#1

BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 22.09.2009 18:26
von Angelo | 12.396 Beiträge

Heute auf Sat1
BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND
Deutschland im Oktober 1961 - ein gespaltenes Land im Zentrum des Kalten Krieges. Im Westen die Wirtschafts-wunder-BRD, im Osten der Arbeiter- und Bauernstaat DDR. Und mittendrin im thüringischen Grenzgebiet, ein kleiner, von Stacheldraht und Niemandsland umrahmter Ort voller widerspenstiger Zeitgenossen: Böseckendorf. Zwei Monate nach dem Bau der Mauer in Berlin soll nun auch hier die Staatsgrenze befestigt werden. Und die SED-Führung hat sich etwas einfallen lassen, um die renitente Gemeinde in den Griff zu kriegen...

http://www.sat1.de/filme_serien/boeseckendorf/


zuletzt bearbeitet 22.09.2009 18:27 | nach oben springen

#2

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 22.09.2009 18:44
von Angelo | 12.396 Beiträge

Ein Dorf macht sich vom Acker
Auch ohne rhetorische Überhöhung und fiktionale Erfindung war dies ein dramatisches Ereignis: Am Abend des 2. Oktober 1961, nur wenige Wochen nach dem Beginn des Mauerbaus in Berlin, machen sich im thüringischen Böseckendorf einunddreißig Erwachsene und zweiundzwanzig Kinder aus sechzehn Familien auf, um die knapp einen Kilometer entfernte, befestigte und bewachte, aber noch nicht verminte Zonengrenze zu überwinden und in den Westen, nach Niedersachsen, zu fliehen. Haus und Hof, Äcker und Vieh lassen sie zurück. Als ihre geglückte Flucht Minuten später entdeckt wird, finden die Volkspolizisten und Staatssicherheitsdienstler in Küchen und Wohnzimmern noch die dampfenden Suppenteller auf den Abendbrottischen.

Erstaunlich genug, dass diese spektakuläre Gemeinschaftsflucht auch zwanzig Jahre nach dem Mauerfall und trotz der lange zugänglichen Stasi-Akten noch nie Gegenstand einer umfassenden zeitgeschichtlichen Studie wurde. Vor vier Jahren entstand unter dem Titel „Wir wollen hier nur noch raus!“ eine fundierte, Ende August wiederholte Dokumentation des MDR, die das Böseckendorfer Geschehen ins Umfeld der damaligen SED-Politik rückte. Deren Drohformeln hießen Zwangskollektivierung der Landwirtschaft und Zwangsumsiedlung sogenannter „unsicherer Elemente“ ins Landesinnere. Zumal die Bauern aus dem katholischen Eichsfeld fühlten sich elementar bedroht - der Auszug der Böseckendorfer war eine Verzweiflungskonsequenz.

http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A84...n~Scontent.html


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#3

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 22.09.2009 18:58
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Angelo, wenn ich immer solche Reportagen lese, sie häufen sich in letzter Zeit im Hinblick auf das " große Jubiläum".
Die " Helden" von damals, mich würde einmal interessieren, was den aus ihnen geworden ist um diese Zeit 1961 "im goldenen Westen".
Da flogen zum Beispiel schon die ersten Bergleute auf die Strasse, weil, sie wurden auf einmal nicht mehr gebraucht...ja, so ein Mist, leider nur Bergmann gelernt, was mach ich den nun?
Gehe ich eventuell in die Ostzone...und so könnte man das in X- Berufen fortsetzen.
Da fällt mir ein, wosch wird es wissen, der ist nähmlich Zeitzeuge, unser kluges Kerlchen.
War ein Spass, wosch, du kennst deinen speziellen Freund, das er dich so gerne....

Gruß Rainer- Maria


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#4

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 22.09.2009 19:04
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Ja ich habe auch mal einen Film über dieses Thema gesehen,ob es der vom MRD war weiss
ich nicht mehr-eine einmaliger Vorfall.Ungefährlich war das ganze nicht,den Streifen
machten in ungegelmässigen Abstand Kontrollen-aber die Leute hatten Glück,alles blieb
ruhig. Eine mutige Entscheidung-aber die wurde belohnt.



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#5

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 22.09.2009 19:20
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Hallo zusammen,

übrigens läuft nach dem Film die dazugehörende Dokumentation.
Den Hinweis darauf hatten wir schon.
Ich bin jedenfalls gespannt wie weit sich die Fiktion (Film) von der Wirklichkeit (Doku) entfernt.


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#6

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 22.09.2009 23:04
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Aus Böseckendorf gab es im Februar 1962 nochmals eine größere Flucht.

Am 23.02.1962 gelang 2 Familien (12 Personen) die Flucht aus Böseckendorf in den Westen.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#7

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 22.09.2009 23:08
von JensB (gelöscht)
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Hallo an alle,

ich habe mir natürlich heute abend den Film angeschaut, naja was soll man sagen...

Den Artikel den ich heute Nachmittag in Spiegel.de gelesen habe trifft die Sache auf den Punkt.
Für die die es interessiert hier:

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,650501,00.html

Die Reportage läuft noch, ist aber besser als der Film.

Gruß Jens


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#8

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 00:04
von rhoenadler (gelöscht)
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Zitat von JensB
Hallo an alle,

ich habe mir natürlich heute abend den Film angeschaut, naja was soll man sagen...

Den Artikel den ich heute Nachmittag in Spiegel.de gelesen habe trifft die Sache auf den Punkt.
Für die die es interessiert hier:

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,650501,00.html

Die Reportage läuft noch, ist aber besser als der Film.

Gruß Jens




musst du net viel sagen jens...filmklischee halt und wer es net anders kennt...
hatte mir den film besser vorgestellt, gedreht mit minimalem aufwand und viel verarsche
-man sollte es woll bei solchen eriegnissen bei der dokumentation belassen


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#9

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 00:56
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

.........aber eins muss man lassen, die Technik welche zu sehen war......vom Feinsten. Trotzdem mal nee Frage, gab es den Kraz schon 1961?


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#10

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 01:31
von rhoenadler (gelöscht)
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Zitat von Stabsfähnrich
.........aber eins muss man lassen, die Technik welche zu sehen war......vom Feinsten. Trotzdem mal nee Frage, gab es den Kraz schon 1961?





gute frage...also wenn ich so überleg...nein...aber halt ein film, gelle, also ich stamme ja vom dorf und kann mich au net erinnern, dass die einzelnen bauern schlepper hatten, sollten woll die gespanne ersetzen.


gruss bernd


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#11

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 02:10
von Rostocker | 7.723 Beiträge

Mal so gesehen,ich sehe nicht den Film.Denn was verfilmt wird entspricht nicht immer der Realität-warum-weil in einen Spielfilm nicht die wahre Gegebenheit wieder gegeben wird.Mir geht und ging es Hauptsächlichlich um das Motiv was zu diesen Spielfilm führte.Und da war die Reportage im Anschluß dieses Spielfilm,s interessanter und aufschlußreicher.


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#12

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 02:17
von rhoenadler (gelöscht)
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, seh ich auch so. vor allem, wenn originalfotos oder -filme eingebaut sind


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#13

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 08:38
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Hallo zusammen,

fand den Spielfilm zunächst mal ganz nett. Abstriche in der B-Note bei Szenen wie der Geburt eines Kindes während der Flucht im "Sperrgebiet" ... "die nächste Streife kommt in 20 Minuten". Aber gut, dafür war es ein Spielfilm.
Zum Glück gab es dann aber im Anschluss die Dokumentation, zu der man wohl nicht viel sagen muss. Ich jedenfalls erschrecke immer wieder aufs Neue über die "Ereignisse" in der SBZ/DDR zwischen 1945 und 1961. Ich sag mal, von der Sozialistischen Demokratie zur Diktatur.


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#14

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 10:07
von NightFire112 (gelöscht)
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schlecht war der Film eigentlich nicht.Was fürn Kraz war das eigentlich gewesen der KrAZ 255 wurde ab 1969 gebaut.Der Trabant sah ja richtig gut aus


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#15

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 19:47
von westsachse | 464 Beiträge

Wer war denn da als Berater dabei? Ich habe keinen Offizier gesehen, der irgend etwas befohlen hat. Hat alles die Zivilistin vom Rat des Bezirks bzw. der SED Bezirksleitung gemacht. Hat sich mir auch nicht erschlossen, wo die nun her war. Ich war zwar 1961 noch nicht am Leben aber ich kann mir vorstellen, dass auch damals schon der Dienstweg eingehalten wurde.

Und die Grenzer die nicht aufgepasst haben sprechen natürlich übelsten sägsschen Dialekt.

Gruß

westsachse


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#16

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 19:55
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von westsachse
Wer war denn da als Berater dabei? Ich habe keinen Offizier gesehen, der irgend etwas befohlen hat. Hat alles die Zivilistin vom Rat des Bezirks bzw. der SED Bezirksleitung gemacht. Hat sich mir auch nicht erschlossen, wo die nun her war. Ich war zwar 1961 noch nicht am Leben aber ich kann mir vorstellen, dass auch damals schon der Dienstweg eingehalten wurde.

Und die Grenzer die nicht aufgepasst haben sprechen natürlich übelsten sägsschen Dialekt.

Gruß

westsachse


du hast recht.wo war der zuständige kc?bestimmt im urlaub..im grenzgebiet hatten immer noch die grenzer das sagen


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#17

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 19:56
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo. ich habe nur eine halbe stunde gesehen. muste leider zur nachtschicht. meine frage ist: gab es in böseckendorf einen mini güst wie am anfang im film gezeigt wurde. und sahen die früher in der ganzen ddr am anfang so einfach aus? lg glasi



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#18

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 19:59
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von glasi
hallo. ich habe nur eine halbe stunde gesehen. muste leider zur nachtschicht. meine frage ist: gab es in böseckendorf einen mini güst wie am anfang im film gezeigt wurde. und sahen die früher in der ganzen ddr am anfang so einfach aus? lg glasi


kann ich mir so nicht vorstellen.alles nur improvisiert.so was hatten wir ab dem 09.11.1989 wo jeder feldweg zur Güst wurde


zuletzt bearbeitet 23.09.2009 20:00 | nach oben springen

#19

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 20:03
von Stabsfähnrich | 2.046 Beiträge

Zitat von glasi
hallo. ich habe nur eine halbe stunde gesehen. muste leider zur nachtschicht. meine frage ist: gab es in böseckendorf einen mini güst wie am anfang im film gezeigt wurde. und sahen die früher in der ganzen ddr am anfang so einfach aus? lg glasi



...........Glasi Du auch zur Nachtschicht? Konnte mir wenigstens auf Arbeit noch die Dokumentation nach dem Film ansehen. Besonders schön die historischen Filmbeiträge zwischen den mehr oder weniger glaubwürdig rüber gebrachten Zeitzeugen.


Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de
www.grenzradio911.info
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#20

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 23.09.2009 20:17
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Also meiner Meinung war der Spielfilm "BÖSECKENDORF" absoluter Käse.
Ich sehe es zwar ein, dass für einen Spielfilm zu diesem Thema eine
Handlung erfunden werden muss, da das ganze zu trocken wird.
Aber das ganze war, abhesehen von dem bewussten Körnchen Wahrheit, was drin
steckte, stellenweise grotesker Unsinn. Jemand der von dem Thema absolut unbeleckt
ist und sich auf den Wahrheitsgehalt verlässt, wird hier total in die Irre geführt.
Die Ergebnisse lassen sich zB bei Sendungen wie TVTotal betrachten.
Was werden sich wohl die Bewohner von Böseckendorf gedacht haben, die diesen Film gestern gesehen haben?
In der nachfolgenden Dokumentation wird ja schon mehreren Filmpassagen widersprochen.
Hier einige meiner Hauptkritikpunkte:

* das gezeigte Dorf war nie im Leben Böseckendorf, bestenfalls gab es Ähnlichkeiten.
(ist aber noch verzeihlich und in Filmen durchaus üblich)
* im Film kommt ein evangelischer Pfarrer (!) vor, obwohl Böseckendorf im katholischen
Eichsfeld liegt und zu 100% katholisch ist. Die Handlung hätte dann total umgeschrieben
werden müssen. Denn ein katholischer Pfarrer hätte schlecht der Vater der
Hauptdarstellerin sein können, oder doch? Aber das hätte wohl Ärger geben können.
* Auch halte ich es für absoluten Unsinn, eine Versammlung staatlichen, bzw. Partei-
charakters in einer Kirche abzuhalten. Außerdem war die dargestellte Kirche viel zu
groß. Böseckendorf hat eine eher kleine Kirche.
* Bei Böseckendorf hat es niemals einen Grenzübergang gegeben. Und schon gar nicht solch
einen primitiven (war ein absoluter Witz!) der nächstgelegene Übergang
Teistungen/Duderstadt ist erst Anfang der 70er Jahre eröffnet worden.
* Was zum Teufel hatte da ein Bus mit dem Kennzeichen "HF" dort zu suchen?
* Im Film kann sich ein West-Besucher ungehindert im Schutzstreifen(!) bewegen
Auch ein absoluter Unsinn.
* Was soll dieses Heerlager mit Stasi mit Zelten in Grenznähe?
* Auf den Weg, den die Flüchtlinge nahmen, gab es keinen Fluss zu durchqueren,
so aber im Film!
* Im Film ist davon die Rede, dass die Flüchtlinge südliche (!) Richtung
einnehmen. Auch totaler Quatsch. Böseckendorf ist von Südwesten, Nordwesten, Nordosten
und Osten von der Grenze eingeschlossen. Im Süden ist der einzige Zugang zum
Landesinneren. Wieso sollten die Flüchtlinge ausgerechnet diesen Weg nehmen?
(der originale Weg ging übrigens nach Nordosten zum niedersächsischem Dorf
Immingerode)
* dass während der Flucht ein Kind geboren wird (auch Blödsinn) macht den Flim
letztendlich zu einer billigen Hollywood-Karrikatur

Alles in allem wurde aus welchen Gründen auch immer, ich denke mal, durch absolute
schlampige Recherchen zum historischen Huntergrund das künstlerische Potential sehr
guter Schauspieler sinnlos verschwendet.

Meine Wertung:

TOMMI


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


zuletzt bearbeitet 23.09.2009 20:20 | nach oben springen



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