#1

Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 19:23
von Angelo | 12.396 Beiträge

Also ich wollte die Frage ja schon mal früher stellen wie sah es eigentlich aus mit Vergnügungsmeilen in den großen Städten der DDR ? Gab es Bordelle,Kabarett und Nachtbar mit Streptease ? Und was hat das denn da so gekostet ?


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#2

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 19:30
von LEGO | 487 Beiträge

Also, in meinem GRENZ-Abschnitt gabs sowas nicht.

(Und ich war da auch nie drin, kenne daher die Preise nicht).


(War das hier nicht früher Forum Grenze???????)


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#3

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 19:37
von Angelo | 12.396 Beiträge

Forum Überschrift:So wahr das Leben in der DDR

Da bist du etwas in der Zeile verutscht.
Ich möchte auch nicht wissen wer im Bordel gewesen ist ich möchte wissen ob es sowas im Stil wie Reperbahn in Hamburg gegeben hat. Keine Details über euer Sexualleben


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#4

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 19:39
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Hallo Angelo,

also dann lege ich mal kurz los. Meine Angaben gelten für die 80-er Jahre und für die Heldenstadt Leipzig.

Prostitution/Bordelle:
Gab es halboffiziell nur während der Messe. Als die "Sündige Meile" in Leipzig galt die Nordstraße in Bahnhofsnähe. Bordelle gab es nicht, allenfalls Privatclubs, die sich der Öffentlichkeit entzogen.

Nachtbars:
Meine Stammbar war das "Intermezzo", Ausweichbar die "femina". Darüber hinaus gab es in Leipzig noch mindestens (nach meinem Kenntnisstand) 10 weitere Nachtbars. Öffnungszeit in der Regel bis 3:00 Uhr (also so wie heute meine Kneipe - ich brauch meinen geregelten Tagesablauf).

Striptease:
Gab es offiziell nicht und wurde in öffentlichen Einrichtungen in der Regel auch nicht praktiziert. Man kann es auch so sehen: Wir mussten schon noch Frauen selbst dazu kriegen, sich desnächtens ... Es gab in den Varietes zunehmend Tanzformen, die dem Stritease sehr nahe kamen. Bei den Festumzügen zur 750 Jahrfeier von Berlin durfte auch eine Dame ihren durchaus gewichtigen Busen nackt unserem Erich präsentieren. Und das wurde auch noch im Fernsehen gezeigt. Eine zunehmende "Ersatzhandlung" zum Strip waren die in den 80-er Jahren immer mehr in Mode kommenden Nachtwäsche- oder Unterwäschemodenschauen. Bonbons lutschen mit Papier ...

Kabarett:
Das Kabarett in der DDR war rein politisch. Ein Kabarett, zum Beispiel die "Academixer", musste das Kunststück fertig bringen, in einer Vorstellung zwei Programme zu spielen: Das "offiziell abgesegnete" und das "Programm mit dem Text, der zwischen den Zeilen stand".

Varieté:
Die unpolitische Seite des Kabaretts sammelte sich hier. Die Programme wurden in der Regel von der "Konzert-und-Gastspieldirektion" (KGD) zusammengestellt und übers Land gehetzt (siehe unter anderem den Film "Solo Sunny" - typisch). Nur größere Häuser, z.B. der Friedricstadtpalast in Berlin, konnten sich ein eigenes Varieté leisten.

Soviel von mir
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#5

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 19:42
von Angelo | 12.396 Beiträge

Danke Klaus Peter genau das wollte ich eigentlich wissen,es ging mir einfach darum ob sowas in der DDR erlaubt war,denn die Freizügigkeit war ja sehr groß geschrieben. FKK war ja auch kein Problem in der DDR deshalb dachte ich das auch Nachtleben und Bordelle keine Problem darstellen


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#6

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 20:13
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Angelo
Danke Klaus Peter genau das wollte ich eigentlich wissen,es ging mir einfach darum ob sowas in der DDR erlaubt war,denn die Freizügigkeit war ja sehr groß geschrieben. FKK war ja auch kein Problem in der DDR deshalb dachte ich das auch Nachtleben und Bordelle keine Problem darstellen


angelo du kannst immer fragen stellen.so etwas gab es offiziel in der soz.ddr nicht.wie gesagt offiziel-es gab immer wieder gerüchte über leipzig und warnemünde hotel neptun,oberste etage-nachtbar.aber nur für westtouristen zugelassen.unsereins hatte da keinen zutritt


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#7

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 20:34
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Angelo
Gab es Bordelle,Kabarett und Nachtbar mit Streptease ? Und was hat das denn da so gekostet ?



Hallo Angelo, ich erinnere mich an die Menschenschlangen zur Wende, als Beate Uhse Sexshop-Container aufgestellt hatte, einer stand direkt in der Invalidenstr. Hier wartete man bis 2 h, nur um mal in Pornoheften zu blättern. Es war ein Riesennachholbedarf auf diesem Gebiet vorhanden.
Raimans Schilderung kann ich aus Halle auch bestätigen, dort war man im Tusculum bis 3 Uhr früh.
Aber mit einem Bordell hatte das nichts zu tun, ehrlich, ich hätte nicht gewusst, wo sich ein inoffizielles befindet. Ich wusste nur, das die jugoslawischen Mitbürger häufig DM in der Tasche hatten, und das machte vieles bei den Damen möglich....

Gruß, Augenzeuge


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#8

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 20:40
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Angelo,weil ich Büdinger, meinem Lesefreund nicht das Geburtstagsthema zuballern will, ist diese Geschichte nur für ihn( Ok, auch für euch), zu seinem ....ich gratuliere, mein teurer Freund Büdinger.Rainer- Maria hält dir auch weiterhin die Treue mit den Geschichten, aber die Zeit.... Folgendes, ein guter Freund, er ist schon etwas älter, hatte mir einmal folgende Geschichte erzählt: " Also er war Elektriker, für diese Leuchtreklamen in der Leipziger Innenstadt. So waren sie auch zur Leipziger Messe öfters Abends unterwegs, den die Leuchten mussten makelos sein, immer in Schuss, sie waren halt Aushängeschilder für den Osten.
So waren sie gegenüber einem kleinen Hotel zugange, er mit seinem Kollegen. Ach so, ich vergaß, in seiner Freizeit fuhr er Taxi und kannte die Klientel, die leichten Mädchen und auch einige der Kunden.Ich muss hier noch einfügen für die Jugend, die hier mitliest, es ist absolud nicht " Jugendfrei! Also ab ins Bett, Jungen und Mädchen, ihr könnt morgen wieder....
Der dumme Zufall will es, in einem Zimmer( erleuchtet) im oberen Stockwerk saß ein junges hübsches Mädchen nackt auf einem Stuhl, eine herliche alte Kaffeemühle in der Hand und mahlte schön die Kaffeebohnen...er kannte sie.
Hinter ihr stand ebenfalls nackt der Kunde, ein westdeutscher Vertreter, den kannte er auch.
Der hatte" so Etwas" auf die Schulter des Mädchens gelegt, und sie mahlte, und er machte, und sie mahlte, und er machte.....
Na, den Rest könnt ihr euch denken.
Wir haben so gelacht, als er von diesem verklemmten Kunden erzählte, wir lagen am Boden...
Der Junge muss dem Kaffeegeruchfetisch erlegen sein.
Wie gesagt, Büdinger, mein Freund, wie normal sind wir im Osten aufgewachsen...oder doch nicht?
Ich habe ja noch eine Weile bis zur Nachtschicht, schreibt mal eure Meinung über den seltsamen Kunden.

Gruß Rainer- Maria


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#9

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 20:47
von Alfred | 6.849 Beiträge

Angelo,

als erstes, alles war erschwinglich .
Eine Jahressitzplatzkarte für die höchste Spielklasse im Fussball der DDR kostete für die ganze Saison 32,00 Mark. ( zweiunddreißig ) Ermäßigt noch weniger.

Auf Grund der geringen Preise waren fast alle Veranstaltungen gut, sehr gut besucht bzw. ausverkauft. Die Qualität war wie überall auf der Welt verschieden.

Pitti,

man kam in die „Skybar“ im Neptun, genau wie z.B. in die „Sinusbar“ im Palasthotel. Was richtig ist, dass diese Hotels Devisen erwirtschaften sollten und Plätze für DDR Bürger begrenzt waren, da eben erst die HOTELGÄSTE bedient werden mussten. Richtig ist auch, dass es in verschiedenen Hotels Damen gab, die zu den –vorwiegend westlichen Gästen – Kontakt suchten. Diese Frauen arbeiteten aber auf eigene Tasche. Geschichten, dass diese Damen für das MfS „anschafften“ entsprechen nicht der Tatsache. Das sich unter diesen Damen auch der eine oder andere IM befand, ist eine ganz andere Sache. Aber auch hier handelt es sich nicht um eine Eigenheit der DDR.


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#10

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 21:29
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Alfred
Angelo,

als erstes, alles war erschwinglich .
Eine Jahressitzplatzkarte für die höchste Spielklasse im Fussball der DDR kostete für die ganze Saison 32,00 Mark. ( zweiunddreißig ) Ermäßigt noch weniger.

Auf Grund der geringen Preise waren fast alle Veranstaltungen gut, sehr gut besucht bzw. ausverkauft. Die Qualität war wie überall auf der Welt verschieden.

Pitti,

man kam in die „Skybar“ im Neptun, genau wie z.B. in die „Sinusbar“ im Palasthotel. Was richtig ist, dass diese Hotels Devisen erwirtschaften sollten und Plätze für DDR Bürger begrenzt waren, da eben erst die HOTELGÄSTE bedient werden mussten. Richtig ist auch, dass es in verschiedenen Hotels Damen gab, die zu den –vorwiegend westlichen Gästen – Kontakt suchten. Diese Frauen arbeiteten aber auf eigene Tasche. Geschichten, dass diese Damen für das MfS „anschafften“ entsprechen nicht der Tatsache. Das sich unter diesen Damen auch der eine oder andere IM befand, ist eine ganz andere Sache. Aber auch hier handelt es sich nicht um eine Eigenheit der DDR.



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Um als Westdeutscher bei meinen Tagesbesuchern in Ost-Berlin nicht um Mitternacht wieder über die Sektorengrenze zurück mußte, quartierte ich mich regelmäßig im Palasthotel ein und konnte solange ohne Unterbrechung bleiben, solange ich bezahltr, pro Übernachtung zwischen 150,- und 180,- DM-west. Geschlafen habe ich da nie, denn ich hatte ja einen Bruder in der Leninallee. Als Hotelgast durfte ich aber meinen Bruder mit in die Sinus-Bar mitnehmen. In dieser wurde DDR-Mark akzeptiert und eine Flasche russischen Sekt kostete 70,-Mark-Ost. Getauscht wurde überall 1:5, sodaß solch Sprudelkram umgerechnet ca 15,- DM-West gekostet hatte. Die Kellner liefen im "Schwalbenschwanz" herum und die Ausstattung erinnerte mich so an eine Bar im Stil der 60er Jahre. Es war immer dunkel und in großen Kübeln standen sogar Palmen. Ob es echte waren, kann ich heute nicht mehr sagen. Mädchen waren immer da, so im Schnitt zwischen 5 und 10. In die Bar kam man nur als Hotelgast oder als Besucher mit Devisen-Hintergrund, ein DDR-Bürger hatte in der Regel nur eine Chance, wenn er mitgenommen wurde. Die Mädchen waren mehr oder weniger auf die Gnade der Obrigkeit angewiesen und das weiß ich aus 100%ige Quelle. Diejenigen, die ich kennengelernt hatte, waren Mitarbeiterinnen vom Fernsehturm am Alex und sie verdienten sich nebenbei in der Sinus-Bar eine Mark extra. Obwohl sie fest gebunden waren, gingen Sie auch mit Einem ins Bett, gegen Cash, oder großzügige Geschenke. So ein Mädchen hatte sich in der Regel eine Anzahl von Verehrern aufgebaut, welche sich, auch wenn sie schon wieder zu Hause im Westen waren, nicht kleinlich zeigten und reichlich Pakete schickten.
Jetzt mal eine kleine Episode aus der Sinus-Bar 1883:
Ich war mal wieder in dieser besagten, für DDR-Bürger so gut wie nicht zugänglichen" Sinus-Bar und hatte meinen Bruder mit dabei. Es muß so gegen 03:00 Uhr gewesen sein und wir hatten schon reichlich konsumiert. Ich war in der Laune noch etwas zu unternehmen und ich fragte den Barkeeper, wo man jetzt noch etwas erleben könne. Der gute Mann hatte das wohl in den falschen Hals bekommen und meinte wohl, daß mir nach einem Etablissiment mit willigen Mädchen gelüstete. Er sagte daraufhin zu mir:"Für Sie ja", dann mit einem Blick auf meinen Bruder, dem man den DDR-Bürger schon an seiner Kleidung ansah: "aber für den nicht!". In einer Lautstärke, daß mein Bruder es nicht überhören konnte.
Vielleicht ein anderes Mal mehr vom Ostberliner Nachtleben.
Schönen Gruß aus Kassel


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#11

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 21:40
von Alfred | 6.849 Beiträge

Wosch,

man kam auch ohen Devisen, ohne Begleitung eienes Hotelsgastes in die Bar des PH.

Das war - aus beschriebenen Gründen- beschränkt möglich und ging über den Eingang Spreeseite.

Und das darfst Du mir 100% abnehmen, da ich mich ein wenig mit den einen oder andseren Hotel auskannte.

Die Damen und Gäste waren auf die gunst des Einlassers angewiesen .nicht auf eine Obrigkeit, dass klingt ja, als hätte eine general am Einlass gestanden.


zuletzt bearbeitet 17.09.2009 21:42 | nach oben springen

#12

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 22:05
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Wosch,

man kam auch ohen Devisen, ohne Begleitung eienes Hotelsgastes in die Bar des PH.

Das war - aus beschriebenen Gründen- beschränkt möglich und ging über den Eingang Spreeseite.

Und das darfst Du mir 100% abnehmen, da ich mich ein wenig mit den einen oder andseren Hotel auskannte.

Die Damen und Gäste waren auf die gunst des Einlassers angewiesen .nicht auf eine Obrigkeit, dass klingt ja, als hätte eine general am Einlass gestanden.



---------------------------------------------------------------------------------------------

Alfred, da hast Du natürlich Recht, ich bezog mich in meinem Beitrag auch nur auf das Hotel und die Sinusbar. Du konntest von der Spreeseite in das große für jeden zugangliches Restauranr, Du konntest als DDR-Bürger auch durch das "Hauptportal" in die Lobby, an die Hallenbar(Da habe ich mich immer mit meiner Schwester getroffen), in das daneben gelegene Restaurant, aber vor der Sinus-Bar wurde aussortiert. Das soll nicht heißen, daß man es nicht schaffen konnte, als DDR-Bürger sich reinzumogeln, aber bischen schmieren mußte man den scho, oder man mußte "bekannt" sein. Ich habe bestimmt 20 x im Palasthotel logiert, ich kannte mich da sehr gut aus. Im Gegensatz zum Metropol konnte man ja im PH bis auf die Zimmer alles mit der Ost-Mark bezahlen. Im Metropol kostete zu meiner Zeit an der Hallenbar ein Campari-Orang 4,50 DM-West. Mädchen gab es da auch immeran der Hallenbar und anderswo im Hotel. Auf dem Dach standen West-Autos, die konntest Du da im angeschlossenen Intershop kaufen" Wer sagt´s denn, in der DDR konntest Du alles kaufen, aber nur mit West-Knete. Alfred, denn kennst Du auch bestimmt das "Ganny-Med" am Schiffbauer Damm. Vom Oberkellner hatte ich die Telefonnummer. Für 10,-DM brauchte ich nicht eine Minute warten. Wenn er mir am Telefon gesagt hatte "14:00 Uhr", dann konnte ich mich auch Punkt 14:00 Uhr an den gedeckten Tisch setze. Ja,auf den war Verlaß. Und wenn ich einen Musikwunsch hatte, Der Pianist erfüllte mir den vom Oberkellner überlieferten Wunsch. Ich hatte mal ein Mädel aus Mecklenburg mitgenommen. Sie konnte es gar nicht glauben, daß es soetwas gab.
Ein ander Mal mehr.
Schönen Gruß aus Kassel


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#13

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 22:15
von Alfred | 6.849 Beiträge

Wosch,

ich habe eigentlich keine Lust hier eine solche Diskussion zu führen.

Du hattest an der Ecke das Kaffee, anschließend das Restaurant. Einige Meter weiter hinten war der Eingang zur Sinus - Bar. Ich weiß ja noch wo ich rein und raus bin. Und "schmieren", na das war wohl fast in jeden guten Restaurant, Bar üblich, leider.

Das andere Restaurant kannte ich auch, aber wir wollen ja hier keinen Restaurantführer eröffnen, sonst kommen wir dann noch zum "Grand Hotel",....


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#14

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 22:23
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Alfred
Wosch,

ich habe eigentlich keine Lust hier eine solche Diskussion zu führen.

Du hattest an der Ecke das Kaffee, anschließend das Restaurant. Einige Meter weiter hinten war der Eingang zur Sinus - Bar. Ich weiß ja noch wo ich rein und raus bin. Und "schmieren", na das war wohl fast in jeden guten Restaurant, Bar üblich, leider.

Das andere Restaurant kannte ich auch, aber wir wollen ja hier keinen Restaurantführer eröffnen, sonst kommen wir dann noch zum "Grand Hotel",....



-----------------------------------------------------------------------------------

Das war deutlich genug!


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#15

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 17.09.2009 23:26
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo Susanne ,
Du musst hier nicht weiter lesen, der olle Seemann plaudert über intimes! Was denkst Du sonst von mir?
Mit einem Tagesvisa musste ich Ostberlin bis 24:00 verlassen! Bei Buchung eines Zimmers im Metropol oder Palast Hotels
bekam ich über das Hotel ein Visa und konnte über Nacht bleiben. Klar lungerten da Damen herum welche nicht abgeneigt waren für gewisse Gefälligkeiten zwecks Verbesserung der liberalen Beziehungen BRD-DDR sich mächtig ins Zeug legten! Morgens beim gemeinsamen Frühstück gab es nie Probleme oder für mich Nachfragen. Wenn ich nicht ganz sicher war, schob ich dem Barkeeper 20 DM
über den Tresen und fragte ihm ob er nicht eine nette Dame kenne welche mich zum Essen bekleiden könnte. Da dauerte es nicht lange und der Platz neben mir war besetzt! In den Nachtbars in Ostberlin oder Leipzig war es natürlich nie ein Problem ein hübsches Mädchen kennen zu lernen. Die hatten einen Blick für Bundesbürger ,oder der Kellner gab ihnen einen Tipp. Und als Seemann war man nicht prüde .in den meisten Häfen oder besser den Hafenbars war es nicht viel anders mit den zwischenmenschlichen Beziehungen! Mein Fleisch war schwach! mein Herz war groß, die Mädchen hübsch, der Verstand manchmal im Ar……!
Von den Aktivitäten zur Leipziger Messe brauche ich wohl nichts schreiben. Na und die Nordstrasse mit dem Nordkaffee war schon bekannt da wohnte ich noch in Leipzig. Ich gestehe ich habe da nichts anbrennen lassen! Solche Gelegenheiten hatte ich in Hamburg nicht .Zumindest nicht für diesen Preis. Kleine Geschenke ,mal eine Jeans, oder was anderes aus dem Intershop .Unsummen waren das nie. Mir war natürlich klar das die Damen nicht wegen meiner Schönheit Kontakt suchten. Es tat jedenfalls meiner Eitelkeit gut wenn Frauen versuchten mich anzumachen! Na bei meinen Besuchen in Berlin und Leipzig habe ich da einiges ausgenutzt . Denkt was ihr wollt ich bereue nichts!! Und die Damen haben auch kein Eheversprechen erwartet! Möchte noch erwähnen verheiratet war ich da noch nicht:
Gruß Peter(turtle)



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#16

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 18.09.2009 08:25
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Zitat von Rainman2
Hallo Angelo,

also dann lege ich mal kurz los. Meine Angaben gelten für die 80-er Jahre und für die Heldenstadt Leipzig.

Prostitution/Bordelle:
Gab es halboffiziell nur während der Messe. Als die "Sündige Meile" in Leipzig galt die Nordstraße in Bahnhofsnähe. Bordelle gab es nicht, allenfalls Privatclubs, die sich der Öffentlichkeit entzogen.

Nachtbars:
Meine Stammbar war das "Intermezzo", Ausweichbar die "femina". Darüber hinaus gab es in Leipzig noch mindestens (nach meinem Kenntnisstand) 10 weitere Nachtbars. Öffnungszeit in der Regel bis 3:00 Uhr (also so wie heute meine Kneipe - ich brauch meinen geregelten Tagesablauf).

Striptease:
Gab es offiziell nicht und wurde in öffentlichen Einrichtungen in der Regel auch nicht praktiziert. Man kann es auch so sehen: Wir mussten schon noch Frauen selbst dazu kriegen, sich desnächtens ... Es gab in den Varietes zunehmend Tanzformen, die dem Stritease sehr nahe kamen. Bei den Festumzügen zur 750 Jahrfeier von Berlin durfte auch eine Dame ihren durchaus gewichtigen Busen nackt unserem Erich präsentieren. Und das wurde auch noch im Fernsehen gezeigt. Eine zunehmende "Ersatzhandlung" zum Strip waren die in den 80-er Jahren immer mehr in Mode kommenden Nachtwäsche- oder Unterwäschemodenschauen. Bonbons lutschen mit Papier ...

Kabarett:
Das Kabarett in der DDR war rein politisch. Ein Kabarett, zum Beispiel die "Academixer", musste das Kunststück fertig bringen, in einer Vorstellung zwei Programme zu spielen: Das "offiziell abgesegnete" und das "Programm mit dem Text, der zwischen den Zeilen stand".

Varieté:
Die unpolitische Seite des Kabaretts sammelte sich hier. Die Programme wurden in der Regel von der "Konzert-und-Gastspieldirektion" (KGD) zusammengestellt und übers Land gehetzt (siehe unter anderem den Film "Solo Sunny" - typisch). Nur größere Häuser, z.B. der Friedricstadtpalast in Berlin, konnten sich ein eigenes Varieté leisten.

Soviel von mir
ciao Rainman



Zu den Messe-Bordellen in Leipzig musste man noch sagen, dass die gewissen Damen
von einer gewissen Dienststelle am Dittrichring verwaltet wurden und vorwiegend
ihrer Tätigkeit bei westliche Messegästen im Merkur nach gingen.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#17

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 18.09.2009 09:03
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von TOMMI
Zu den Messe-Bordellen in Leipzig musste man noch sagen, dass die gewissen Damen
von einer gewissen Dienststelle am Dittrichring verwaltet wurden und vorwiegend
ihrer Tätigkeit bei westliche Messegästen im Merkur nach gingen.



Ist ja interessant, was war das für eine Dienststelle? Wenn ich mich nicht irre, hat hier mal einer geschrieben, das es vom MfS keine diesbezügliche Verwaltung gab...war sicher sehr geheim....

....ihrer Tätigkeit im Merkur nachgingen. Komisch, wieso dachte ich jetzt an unseren "merkur"..
Dort gab (gibt) es übrigens ein super japanisches Restaurant....ich liebte es!

Gruß, Augenzeuge


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#18

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 18.09.2009 09:21
von Alfred | 6.849 Beiträge

Tommi,

so möchte ich Deine Nachricht nicht stehenlassen.

Ich hatte ja bereits geschrieben, dass es unter den "Damen" auch IM gab, aber nicht nur.

Da gab es von den Damen keinen zentralen Einsatz mit Befehl von oben wenn ich dies mal so formulieren darf.

Viele "Damen" reisten eben nach Leipzig, weil während der Messe ein gutes Geschäft möglich war, ganz einfach. Sicher und dies wird keiner bestreiten, gab es auch IM des MfS die in Absprache zur Messe fuhren.

Augenzeuge,

es h´gab da u.a. auch eine HA VI des MfS die eine Verantwortung für die Hotels hatte, was aber nicht bedeuten muss, da alle IMs zu dieser HA gehörten.


zuletzt bearbeitet 18.09.2009 09:22 | nach oben springen

#19

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 18.09.2009 09:48
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Der Film zum Thema (geht leider nicht zum Einbetten ins Forum)

Ab 2:00 Minuten wird's interessant.
IM Eva

-Th


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#20

RE: Vergnügungsmeile in der DDR ?

in Leben in der DDR 18.09.2009 10:25
von wosch (gelöscht)
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Hallo!
Einmal war ich auch zur Messe in Leipzig und bin auch im Merkur in einer Bar gewesen. Als ich an der Bartheke Platz genommen hatte, wurde ich von einem Herrn angesprochen, der mich davor warnte, bei den anwesenden "Damen" allzu gesprächig zu sein. Ich hatte den Eindruck, er machte das im Auftrag von bundesdeutschen Stellen. Für mich bedeutete das, daß es sich bei den anwesenden "Damen" überwiegend auch um IM`s handeln konnte oder mußte!

Schönen Gruß aus Kassel


zuletzt bearbeitet 18.09.2009 10:25 | nach oben springen


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