#41

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 08:51
von Augenzeuge (gelöscht)
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Noch ein Artikel dazu:


Dateianlage:
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#42

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 10:27
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Zermatt
Also hab ich nix verpasst ?



Nicht unbedingt.

Hab selbst ca. 1/2 des Filmes mir angeschaut, in einer Werbepause dann zur ARD und Pus minus wars glaub ich?
umgeschaltet, war wesentlich interessanter und hab dann auch nicht wieder zurückgeschaltet...


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

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#43

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 11:02
von wosch (gelöscht)
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Hallo!
Man sollte bei dem Film allerdings auch nicht vergessen, daß es solche Aktionen, wie "Kornblume" in der DDR wirklich gegeben hatte. Ich selber habe als Kind die LKW´s leer ins Grenzgebiet fahren gesehen und später auch wie sie voll beladen zurück gekommen sind und kann mich an das Entsetzen und die Sprachlosigkeit der das mitansehenden Bevölkerung noch sehr genau erinnern. Diese Situation von damals in einem Spielfilm so darzustellen, ohne von der Kritik zerissen zu werden, ist meiner Meinung nach äusserst schwierig und wohl doch nur in einer Dokumentation zu schaffen. Wenn man den Film als das sieht, als das er gedacht ist, nämlich als einen Spielfilm mit geschichtlichen Hintergrund, dann ist er sogar des Ansehens würdig. Daß er von "Experten" anders beurteilt wird als von Zeitzeugen ist mir natürlich auch klar, aber man sollte den Wahrheitsgehalt in Sachen "Darstellung" nicht unbedingt mit dem von "Sturm der Liebe" gleichsetzen!
Ich kenne schlechtere Geschichten!!
Schönen Gruß aus Kassel


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#44

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 11:07
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Rostocker
mal was in Anhang


--------------------------------------------------
Zum 2 Kartenausschnitt muß ich mich berichtigen.Es stellt kein Bach da.Sondern Feldwege.Schuldigung


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#45

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 11:14
von wosch (gelöscht)
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Zitat von wosch
Hallo!
Man sollte bei dem Film allerdings auch nicht vergessen, daß es solche Aktionen, wie "Kornblume" in der DDR wirklich gegeben hatte. Ich selber habe als Kind die LKW´s leer ins Grenzgebiet fahren gesehen und später auch wie sie voll beladen zurück gekommen sind und kann mich an das Entsetzen und die Sprachlosigkeit der das mitansehenden Bevölkerung noch sehr genau erinnern. Diese Situation von damals in einem Spielfilm so darzustellen, ohne von der Kritik zerissen zu werden, ist meiner Meinung nach äusserst schwierig und wohl doch nur in einer Dokumentation zu schaffen. Wenn man den Film als das sieht, als das er gedacht ist, nämlich als einen Spielfilm mit geschichtlichen Hintergrund, dann ist er sogar des Ansehens würdig. Daß er von "Experten" anders beurteilt wird als von Zeitzeugen ist mir natürlich auch klar, aber man sollte den Wahrheitsgehalt in Sachen "Darstellung" nicht unbedingt mit dem von "Sturm der Liebe" gleichsetzen!
Ich kenne schlechtere Geschichten!!
Schönen Gruß aus Kassel



Die Erinnerungen als Kind beziehen sich natürlich auf die Aktion "Ungeziefer" im Jahr 1952, bei der "Kornblume" war ich mittlerweile schon 19 Jahre.
wosch


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#46

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 12:13
von Galaxy (gelöscht)
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ich hab mir diesen film nicht angeschaut.zu oberflächlich! eigentlich eine gute sache sowas zu verfilmen aber nur der name böseckendorf musste dazu herhalten.alles andere war frei erfunden.der evangelische pfarrer der dort eine rolle spielte war im katholischen eichsfeld total fehl am platz. alle böseckendorfer die ich kannte und zum teil dies damals erlebten fanden den film schlichtweg schlecht!! galaxy


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#47

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 12:27
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Galaxy
ich hab mir diesen film nicht angeschaut.zu oberflächlich! eigentlich eine gute sache sowas zu verfilmen aber nur der name böseckendorf musste dazu herhalten.alles andere war frei erfunden.der evangelische pfarrer der dort eine rolle spielte war im katholischen eichsfeld total fehl am platz. alle böseckendorfer die ich kannte und zum teil dies damals erlebten fanden den film schlichtweg schlecht!! galaxy



Wahrscheinlich war es in der Realität noch schlimmer. Aber: Beurteilen ohne gesehen zu haben? So schnell hast du von denen ein Statement bekommen? Gleich von mehreren, wohnst wohl in der Nähe? Bei deinen Kontakten kannst du uns doch dann sicher mehr über diesen Fall erzählen. Ich bin schon gespannt!

Gruß, Augenzeuge


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#48

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 14:08
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von wosch

Zitat von wosch
Hallo!
Man sollte bei dem Film allerdings auch nicht vergessen, daß es solche Aktionen, wie "Kornblume" in der DDR wirklich gegeben hatte. Ich selber habe als Kind die LKW´s leer ins Grenzgebiet fahren gesehen und später auch wie sie voll beladen zurück gekommen sind und kann mich an das Entsetzen und die Sprachlosigkeit der das mitansehenden Bevölkerung noch sehr genau erinnern. Diese Situation von damals in einem Spielfilm so darzustellen, ohne von der Kritik zerissen zu werden, ist meiner Meinung nach äusserst schwierig und wohl doch nur in einer Dokumentation zu schaffen. Wenn man den Film als das sieht, als das er gedacht ist, nämlich als einen Spielfilm mit geschichtlichen Hintergrund, dann ist er sogar des Ansehens würdig. Daß er von "Experten" anders beurteilt wird als von Zeitzeugen ist mir natürlich auch klar, aber man sollte den Wahrheitsgehalt in Sachen "Darstellung" nicht unbedingt mit dem von "Sturm der Liebe" gleichsetzen!
Ich kenne schlechtere Geschichten!!
Schönen Gruß aus Kassel



Die Erinnerungen als Kind beziehen sich natürlich auf die Aktion "Ungeziefer" im Jahr 1952, bei der "Kornblume" war ich mittlerweile schon 19 Jahre.
wosch



Hallo wosch,

wovon Du schreibst, selbst erlebt habe ich es nicht bzw. kann mich daran nicht mehr erinnern. Weiß aber nur aus den Schilderungen von meinem Vater und auch andere Leuten, das diese Aktionen so abliefen (LKW- Transporte mit ausgewiesenen Leuten). Man hat bewußt in den frühen Morgenstunden die Leute überrumpelt, d. h. offene(!!!) LKW´s sind vor den betreffenden Häusern vorgefahren, man hat die Menschen aus dem Schlaf geklingelt ähnlich einer Hausdurchsuchung oder eines heutigen SEK- Einsatzes und ihnen eröffnet, das sie bis zur Zeit X (und da war nicht mehr viel Zeit...!) das Sperrgebiet zu verlassen haben und sie umgesiedelt werden. Die geanze Aktion lief so ab, das es genug Menschen sehen mußten, z. Bsp. alle, die allmorgendlich auf dem Weg zur Arbeit waren. Das war ein klarer ideologischer und perfider Schachzug, um eine entsprechende breite und abschreckende Wirkung für jederman zu erzielen. Auch wurden dann noch "Runden" durch die Orte "gedreht", nur damit auch wirklich genug Mitbürger sich das ganze Drama mit ansehen mußten, ähnlich einer propagandistischen Großveranstaltung!
Diese armen Tröpfe (auch Kinder und Kleinstkinder!) wurden dann ins s. g. Hinterland verfrachtet, z. Bsp. in den Hallenser/Leipziger Raum, wo dementsprechend auch Arbeitskräfte benötigt wurden. Zu meinen Eltern kam über Jahre immer ein Betroffener in Urlaub (meine Eltern vermieteten einen Bungalow), der damals als Junge von dieser Aktion betroffen war. Nebenbei, es handelte sich um eine Großfamilie mit 8 Kindern, die man damals in so einer Nacht- und Nebelaktion zwangsaussiedelte. Die hat man hier von Ilsenburg in die Gegend bei Delitsch/ Eilenburg verfrachtet.
Ich bin mir sicher, das da auch vieles über böswillige Denunziationen von Nachbarn, Kollegen ect. abgelaufen ist, um unliebsame Zeitgenossen auf diese einfache Art und Weise loszuwerden und um sich bei den stalinistischen Machthabern noch Bonuspunkte einzusammeln.

Wei´ß auch noch zu gut, das in den tiefsten DDR- Jahren der 60-er und 70-er dieses Thema nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert/ angesprochen wurde. Und wenn wir als Kinder davon etwas mitbekamen, wurden wir zu absoluter Verschwiegenheit verdonnert. Soviel Angst hatte man. Damit ist erwiesen, das der Showeffekt dieser menschenrechtsverachtenden Maßnahmen ihre Wirkung nicht verfehlt haben. Das große Vorbild Stalin und auch schon die Nazis hatten es ja bestens vorgemacht, wie soetwas "funktioniert".

Natürlich kann man soetwas in einem Spielfilm nicht 100% authen´tisch wiedergeben, dafür ist es eben ein Film. Für andere Darstellungen gibt es eben die Doku`s. Wenn da noch gute historische Bilder/ Filme/ Dokumente eingespielt werden, Zeitzeugen objektiv berichten können, dann ist das natürlich das Optimale!

josy95


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Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 24.09.2009 14:12 | nach oben springen

#49

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 14:21
von TOMMI | 1.985 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Danke Rostocker- guter Kartenausschnitt, nun müsste sich unser Tommy aufgrund der Aussage:"* Auf den Weg, den die Flüchtlinge nahmen, gab es keinen Fluss zu durchqueren,so aber im Film!* Im Film ist davon die Rede, dass die Flüchtlinge südliche (!) Richtung einnehmen. Auch totaler Quatsch."
etwas revidieren......

Wie uns dieses Beispiel zeigt, dürfen wie nicht zu schnell etwas in Frage stellen oder sogar als Quatsch bezeichnen. (Zumindest was die Fluchtrichtung betrifft, der Fluss war halt eine künstlerische Zugabe....)

Gruß, Augenzeuge



Hallo; Augenzeuge!
Wie ich lese, wird meine Stellungnahme verlangt.

Also, erstens:
Die Flüchtlinge haben den Weg Richtung Immingerode genommen, also
in nordöstlicher Richtung. Ist übrigens auf der linken Karte zu sehen.
Der vergrößerte Kartenabschnitt rechts zeigt da einen angeblichen Bachverlauf.
Zweitens:
Was dda als "Bach" eingezeichnet ist, ist eher ein kleinerer Wassergraben
von weniger als einem Meter Breite. In der Nähe verlief da, wo auf der Karte
"Bach" zu lesen ist, später der GSZ. Aber für den Fluchtweg ist diese Feststellung
eh uninteressant, da die Flüchtlinge diesen Bach, Graben oder was auch immer nicht
überqueren mussten.
Drittens:
Auf der sonst sehr gut gezeichneten Karte (entspricht genau den topografischen
Karten von dort) ist Süden links unten. Wie das? Süden ist immer genau unten.
Was da als Süden eingezeichnet ist, ist in Wirklichkeit Südwesten.

Alles in allem finde ich die Aussagen in meiner Kritik eher bestätigt.

PS: Wenn so ein allgemeines Interesse herrscht, wie wäre es mit einem Ortstermin?

TOMMI


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#50

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 14:40
von Augenzeuge (gelöscht)
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Danke Tommy. Nun hat rostocker sich auch teilweise revidiert, da er sich am Wassergraben geirrt hatte.
Einen Ortstermin brauchen wir nicht machen, nach 48 Jahren hat sich zu vieles verändert. Auch wohne ich nicht gleich um die Ecke...

Letztlich sollte der Film spannend und unterhaltsam sein- die Historie spielte nicht die Hauptrolle, es ging um die spielerische Vermittlung der Aktion der DDR, die ja immer geheimgehalten wurde.
In der anschliessenden Doku wurde dann alles wahrheitsgemäßer beleuchtet.

Übrigens, sogar die linke taz hat den Film empfohlen: http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/...Hash=0c5f6c5e41

Augenzeuge


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#51

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 15:15
von wosch (gelöscht)
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Hallo Yosy95! Seltsamer Weise kann ich mich an die Aktion Ungeziefer, obwohl ich da nur 1o Jahre alt war, viel deutlicher erinnern, als an die Aktion"Kornblume" mit meinen 19 Jahren. Die Aktion "Ungeziefer" lief damals, nach meiner Erinnerung, etwa so ab: Nach Einbruch der Dunkelheit fuhren durch unseren Ort Ludwigslust eine große Anzahl von LKW´s, zu einem großen Teil mit Anhänger, in Richtung Grenzgebiet bei Dömitz. Da wir an der Hauptstraße wohnten und in der damligen Zeit auch als Kinder nicht sehr früh in die Betten gegangen wurden, bekamen das nicht nur die Erwachsenen mit. Ab Mitternacht kamen diese Fahrzeuge, bis oben hin mit Möbeln und Hausrat vollgepackt,wieder zurück. Die in der Nacht haben wir Kinder natürlich nicht gesehen, aber die in den Morgenstunden schon. Wie lief das damals überhaupt ab? Man holte die Leute mehr oder weniger aus den Betten, eröffnete ihnen, daß sie umgesiedelt würden und hatte gleich Leute mitgebracht, die beim Aufladen zu "helfen" hatten. Diese mitgebrachten "Helfer" waren zu einem großen Teil solche Menschen, die irgendwo beim Rat der Stadt, des Kreises oder sonstigen staatlichen Stellen beeschäftigt waren und sich nicht erlauben konnten sich zu verweigern. Selbst wir Kinder haben das damals schon als ein großes Unrecht angesehen und die verhalten-ängstlichen Reaktionen der Erwachsenen verschlimmerten meinen persönlichen Eindruck und haben mich für mein späteres Leben mit Sicherheit ein Stückchen mitgeprägt. Groß geredet wurde bei den Erwachsenen nicht im Besein von mehreren Personen, zu zweit schon, wenn aber ein Dritter sich dazu gesellte, dann war das Thema "Kino" oder "Wetter". Wir Kinder hatten damals schon sehr früh mitbekommen, was man sagen durfte und was nicht. Wer damals sich erlaubt hätte an der Aktion öffentlich Kritik zu üben, bzw. von "klassenbewußten" Spitzeln dessen bezichtigt wurde, war mit Sicherheit für´s Erste von der Bildfläche verschwunden. Aus meinem damaligen Umfeld gibt es einige Beispiele. Nach dem Abtransport der aus den Grenzgebieten Ausgesiedelten hatte sich die allgemeine Stimmung der Bevölkerung, zumindestens der , der in den betroffenen Gebiete lebenden, in Angst, Haß und Verzweifelung ausgedrückt, selbst wir Kinder haben das gemerkt, wurden aber von zu Hause angehalten, immer schön den Mund zu halten.
Schönen Gruß aus Kassel


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#52

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 17:00
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Wenn ich bei uns Uniformen von anderen anziehe, heisst das Karneval, stimmst, zermatt?



na ja,ersetze das Wort Uniform mal durch Kostüm,dann liegste eher richtig,du Jeck



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#53

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 17:30
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Wolfgang (wosch)ich setze sie einmal in Anführungsstrichel, die alten " Kommunisten", aber sie werden keine Feinen gewesen sein in der Durchsetzung ihrer ureigensten Interessen.
Du hast es erlebt, ich war als Kind davon so weit entfernt wie die Sonne vom Mond.
Einer meiner Freunde, er ist etwas älter wie ich und wohnt nicht weit auf einem Dorf hatte einmal so schön gesagt: " Als es um den Beitritt der Großbauern in diese LPG Typ I und II ging, stand manchen von Ihnen das Wasser so am Hals, sie sind mit Freude...in die LPGs...weil...es half überleben."
Das ist nur ein Beispiel, er, mein Freund wird es wissen.
Man sollte wahrscheinlich auch diese Zeit nicht zu schwarz malen, für Viele wird es ein neuer Anfang gewesen sein, irgendwo in einem neu erbauten Indußtriekomplex der DDR, wo gutes Geld verdient werden konnte, einfach eine neue bessere Existenz machbar wurde.
Sagt mein Freund Jörg nicht immer so in Etwa oder es steht in seinem Anhang: " Blicke nach vorn und lass die Vergangenheit hinter dir...
So werden auch Viele gedacht haben, die damals über Nacht umgesiedelt wurden.
Aber es wird auch die gegeben haben, die daran zerbrochen sind.

Gruß Rainer _ Maria


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#54

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 17:44
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo rainer maria. ganz kurz und knapp. jeder ist seines glückes schmied. keine regierung hat das recht mit menschen so um zu springen. wenn einer in die neuen industriekomplexen im hinterland arbeiten möchte dann muß er das selber entscheiden. ich finde diese aktionen die das grenzgebiet gesäubert haben mehr als unmöglich.. aber ist ja egal was ich denke. ich bin ja aus dem westen und irgentwo gibt es bei uns auch so einen fall denn ich bestimmt gleich aufs butterbrot geschmiert bekomme. lg glasi



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#55

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 17:54
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff

Sagt mein Freund Jörg nicht immer so in Etwa oder es steht in seinem Anhang: " Blicke nach vorn und lass die Vergangenheit hinter dir...
So werden auch Viele gedacht haben, die damals über Nacht umgesiedelt wurden.
Aber es wird auch die gegeben haben, die daran zerbrochen sind.
Gruß Rainer _ Maria



Rainer, schau mal, hier ist mein Anhang: Jeder intelligente Mensch sollte den Unterschied zu deinem mir oben Angedichteten erkennen!

Es gibt kein Vergangenes, das man zurücksehnen darf, es gibt nur ein ewig Neues, das sich aus den erweiterten Elementen der Vergangenheit gestaltet.
Giordano Bruno, 1548–1600


Zerbrochen sind mehr Menschen daran, dass man ihnen ihre Bleibe für das Überleben einer Ideologie, die Zäune und Mauern bedingte, gewaltsam weggenommen hat, nicht daran, dass sie in den Westen gegangen sind. Übrigens, von den Böseckendorfern ist keiner zerbrochen....


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#56

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 18:23
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Hallo Wolfgang (wosch)ich setze sie einmal in Anführungsstrichel, die alten " Kommunisten", aber sie werden keine Feinen gewesen sein in der Durchsetzung ihrer ureigensten Interessen.
Du hast es erlebt, ich war als Kind davon so weit entfernt wie die Sonne vom Mond.
Einer meiner Freunde, er ist etwas älter wie ich und wohnt nicht weit auf einem Dorf hatte einmal so schön gesagt: " Als es um den Beitritt der Großbauern in diese LPG Typ I und II ging, stand manchen von Ihnen das Wasser so am Hals, sie sind mit Freude...in die LPGs...weil...es half überleben."
Das ist nur ein Beispiel, er, mein Freund wird es wissen.
Man sollte wahrscheinlich auch diese Zeit nicht zu schwarz malen, für Viele wird es ein neuer Anfang gewesen sein, irgendwo in einem neu erbauten Indußtriekomplex der DDR, wo gutes Geld verdient werden konnte, einfach eine neue bessere Existenz machbar wurde.
Sagt mein Freund Jörg nicht immer so in Etwa oder es steht in seinem Anhang: " Blicke nach vorn und lass die Vergangenheit hinter dir...
So werden auch Viele gedacht haben, die damals über Nacht umgesiedelt wurden.
Aber es wird auch die gegeben haben, die daran zerbrochen sind.



Gruß Rainer _ Maria




..............................................................................................

Rainer-Maria, Dein Beispiel mit den Bauern, zeigt mal wieder, wieweit Du mit Deinem "Wissen" von der Realität entfernt bist. Waren es doch gerade die Bauern, die sich mit allen verfügbaren Mitteln versucht hatten, sich dem angeblich freiwilligen Beitritt in die LPG´s zu entziehen. Ich komme aus Mecklenburg und habe erlebt was man mit ihnen angestellt hatte. Einem Großteil von ihnen blieb dann nur noch die Flucht in den Westen übrig, weil sie es Bützow-Dreibergen vorzogen. Bestelle mal Deinem Freund, er soll mal bei der Wahrheit bleiben und nicht versuchen, Dich im Märchenerzählen zu übertreffen!
Eine wahre Geschichte aus Ludwigslust: Es gab in der Breite´n Straße, gleich neben der Freiwilligen Feuerwehr eine Kneipe mit Namen "Zur Linde", Ihr müsst wissen, Ludwigslust nannte sich selbst auch Lindenstadt. Dann kam die Bodenreform, Ihr wißt ja: "Junkerland in Bauernhand", und da der Bauer jetzt nicht mehr vom bösen Junker abhängig war und er nicht mehr von ihm "geknechtet" wurde, setzte man ein Zeichen und nannte die "Zur Linde" schnell in "Zum freien Bauer" um. Als aber alle freien Bauern in den LPG´s drinne waren, hieß die Kneipe wieder offizell "Zur Linde". Rainer, hast Du verstanden? So sehen wahre Geschichten aus!
Die Zeit in der die Bauern in die LPG´s eintreten mußten, war eine Zeit, geprägt von Stromsperren. Ich kannte Fälle, da bekamen nur LPG-Mitglieder Kerzen zu kaufen, geschweige denn Sprit für den Trecker, soweit einer vorhanden war und aus der MAS und MTS gab es für ihn auch nichts zum Ausleihen. Und wenn er sich beschwerte, dann fand man schon irgend ein Schweinchen, das er "Schwarz geschlachtet" hatte, und dafür gab´s dann gesiebte Luft und drinn war der Hof in der LPG. So war das Rainer, das kannst Du Deinem Freund erzählen und bestell ihm mal einen schönen Gruß von mir.
Schönen Gruß aus Kassel


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#57

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 18:56
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo alle zusammen, ich sehe, das wird wieder eine Nachtschicht aber gleich zu glasi. Wenn ich vor den ganzen Leuten, glasi, die mir im Laufe meines Lebens voll ins Kreuz getreten haben, gekuscht hätte, wäre ich heute nicht im Forum.
Sollten meine Großmutter und der Großvater resignieren, weil die Polen 1945 sie innerhalb von einer halben Stunde mit ihren Töchtern in Güterwaggons verfrachtet haben heim ins geschlagene Reich?
Das denke ich nicht, es ging weiter im schönen Sachsen, auch wenn die Anfangsjahre mehr wie bescheiden waren.
Bei Wolfgang kann ich nur sagen, er, mein Freund ist ein Zeitzeuge und du bist ein Zeitzeuge!
Ja, und jeder hat seinen Senf dazugegeben, kann der Leser also entscheiden, ich war ein Kind, ich halte mich raus, bevor der Streit wieder ausartet und eventuell das Fairteam wieder....
Jörg, ich hasse diese Wortklauberei und ob nun und ob nun nicht und der, dein Satz nun richtig interpretiert oder ob ich doch zu dumm dafür bin, keine Ahnung.

Gruß Rainer- Maria


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#58

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 19:27
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo rainer maria.. ich kann dich verdammt gut leiden.. wir haben die gleichen ansichten was die zukunft und die gegenwart betrifft.. aber die vergangenheit.. ich glaube nicht das man das was deinen großeltern 1945 in polen pasiert ist mit den aktionen ungeziefer und kornblume vergleichen kann. trotztdem lg glasi



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#59

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 20:41
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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glasi, jetzt weiß ich garnicht, was ich vor Rührung sagen soll. Komm an mein Herz, mein Freund, du da von drüben aus dem Pott.
Lass den Wolfgang und den Jörg, sollen sie doch....natürlich weiter mit dem Rainer- Maria in gesunder Streitkultur verkehren.
Es ist schon ein Kreuz mit den Ost- und Westgeborenen, wie Geschwister, die man kurz nach der Geburt getrennt hatte.
Später stehen sie frühmorgens auf einem Parkplatz an der Autobahn, einer sieht den Anderen neugierig an und denkt: " Der sieht dir überhaupt nicht ähnlich, beide haben Hunger aber keiner gibt es zu, da kommt einer auf einem Pferd geritten, der sieht aus wie Maximus, der Gladiator...der Film, der gerade in SAT I flimmert...ich bin so ein Filmfan, glasi, ich mach erst mal eine Pause.
Ach so, der sagt noch zu den Beiden : " Ein Volk sollte wissen, wann es besiegt ist".
Sie schauen sich beide an, schlagen sich vor Lachen auf die Schultern und meinen fast gleichzeitig: "Lass den mal kämpfen, wir gehen erst mal zu Mc Donalds".

Gruß Rainer- Maria


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#60

RE: BÖSECKENDORF - DIE NACHT, IN DER EIN DORF VERSCHWAND

in Das Ende der DDR 24.09.2009 20:57
von Thomas 66 | 269 Beiträge

zusammen,
also ich wollte mich auchmal kurz äußern.
Ich habe einen Onkel der von 1960-1963 in Neuendorf freiwillig gedient hat.
Leider ist er vor kurzem verstorben und kann nichts mehr über die zeit erzählen.
Ich war aber heute bei seiner frau und sie hat den film gesehen.
Sie hat heute noch engen kontakt mit den leuten die noch leben.
Sie hat auch gesagt das viele sachen ganz anders waren,aber der film hat ihr gefallen.
Viele kleinen dinge sind in wirklichkeit ganz anders gewesen,aber das kann man heute im film nicht alles so darstellen.
Die doku danach ist sehr gut dargestellt,die leute die dort gesprochen haben kennt sie alle.
Auch zu den ex grenzern besteht immer noch ein freundschaftliches Verhältnis.
Vielleicht kann ich mal ein paar Bilder besorgen,oder wir machen einen vor Ort termin und ich mach ein paar Fotos.
Viele Grüße aus Sachsen


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Grüße aus Sachsen
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