#1

Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 12.08.2016 10:43
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

Morgen sind nun schon 55 Jahre seit dieser unsäglichen Trennung vergangen! Ich werde immer nachdenklich in Erinnerung der damaligen Ereignisse, deshalb besonders für junge und neue Foristen eine Schilderung meiner damaligen Erlebnisse als Link zu einem älteren Beitrag von mir:

13. August 1961 (5)

MfG

GKUS64


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zuletzt bearbeitet 12.08.2016 10:45 | nach oben springen

#2

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 12.08.2016 12:02
von Ährenkranz | 842 Beiträge

Ich war damals 7 Jahre alt, ab 1.September begann ich die 2.Klasse.
Ich kann mich nur noch erinnern, dass am ersten Schultag im Fach Heimatkunde mal "Berliner Mauer" erwähnt wurde - aber keiner konnte damit was anfangen.
Und einige Wochen später war ich mit der Gestaltung der Wandzeitung im Klassenzimmer dran, wo ich einige ausgeschnittene Bilder aus dem Neuen Deutschland dort angebracht habe, wo der Mauerbau abgebildet war.
Begriffen hat das in meiner Klasse wohl niemand.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
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#3

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 12.08.2016 20:05
von der alte Grenzgänger | 998 Beiträge

Zitat von Ährenkranz im Beitrag #2
... am ersten Schultag im Fach Heimatkunde mal "Berliner Mauer" erwähnt wurde -


"Berliner Mauer" ?
Du meinst sicher, "antifaschistischer Schutzwall" wurde erwähnt...

Siggi
(der damals sechseinhalb war...und sich an keine Erwähnung erinnern kann..)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#4

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 12.08.2016 20:23
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Hier das passende, zeitgenössische Propagandalied:

https://www.youtube.com/watch?v=hb3g6wGZFHA


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#5

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 12.08.2016 20:25
von Ährenkranz | 842 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #3
Zitat von Ährenkranz im Beitrag #2
... am ersten Schultag im Fach Heimatkunde mal "Berliner Mauer" erwähnt wurde -


"Berliner Mauer" ?
Du meinst sicher, "antifaschistischer Schutzwall" wurde erwähnt...

Siggi
(der damals sechseinhalb war...und sich an keine Erwähnung erinnern kann..)



Mit "antifaschistischen Schutzwall" wollte man uns nicht "überfordern"..
Ich kann mich deshalb noch daran erinnern, weil wir jedes Jahr nach Berlin ins Ferienlager fahren konnten, und da wurde "Berliner Mauer" erwähnt, die wir am Ende des Schuljahres dann dort durch Dia-Vorträge kennenlernen können....

Hat mich aber nicht interessiert, weil ich in den Ferien meine "Ruhe" vor Mitschülern und Erzieher haben wollte...


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#6

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 12.08.2016 20:51
von Gohrbi | 574 Beiträge

.... und meine Mutter ist gestern vor 55 Jahren mit mir aus Berlin wieder nach Thüringen gefahren.


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#7

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 12.08.2016 21:54
von eisenringtheo | 9.165 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #4
Hier das passende, zeitgenössische Propagandalied:

https://www.youtube.com/watch?v=hb3g6wGZFHA

das hier hat mehr Schwung und Gefühl


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#8

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 12.08.2016 22:13
von der alte Grenzgänger | 998 Beiträge

Zitat von Ährenkranz im Beitrag #5
---
Ich kann mich deshalb noch daran erinnern, weil wir jedes Jahr nach Berlin ins Ferienlager fahren konnten, ---




.. mit sechs, sieben Jahren bist Du schon "jedes Jahr ins Ferienlager gefahren" ?
Lass doch bitte nochmal die Zeit Revue passieren .. ich denke, Du bringst da etwas durcheinander..

Siggi
(schon wieder im Abgang- weil er mit Krümelkackerei nicht die Größe des historischen Augenblicks stören will...)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#9

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 12.08.2016 22:54
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

In der Regel konnte jedes Kind ab dem ersten Schuljahr, also mit 6 oder 7 Jahren ins Ferienlager fahren .......

"Mauer" oder "Berliner Mauer" hat man in der Öffentlichkeit, also in diesem Fall Schule definitiv nicht gesagt außer man war scharf auf eine prinzipielle Aussprache mit der Schulleitung.
Es hieß offiziell "Antifaschistischer Schutzwall" und so wurde es mir zu Hause nahegebracht und das ich in der Öffentlichkeit nie 'Mauer' sage. Meine Entgegnung das auch der antifaschistische Schutzwall letztendlich eine Mauer sei wurde verworfen.

Wobei sich im Laufe der Jahre in der Alltagssprache die Wendung Mauer auch in der DDR durchsetzte, nur in offiziellen Dokumenten, Reden etc. wurde an diesem sprachlichen Konstrukt festgehalten.


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#10

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 12.08.2016 23:10
von Ährenkranz | 842 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #8
Zitat von Ährenkranz im Beitrag #5
---
Ich kann mich deshalb noch daran erinnern, weil wir jedes Jahr nach Berlin ins Ferienlager fahren konnten, ---




.. mit sechs, sieben Jahren bist Du schon "jedes Jahr ins Ferienlager gefahren" ?
Lass doch bitte nochmal die Zeit Revue passieren .. ich denke, Du bringst da etwas durcheinander..

Siggi
(schon wieder im Abgang- weil er mit Krümelkackerei nicht die Größe des historischen Augenblicks stören will...)



Wir konnten / durften ab der ersten Klasse mit in ein Ferienlager fahren - ich hatte nicht geschrieben, dass ich das gemacht habe.
Mein Bruder ist oft mit gefahren.
Es passt schon alles so, wie ich geschrieben habe.
Von unserer Schule aus war da immer Berlin - deshalb wurde wohl da der Mauerbegriff auch erwähnt, so könnte ich es mir erklären und es ging ja um 1961 und da hat halt unsere Klassenlehrerin diesen Ausdruck mal gebracht für Schüler einer 2.Klasse.
Aber wir konnten in dem Alter sowieso nichts damit anfangen, ganz gleich, was uns da gesagt wurde.
Als ich dann in der 5.Klasse war, wurde dann schon der "Schutzwall" erwähnt und dann im Stabüunterricht ging voll die Post ab.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
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zuletzt bearbeitet 12.08.2016 23:46 | nach oben springen

#11

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2016 01:42
von der Anderdenkende | 1.195 Beiträge

War wohl auch abhängig davon,wann und wo man zur Schule gegangen ist.Die Bezeichnung Mauer war jedenfalls in Hohenschönhausen in den 80-ern kein Problem und auch kein Aussprachetermingrund mit dem Direx.Antifaschistich demokraticher Schutzwall wurde nur von unsrer Stabülehrerin genutzt,in der Nachbarschaft und im Bekanntenkreis auch nur von von wirklich "ganz Genauen"!Aber auch das sind wieder nur Erfahrungen,die jeder anders gemacht hat.
Nahegelegt wurde es schon durchaus,in gewissen Ecken und bei gewissen Leuten den richtigen Begriff zu verwenden,aber dran gehalten wurde sich doch eher selten bei uns!


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#12

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2016 07:44
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Ich vergass in meinem Beitrag zu erwähnen das ich von der Zeit unmittelbar nach dem Bau, also 1961, und den 60ger Jahren insgesamt schrieb.
Danach ging ich nicht mehr zur Schule .....

Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#13

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2016 07:57
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Die Erinnerung an diese Nacht ist noch da, Alarm, Waffenempfang incl. der 4 vollen Magazine, auf dem Flur antreten.
Information durch den KC, dann wegtreten auf die Stuben, mit Diskussion bis zum Wecken.
In den folgenden 4 Wochen Ausbildung nur im Objekt, immer mit der Waffe und voller Ausrüstung am Mann.
Ausgang, Urlaub gestrichen.
Ort: OS Frankenberg.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#14

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2016 08:00
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Gab es danach irgendwann so einen "Aha"-Moment, dass man in Wirklichkeit die eigenen Leute einsperrt und nicht eine Bedrohung von außen abwehrt? Was haben normale Bekannte im Gespräch mit Grenzern zur Mauer gesagt?


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#15

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2016 08:24
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Gesagt haben sie ziemlich wenig, eher gefragt, wenn man mal auf Urlaub war und "unter vier Augen", ich erinnere mich an Fragen wie: mußt du auf die eigenen Leute(DDR zivilisten) schießen, es gibt doch bestimmt doch noch Minen, wie funktionieren die Selbstschußanlagen oder die Feststellung, alle Hunde an der Grenze beißen auf Kehle...
Da hatte man keine Lust drauf zu antworten und schon garnicht im Urlaub, haben einem solche Fragen klar und deutlich das baldige Ende des Urlaubs in Erinnerung gerufen.

Dieser 13. des Monats August sollte in Erinnerung bleiben, man sollte nie vergessen wieviel Leid seit diesem Tag auf beiden Seiten der Grenze über die Zivilisten wie auch den Soldaten und deren Familien herein gebrochen ist.
Für mich ist es kein Feiertag, eher ein Gedenktag. Ein Feiertag ist dann eher 9.11. jeden Jahres.

gruß h.


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zuletzt bearbeitet 13.08.2016 08:35 | nach oben springen

#16

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2016 09:08
von Ratze | 393 Beiträge

Richtig, Feiertag ist das heute nicht. Für mich ist eher der 12.11. ein Feiertag, da ging hier die Grenze auf und die wohl schönste Fete meines Lebens mit Trabbiklopfen wurde an der B 208 verbracht. Heute eher ein Tag der Erinnerung.
Ratze


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#17

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2016 10:26
von damals wars | 12.133 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #14
Gab es danach irgendwann so einen "Aha"-Moment, dass man in Wirklichkeit die eigenen Leute einsperrt und nicht eine Bedrohung von außen abwehrt? Was haben normale Bekannte im Gespräch mit Grenzern zur Mauer gesagt?


Den AHA Moment hatte ich im Abschnitt 1 zwischen Kleinmachnow und Zehlendorf, an der Straße, die heute wieder verbindet.
Die Kopfsteinpflasterstraße kam aus den Hinterland, wurde durch das Tor und den Grenzabschnitt unterbrochen. Bis dahin war die Grenze für mich eher abstrakt, ich hatte keine Westverwandtschaft.

Ich fragte mich, wieso die Berliner sich so eine Mauer mitten durch die Stadt bauen konnten?
Das kam mir in diesem Moment saublöd vor.

Und ich habe niemanden eingesperrt, das Ding war schon da, als ich geboren wurde. So wie Sonne, Mond und Sterne.
Also keine Asche auf mein Haupt...
Grenzer sein war zu meiner Zeit normal, der einzige, der das mal in Frage stellte, war bei einer Zugfahrt ein Palästinenser,
der nicht glauben wollte, das ein so kräftig gebauter Mann bei der Armee sein konnte


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#18

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2016 10:55
von Heckenhaus | 5.127 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #14
Gab es danach irgendwann so einen "Aha"-Moment, dass man in Wirklichkeit die eigenen Leute einsperrt und nicht eine Bedrohung von außen abwehrt? Was haben normale Bekannte im Gespräch mit Grenzern zur Mauer gesagt?


Dieser "Aha"-Moment mußte nicht erst kommen, es war absehbar, daß etwas passieren würde.
Mir, ich war damals knapp 12 jahre alt, noch nicht, meine Eltern jedoch und auch Bekannte spürten, daß etwas in der
Luft liegt.
Daß wirtschaftliche Ursachen der Auslöser waren, dürfte unbestritten sein.
Daß wiederum die Ursache dafür tiefer liegt und in der unmittelbaren Nachbarschaft zweier unterschiedlicher Systeme
zu suchen ist, mit halboffener Grenze, das ist letztendlich eine Spätfolge des II.WK.
Da könnte jetzt stundenlang diskutiert werden, ist jedoch nicht Thema.

Jetzt kann nur spekuliert werden, ob es besser gewesen wäre, Berlin als eine Stadt unter russischer Besatzung zu haben, ohne Mauer,
dafür Teile von Thüringen und Sachsen den Westalliierten zu überlassen. Also die Grenzlinie dort zu belassen, wo der Krieg endete.
Ich glaube, die Geschichte Deutschlands wäre anders, schlechter, verlaufen.

Ob es eine Wiedervereinigung beider Teile Deutschlands gegeben hätte ohne dieses geteilte Berlin ?
Oder wäre die Teilung zementiert gewesen für Generationen ?

Wie gesagt, ich rechtfertige dieses Bauwerk nicht, habe den Bau live miterlebt, 300 m vor unseren Fenstern.
Es hat mein Leben beeinflußt, enge familiäre Kontakte zur Tante im Wedding auf Jahre abgeschnitten.
Es hat mich für Jahrzehnte daran gehindert, die andere Hälfte meiner Heimatstadt aufsuchen zu können.
Und es hat mir in den Folgejahren immer wieder die Überzeugung gestärkt, parteipolitisch dieses System nie
unterstützen zu wollen oder zu können.
Ich hatte nichts gegen den sich entwickelnden Sozialismus, aber nicht zu diesem Preis der totalen Isolation gen Westen.

Diese Mauer mit all ihren negativen Begleiterscheinungen für die Bürger war einer der ersten Sargnägel des Systems, selbst geschmiedet.
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
Gert, IM Kressin und Cambrino haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#19

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2016 11:04
von Blitz_Blank_Kalle | 316 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #9

Es hieß offiziell "Antifaschistischer Schutzwall" und so wurde es mir zu Hause nahegebracht und das ich in der Öffentlichkeit nie 'Mauer' sage. Meine Entgegnung das auch der antifaschistische Schutzwall letztendlich eine Mauer sei wurde verworfen.

Wobei sich im Laufe der Jahre in der Alltagssprache die Wendung Mauer auch in der DDR durchsetzte, nur in offiziellen Dokumenten, Reden etc. wurde an diesem sprachlichen Konstrukt festgehalten.



Zu meiner Schulzeit 1976-86 hieß es, sofern überhaupt drüber geredet wurde, nur noch Staatsgrenze (der DDR). Zumindest ist das meine Erinnerung. Die Grenze war halt damals nötig, wenn zwei verschiedene Systeme aufeinander treffen. War zwar nie ein Freund der selben, aber es hat halt immer zwei Seiten. Um es mal im aktuellem Kontext zu betrachten, damals hat man noch gewusst wer ins Land ein- oder ausreist. Heute scheint das nicht mehr so wichtig zu sein.


zuletzt bearbeitet 13.08.2016 11:04 | nach oben springen

#20

RE: Es war vor 55 Jahren am 13. August!

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 13.08.2016 13:43
von eisenringtheo | 9.165 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #14
Gab es danach irgendwann so einen "Aha"-Moment, dass man in Wirklichkeit die eigenen Leute einsperrt und nicht eine Bedrohung von außen abwehrt? Was haben normale Bekannte im Gespräch mit Grenzern zur Mauer gesagt?


Das war doch sofort jedem klar, der DDR Zeitungen und Informationshefte las

Neben der Agenten- und Sabotagetätigkeit von Westberlin aus sowie der Zuspitzung der ideologischen Diversion spielten die verschiedenen Formen der wirtschaftlichen Ausplünderung der DDR eine große Rolle. Die Hauptform bildete die Abwerbung. Die Unternehmer scheuten kein Mittel von der Flüsterpropaganda, über Versprechungen bis zur brutalsten Erpressung. 50 Prozent der Abgeworbenen waren unter 25 Jahren. Besonders gefragt waren Ärzte, Facharbeiter, Ingenieure und Techniker. Um die Abwerbungen durchzuführen, unterhielten Firmen der BRD Vertreter in Westberlin. So führte zum Beispiel die Maschinenbau AG in Kiel die organisierte Abwerbung von Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik über ihren "Generalvertreter für Berlin und die Deutsche Demokratische Republik" durch. Dieser Vertreter erhielt von seiner Firma Hinweise, an welchen Personen die Aktiengesellschaft besonders interessiert war. Bis 1960 diente die Abwerbung vor allem zur Erhöhung der Monopolprofite. 1961 wurde sie im Wirtschaftskrieg gegen die DDR forciert und wuchs sich im Verlaufe einiger Monate zu einem Störfaktor erster Ordnung aus.
http://www.dreizehnter-august.de/ihh-17/4.htm

Theo


PKE hat sich für diesen Beitrag bedankt
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