#41

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 19.10.2011 16:18
von utkieker | 2.916 Beiträge

Ob es wirklich ein rotes Telefon war, weiß ich heute nicht mehr mit Bestimmtheit.
Nach meiner Ausbildung in Perleberg, wurde ich an die GüSt in Salzwedel beordert auch hier gab es eine Leitung nach Westen und die Funktionsprobe wurde durch den diensthabenden Offizier (DHO) durchgeführt. Hin und wieder wurde ich als Gehilfe des DHO eingesetzt. Als Gehilfe hatte man für den DHO bestimmte Botengänge zu erfüllen, denn der DHO durfte seine "Glaskanzel" nicht verlassen. Meistens brachte ich den Diensthabenden eine "Schmorwurscht", einen Kaffee und eine Schachtel Zigaretten von der GüSt- Kantine rüber. Vier Diensthabende im Range eines Majors lösten sich alle 24 Stunden einander ab, der Dienst war eher stupide und langweilig - andererseits hatten die DHO's in Abwesenheit des Kommandeurs der GüSt, die Kommandohoheit über die GüSt. Ich glaube viel wichtiger als "Schmorwurscht" und Kaffee, war es den Majoren ein Smile- Talk mit dem Gehilfen zu führen. Wenn ich Major Z. "bedient" hatte, nahm dieser den Hörer zu Hand um die Telefonleitung zum BGS zu prüfen, es lief immer nach dem selben Strickmuster ab. "Guten Tag hören sie mich" ... "Ich höre sie sehr gut", so war das im Jahre 1979 bis zu meiner Abkommandierung in die Grenzkompanie Gollensdorf ob diese sterile Form der Verständigung später aufgelockert wurde kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen ....

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#42

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 19.10.2011 16:53
von StabsfeldKoenig | 2.637 Beiträge

Zitat von Achim511
297....

Ortsnetz Ostberlin --> BASA



Die Einwahl des Ortsnetzes Berlin in das BASA-Netz der DR war zu DDR-Zeiten die 49 (Auskunft über BASA-Nr. 490). Erst in den der 90er Jahren wurde auf die 297 umgestellt, als die Post (oder schon Telekom?) in berlin 8stellige Nummern einführte, um die Netze zu vereinigen. Dabei wurden mehrere Nummernbereiche der BASA intern verändert, da die Post nur den Nummernbereich 297 000 00 bis 297 499 99 der DR / DB AG zur Verfügung stellte.



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#43

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.10.2011 10:49
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat von Alfred
Ich habe auch noch ein rotes Telefon zu bieten.



@Alfred wozu diente das rote Telefon beim Manöver Waffenbrüderschaft?

Wurde hier der Angriffsbefehl beim Manöver gegeben oder war das der heiße Draht nach Moskau?


zuletzt bearbeitet 20.10.2011 10:50 | nach oben springen

#44

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.10.2011 11:17
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von GZB1

Zitat von Alfred
Ich habe auch noch ein rotes Telefon zu bieten.



@Alfred wozu diente das rote Telefon beim Manöver Waffenbrüderschaft?

Wurde hier der Angriffsbefehl beim Manöver gegeben oder war das der heiße Draht nach Moskau?





Keine Ahnung welche Verwendung das Teil damals hatte.

Angefügte Bilder:
WB80.jpg

zuletzt bearbeitet 20.10.2011 11:17 | nach oben springen

#45

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.10.2011 12:22
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow
@bunkerkommandant, ehrlich gesagt bin ich jetzt überfordert, ob das s1 und wtsch identisch ist.

normalerweise gab es bei jedem dienststellenleiter und in jedem objekt mindestens einen wtsch-anschluss. ich gehe schon davon aus, dass es auch einen bei euch gab/ gibt. aber wie gesagt, ob wtsch mit s1 identisch ist, da bin ich überfragt.



WTsch und S1 sind nicht identisch, WTsch war ein Netz der Führung auf höchster Ebene, betrieben mit Hochfrequenz zur gesicherten Übertragung. Die Kabel standen unter Druck und wurden permanent überwacht, außerdem waren das permanente Verbindungen (Standleitung!). Auf Grund der enormen Kosten des Unterhalts war die Anzahl der Teilnehmer begrenzt. (Zwischenfälle, wie sie von josy generiert wurden, waren gar nicht so selten, außerdem unterlag natürlich das Material einer Alterung und wurde spröde und undicht . . .)

WTsch gab es nicht bei jedem Dienststellenleiter . . .

Das S1 war ursprünglich als Stabs- und Führungsnetz der NVA konzipiert, an das sich später die anderen Organe dann drangehängt haben, ab Räte der Kreise aufwärts im zivilen Bereich und die bewaffneten Organe ab Kommandeure der Kampfgruppen sowieso. Betrieb des Netzes war auch sehr aufwändig, da abweichend vom zivilen Postnetz u.a. die Aufgabe zu erfüllen war, dass es kein "Gassenbesetzt" geben durfte und jeder Teilnehmer von jedem Standort aus mit derselben "Vorwahl" zu erreichen sein musste - heute eine Selbstverständlichkeit.

Alfred, haste noch so´n Stück Kabel zu dem Telefon?


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 20.10.2011 12:23 | nach oben springen

#46

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.10.2011 12:26
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von werner

Zitat von GilbertWolzow
@bunkerkommandant, ehrlich gesagt bin ich jetzt überfordert, ob das s1 und wtsch identisch ist.

normalerweise gab es bei jedem dienststellenleiter und in jedem objekt mindestens einen wtsch-anschluss. ich gehe schon davon aus, dass es auch einen bei euch gab/ gibt. aber wie gesagt, ob wtsch mit s1 identisch ist, da bin ich überfragt.



WTsch und S1 sind nicht identisch, WTsch war ein Netz der Führung auf höchster Ebene, betrieben mit Hochfrequenz zur gesicherten Übertragung. Die Kabel standen unter Druck und wurden permanent überwacht, außerdem waren das permanente Verbindungen (Standleitung!). Auf Grund der enormen Kosten des Unterhalts war die Anzahl der Teilnehmer begrenzt. (Zwischenfälle, wie sie von josy generiert wurden, waren gar nicht so selten, außerdem unterlag natürlich das Material einer Alterung und wurde spröde und undicht . . .)

WTsch gab es nicht bei jedem Dienststellenleiter . . .

Das S1 war ursprünglich als Stabs- und Führungsnetz der NVA konzipiert, an das sich später die anderen Organe dann drangehängt haben, ab Räte der Kreise aufwärts im zivilen Bereich und die bewaffneten Organe ab Kommandeure der Kampfgruppen sowieso. Betrieb des Netzes war auch sehr aufwändig, da abweichend vom zivilen Postnetz u.a. die Aufgabe zu erfüllen war, dass es kein "Gassenbesetzt" geben durfte und jeder Teilnehmer von jedem Standort aus mit derselben "Vorwahl" zu erreichen sein musste - heute eine Selbstverständlichkeit.

Alfred, haste noch so´n Stück Kabel zu dem Telefon?





Hallo,

was willste denn vom Kabel sehen ? Müsste ich schnell mal in den Keller gehen und ein Foto machen.


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#47

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.10.2011 12:48
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Was bedeutet eigentlich ВАЛ-77 auf dem Telefon,

war das die Rufnummer des Anschlusses?


zuletzt bearbeitet 20.10.2011 12:52 | nach oben springen

#48

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.10.2011 17:03
von mannomann14 | 625 Beiträge

Zitat von GZB1
Was bedeutet eigentlich ВАЛ-77 auf dem Telefon,

war das die Rufnummer des Anschlusses?



Hallo GZB,
ich denke mal das das ein Telefon ist,daß zu dem Manöver Wal 77 seinen Dienst tat und deswegen auch so gekennzeichnet ist,
gruß mannomann


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
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#49

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.10.2011 18:05
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Aha, WAL ist ja doch ein merkwürdiger Name für ein Manöver, wo hat dies stattgefunden?


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#50

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.10.2011 18:30
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von mannomann14

Zitat von GZB1
Was bedeutet eigentlich ВАЛ-77 auf dem Telefon,

war das die Rufnummer des Anschlusses?



Hallo GZB,
ich denke mal das das ein Telefon ist,daß zu dem Manöver Wal 77 seinen Dienst tat und deswegen auch so gekennzeichnet ist,
gruß mannomann




......wenn auch schon mal angefragt wurde. Wo und Wann hat dieses Manöver stattgefunden? Und warum sollte dieses Telefon so gekennzeichnet sein?
Im Bunker Harnekop sind die Telefonapperate (Typ Variant) für die geschützte Linie nicht extra beschriftet. Auffallend nur dass diese keine Wählscheibe haben. An Stelle dieser, eine schwarze Abdeckung. Diese Apperate gibt es mit den Gehäusefarben rot und grün. Bei zwei der noch vorhandenen Apperate ist der Telefonhörer petschiert. Für die S1 Verbindungen standen gleichfalls - hier jedoch handelsübliche Telefonapperate der Variant/Appartserie - zur Verfügung. Die Nebenstellen waren in der Überzahl EVA 67 Anlagen.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#51

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 20.10.2011 19:28
von mannomann14 | 625 Beiträge

Zitat von GZB1
Aha, WAL ist ja doch ein merkwürdiger Name für ein Manöver, wo hat dies stattgefunden?



zumindestens weiß ich, daß es 1977 auch auf der Insel Usedom stattfand,bzw. dort wohl eröffnet wurde. Es fand eine Anlandung mit sowjetischen, polnischen und Einheiten der NVA statt, im Rahmen dieses Manövers fand ebenfalls dann eine Mobilmachung statt. Wenn mir jetzt meine grauen Zellen keinen Streich spielen gingen weitere Manöverhandlungen auf dem Festland weiter. Die selbe Aktion fand 1979 ebenfalls unter der Bezeichnung Wal 79 statt.

http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=8iJXhvD_y48

guß mannomann


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
zuletzt bearbeitet 20.10.2011 20:11 | nach oben springen

#52

RE: Rotes Telefon?

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 22.10.2011 16:35
von Icke | 95 Beiträge

Zitat von Anton

Zitat von josy95


Normalerweise konnte man sich von einem dafür zugelassenen Basa- Anschluß mit der "0" in das öffentliche Postnetz einwählen.
Wie gesagt, der Endanschluß mußte dafür zugelassen/ eingerichtet sein. Ist ja nichts anderes wie heute bei einer ganz normalen Haustelefonanlage, wo man bestimmte Einwahlnummern sperren kann.

josy95



Es war auch möglich, die analoge Vermittlungstechnik der BASA-Nebenstellenanlage zu überlisten. Zumindest war es im Raw und Bw Halberstadt so möglich. Wenn die jeweilige Nebenstelle nicht für Amtsgespräche der Deutschen Post berechtigt war, bekam man nach dem Wählen der Ziffer 0 einen Besetztton.
Das Wählen der Ziffer null bedeutet fernmeldetechnisch das Erzeugen von 10 Impulsen, die beim Rücklauf der Wählscheibe entstehen. Diese Impulse werden in der Vermittlungsstelle von der Vermittlungstechnik (Schaltrelais, Hebdrehwähler, Koppelfelder usw.) ausgewertet und der Verbindungsaufbau wird eingestellt.
Der Trick zum Überlisten der Technik war nun folgender: Es mußten statt 10 Impulse nun 11 Impulse mit dem Telefon erzeugt werden. Das wurde von der Vermittlungsanlage fehlinterpretiert und sie schaltete das Amtsignal auf. Bloß wie erzeugt man 11 Wählimpulse, wenn nur maximal 10 möglich sind? Dazu brauchte man etwas Übung und Ausdauer. Beim Rücklauf der Wählscheibe entstehen 10 Impulse (Ziffer null) und den elften Impuls fügt man manuell mit zu, während man für einen Sekundenbruchteil beim Zurücklaufen der Wählscheibe kurz auf die Hörergabel schlägt.
So war es möglich, ungeniert und kostenlos ins öffentliche Fernsprechnetz zu telefonieren, obwohl das so ja nicht vorgesehen war.
Ich denke, daß andere Nebenstellenanlagen auch so funktioniert haben, weil ja zum Großteil die gleichen Baugruppen verwendet wurden.





Hallo an die Nachrichtentechnischbewanderten Kameraden!

Kann ich mir also die Möglichkeit ,die ich oft nutzte, ins Öffentliche netz direkt vom BT also im GD genauso vorstellen?
Welches Netz das war und die nötige Vorwal??? Aber das es frei für das normale Netz
war kann ich mir nicht vorstellen. Das würde doch alle Bemühungen um Geheimhaltung
zunichte machen meine Familie und meine Freundin wussten ja von wo ich anrufe. Auch
mein Kamerad hat es ja immer mitbekommen. Das ist mir heute noch ein Rätsel bei dem
Überwachungsaufwand der sonst üblich war. Oder die Lücke war absticht? Das finde ich
aber auch unwahrscheinlich. Oder es zeigt nur das es eine komplette Überwachung eben
nicht möglich ist und alles wie oft nur ein Zufall ist.
Vielleicht hat ja noch jemand eine Andere Idee.


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