#61

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 21:02
von Galaxy (gelöscht)
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ich wohne ca.16km von böseckendorf weg.habe 1981 in das dorf geheiratet also seit 28 jahren kenne ich mich dort gut aus.jeder dort der den film sah beurteilt ihn kritisch bis absoluten schmarrn.das ganze hatte nichts gemeinsam von den was damals ablief.in der lokalseite der thüringer allgemeinen war sogar von schlecht recherchiert bis eine chance vertan die rede.die böseckendorfereinwohner waren schwer enttäuscht von dem film.diese tragödie damals wurde jetzt verfilmt und böseckendorf musste seinen namen hergeben.zb.einen evangelischen pfarrer hat es niemals dort gegeben.die katholiken dort kugelten sich den bauch.dort sind fast 100% der einwohner katholisch.es waren über 50 leute die damals abhauten.auch sie gingen über leichen ließen einfach familienangehörige zurück zum teil älteredie nicht mehr so konnten.da frag ich mich ob ich das gemacht hätte und meine mutter oder vater oder bruder im stich lassen nur weil der gehbehindert ist oder schon alt.
übrigens in angerstein bei northheim bekamen alle neue häuser mit kräftiger fin.unterstützung und nach der wende
dann auch noch ihr eigentum in böseckendorf zurück.ich komme grad von böseckendorf dort wird immer noch vom film geredet allerdings überwiegend negativ.die dokumentation danach war in ordnung! galaxy


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#62

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 21:15
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von manudave
Erbsenzählerei ist ja nix gegen euch...

...solche Filme werden eben für die Masse produziert... - das gibts keine Qualität zu erwarten...

Das wenige, was ich positiv fand, dass die Namen der Aktionen "Ungeziefer" und "Kornblume" mal bekannt werden - es ist erschreckend, dass kaum ein Deutscher die Hindergründe bzw. die Existenz dieser Säuberungsaktionen kennt.


Wo wir gerade beim Erbsen zählen sind...Aktion Kornblume hiess die Aktion nur im Bezirk Erfurt (im Film also richtig dargestellt). In den übrigen betroffenen Bezirken lief das Ganze 1961 unter der Bezeichnung Aktion Festigung.

Aktion Ungeziefer und Aktion Kornblume sind doch sicher recht weitläufig in Deutschland bekannt oder machst Du bei den Führungen am Point Alpha andere Erfahrungen Manudave?

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 24.09.2009 21:15 | nach oben springen

#63

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 21:34
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Galaxy, um die Diskussion einmal wieder anzukurbeln.
Ich finde es eine Riesenschweinerei, erst sind sie abgehauen mit Sack und Pack und nach der Wende wollten auf einmal ihr " angebliches Eigentum" zurück.
Und das Schönste, sie, diese Nichtsnutze, die sich nicht einen Jota um ihr verlassenes Land gescherrt haben, bekamen es auch noch zurück.

Gruß Rainer- Maria


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#64

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 22:22
von Augenzeuge (gelöscht)
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Nanana, so ein Rückfall?

Rainer, wenn ich morgen meine Zelte hier abbrechen würde, weil ich in den USA eine Arbeit gefunden habe, und für eine gewisse Zeit dahin muss und wieder kommen möchte, dann verliere ich auch automatisch das Recht auf meinen jetzigen Besitz, den ich hier mal erworben habe?

Die Bauernhöfe waren im Familienbesitz, auch zu DDR-Zeiten waren das die meisten, sie wurden doch nicht zu Volkseigentum......
Welches System entspricht diesem Recht? Warum bezeichnst du diese Menschen als Nichtsnutze? Meinst du damit jeden, der weggegangen ist? Deine Argumentation wird dadurch nur unglaubwürdig. Ich weiß nicht, wer hier im Forum dieser folgen kann......

Gruß, Jörg


zuletzt bearbeitet 24.09.2009 22:34 | nach oben springen

#65

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 22:35
von wosch (gelöscht)
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Mich würde schon mal interessieren, wie die Krankheit heißt, auch wenn sie nicht mehr heibar zu sein scheint? So alt ist er doch noch gar nicht!
Schönen Gruß aus Kassel


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#66

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 22:38
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Jörg, ich nehme das Wort zurück, ehrlichen Herzens,entschuldige mich dafür, es war die falsche Formulierung und überlege noch, was die Richtige dafür ist.
Aber jetzt ist der R. M müde, der Tag hat zeitig begonnen, du weißt, der Opa und morgen früh 3.15 Uhr muss ich wieder....
Nichts für ungut, mein Freund, schlaf schön.

Gruß Rainer- Maria


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#67

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 22:54
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Hallo Galaxy, um die Diskussion einmal wieder anzukurbeln.
Ich finde es eine Riesenschweinerei, erst sind sie abgehauen mit Sack und Pack und nach der Wende wollten auf einmal ihr " angebliches Eigentum" zurück.
Und das Schönste, sie, diese Nichtsnutze, die sich nicht einen Jota um ihr verlassenes Land gescherrt haben, bekamen es auch noch zurück.

Gruß Rainer- Maria



Diese Denkungsart lässt tief blicken! Damit beleidigst Du alle Flüchtlinge die die DDR egal aus welchen Grund verlassen haben!
In letzter Zeit habe ich den Eindruck Du schreibst nicht mit dem Stift,sondern teilweise mit
der Keule. Ich mag sie nicht diese Schreibweise!Wie siehst Du das übrigens mit den vielen anderen Rückgaben bzw. Rückübereignungen an die ehemaligen Eigentümer die von der DDR enteignet wurden? Oder bereits vorher im 3.Reich! Waren die Juden welche Nazideutschland verlassen haben auch Nichtsnutze? Gruß Peter(turtle)


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#68

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 22:57
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Ari@D187

Zitat von manudave
Erbsenzählerei ist ja nix gegen euch...
...solche Filme werden eben für die Masse produziert... - das gibts keine Qualität zu erwarten...
Das wenige, was ich positiv fand, dass die Namen der Aktionen "Ungeziefer" und "Kornblume" mal bekannt werden - es ist erschreckend, dass kaum ein Deutscher die Hindergründe bzw. die Existenz dieser Säuberungsaktionen kennt.


Wo wir gerade beim Erbsen zählen sind...Aktion Kornblume hiess die Aktion nur im Bezirk Erfurt (im Film also richtig dargestellt). In den übrigen betroffenen Bezirken lief das Ganze 1961 unter der Bezeichnung Aktion Festigung.
Aktion Ungeziefer und Aktion Kornblume sind doch sicher recht weitläufig in Deutschland bekannt oder machst Du bei den Führungen am Point Alpha andere Erfahrungen Manudave?
Gruß
Stefan




1952 erhielt die Aktion Aussiedlung den
Decknamen "Ungeziefer"

1961, den
Decknamen "Festigung"
dieser Deckname bezeichnete die Gesamtaktion.
Im Bezirk Erfurt wurde seitens des Einsatzstab der Decknamen "Kornblume", im Bezirk Suhl "Blümchen", im Bezirk Magdeburg "Neues Leben",
im Bezirk Rostock und Grenzkreis Grevesmühlen "Osten", im Bezirk Karl-Marx-stadt "Frische Luft" und im Bezirk Gera "Grenze"verwendet.
Die Unteraktionen, (z.B. Beschaffung Wohnraum, Transportraum) bekammen ebenfalls Decknamen.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 24.09.2009 22:57 | nach oben springen

#69

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 23:03
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
1961, den
Decknamen "Festigung"
dieser Deckname bezeichnete die Gesamtaktion.
Im Bezirk Erfurt wurde seitens des Einsatzstab der Decknamen "Kornblume", im Bezirk Suhl "Blümchen", im Bezirk Magdeburg "Neues Leben",
im Bezirk Rostock und Grenzkreis Grevesmühlen "Osten", im Bezirk Karl-Marx-stadt "Frische Luft" und im Bezirk Gera "Grenze"verwendet.
Die Unteraktionen, (z.B. Beschaffung Wohnraum, Transportraum) bekammen ebenfalls Decknamen.


Thanks Thunderhorse!
Von den Decknamen in den anderen Bezirken hatte ich bisher keinen Schimmer.

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#70

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 23:12
von westsachse | 464 Beiträge

Ich möchte mich dem mal sachlich nähern, denn es ist bis heute ein Problem in der ehemaligen DDR. Republikflüchtige sind in der Regel von der damaligen BRD für ihre zurückgelassene Habe abgefunden worden. Vor allem in die Immobilien sind in der Zwischenzeit andere (im Fall von Böseckendorf mit Sicherheit ganz bestimmte Kader) Leute gezogen und haben sich darum gekümmert. Nach der Wende bekamen die alten Besitzer ihr Grundstück zurück (mit Sicherheit in unterschiedlichen Zuständen)und wurden für ihre Flucht zu zweiten mal belohnt. Die "Zwischenbesitzer" schauten in die Röhre und haben dazu verständlicherweise ihre eigene Meinung. Nur zum Verständnis - keine Wertung.

Gruß

westsachse


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#71

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 23:24
von wosch (gelöscht)
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Zitat von westsachse
Ich möchte mich dem mal sachlich nähern, denn es ist bis heute ein Problem in der ehemaligen DDR. Republikflüchtige sind in der Regel von der damaligen BRD für ihre zurückgelassene Habe abgefunden worden. Vor allem in die Immobilien sind in der Zwischenzeit andere (im Fall von Böseckendorf mit Sicherheit ganz bestimmte Kader) Leute gezogen und haben sich darum gekümmert. Nach der Wende bekamen die alten Besitzer ihr Grundstück zurück (mit Sicherheit in unterschiedlichen Zuständen)und wurden für ihre Flucht zu zweiten mal belohnt. Die "Zwischenbesitzer" schauten in die Röhre und haben dazu verständlicherweise ihre eigene Meinung. Nur zum Verständnis - keine Wertung.

Gruß

westsachse



..............................................................................................

Hallo westsachse, mir ist Deine Einschätzung etwas zu pauschal ausgefallen. Ich zum Beispielhabe 1962 von der Bundesrepublik 150,- DM Begrüßungsgeld erhalten und mehr habe ich nicht in Anspruch genommen. Und von meiner Sorte gab es noch einige mehr.
Schönen Gruß aus Kassel


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#72

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 23:36
von westsachse | 464 Beiträge

Hallo Wosch, habe mir gerade dein Profil durchgelesen. Mit 20 wirst Du noch nicht sooo viel gehabt haben und auserdem, wie Du schon sagst (beansprucht) war es auch damals in der BRD bestimmt schon so, dass man wissen musste, was man alles beantragen kann. Ich wollte den Sachverhalt nur mal von der emotionalen auf die sachliche Schiene bringen. Natürlich ist es wie überall - auf den ersten Blick gleiche Fälle sind bei näherer Betrachtung grundverschieden. Aber wir kommen vom Thema ab. Wäre bestimmt genug Futter für einen eigenen Thread.

Gruß

westsachse


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#73

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 23:36
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Westsachse,
Sicherlich ist Deine Betrachtungsweise in gewisser Hinsicht richtig. Viele haben teilweise Immobilien im guten Glauben erworben das alles Legal und Rechtsmäßig war. Auch haben Sie viel in die Immobilien investiert! Da ist wieder Unrecht geschehen als sie raus mussten!
In meinem Beitrag habe ich es mit den Rückgaben nicht auf Böseckendorf bezogen sondern Enteignungen in der DDR. Es wurden ja nicht nur Flüchtlinge enteignet! Aber wo beginnt da Unrecht und wo hört es auf? Gruß Peter(turtle)

Habe gerade den Beitrag von Wosch gelesen. Ich habe auch nur 150 DM bekommen. Ich hatte sogar auf den Flüchtlingsausweis verzichtet!
Aber besondere Werte hatte ich auch nicht. (turtle)


zuletzt bearbeitet 24.09.2009 23:40 | nach oben springen

#74

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 25.09.2009 07:36
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Hallo,

wenn du Hellerware kaufst, oder Falschgeld unwissentlich in Umlauf bringst, musst du's abgeben.
Mal noch ne andere Frage, hat man den "Nachbesitzern" verheimlicht, dass sie das Eigentum von "Republikflüchtlingen" erwerben?

Rainer-Maria, Du Streiter vor dem Herrn, ich teile viele Deiner Ansichten, kann sie meist verstehen oder zumindest akzeptieren, aber det war gequirlte Sch... von wegen Drückeberger und so.
Mensch, ich dachte immer Du "verstehst" die Menschen, die oft unter Lebensgefahr ihre Heimat, Arbeit, Familie, Freunde verlassen mussten, weil sie anders als Du mit dem System in Konflikt gerieten, oder das System mit ihnen? Ich hab mich doch nicht geirrt, sag?


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#75

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 25.09.2009 13:21
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Wolfgang, gehen wir es noch einmal in aller Ruhe an, denn in der Hitze des Gefechtes passieren schon manchmal Sachen so wie gestern.
Der Begriff, das Wort „ Nichtsnutze“ lag voll daneben, und ich habe mich entschuldigt. Ich bin auch bloß ein Mensch, nicht so ein Tausendsassa wie Wolfgang( wosch)
Aber bleib ruhig, wosch, zu dir komme ich nachher auch noch.
Ich komme aus ganz einfachen Verhältnissen, aus einem Arbeiterhaushalt aber ich hatte schon in den 80er Jahren, in dieser alten DDR Grundbesitz. Der Arbeitersohn Rainer- Maria wurde zum Grundbesitzer und fühlte sich auf einmal wie Hans im Glück.
Nein, nicht geerbt wie die mit dem, ich sage immer so schön: „ Die mit dem goldenen Löffel im Mund aufgewachsen sind“. Ne, ne, man konnte auch ohne Löffel erben.
Aber so Einer war ich nicht, ich habe es mir erarbeitet, in dieser Feierabendbrigade hart erarbeitet, worüber ich schon einmal geschrieben habe.
Grundbesitz in der DDR zu erwerben, war relativ einfach, du brauchtest einen Verkäufer und einen Käufer, na, und den Notar .Ja, und noch Geld, viel Geld aber zu irgendwas geht der Mensch doch arbeiten, ich hatte die Kohle, die so nebenbei, unter der Hand bei diesen Verkäufen fliesen musste. Logisch, ohne Quittung, Handschlag drauf, so etwas war Vertrauenssache.
Dann aber, wenn du mehr wie 500qm Boden kaufen wolltest, noch gute Freunde, die den Strohmann dabei spielten.
Sie mussten verlässlich sein. Jetzt könnte einer sagen, wegen den vielen IM, IM Notar, IM Rechtsanwalt….komisch, ich habe keinen von der Sorte kennen gelernt.
Meinen Notar habe ich übrigens heute noch, es ist wohl eine Lebensvertrauenssache mit den Notaren, man sollte sie nicht wechseln wie die Hemden.
Aber ich schweife ab. Die Geschichte mit den Grundstücken würde jetzt hier zu weit führen, ich bau sie einmal in das Märchen vom kleinen und dem großen Klaus mit ein.
Ich behaupte also, nachvollziehen zu können, wenn Einer etwas über Nacht verlässt und wir nehmen einmal den ganz einfachen Fall: „ Er lässt Alles stehen und liegen, eventuell noch den Opa und die Oma im Rollstuhl sitzen und flüchtet zur „ Großen Freiheit Nummer 7“, weil ihm die Freiheit, und Grenzenlos, und er möchte doch wie ein Vogel…sein. .Solche Fälle, natürlich ohne die Sache mit dem Rollstuhl gab es Tausende in der alten DDR.
Ich kann falsch liegen, gut, kann mich gerne jemand berichtigen.
Dann ist er noch schlimmer, dieser Flüchtling, der Republikflüchtling, er ist, er war nicht wie ein Nomade im Orient, den der räumt seinen Rastplatz hinterher noch auf. Ich habe für diese Sorte von Menschen einfach nur Verachtung übrig. Es ist ganz einfach „ Unmoralisches Handeln ohne Nachzudenken über die Konsequenzen so nach dem Motto nach mir die Sintflut“.
Ich hatte auch Arbeitskollegen, mit schönem Reihenhäuschen, so richtig gemütlich, nein, peng, Ausreiseantrag weil, der Westen zog auf einmal wie ein Magnet!
Anders kann ich es mir nicht erklären.
Aber, ohne das Aber komme ich nicht aus…aber sie haben ihre Häuschen vorher wenigstens noch verkauft, sie haben ihre Angelegenheiten geregelt !
So, Wolfgang, jetzt zu den Hehlern und wenn Einer über Nacht…über den Zaun…und der Staat konfiszierte das Grundstück und die Funktionär Müller, Maier, Schulze bekundeten auf einmal starkes Kaufinteresse.
Dann hätte man es glasklar regeln müssen…der Mann, die Frau sind weg, also Grundstück weg bis zum Sanktnimmerleinstag und Pustekuchen.
Was hat man gemacht? Man hat gedacht, die DDR gibt es auch noch in 100 Jahren, also keine notarielle Umschreibung…das war ein großer Fehler, ein Riesenfehler.
Anders liegen die Fälle und jetzt entschuldige, Peter, mein Freund und auch wosch, wenn man ein junger armer Schlucki ist, der noch nichts hatte…na, der nahm die 150,- Westmark und damit war gut. Die habe ich auch nicht gemeint mit der „ Riesenschweinerei.
Deren Geld will doch auch keiner wieder haben.
Ich habe noch nicht das richtige Wort für die Leute, wie oben geschrieben gefunden.
Vielleicht hat ein Anderer einen Vorschlag?
Noch einmal zu Wolfgang ( wosch), mein älterer Freund, der Zeitzeuge vom Dorf meinte, ich hätte falsch übersetzt: „ Die Großbauern, viele Großbauern sind nicht mit Freude in die LPGs eingetreten, Gottbewahre, sie sind eingetreten, weil ihnen das Wasser bis zum Halse stand“.

Ich werde erst heute Abend wieder dazu kommen, mich vor die Kiste zu setzen aber ihr könnt ja schon mal…und über die Moral bei der Geschichte…

Gruß Rainer- Maria






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#76

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 25.09.2009 13:57
von Der Feldstecher (gelöscht)
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Moin, künstlerische Freiheit hin oder her... Selbst von der Dramaturgie erfüllte der Film nur das Programmschema der privaten Fernsehanstalten in Deutschland: Reißerische Momente angros, aber in der Tiefe menschlichen Fühlens, Denken und Empfindens zu seicht. Gut, oft klemmt es auch bei der Verfilmung solcher Stoffe im Öffentlich Rechtlichen. Mehr Mühe hat sich Sat.1 bei der anschließenden Dokumentation gegeben.

Und zu den Dokus von Guido Knoop wie der gerade im ZDF laufenden zweiteiligen DDR-Fluchtserie... Wenn Knoop nachgespielte Szenen mit dokumentarischem Anspruch einflechten lässt, es graut einem vor schauspielerischer Oberflächlichkeit, vor denn pappigen Dialogen, aber auch vor den Uniformen, die nie dem Schnitt der dargestellten Periode entsprechen. Leute mit historischem Hintergründen reiben sich die Augen und vermeinen, Knoop oder wer auch immer dafür zuständig ist, habe sich aus dem Kostümfundus der indischen Filmhochburg Bollywood bedient... Der Feldstecher


zuletzt bearbeitet 25.09.2009 13:59 | nach oben springen

#77

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 25.09.2009 15:04
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von westsachse
Ich möchte mich dem mal sachlich nähern, denn es ist bis heute ein Problem in der ehemaligen DDR. Republikflüchtige sind in der Regel von der damaligen BRD für ihre zurückgelassene Habe abgefunden worden. Vor allem in die Immobilien sind in der Zwischenzeit andere (im Fall von Böseckendorf mit Sicherheit ganz bestimmte Kader) Leute gezogen und haben sich darum gekümmert. Nach der Wende bekamen die alten Besitzer ihr Grundstück zurück (mit Sicherheit in unterschiedlichen Zuständen)und wurden für ihre Flucht zu zweiten mal belohnt. Die "Zwischenbesitzer" schauten in die Röhre und haben dazu verständlicherweise ihre eigene Meinung. Nur zum Verständnis - keine Wertung.

Gruß

westsachse




Hallo westsachse,

Deine Feststellung ist soweit richtig, hat leider einen kleinen Schönheitsfehler.
Der Einigungsvertrag zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik 1990 hat eindeutig ausgesagt (sinngem.):
1. Rückgabe vor Entschädigung

2. Rückgabe nur, wenn in der BRD erhaltende Entschädigung (man nannte es "Lastenausgleich) zurückgezahlt wird.
In diesem Sinne hat man die Doppelbelohnung, von der Du sprachst, ausschließen wollen.

Jetzt kommt das große ABER!!!:

Viele der Alteigentümer haben es gut verstanden, das zu umgehen. Wie auch immer, Nachfahren (Erben) ehem. Alteigentümer vielleicht aus Unkenntnis oder auch weil Unterlagen nicht mehr vorhanden oder auffindbar. (Im Bürokratenstaat Deutschland eigentlich undenkbar...?)

Es gab aber auch nicht wenige, die haben mit einer gewissen kriminellen Energie den Lastenausgleich unter den Tisch gekehrt oder kehren können. Wer weiß, mit Vitamin "B" oder was auch immer.
Hab es selbst in der eigenen Familie erlebt, erleben müssen! Wir wußten es aus persönlichen Briefen meiner Tante, das sie 1953 nach ihrer Flucht einen fetten Lastenausgleich erhalten hatte. (Ich hatte auch schon mal in einem anderen Therad darüber berichtet) Als sie nach dem 03.10.1990 ihre Ansprüche als Alteigentümerin anmeldete, war da keine Rede mehr von. Es wollte auch niemand wissen. Meine Eltern haben verzweifelt bis zum Oberverwaltungsgericht in Naumburg geklagt, u. a. um zu diesem Sachverhalt Auskunft zu bekommen: Fehlanzeige! Man hat es abgeschmettert mit der Begründung: "Nichts auffindbar!" Aus einer velässlichen Quelle, die wir aber leider nicht bei Gericht verwenden konnten, haben wir erfahren, das im zust. Archiv in Frankfurt/ Main einige(!!!) Akten zur Sache "Lastenausgleich" verschwunden waren...
Jeder mag sich seinen Teil denken.
Beweisen konnten meine Eltern nichts, bewiesen ist nur, das es ihnen eine Menge Geld (ihre gesamten Ersparnisse!) für Gerichtskosten, Nachforschungsanträge, Rechtsanwalt & Co gekostet hat. Mein Vater ist letztendlich daran zerbrochen und an schweren Altersdepressionen verstorben, besser gesagt, er ist elendich krepiert, weil er mit dieser Ungerechtigkeit nicht mehr leben konnte...

Kenne aber auch Fälle, da ist es anders gelaufen. Lastenausgleich- Rückzahlung und Rückübertragungsansprüchen stattgegeben, Lastenausgleich nicht zurückgezahlt oder zurückzahlen können = keine Ansprüche erhebbar.

Das ist eben das A- typische für Deutschland. Wenn zwei das Gleiche machen ist es noch lange nicht das Selbe!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 25.09.2009 15:10 | nach oben springen

#78

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 25.09.2009 15:25
von dein1945 (gelöscht)
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[quote="Augenzeuge"]Danke Rostocker- guter Kartenausschnitt, nun müsste sich unser Tommy aufgrund der Aussage:"* Auf den Weg, den die Flüchtlinge nahmen, gab es keinen Fluss zu durchqueren,so aber im Film!* Im Film ist davon die Rede, dass die Flüchtlinge südliche (!) Richtung einnehmen. Auch totaler Quatsch."
etwas revidieren......

Wie uns dieses Beispiel zeigt, dürfen wie nicht zu schnell etwas in Frage stellen oder sogar als Quatsch bezeichnen. (Zumindest was die Fluchtrichtung betrifft, der Fluss war halt eine künstlerische Zugabe....)

Gruß, Augenzeuge

Zum Kartenausschnitt von Rostocker lt. DDR Verkehrsatlas von 1980, da gibt es kein Böseckendorf. Zu dem was Tommy alles auszusetzen hat, sage ich mal Film ist Film und keine Doku, aber mal die Frage gab es Böseckendorf wirklich, Auszug aus der DDR Verkehrskarte von 1980 kann ich es nicht finden !


Dateianlage:
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#79

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 25.09.2009 15:33
von dein1945 (gelöscht)
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aber mal die Frage gab es Böseckendorf wirklich, Auszug aus der DDR Verkehrskarte von 1980 kann ich es nicht finden ![/quote]

Hab mir selbst die Antwort gesucht, gleiche Gegend nur diesmal der V.A.G. Autoatlas von 1982/83, warum gab es das Dorf nur nicht im DDR-Atlas lag doch auf ihrem Gebiet, ein Schelm der böses denkt !
Gruß aus Berlin


Dateianlage:
zuletzt bearbeitet 25.09.2009 15:35 | nach oben springen

#80

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 25.09.2009 20:43
von TOMMI | 1.992 Beiträge

Zitat von dein1945
aber mal die Frage gab es Böseckendorf wirklich, Auszug aus der DDR Verkehrskarte von 1980 kann ich es nicht finden !



Hab mir selbst die Antwort gesucht, gleiche Gegend nur diesmal der V.A.G. Autoatlas von 1982/83, warum gab es das Dorf nur nicht im DDR-Atlas lag doch auf ihrem Gebiet, ein Schelm der böses denkt !
Gruß aus Berlin[/quote]
Klar gab es daas Dorf und gibt es immer noch. Und wenn es in keinem DDR-Autoatlas zu finden
war, dann darfste dreimal raten, warum. Eswird wohl niemand Interesse gehabt haben, dass Otto
Nortmalverbraucher locker vom Hocker im Grenzgebiet und noch dazu im Schutzstreifen herumkurft.


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