#61

RE: Pfälzer Wald, vollgestopft....

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 28.08.2016 09:29
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Lotterhaufen? Das stimmt einfach nicht. Haste mal die neuen Fahrzeuge, z.B. Boxer (Radpanzer), aus der Nähe gesehen? Klingt nicht so.
Der gute Zustand ist wenig überraschend. Da ist auch sehr viel Geld ins Material reingesteckt worden. Von den U-Booten bis zu den Hubschraubern.


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#62

RE: Pfälzer Wald, vollgestopft....

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 28.08.2016 10:03
von B Man | 193 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #60
Also ich war hin und weg, wie solide der Bolide verarbeitet war.




Das ist einfach quatsch.
Die Fahrzeuge des WP waren bis auf wenige Sonderfahrzeuge schnell und einfach herzustellende Massenware.
Die sollten auch nicht halten, die sollten einfach immer nur 2/3 mehr sein wie bei der Nato.

Klar sahen die von aussen und von weitem betrachtet schick aus. Der Soldat musste ja beschäftigt werden.
Von den Bmp Panzern Typ 1 + 2 rutschen noch genug in Deutschland herum wo man für Geld mal mit fahren kann, da kann man sich auch gleich mal von den Fahrleistungen überzeugen.

Und Lotterhaufen ?
Du scheinst von der selben Sorte zu sein wie mein ehemaliger Spiess.

Es kommt nicht darauf an wie gut du neben deinem Auto aussiehst, es kommt darauf an wie gut du damit fährst.


Gruss Andreas
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#63

RE: Pfälzer Wald, vollgestopft....

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 28.08.2016 10:10
von Marder | 1.413 Beiträge

Zitat von Leo2 im Beitrag #59
Genau das ist der Punkt! Volkswirtschaftlich war im Osten Mangelware an der Tagesordnung, ohne Zweifel, aber glaub mir ,für Panzer und das ganze andere ,,Gesimms,, war genug Ersatz da. Lieber hätte man die Bevölkerung hungern lassen!!!!

Glaube ich. Es stellt sich nur die Frage ob wir im E Fall wirklich beliefert werden. Diese Lücke muss man schließen.
Daher besser den verrosteten Westschrott als die auf hochglanzpolierte super Russentechnik.
Man muss sich eben mit weniger zufrieden geben.
MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
zuletzt bearbeitet 28.08.2016 10:11 | nach oben springen

#64

RE: Pfälzer Wald, vollgestopft....

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 28.08.2016 11:20
von Leo2 | 14 Beiträge

Im Prinzip sollten wir dankbar und glücklich sein, daß wir den Schrott und das hochglanzpolierte Zeug, beiderseitig des Zaunes, uns nicht gegenseitig um die Ohren gehauen haben. Es hätte keinen Gewinner sondern nur Verlierer gegeben!!!!!!!!!!!!



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#65

RE: Pfälzer Wald, vollgestopft....

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 28.08.2016 13:11
von Tobeck | 488 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #1
Hallo,
im Mai war ich für einige Tage im Pfälzer Wald, ganz unbedarft. Erst bei den Radtouren in den Seitentälern fiel mir auf wie intensiv diese Gegend militarisiert war. Z.B. südlich Hinterweidenthal eine recht große Rangieranlage für einen kleinen Gleisanschluß, im Seitental war früher ein sehr großes Treibstofflager, 5km südlich auf Bergkuppen Radar und nebenan Nike-Ajax, nochmals 5km weiter Giftgasdepot Fischbach...

Nordwestlich von Hinterweidenthal 20km südlich von Ramstein Atomwaffendepot....

An Bergflanken im Tal viele zugemauerte Stolleneinfahrten...usw. usw.

Auffällig waren im Wald die weit über dem Fortsbedarf befestigten Straßen samt sehr hohen Brückenbelastbarkeiten....

Die Pfalz lag in der französischen Besatzungszone, aber später haben die USA dort aufgrund der geographischen Lage (Entfernung zum WP) viele Depots und Kasernen für Verstärkungstruppen angelegt. Die sog. Pomcus-Depots lagen sehr weit westlich, u.a. in Pirmasens und Landstuhl in der Pfalz, Karlsruhe, Mönchengladbach und in den Niederlanden und Belgien. Das Personal für das dort gelagerte Material wäre erst im Spannungs- oder Kriegsfall eingeflogen worden. So gab es in der Pfalz neben vielen französischen Kasernen auch viele US-Kasernen, u.a. die großen Standorte Kaiserslautern, Pirmasens.und Baumholder.

Nach 1990 hatten Städte wie Pirmasens neben strukturellen Problemen aufgrund der Monostruktur der Wirtschaft (Niedergang der Schuhindustrie) noch mit dem Abzug der US-Truppen zu kämpfen, die ein wichtiger Wirtschaftsfaktor waren. Viele Deutsche arbeiteten bis dahin als Zivilbeschäftigte bei den US-Truppen, vermieteten ihre Häuser und Wohnungen teuer an die US-Streitkräfte, und auch die sonstige Wirtschaft hing zu einem Teil von den US-Streitkräften ab. Im Jahr 2000 war ich kurze Zeit in der Region und sah die Versuche der Konversion in Pirmasens (ehem. US-Kasernen auf der Husterhöhe) und Zweibrücken (ehem. US-Flugplatz) in ehem. US-Liegenschaften, in denen versucht wurde, Betriebe anzusiedeln, was teilweise gelang; ich sprach auch mit den Verantwortlichen angesiedelter Firmen. Aber die Abzugsfolgen konnten damit kaum kompensiert werden.


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zuletzt bearbeitet 28.08.2016 13:49 | nach oben springen

#66

RE: Pfälzer Wald, vollgestopft....

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 29.08.2016 08:34
von Rainer-Maria Rohloff | 1.357 Beiträge

Na gut Männer, ich merkte schon den Aufschrei beim "Lotterhaufen Bundeswehr", also da war auch Humor dabei, nur der teileverostete Hänger in #60, der war knallharte Realität. Aber genug davon, es kann weitergehen, im Thema.

Rainer-Maria



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#67

RE: Pfälzer Wald, vollgestopft....

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 30.08.2016 16:04
von Leo2 | 14 Beiträge

Tolles Teil, Rainer-Maria,vor dem Du da stehst. Ich denke W50 LA/A. Habe ein paar Jahre lang Dir ,,Dein Auto,, zusammengesetzt! Genau diese Bleche waren es.Lang, lang ist,s her.
Tobeck, Du schreibst sehr schön und ausführlich über die ,, Reservelager ,,! Hatte denn die Bundeswehr ähnliche Einrichtungen für den Ernstfall? Falls Du jetzt eine Gegenfrage hast, ich könnte sie Dir nicht beantworten. Man hörte immer gerüchteweise von nagelneuer, eingelagerter Technick für den Mobilmachungsfall, aber ich habe keine Ahnung! Na und von unseren russischen ,,Freunden,, schon gar nicht. Ich pers. habe gleich nach meiner aktiven Zeit ein Mobilmachungsbefehl bekommen und einige Übungen mitgemacht.Von eingelagerter Technick weit und breit nichts zu sehen.
Im Gegenteil, ziv. Betriebe mußten ihre LKW ,s abgeben,die dann miltr. genutzt wurden.



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#68

RE: Pfälzer Wald, vollgestopft....

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 30.08.2016 19:28
von B Man | 193 Beiträge

Zitat von Leo2 im Beitrag #67
Hatte denn die Bundeswehr ähnliche Einrichtungen für den Ernstfall?


Ja gab es.
Es gab die sogenannten Verteidigungs Bezirks Kommandos.
Die wurden im Verteidigungsfall nur durch Reservisten aufgestellt. Die Ausrüstung und die Fahrzeuge waren in Aktiven Kasernen untergebracht und nur 2-3 Soldaten kümmerten sich um die Verwaltung und die Technik.
Die Wartung und die Reparatur der Fahrzeuge wurde durch die örtliche Instandsetzung mit erledigt.

Für die Aktiven Einheiten gab es überall so genannte Korbsdepots in denen Munition, Treib und Betriebsstoffe eingelagert waren.
Der Treibstoff wurde teilweise in Fahrbereiten Tankwagen gelagert.

Zitat von Leo2 im Beitrag #67

Im Gegenteil, ziv. Betriebe mußten ihre LKW ,s abgeben,die dann miltr. genutzt wurden.


Das gab es im Westen auch das man für Fahrzeuge die bestimmten Vorgaben entsprachen bei der Anschaffung einen Zuschuss bekam.
Zugriff darauf gab es aber in der Praxis wohl nur im Verteidigungsfall.


Gruss Andreas
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#69

RE: Pfälzer Wald, vollgestopft....

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 31.08.2016 16:47
von Freienhagener | 3.860 Beiträge

Zitat von Marder im Beitrag #58
Schon mal darüber nachgedacht ob es auch zu überlegen ist, dass egal wie "gut" die Technik ist sie im E Fall repariert und Ersatzteilen beliefert werden kann?.
Da nimmt man lieber die schlechte Westtechnik! , weil da die Lieferanten zuverlässiger sind.
Besser ein schlechter funtionierendes Gerät als ein defektes super russisches Gerät.
MfG Marder



Inzwischen wurden ja einige Leistungen ausgelagert, z. B. die Objektwache in private Hand gegeben. Das führte u. A. dazu, daß Wagenparks unerkannt abgefackel wurden, von irgendwelchen Eindringlingen.

Bei dem augenblicklichen Personalmangel würde mich es nicht wundern, wenn die in Sachen Wagenpark den ADAC hinzuziehen und private Werkstätten.
Wenn dort Pazifisten arbeiten, merkt das von der BW sicherlich Keiner...

Was im Westen weniger verbreitet ist, nämlich die Improvisationsgabe statt Wegwerfen oder Weggeben, das hat in der DDR und in der SU auch im Zivilleben immer über Defekte hinweggeholfen. Diese Improvisationsgabe war eben ein Ergebnis der Not, d.h. der weniger vorhandenen professionellen technischen Hilfe.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 31.08.2016 16:55 | nach oben springen

#70

RE: Pfälzer Wald, vollgestopft....

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 31.08.2016 18:45
von Leo2 | 14 Beiträge

Hallo zusammen,

wenn wir ehrlich sind, hat uns doch damals das Improvisieren in gewisser Weise am Leben erhalten. Diese ,,Gabe,, ging doch nach und nach verloren, weil es auch gar nicht mehr nötig ist. Wenn ich da nur an die Technik denke, wo will man da, bei vielen Sachen, noch improvisieren, aus Mangel , mit Sicherheit nicht. Wir haben es noch anders kennengelernt. Wollen wir nur hoffen, daß dies immer und ewig so bleibt und genug Neues unerschöpflich vorhanden ist. Ich hab da meine Zweifel!!!!!!



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