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#1

Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 12.12.2016 22:41
von harbec | 62 Beiträge | 7 Punkte
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Hallo liebe Mods!
Habe zur Zeit der Grenzöffnung in der o.a. Stelle gearbeitet.
Besteht Interesse an diesem Thema?
Wenn ja, wo so soll es posioniert werden?
Gruß harbec



zuletzt bearbeitet 13.12.2016 20:17 | nach oben springen

#2

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 12.12.2016 23:03
von Pitti53 | 8.943 Beiträge | 149 Punkte
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Zitat von harbec im Beitrag #1
Hallo liebe Mods!
Habe zur Zeit der Grenzöffnung in der o.a. Stelle gearbeitet.
Besteht Interesse an diesem Thema?
Wenn ja, wo so soll es posioniert werden?
Gruß harb


Hab es verschoben. ist da wohl richtig. Dann mal los


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#3

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 13.12.2016 20:44
von harbec | 62 Beiträge | 7 Punkte
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Hallo!

Und hier ein Bericht von unserer Arbeit, Teil I!

Zum Zeitpunkt der Grenzöffnung war ich auf dem Geschäftszimmer in einer Ausbildungshunderschaft. Also Personalakten, Dienstpläne,
Schriftstücke aller Art, D-Verfahren usw.. Wir waren die sogenannten Tintenkulis der Abteilung.
Die Abteilung gliederte sich damals wie folgt:
- Abteilungsstab
- 3 Ausbildungshundertschaften
- Spezialdienste (FM, K, W etc.)
- Verwaltung

Die Hundertschaften bestanden aus 3 bzw. 4 Ausbildungszügen sowie den entsprechenden Zug- und Gruppenführern.
Dazu kamen der Hundertschaftsführer, Innendienstleiter, 2 Schreiber (mein Kollege und ich), Rechnungsführer, Geräteverwalter (W/ABC),
Wart für Unterkunft und Verpflegung sowie der Hundertschaftstrupp mit 3 Mann.

Mich erreichte an einem Sonntagnachmittag der Telefonanruf, dass ich mich am Montag morgen um 08.00 Uhr bei der
Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck, zu melden hätte.
Dieser Anruf überraschte mich bei meinem Mittagsschlaf, so dass meine Frau diesen entgegen nahm. Nach einem Rückruf beim OvD
wurde mir telefonisch mitgeteilt, daß die Masse der "Tintenkulis" des damaligen GSK Küste ab Montag morgen dieser neu
geschaffenenen Dienststelle zugeordnet worden war.

Danach rief ich meinen Chef an und setzte ihn von diesem Vorgang in Kenntnis.

Am Montag morgen wurde dann von mir ein Kollege angebrütet (dieser half schon von Zeit zu Zeit bei uns aus), um die wichtigsten
Sachen für Montag zu erledigen. Das große Problem war, dass der Spieß auch gerade neu angelernt wurde. Aber irgendwie haben
sie den Montag auch hinbekommen. Natürlich erfolgten im Laufe des Tages einige Anrufe hinsichtlich irgendwelcher Probleme
bei meiner neuen Dienststelle.

Um 08.00 Uhr war dann das "briefing" für unseren neuen Job. Dieses war ein "highlight", weil natürlich aus ganz Schleswig-Holstein (Bereich GSK Küste) alle greifbaren Schreiberlinge eingefallen waren. Alte Kollegen, Lehrgangskameraden und sonstige bekannte Gesichter fanden sich hier zusammen.

Zunächst mußte erst einmal ein Konzept gefunden werden, wie diese Menschenmassen aus der DDR abgearbeitet werden können.

So, für heute ist Schluß. Bei Fragen bis hier hin, immer stellen!

--- Fortsetzung fogt! ---

Gruß Hartmut



Schlutup, Zange, exgakl und Markus Stüber haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.12.2016 21:26 | nach oben springen

#4

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 13.12.2016 20:52
von GKUS64 | 1.779 Beiträge | 231 Punkte
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Hallo @harbec,

Das war bestimmt eine sehr interessante Zeit, für dich und auch für die "Ossis"! Denen hast du wahrscheinlich die ersten Schritte in die Marktwirtschaft beigebracht. Ich bin an deinen damaligen Gedanken und an bleibenden Erlebnissen interessiert und darauf gespannt.

Eine gute Woche wünscht der

GKUS64


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#5

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 13.12.2016 21:47
von Thunderhorse | 4.204 Beiträge | 243 Punkte
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Koordinierung erfolgte über den Sonderstab GSK Süd, dieser war seit dem 22.08.1989 mit der Organisation der Aufnahme und Betreuung/Verteilung der DDR-Übersiedler (zunächst aus Ungarn über Österreich kommend) beauftragt.
Ab dem 11.11.1989 waren dann die jeweiligen GSK in ihren örtlich zuständigen Bereichen zuständig.
GSK Nord übernahm ab dem 22.11.1989 von GSK Süd die Aufgaben eines zentralen Meldekopf und eine zentrale Lenkungsfunktion.

Ab dem 05. Oktober 1989 mußte GSK Küste 1000 Plätze für die Unterbringung von DDR-Übersiedlern vorhalten.
Die ersten 226 wurden für 20:00 Uhr am 05.10.1989 in Lübeck/Ratzeburg erwartet. Abfahrt des Zuges in Hof war um 08:44 Uhr.
Es handelte sich um Personen aus der Botschaft in Prag.

Zur Thematik gibt es ein Buch.

Wie das Ende begann. Die Massenflucht aus der DDR 1989.
Gebundene Ausgabe – 2004
von Gerhard Meyr (Autor)
ISBN 3-00-013289-9


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 13.12.2016 21:50 | nach oben springen

#6

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 13.12.2016 22:15
von harbec | 62 Beiträge | 7 Punkte
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Ab dem 05. Oktober 1989 mußte GSK Küste 1000 Plätze für die Unterbringung von DDR-Übersiedlern vorhalten.
Die ersten 226 wurden für 20:00 Uhr am 05.10.1989 in Lübeck/Ratzeburg erwartet. Abfahrt des Zuges in Hof war um 08:44 Uhr.
Es handelte sich um Personen aus der Botschaft in Prag.



[/quote]


... ein großer Teil dieser ersten Flüchtlinge landete auch bei uns in der Schwartauer Landstr. in Lübeck.
Am Tag zuvor waren schon Kollegen aus unserer Abteilung als Transportbegleitung nach Hof
geflogen worden.

Aber gegen das, was nachher anrollte ist es nur eine kleine Gruppe gewesen.
Das Gute war schon bei dieser ersten Aktion, die Überstunden fingen an zu klingeln.

Und dieser erste Schub wurde ruck zuck abgearbeitet, sozusagen eine Mindermenge.

Gruß harbec



vs1400, exgakl und Markus Stüber haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.12.2016 22:18 | nach oben springen

#7

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 14.12.2016 14:53
von thomas 48 | 3.813 Beiträge | 205 Punkte
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#8

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 14.12.2016 17:00
von Commander | 1.221 Beiträge | 126 Punkte
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Moderator (Internet)

Im Internet unterstützen Moderatoren Teilnehmer in Webforen, um Streit zu schlichten und unerwünschte oder unpassende, verletzende, gesetzeswidrige Beiträge zu löschen, zu verschieben oder zu sperren (diese Aufgabe, zumindest das Entfernen von Beleidigungen in Beiträgen, übernehmen meist auch schon spezielle Programme).


Gruß C.



thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.12.2016 17:03 | nach oben springen

#9

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 14.12.2016 19:15
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... und nun folgt Teil II

Aber im Improvisieren war der BGS immer schon ein großer Könner. Wir hatten das Glück, dass wir in einem Unterkunftsgebäude (THu)
einen ganzen Trakt (ehemalige Fachschule), sprich ein ganzes Stockwerk zur Verfügung hatten. Jeder von uns Schreiberlingen hatte
seine brave alte Schreibmaschine mitgebracht, weil für jeden DDR-Bürger ein Formular mit Schreibmaschine ausgefüllt werden mußte.
Wir bildeten immer zu zweit ein Team, einer führte die Befragung durch und der Kollege bediente die Schreibmaschine.

Wir waren natürlich alle weit vor 08.00 Uhr an unserem Einsatzort und gespannt, was uns der Tag bringen würde. Das Briefing begann
dann schon eine ganze Zeit früher. Es wurde von einem Mitarbeiter der Bundesaufnahmesrelle Gießen durchgeführt. Diese war dann auch kurz und knackig, so dass wir kurz nach 08.00 Uhr anfingen.

Der Flur war schon schwarz vor Menschen. Auf einem Tisch lag schon ein Stapel von in Handschrift ausgefüllten Vordrucken der
DDR-Bürger. Jedes Team schnappte sich einen Vordruck von unten, nahm die zugehörige Person und ging mit ihm in den
Bearbeitungsraum, um den Vordruck zu erstellen. Jedes Team hatte einen kleinen Schreibmaschinentisch und 3 Stühle. So wurde dann
Bürger für Bürger registriert.

Auch der Flur wurde langsam leerer und es kam schon Struktur in die Geschichte. Die Flügeltüren zu unserem Flur wurden durch
Beamte abgeriegelt. Der Flur war an den Wänden mit Stühlen ausgetattet, ein größerer Lehrsaal wurde mit zusätzlichen Stühlen zum
Wartesaal eingerichtet. Wenn sich der Flur und der Lehrsaal fast geleert hatten, wurde durch unsere Absperrungen der nächste
Schwung Menschen hereingelassen. Nummern ziehen, wie beim Finanzamt gab es noch nicht. So wuselten wir uns dann den ganzen
Tag durch Menschenmassen und Berge von Papier.

Der erste Tag war wirklich extrem. Die Menschenmassen saßen im Treppenhaus, standen vor dem Unterkunftsblock und die Schlangen
wurden immer länger. Anfänglich wurden diese Massen viele Tage in die anderen 3 Unterkunftsblöcke weitergeleitet. Dann wurden je nach verfügbarem Raum und Stühlen in unserer Dienststelle die Menschen uns wieder zugeleitet.

... und am nächsten Morgen ging es weiter.
Schon auf der Fahrt von zu Hause in die Kaserne dachte ich, die DDR müßte doch langsam leer sein. Morgens um 06.15 Uhr waren in
Lübeck Menschenmassen unterwegs, wie sonst am Samstag Abend beim Lübecker Altstadtfest. Es wurde geparkt, wo platz war. Auf
Bürgersteigen, auf Zebrastreifen, in Ausfahrten, im Halteverbot usw.. Sonst brauchte ich morgens ca. 20 Minuten in meine Dienststelle,
heute waren es 45 Minuten. Alle Straßen weiträumig um Lübeck waren mit DDR-Autos überflutet.
In der Kaserne angekommen, umgezogen und meinen Kollegen für den laufenden Tag eingewiesen und um 07.45 Uhr zum "briefing"
zur Bundesaufnahmestelle. Schon auf dem Weg dorthin sah ich überall schon Schlangen von Menschen, die in die Aufnahmestelle wollten.
Das wird ja bestimmt ein netter Tag, dachte ich so für mich. Und ich behielt recht, es wurde die Hölle.

--- Fortsetzung folgt!!! ---

Wenn Fragen auftauchen, Feuer frei!

Gruß harbec



Hapedi, exgakl und Markus Stüber haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.12.2016 20:25 | nach oben springen

#10

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 14.12.2016 23:12
von vs1400 | 2.561 Beiträge | 240 Punkte
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Zitat von harbec im Beitrag #6



... ein großer Teil dieser ersten Flüchtlinge landete auch bei uns in der Schwartauer Landstr. in Lübeck.
Am Tag zuvor waren schon Kollegen aus unserer Abteilung als Transportbegleitung nach Hof
geflogen worden.

Aber gegen das, was nachher anrollte ist es nur eine kleine Gruppe gewesen.
Das Gute war schon bei dieser ersten Aktion, die Überstunden fingen an zu klingeln.

Und dieser erste Schub wurde ruck zuck abgearbeitet, sozusagen eine Mindermenge.

Gruß harbec



hm, harbec,
dass kleine glück eben.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#11

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.12.2016 07:29
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Zitat von harbec im Beitrag #9
... und nun folgt Teil II

Aber im Improvisieren war der BGS immer schon ein großer Könner. Wir hatten das Glück, dass wir in einem Unterkunftsgebäude (THu)
einen ganzen Trakt (ehemalige Fachschule), sprich ein ganzes Stockwerk zur Verfügung hatten. Jeder von uns Schreiberlingen hatte
seine brave alte Schreibmaschine mitgebracht, weil für jeden DDR-Bürger ein Formular mit Schreibmaschine ausgefüllt werden mußte.
Wir bildeten immer zu zweit ein Team, einer führte die Befragung durch und der Kollege bediente die Schreibmaschine.

Wir waren natürlich alle weit vor 08.00 Uhr an unserem Einsatzort und gespannt, was uns der Tag bringen würde. Das Briefing begann
dann schon eine ganze Zeit früher. Es wurde von einem Mitarbeiter der Bundesaufnahmesrelle Gießen durchgeführt. Diese war dann auch kurz und knackig, so dass wir kurz nach 08.00 Uhr anfingen.



Wenn Fragen auftauchen, Feuer frei!

Gruß harbec





Gib doch mal entsprechende Datumsangaben, Monat, Tag.. Ab wann warst du dort tätig?


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#12

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.12.2016 09:25
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... ich halte es einmal wie Du, kurz und knapp: Ab 06.11.1989 bis 02/90.



zuletzt bearbeitet 15.12.2016 11:39 | nach oben springen

#13

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.12.2016 11:49
von harbec | 62 Beiträge | 7 Punkte
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Zitat von vs1400 im Beitrag #10
Zitat von harbec im Beitrag #6



... ein großer Teil dieser ersten Flüchtlinge landete auch bei uns in der Schwartauer Landstr. in Lübeck.
Am Tag zuvor waren schon Kollegen aus unserer Abteilung als Transportbegleitung nach Hof
geflogen worden.

Aber gegen das, was nachher anrollte ist es nur eine kleine Gruppe gewesen.
Das Gute war schon bei dieser ersten Aktion, die Überstunden fingen an zu klingeln.

Und dieser erste Schub wurde ruck zuck abgearbeitet, sozusagen eine Mindermenge.

Gruß harbec



hm, harbec,
dass kleine glück eben.

gruß vs





Hallo!

Mit den Überstunden war das gerade so zu ertragen. Gegen Ende des Jahres erreichte uns dann die Nachricht, dass alle Überstunden
x 1,5 vergütet werden. Das war mal ein schöner Lichtblick. Es gab am Anfang keine Überstundenzettel oder ähnliches. Ich fertigte dann für
die erste Woche einen Nachweis und der wurde von allen Sachbearbeitern dann die erste Zeit so genutzt.

Anbei der Überstundenzettel sowie der Sichtvermerk aus Bad Bramstedt.

Gruß harbec

Angefügte Bilder:


zuletzt bearbeitet 15.12.2016 11:51 | nach oben springen

#14

RE: Bundesaufnahmestelle Gießen, Außenstelle Lübeck

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 15.12.2016 19:51
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... und jetzt Teil III!

Wir hatten uns am Vortag schon eine Struktur / Gliederung überlegt und die sollte gleich am 2. Tag greifen.
Unser Chef aus Gießen hatte uns nur gesagt, überlegt euch was. Hauptsache wir bekommen den Laden hier zum Laufen.
So war es dann auch und er nickte fast alle unsere Vorschläge ab. Sie liefen dann ja auch.

Unsere grobe Gliederung war dann wie folgt:
- ein Kollege machte den "Spieß" für alle adminisstrativen Fälle, wie Versorgung, Unterbringung, Büromaterial, Absprachen mit Verwaltung,
Abteilung, anderen Einheiten und, und.
- ein Kollege gab die Aufnahmeanträge aus und nahm sie wieder entgegen
- ein Kollege führte Aufsicht im Aufenthaltsraum
- ein Kollege gab mit dem Bahnbeamten die Fahrkarten aus
- 2 Kollegen bildeten immer ein Team zur Bearbeitung der Anträge
- ein Verwaltungsbeamter und ein Polzeikollege gaben das Begrüßungsgeld aus
- ein Kollege war der Siegelbewahrer und stempelte die bearbeiteten Anträge mit einem großen Dienststempel (Der Formularsatz betrug
4 Blätter und mußte somit 4x gestempelt werden)
- ein Kollege führte die Einlaßkontrolle und regelte den Verkehr, damit der Aufenthaltsraum und der Flur nicht zu voll wurden
- der Kollege aus Gießen war dann der tatsächliche Chef, der immer wieder alle krummen Fälle gerade ziehen mußte und das
waren nicht wenige

Im Laufe des Vormittags wurden es immer mehr Menschen, so dass das Wachpersonal der Unterkunftswache die DDR-Bürger gleich zu den Hundertschaften umleitete.

Man muß sich ja vorstellen, dass der Ausbildungsbetrieb mit 3 Ausbildungshundertschaften weiter lief. Und die Abteilung war zu dem
Zeitpunkt voll belegt.

Jede Hundertschaft hatte natürlich nur begrenzt freie Unterbringunskapazitäten. Das eine oder andere Zimmer, Lehrsäle. Flure.
Alles wurde belegt. Die jeweiligen UvDs in den Hundertschaften machten mit ihrem und einem zusätzlichen WvD (Wachtmeister
vom Dienst, früher GvD) Dienst rund um die Uhr. D.h. sie kümmerten sich von 07.00 Uhr bis 07.00 Uhr üm die Übersiedler. In den
Teeküchen wurden Kaffeeautomaten und Kaltgetränke sowie diverses Geschirr bereitgestellt. Zu den Essenzeiten wurden sie zum Speisesaal gebracht.

Das DRK Lübeck war mit Betreuerteams im Einsatz, weil viele junge Mütter mit Kleinstkindern dabei waren.

Zur Mittags- und Abendzeit ging es für uns kurz zum Essen und dann wurden ohne große Pausen weiter die Anträge bearbeitet.
Die Kaffeemaschinen bei uns im großen Bearbeiterraum standen nicht still. Positiv war natürlich, dass das Essen und die Getränke
in dieser Zeit für uns kostenlos war. Weiterhin wurde die Stunde Mittagspause durchgeschrieben. Die Arbeitstage waren die ersten
Wochen jeden Tag von 07.00 bis 18.00, 19.00, 20.00 Uhr. Natürlich auch am Wochenende.

Ich schließe nun für heute.

--- Fortsetzung folgt! ---

Gruß harbec



zuletzt bearbeitet 15.12.2016 20:16 | nach oben springen


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