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#81

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 24.12.2016 07:56
von Georg | 1.146 Beiträge
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Wahrheit und Erinnerung gehören zusammen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur...-a-1123062.html


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#82

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 24.12.2016 12:32
von der 39. | 633 Beiträge | 573 Punkte
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Hallo Georg, ist der Ausspruch von Dir?
Ich denke eher, das ist nicht so. Ertappe mich doch ab und an selber dabei, die Erinnerung etwas schön zu färben, wenn es auch nur für mich alleine ist. An was ich mich ganz früher erinnere, meine Erlebnisse als Kind in der Schulzeit sind doch mit etwas Distanz zur Wahrheit. Ich muss da immer mal in meinen Skizzen und Zetteln nachsehen, ob ich da etwas festgehalten habe. Ganz selten finde ich auch eine Notiz und dann bin ich äusserst verwundert, dass ich dass heute anders sehe.
Wahrheit und Erinnerung gehören zusammen, soweit wir schließlich etwas mal erlebt haben. Doch Brüder sind die Beiden nicht, vielleicht entfernte Verwandte, die sich immer weiter von einander entfernen. Und in 5 Jahren werde ich glauben, früher war alles schöner und die Striemen auf dem Hintern vom Rohrstock und die 4 -Tage-Hungertour und die Feuerglut in unserer Siedlung nach dem Bombenangriff in Essen sind vergessen. Der Mensch mit seiner Erinnerung und seinem Gedächtnis ist keine konstante Größe, Wahrheit sollte das schon sein.
Meint der 39.


furry und Georg haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#83

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 24.12.2016 13:15
von Klauspeter | 1.121 Beiträge | 602 Punkte
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Das sind 2 interessante Beiträge, über die man lange diskutieren kann.

Ich stimme Dir @der 39 zu: "Der Mensch mit seiner Erinnerung und seinem Gedächtnis ist keine konstante Größe, Wahrheit sollte das schon sein."
Ich begründe das so:
Unser Gehirn ist so wunderbar konstruiert, dass es negative Erlebnisse so ganz langsam herausfiltert und löscht. Bei ganz gravierenden negativen Erlebnissen (Kriegsereignisse oder andere schlimme Formen der Gewalt) funktioniert das nicht; sie kommen wieder in Form von Albträumen. Sie sind noch nicht verarbeitet und damit auch nicht weg gefiltert. Insgesamt aber herrschen die positiven Erinnerungen vor. Das ist gut so eingerichtet, sonst würden wir aus den negativen Stimmungen nicht mehr herauskommen.

Eine 2. Begründung dafür, dass früher scheinbar alles schöner und besser war, besteht darin, dass der ältere Mensch früher gesünder war; er war leistungsfähiger und stärker belastbar. Man ging arbeiten und fand Anerkennung. Augen, Ohren und Gehirn funktionierten besser, als das im hohen Alter ist.
Das Ideal in unserer Gesellschaft ist der junge Mensch. Die Achtung gegenüber älteren Menschen geht zurück. Wer besonders empfindlich ist, spürt das hin und wieder.

Und dennoch - Wahrheit und Erinnerung dürfen nicht vermischt werden. Die Erinnerung ist eine ganz persönliche Sache und bei jedem Menschen anders. Die Wahrheit aber sollte Allgemeingut aller sein - Zumindest das Bemühen, sich der Wahrheit zu nähern.


Georg, der 39. und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#84

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 24.12.2016 13:35
von Georg | 1.146 Beiträge
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Erinnerung schönt sich, klar. Hängt mit der Erziehung, Bildung, Lebenserfahrung etc. zusammen. Es bedeutet aber auch, dass bestimmte Erinnerungen immer schöner werden.
Jeder erlebt anders. Zum Beispiel einen Verkehrsunfall, Raubüberfall - Fast jeder Zeuge liefert eine andere Personenbeschreibung, Kleidung, Fahrzeug......subjektive Wahrnehmungen der Wahrheit ? Wenn ja, dann hilft der Kriminalist die Wahrheit finden.
Zeitzeugen berichten ihre Erinnerung oder Wahrheit ? Hier sehe ich die Aufgaben z.B. der Historiker mit einer ergebnisoffenen Forschung.

Insofern denke ich, dass Erinnerung und Wahrheit zusammengehören.


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#85

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 27.12.2016 12:46
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Ich bin auch der Meinung, dass Erinnerungen und Wahrheit zusammengehören.

Der große deutsche Dichter Goethe nannte seine Kindheits- und Jugenderinnerungen "Dichtung und Wahrheit". Er wusste, dass Erinnerungen häufig geschönt sind; unvollständig und verklärt; eben ein Stück individuell erlebte Realität. Egal, wie viele Menschen ihre Erinnerungen zu einer bestimmten Sache darlegen - es werden immer nur relative Wahrheiten sein.

Nehmen wir beispielsweise die Darstellung der DDR durch Historiker.
Die Erinnerungen an die DDR werden bei einem Arbeiter, einem Jugendlichen, einem Fahnenflüchtigen oder einem Handwerker ganz unterschiedlich sein. Es wird schwer sein für den Historiker, ein einigermaßen objektives Bild zu zeichnen, um der Wahrheit möglichst nahe zu kommen.
Genau so kompliziert wird es, wenn der der Historiker die Stärken und Schwächen der DDR aufzuschreiben versucht. Was bringt er? Was lässt er weg? Wer urteilt über sein Buch, bevor es gedruckt wird? Egal wie subjektiv ehrlich der Historiker ist und wie sehr er sich um Objektivität müht - es wird nie die absolute Wahrheit über die DDR sein.

Vielleicht hat Voltaire gar nicht so unrecht, wenn er schrieb:

„Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.“

Gruß Klaus


Georg, der 39., Ährenkranz und andyman haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#86

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 27.12.2016 17:59
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In meinem Leben habe ich so manche Handlung begangen, für die ich mich heute schäme, ausschließlich nur, weil ich andere Menschen im Unklaren gelassen habe, ihnen die Wahrheit vorenthalten oder auch offen gelogen habe. Um mich vor mir selbst zu rechtfertigen, habe ich die Umstände, die dazu führten, aus meiner Sicht geschönt und mich im Recht gefühlt.
Heute, was ich für eine mittlere Katastrophe halte. fällt mir manchmal nur mit Mühe und langem Grübeln ein, wie es wirklich war. Die damals zurechtgelegte Erklärung, Entschuldigung, Reinwaschung habe ich gedanklich sofort zur Verfügung. Mal brutal ausgedrückt, wird so eine Lüge zur Wahrheit? Muss ich mit dem Moment rechnen, in dem ich nicht mehr weiß, wie es wirklich war und werde zum Immerguten? Wohlgemerkt, es geht um Ereignisse mit psychischen , gefühlsabhängigen Charakter" Bei der Erinnerung an reale Fakten, Ereignisse, Geschehnissen bemerke ich solche Verbrähmungen nicht.
Frage an die am Thema Interessierten, wie seht Ihr das und wie geht es Euch diesbezüglich?. Glaube aber schon, dass man ein bestimmtes Alter haben muss, denn vor 20 Jahren war da bei mir noch kein Platz für derartigen Überlegungen und Empfindungen.
Und woher kommt es, dass so viele Menschen glauben, dass früher alles schöner war?


der alte Grenzgänger, Klauspeter und Ährenkranz haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#87

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 28.12.2016 07:40
von Georg | 1.146 Beiträge
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@der39.
Dein Beitrag endet mit der Frage:

Und woher kommt es, dass so viele Menschen glauben, dass früher alles schöner war?

Ich frage: Woher kommt es, dass so viele Menschen glauben, dass früher alles viel schlimmer war ?
Ich denke, dass der Mensch generell versucht ist, seine Erinnerungen an seine Bedürfnisse anzupassen. Bedürfnisse seines Lebens. Erinnerungen auch noch die Erfahrungen sind für mich Fragen des Überlebens. Erinnerungen sind die nicht leicht zu beeinflussen, durch Erinnerungen anderer ?
Sehr komplex dieses Thema. Und sehr streitbar, wenn es um gesellschaftliche Probleme, Politik oder Ideologie u.a. geht.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
der 39., Klauspeter und Ährenkranz haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#88

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 28.12.2016 20:08
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Und woher kommt es, dass so viele Menschen glauben, dass früher alles schöner war?
__________________________________

Ich möchte auch noch einmal auf diese Frage eingehen.

Ein Aspekt. neben denen, die schon genannt wurden, scheint mir der folgende zu sein: Alles, was in der Vergangenheit liegt, ist bereits abgeschlossen. Wir wissen, wie alles ausgegangen ist und dass das meiste in unserem Leben gut endete. Als alter Mensch weiß man, was noch alles auf einen zu kommt. Man ist zufrieden mit dem, was war

Ich kenne wenige Leute, die der Meinung sind, dass früher alles viel schlimmer war. Hin und wieder haben solche Auffassungen einen ideologischen Hintergrund. Beim Vergleich zweier Gesellschaftssystem muss das herrschende System das bessere sein. Gut beobachten läst sich das in der Auseinandersetzung mancher Politiker oder Historiker mit der DDR.
Da ist immer Vorsicht geboten, weil die Wahrheit meist auf der Strecke bleibt.
Nietzsche scheint recht zu haben mit seiner Feststellung: "Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen."

Grtuß Klaus


Georg, der 39. und Ährenkranz haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#89

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 29.12.2016 13:18
von Marder | 1.545 Beiträge | 546 Punkte
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Ich denke, dass der Spruch "früher war alles besser oder schöner" vom Erinnerungsvermögen abhängt. Man erinnert gern an gute Dinge und ungern an schlechte.
Ich erlebe es oft, dass man lustige und angenehme Dinge aus dem Dienst gerne erzählt aber die 8 Stunden Wache am MunBunker bei - 20 grad gerne vergisst.
Oder auch das schöne Gefühl mit dem Fallschirm zu gleiten aber nicht die Angst vorm ersten Sprung.
Ich denke der Mensch hat gern die positiven Dinge und verdrängt das Negative.
MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.


Pit 59, Klauspeter und Ährenkranz haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.12.2016 23:11 | nach oben springen

#90

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 11.01.2017 09:05
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Es ist nicht nur das verblassende Erinnerungsvermögen, welches die Vergangenheit mit einer Aura des Schönen umgibt. Vergessen wollen, verdrängen, eigene Fehler oder eigenes Versagen aufhübschen gehört ganz sicher dazu. Wenn ich Mist gebaut habe in der Vergangenheit, war oft schnell eine Erklärung, eine Entschuldigung, ein Herunterwiegeln zur Stelle. Das führt in extremen Fällen dazu, dass man seine eigenen kleinen Lügen und Schwindeleien selbst glaubt oder es enorm schwer fällt, den wahren Sachverhalt in die Erinnerung zu rufen, er ist zwar noch da, aber sehr tief in unserem Gedächtnis vergraben und von Mauern umgeben.
der 39.


furry, thomas 48, Klauspeter, Lutze, Ährenkranz, 1941ziger und GKUS64 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#91

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 11.01.2017 13:23
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Hallo @der 39.

Deine Beiträge lese ich sehr gern. Es steckt viel Ehrlichkeit darin, Selbstkritik und alles das, was man Altersweisheit nennt.
Es ist was dran am verblassenden Erinnerungsvermögen, am Verdrängen, dem Entschuldigen eigener Fehler und eigenen Versagens.

Alles, was Du in Deinem Beitrag geschrieben hast, trifft auch auf mich zu.
Und dennoch halte ich mich für einen ehrlichen Menschen.
Ich will das begründen: Die meisten und schwerwiegendsten Fehler habe ich erst im hohen Alter erkannt. Ich empfinde das auch nicht als unnormal.
Als junger Mensch habe ich nach Wahrheit gesucht, mich an älteren und erfahrenen Menschen orientiert - und wenn es ehrliche und sympathische Menschen waren, dann habe ich ihnen auch geglaubt. Viele meiner Lehrer an der Oberschule gehörten zu diesen Menschen, an denen ich mich orientierte.
In den Jahren meines Oberschulbesuches konnte man noch Fragen stellen und bekam Antworten. Wer konnte schon mit 15 oder 16 Jahren sagen, ob diese Antworten alle richtig waren?
Ich hielt eben den Sozialismus für eine gerechte Gesellschaftsordnung und ich verstand auch das Argument älterer Menschen, dass es nur diesen realen Sozialismus gibt. Wenn ich mit der Welt vergleiche, in der wir heute leben - dann war vieles gar nicht so falsch.
Einen Fehler habe ich in meinem Leben nie gemacht: Ich habe nie einem anderen Menschen bewusst geschadet, oder ihn verraten oder sonstwie "ans Messer geliefert".

Manche falsche Handlungen und Denkweisen lassen sich auch mit einer gewissen "Selbstschutz-Funktion" begründen.
Es war beispielsweise falsch, in der Parteiversammlung den Mund zu halten, wenn von ganz oben bis unten Fehleinschätzungen vorgenommen wurden, also belogen wurde. Wer aber bereits einige Erfahrungen hatte wusste, was es bedeutet, gegen Einschätzungen von Parteitagen oder Politbüro-Beschlüssen zu sprechen.

Wer es mal zu DDR-Zeiten versucht hat weiß, wie schwer es war, gegen Prominente beispielsweise wegen Bereicherungssucht vorzugehen. Da galt dann plötzlich nicht mehr, was im Parteistatut geschrieben stand.
.
Heute ist es etwas anders. Man kann fast alles sagen, aber eben nur fast. Auf bestimmten Kdo.-Höhen muss mit den Wölfen geheult werden.
Heute merkt man oft nicht, wie sehr man manipuliert und belogen wird.


Gruß Klaus


Georg, schulzi, der 39., furry, Lutze und Ährenkranz haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#92

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 11.01.2017 17:03
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Hallo Klauspeter,
in Deinem Beitrag gibt es einen Satz, der auch bei mir ganz groß geschrieben wird. Ich habe bestimmt viele Menschen verärgert, unbewusst beleidigt oder Ihnen Kummer und Ärger bereitet, aber nie habe ich einem Menschen wirklichen Schaden zugefügt, ihn betrogen oder verraten. Diese Erkenntnis ruht in mir und lässt mich ruhig schlafen. Ich will damit nicht sagen, dass ich ein Unschuldsknabe war oder bin, habe Kraft meiner Funktion als Offizier oder dann als Abteilungsleiter manches durchgesetzt, von dessen Richtigkeit ich nicht oder nicht ganz überzeugt war. Das war an der Grenze noch einfacher: "Befehl ist Befehl", aber später galt schon mal:"Die Partei hat immer recht".
Heute bin ich immer noch in der Gefahr jemanden Unrecht zu tun und ihn innerlich zu verurteilen, ohne zu wissen, was seine inneren Motive sind, was ihn berechtigterweise zwingt so aufzutreten, dass ich mich ärgere und ihm damit vielleicht Unrecht tue. Aber das geht wohl allen Menschen so, wir wissen zu wenig über den Menschen neben uns und wollen s manchmal auch nicht wissen. Danke zurück Klauspeter, ich lese Deine Beiträge auch immer mit großem Interesse.
Siegfried


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#93

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 11.01.2017 23:25
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Zitat von der 39. im Beitrag #86

Und woher kommt es, dass so viele Menschen glauben, dass früher alles schöner war?


Erstmal vielen Dank an alle, die zu diesem Thema ihre Meinung geschrieben haben und die ich voll akzeptiere und gerade "Klauspeter" und dem "der 39."voll zustimme.
Nun zu dieser Frage, wo ich mir auch schon sehr viele Gedanken gemacht habe.
Jeder Einzelne hat dazu eine eigene Meinung, jenachdem wie er in der DDR gelebt und gearbeitet hat und wie sein Umfeld war.

Wenn ich speziell von mir ausgehe - es war nicht alles schöner oder besser, aber es war einiges stressfreier und sorgloser.
Gerade der Punkt Arbeit - ich hatte nach der 10.Klasse meinen weiteren Weg überschauen können, ich wußte, dass ich nach der Lehre, welche bei mir eine Zerspanerausbildung war, im Betrieb eine Arbeit erhalte und ich konnte mir mein langersehntes Moped (Star) von meinem selbstverdienten kaufen, ich war richtig stolz darauf.
Während der Arbeit als Dreher / Schleifer entschloß ich mich eigentlich recht schnell, ein Studium aufzunehmen, es reizte mich, technologische Prozesse weiter zu verbessern und die doch recht verbreitete Handarbeit an den Maschinen in automatische Fertigungsprozesse einzubinden.
Und genau diese Sache konnte ich nach dem Maschinenbaustudium mit erarbeiten, da unser Betrieb rationalisiert wurde.
Auch wenn ich nur noch die Hälfte als Ingenieur verdient hatte als zuvor als Facharbeiter - ich hatte Freude und Spaß an meiner Arbeit, ich wurde gebraucht und konnte mir etwas aufbauen - ich hatte am Monatsende ein paar Mark auf dem Konto.

Und gerade dieser Punkt macht mir auch heute noch die größten Probleme und Sorgen - stehe ich früh auf, erster Gedanke, wielange werde ich noch Arbeit haben? Werden meine Kinder die Chance erhalten, sich ihre Brötchen selbst zu verdienen - wird der eine noch morgen Arbeit haben und wird der andere endlich mal nach 7 Jahren Studium aus dem Hartz IV kommen..?, aber er hat jetzt endlich eine befristete Arbeit für 1,5 Jahre erhalten.
Es ist oft wie auf einem Pulverfass, das alle Minute explodieren kann.
Arbeit ist für mich die wichtigste Grundlage, um überhaupt existieren zu können.
Einige Arbeitsloszeiten waren für mich die Hölle, nicht nur die Erfahrung, wie oft mit Menschen umgegangen wird sondern eben auch der Punkt, dass man aus der Gesellschaft gedrückt wird und nicht mehr gebraucht wird, und das betrifft fast jedes Alter.
Und hier wird die Würde eines Menschen total mit Füßen getreten.

Und hier muß ich eindeutig sagen, war es in der DDR wirklich schöner und besser.

Mir ist durchaus klar (geworden), dass ein kapitalistisches Wirtschaftssystem gar nicht in der Lage ist, jedem eine Arbeit zu geben, dazu überwiegt zu sehr der Drang nach "Kapital" und ständig weiteren Reichtum der Wirtschaftsbosse als auch ständig neue Technologien und Automatisierungen- und trotzdem ist es möglich,auch in einem kapitalistischen System mehr soziale Gerechtigkeit im Land herzustellen.
Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander.

Nur sollte man diesbezüglich die Menschen nicht verurteilen und ihnen einhämmern, dass jeder, der arbeitslos ist / wird selbst schuld daran hat, das stimmt einfach nicht, hier zieht sich der Staat größtenteils aus der Verantwortung, und gerade mit Hartz IV wird das eindeutig klar.
Ja, sicher, es gibt einige, aber die Mehrheit möchte nicht vom Staat abhängig sein und sich durch eigene und ehrliche Arbeit sich etwas aufbauen.
Und damit meine ich keinen Luxus, sondern eine eigene Wohnung oder ein kleines Häuschen und eben auch eine eigene Familie gründen.
Und gerade letzteres ist vielen Jugendlichen total verwehrt, weil sie nach einer Ausbildung und / oder Studium in die Arbeitslosigkeit gehen müssen - und es liegt größtenteils nicht an dem Einzelnen, sondern am System.
Da ich nun 35 Jahre in der DDR gelebt habe und mittlerweile 28 Jahre in der BRD erlaube ich mir einfach mal, diese Zeilen zu schreiben.

Ich persönlich hatte in der DDR keine Probleme, ich war kein Reisemensch, so dass ich mit Urlaube in der DDR zufrieden war, und es reichte mir ein Zeltplatz oder Festzelt, ich brauchte keine Hotels.
Ich bin von haus aus ein Naturmensch.
Wir hatten nicht viel, wir hatten kein Auto und auch erst sehr spät einen TV aber ich hatte eine schöne Kinder-und Jugendzeit, wenn gleich ich in der Schule gemobbt wurde, weil mein Vater Lehrer war.
Aber durch meine Tiere habe ich diese Zeit recht gut überstanden, wenn gleich ich aber auch noch heute so Kleinigkeiten habe, die ich nicht überwinde und die aber auch mitunter richtig nervig sein können.

Das nur mal meine Meinung und meine Erfahrungen.
Jeder DDR - Bürger hat seine eigene Geschichte und es wird der eine oder andere eben eine ganz andere Meinung haben als ich, was ich absolut auch verstehen kann und akzeptiere.
Für mich ist Arbeit die wichtigste Grundlage, weil davon alles andere abhängig ist - und diese Grundlage hatte ich in der DDR und läßt die Meinung zu, dass vieles in der DDR schöner war, oft ohne Stress und Chaos - gerade letzteres zieht sich in vielen Lebensbereichen durch nach dem Motto:"Kannst du sie nicht überzeugen, dann verwirre sie".

Was mich immer wieder doch auf die Palme bringt, dass die DDR oft nur so hingestellt wird, dass sie menschenfeindlich war, es gab Gutes und weniger schönes, genau wie es jetzt auch ist und mir wurde in der DDR nichts geschenkt und jetzt auch nicht.
Alles was ich damals entschieden habe, war einzig und allein nur auf meine Person bezogen, ich habe keinen Menschen Leid zugefügt, es war ein sozialistisches System, es war meine Heimat.
Und ich stehe in allem dazu, dass ich Junger Pionier, Thälmann Pionier, FDJ-ler war und auch Mitglied der SED.
Es war in allem meine Entscheidung.

Jetzt ist es doch auch nicht anders, in der Schule wird das kapitalistische System eben gelehrt, und eben nicht die Planwirtschaft sondern soziale Marktwirtschaft. Aus der Reihe tanzen geht genauso wenig.

Da wir beim Thread Sprüche sind: "Ein Geschäft, das nur Geld einbringt, ist ein schlechtes Geschäft." ( Henry Ford)

Gruß!
Ingrid


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
der 39., 1941ziger, GKUS64 und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.01.2017 09:44 | nach oben springen

#94

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 12.01.2017 17:17
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Hallo @Ährenkranz,

mit Interesse habe ich deine sehr offenen und ehrlichen Ausführungen gelesen, vieles könnte ich unterschreiben, z.B. stressfreier und sorgloser. Mein Lebensweg verlief fast identisch mit deinem:
10.Klasse, Werkzeugmacherlehre, Armee, Abendstudium „Allgemeiner Maschinenbau“,
Technologe in der Kunststoffverarbeitung, Fernstudium „Plast- und Elastverarbeitung.
Nach der Lehre auch ein gebrauchtes Moped SR2. Mir ging es also ähnlich.
Einige Dinge haben mich natürlich schon geärgert, es ging kurz nach der Lehre los:
Mein Meister machte den ganzen Tag fast nichts, wenn ich nach guter Arbeit mal 0,03 M/Std. mehr Lohn haben wollte, wurde ich mit sinnlosen Begründungen abgewiesen. Ich dachte, von solchen Typen, die nur auf der politischen Ebene ihren Posten hielten lasse ich mir nicht ein ganzes Leben Vorschriften machen. Das war meine Motivation für ein Studium.
In meiner späteren Tätigkeit gab es wieder Leiter, sogenannte NSW-Kader, die ebenfalls nur die politische Rille fuhren. Ich machte die Arbeit (es ging um Werkzeugimporte) und diese Leute fuhren dann mit meinen Ergebnissen und Forderungen zum Geschäftsabschluss ins NSW. In diesem Stil lief doch von ganz oben im Klub der alten Männer bis in untere Leitungsebenen sehr viel ab. Man fühlte sich immer gegängelt von Nichtwissenden.
Die gesamten Reiseeinschränkungen, die mich schon sehr wurmten, brauchen wir hier ja gar nicht zu erörtern.
Mir ging es also im Verhältnis zu anderen auch nicht schlecht. So ging es nach meiner Meinung auch den meisten, die in den 1980er Jahren die Seiten wechselten.
Nun fand ich auch kurz nach der Wende nach der Liquidation „unseres“ Betriebes wieder eine gute und interessante Arbeit, noch dazu in meinem Kunststoffgebiet (Plaste ist passé!).
Hier kommt natürlich auch Glück dazu. Und da gebe ich natürlich auch zu, dass einer der Hartz IV bezieht, das alles etwas anders sieht als ich.
Zu eventuellen Systemveränderungen hatten wir ja schon mal einen kleinen Meinungsaustausch.

MfG

GKUS64


furry, 1941ziger, der 39., Klauspeter, Ährenkranz und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#95

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 12.01.2017 18:53
von thomas 48 | 3.868 Beiträge | 594 Punkte
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Die letzten Sprüche und Zitate sind auch für mich sehr interessant.
Ich bin etwas anders aufgewachsen und habe andere Personen kennengelernt.
thomas


Freienhagener, Ährenkranz und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#96

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 12.01.2017 19:01
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #95
Die letzten Sprüche und Zitate sind auch für mich sehr interessant.
Ich bin etwas anders aufgewachsen und habe andere Personen kennengelernt.
thomas


Seltsamerweise wird der Einfluß der Eltern nicht erwähnt.
Die konnten einen beizeiten die Augen öffnen, so daß man zumindest einen kritischen Blick hatte.
Meine lehnten aus der Kriegserfahrung heraus z. B. alles Militärische grundweg ab.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


thomas 48, Ährenkranz und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.01.2017 19:01 | nach oben springen

#97

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 13.01.2017 17:39
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Ja, das ist richtig, niemand ist ja ohne Eltern aufgewachsen und man sollte meinen, dass das prägend war. Jedoch einige Gedanken dazu können vielleicht klären, wieso dir Eltern so selten erwähnt werden.
-Nicht alle Eltern sind und waren besorgt um ihre Kinder, ihre Prägung, ihre charakterliche Entwicklung, vom biologischen Großziehen mal abgesehen
- Es gab und gibt auch heute viele Eltern, die zu einer positiven Einflußnahme gar nicht in der Lage sind
- So manche Eltern leben auch heute noch politikneutral, sind nicht Präger, sondern Dulder
- Eltern ist es manchmal zuwider, sich politisch zu entscheiden und das dann auch noch weiterzugeben
- Umgekehrt haben sich Eltern manchmal weltanschaulich, politisch, religiös so festgelegt, dass sie einen unüberbrückbaren Graben zur Gedankenwelt ihrer Kinder errichtet haben und permanenten Widerspruch hervorrufen
- Die heile Welt wie im Märchen, wo Vater und Mutter sorgsam die Empfindungs- und Gedankenwelt ihrer Kinder beobachten und lenken, wo gibt es sie denn, nach meinen Erfahrungen doch wohl sehr selten.
Folglich sprechen Menschen, wenn sie über ihr Leben berichten, nur sehr selten über den lenkenden Einfluss ihrer Eltern.
Und der Schreiber selbst, er hat ja auch Kinder. Alle 5 Söhne sind was geworden, doch wohl aus eigener Kraft. Der Vater hat ihnen mal ein Hindernis beiseite geräumt, mal ein Machtwort gesprochen und seine Weltanschauung nicht hinter den Berg gehalten. Eigentlich zu wenig?
Kommt ja noch ein gewichtiger Aspekt hinzu, der Drang nach Freiheit, Eigenständigkeit, nach einem eigenen Kopf bei den Kindern, ein nicht zu unterschätzender Fakt bei der sog " Erziehung"und "Einflußnahme" auf unseren Nachwuchs.
Meint der 39.


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#98

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 13.01.2017 17:55
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Zwecks Eltern, auch paar Worte noch von mir dazu.
Meine Eltern sind beide unter kapitalistischen Bedingungen aufgewachsen und haben den 2.WK mit durchgemacht.
Mein Vater war bis Ende 1948 in Kriegsgefangenschaft in Belgien.
Er hatte uns Kindern viel aus dieser Zeit erzählt und er hofft, dass wir nie einen Krieg erleben müssen, gleiche Meinung hatte auch meine Mutter.
Ich habe von meinen Eltern nie ein schlechtes Wort über die DDR gehört, beide haben viele NAW-Stunden geleistet, gerade nach der Gründung der DDR.
Wir Kinder konnten uns selbst unseren Beruf aussuchen, eingemischt wurde sich überhaupt nicht.
Ich hatte jedoch das Gefühl, dass mein Vater es schon gerne gehabt hätte, wenn ich auch den Lehrerberuf eingeschlagen hätte.

Kurz, meine Eltern habe ich mir als Vorbild genommen und ich bin heute noch stolz und dankbar.
Beide haben ihre Arbeit gern und gut erledigt, haben vieles in ihrer Freizeit und ohne Bezahlung gemacht und waren immer für uns Kinder da.


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zuletzt bearbeitet 13.01.2017 17:57 | nach oben springen

#99

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 13.01.2017 18:12
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Generationenkonflikte hat es schon immer gegeben.
Aber sicherlich waren sie in der DDR der 50er und 60er Jahre nicht so ausgeprägt wie heute.
Wir (aber auch die Kinder im Westen) hatten damals mehr Respekt, auch im Austragen von Meinungsverschiedenheiten.

Aber das ist m. E. nicht der Punkt.
Schwierig war es sicherlich, Widersprüche und Fehler zu erkennen, wenn die Eltern ideologisch mit der offiziellen Linie übereinstimmten und es bei ihnen keine Bedenken oder gar Widerspruch gab.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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zuletzt bearbeitet 13.01.2017 18:14 | nach oben springen

#100

RE: Sprüche, Zitate

in Grenztruppen der DDR 13.01.2017 18:58
von Ährenkranz | 953 Beiträge | 624 Punkte
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #99

Schwierig war es sicherlich, Widersprüche und Fehler zu erkennen, wenn die Eltern ideologisch mit der offiziellen Linie übereinstimmten und es bei ihnen keine Bedenken oder gar Widerspruch gab.


Eltern, die in Westdeutschland aufgewachsen sind und eben von klein auf nur das kapitalistische System kennengelernt haben, werden sich bestimmt auch weitestgehend diesem angepaßt und auf ihre Kinder dementsprechend eingewirkt haben, bewußt oder unbewußt.

Unabhängig nun von verschiedenen Wirtschaftssystemen gilt sicherlich:Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm....


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