#101

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 13.09.2011 21:44
von ahlbecker (gelöscht)
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hallo leute
auch ich wurde gefragt (1965 herbst) ob ich meine waffe anwenden würde um einen grenzdurchbruch zu verhindern.
meine antwort : ich wende die waffe nur an wenn ich in notwehr bin. das ware es . es wurde da auch nicht viel diskutiert. zum grenzdiest kam ich trotzdem.
so wie ich wollen auch viele meiner mitdienenden geantwortet haben. ich kenn nur einen der daraufhin nicht an die grenze kam.
ich weiß aber auch noch wie oft ich aus angst meine waffe entsichert habe. ich hatte einfach angst und damit hat man wohl auch spekuliert.
mir haben die vier monate am zaun gereicht, für immer


zuletzt bearbeitet 13.09.2011 21:46 | nach oben springen

#102

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 13.09.2011 23:05
von Heinz R. | 25 Beiträge

Zitat von willie
Moin Sonoio,
...Ich hoffe, daß Du nicht allzuheftige Nachteile durch diesen Vorfall erleiden mußtest....



Heute sehe ich es mit anderen Augen, was damals für ein Aufstand fabriziert wurde, für mich heute völlig unverständlich.

Leider ist über die Jahre vieles in Vergessenheit geraten, aber ich für meinen Teil war nicht sauer auf Tim, vielmehr war ich enttäuscht über das was die Lamettaträger aufgrund seiner Tat auf unserer GK veranstalteten. Von Vorgesetzten bzw. Führungsoffizieren aus den oberen Rängen hätte ich etwas anderes erwartet, stattdessen unterstes Niveau!!!

Was ich eigentlich sagen wollte, ernsthafte Konsequenzen hatte dieser Vorfall nicht, nicht mal für seinen Posten den er stehenließ. Dieser war nach einigen Tagen wieder in der GK und schob normalen Grenzdienst.


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#103

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 14.09.2011 12:08
von damals wars | 12.171 Beiträge

Ich gehöre nicht zu den Widerstandskämpfern, die an den Kanten gegangen sind, um dann nicht zu schießen. Das hätte in meinen Augen keinen Sinn ergeben.

Und da bei einer Fahnenflucht andere hätten die Konsequenzen tragen müssen, kam das für mich auch nicht in Frage.

In den 80igern bestand die Möglichkeit, legal auszureisen. Und manchmal muss man im Leben den schwereren Weg gehen.

Oder man macht es sich halt leicht und läßt ander die Konsequenzen tragen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.09.2011 12:08 | nach oben springen

#104

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 14.09.2011 18:23
von ahlbecker (gelöscht)
avatar

Zitat von damals wars
Ich gehöre nicht zu den Widerstandskämpfern, die an den Kanten gegangen sind, um dann nicht zu schießen. Das hätte in meinen Augen keinen Sinn ergeben.

Und da bei einer Fahnenflucht andere hätten die Konsequenzen tragen müssen, kam das für mich auch nicht in Frage.

In den 80igern bestand die Möglichkeit, legal auszureisen. Und manchmal muss man im Leben den schwereren Weg gehen.

Oder man macht es sich halt leicht und läßt ander die Konsequenzen tragen.




Ich wollte auch nicht das jemand abhaut, ich hätte wohl alles getan um es zu verhindern, nur schießen wollte ich nicht, das habe ich auch jeden gesagt. trotzdem war ich vier monate vorne am zaun eingesetzt.
fahnenflucht kam für mich nicht in frage weil ich nicht nur wegen eines materiellen vorteils meine familie verlassen wollte
aber @damalswars eine ausreise war auch in den 80zigern nicht so einfach. meine tochter hat das 86 durchgezogen und ist 88 ausgereist. nochmal hätte sie das nicht gemacht. da hat nicht nur sie und ihr kind, da haben alle mitgelitten. also bitte die sache nicht verniedlichen, denn das war stress pur nur weil man ein allgemeines menschenrecht in anspruch nahm


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#105

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.09.2011 20:48
von Fischerhütte | 61 Beiträge

Hallo,

ich glaube mich auch noch an eine Fahnenflucht zu erinnern. Der Flüchtige muß wohl seinem Posten einfach davongelaufen sein. Ich glaube das hier im Forum auch schon mal gelesen zu haben. Wo genau (im Raum Eisfeld bis Veilsdorf) und wann 1981 oder 1982 ? das war kann ich mich aber nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch dass diverse Herren auch aus Berlin, Meiningen da waren die damals wohl jede Menge Fragen stellten.

Gruß Fischerhütte



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#106

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.09.2011 00:03
von amigaguru | 96 Beiträge

Zu meiner Zeit,1965,
war ab Erfassung,mit 16 oder 17 Jahren,bis zur Rente,alles Fahnenflucht,auch wenn
man nicht Angehöriger der "Bewaffneten Organe" war.
Ich selbst,habe nach meiner 18 monatigen Dienstzeit,meine illegale"Auswanderung" in die Wege geleitet.
Nach Meiner "Auswanderung" 1966,habe ich einige Leute getroffen,welche auch ohne"angeblich" gedient zu haben,
geflüchtet sind.Es waren wahrscheinlich auch einige vom MfS dabei.
Ich selbst habe 1967 einen ehemaligen"Kameraden" in Kassel getroffen,welcher 100% beim MfS war.
(er war mir von der U-Schule gut bekannt)
Als ich K.H.S.in Kassel erkannt hatte,(und er mich)hat er sich sehr schnell"abgesetzt".
amigaguru


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#107

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.09.2011 07:05
von damals wars | 12.171 Beiträge

Zitat von amigaguru


Ich selbst habe 1967 einen ehemaligen"Kameraden" in Kassel getroffen,welcher 100% beim MfS war.

Als ich K.H.S.in Kassel erkannt hatte,(und er mich)hat er sich sehr schnell"abgesetzt".
amigaguru




Vielleicht hat er ja dasselbe von Dir gedacht.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#108

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.10.2011 19:56
von StabsfeldKoenig | 2.644 Beiträge

Zitat von SET800

Zitat von Egal
Ich kann nur sagen was mich bewogen hat zu desertieren: Freiheit. Die Vorstellung, mein ganzes Leben in einem Rechteck von 400 mal 600 km zu verbringen war mir ein Grauen. Und-es gibt Nichts zu bereuen. Freiheit-Reisefreiheit war der Grund.




Widerspruch, es gab nur selten, fast nie Reisen in in das NSW-Gebiet. Reisen, soweit richtig. Abenteuer fremde Kulturen und Landschaft waren trotzdem möglich, nicht selten.
Ich weis von PKW-Touren des "goldenen Ring" für Einzelfahrer, Balaton in Ungarn, Tourex-Bulgarien, Hohe Tatra zum Klettern oder Altai mit der GST zum Trecking. Und beruflichnfür etwas junge Abenteuer, Trasse und BAM sind auch Stichworte. Und mit der NVA gab es zum Teil Kasachstan, Raketenschiessen.

Also eingespert auf 400km mal 600km stimmt definit nicht!





Mehrfach bei Bekannten und auf Campingplätzen in der CSSR im Urlaub, mit Jugendtourist Rundreise durch die Sowjetunion (Kiew-Baku-Moskau). Heute könnt ich mir das als Arbeitsloser nicht mehr leisten.



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#109

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.10.2011 22:01
von Raupe | 20 Beiträge

Zitat von zzrain42
Fahnenfluchten im Detail:
Kalenderjahr 1983 1984 1985 1986 1987 1988
versuchte___ 48 __ 36 __30 __43___38__39
gelungene___14 __ 11 __ 9 __14 ___20__17

Gruß aus Ulm
zzrain42 [denken]


Und einer 1989 in Gerstungen


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#110

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.10.2011 22:12
von Raupe | 20 Beiträge

Zitat von LO-driver

Zitat von schulmeister
Zum Thema passend von mir eine Frage zur wahrscheinlich letzten Fahnenflucht eines Angehörigen GT im September 1989 im Bereich 6.GK Untersuhl über die Bahnstrecke Gerstungen/Bebra. Hat noch jemand Informationen zum genauen Hergang der Flucht ?



Hier ist eine Information dazu!



Mit Timmy bin ich zusammen zur GK gekommen


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#111

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.12.2011 20:37
von AKKU 87 | 11 Beiträge

hallo !
es war ende august 87 als mein vorgesetzter und kumpel na. uffz.Vxxxxx seine ak 47 in die werra geworfen hat und über den zaun gletterte.
das theater, die 2ooo kam sofort und dann gings los mit dem verhör (fast die ganze nacht)und nebenbei musste ich noch pt schreiben
(er hatte seine mitgenommen) und funk + knochen augeben.
laut ausage hat er seinen posten zum pilze suchen geschickt. (lol)
aber das kuriose , er wurde als erstes am nächsten tag von der FDJ ausgeschlossen . (als lump Vxxxxx)
aber warum er geflohen ist hat keiner gefragt.
ich konnte es mir denken,hab es der 2000 auch gesagt (sie sollen mal auf seinen dienstplan schauen )
ich weiss nicht warum aber als na uffz. 2200 -0600 schichten im normalen grenzdienst und das über wochen (glaube einer konnte ihn nicht
leiden)
letzte info vom polit hptm Hxxxxx lump Vxxxxx hat sich in der brd erhängt.
so ende vom lied , ich wurde dienststellen na uffz. und hatte ein uffz. als akku (zitat KC lassen sie keinen raushängen gefreiter Gxxx)

bb akku 87


Wer deutlich spricht, riskiert verstanden zu werden.


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#112

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.12.2011 20:52
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von AKKU 87
hallo !
es war ende august 87 als mein vorgesetzter und kumpel na. uffz.Vxxxxx seine ak 47 in die werra geworfen hat und über den zaun gletterte.
das theater, die 2ooo kam sofort und dann gings los mit dem verhör (fast die ganze nacht)und nebenbei musste ich noch pt schreiben
(er hatte seine mitgenommen) und funk + knochen augeben.
laut ausage hat er seinen posten zum pilze suchen geschickt. (lol)
aber das kuriose , er wurde als erstes am nächsten tag von der FDJ ausgeschlossen . (als lump Vxxxxx)
aber warum er geflohen ist hat keiner gefragt.
ich konnte es mir denken,hab es der 2000 auch gesagt (sie sollen mal auf seinen dienstplan schauen )
ich weiss nicht warum aber als na uffz. 2200 -0600 schichten im normalen grenzdienst und das über wochen (glaube einer konnte ihn nicht
leiden)
letzte info vom polit hptm Hxxxxx lump Vxxxxx hat sich in der brd erhängt.
so ende vom lied , ich wurde dienststellen na uffz. und hatte ein uffz. als akku (zitat KC lassen sie keinen raushängen gefreiter Gxxx)

bb akku 87






Hallo Akku,


der Ronny ist am 23.08.87 durch die Ulster (war dabei als die AKM geborgen wurde) Ist fast den gleichen Weg gegangen, den einer seiner Vorgänger, Heiko am 22.09.84 ging. Die Ursachen für die erste FF waren wohl fast die gleichen.

Mike59


P.S. Der Heiko war hier übrigens auch mal im Forum. Siehe Beitrag #97 in diesem Tread.


zuletzt bearbeitet 19.12.2011 20:58 | nach oben springen

#113

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.12.2011 04:58
von PzGrenWest | 29 Beiträge

Ich habe im Westen gedient, bei der Bundeswehr, bis Ende März '89.
Ganz ehrlich... auch ich hätte mir nicht vorstellen können, auf Landsleute zu schießen. Aber trotzdem kam es mir nie in den Sinn, die Truppe unerlaubt zu verlassen (so hieß das bei uns). Und bei uns wurde das nicht schwer bestraft, beim ersten Mal gab es fünf Tage Bau und ein paar Mark Wehrsoldabzug. Trotzdem gab es sowas nicht.
Wir wurden ebenfalls unfreiwillig gezogen, mussten diverse Grundrechte am Kasernentor abgeben.
Ab da war man eben Soldat. Und wenn es mir auch gegen den Strich gegangen wäre, desertiert wäre ich nicht.
Als Soldat habe ich Pflichten, egal welchem Land ich diene. Und denen darf ich mich nicht entziehen.
Die Engländer haben dazu einen passenden Spruch: 'Right or wrong, my country'.
Deshalb habe ich für Fahnenflucht kein Verständnis, egal, wie die Fahne aussieht.
Vielleicht bin ich auch eine Ausnahme, aber nach '89 (ich bin immer noch aktiver Reservist und Mitglied im Reservistenverband) waren die Soldaten der NVA Kameraden. Egal, auf welcher Seite des Zauns sie gedient haben.
Dass sie ihre Orden und Ehrenzeichen nicht tragen dürfen, halte ich für eine Schande. Sie haben ihrem Land gedient und sollten dafür die Anerkennung erhalten, die ihnen gebührt.
Fahnenflüchtige dagegen, egal aus welcher Richtung sie kommen, waren und sind mir suspekt. Wer einmal seine Kameraden verrät, ist und bleibt ein Verräter. Warum sind sie im Dienst geflüchtet, wissend, was sie ihren Kameraden damit antun?
Ich habe mich lange mit ehemaligen Offizieren der NVA unterhalten, das waren alles sehr vernünftige Menschen. Auch mein Schwiegervater, ehemals Kapitän bei der Volksmarine, in Rostock stationiert und auf der Ostsee eingesetzt, hat erzählt, wie sie regelmäßig Flüchtlinge aus dem Wasser gefischt haben. Er ist ein integerer, ehrenwerter Mensch, ich weiß, dass er damit seinen Dienst getan hat, unabhängig von einer möglicherweise anderen privaten Meinung.
Wenn ich die Fahnenflucht von Soldaten gutheiße, bloss, weil sie damals auf 'der anderen Seite' dienten, ziehe ich dann nicht automatisch all jene ich den Schmutz, die ihren Dienst korrekt verrichtet haben?



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#114

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.12.2011 06:38
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Sehr guter Beitrag und die Meinunf nachvollziehbar begründet, zu 90% unterschreib ich das so.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#115

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.12.2011 08:12
von Polter (gelöscht)
avatar

@ PzGrenWest

Ich sehe dies auch so!
Ich habe aus persönlichen Gründen den Dienst verweigert. Dabei auch so manchen Trick abgelassen. Ich könnte sagen, daß ein gewisser Felix Krull bei der Musterung mein Vorbild war. Allerdings auf einer anderen Ebene!
Mein Bruder ist Offizier und mein Sohn hat als Zeitsoldat 8 Jahre gedient. Fahnenflucht undenkbar!
Zivildienst, " Bausoldat " ,Totalverweigerung waren doch für einen Wehrpflichtigen gangbare Wege. Nicht immer einfach, aber eben
gangbar und die, die diesen Weg gegangen sind, haben auch meine Achtung.
Nur Rosinen aus dem Kuchen des Lebens polken ist natürlich schmackhafter.


hardi24a hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#116

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.12.2011 05:25
von PzGrenWest | 29 Beiträge

Wenn jemand aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe verweigert hat: Respekt.
Ich habe das nicht und hätte es auch nicht getan.
Ich stand und stehe zu meinem Staat und seinen Gesetzen.
Und egal, was man über die DDR sagen kann (da gibt es natürlich sehr viel negatives), auch dort gab es Gesetze, die einem Klarheit über das gaben, was erlaubt und was nicht erlaubt war.
Vielleicht ist mein Bild von der DDR etwas verfälscht, weil ich nun mal aus dem Westen stammen.
Und vielleicht ist es das auch, weil mein Schwiedervater nach seinem Ausscheiden aus der Volksmarine als Kapitän zur Handelsmarine gewechselt, hauptsächlich im nichtsozialistischen Wirtschaftsraum unterwegs war (von ihm weiß ich z.B. dass die Mannschaften interessanterweise in der Regel in Hamburg gewechselt haben und nicht in Rostock), meine Frau ebenfalls im NSW gearbeitet hat (und ihr Gehalt als DDR-Bürgerin in US-Dollar bekommen hat, was, soweit ich weiß, recht ungewöhnlich war), zeitgleich mit ihrem Vater.
Vermutlich waren sie nicht repräsentativ für die DDR, aber sie sind ein Beispiel dafür, dass auch DDR-Bürger nicht unbedingt 'eingesperrt' sein mussten. sich ein Bild von der Welt machen konnten und 'drüben'hätten bleiben können, wenn es in der DDR wirklich so schlimm gewesen wäre.

Und wie haben denn die meisten nach der Wende ihre Reisefreiheit genutzt?
Pauschal saufen am Ballermann, während die Westler sich billig in Bulgarien am Goldstrand durchsaufen. Was für eine Ironie.
Dafür die Kameraden im Stich lassen?
Vielen Dank! Ich könnte da nicht mehr aufrecht durchs Leben gehen.



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#117

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.12.2011 10:59
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von PzGrenWest
[cut]...Fahnenflüchtige dagegen, egal aus welcher Richtung sie kommen, waren und sind mir suspekt....[cut]


Du lebtest immer im Westen und jetzt sogar in den USA? Bist Du damit jetzt nicht selbst "fahnenflüchtig" (in einem weiteren, nicht militärischen Sinne)?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
zuletzt bearbeitet 21.12.2011 10:59 | nach oben springen

#118

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.12.2011 11:37
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von matloh

Zitat von PzGrenWest
[cut]...Fahnenflüchtige dagegen, egal aus welcher Richtung sie kommen, waren und sind mir suspekt....[cut]


Du lebtest immer im Westen und jetzt sogar in den USA? Bist Du damit jetzt nicht selbst "fahnenflüchtig" (in einem weiteren, nicht militärischen Sinne)?

cheers matloh





Ich kann dem Post nicht folgen. Was ist wenn er an der Ostküste lebt oder in die USA über Japan gereist ist? Ziemlich verwirrend diese Ausführungen von dir @matloh

Mike59


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#119

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.12.2011 11:49
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von PzGrenWest
Ich habe im Westen gedient, bei der Bundeswehr, bis Ende März '89.
Ganz ehrlich... auch ich hätte mir nicht vorstellen können, auf Landsleute zu schießen. Aber trotzdem kam es mir nie in den Sinn, die Truppe unerlaubt zu verlassen (so hieß das bei uns). Und bei uns wurde das nicht schwer bestraft, beim ersten Mal gab es fünf Tage Bau und ein paar Mark Wehrsoldabzug. Trotzdem gab es sowas nicht.
Wir wurden ebenfalls unfreiwillig gezogen, mussten diverse Grundrechte am Kasernentor abgeben.
Ab da war man eben Soldat. Und wenn es mir auch gegen den Strich gegangen wäre, desertiert wäre ich nicht.
Als Soldat habe ich Pflichten, egal welchem Land ich diene. Und denen darf ich mich nicht entziehen.
Die Engländer haben dazu einen passenden Spruch: 'Right or wrong, my country'.
Deshalb habe ich für Fahnenflucht kein Verständnis, egal, wie die Fahne aussieht.
Vielleicht bin ich auch eine Ausnahme, aber nach '89 (ich bin immer noch aktiver Reservist und Mitglied im Reservistenverband) waren die Soldaten der NVA Kameraden. Egal, auf welcher Seite des Zauns sie gedient haben.
Dass sie ihre Orden und Ehrenzeichen nicht tragen dürfen, halte ich für eine Schande. Sie haben ihrem Land gedient und sollten dafür die Anerkennung erhalten, die ihnen gebührt.
Fahnenflüchtige dagegen, egal aus welcher Richtung sie kommen, waren und sind mir suspekt. Wer einmal seine Kameraden verrät, ist und bleibt ein Verräter. Warum sind sie im Dienst geflüchtet, wissend, was sie ihren Kameraden damit antun?
Ich habe mich lange mit ehemaligen Offizieren der NVA unterhalten, das waren alles sehr vernünftige Menschen. Auch mein Schwiegervater, ehemals Kapitän bei der Volksmarine, in Rostock stationiert und auf der Ostsee eingesetzt, hat erzählt, wie sie regelmäßig Flüchtlinge aus dem Wasser gefischt haben. Er ist ein integerer, ehrenwerter Mensch, ich weiß, dass er damit seinen Dienst getan hat, unabhängig von einer möglicherweise anderen privaten Meinung.
Wenn ich die Fahnenflucht von Soldaten gutheiße, bloss, weil sie damals auf 'der anderen Seite' dienten, ziehe ich dann nicht automatisch all jene ich den Schmutz, die ihren Dienst korrekt verrichtet haben?


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#120

RE: Fahnenflucht Grenzsoldaten

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.12.2011 13:39
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Mike59

Zitat von matloh

Zitat von PzGrenWest
[cut]...Fahnenflüchtige dagegen, egal aus welcher Richtung sie kommen, waren und sind mir suspekt....[cut]


Du lebtest immer im Westen und jetzt sogar in den USA? Bist Du damit jetzt nicht selbst "fahnenflüchtig" (in einem weiteren, nicht militärischen Sinne)?

cheers matloh





Ich kann dem Post nicht folgen. Was ist wenn er an der Ostküste lebt oder in die USA über Japan gereist ist? Ziemlich verwirrend diese Ausführungen von dir @matloh

Mike59


Sorry, wenn ich mich unverständlich ausgedrückt habe.
@PzGrenWest kritisiert "Fahnenflüchtlinge" und übersieht dabei aus meiner Sicht die unterschiedlichen Gegebenheiten bei Staaten mit offenen bzw. geschlossenen Grenzen. Selbst lebt er aber in den USA, was einem Bürger der DDR niemals möglich gewesen wäre. Da er selbst auch noch Reservist ist fragte ich mich, ob hier nicht irgendwie ein Widerspruch bestünde. Er hat sein Land, dem er eigentlich dienen sollte, verlassen.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

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