t. gefakte youtube Beiträge.
Zeitzeugen gehören deshalb unbedingt zu einem umfassenden Erkenntnisgewinn.

seaman


nach oben springen

#157

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.12.2013 08:42
von RUnger | 66 Beiträge

Hallo Seamann

Mit den zweifelhaften Kommentaren, Halbwahrheiten oder Lügen stimme ich dir zu. Trotzdem bleiben die genannten Dokumente die Grundlage, weil danach im MfS gearbeitet wurde. Änderten sich in größerem Maße die Umstände und Bedingungen(außen und innenpolitisch) wurden auch bestimmte Dokumente(Arbeitsgrundlagen geändert(53,68,71,81,89). Damit habe ich aber nicht gesagt, daß sich "Alles" geändert hätte.
Hallo Seamann, da du die Dokumente vorliegen hast, kannst du ja mal nachlesen, ab wann keine HIM mehrb geworben wurden.
Vielleicht kannst du mir die 79 und 68 IM-Richtlinie als PDF zukommen lassen.

Danke im Voraus MfG R.Unger



nach oben springen

#158

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.12.2013 11:31
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

als gängiger witz galt doch damals für einstellungskandidaten: einstellen oder einsperren ? ! ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#159

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.12.2013 11:36
von furry | 3.576 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #158
als gängiger witz galt doch damals für einstellungskandidaten: einstellen oder einsperren ? ! ?


oder: kommen Sie zu uns, bevor wir zu Ihnen kommen.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
nach oben springen

#160

RE: Wie wurde man Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 08.12.2013 11:48
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #158
als gängiger witz galt doch damals für einstellungskandidaten: einstellen oder einsperren ? ! ?

ein schlechter Witz
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen



Besucher
17 Mitglieder und 86 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: gerhard
Besucherzähler
Heute waren 1878 Gäste und 140 Mitglieder, gestern 3956 Gäste und 189 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14370 Themen und 558009 Beiträge.

Heute waren 140 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen