#1

FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 13.08.2016 06:53
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Moin Forum,

bisher waren hier über die FU Berlin und deren Veröffentlichungen der Opfer des Grenzregimes nur positive Kommentare zu lesen. Es erschien sauber recherchiert und neutral beleuchtet zu sein.

Um so irritierender war für mich die dort dargestellte "Version Weinhold".

Zitat
Der Fahnenflüchtling war drei Tage zuvor mit seiner MPi und 60 Schuss Munition aus der Kaserne des Panzerregiments 14 in Spremberg geflüchtet.



Quelle: http://www.fu-berlin.de/sites/fsed/Das-D...eter/index.html

Wie wir ja wissen war Herr W ja aber mit "etwas mehr Munition" unterwegs.

Interessant entwickelte sich der Mailverkehr mit einem Mitarbeiter der FU Berlin, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Zitat
Sehr geehrter Herr [...],

vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben uns bei der Darstellung der von Weinhold mitgeführten Munition auf die Untersuchung des Staatssicherheitsdienstes der DDR gestützt, da diese Einrichtung den Verlauf seiner Fahnenflucht akribisch rekonstruiert hat. Am 19.12.75 erhielt die MfS-Führung dazu einen auswertenden bericht, in dem es heißt: „Am 15.12.1975 gegen 9.30 Uhr ging beim VPKA Spremberg die Information des Panzerregiments 14 ein, daß sich Werner Weinhold zwischen 3.30 Uhr und 5.30 Uhr mit seiner MPi und 60 Schuß Munition unerlaubt von der Truppe entfernt hatte.“ Eine weitere Rekonstruktion des Hergangs durch die HA VII des MfS ergab: „Am 15.12.1975 verließ der ehem. Soldat der NVA, Werner Weinhold, zw. 3.30 Uhr bis 5.30 Uhr seinen Postenbereich in der Einheit, um in die Bundesrepublik zu flüchten. Er trug eine Schusswaffe bei sich.



Interessant ist, dass dieser Teil "unter den Tisch fällt".

Zitat


Waffe des Täters: MPi - Kalschnikow, Nr. 1655 ohne Bajonett (mit 60 Schuss Munition; 30 Schuß Munition am 15.1275 in der Garage Platnerstraße 52 in Karl-Marx-Stadt aufgefunden).“ In den Ermittlungen der ZERV gegen zwei DDR-Grenzsoldaten, die auf Weinhold geschossen haben sollen, ist 1994 davon die Rede, Weinhold habe die „beiden ihm zugeteilten Magazinen á 30 Schuß sowie weitere 10 Magazine“ mitgenommen, „die er zuvor entwendet hatte. In den folgenden Tagen stahl er im Verlauf seiner Flucht 3 Pkw. Von einer Streife im Rahmen einer Routinekontrolle angehalten, bedrohte er die Polizisten mit einer Maschinenpistole und zwang sie, sich zu entfernen.“ Wir halten die zeitgenössischen Angaben für belastbarer, als die Aussagen 19 Jahre später.

Mit freundlichen Grüßen von [...]



Von mir:

Zitat
Sehr geehrter Herr [...]



ich empfehle in dem Fall einfach mal den Thread im NVA Forum zu lesen. Dort sind vom User Köpenick (identisch mit Henry Köhler) sehr viele Originalberichte eingestellt.



Dort wird auch speziell das Thema Munition behandelt, so wurden im Fzg in Westdeutschland die MP und Munition von Herrn Weinhold zurück gelassen. Mehr als 120 Schuß, entsprechende Berichte der westdeutschen Behörden werden dort zumindest zitiert, wenn nicht sogar eingestellt.



Unklar ist der Verbleib von 30 Schuß, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Ein Magazin wurde 1 oder 2 Jahre später in unmittelbarer Nähe gefunden, zuerst war der Verbleib von 60 Schuß unklar.



Leider kann Herr Köhler nicht mehr befragt werden, er verstarb nach einem Verkehrsunfall. In jedem Fall ist diese Doku von Herrn Köhler sauber recherchiert. Was man in Ihrem Fall leider verneinen muss. So bitter wie es ist. Und leider scheinen Sie mit persönlicher Kritik schlecht umgehen zu können.



Zitat
Sehr geehrter Herr [...],

da muß er aber schwer geschleppt haben und dann auch noch 120 Patronen im „Fzg im Westdeutschland“! Welchem Fzg. denn?

Danke für Ihre Beurteilung, daß wir nicht „sauber“ recherchieren und danke für den Hinweis auf das NVA-Forum. Eine wirklich sehr „saubere“ und sachliche Quelle, wie ich schon mehrfach feststellen konnte.

Herr Köhler hat, nebenbei bemerkt, wesentliche Informationen aus den Überlieferungen (Ost und West) überhaupt nicht berücksichtigt. Vielleicht kannte er sie auch nicht.



Hier dann die "letzte Antwort" der FU Berlin, seehr sachlich.

Zitat
Ja und da nimmt man per Anhalter gegen 5 Uhr einen Mann mit MPi mit, oha oha.



Und sowas nennt sich Historiker?

Der gute Mann scheint die Akten der westdeutschen Behörden überhaupt nicht zu kennen. In einer Einlassung des Herrn W bei Staatsanwaltschaft Essen gemacht hat:

Zitat
Staatsanwaltschaft Essen
Der Polizeipräsident
in Recklinghausen

Recklinghausen 22.12.1975

Verantwortliche Vernehmung

Es erscheint vorgeführt der Nachgenannte
wohnhaft in xyz Dresden, xyz-Straße, Nr.:

W e i n h o l d

Werner, Dieter

usw.
(Seite 1 und 2 sind das übliche Formblatt mit den Angaben zur Person,
interessant ist die Angabe zur Staatsbürgerschaft, dort wurde DDR eingetragen, Ehrenämter bekleidete der Beschuldigte auch nicht.)

weiter Seite Anlage Blatt 2 verantwortliche Vernehmung:

Zur Sache:
1. Bei Beginn meiner Vernehmung zur Sache wird mir vorgeworfen, am 19.12.1975 zwischen Eisfeld und Coburg 2 DDR-Soldaten auf DDR-Gebiet erschossen zu haben. Mir wird eröffnet, daß insoweit ein vorsätzliches Tötungsdelikt wegen Totschlages oder Mordes nach §§ 212 und 211 StGB oder der Gegenstand der Körperverletzung der Todesfolge nach § 226 StGB in Betracht kommt. Ferner wird mir vorgehalten, daß ich mich eines PKW-Diebstahls z.N. des Eigentümers des PKW XY - XZ, Herr xyz, aus Spremberg schuldig gemacht haben kann.
Ferner könnten weitere PKW-Diebstähle in Betracht kommen.

Ich bin darauf hingewiesen worden, daß es mir nach dem Gesetz freisteht, mich zu den Beschuldigungen zu äußern oder nicht zur Sache auszusagen und jederzeit, auch schon vor meiner Vernehmung einen von mir zu wählenden Verteidiger zu befragen.

Ich möchte mich jetzt äußern.

Gelesen und unterschrieben:

W.W.

(die folgenden Seiten 3 und 4 befassen sich ausschließlich mit dem persönlichen Werdegang bis zur Rückkehr in die Kaserne am 11. 12. 75. Die Fakten sind ja hinlänglich bekannt, daher lasse ich dies hier weg)

Seite 5
In den frühen Morgenstunden des 15. 12. 1975 war ich zum Objektschutz beim Gefechtspark eingeteilt, der aus Fahrzeughallen besteht. Auf den Fahrzeugen ist u.A. die Munition für die Maschinenpistolen und anderen Waffen gelagert. Gegen 04.30 Uhr bin ich zu einem LKW gegangen und habe mit einer Zange das Verschlußseil der Plane des LKW durchgekniffen. Dann bin ich auf den LKW geklettert und habe aus einer Munitionskiste 10 gefüllte Magazine ( 30 Schuß je Magazin ) an mich genommen. Ich war mit einer russischen Kalaschnikow bewaffnet. Dazu hatte ich Gelegenheit, weil ich dort alleine Wache hatte. In meiner MP war 1 Magazin, ferner führte ich ein 2. volles Magazin mit.

Vorhalt:
Warum haben Sie 10 Magazine an sich genommen ?

Antwort:
Ich hatte die Absicht abzuhauen, ich hatte Angst. Das war irgendwie ein sicheres Gefühl. Ich musste damit rechnen, daß die mich umlegen würden. - "WENN SIE DIE FLUCHT BEMERKEN." (von W. bei Korrektur handschriftlich eingefügt.)

Vorhalt:
Waren Sie bereits zu diesem Zeitpunkt entschlossen von der MP Gebrauch zu machen ?

Antwort:
"NEIN" (handschriftlich eingefügt s.o.)[...]



Ich muss ganz ehrlich sagen, der gute Mann ist für mich nicht unbedingt glaubwürdig. Schade. Zudem stellt sich mir die Frage ob der Titel zu recht geführt wird.

MfG Berlin

Edit: Rechtschreibung

Edit II: Auf Hinweis von 94 Username c ergänzt.


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#2

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 13.08.2016 11:37
von Hansteiner | 1.422 Beiträge

Als der Rundspruch des Bat. einging, hatte ich gerade Frühschicht auf einer Füst.
und den Text der Fahndung werde ich auch nicht vergessen !
es waren sehr angespannte Stunden für uns alle, sowas vergisst man nie wieder !

H.



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#3

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 13.08.2016 12:57
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Vielleicht wurde einfach die 3 im Text vergessen, so daß aus 360 Schuß nur noch 60 wurden.

Ansonsten hätte das Ansehen von 45 Minuten der Doku von Henry Köhler "Doppelmord im Niemandsland"
bereits weitere Erkenntnisse gebracht (falls die aufgeführten 5 Rechercheure nicht gerne lesen).

Einerseits würde ich das ganze nicht überbewerten, andererseits würde ich von einer Forschungsgruppe
der FU Berlin eine detaillierte Recherche und konstruktive Kritikfähigkeit erwarten.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#4

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 13.08.2016 13:09
von damals wars | 12.213 Beiträge

Ein "Opfer" mit 360 Schuss macht sich einfach schlecht, da bleibt wenig zum Erforschen eines "Opferstatus".
Nicht, das seine Rente noch gefährdet wird...


Im Gedenken an die Grenzer Seidel und Lange!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#5

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 13.08.2016 13:32
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Wer sich die Antworten des Herrn [...] ansieht, weiß warum der so angepisst ist.

Steht da doch klar und deutlich: Man hält die Unterlagen des BStU für belastbarer. Er schreibt zwar, Köpenick würde die Unterlagen aus Ost und West (zu diesem Thema) wohl nicht kennen, er aber anscheinend auch nicht.

Im Urteil des Landgerichts Essen sind die 360 Schuß explizit genannt. Damit als Quelle wohl seriös zu betrachten.

Irgendwie erinnert mich diese Sache an verschiedene Publikationen des Knaben. Der verfolgt ja auch ein Ziel.

Mir ist nur noch nicht klar welches Ziel der Historiker Herr [...] verfolgt. Ich will aber zugeben das ich ihn nach der 3. Mail (die mit dem oh oh) gefragt habe was er denn will, nur rum stänkern?

Und das er anscheinend mit persönlicher Kritik schlecht umgehen kann ist ja auch klar....ist ja auch doof wenn ein Leser den Historiker mit Titel erwischt, sogar belegen kann das die Recherche mies durchgeführt wurde.

Es ist ja auch ein Buch gegen das Vergessen geplant, vielleicht schon fertig und das muss eingestampft werden? Peinlich, peinlich

MfG Berlin

Edit: Username mit c ergänzt.


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#6

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 13.08.2016 15:04
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
es war Mord nach meiner Ansicht.

Gab es andere Fälle von nach tödlichen Schüssen noch in der DDR gestellten und festgenommenden Deserteuren?

Oder andere Verbrecher mit tödlichem Schußwaffengebrauch und überlebtem Festnahmeversuch?



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#7

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 18.08.2016 03:52
von B208 | 1.352 Beiträge

Warum sollte das MfS in dem Untersuchungsbericht die Anzahl der gestohlenen Magazine nach unten verfälschen ???
Wenn die FU sich ihre Daten aus den offiziellen Unterlagen des MfS geholt hat , dann sind es doch belastbare Fakten aus erster Hand .

Dieser Weinhold war schon als DDR Bürger vor seiner Flucht straffällig geworden und vorbestraft . Die Umsetzung seiner Flucht war kaltblütig und auch vor zweifachen Mord schreckte er nicht zurück . Warum die Aussagen dieses Lumpen nun glaubwürdiger erscheinen sollen als die Recherchen der FU ist für mich nicht schlüssig , zumal er auch im Westen wiederholt mit dem Gesetz brach .

Letztendlich gibt es nur seine Aussage und die Untersuchungsunterlagen des MfS die in der BStU lagern .


B208


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zuletzt bearbeitet 18.08.2016 05:16 | nach oben springen

#8

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 18.08.2016 07:12
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Das ist richtig, B208.

Aber eine Tatsache ist, dass der Diebstahl der 10 Magazine zu Beginn nicht bemerkt wurde, dass fiel erst Tage später auf.

Im Gerichtsurteil vom Essener (oder Hagener?) Landgericht sind die 300 Schuß enthalten, zudem gibt es Unterlagen der Staatsanwaltschaft in der die MPI beschossen wurde, 1 Magazin komplett verschossen wurde.

Da stimmt dann irgendwas nicht.

Weinhold flüchtete mit 60 Schuß. Ein Magazin blieb im Trabbi liegen als er das Fzg. wechselte, mit einem Moskowitsch weiter fuhr.

Bleiben 1 Magazin mit 30 Schuß.Min 15 Schuß gab er auf Lange und Seidel ab.

Wo kamen die 30 Schuß her die im Westen beim Gutachten verschossen wurden? Die werden da explizit erwähnt.

Wo kam das Magazin her das 2 Jahre (?) später in der Minensperre gefunden wurde?

Sind die Quellen in Westdeutschland weniger belastbar?

In dem Zusammenhang:Interessant ist eine Mail der FU zu diesem Herrn Weinhold. Schreibt der gute Mann, man solle sich mal das Strafmaß ansehen und mit denen vergleichen die den Grenzverletzern in den Rücken geschossen haben. Wie lange die gesessen haben (meist ja gar nicht, da Bewährung).

Hier wird unterschwellig wie beim Knaben die ehem. DDR zum Bösen stilisiert und der gute Herr W als Opfer dargestellt der dafür 5 Jahre bekam.

Ob das Aufgabe einer FU ist wage ich zu bezweifeln.

MfG Berlin

Edit: Klammer eingefügt


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#9

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 18.08.2016 08:21
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #8

Ob das Aufgabe einer FU ist wage ich zu bezweifeln.
MfG Berlin
Edit: Klammer eingefügt



Hallo,
von der Geschichte der FU her eindeutig ja, genau als antisozialistische Kampfuniversität ist die gegründet worden, zeitgleich als die Humbolduniversität auf sozialistischen Kurs gebracht wurde.



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#10

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 18.08.2016 21:03
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Folgende Daten/Informationen hat H. Köhler (Köpenick) im NVA-Forum eingestellt:

Die 10 gestohlenen Magazine hatte Weinhold in seiner Schutzmaskentasche verstaut.

Noch im Bericht der HA 1 / MB III, Unterabteilung 7. PD vom 19.02.1976 ist von einer Mpi und 60 Schuss die Rede.

7 Magazine brachte er mit in die BRD, ein Magazin verlor er in der Minensperre, eines hat er wohl, nachdem es
leer war, weggeworfen, im 2. Trabant hat er ein weiteres volles Magazin zurückgelassen.
Fehlen noch zwei Magazine, welche er verloren haben will.

Wäre interessant zu erfahren, ob der Diebstahl der 10 Magazine von den DDR-Ermittlungsbehörden überhaupt
ermittelt wurde oder ob man erst durch Hinweise aus der Bundesrepublik darauf aufmerksam wurde.

Ari


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#11

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 19.08.2016 14:02
von Thunderhorse | 4.024 Beiträge

[quote=berlin3321|p559451]Wer sich die Antworten des Herrn [...] ansieht, weiß warum der so angepisst ist.

Steht da doch klar und deutlich: Man hält die Unterlagen des BStU für belastbarer.

Eher: Belastbar.

Auch beim MfS wurde nicht immer so sauber gearbeitet bzw. Fakten geschaffen.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#12

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 19.08.2016 14:59
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #7
Warum sollte das MfS in dem Untersuchungsbericht die Anzahl der gestohlenen Magazine nach unten verfälschen ???
(...)



Da kann es schon Gründe geben: Ich kann aber nur spekulieren. Zum Beispiel: der Berichterstatter wollte nicht der Eindruck erwecken, dass es "Probleme" bei der Munitionsausgabe bei der Einheit gegeben hat

Zitat

Sehr geehrter Herr [...],

vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben uns bei der Darstellung der von Weinhold mitgeführten Munition auf die Untersuchung des Staatssicherheitsdienstes der DDR gestützt, da diese Einrichtung den Verlauf seiner Fahnenflucht akribisch rekonstruiert hat. Am 19.12.75 erhielt die MfS-Führung dazu einen auswertenden Bericht, in dem es heißt: „Am 15.12.1975 gegen 9.30 Uhr ging beim VPKA Spremberg die Information des Panzerregiments 14 ein, daß sich Werner Weinhold zwischen 3.30 Uhr und 5.30 Uhr mit seiner MPi und 60 Schuß Munition unerlaubt von der Truppe entfernt hatte.“ Eine weitere Rekonstruktion des Hergangs durch die HA VII des MfS ergab: „Am 15.12.1975 verließ der ehem. Soldat der NVA, Werner Weinhold, zw. 3.30 Uhr bis 5.30 Uhr seinen Postenbereich in der Einheit, um in die Bundesrepublik zu flüchten. Er trug eine Schusswaffe bei sich.


Beim auswertenden Bericht, den das MfS erhielt, hat man den Eindruck, dass Weinhold legal im Besitz der Munition war, nämlich als Wachtposten Das sind dann 60 Schuss. Und de anderen 300 wird man wohl schnell noch als (bei Übungen) verschossen verbucht haben, für den Fall, dass doch jemand "von oben" die Munition im Magazin nachzählen will.
Da die Politik beschlossen hat, den Fall gross auszuschlachten, durfte auf die NVA kein schlechtes Licht fallen
Theo


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#13

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 19.08.2016 19:21
von SCORN | 1.456 Beiträge

gelöscht da doppelt


zuletzt bearbeitet 19.08.2016 19:31 | nach oben springen

#14

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 19.08.2016 19:30
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #12
Zitat von B208 im Beitrag #7
Warum sollte das MfS in dem Untersuchungsbericht die Anzahl der gestohlenen Magazine nach unten verfälschen ???
(...)



Da kann es schon Gründe geben: Ich kann aber nur spekulieren. Zum Beispiel: der Berichterstatter wollte nicht der Eindruck erwecken, dass es "Probleme" bei der Munitionsausgabe bei der Einheit gegeben hat
[quote]



Weinhold zog mit 2 Magazinen a 30 Schuß auf Wache! Das ist korrekt! Woher die anderen gefüllten Magazine kamen ist doch schon längst geklärt!
Er brach den versiegelten Kampfsatz eines Fahrzeuges im Gefechtspark auf und stopfte sich die TSM-Tasche voll! Er hüpfte also nicht einfach über den Zaun, sondern er rüstete massiv auf!
Das könnte man so deuten dass er mit einer bewaffneten Auseinandersetzung von vorneherein rechnete und sich zusätzlich mit Munition versorgte!

Meiner Meinung nach ein Beleg dafür was für eine kriminelle Figur dieser Weinhold war und was er von Anfang an vor hatte!

Ein notorischer klein Krimineller der zum skrupellosen Doppelmörder wurde und Zeit seines Daseins sich nicht änderte! Die letzte Meldung von ihm war dass er in einer Kneipe in Marl mit einer Waffe herum handierte und Leute bedrohte!

SCORN


Ebro, eisenringtheo und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2016 19:32 | nach oben springen

#15

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 19.08.2016 19:34
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Also diese Erziehung zum Hass hört man heute noch raus. Der Fall ist ja wohl aus Propagandagründen so einseitig dargestellt worden, weil für die DDR Fahnenflucht an der Grenze unerträglich war und weil sie abschrecken wollte. Ob der Fall wirklich so einseitig war? Was hat sich nicht schon alles rausgestellt bei den "Heldengeschichten". Leutnant Lutz Meier in Schierke mal als Beispiel. Genauso skeptisch wäre ich bei diesen Verteufelungen.

Mir kommt diese Gegeifer und diese Hasssprache gefährlich vor.


zuletzt bearbeitet 19.08.2016 19:43 | nach oben springen

#16

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 19.08.2016 19:49
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #15

Mir kommt diese Gegeifer und diese Hasssprache gefährlich vor.


Wer geifert hier Harzwanderer? Es geht doch recht sachlich zu, sieht man mal von deinem Versuch ab ein wenig Brandbeschleuniger in die Diskussion zu kippen! Dein Verständnis für einen mehrfach Vorbestraften Doppelmörder, der noch in der Bewährungszeit ein Sittlichkeitsverbrechen beging, sei dir Unbelassen! Seine Straftaten nach der "Übersiedlung" in den Westen haben bestimmt damit zu tun dass er traumatisiert war vom kollektiven Töpfchengehen im DDR Kindergarten!

By the Way , ich habe genauso wenig Verständnis für die Soldatenmörder von Lebach, auch wenn die Opfer Bundeswehrsoldaten waren. Da hat Ideologie nichts zu suchen, sondern Anstand und Respekt. Da scheint es bei dir gelegentlich etwas zu hapern!

SCORN


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#17

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 19.08.2016 19:50
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Ob gerade Du da mit Steinen werfen solltest?
Mach Dich doch nicht noch im Nachhinein zum Instrument der DDR-Propaganda.


zuletzt bearbeitet 19.08.2016 19:53 | nach oben springen

#18

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 19.08.2016 19:55
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #17
Ob gerade Du da mit Steinen werfen solltest?


Nun wird es aber interessant! Was hast gerade du mir vorzuwerfen dass ich mich nicht in dieser Sache äussern sollte? Ich wüsste nicht mit dir überhaupt schon mal diskutiert zu haben, es sein denn du warst unter einem anderem Nick schon mal hier!

Nun mal Butter bei die Fische Wandersmann!


bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.08.2016 08:54 | nach oben springen

#19

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 19.08.2016 19:59
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Du befiehlst hier gar nichts.


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#20

RE: FU Berlin, Forschungsgruppe SED System, (Weinhold, Seidel und Lange)

in Grenztruppen der DDR 19.08.2016 20:00
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Zitat von SCORN im Beitrag #14
(...)
Weinhold zog mit 2 Magazinen a 30 Schuß auf Wache! Das ist korrekt! Woher die anderen gefüllten Magazine kamen ist doch schon längst geklärt!
Er brach den versiegelten Kampfsatz eines Fahrzeuges im Gefechtspark auf und stopfte sich die TSM-Tasche voll! Er hüpfte also nicht einfach über den Zaun, sondern er rüstete massiv auf!
Das könnte man so deuten dass er mit einer bewaffneten Auseinandersetzung von vorneherein rechnete und sich zusätzlich mit Munition versorgte!
(...)
SCORN


Dass er alles mitgenommen hat, was er tragen konnte, ist klar. Nur diese Version passte nicht in die Version, die man der Öffentlichkeit verkaufen wollte: Der Munitionssdiebstahl passte nicht ins Konzept, wie es scheint. Wie schon @Thunderhorse dargelelegt hat, muss man davon ausgehen, dass das MfS Fakten geschafft,... aber sicher auch unterschlagen hat. Ich persönliche halte die Aussage eines Beschuldigten, der sich selber belastet, als glaubwürdig.
Theo


zuletzt bearbeitet 19.08.2016 20:00 | nach oben springen



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