#21

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 15.10.2016 11:02
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #16

für viele hatte sich während dieser zeit ( in der masse gwdl'er) das private leben extrem verändert



An die verschwundenen Bräute hatte ich gar nicht gedacht, sondern ans Berufliche. Da war der Normalfall die weitere Ausbildung vorher zu planen oder eben hinterher im Betrieb einfach weiterzumachen - Eine Unterbrechung und keine Neuorientierung.

Meine damalige Freundin hat auch Schluß gemacht. Danach macht man sicherlich keine "Pläne ohne Ende".
Wieder daheim sucht man sich eine Neue (ich habe es noch im Armee-Urlaub probiert, leider ohne Erfolg in langhaarigen Zeiten mit Fasson).
Aber hinterher war das kein Problem. Mit Anfang 20 ist man doch noch sehr dynamisch .


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
vs1400 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.10.2016 11:06 | nach oben springen

#22

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 15.10.2016 11:10
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Krepp im Beitrag #20
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #19
Manch einer blieb ein paar Tage unbezahlt zu Hause, aber dann rief
der Job, der hundertprozentig sicher war.


Und diese paar Tage fehlen heute als Beitragspflichtige Zeiten im Rentenbescheid


Da habe ich Glück gehabt--als ich zurück kam--hab ich mich gleich im Betrieb gemeldet, auch gleich in der alten Meisterei--sagte meinen Meister, das ich noch ein paar Wege zu erledigen habe und fing 4 Tage später an.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#23

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 15.10.2016 11:21
von sentry | 1.091 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #12
Man war ja in einer ungeheuer guten Stimmung. Da schlägt man einen Handschlag nicht so selbstverständlich aus.
Sozusagen "gönnerhaft" gegenüber dem an dem Tage meist depressiv Zurückbleibenden, wirkte man sicherlich souveräner als immer noch eingeschnappt.



Ich vermute mal, das bezieht sich auf meinen Beitrag #10
Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

Für uns war es keineswegs selbstverständlich den Handschlag auszuschlagen.

Auch unsere E's hatten bei ihrem Abgang dem KC den Handschlag verweigert. Uns "depressiv Zurückgebliebenen" nötigte das eher Respekt als Verstärkung der eigenen Depression ab.
Es ist nicht leicht, eine hingehaltene Hand nicht zu ergreifen und dem Gegenüber ohne Worte klarzumachen, dass er das einfach nicht verdient hat - und dass man in der letzten Minute eines ganzen, schweren Jahres selbst keinen Wert mehr auf diese Geste des normalen Zusammenlebens legt.
Einem Vorgesetzten, der uns praktisch ununterbrochen schikaniert hat und nie eine Art Kameradschaft auch nur angedeutet hat, am letzten Tag die Hand zu geben, wäre für mich mehr geheuchelt und weniger Größe gewesen, als genau dies nicht zu tun.
Ich hoffe, auch unseren "depressiv Zurückgebliebenen", sprich: den neuen Postenführern, hat dieser Akt ein klein wenig Selbstbewusstsein verliehen und dass auch noch so viel Schikane nicht zwangsläufig die eigene Persönlichkeit brechen muss.


Oss`n, vs1400, IM Kressin und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#24

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 15.10.2016 13:30
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Ja, bei "schweren Fällen" ist die Reaktion verständlich.

Damals in Freienhagen hatten wir auch zwei. Aber die gesamte Führung war so klug (?), das Händeschütteln zu unterlassen und wir haben das gar nicht erwartet.

Noch ne Story:
Unser Schreiber und Heimgänger zeigte uns ne Plastetüte, worin er über längere Zeit einen Harzer Käse reifen ließ.
Den baute er am letzten Tag in der Telefonhörer vom Spieß ein...


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.10.2016 13:32 | nach oben springen

#25

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 15.10.2016 13:37
von Heckenhaus | 5.130 Beiträge

Zitat von Krepp im Beitrag #20
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #19
Manch einer blieb ein paar Tage unbezahlt zu Hause, aber dann rief
der Job, der hundertprozentig sicher war.


Und diese paar Tage fehlen heute als Beitragspflichtige Zeiten im Rentenbescheid

Richtig, deshalb, oder wohl eher des Geldes damals wegen, fing ich fast unmittelbar nach der Rückkehr wieder im Job an.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
nach oben springen

#26

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 15.10.2016 16:41
von küche69 | 428 Beiträge

Hallo zusammen, da es ja allgemein bekannt ist , dass ich in der Küche war, hatte ich keine letzte Schicht, aber es war ja meine Arbeit gewesen, also hat der letzte Tag einen ganz normalen Ablauf gehabt. Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir Mittwochs unsere Sachen angeben müssen, es wurde alles auf der Zeltplatz eines jeden Einzelnen ausgebreitet und dann wurde alles auf Gesamtheit usw. gezählt. Somit waren wir dann in Zivil, in der Nacht hat kaum jemand gepennt, es war unruhig in der Kompanie. Am Morgen hab ich mich dann von den Zivikräften verabschiedet, man war ja eine ganze Zeit zusammen. Dann wurde angetreten und der stellv. KC Oberltn. J. verabschiedete uns, als der Elo vom Hof fuhr warfen wir unsere Pfennige runter, es kam dann so, dass der Elo wieder zurück fahren musste und wir mussten absitzen und sollten die Pfennige auflesen, ich bin nochmal in die Küche gerannt um einen Strassenbesen zu holen, eine Zivikraft rief noch' du willst nicht gehen', aber mit dem Besen ging das Zusammenkehren schneller und dann ging es ab zum Bahnhof, ich glaube nach Aschersleben, dann nach Magdeburg, dort hat man sich dann auch schon aus den Augen verloren. Naja ich hatte einen kleinen geladen, habe auch meine Grenzerrolle im Zug vergessen, leider. Jedenfalls war es ja ein Donnerstag, als die Entlassung war, ich brauchte erst am Montag auf Arbeit gehen und die Krönung war, 14 Tage nach der Entlassung wurde die Grenze geöffnet, ich konnte es nicht glauben, aber Naja.

Grüße von Küche


'Wer nicht mit beiden Augen sieht, wird nie die ganze Wahrheit sehn'!



vs1400 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.10.2016 16:44 | nach oben springen

#27

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 15.10.2016 20:38
von jens-66 | 188 Beiträge

Scharfenstein 89/90

An meine letzte Schicht kann ich mich nicht mehr erinnern, zu mal im Herbst `89
so wieso alles anders war.
Grenzdienst gab es schon lange nicht mehr und wir waren bereits damit beschäftige , die Drähte von
Zaun abzubauen und zu großen Rollen zu formen.
Dabei gab es auch reichlich Gespräche mit den Wandern die von Ilsenburg zum Brocken wollten.
Entlassen wurde ich am 25.01.90 um 8.00 Uhr.
Zum 20.01.90 hatte ich nochmal Urlaub, weil ich Geburtstag hatte.
Bin mit meinem Trabbi die 80 km von zu hause bis Ilsenburg Scharfenstein gefahren.
Am Vorabend der Entlassung BA Abgabe und draußen ein Wintergewitter mir Schneesturm.
So durfte ich am nächsten Morgen mein Trabbi vom vielen Schnee befreien und bin dann später hinterm
LO Richtung Heimat gefahren.
Wie schon @vs1400 schrieb, ist der Oberharz eine schöne Landschaft, die mich heute noch fasziniert und wir sind damals an
Stellen gewesen wo niemand sonst hin kam. Die man aber auch heute schlecht erreichen kann.

Gruß Jens.


vs1400, damals wars, IM Kressin und grenzgänger86 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#28

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 15.10.2016 21:11
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Unsere Entlassung fand in den letzten Apriltagen des Jahres 1968 statt. Ich war Kradfahrer und wir hatten die letzte Schicht mit den alten EKs. Danach kamen dann die neuen EK und die frischgebackenen Vizes. Wir hatten uns verabredet, zusammen eine Ehrenrunde in Hennigsdorf zu drehen. Mit einem Birkenzweig im lauf und lauten "Hallo - es geht nach Hause" - Rufen fuhren wir durch das Städtchen. Wie es nach Eintreffen in die Kompanie weiter ging, weiß ich nicht mehr genau. Sicher alles wie üblich. Waffenreinigung und Abgabe, Ausrüstung abgeben, Duschen, essen. Da kann ich mich erinnern, daß wir zusammen im Klubraum saßen und mit einem Imbis verabschiedet worden. Ich weiß nicht, ob wir noch am gleichen Tag der letzten Schicht oder erst am Folgetag nach Hause sind. Jedenfalls hatte ich meinen konfiszierten Fotoapparat zurückerhalten und konnte so einige Momente des Abschiedes festhalten. Ich kann nicht sagen, daß wir einen Groll gegen unsere Zugführer und den KC hegten. Mit dem Spieß waren fast per Du, zumindest die letzten Wochen nach unserem Besäufnis im Anschluss an die Abschlussuntersuchung, zu der er uns begleitet hatte. Daher war eine Verabschiedung per Handschlag üblich.
Ich fing nicht wieder in meiner alten Firma an, weil ich mich verändern wollte. Das war etwas undankbar von mir, wie mir später bewust wurde, aber damit muß ein Kaderleiter halt leben. Die Firma hatte sich sehr für mich während meiner Dienstzeit engagiert durch kleine Aufmerksamkeiten. Nach einem Umweg über den Maschinenbau bin ich dann aber doch wieder in der Chemie gelandet. habe mal ein Foto der Verabschiedung angehängt. Dem wir die Hand schütteln, ist unser Spieß, damals schon 18 Jahre dabei und mit den westberliner Zöllnern Skat gespielt (wird erzählt, ist aber glaubhaft). Ich habe wegen der lange zurückliegenden Zeit darauf verzichtet, die Gesichter unkenntlich zu machen, sieht auch blöd aus und hoffe, daß mich keiner von den ehemaligen Kameraden auf dem Foto verklagt.



vs1400, IM Kressin und kassberg haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#29

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 00:26
von vs1400 | 2.389 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #21
Zitat von vs1400 im Beitrag #16

für viele hatte sich während dieser zeit ( in der masse gwdl'er) das private leben extrem verändert



An die verschwundenen Bräute hatte ich gar nicht gedacht, sondern ans Berufliche. Da war der Normalfall die weitere Ausbildung vorher zu planen oder eben hinterher im Betrieb einfach weiterzumachen - Eine Unterbrechung und keine Neuorientierung.

Meine damalige Freundin hat auch Schluß gemacht. Danach macht man sicherlich keine "Pläne ohne Ende".
Wieder daheim sucht man sich eine Neue (ich habe es noch im Armee-Urlaub probiert, leider ohne Erfolg in langhaarigen Zeiten mit Fasson).
Aber hinterher war das kein Problem. Mit Anfang 20 ist man doch noch sehr dynamisch .



da gingen ehen kaputt, Freienhagener
mit kindern und dass war ein zu hoher zoll, fürs vaterland von grundwehrdienst'lern ... aus meiner sicht.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


nach oben springen

#30

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 01:53
von Leo2 | 14 Beiträge

Bevor ich von mir und meinen Erlebnissen berichte ein paar Worte an Dich ,Dore Holm. Habe Euch Grenzer, vielleicht sogar Dich, als kleiner Pimpf immer bewundert. War genau zu Deiner Zeit dort in Hennigsdorf oft in den Ferien bei meinem Onkel in Niederneuendorf zu Besuch. Die Dorfkirche war schräg gegenüber und im Haus war unten ein Konsum. Die Straßenseite gegenüber war schon Sperrgebiet und dahinter konnte man durch die Bäume Heilligensee erkennen. War immer mit meinem Onkel angeln im Kanal und manchmal auch baden. Als Junge vom Hinterland war das schon recht spannend für mich. Konnte damals nicht ahnen, daß ich in ein paar Jahre auch mal da Vorne stehe werde.

Nun zu meinem letzten Tag da Vorne, der am 29.04.1975 war. Als KC-Fahrer hatte ich keinen regl. Grenzdienst und konnte meine Hausschuhe nicht überkreutz an einem Baum anbringen. Wo jetzt hin damit? Also mit dem LO- Kutscher der V-Gruppe noch mal in die Garage,unter meinem P3 Bohlen von der Montagegrube runter und die Dinger von unten angenagelt. Unser LO- Kutscher war in der Zwischenzeit im Gebälck der Garage unterwegs. Glück gehabt, noch geschafft. Danke für die Nägel, Hausmeister Fritz!!!
Kurzer Appel auf dem Hof, die ,,Daheimgebliebenen,, alle an den Fenstern, W50, alle aufsitzen und unter Gebrüll: ,,Eins, Zwei, Drei, die Schei....e ist vorbei,, den Löffel runtergeschmissen und durch,s Tor. Komischerweise war es bei der letzten Fahrt durch Lockstedt total still auf der Ladefläche.
Stimmt nicht ganz, meine letzte, persönliche Fahrt durch Lockstedt war 2004.
Abschlußappel irgendwo in der Pampa, wo: keine Ahnung aber nicht in Gardelegen, dem Regiment. Danach die persönlichen Verabschiedungen, war schon komisch. Wir werden uns wohl nie wiedersehen!!! Und so war es leider auch. Eigentlich schade, waren tolle Truppe, viele ,,Südländer,, darunter, ist natürlich nicht bös gemeint. Jung,s wenn ihr dies hier ließt und in Lockstedt zu dieser Dienstzeit gewesen seid, meldet euch einfach mal! Dann alle ab, in die Sonderzüge und das war es. Ein Jahr mitgeholfen, den Antifaschistischen Schutzwall zu schützen. Über Rathenow und Brandenburg Havel nach Bad Belzig. Die letzten km zum Dorf noch auf einer Schwalbe einer Freundin, gut abgefüllt, mit gegröll und sehr, sehr GLÜCKLICH, und ganz wichtig: es war noch hell an diesem Tag, endlich zu Hause

So war das bei mir und schon fast 42 Jahre her!

Gruß an alle Grenzer



IM Kressin und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#31

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 06:49
von damals wars | 12.149 Beiträge

Ein bisschen Wehmuth war schon dabei, hatte ich doch mit vielen guten Kameraden die letzten Monate verbracht, und man hatte ja nichts mehr auszustehen, Die Wertgegenstände wurden verteilt (Würmchen, Motorradheln, Sitzkissen etc.)
die Reisetasche geschnappt und zum letzten Mal das Tor durchschritten. Frohgemuts und sehr erleichtert wurde die Heimfahrt angetreten.
Das war es!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#32

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 12:31
von Hanum83 | 4.736 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #29
Zitat von Freienhagener im Beitrag #21
Zitat von vs1400 im Beitrag #16

für viele hatte sich während dieser zeit ( in der masse gwdl'er) das private leben extrem verändert



An die verschwundenen Bräute hatte ich gar nicht gedacht, sondern ans Berufliche. Da war der Normalfall die weitere Ausbildung vorher zu planen oder eben hinterher im Betrieb einfach weiterzumachen - Eine Unterbrechung und keine Neuorientierung.

Meine damalige Freundin hat auch Schluß gemacht. Danach macht man sicherlich keine "Pläne ohne Ende".
Wieder daheim sucht man sich eine Neue (ich habe es noch im Armee-Urlaub probiert, leider ohne Erfolg in langhaarigen Zeiten mit Fasson).
Aber hinterher war das kein Problem. Mit Anfang 20 ist man doch noch sehr dynamisch .



da gingen ehen kaputt, Freienhagener
mit kindern und dass war ein zu hoher zoll, fürs vaterland von grundwehrdienst'lern ... aus meiner sicht.

gruß vs



Ich war auch verheiratet mit Kind, wenn meine Ehe die 18 Monate nicht überstanden hätte, dann wäre sie es auch nicht wert gewesen weiter zu bestehen und wenn sich die "bessere" Hälfte gerade in der Zeit bemüßigt gefühlt hätte die Reissleine zu ziehen, dann wäre sie nichts weiter als eine "beschi..." Hälfte gewesen.
Davon mal abgesehen, die armen Hunde denen das passiert ist waren wirklich arme Hunde.
Gab ja Fälle in der Kompanie wo sich sogar mal der Polit auf Reisen machte zu einer besseren Hälfte.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.10.2016 13:02 | nach oben springen

#33

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 12:53
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

meine letzte Schicht war an der Oberen Kreuzung unterhalb vom Brocken.
Ich glaube 06.00 - 14.00 Uhr ruhige Schicht,mit dem Posten ne Zigarre geraucht,die Asche in das Glasröhrchen,wo die Zigarre drin war, getan und noch ne Kragenbinde mit rein auf der stand zu welcher Zeit man in Schierke war.
Das Röhrchen wurde dann irgendwo im Wald unterhalb vom Brocken vergraben.

04/86 - 04/87 in Schierke


IM Kressin, küche69 und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#34

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 13:05
von Blitz_Blank_Kalle | 317 Beiträge

Musstet ihr bei Entlassung eigentlich irgendwas unterschreiben, nichts über irgendwelche milit. Geheimnisse (will es mal einfach ausdrücken) im Zivilleben zu erzählen?
Bei uns war das so, obwohl ich nicht an der Grenze war.


nach oben springen

#35

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 13:08
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #32
Zitat von vs1400 im Beitrag #29
Zitat von Freienhagener im Beitrag #21
Zitat von vs1400 im Beitrag #16

für viele hatte sich während dieser zeit ( in der masse gwdl'er) das private leben extrem verändert



An die verschwundenen Bräute hatte ich gar nicht gedacht, sondern ans Berufliche. Da war der Normalfall die weitere Ausbildung vorher zu planen oder eben hinterher im Betrieb einfach weiterzumachen - Eine Unterbrechung und keine Neuorientierung.

Meine damalige Freundin hat auch Schluß gemacht. Danach macht man sicherlich keine "Pläne ohne Ende".
Wieder daheim sucht man sich eine Neue (ich habe es noch im Armee-Urlaub probiert, leider ohne Erfolg in langhaarigen Zeiten mit Fasson).
Aber hinterher war das kein Problem. Mit Anfang 20 ist man doch noch sehr dynamisch .



da gingen ehen kaputt, Freienhagener
mit kindern und dass war ein zu hoher zoll, fürs vaterland von grundwehrdienst'lern ... aus meiner sicht.

gruß vs



Ich war auch verheiratet mit Kind, wenn meine Ehe die 18 Monate nicht überstanden hätte, dann wäre sie es auch nicht wert gewesen weiter zu bestehen und wenn sich die "bessere" Hälfte gerade in der Zeit bemüßigt gefühlt hätte die Reissleine zu ziehen, dann wäre sie nichts weiter als eine "beschi..." Hälfte gewesen.
Davon mal abgesehen, die armen Hunde denen das passiert ist waren wirklich arme Hunde.


Ja klar.
Das waren die Älteren oder diejenigen, die schon mit 18 geheiratet haben.
Für die "Masse" kam das nicht in Frage, wegen der bekannten Trennungsrate in Uniform - und weil man gerade nach der Armeezeit das Bedürfnis hatte, wildes Jugendleben nachzuholen. Ein Jahr später war auch ich verheiratet. Aber die "freie" Zeit dazwischen war erstklassig.
Dabei verfallen unsere Nachgeborenen heute ins andere Extrem und können damalige "Frühehen" gar nicht verstehen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.10.2016 13:10 | nach oben springen

#36

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 14:30
von Leo2 | 14 Beiträge

Hallo Blitz Blank Kalle, ich meine, nichts unterschrieben zu haben! Ist allerding,s auch schon 42 Jahre her. Schweigen wurde einfach vorausgesetzt. Kann mich nur noch erinnern, bei meiner Rückmeldung im Heimatwehrkreiskommando nach Problemen und Vorkommnissen da vorne ausgefragt worden zu sein. Ich vermute da den MfS. Ging es anderen auch so?



nach oben springen

#37

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 16:25
von Hanum83 | 4.736 Beiträge

Zitat von Leo2 im Beitrag #36
Hallo Blitz Blank Kalle, ich meine, nichts unterschrieben zu haben! Ist allerding,s auch schon 42 Jahre her. Schweigen wurde einfach vorausgesetzt. Kann mich nur noch erinnern, bei meiner Rückmeldung im Heimatwehrkreiskommando nach Problemen und Vorkommnissen da vorne ausgefragt worden zu sein. Ich vermute da den MfS. Ging es anderen auch so?

Also wenn speziell die nichts von Vorkommnissen "da vorne" wussten will ich Max heißen


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#38

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 16:43
von Leo2 | 14 Beiträge

War nur so der Einstieg. Nächste Frage war: Ob ich mir vorstellen könnte als Berufskraftfahrer zu arbeiten.Meine Gegenfrage darauf : In welchen Betrieb denn? Keine Antwort und das Gespräch war beendet! Alles klar! Zurück in meinem alten Betrieb und es war gut so!!!!



nach oben springen

#39

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 16:44
von küche69 | 428 Beiträge

Zitat von Blitz_Blank_Kalle im Beitrag #34
Musstet ihr bei Entlassung eigentlich irgendwas unterschreiben, nichts über irgendwelche milit. Geheimnisse (will es mal einfach ausdrücken) im Zivilleben zu erzählen?
Bei uns war das so, obwohl ich nicht an der Grenze war.

Wenn ich mich recht erinnere musste man den Mund halten, über Grenze usw., ich glaube das gesagt wurde, dass man noch 5 Jahre belangt werden konnte, wenn man Quatschte und es wurde bekannt, aber ob ich was unterschreiben musste, daran kann ich mich nicht erinnern.



nach oben springen

#40

RE: Nicht der erste sondern der letzte Tag - wie war der für euch ??

in Grenztruppen der DDR 16.10.2016 18:59
von gitarre52 | 127 Beiträge

hallo in die runde,
meine letzte schicht 04/73, habe ich als objektwache verbracht, da man mich wegen dem "leuchterwettstreit" , und dem damit verbundenen, vermutlichen hohen leuchtmunitionsverbrauch, nicht mehr an den kanten gelassen hat.
deshalb wurde ich aber somit ungewollt zeuge eines trinkgelages, welches sich im gaki-zimmer abgespielt hat, und ich es von außen durch das fenster beobachten konnte.außer den "EK"s aus küche und dem schreiber usw. war auch der spieß dabei.neidvoll habe ich dem treiben ne weile zugeschaut.
am anderen morgen, dem entlassungstag, waren auf einmal lautes geschrei, sowie kommandos zu hören, welche ich hptm. Ki...unserem neuen kc, einem miesen zeitgenossen zuordnen konnte.
was war geschehen? die zechbrüder hatten die leeren schnapsflaschen dem kc vor die tür gestellt, welche dieser, mit lauten klirren, umgetreten hatte.
er ordnete an, daß alle im flur antreten mußten, und der spieß, welcher mitgesoffen hatte, mußte sich von allen anhauchen lasssen. es stand die drohung im raum, falls der oder die nicht gefunden würden, läßt er, der kompanieschef, (kraft seiner wassersuppe) die entlassung platzen.
der spieß fand natürlich niemand, welcher nach alkohol roch.so ließ der kc uns noch ne weile stehen, bis der lo im hof schon vorgefahren war, und er dann doch die verabschiedung durchzog.
einer von den nun neuen eks, ein zimmerkamerad , war ein guter musikant und hatte sein akkordeon mit auf der bude.
als wir auf dem lo saßen, spielte er aus dem obigen weit aufgerissenen fenster den marsch: "alte Kameraden", welcher damals verboten war.
und beim losfahren kannte der jubel keine grenzen, und unsere alten schlappen, flogen im hohen bogen aus dem lo auf den kompaniehof.
jeder dachte nur: hoffentlich sehen wir diesen "schuppen", wie wir ihn nannten, nie wieder.
mfg klaus


lhsecurity und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Der letzte DDR-Gefangene
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Lutze
44 26.05.2015 22:33goto
von 94 • Zugriffe: 2372
1964,das letzte Deutschlandtreffen in der DDR
Erstellt im Forum DDR Zeiten von Lutze
24 15.01.2014 20:29goto
von stutz • Zugriffe: 1602
Wie war bei Euch der letzte Grenzdienst?
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von Mozart
35 02.09.2014 10:21goto
von dittmar • Zugriffe: 4037
Letzte Grenzreste sind jetzt unter Denkmalschutz/ Dokumentation von Bürgererlebnissen angeregt
Erstellt im Forum Presse Artikel Grenze von Angelo
0 26.11.2008 11:04goto
von Angelo • Zugriffe: 889

Besucher
23 Mitglieder und 59 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Erinnerung
Besucherzähler
Heute waren 2513 Gäste und 133 Mitglieder, gestern 3611 Gäste und 206 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14367 Themen und 557814 Beiträge.

Heute waren 133 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen